Jahresbericht 2002/03

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1 Jahresbericht 2002/03 der Biologischen Station Rieselfelder Münster Vögel: Zuggeschehen und Brut Weisstörche in den Rieselfeldern Gesamtvegetation im Überblick Partnerprojekte Senegal und Litauen Ichtyologische Untersuchungen Öffentlichkeitsarbeit

2 Jahresbericht 2002/03 der Biologischen Station Rieselfelder Münster ISSN

3 2 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Impressum: Herausgeber: Biologische Station Rieselfelder Münster Coermühle Münster Tel.: 0251 / Fax: 0251 / [email protected] Auflage: ca. 750 Druck: LVDruck im Landwirtschaftsverlag GmbH Hülsebrockstraße Münster Redaktion: Giselheid Reding Layout: Giselheid Reding Fotos: Falls nicht anders vermerkt: Bildarchiv der Biologischen Station Rieselfelder Münster ISSN Zeichnungen: Fische: Bildarchiv Biologische Station Rieselfelder Münster, Vögel: Christian Müller

4 Inhaltsverzeichnis 4 Vorwort Michael Harengerd 5 Einleitung Michael Harengerd Ornithologie 7 Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2002/03 Andrea Klein u. Giselheid Reding, mit Beiträgen von Johannes Wahl (2002) Giselheid Reding 32 Rastvögel in den Rieselfeldern Münster - eine kommentierte Artenliste 63 Brutvögel der Rieselfelder Münster in den Jahren 2002/03 69 Weißstörche in den Rieselfeldern André Niermann 75 Schädling Kanadagans? Michael Harengerd 78 Buchbesprechung Christoph Sudfeld Fauna, Flora und Biotopmanagement 80 Biotopmanagement-Maßnahmen 02/03 85 Ergebnisse ichthyologischer Untersuchungen der Rieselfelder und des Wöstebaches 95 Vegetationsstruktur im Sommer 2002 und Vegetationskartierungen 2002/03 Partnerprojekte 99 Reisebericht Senegal-Projekt Partnerprojekt Kamamos (Litauen) 109 R. Kapa Michael Harengerd und Michael Klein Michael Harengerd & Wolfgang Schwöppe Öffentlichkeitsarbeit 115 Öffentlichkeitsarbeit 2002/03 Thomas Starkmann 118 Die Mitarbeiter der Biologischen Station 119 Recherche in den Rieselfeldern Thomas Starkmann 120 Ein Bus für die Rieselfelder Thomas Starkmann 122 Bericht zum Praxissemester in der Philipp Scharbert Biologischen Station Rieselfelder Münster 127 Der Freundes- und Förderkreis Thomas Starkmann Rieselfelder Münster 128 Mitglieder des Freundes- und Förderkreises Rieselfelder Münster 02/ Verkehrszählung 2003 Hans-Uwe Schütz 135 Pressespiegel 3

5 4 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Abb. 1: Die Rieselfelder aus der Luft Vorwort Liebe Freunde und Förderer der Rieselfelder Münster, wie schon bei den Treffen des Freundesund Förderkreises (FFK) im Jahre 2004 erwähnt, haben wir aus terminlichen Gründen dieses Mal zwei Jahresberichte zusammengefaßt. Wir bitten um Verständnis, denn wir hatten wirklich viel um die Ohren : Einerseits galt es, nach den ebenso umfangreichen wie aus ökologischer und Naturschutzsicht erfolgreichen Umgestaltungen des Südteils der Rieselfelder (EU- Life-Projekt) seit 1997 den dadurch etwas vernachlässigten Nordteil wieder zu optimieren. Andererseits galt es, die umfangreichen Vorarbeiten zu bewältigen, die die Anerkennung des Rieselfeldhofes als Projekt der Regionale 2004 links und rechts der Ems mit sich brachten. Mehrere Studienprojekte der Universität bzw. Fachhochschule Münster wurden im Berichtszeitraum begonnen: So erfreulich der dadurch gestiegene Erkenntnisgewinn auch ist: Diplomanden und studentische Praktikanten wollen und müssen auch betreut werden. Dies gilt ebenso für unsere Auslandsvorhaben in Litauen und im Senegal. Es ist eben nicht mit ein oder zwei Besuchen im Jahr getan; wenn etwas nachhaltig Positives für die wandernden Arten im Sinne der RAMSAR-Konvention ebenso wie des Eurasisch-Afrikanischen Wasservogelübereinkommens im Rahmen der Bonner Konvention erreicht werden soll, wobei nicht nur im Falle Afrikas in zunehmendem Maße sinnvoller Weise die Belange der ortsansässigen Bevölkerung in die Naturschutzbemühungen einbezogen werden müssen. Doch auch in den Rieselfeldern erforderte die weiter steigende Beliebtheit des Naturerlebnisgebietes bei der Bevölkerung umfangreiche Aktivitäten nicht nur in Form der noch vielfältiger gewordenen halbjährlichen Veranstaltungsprogramme, sondern auch durch die Vorbereitungen zur Schaffung weiterer Attraktionen: So konnten die EUREGIO und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Umwelt und Entwicklung dafür gewonnen werden, zwei weitere naturtouristische Objekte mit zu finanzieren, deren Realisierung 2004/5 ansteht. Traditionell bilden auch in diesem Jahresbericht die Darstellungen der Brut- und Rastvogelbestandsentwicklungen einen Schwerpunkt, wobei einige Aspekte gesondert hervorgehoben werden, insbesondere die lange vorhergesagte und 2003 endlich eingetretene erste erfolgreiche Brut eines Weißstorchpaares... Dank des weiterhin erfreulichen Zuspruches zum FFK konnten die Beweidungsflächen im Südosten der Rieselfelder deutlich vergrößert werden. Nicht nur die Auerochsen danken dafür! Die Mitarbeiter der Biologischen Station

