Prüfstand, Messverfahren
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- Waltraud Scholz
- vor 9 Jahren
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1 Vergleichende Untersuchungen von Mini-Blockheizkraftwerken Bernd Thomas, Agnes Wyndorps, Hochschule Reutlingen Das die Kraft-Wärme-Kopplung einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung und damit sowohl zur Ressourcenschonung als auch zur Verringerung der CO 2 -Emissionen leistet, ist mittlerweile unstrittig. Zur Darstellung und Beurteilung der Leistungsfähigkeit bereits existierender und am Markt erhältlicher KWK-Anlagen im kleinsten Leistungsbereich - den sogenannten Mini-BHKW s ist an der Hochschule Reutlingen ein vom BMBF gefördertes Forschungsprojekt durchgeführt worden, in dem diese Geräte auf einem eigens zu diesem Zweck errichteten Prüfstand experimentell untersucht wurden. Dabei waren die in Deutschland bekanntesten und am meisten verkauften Geräte zum Einsatz in Wohn- und Geschäftsgebäuden auf dem Prüfstand, was die Ergebnisse auch für die Öffentlichkeit interessant macht. (Der Artikel wurde bereits in ähnlicher Form im Holz-Zentralblatt veröffentlciht /1/). Zukunft der Mini-Blockheizkraftwerke Abb. 1: Mini-BHKW Dachs von SenerTec /4/ Zur flächendeckenden Verbreitung der Kraft-Wärme-Kopplung, also auch in Gebiete, in denen die nachträgliche Einbringung eines Wärmeverteilungsnetzes nicht wirtschaftlich ist, müssen kleine, dezentrale Einheiten eingesetzt werden. Führt man diesen Gedanken konsequent weiter, so kommt man zu sehr kleinen Anlagen, die nur noch so viel Wärme produzieren wie im Gebäude selbst verbraucht wird, so dass die Notwendigkeit eines Wärmeverteilnetzes gänzlich entfallen kann. Man spricht hier von Kleinst-KWK oder, bei einer elektrischen Leistung der Aggregate unter 15 kw, sogar von Mikrooder Mini-KWK /2/. Entsprechend werden die BHKW s in diesem Leistungsbereich als Mini-Blockheizkraftwerke bezeichnet. Diese Geräte werden im Gebäude wie ein Heizkessel installiert und betrieben mit dem Zusatzeffekt, dass bei der Wärmeerzeugung gleichzeitig elektrische Energie produziert wird, die entweder selbst genutzt oder in das Stromnetz eingespeist und vergütet wird. Der letztgenannte Aspekt ist insbesondere vor dem Hintergrund steigender Energiepreise für die Betreiber der Geräte attraktiv, und nicht zuletzt aus diesem Grund wird den Mini-BHKW s eine weitere Verbreitung attestiert, die mittelfristig sogar zu einer Verdrängung des Heizkessels führen könnte. Eine Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan prognostiziert die Entstehung eines Massenmarktes in naher Zukunft /3/. Prüfstand, Messverfahren Im Einzelnen sind das Gerät Dachs der Firma SenerTec /4/, das BHKW SOLO Stirling /5/, das Gerät ecopower der Firma PowerPlus Technologies /6/ sowie ein für den Einsatz von Biogas konzipiertes Stirling-Aggregat der Dänisch Technischen Universität (DTU) /7/ vermessen worden. Während der Untersuchungen wurden die Geräte unter verschiedensten heizungstechnischen Randbedingungen hinsichtlich Vor- und Rücklauftemperaturen sowie Heizkreisvolumenströmen betrieben. Wenn möglich sind die Geräte im Teillastbetrieb untersucht worden, und neben den stationären Versuchen wurden auch instationäre Messungen durchgeführt, um das An- und Abfahrverhalten der Anlagen zu erforschen. Ziel der Messungen war die Bestimmung der Leistungsdaten wie elektrische Leistung und Heizleistung sowie der benötigte Brenngasenergiestrom. Aus