Vererbung versus Delegation
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- Maike Schmidt
- vor 10 Jahren
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1 Vererbung versus Delegation class A { public void x() { z(); } protected void z() { /* A-Code */... } } class B extends A { protected void z() { /* B-Code */... } public void y() { delegate.x(); } private A delegate = new A(); } Vererbung: new B().x() B-Code Delegation: new B().y() A-Code Oft kein Überschreiben von Methoden wie z() egal Delegation sogar häufiger benötigt als Vererbung Unterschied manchmal wichtig da Verwechslung gefährlich FOOP Teil 6 1
2 Mixins Begriff unklar, etwas unterschiedliche Bedeutungen Mehrfach-Code+Interface-Vererbung (oder ähnlich dazu) mit konfigurierbarem geerbten Code (statisch/dynamisch) Anwendungsbeispiel: Template Method geerbt und Operationen (der Template Method) durch Mixins hinzugefügt Unterschiede zwischen Mehrfachvererbung und Delegation für Mixins in Praxis oft nicht entscheidend (asymmetrisch) Oberklassen-Typparameter (C++) u. Delegation geeignet Mixin-Oberklassen oft nur zwecks Delegation instanzierbar FOOP Teil 6 2
3 Lambda-Ausdrücke in OOP Delegate bzw. Closure kapselt eine Funktion in ein Objekt; im Gegensatz zu Funktionszeigern ist Umgebung enthalten (anonymisiert, nur über gekapselte Funktion zugreifbar) Lambda-Ausdruck = direkt erzeugtes Delegate/Closure Einfache Schreibweise (syntactic suggar + Intelligenz) Umgebung wird implizit aufgebaut (ähnlich innerer Klasse) Typinferenz für Parameter (da kein dynamisches Binden) Eher bei applikativem Programmierstil große Bedeutung FOOP Teil 6 3
4 Dependency Injection (DI) Ziele: Abhängigkeit zwischen Client und Server verringern, Boilerplate Code vermeiden, einfache Konfigurierbarkeit Klassisch: Inversion of Control (z.b. Factory Method) M. Fowler: DI = Service durch Mini-Container bestimmt Interface Injection (von Client implementiert) Setter Injection (Mini-Container z.b. von Client befüllt) Constructer Injection (bei Erzeugung gesetzt) Problem: Flexibilität durch Unübersichtlichkeit erkauft FOOP Teil 6 4
5 Laden von Klassen zu Laufzeit Patchen von Systemen durch Austausch einzelner Module (Versioning, seltener Konfiguration) Prakischer Nutzen: kein Linker und dadurch einfacherer Übersetzungszyklus Suche nach anderen Anwendungen hat nichts ergeben Möglichkeiten von Java auf Paket-Ebene kaum genutzt (nur auf Dateisystem-Ebene nutzbar) Aktuellere Techniken für Componenten und Frameworks kommen ohne Patches auf Dateisystem-Ebene aus FOOP Teil 6 5
6 Plugin Frameworks Zentrale Fragen: Wie findet man die Plugins? Wie (de)aktiviert man Plugins? Wo kann/soll Plugin eingreifen? Framework-spezifisches Interface für Plugins Konfigurationsdatei (meist XML) speichert Plugin-Liste An vorgegebenen Punkten Aufruf von Plugin-Methoden (über Interface) für jedes Plugin in Collection Oft hierarchisch (Plugins in Plugins), aber nicht zyklisch Zahlreiche Frameworks, die Organisation übernehmen (z.b. OSGi, JPF, Boost Extension, Qt, FxEngine, Zope) FOOP Teil 6 6
7 Dynamische Sprachkonzepte Dynamische Vererbung u. Delegation (= Methodensuche) Dynamische Programmänderungen (Oberklasse ändern, Methoden und Attribute hinzufügen bzw. entfernen) Keine deklarierten Typen, wohl aber dynamische Typen Typprüfung implizit (keine passende Methode gefunden) Reaktion auf unbekannte Methoden programmierbar Programmiertechniken von extensiven Zusicherungen bis Duck Typing (strukturelle Typen, Client verantwortlich) FOOP Teil 6 7