6 Einleitung 5 Einleitung Die beiden Berichtsjahre 2002/03 waren geprägt von etlichen fachlichen wie administrativen Ereignissen, auf die später zum Teil im Einzelnen eingegangen wird, z.b: - die Notifizierung des Gesamtgebietes durch die EU als besonderes Schutzgebiet im Rahmen der EU-Vogelschutzrichtlinie; - die Aufregungen um die ersten (wenn auch teilweise erfolglosen) Bruten eines Weißstorchpaares; - die Aufnahme des Rieselfeldhofes ( Heidekrug in den Kanon der Projekte der Reginale 2004 links und rechts der Ems, so daß die Inhalte der neuen Ausstellung nun endlich umgesetzt werden konnten, zumal der innere Rohbau schon Anfang 2002 abgeschlossen wurde; - die Einrichtung neuer Weideflächen für die Auerochsen, nachdem die immer größer gewordene Herde auf ihrer bisherigen Fläche nicht mehr genug Platz hatte; - die umfassende ökologische Aufwertung vieler Flächen im NSG - also dem nördlichen Teil der Rieselfelder -, nachdem dies wegen des 2001 abgeschlossenen EU- Life-Projektes jahrelang nur auf Sparflamme erfolgen konnte - die Einrichtung einer Kindergruppe, um auch die jüngeren in einem Lebensabschnitt, in dem sie noch stärker empfänglich sind, an ein unmittelbares Naturerleben heranzuführen. Aber es gab auch weniger erfreuliche Ereignisse: Der extrem lange und heiße Sommer 2003 brachte zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder das schon fast vergessene Problem des Botulismus mit sich. Abb. 2: Dicke Algenteppiche bedecken den Emsableiter-Anstau im Sommer 2003