diesen Werten sind der elektrische und der Gesamtwirkungsgrad berechnet worden. Darüber hinaus erfolgte die messtechnische Bestimmung der Schadgasemissionen wie CO, NO, NO 2 und unverbrannte Kohlenwasserstoffe C x H y. Bei der Auswahl der Messaufnehmer und des Abgasanalysegerätes ist darauf geachtet worden, die Genauigkeitsanforderungen für Zertifizierungsmessungen zum Umweltzeichen Der Blaue Engel einzuhalten. Auf diese Weise ist die Hochschule Reutlingen durch das Umweltbundesamt autorisiert, an dem Prüfstand diese Untersuchungen vorzunehmen und die Geräte nach der Richtlinie zur Vergabe des Blauen Engel für erdgasbetriebene Mini-BHKW s /8/ zu vermessen und ein entsprechend zertifiziertes Prüfprotokoll auszustellen. Prof. Dr.-Ing. B. Thomas Dipl.-Ing. A. Wyndorps Vorstellung der untersuchten Geräte Zuerst ist das Mini-BHKW Dachs der Firma SenerTec untersucht worden, wobei die Standardanlage für Erdgasbetrieb Dachs HKA G 5.5 zur Verfügung stand (siehe Abb. 1). Herz-stück des BHKW s ist ein Einzylinder 4-Takt Gas-Ottomotor mit einem Hubraum von 580 cm 3. Der Motor läuft mit einer konstanten Drehzahl und ist über ein einstufiges Getriebe an einen wassergekühlten 2-poligen Asynchrongenerator gekoppelt, mit dem die elektrische Leistung von etwa 5,5 kw erzeugt und direkt in das Stromnetz gespeist wird. Das Aggregat ist nur für Volllastbetrieb ausgelegt, und die Heizleistung beträgt nominal 12,5 kw. Mit Hilfe eines nachgeschalteten Abgaswärmetauschers, dem sogenannten Kondensor, der als Zubehör erhältlich ist, kann das Abgas, das die Anlage ansonsten
2 Abb. 2: Das SOLO Stirling Mini-BHKW /5/ mit ca. 150 C verlässt, bis unter den Kondensationspunkt gekühlt werden. Auf diese Weise ist ein zusätzlicher Wärmegewinn von bis zu 2 kw möglich. Durch einen Oxidationskatalysator wird das Abgas von CO und unverbrannten Kohlenwasserstoffen gereinigt; eine nachträgliche Entfernung von Stickoxiden aus dem Rauchgas erfolgt nicht. Als zweites Gerät war das SOLO Stirling 161 Mini-BHKW auf dem Prüfstand (siehe Abb. 2). Das Aggregat wird von einem 2-Zylinder Stirlingmotor in V-Anordnung angetrieben. Der Hubraum des Motors beträgt 160 cm 3, und als Arbeitsgas wird Helium bei einem mittleren Druck zwischen 35 und 150 bar verwendet. Durch die Variation des Mitteldrucks, die von der Maschine automatisch vorgenommen wird, kann die elektrische Leistung zwischen 1,5 und 9 kw und die Heizleistung korrespondierend zwischen 6 und 25 kw eingestellt werden. Der Stirlingmotor ist direkt mit einem 2-poligen Asynchrongenerator verbunden, so dass die Drehzahl etwas oberhalb von 1500 Upm liegt. Das Gerät ist regulär mit einem Kondensationswärmetauscher für das Abgas ausgerüstet. Eine nachträgliche Reinigung der Abgase durch Katalysatoren ist nicht erforderlich, da durch das eingesetzte FLOX -Verbrennungsprinzip nur wenig Schadgase entstehen. Das Mini-BHKW ecopower ist wiederum auf der Basis eines Gas-Ottomotors aufgebaut. Es handelt sich ebenfalls um einen Einzylinder 4-Takt Gas-Ottomotor mit einem Hubraum von 272 cm 3. Im Gegensatz zu den beiden vorher beschriebenen Geräten wird hier ein Synchrongenerator zur Erzeugung der elektrischen Leistung verwendet. Diese Art ist kompakter und leichter als ein Asynchrongenerator vergleichbarer Leistung. Allerdings erfordert ein Synchrongenerator einen Frequenzumrichter, um die elektrische Leistung in das öffentliche Netz einspeisen zu können. Dieser Umstand wird bei dem Gerät ecopower zur Variation