Einführung in die Programmierung mit Java
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- Hanna Frei
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1 Einführung in die Programmierung mit Java Martin Wirsing in Zusammenarbeit mit Moritz Hammer und Axel Rauschmayer SS 06 Ziele Begriffsbildungen: Informatik, Algorithmus, Programm... Warum Java als Programmiersprache verwenden? Ein einfaches Java-Programm erstellen, übersetzen und ausführen Gut dokumentierte Java-Programme erstellen können 2 1
2 Informatik Informatik ist ein Kunstwort, das in den 60-ziger Jahren in Frankreich kreiert wurde, entstanden aus Information + Mathematik englisch: Computer Science neuerdings auch: Informatics bedeutet Wissenschaft der maschinengestützten Informationsverarbeitung 3 Teilgebiete der Informatik Praktische Informatik Programmierung und Software-Entwicklung Datenbanksysteme Betriebssysteme und Middleware Technische Informatik Rechenanlagen und Rechnernetze (Hardware) Theoretische Informatik Formale Modelle und Semantik Algorithmen und Komplexität Informatik und Gesellschaft Auswirkungen der Informatik auf die Gesellschaft (Rationalisierung, Automatisierung, Datensicherheit,...) 4 2
3 Algorithmen und Programme Algorithmus (nach Al-Khowarizmi, um 800) Allgemeines Verfahren zur Lösung einer Klasse von Problemen, das durch eine eindeutige Vorschrift so genau festgelegt ist, dass man es anwenden kann, ohne es verstanden zu haben. Eigenschaften: Jeder Einzelschritt ist eindeutig festgelegt und berechenbar. Das Verfahren liefert nach endlich vielen Schritten eine Lösung. Beispiele: Modellbau: Montageanleitung Informatik: Sortieralgorithmus Programm Beschreibung von Datenstrukturen und Algorithmen in einer Programmiersprache Al'Khwarizmi Author von Hisab al-jabr w'al-muqabala 5 Programme und Software-Entwicklung Programm Beschreibung von Datenstrukturen und Algorithmen in einer Programmiersprache Software-Entwicklung Systematische Konstruktion von Programmen zur Lösung eines in der realen Welt gestellten Problems 6 3
4 Entwicklung objektorientierter Programmiersprachen 1960 Algol 60 Simula Pascal C 1980 Modula 2 Eiffel Smalltalk C Modula 3, Oberon 1995 Java 2006 Java Algol 60 Entwickelt von John Backus, F.L. Bauer, John McCarthy, Peter Naur, Alan J. Perlis, Heinz Rutishauser, Klaus Samelson. Imperative Sprache mit Blockkonzept, Call-by-Value und Call-by-Name, Syntaxdefinition in Backus-Naur-Form N. Wirth, *1931, PhD 1963 Berkeley Entwickler von Pascal, Modula, Oberon, Turing-Preis 1984 Pascal Entwickelt von Niklaus Wirth Imperative Sprache, Weiterentwicklung von Algol 60/68 Verbunddatentypen (Record) F.L. Bauer *1924, Diss 1952 LMU Entwickler von Algol 60, Patent auf Kellerprinzip, Vater der dtsch. Informatik 8 4
5 Simula 67 Entwickelt von Kristen Nygaard und Johan-Ole Dahl. Erste OO-Sprache, Erweiterung von Algol 60 mit Klassen-Konzept, Vererbung (damals genannt Prefixing ) Smalltalk 80 Entwickelt von Alan Kay und Adele Goldberg 1. Dynamische OO-Sprache, mit Betriebssystem und Entwicklungsumgebung A. Kay, *1940, PhD 1969 Utah Entwickler von Smalltalk, Dynabook (1. PC), Turing-Preis 2003 J.-O. Dahl Entwickler von Simula Informatikprof. in Norwegen (1968) Turing-Preis Java Entwickelt von J. Gosling, Bill Joy, P. Naughton, u.a. Erste plattform-unabhängige OO-Sprache, insbesondere zur Programmierung von Internet-Applikationen Heute auch eingesetzt im Multimedia-Bereich und (beginnend) für Eingebettete Systeme Erste Version , heute Java 1.5. Ursprünglicher Name: OAK. C++ Entwickelt von Bjarne Stoustrup Effiziente OO-Sprache, Erweiterung von C James Gosling, *1956 PhD 1983 CMU Entwickler von Emacs (Texteditor), Java B. Stoustrup, *1950 in Arhus (DK), PhD 1979 Cambridge Entwickler von C