7 6 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Zur Erinnerung: 1971 war der erste Fall vor allem im Bereich der Parzellen 19/1-5 aufgetreten, was angesichts der damals ja noch erfolgenden Beschickung mit Rohabwasser (und der dadurch bedingten regelmäßigen anaeroben Zustände) eigentlich viel häufiger zu erwarten gewesen wäre. 1982/1983 war der nächste Fall, der damals nicht nur auf einzelne Flächen beschränkt blieb, sondern große Bereiche des Reservates betraf. Obwohl schon seit 7 Jahren das geklärte - mithin viel weniger belastete - Abwasser auf die Flächen geleitet wurde, kam es dennoch bei heißer Witterung angesichts der geringen Wassertiefe der meisten Flächen und der Fülle absterbenden organischen Materials zum Umkippen etlicher Parzellen. Im Jahr 2003 betraf es offenbar ausschließlich den Emsableiter- Anstau. Mehr als 1000 Vögel - überwiegend Eulen und Bläßrallen - kamen um. Schlimmeres konnte möglicherweise dadurch verhütet werden, dass wir den See zwischendurch weitgehend abließen und dann mit frischem Wasser neu anstauten. Offenbar dank der seit den 1990er Jahren verbesserten Abwasserreinigung der Hauptkläranlage (weniger Nitrat und Phosphat als Algennährstoffe) wurden die eigentlich stärker anfälligen Flachwasserteiche diesmal verschont. Immer größeren Aufwand erfordert die Öffentlichkeitsarbeit im weitesten Sinne, da die Angebote der Station auf immer breitere Resonanz stoßen; dies zeigt indirekt auch der Erfolg, den wir bei der Bevölkerung mit der Einrichtung des Naturerlebnisgebietes im Südteil der Rieselfelder verzeichnen können (an schönen Sonn- und Feiertagen wird es schon fast etwas zuviel...). Durch die Kooperation mit der Universität Münster sowie das Engagement vieler Freiwilliger konnten in bewährter Weise wieder die meisten fachlichen Erhebungen abgedeckt werden, so dass der aufmerksame Leser der Jahresberichte der letzten Jahre sich einen umfassenden Überblick auch über die mittelfristigen Entwicklungen bei den Rast- und Brutbeständen der wichtigsten Vogelarten verschaffen kann. Seit also seit fast 27 Jahren - erledigt die Station einen Teil der - vor allem praktischen - Arbeiten mit Hilfe von bis zu 6 Zivildienstleistenden. Im Laufe der Jahre wurden die Dienstzeiten immer mehr verkürzt und die Eigenbeiträge der Einsatzstellen erhöht. Dennoch - und das gilt für alle Einrichtungen des ehrenamtlichen Naturschutzes - sind Zivis längst ein fester Bestandteil der Naturschutzarbeit in Deutschland geworden. Vieles wurde nur durch ihren Einsatz überhaupt bezahlbar und damit möglich; vor dem Hintergrund der immer lauter werdenden Stimmen nach Abschaffung des Wehrdienstes ist es vermutlich nur eine Frage weniger Jahre, bis es keine Zivildienstleistenden mehr geben wird. Was dann? Wenn die Länder und Kreise die Zuschüsse zu den Betreuungskosten nicht deutlich erhöhen können oder wollen, könnte das in den letzten 20 Jahren konsequent aufgebaute Netz an Betreuungseinrichtungen zusammenbrechen. Denn es sieht nicht danach aus, als ob für den Zivildienst ein vergleichbarer Ersatz geschaffen werden sollte. Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) ist sicher eine sinnvolle Einrichtung, kann aber den Zivildienst ebensowenig ersetzen wie Praktikanten oder AB-Maßnahmen.

8 Ornithologie 7 Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2002 und 2003 Andrea Klein und Giselheid Reding mit Beiträgen von Johannes Wahl (2002) Same procedure as every year? Sicherlich zu einem gewissen Grad. So fängt die Übersicht des jahreszeitlichen Auftretens ausgewählter Vogelarten auch in diesem Band wieder mit dem Zwergtaucher an. Die Uferschnepfen waren einmal mehr pünktlich Ende Februar die ersten Boten des nahenden Frühlings und Kanadagans und Schnatterente erreichten wiederum neue Rastbestandsmaxima. Sicher, es gibt Konstanten bei der Phänologie des jahreszeitlichen Auftretens der Vögel in den Rieselfeldern, doch kein Jahr ist wie das andere. Deshalb soll auf die vergangenen Vogeljahre wieder in bewährter Tradition ein ausführlicher Rückblick geworfen und das jahreszeitliche Auftreten ausgewählter Arten kommentiert werden. Allerdings wird dem regelmäßigeren Auftreten einiger weiterer Arten Rechnung getragen, die neu in die Betrachtung mit aufgenommen werden. Vorab ein paar Worte zu den Artdarstellungen und Abbildungen: Insgesamt werden im Folgenden 61 Arten durch einen kurzen Text und ein Durchzugsdiagramm charakterisiert. Die gestrichelten Linien in den Diagrammen zeigen die Jahreswechsel an. Aktuelle Übersichten über Rastbestände finden Besucher der Rieselfelder in den Beobachtungshütten sowie im Eingangsbereich der Biologischen Station. Aber auch für alle, die es nicht schaffen sollten, persönlich raus zu fahren: statten Sie dem Gebiet doch unter einen virtuellen Besuch ab. Auch dort finden sich unter Aktuelles > Beobachtungen die regelmäßig aktualisierten Zählergebnisse. Nehmen Sie dies doch als Appetitanreger, um die Rieselfelder wieder einmal aufzusuchen... Auch wenn die Mitarbeiter bemüht sind, so oft und so exakt wie möglich die Vogelbestände zu erfassen auch uns entgeht, insbesondere während der Zugzeiten, das eine oder andere. Eine Bitte daher an alle, die regelmäßig die Rieselfelder aufsuchen: Melden Sie Ihre Beobachtungen und Ablesungen markierter Vögel möglichst zeitnah an die Biologische Station! So können auch Sie dazu beitragen, ein noch kompletteres Bild des Vogelzuges im Gebiet zu zeichnen. Benutzen Sie hierzu entweder die in den Beobachtungskanzeln ausliegenden Formulare oder senden sie eine an: BiologischeStation@rieselfeldermünster.de. Herzlichen Dank! Ein ganz herzliches Dankeschön geht neben allen, die bereits im vergangenen Jahr die oben genannten Möglichkeiten wahrgenommen haben, einmal mehr an die vielen Zählerinnen und Zähler, ohne die Auswertungen wie diese nicht möglich wären. Die Messwerte der mittleren Tagestemperatur des Jahres 2002 stammen vom Messfeld des Institutes für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und wurden uns dankenswerter Weisevon Herrn Prof. Dr. Otto Klemm zur Verfügung gestellt. Die Messwerte der Tagestemperaturen und des Niederschlages des Jahres 2003 stellte