der Drehzahl genutzt. So ist eine Leistungsmodulation zwischen 2 und 4,7 kw el entsprechend einer Drehzahlvariation von 1700 bis 3600 Upm möglich. Die Heizleistung variiert dabei zwischen 6 und 12,5 kw. Das Gerät ist ebenfalls mit einem Kondensationswärmetauscher für das Abgas sowie einem geregelten 3-Wege-Katalysator zur Verringerung der Schadgasemissionen ausgerüstet. Abb. 3: Mini-BHKW ecopower /6/ Abschließend stand ein weiteres Stirling-BHKW zur Verfügung, das von Prof. Carlsen an der Dänisch Technischen Universität (DTU) für den Einsatz von Biogas entwickelt worden ist und eine elektrische Leistung von 9 kw besitzt (siehe Abb. 4). Während der Unsonsten Korrosion unvermeidlich wäre. So verlassen die Abgase die Anlage je nach Betriebszustand mit einer Temperatur zwischen 150 und 210 C. Eine nachträgliche Reinigung der Abgase in Form von Katalysatoren ist nicht vorgesehen, da die Schadgasemissionen beim Betrieb mit Biogas deutlich unter den dafür gesetzlich vorgegebenen Grenzwerten liegen. Messergebnisse In Abb. 5 ist der gemessene elektrische Wirkungsgrad der vier untersuchten Aggregate über der Vorlauftemperatur aufgetragen. Der elektrische Wirkungsgrad ist dabei als Verhältnis der ins Netz eingespeisten elektrischen Leistung zum mit dem Erdgas zugeführten und auf den unteren Heizwert bezogenen Energiestrom definiert. Die Rücklauftemperatur wurde bei den Versuchen auf 30 C eingestellt mit Ausnahme des BHKW s Dachs, das mit einer Rücklauftemperatur von 35 C versorgt wurde. Es ist zu erkennen, dass das BHKW Dachs einen konstant hohen elektrischen Wirkungsgrad von etwa 27 % aufweist, gefolgt vom BHKW SOLO Stirling, das einen mit der Vorlauftemperatur von 26,7 auf 24,4 % abnehmenden Wirkungsgrad zeigt. Der elektrische Wirkungsgrad des Gerätes ecopower ist mit ca. 23,5 % wiederum in etwa konstant, während der Wirkungsgrad der DTU-Anlage mit zunehmender Vorlauftemperatur von 21,1 auf 18,7 % fällt. Offensichtlich hängt der prinzipielle Verlauf der Kurven von der Art des BHKW s ab. Bei den Ottomotor-BHKW s ist der elektrische Wirkungsgrad nahezu Abb. 4: DTU 9kW el Stirling MINI-BHKW /7/ tersuchungen am Prüfstand wurde das Gerät allerdings mit Erdgas betrieben; zu diesem Zweck ist eine entsprechend veränderte Düse am Brenner eingesetzt worden. Bei dem Stirlingmotor handelt es sich um eine hermetisch gekapselte Einzylindermaschine in sogenannter beta-anordnung mit einem Zylinderdurchmesser von 114 mm und einem Arbeitskolbenhub von 54 mm. Als Arbeitsgas wird analog zur Maschine von SOLO Helium verwendet, das hier unter einem konstanten Mitteldruck von 80 bar gehalten wird. Der Stirlingmotor ist über ein spezielles Getriebe direkt mit einem 3-poligen Asynchrongenerator verbunden, so dass die Drehzahl der Maschine konstant bei etwa 1020 Upm liegt. Es ist ein zusätzlicher Abgaswärmetauscher integriert, der aber keine Kondensation zulässt. Die Vermeidung von Kondensation ist dabei gewollt, da durch die im Biogas enthaltenen Schwefelverbindungen anhorizonte 27 / Dezember