6 Aspekte von Java Objektorientiert: Klassenkonzept, strenge Typisierung Unabhängig von Plattform: Durch Übersetzung in Virtuelle Maschine (JVM) Netzwerkfähig, nebenläufig Sicherheitskonzept Nachteile: Laufzeithandicap durch Interpretation der JVM (aber z.t. ausgeglichen durch Just-in-Time Übersetzung) Vorteile: Verteilte Anwendungen, Web-Anwendungen Rechnerunabhängigkeit von Graphikanwendungen 11 Grober Aufbau eines Java-Programms Ein Java-Programm besteht aus einer Menge von Klassen (und Schnittstellen, siehe später) Eine Klasse besteht aus Attributen ( fields ): Beschreiben den Zustand eines Objekts Methoden: Beschreiben die Operationen, die ein Objekt ausführen kann Konstruktoren: Operationen zur Erzeugung von Objekten 12 6
7 Einfaches imperatives Java-Programm Ein imperatives Java-Programm besteht aus Klassendeklaration mit einer einzigen Methode namens main : public class <KlassenName> { public static void main(string[] args) { <Anweisungen> } } 13 Beispiel: Hallo public class Hallo { public static void main(string[] args) { System.out.println( Hallo! ); } } 14 7
8 Methodenaufruf Methodenaufruf allgemein: object.methodname(actual parameters); Beispiel: System.out.println( Hallo! ); 15 Konventionen Klassennamen beginnen mit großen Buchstaben Bsp. Hallo Methodennamen, Attributnamen und Variablennamen beginnen mit kleinen Buchstaben Bsp. println, out Konstantennamen bestehen NUR aus großen Buchstaben. Bsp. BLUE Zusammengesetzte Namen werden zusammengeschrieben, jeder (innere) Teilname beginnt mit einem großen Buchstaben Bsp. Klasse HalloWelt, Methoden getname, getmyobject 16 8
9 Übersetzung und Ausführung von Java-Programmen Übersetzung in Bytecode Aus einer Textdatei mit Endung.java erzeugt der Compiler javac eine Datei mit gleichem Namen, aber Endung.class Diese enthält den Bytecode für die JVM Hallo.java Hallo.class public class Hallo {... }... Quellprogramm als Textdatei Hallo.java Compiler javac.exe Bytecode als Datei Hallo.class 17 Übersetzung und Ausführung von Java-Programmen Die Datei mit dem Bytecode wird der JVM übergeben und von der JVM ausgeführt (d.h. interpretiert). Hallo.class... Bytecode als Datei Hallo.class Java Virtual Machine java.exe Ergebnisausgabe (von Hallo auf Bildschirm) 18 9
10 Übersetzung und Ausführung von Hallo.java (unter Windows) Übersetzung von Hallo.java: C: > javac Hallo.java Interpretation von Hallo.class: C: > java Hallo Gibt auf Bildschirm zurück: Hallo! 19 Zusammenfassung Geschichte: Objektorientierte Programmiersprachen seit 1967: Simula OO-Programmierung populär seit Ende der 80er Jahre mit Smalltalk und C++. Heute vor allem Java, C++ und C#. Java OO-Programmiersprache, vor allem zur Programmierung im Internet eingesetzt Java ist plattform-unabhängig, interpretierend, unterstützt Sicherheitskonzepte und besitzt eine reichhaltige Klassenbibliothek (API, engl. "Application Programming Interface")
11 Zusammenfassung (2) Ein Java-Programm besteht aus einer oder mehreren Klassen (und Schnittstellen). Klassen enthalten Attribute und die Deklarationen von Methoden und Konstruktoren. Eine Methode besteht aus einer Sequenz von Anweisungen, die den Berechnungsablauf festlegen. Jede selbstablaufende Java-Anwendung enthält eine Methode main. Ein Java-Programm wird mit einem Übersetzer in Byte-Code übersetzt, der dann mit einem Interpreter, der JVM, ausgeführt wird
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