9 8 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster uns der Deutsche Wetterdienst (DWD) Essen zur Verfügung. Wind und Wetter 2002 Einen ganz entscheidenden Einfluss auf das Auftreten vieler Vogelarten in den Rieselfeldern hat das Wetter. Ein wichtiger Indikator für die Verfügbarkeit von geeigneten Rastund Nahrungsflächen im Reservat ist die Temperatur, da sich schon bei geringen Nachtfrösten auf dem Großteil der überwiegend flachen Wasserparzellen eine dünne Eisschicht bildet für viele Arten der Auslöser, die Rieselfelder im Spätherbst oder frühen Winter zu verlassen. In milden Jahren verhält es sich gerade umgekehrt so auch Schon kurz nach Jahresbeginn stiegen die mittleren Tagestemperaturen sprunghaft auf ungewöhnlich frühlingshafte C an. Zwar folgten im Februar und noch bis Anfang April recht kühle Perioden, doch die mittlere Tagestemperatur fiel bis Anfang Dezember nicht mehr unter die Nullgradgrenze. Dieses ungewöhnlich frühe Ende und der sehr späte Winterbeginn 2002 spiegeln sich in der Phänologie einer ganzen Reihe von Arten wider. Doch neben lokalen Witterungsbedingungen hinterlassen vielfach auch überregionale Wetterlagen, die ganz allgemein auf das Zuggeschehen einwirken können, ihre Spuren in den Durchzugsdiagrammen. Die Frühjahrsmonate waren z.b. vergleichsweise trocken, was die Anziehungskraft der Rieselfelder erhöht haben dürfte. Außerordentlich augenfällig sind auch die Auswirkungen der Jahrhundertflut an der Elbe: Die gewaltigen Überschwemmungen schufen für Limikolen großflächig ideale Rastbedingungen in einer Region, die von den meisten der in größerer Zahl in den Rieselfeldern durchziehenden Watvogelarten auf ihrem Weg in die Winterquartiere überflogen wird. So verwundert es nicht, dass dieses Ereignis bei vielen Limikolenarten im wahrsten Sinne des Wortes seinen Niederschlag fand: Wohl niemals zuvor wurden artübergreifend derart geringe Rastbestände in den Rieselfeldern auf dem Herbstzug festgestellt! Erst nach Abklingen der Flutwelle ab Mitte September stiegen die Rastbestände einiger (später durchziehender) Arten wieder deutlich an (sehr auffällig z.b. bei Bekassine, Sandregenpfeifer, Dunklem Wasserläufer und Bruchwasserläufer). Verstärkt wurde der Eindruck eines schwachen Herbstzuges durch die offenbar recht schlechten Witterungsbedingungen in den skandinavischen und nordwestsibirischen Brutgebieten (SOLOVIEV & TOMKOVICH, 2003), was den Bruterfolg einiger Arten und damit das Auftreten diesjähriger Durchzügler in den Rieselfeldern ebenfalls negativ beeinflusst haben dürfte. Wetter 2003 Das Jahr 2003 läßt sich mit einem Wort zusammenfassen: Jahrhundertsommer! Von Ende Mai bis Ende September überschritten die Temperaturen fast täglich die 20 C-Grenze und erreichten Anfang August mehr als 35 C. Auch der Winter konnte kaum so genannt werden. Es gab im Januar nur einen Tag mit einer Minimaltemperatur unter 10 C. Meist sank die Temperatur von Januar bis Mitte April nur leicht unter 0 C. Auch der Gesamtniederschlag von 634,6 mm blieb weit hinter dem 150jährigen Mittel von 740 mm in Münster zurück. Ein Starkregenereignis von über 40 mm am beendete eine lange Trockenperiode mit 54 Tagen ab Ende Mai. Die lange Hitzeperiode blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Vogelwelt. Seit 20 Jahren kam es im Sommer 2003 zu Vergiftungsfällen mit Botulismus, mehr als 1000 Vögel starben. Einige Arten (besonders auffällig bei Sandregenpfeifer, Grünschenkel, Kiebitz,

