Feuerschutzreglement der Gemeinde Ermatingen
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- Valentin Fromm
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1 Feuerschutzreglement der Gemeinde Ermatingen In Anwendung von 3 Abs. 2 des Feuerschutzgesetzes des Kantons Thurgau vom 19. Januar 1994 erlässt die Gemeinde Ermatingen folgendes Reglement: A. Allgemeine Bestimmungen Zweck 1 Der Feuerschutz umfasst Massnahmen und Mittel zur Verhinderung, Bekämpfung oder Minderung von Schäden, die durch Feuer oder Explosionen verursacht werden können. Grundsatz 2 Der Feuerschutz ist Sache der Gemeinde, soweit das Feuerschutzgesetz nicht bestimmte Aufgaben dem Kanton vorbehält. Die Gemeinde führt zu diesem Zweck ein Feuerschutzamt und eine Feuerwehr. Aufsicht 3 1 Der Feuerschutz steht unter Oberaufsicht des Gemeinderates. Dieser wählt für die unmittelbare Beaufsichtigung eine Feuerschutzkommission. 2 Der Gemeinderat wählt zudem: - den (die) Feuerschutzbeamten - den Kommandanten und den Vizekommandanten der Feuerwehr 3 Der Gemeinderat erteilt die Kaminfegerkonzession und bestimmt den Kaminfegertarif. Organe 4 Organe des Feuerschutzes sind: 1. die Feuerschutzkommission 2. das Feuerschutzamt 3. die Feuerwehr Personen 5 Chargen bezeichnen weibliche oder männliche Amtsträger. B. Feuerschutzkommission Feuerschutz- 6 1 Die Feuerschutzkommission wird vom Gemeinderat auf die kommission Amtsdauer der Gemeindebehörden gewählt.
2 2 2 Die Feuerschutzkommission besteht aus: - einem Mitglied des Gemeinderates als Präsident - dem Kommandanten der Feuerwehr - dem Vizekommandanten der Feuerwehr - dem Fourier, zugleich Sekretär - dem Materialverwalter der Feuerwehr - dem Feuerschutzbeamten - dem Chef des Zivilschutzes - einem weitern durch den Gemeinderat gewählten Vertreter Mit beratender Stimme nimmt an Sitzungen mit speziellen Sachgeschäften teil: - der Kaminfegermeister Aufgaben 7 Die Feuerschutzkommission vollzieht die Feuerschutzgesetz- Kompetenzen gebung und beaufsichtigt die übrigen Organe des Feuerschutzes. Sie hat folgende Aufgaben und Kompetenzen: 1. Sie ist zuständig für: - die Beförderung des übrigen Feuerwehrkaders - die Einteilung und Entlassung der dienstleistenden Feuerwehrpflichtigen - die Verfügung von Disziplinarstrafen wegen Verletzung von Dienstpflichten - die Genehmigung des jährlichen Übungsplanes - den Abschluss der gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen - die Meldung von Änderungen im Kommando an die Gebäudeversicherung, das Bezirksamt und weitere wichtige Instanzen 2. Sie stellt Antrag an den Gemeinderat - für Anschaffungen und Bauten, die den Einsatzbereich der Feuerwehr betreffen - für das Budget der Feuerwehr - für die Wahl des Kommandanten und seines Stellvertreters - auf Befreiung von der Feuerwehrpflicht 3. Die Feuerschutzkommission besitzt eine Finanzkompetenz von Fr. 2' pro Jahr. C. Feuerschutzamt Feuerschutz- 8 1 Das Feuerschutzamt beurteilt alle feuerschutzrelevanten Baubewilligung gesuche, die nicht in die Zuständigkeit des Kantons fallen. Abnahme- Kontrolle 2 Es verfügt die Feuerschutzauflagen und kontrolliert am Rohbau und nach Bauabschluss deren Einhaltung gemäss 13 des Feuerschutzgesetzes.
3 3 Feuerschutz- 9 1 Der Kaminfeger prüft bei seiner Arbeit die Einhaltung der kontrolle Feuerschutzvorschriften und bringt Mängel unverzüglich dem Feuerschutzamt zur Anzeige. 2 Das Feuerschutzamt orientiert den Eigentümer und ordnet die Behebung der Mängel an. D. Feuerwehr I. Aufgabe Auftrag 10 1 Die Feuerwehr hat bei Gefährdung von Personen und Sachwerten durch Schadenereignisse unverzüglich Hilfe zu leisten. 2 Die Feuerwehr kann zum Verkehrsdienst oder zur Saalwache aufgeboten werden. Sie darf nicht für Ordnungsdienste eingesetzt werden. Vorschriften Organisation 11 Vorbehältlich der Bestimmungen dieses Reglementes gelten für den Dienstbetrieb und die Ausrüstung die Richtlinien des Schweizerischen Feuerwehrverbandes Gliederung der Feuerwehr: - Stab - Abteilungen 2 Die Feuerschutzkommission bestimmt auf Antrag des Kommandanten die Organisationsstruktur. II. Führung und Alarm Kommandant Recht zum Betreten von Gebäuden und Grundstücken 13 Der Feuerwehrkommandant - wahrt die Interessen der Feuerwehr, vertritt diese nach aussen und führt die Beschlüsse der vorgesetzten Behörden aus - befindet über alle Angelegenheiten der Feuerwehr, die nicht in die Kompetenz einer andern Instanz fallen 14 Die Feuerwehr ist berechtigt, im Schadenfall und zu Übungszwecken Grundstücke und Gebäude zu betreten und zu benützen.