3 Aufgrund der hydraulischen Einbindung im Nebenstrang, die bei der Anlage ecopower ähnlich ist, sind die Leistungsdaten von Ottomotor-BHKW s nur wenig von den Temperaturen und dem Volumenstrom im Hauptstrang abhängig. Dieses hydraulische Schema ist speziell auf Ottomotoren zugeschnitten, die eine derartig erhöhte Betriebstemperatur zur Herabsetzung der Reibungsverluste und damit zur Anhebung des inneren Wirkungsgrades benötigen. Mit Ausnahme des bei der Anlage Dachs vorgeschalteten Kondensors können auf diese Weise allerdings nicht die thermodynamischen Vorteile niedriger Heizkreistemperaturen ausgeschöpft werden, wie dieses bei den Stirlingmotor-BHKW s der Fall ist. Dennoch erreicht das Ottomotor- BHKW Dachs nach Abb. 5 die höchsten elektrischen Wirkungsgrade. Abb. 5: Elektrischer Wirkungsgrad als Funktion der Vorlauftemperatur; Rücklauftemperatur = 30 C (SOLO, ecopower, DTU) und 35 C (Dachs) Abb. 7 zeigt die gemessenen Gesamtwirkungsgrade als Funktion der Vorlauftemperatur. Als Gesamtwirkungsgrad bezeichnet man das Verhältnis aus Nutzleistung zu dem auf den unteren Heizwert bezogenen Energiestrom, der durch das Erdgas einbracht wird. Als Nutzleistung wird dabei die Summe aus eingespeister elektrischer Leistung und der abgegebenen Heizleistung bezeichnet. Auch bei dieser Versuchsreihe wurde die Rücklauftemperatur auf 30 C eingestellt. Nur beim BHKW Dachs betrug die Rücklauftemperatur 35 C. konstant, während er bei den Stirlingmotor-BHKW s mit zunehmender Vorlauftemperatur kleiner wird. Die Ursache für dieses Phänomen ist in der hydraulischen Einbindung der Geräte zu suchen. Die Stirlingmotor-BHKW s werden direkt in den Heizkreis eingebunden; daraus folgt, dass der thermodynamische Prozess auf der Wärmeabgabeseite in etwa mit der mittleren Heizkreistemperatur beaufschlagt ist, was, entsprechend dem Carnot-Gesetz, einen mit größer werdender Wärmeabgabetemperatur abnehmenden Prozesswirkungsgrad zur Folge hat. Abb. 6: Hydraulische Einbindung des Mini-BHKW s Dachs (aus /4/) wurde die Anlage ohne zusätzlichen Heizkessel betrieben. Die Auftragung zeigt, dass das BHKW SOLO Stirling die höchsten Gesamtwirkungsgrade erreicht. Bei einer Vorlauftemperatur von 40 C beträgt der Wert 100,1 %. Hier ist der Einfluss der Brennwerttechnik deutlich erkennbar, die den Wirkungsgrad nach üblicher Definition für den Brennstoff Erdgas bis auf ca. 111 % ansteigen lässt. Die beiden Ottomotor-BHKW s zeigen bei geringen Vorlauftemperaturen ungefähr gleiche Gesamtwirkungsgrade im Bereich von %. Zu höheren Vorlauftemperaturen fällt der Wirkungsgrad der Anlage Dachs nur wenig auf Die Ottomotor-BHKW s sind im Gegensatz dazu nicht direkt sondern im Neben- oder Parallelstrang eingebunden. Abb. 6 zeigt die hydraulische Einbindung am Beispiel des BHKW s Dachs. Eine interne Pumpe entnimmt dem Hauptstrang am Punkt A eine festgelegte Menge Kreislaufwasser und erwärmt diese in Kondensor und BHKW immer konstant auf ca C. Das erwärmte Medium gelangt dann am Punkt B zurück in den Hauptstrang, wo sich die Mischungstemperatur einstellt. Dieses Prinzip ist als Rücklauftemperaturanhebung bekannt. Der dargestellte Heizkessel ist nicht zwingend erforderlich; er dient zur Abdekkung von Bedarfsspitzen. Am Prüfstand Abb. 7: Gesamtwirkungsgrad als Funktion der Vorlauftemperatur; Rücklauftemperatur = 30 C (SOLO, ecopower, DTU) und 35 C (Dachs)
4 etwa 92 % bei 82 C. Beim Gerät ecopower ist der Abfall des Gesamtwirkungsgrades mit zunehmender Vorlauftemperatur gravierender, wie das Diagramm zeigt. Ursache für dieses ungleiche Verhalten ist eine unterschiedliche hydraulische Einbindung des Kondensationswärmetauschers für das Abgas. Während dieser Wärmetauscher beim Dachs vor das BHKW geschaltet ist und somit immer mit der niedrigsten Kreislauftemperatur angefahren wird (vgl. Abb. 6), befindet sich der Abgaswärmetauscher bei der Anlage ecopower im Inneren des BHKW s, d.h. er wird mit der angehobenen