10 Ornithologie 9 Flußuferläufer, Temminckstrandläufer, Bekassine und Bruchwasserläufer) verließen besonders im August verstärkt das Gebiet. Im September war bei diesen Arten wieder ein Anstieg der Bestandszahlen zu verzeichnen. Dieses Phänomen kann zwei Ursachen haben: Zum einen könnten die Jungvögel zeitlich versetzt zu den Altvögeln in ihre Winterquartiere ziehen. Zum anderen könnte die Bestandsentwicklung auch eine Folge der langen Hitzeperiode sein, welche möglicherweise die gerade für diese Arten notwendigen Kleinlebensräume austrocknete. Zwergtaucher Tachybaptus ruficollis Der in den vergangenen Jahren festgestellte Aufwärtstrend insbesondere der Herbstrastbestände setzte sich auch in den Jahren 2002 und 2003 fort: Mit 101 Individuen Ende August 2002 wurden erstmals mehr als 100 Individuen festgestellt, im Jahr 2003 wurden sie mit 120 Individuen nochmals übertroffen. Angesichts ihres unauffälligen Verhaltens bzw. ihrer hohen Tauchaktivität wird die Art in aller Regel untererfasst. Die festgestellten Höchstwerte sind daher eher als Mindestrastbestände anzusehen. Neben einem Zuzug aus umliegenden Gebieten (Zweitbruten) sind sicher auch der wiederum hohe Brutbestand sowie der gute Bruterfolg in beiden Berichtsjahren für die neuen Höchstwerte mitverantwortlich. Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis ) Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

11 10 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Haubentaucher Podiceps cristatus Der Bestand der Haubentaucher ist weiterhin stabil. Dennoch lassen sich in jedem Jahr einige Unterschiede im Verhalten erkennen. Auf Grund des sehr milden Winters kehrten die ersten Haubentaucher 2002 bereits frühzeitig in die Rieselfelder zurück, der Hauptzuzug erfolgte jedoch erst Ende März und damit recht spät. Gut erkennbar ist die Halbierung des Bestandes um den Monatswechsel April/Mai, was auf das nun beginnende Brutgeschäft hinweist. Angesichts der kurz darauf wieder deutlich ansteigenden Bestandszahlen ist davon auszugehen, dass einige Gelege aufgegeben wurden oder verloren gingen. Darauf weisen auch die geringe Zahl beobachteter Jungvögel sowie Beobachtungen von nestbauenden Individuen noch Ende Juni hin. Im Jahr 2003 ziehen die Vögel aufgrund des kalten Winters nur zögerlich in die Rieselfelder zurück, so dass im Frühjahr bis Anfang Mai nur 6 Individuen gesichtet wurden. Die Anzahl steigt ab Ende Mai deutlich an, erreicht aber erst im August die Werte vom Vorjahr. Einzelne Individuen bleiben weiterhin auch im Winter in den Rieselfeldern. Jan. 02 Mrz. 02 Haubentaucher (Podiceps cristatus ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Schwarzhalstaucher Podiceps nigricollis Der Schwarzhalstaucher ist regelmäßiger, jedoch seltener Durchzügler in den Rieselfeldern. In der Regel rasten die Tiere nur kurz, lediglich beim (oft wetterbedingten) Einfall größerer Trupps bleiben wie im August 2002 und 2003 Einzelindividuen im Reservat hängen. Die Feststellungen aus den beiden Berichtsjahren fügen sich nahtlos in das langjährige Muster des jahreszeitlichen Auftretens ein Jan. 02 Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis ) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