4 4 III. Feuerwehrpflicht Pflicht 15 1 Die Feuerwehrpflicht beginnt am 1. Januar nach dem vollendeten 20. Altersjahr und endet am 31. Dezember nach dem vollendeten 50. Altersjahr. 2 Bei rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe besteht die Feuerwehrpflicht nur für einen Ehegatten. Ist ein Ehepartner nicht feuerwehrpflichtig, so ist auch der Ehegatte von der Feuerwehrpflicht befreit. Erfüllung Pflicht 16 1 Die Feuerwehrpflicht wird durch aktiven Feuerwehrdienst oder durch die Leistung einer jährlichen Ersatzabgabe erfüllt. 2 Die Feuerschutzkommission entscheidet, wer Dienst und wer Ersatzabgabe zu leisten hat. 3 Massgebend für den Entscheid sind Verfügbarkeit, die berufliche, persönliche und physische Eignung der Pflichtigen sowie der erforderliche Bestand der Feuerwehr. Befreiung Ersatzabgabe 17 Von der Feuerwehrpflicht sind befreit: - kantonale und örtliche Polizeiorgane - Invalide auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses - weitere durch den Gemeinderat von der Feuerwehrpflicht befreite Personen. 18 Die Ersatzabgabe beträgt 12% der einfachen Staatssteuer, mindestens aber Fr und höchstens Fr Die Ersatzabgabe ist zweckgebunden für die Aufgaben der Feuerwehr zu verwenden. IV. Dienstpflichten Alarm Übungen Entschuldigungsgründe 19 Bei Alarm ist unverzüglich gemäss Einsatzbefehlen auszurücken. 20 Minimale Übungszahlen a) 2 Offiziersübungen b) 3 Kaderübungen c) 7 Mannschaftsübungen d) 2 Spezialübungen für den Atemschutz e) 2 Übungen für Neueingeteilte 21 1 Der Besuch von Übungen und Kursen ist obligatorisch. Als Entschuldigungsgründe gelten Krankheit, Schwangerschaft, Mutterschaftsurlaub, Militär- und Zivilschutzdienst sowie andere wichtige Gründe. Im Zweifelsfall entscheidet die Feuerschutzkommission über die Zulässigkeit und über entsprechende Ersatzaufgebote.
5 5 2 Entschuldigungen sind schriftlich und begründet vor der Übung, spätestens aber innert 3 Tagen nach versäumtem Aufgebot einzureichen. Sorgfaltspflicht Anordnungen 22 Das Feuerwehrmaterial ist sorgfältig zu behandeln. Für mutwillige Beschädigung haftet der Verursacher. 23 Schriftlichen und mündlichen Anordnungen der Vorgesetzten ist Folge zu leisten. V. Kosten, Disziplinarstrafen Kosten 24 1 Einsätze der Feuerwehr im Zusammenhang mit den bei der Gebäudeversicherung gedeckten Feuer- und Elementarschäden sind unentgeltlich. 2 Die übrigen Einsätze werden dem Verursacher oder dem Auftraggeber in Rechnung gestellt. Über Ausnahmen entscheidet der Feuerwehrkommandant. Disziplinarstrafen, 25 1 Grobe Verletzung von Dienstpflichten, insbesondere vorsätz- Bussen liches Wegbleiben bei einem Aktiveinsatz, kann durch die Feuerschutzkommission mit einem Verweis, einer Busse bis zu Fr oder dem Ausschluss aus der Feuerwehr geahndet werden. 2 Für die nachstehend aufgeführten Reglementsverletzungen werden folgende Bussen ausgesprochen: a) unentschuldigtes Wegbleiben oder unentschuldigtes Entfernen von einer Übung: Gradsold b) Verweigerung der Fahrzeugstellung bei aktivem Einsatz: Fr c) Unentschuldigtes Nichterscheinen zur Aushebung: Fr Bleibt ein Dienstpflichtiger im gleichen Jahr - ohne Entschuldigungsgründe gemäss 21 - mehr als einer Übung fern, so wird er nebst den Bussen ersatzabgabepflichtig. E. Schlussbestimmungen Rechtsmittel Inkrafttreten 26 Gegen Entscheide der Feuerschutzorgane kann innert 20 Tagen Rekurs beim Gemeinderat erhoben werden Dieses Reglement tritt nach Genehmigung durch das zuständige Departement auf den 1. Januar 1995 in Kraft. 2 Auf den gleichen Zeitpunkt wird das Reglement vom 28. Juni 1978 aufgehoben.
6 6 Von der Gemeindeversammlung genehmigt am 23. November 1994 Für die Gemeinde Ermatingen: Der Gemeindeammann: sig. R. Urwyler Der Gemeinderatsschreiber: sig. W. Oswald Vom Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau genehmigt am 7. Dezember 1994 Teilrevision 15 Abs. 1: Von der Gemeindeversammlung genehmigt am 29. November 1999 Vom Departement für Justiz und Sicherheit genehmigt am 6. Dezember 1999 Teilrevision 18 (Reduktion der Ersatzabgabe von 15 % auf 12 % per 1. Januar 2006): Von der Gemeindeversammlung genehmigt am 28. November 2005 Vom Departement für Justiz und Sicherheit genehmigt am 14. Dezember 2005
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