Rücklauftemperatur versorgt und kann deshalb nicht so effektiv arbeiten wie beim Dachs. Das BHKW der DTU zeigt die geringsten Gesamtwirkungsgrade, was auf die zuvor beschriebene Vermeidung von Abgaskondensation infolge der Konzeption als Biogas-Anlage zurückzuführen ist. Dennoch liegen die Werte über 80 % und damit deutlich über der Schwelle von 70 %, die nach EEG für die Gewährung des KWK- Bonus von 2 Cent/kWhel zu übertreffen ist /9/. Die Abbildungen 8 und 9 veranschaulichen die CO und NO x -Emissionen der vier untersuchten BHKW s im stationären Betrieb bei Voll- und 50%-Teillast, soweit die Geräte teillastfähig waren. Die Emissionswerte sind jeweils auf 5 %-Restsauerstoff im Abgas bezogen. Aus Abb. 8 ist ersichtlich, dass das BHKW Dachs kein CO emittiert. Während der Startphase wurde ein kurzzeitiger Anstieg der CO-Emissionen auf etwa 350 mg/nm 3 beobachtet, aber nach einigen Minuten fiel der Wert unter die Nachweisgrenze des verwendeten Rauchgasanalysegerätes. Hier zeigt sich die gute Wirkung des Oxidationskatalysators der Anlage, die mit einem entsprechend hohen Luftverhältnis von ca. 1,55 arbeitet. Beim Gerät ecopower sind die CO-Emissionen bei Volllast ebenfalls nahezu Null, während sie im Teillastbetrieb auf etwa 50 mg/nm 3 ansteigen. Auch hier wird CO in einem Katalysator zu CO 2 aufoxidiert, allerdings findet hier ein geregelter 3-Wege-Katalysator Anwendung. Bei den beiden Stirling-Aggregaten liegen die CO-Emissionen über den Werten der Ottomotor-BHKW s. Allerdings wird hier kein Katalysator benötigt, und die Werte liegen jeweils deutlich unter dem Grenzwert nach der Richtlinie für die Vergabe des Umweltzeichens Der Blaue Engel /8/. Betrachtet man die NO x -Emissionen in Abb. 9, so wird deutlich, dass die BHKW s Dachs und DTU nicht den Grenzwert nach Blauem Engel erreichen. Bei beiden Geräten werden die Stickoxide nur durch verbrennungstechnische Maßnahmen, wie ein hoher Luftüberschuss beim Dachs, begrenzt, nicht jedoch durch einen Katalysator nachträglich gesenkt. Es sei erwähnt, dass die Firma SenerTec das BHKW Dachs auch als sogenannte Low NO x -Variante anbietet. Hier wird durch Absenkung der Motorleistung nach Herstellerangaben eine Verringerung der NO x -Emissionen um etwa die Hälfte erreicht. Die Anlage liefert dann allerdings eine verminderte elektrische Leistung von 5 anstatt 5,5 kw. In Abb. 9 ist weiterhin die gute Wirkung des 3-Wege Katalysators der Anlage ecopower zu erkennen, die im stationären Betrieb NO x -Emissionen von nur etwa 10 mg/nm 3 zeigt und damit die niedrigsten Werte unter den getesteten Geräten aufweist. Beim BHKW SOLO Stirling sind die NO x -Emissionen zwar im Vergleich zum Gerät ecopower höher; es wird aber kein Katalysator zur Reduktion benötigt und der Grenzwert für das Umweltzeichen Der Blaue Engel wird immer noch deutlich unterschritten
5 Abb. 8: CO-Emissionen der 4 Geräte bei stationärem Voll- und 50%-Teillastbetrieb Abb. 9: NO X -Emissionen der 4 Geräte bei stationärem Vollund 50%-Teillastbetrieb Fazit Während der Testphase, die sich für jedes Gerät auf etwa Betriebsstunden erstreckte, wurden eine Vielzahl von Daten und Erfahrungen gesammelt. Dabei ist offenkundig geworden, dass die bereits im Markt befindlichen Geräte Dachs, SOLO Stirling und ecopower technisch ausgereift sind. Sie erfüllen die technischen Richtlinien von TÜV, DVGW und VDEW und besitzen die CE-Zertifizierung. Sie sind schwingungsgedämpft, schallgekapselt und auf eine hohe Lebensdauer