12 Ornithologie 11 Kormoran Phalacrocorax carbo Aufgrund des Fischreichtumes im Emsableiter-Anstau (E-Zone I im Erweiterungsgebiet) ließen sich in beiden Jahren nahezu ganzjährig Kormorane beobachten, wenn auch im Frühjahr 2003 deutlich weniger als im Frühjahr Dem Durchzugsdiagramm lassen sich die Zuggipfel im Frühjahr und Herbst/Winter gut entnehmen (es gibt den tatsächlichen Bestand der sich im Reservat aufhaltenden Vögel wieder; überhinziehende Trupps sind nicht dargestellt). Im Oktober 2002 besetzten Kormorane den bereits vor einigen Jahren bezogenen Schlafplatz in den Pappeln am Rande der Parzelle 27/A, der jedoch mit dem ersten Kälteeinbruch Anfang Dezember wieder aufgegeben wurde. Maximal nächtigten hier 105 Individuen. Wie auch aus den spärlichen Beobachtungen zu Beginn des Jahres 2002 und der stark schwankenden Anzahl im Winter 2003 hervorgeht, werden Kormorane durch Kälteeinbrüche nachhaltig (aber kurzfristig) und vermutlich auch großräumig vertrieben. Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Kormoran (Phalacrocorax carbo ) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Graureiher Ardea cinerea Auch 2002/03 zeigte sich beim Graureiher das typisch eingipflige Auftreten im August, das im Jahr 2002 mit 94 Individuen einen neuen Höchstwert erreichte, an den die Zahlen im Jahr 2003 allerdings nicht heran kamen. Mit maximal 55 Tieren fiel der Gipfel im Jahr 2003 deutlich niedriger aus. Verantwortlich für die hohen Zahlen im Jahr 2002 dürfte die Abwanderung von Vögeln aus den nahegelegenen Kolonien sein (z.b. Zoowäldchen am Aa-See in Münster), zu denen sich offenbar zuziehende (Jung-) Vögel gesellen. Mit Ausnahme dieser recht kurzen Periode in den Sommermonaten beider Berichtsjahre ist der Bestand mit 10 bis 20 Individuen seit mittlerweile einigen Jahren recht konstant Jan. 02 Mrz. 02 Graureiher (Ardea cinerea) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

13 12 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Höckerschwan Cygnus olor Ohne größeren Höhepunkt verläuft das jahreszeitliche Auftreten des Höckerschwans. Sehr auffällig ist jedoch die Kälteflucht auf Grund des starken Kälteeinbruchs Anfang der zweiten Dezemberdekade Auch in der ersten Februardekade im Jahr 2003 kam es zu einem Bestandseinbruch, obwohl die Temperaturen in diesem Zeitraum auf dem Niveau vom Januar 2003 blieben. Über den Verbleib der Tiere bei Kältefluchten konnten weitere Informationen gewonnen werden: Wie mehrere Wiedersichtungen eines individuell markierten Individuums belegen, wandern die Schwäne nicht nur wie oftmals vermutet an den Niederrhein, sondern auch nach Nordwesten in die Niederungen der Ems ab. Außerhalb der Brutzeit suchen die Tiere auch regelmäßig auf den umliegenden Feldern und Wiesen nach Nahrung, wodurch sich die teilweise beträchtlichen Schwankungen der Tagesrastbestände erklären lassen. Mit mehrfach um 160 Individuen wurden auch 2002 wieder recht hohe Bestände festgestellt, die allerdings im Jahr 2003 mit meist 120 Individuen nicht wieder erreicht wurden. Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Höckerschwan (Cygnus olor) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Blässgans Anser albifrons Mit der Schaffung der ausgedehnten Feuchtwiesenbereiche im Erweiterungsgebiet der Rieselfelder (E-Zone III) stieg auch die Attraktivität des Gebietes als Rastplatz für Arten wie die Blässgans an, was durch die sich im Frühjahr bzw. besonders im Herbst 2002 aufbauenden Rastbestände belegt wird. Der temperatur-unabhängige Abzug fast aller Tiere Ende November 2002 und Ende Dezember 2003 zeigt jedoch, dass die Gänse nach wie vor in ihr nordwest-europäisches Hauptüberwinterungsgebiet an den unteren Niederrhein weiterziehen Jan. 02 Mrz. 02 Blässgans (Anser albifrons ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

14 Ornithologie 13 Graugans Anser anser Auch 2002 und 2003 setzte sich der rasante Anstieg der Rastbestände fort: Als neuer Höchstwert wurden Mitte September Individuen und Mitte Juli Individuen, somit fast 140 bzw. 230 mehr als im Jahr 2001 festgestellt. Woher die in beiden Jahren ab Juli innerhalb weniger Wochen zuziehenden Tiere stammen, ist unklar. Angesichts eines sich bis zum Jahresende nur wenig verändernden Rastbestandes ist zu vermuten, dass es sich dabei überwiegend um Tiere der näheren Umgebung handelt. Das gewohnt zackige Muster der Graugans ließ sich auch mit Hilfe von in der zweiten Jahreshälfte durchgeführten Schlafplatzzählungen nicht beheben, da ein Teil des hier nächtigenden Bestandes noch vor Sonnenaufgang in die Umgebung abfliegt und oftmals erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder in die Rieselfelder zurückkehrt. Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Graugans (Anser anser) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Kanadagans Branta canadensis Auch bei der Kanadagans setzte sich der seit Jahren zu beobachtende Anstieg der Rastbestände fort: Mit Individuen Ende August 2002 und 1100 Individuen Ende September 2003 wurde die magische 1000er-Grenze übertroffen. An einigen weiteren Tagen konnten im Herbst 2002 und 2003 sowie im zeitigen Frühjahr oder mehr Tiere festgestellt werden. Das jahreszeitliche Auftreten folgte dem bekannten Muster mit zwei Gipfeln im Herbst und dem dazwischen liegenden Septemberloch. Ob es sich bei den im Oktober/November zuziehenden Kanadagänsen um andere Tiere als im August/ September handelt, konnte bisher nicht geklärt werden. Dennoch ist es offensichtlich, dass die heimische Population eine feste Zugtradition entwickelt hat. Mit rund 500 (nach dem Jahreswechsel /2003 über 800) Tieren überwinterte trotz längerer Kälteperioden ein Großteil der Tiere in der Umgebung der Rieselfelder. Im Jahr 2003 konnte ein weiterer Gipfel schon von Anfang Januar bis Ende Februar beobachtet werden, der im Gegensatz zum Vorjahr fast die Höhe der Herbstgipfel erreichte. Jan. 02 Mrz. 02 Kanadagans (Branta canadensis ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