8 Dynamische Änderbarkeit von Klassen Decorator erlaubt dynamische Änderung von Konzepten Änderbarkeit auch in statischen Sprachen Normalfall Direkte Klassenänderung in dyn. Sprachen effizienter als Decorator (Laufzeit, Programmieraufwand, Lesbarkeit) Statische Sprachen effizienter wenn Änderungen selten Aber: nur vorhergesehene Änderungen durch Decorator nicht für Versioning geeignet Änderungen in dynamischen Sprachen sofort wirksam (von Programmierern geschätzt oder gehasst) FOOP Teil 6 8
9 Statische versus dynamische Typen Einiges geht nicht statisch (z.b. Array-Index prüfen, binäre Methoden mit Ersetzbarkeit) Dynamische Konzepte auch in statischen Sprachen sinnvoll (dynamische Typabfragen, Zugriff auf Typparameter) Anhänger dynamischer Sprachen überlegen selten, welche Information statisch ist alles bleibt dynamisch Andere wollen mit viel Aufwand alles statisch machen Starke Typsysteme fast immer halbentscheidbar Typkompatibilität erfordert bestimmte Typstruktur Zusatzaufwand um bestimmte Struktur herzustellen FOOP Teil 6 9
10 Primitive Datentypen Spezialbehandlung kleiner Zahlen in jeder Sprache Gründe: Effizienz, Semantik von Literalen Integer in Ruby normale Klasse; Auswirkungen gering: Zahlen gemischt mit anderen Objekten in Aggregaten (durch gemeinsame Oberklasse möglich) homogene Übersetzung der Generizität einfacher Erweitern von Integer praktisch kaum sinnvoll Effizientes Rechnen in statischen Sprachen wichtiger Kaum Unterschiede zw. rein objektorientierten und heterogenen Sprachen, aber oft andere praktische Verwendung FOOP Teil 6 10
11 Serialisierung in Java Wenn x Instanz von Serializable, automatisch durch s.writeobject(x) wobei s vom Typ ObjectOutputStream Lesen: x=s.readobject() mit s vom Typ ObjectInputStream Serialisierbare Klasse kann/soll enthalten: static final long serialversionuid=... (Version passt?) private void writeobject(objectoutputstream s) private void readobject(objectinputstream s) private void readobjectnodata() (wenn Daten fehlen) Normalerweise rekursive Aufrufe für referenzierte Objekte Volle Kontrolle durch Implementierung von Externalizable FOOP Teil 6 11
12 Garbage Collection (GC) Effizient und vereinfacht Programmierung wesentlich Gute Denkansätze: Objekte leben konzeptuell ewig unnötige Referenzen beseitigen Resourcen von Speicher entkoppeln Ansätze für Speicherverwaltung funktionieren bei GC kaum (Kontrolle über Speicher, Destruktoren räumen auf) Keine Garantie für genug Speicher, daher manchmal trotz Echtzeitfähigkeit wegen dyn. Speicherverwalt. ungeeignet Programme sollen auch bei ausgeschalteter GC laufen FOOP Teil 6 12
13 Trennung zwischen GUI und Logik Fast automatisch durch 3-schichtige Architektur im Web: Präsentation, Anwendungslogik, Datenhaltung Entsprechende Dreiteilung auch in Anwendungslogik: Steuerung, Verarbeitung, Datenzugriff MVC: Model=Verarbeitung+Datenzugriff+Datenhaltung, View=Präsentation, Controller=Steuerung Schwer wartbar wenn Controller=Steuerung+Verarbeitung (unterschiedliche Bereiche der Anwendungslogik gemischt) Gute Architektur = unterschiedliche Bereiche der Anwendungslogik getrennt halten (anwendungsspezifisch) FOOP Teil 6 13
14 Zukunft der OOP OOP allgegenwärtig Innovations-Charakter verloren erleben heute Aufsplittung in viele Rand- u. Detailthemen wichtige Bereiche in absehbarer Zukunft: Parallelität, Verteiltheit, Datenintegration, vielschichtige Architekturen, Cloude-Computing, komplexe Schnittstellenprotokolle in vielen dieser Bereiche derzeit mehr Fragen als Antworten Sprachunterstützung zu erwarten, sobald die wichtigsten Fragen beantwortet sind FOOP Teil 6 14
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