ausgelegt. Damit steht dem Einsatz in Wohn- und Geschäftsgebäuden anstelle des herkömmlichen Heizkessels technisch nichts im Wege. Vergleicht man die Geräte untereinander, so haben die vorab gezeigten Ergebnisse bereits gezeigt, dass keine pauschale Abstufung möglich ist, da die spezifischen Vor- und Nachteile in jeweils unterschiedlichen Bereichen liegen. Nimmt man die Vorgaben für die Erteilung des Umweltzeichens Der Blaue Engel als Vergleichskriterium, so ist einzig das BHKW SOLO Stirling in der Lage, alle Forderungen zu erfüllen; dementsprechend ist es schon mit dem Blauen Engel ausgezeichnet worden. Bezogen auf die Wirtschaftlichkeit der Anlagen müssen zur Zeit noch zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Zum einen sollte die erzeugte elektrische Leistung nach Möglichkeit selbst genutzt werden, da auf diese Weise der höhere Zukaufpreis für elektrische Energie an Stelle der geringeren Einspeisevergütung angesetzt werden kann. Zum anderen sollte die Anlage eine möglichst hohe jährliche Laufzeit aufweisen, um die höheren Investitionskosten im Vergleich zum Heizkessel auszugleichen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit zum Betrieb der Anlage auch außerhalb der reinen Heizperiode, was wiederum zur Folge hat, dass derzeit ein wirtschaftlicher Betrieb nur bei kleinen Gewerbebetrieben mit ganzjährigem Wärmebedarf, größeren Einfamilienhäusern mit erhöhtem Wärmebedarf im Sommer - beispielsweise zur Beheizung eines Schwimmbades - oder Mehrfamilienhäusern, Reihenhauszeilen oder dergleichen mit ausreichendem, ganzjährigem Warmwasserbedarf möglich ist. Letztendlich müssen jedoch die zukünftig steigenden Energiepreise in die Berechnungen einbezogen werden, was in absehbarer Zeit den wirtschaftlichen Einsatz von Mini-BHKW s auch in Einfamilienhäusern und damit den Ersatz des konventionellen Heizkessels ermöglichen wird. Abschließend sei dem BMBF für die Gewährung der Mittel zur Durchführung des Projektes sowie den Geräteherstellern SenerTec, SOLO Stirling, PowerPlus Technologies und Prof. Carlsen von der DTU für die kostenlose Überlassung der Geräte während der Untersuchungen sowie die gewährte Unterstützung gedankt. Alle erzielten Ergebnisse sollen in ausführlicher Form in einem Buch veröffentlicht werden, das voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2005 erscheinen wird (Die genaue Bezugsquelle wird zu gegebener Zeit im Internet unter veröffentlicht). Literatur [1] Thomas, B.: Mini-BHKW s können künftig Heizkessel ersetzen, Holz- Zentralblatt, 131. Jahrgang (2005), Nr. 70, S , DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen [2] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Informationsschrift: Kleine Kraft-Wärme-Kopplung für den Klimaschutz - jeder kann Energie doppelt nutzen in Zusammenarbeit mit IZES (Institut für ZukunftsEnergieSysteme), Berlin, 2005, [3] Frost & Sullivan Report 3890, [4] Fa. SenerTec, Schweinfurt, [5] Fa. SOLO Stirling, Sindelfingen, [6] Fa. PowerPlus Technologies, Gera, [7] Fa. Stirling.dk, Lygby, Dänemark, [8] RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.v., Vergabegrundlage für Umweltzeichen Klein-BHKW-Module für gasförmige Brennstoffe, RAL-UZ 108, Ausgabe Juni 2004 [9] EEG, Erneuerbare Energien Gesetz, doc/2676.php Kontakt Prof. Dr.-Ing. Bernd Thomas, Hochschule Reutlingen, Fakultät Technik, Maschinenbau, Alteburgstr. 150, Reutlingen, Tel.: 07121/ /7067, [email protected]
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