15 14 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Brandgans Tadorna tadorna Wie auch in den vorangegangenen Jahren kam es mit der ersten längeren milden Periode in beiden Jahren Ende Januar zum Zuzug des Großteils der hiesigen Brutpopulation. Da die Überwinterungsgebiete fast der gesamten europäischen Brutpopulation zwischen dem Wattenmeer und der französischen Atlantikküste liegen, kann ausgeschlossen werden, dass es sich dabei um durchziehende Tiere handelt. Da Jungvögel mit dem Flüggewerden zu den Rastbeständen hinzugerechnet werden, steigt der Bestand in beiden Jahren ab Juni deutlich an (höchste Bestände seit Beginn der Zählungen Anfang der 1960er Jahre), obwohl ein Großteil der Altvögel bereits das Brutgebiet zur Mauser Richtung Wattenmeer verlassen hat. Allerdings erreichen die Individuenzahlen im Jahr 2003 mit höchstens 28 Tieren im Juli nicht so hohe Werte wie im Jahr Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Brandgans (Tadorna tadorna) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Pfeifente Anas penelope Das Ende Januar 2002 einsetzende milde Wetter führte auch bei der Pfeifente zu einem deutlichen Zuzug, der jedoch in seiner Stärke nicht mit demjenigen Anfang September zu vergleichen war, der vermutlich auf den Einflug eines großen Trupps beruhte und den Rieselfeldern mit maximal 225 Individuen Ende September ein neues Gebietsmaximum bescherte. Mit rund 60 Tieren überwinterten trotz der tiefen Temperaturen im Dezember 2002 mehr Pfeifenten als je zuvor in den Rieselfeldern, was einmal mehr die durch die Gebietserweiterung gestiegene Attraktivität der Rieselfelder vor allem für Entenvögel bestätigt. Dieser Trend setzt sich im Jahr 2003 fort: die Enten sind ab Mitte Januar bis Anfang März mit bis zu 100 Individuen vertreten, Ende April erreichten sie nahezu die Gren ze von 200 Tieren. Im Herbst 2003 überschreitet die Anzahl der Pfeifenten erstmals die Grenze von 250 Individuen an einem Tag. 0 Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Pfeifente (Anas penelope ) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

16 Ornithologie 15 Schnatterente Anas strepera Auch die Schnatterente setzte in den Jahren 2002 und 2003 in nahezu allen Belangen ihren Aufstieg fort: Mit etwas über 250 Individuen wurde zwar im Jahr 2002 die Frühjahrs-Höchstmarke vom Vorjahr knapp verfehlt, dagegen erreichten sowohl die Mauser- als auch die Herbstrastbestände neue Maximalwerte (> 500 Individuen). Im Jahr 2003 stellten sowohl die Frühjahrsals auch die Herbst-Höchstmarken mit über 300 bzw. fast 700 Individuen neue Rekordzahlen auf. Trotz des Kälteeinbruchs harrten knapp 100 Individuen in beiden Jahren überwiegend auf der E-Zone I aus Jan. 02 Schnatterente (Anas strepera ) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Krickente Anas crecca Bei der Krickente sehr erfreulich sind die weiterhin hohen Winterrastbestände (01/ 02 und 02/03) von bis Individuen sowie die sich auf hohem Niveau einpendelnden Herbstrastbestände. Neue Höchststände erreichten die Bestände im Frühjahr beider Jahre, die bis zum typischen, sehr abrupten Abzug in der dritten Aprildekade bei über Individuen lagen. Auch diese Art profitierte in den letzten Jahren stark von den neu geschaffenen Rastmöglichkeiten südöstlich der Coermühle (Erweiterung der Rieselfelder um das Naturerlebnisgebiet) Jan. 02 Mrz. 02 Krickente (Anas crecca ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Krickente

