Erneute Doppelrunde im Bürgerhaus

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1 Erneute Doppelrunde im Bürgerhaus Der Terminplan für die verschiedenen Spielklassen im Nordhessen-Schachsport ist wahrlich nicht das Gelbe vom Ei! Nach fast fünf Monaten öder saure-gurken-zeit von April bis September hagelt es jetzt gleichzeitige Runden im Punktspielbetrieb! Unsere erste Mannschaft soll im November am gleichen Tag ein wichtiges Punktspiel in der Landesklasse und den 4er-Mannschaftspokal-Wettbewerb bestreiten! Den Terminplanern im Nordhessenschach sei doch ein gehöriges Stück mehr an Fingerspitzengefühl empfohlen! So stand am Sonntag, , bereits die dritte Doppelrunde für Vellmar 2 und Vellmar 3 an. Beide Male hatte Vellmar Heimrecht im Bürgerhaus. Gegner waren in der Bezirksliga 0st der Kasseler SK 4 und in der Kreisliga West Viktoria Großenenglis. Für beide Vellmarer Teams galten dabei wieder völlig unterschiedliche Voraussetzungen. Vellmar 2 - Kasseler SK 4 Ein Kontrahent von leichterem Kaliber, wie es schien, war der Kasseler SK 4 als Gastmannschaft bei Vellmar 2. Der KSK 4 war nominell nicht gerade angsteinflößend aufgestellt. Das zeigte sich bereits in den ersten beiden Spielrunden, nach denen der KSK 4 mit zwei hohen Niederlagen am Tabellenende rangiert, und auch gegen den Gastgeber sicher nicht ungeschoren davon kommen sollte. Für Vellmar 2 ging es aber darum, mit einem möglichst hohen Erfolg einiges für ein gut gepolstertes Brettpunkte-Konto zu tun. Bekanntlich können diese Kleinigkeiten am Saisonende eine wichtige Rolle spielen bei dem Kampf um die Meisterschaft. Allerdings konnte man sich bei dem KSK nie ganz sicher sein, in welcher Aufstellung die Mannschaft antreten würde. Der KSK insgesamt ist gespickt mit einer großen Anzahl starker Spieler, und dann tauchen plötzlich auch in den unteren Spielklassen wahre KSK-Granaten auf, die alle Erwartungen Makulatur werden lassen! Zudem war Vellmar 2 geschwächt, da am 1. Brett Conny Moritz fehlte, die bei Hofheim in der 2. Damen-Bundesliga aktiv spielte. Trotzdem trat Vellmar 2 komplett an, da Ersatzspieler Eberhard Müller die Lücke füllte. Vellmar 3 ( links) gegen den Kasseler SK 4, vorn Eberhard Müller gegen Frank Gundlach.

2 Es kam genau so wie vermutet, der KSK 4 trat am Brett 6 mit Ersatzakteur Frank Gundlach an, ein Spieler mit Leistungsstärke über DWZ 2000, der mit seinem Verbands- oder Landesklassenformat in einer Bezirksligamannschaft eigentlich nichts zu suchen hat. E- berhard Müller stand da auf verlorenem Posten, aber der Reihe nach Am Brett 5 sicherte sich Wilfried Rother gegen den KSK-Spieler F. Schüßler frühzeitig eine überlegene Position, gewann im Mittelspiel die Qualität und hatte anschließend keinerlei Probleme, auch die Partie souverän für sich zu entscheiden. Ein guter Beginn für Vellmar mit der 1 : 0 Führung. Dann aber gelang dem KSK 4 bereits der Ausgleich, da Eberhard Müller in der besagten Partie gegen den spielstarken F. Gundlach, KSK 4, keine echte Chance hatte und überspielt wurde. 1 : 1 also nach zwei beendeten Partien. Das war bereits ein erster Warnschuss, aber es sollte noch ein weiteres Debakel folgen. Zunächst jedoch sicherte am Brett 2 Helmut Strutzke gegen R. Fritsche, KSK 4, die erneute Führung Vellmars. Helmut hatte seine Partie strategisch ebenfalls hoch überlegen angelegt, war mit seinen Zentralbauern weit ins gegnerische Lager eingedrungen und spielte mit so starkem Druck, dass R. Fritsche nur die Aufgabe blieb. Mit dem 2 : 1 schien Vellmar wieder im erwartungsgemäßen Erfolgsfahrwasser zu segeln, aber dieser Eindruck trog leider, denn jetzt folgte ein völlig unerwarteter Einbruch. Am Brett 4 hatte es Günter Preuß mit dem jungen V. Sommer, KSK 4, zu tun. Der KSK-Spieler spielte sehr sicher, gewann im Mittelspiel einen Bauern und wehrte auch Endspiel-Fallen von Günter souverän ab. So bewegte sich die Partie im absoluten Remisbereich. Aber jetzt sorgte Günter in einem Anflug von Altersstarrsinn, und nachdem er ein viermaliges Remisangebot seines Gegners abgelehnt hatte, für den erwähnten Einbruch. In über 80 Zügen malträtierte er seine Stellung, gurkte solange herum, bis die Partie verloren war und der KSK erneut zum 2 : 2 ausgeglichen hatte. Anschließend kam es noch schlimmer, nachdem Alex Benedikt am Brett 1 gegen S. Pfuhl, KSK 4, ebenfalls in große Verlegenheit geriet und dem druckvollen Endspiel seines Gegners nichts mehr entgegen setzen konnte. Der scheinbare Punktelieferant KSK 4 lag plötzlich mit 2 : 3 vorn und eine faustdicke Überraschung schien sich anzubahnen! Ein Glück, dass am Brett 3 noch Vellmars Routinier Manfred Fromm saß, der es mit M. Engel, KSK 4, zu tun hatte. Manfred Fromm (rechts), gegen M. Engel, sicherte Vellmar mit seinem vollen Punktgewinn noch ein Mannschaftsremis.

3 Manfreds Partie bewegte sich bis ins Endspiel mit ausgeglichenem Material auch im Remisbereich. Aber dann gelang es ihm mit seiner großen spielerischen Erfahrung, die Partie für sich zu entscheiden. Er gewann im Turm/Bauern-Endspiel Material und drohte mit einem Freibauern unaufhaltsam zum Umwandlungsfeld zu laufen. M. Engel gab chancenlos auf und mit dem 3 : 3 Ausgleich hatte Manfred doch noch für einen glimpflichen Ausgang des Mannschaftskampfes gesorgt! Das war gerade noch einmal gut gegangen! Mit dem unerwarteten Ergebnis und jetzt insgesamt 4 : 2 Mannschaftspunkten hat Vellmar 2 zwar einigen Boden in Richtung Spitze verloren, aber das kann in den folgenden Punktkämpfen (vielleicht) wieder ausgebügelt werden. Die weiteren Ergebnisse der Bezirksliga 0st in der 3. Runde: Lohfelden - Fuldatal 2 4 : 2 Kaufungen - Baunatal 3 3,5 : 2,5 H.-Münden - He.-Lichtena u 4,5 : 1,5 Caissa Kassel 4 - BSA 2 0,5 : 4,5 Vellmar 3 - Vik toria Großenenglis Mit wesentlich härteren Bandagen wurde unsere dritte Mannschaft in der Kreisliga West konfrontiert! Gegner war kein geringerer als der Tabellenführer Großenenglis, an den bei- den vorderer Brettern fast unbezwingbar stark besetzt! Da wurde unser stärkster Spieler Dr. Manfred Raupach am 1. Brett aktiviert, um vielleicht dagegen halten zu können. Aber keine Frage, Großenenglis war klarer Favorit und für Vellmar 3 konnte es nur um Schadensbegrenzung gehen, auch wenn die kämpferische Einstellung bei allen Team- Mitgliedern stimmte. Gleich in der ersten Partie kam es, wie es kommen musste. Dr. Manfred Raupach hatte es am Brett 1 mit dem übermächtigen Alexander Glejser, Großenenglis, zu tun, einem Spieler von ebenfalls über DWZ 2000! Manfred stand von Beginn an unter Druck und er konnte diesem Druck leider nicht standhalten. Er verlor eine Figur und gab die chancenlose Partie auf zur 0 : 1 Führung von Großenenglis. Dr. Manfred Raupach (links) stand gegen A. Glejser auf verlorenem Posten.

4 Denn am Brett 2 hatte Peter Blaschke gegen den spielstarken Timo Strüning, Große- auch einen sehr schweren Stand. Dennoch hielt er sich bis zur beiderseitigen Zeit- nenglis, not überaus gut, so dass es bis zur ersten Zeitkontrolle zum Blitzen kam. In dieser Blitz- Phase konnten beide Kontrahenten ihre Züge nicht mehr notieren und nach dem 40-Züge- Zeitlimit war die Partie aufgrund fehlender einwandfreier Züge nicht mehr rekonstruierbar. Und so einigte man sich in gegenseitigem Einvernehmen zum Remis. Mit 2 : 3 gegen Vellmar 3 stand das Endresultat fest. Eine Niederlage zwar, aber gegen diesen starken Gegner und Tabellenführer überaus ehrenvoll. Mit nunmehr 2 : 4 Mannschaftspunkten rutsche Vellmar 3 ins untere Mittelfeld ab. Das ist weiter nicht tragisch, denn nach den stärksten Gegnern, gegen die man nun nach den ersten drei Runden bereits angetreten war, warten mit den noch bevorstehenden Mannschaften wesentlich leichtere Gegner, gegen die sehr gute Erfolgsaussichten bestehen. Postwendend aber gelang Roland Croll am Brett 5 der Ausgleich zum 1 : 1, nachdem er seinen unerfahrenen jungen Großenengliser Gegner D. Schulz frühzeitig in die Schranken verwies. Nach einer überlegen geführten Partie und der gegnerischen Aufgabe hatte Roland den vollen Punkt eingefahren. Am Brett 3 erreichte Rainer Weyers ein partiegerechtes Remis, nachdem die Auseinandersetzung mit Wolfgang Friedrich, Großenenglis, bis zum Bauern/Leichtfiguren-Endspiel völlig ausgeglichen verlief. 1,5 : 1,5 nach drei beendeten Partien lautete der Zwischenstand, und noch konnte Vellmar auf ein günstiges Endresultat hoffen. Aber dann ging die Partie am Brett 4 beim sonst zuverlässigen Punktesammler Carsten Thurau verloren. Carsten hatte gegen Frieder Esche, Großenenglis, seine Angriffsfiguren viel zu weit entfernt vom eigentlichen Geschehen postiert, so dass sein Gegner Gelegenheit zum Mattangriff erhielt und diese Möglichkeit auch konsequent nutzte. Vor der letzten Partie stand es 1,5 : 2,5 gegen Vellmar und es musste schon ein kleines Wunder geschehen, wenn man jetzt noch ein Gesamt-Remis erkämpfen wollte. Vellmar 3 (rechts) erstmals in dieser Punktsaison in Stammbesetzung.

5 Die weiteren Ergebnisse der Kreisliga West der 3. Runde : Korbach 6 - Neuenbrunslar 5 : 0 kampflos GSV KS-Wehlheiden - Korbach 5 5 : 0 Arolsen 3 - Baunatal 4 3 : 2 G. Preuß

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