17 16 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Stockente Anas platyrhynchos Die Stockente ist eine der wenigen Arten, deren Rastbestandsmaxima seit einigen Jahren rückläufig sind: So lag der Maximalbestand 2002 und 2003 bei rund Individuen, während in den vorangegangenen Jahren während des Herbstzuges regelmässig deutlich über Individuen festgestellt wurden. Auch die Winterbestände sind trotz des größeren Flächenangebotes nicht angestiegen. Überregionale Auswertungen der Wasservogelzählungen, die weltweit von WETLANDS IN- TERNATIONAL in Wageningen/NL koordiniert werden, deuten tatsächlich auf eine großflächige Abnahme dieser Allerweltsart in NW-Europa hin (DELANY et al. 1999). Allerdings gewinnen die Rieselfelder seit ihrer Erweiterung zunehmend als Mauserquartier wieder an Bedeutung Jan. 02 Stockente (Anas platyrhynchos) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Spießente Spießente Anas acuta Auch 2002 blieben die Rastbestände der Spießente zu beiden Zugzeiten deutlich unter dem Durchschnitt der 1990er Jahre. Auffällig ist lediglich der vor dem langjährigen Mittel liegende Durchzugsgipfel im Frühjahr, möglicherweise eine Reaktion auf den sehr milden Winter. Im Frühjahr verweilte ein Paar ungewöhnlich lange im Gebiet, ohne jedoch zu brüten Spießente (Anas acuta ) Im Jahr 2003 dagegen überstieg der Rastbestand erstmals wieder das langjährige Mittel der 1990er Jahre und zwar fast auf die doppelte Anzahl an Tieren sowohl im Frühjahr als auch im Herbst. Der Durchzugsgipfel im Frühjahr liegt 2003 Ende März wieder im Bereich des langjährigen Mittels Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

18 Ornithologie 17 Knäkente Anas querquedula Sehr spät setzte 2002 und 2003 der Heimzug der überwiegend in Westafrika überwinternden Knäkenten ein. Erstmals seit mehreren Jahren kam es 2002 und 2003 jedoch zu einem ausgeprägten Durchzugsgipfel im Frühjahr. Die im Jahr 2002 auftretenden, über längere Zeit erfreulich hohen Rastbestände mit knapp 160 Individuen auf dem Wegzug fielen im Jahr 2003 mit höchstens 54 Individuen deutlich geringer aus. Erstmals seit mehreren Jahren gelang wieder der sichere Nachweis erfolgreicher Bruten, zudem wurden mehrere besetzte Reviere mit Brutverdacht festgestellt, so dass 2002 und 2003 als vielversprechende Jahre für diese mittlerweile stark gefährdete Art gelten können (Rote Liste-Kategorie 1; BAUER et al. 2002) Jan. 02 Mrz. 02 Knäkente (Anas querquedula ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Löffelente Anas clypeata Nachdem bereits im Jahr 2001 neue Höchstbestände infolge der Erweiterung des Gebietes festgestellt wurden, setzte sich der Höhenflug auch 2002 zunächst weiter fort: So wurde das Kriterium für ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung gemäß Ramsar-Konvention von 400 Individuen (WI 2002) erstmals auch im Frühjahr überschritten und im Herbst mit über 800 Individuen ein neues Maximum für die Rieselfelder Münster festgestellt. Abweichend von der deutlichen Tendenz einer Verschiebung des Durchzugs in den Spätherbst, lag der Durchzugshöhepunkt in diesem Jahr ungewöhnlich früh. Aufgrund der zu Beginn des Winters sehr milden Witterung wurden bis zum ersten Zufrieren weiter Teile des Gebietes Anfang Dezember dennoch sehr hohe Rastbestände festgestellt. Dies unterstreicht einmal mehr, dass die Wahl des Winterquartieres dieser Art sehr stark von der Witterung abhängt Leider setzte sich der aufsteigende Trend im Jahr 2003 nicht fort. Die Rastbestände glichen sich mit maximal 300 Individuen im Frühjahr und 600 Individuen im Herbst wieder den Zahlen vom Jahr 2000 an. Jan. 02 Mrz. 02 Löffelente (Anas clypeata ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

19 18 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Tafelente Aythya ferina Bei kaum einer Art hat sich in den letzten Jahren derart viel an ihrem jahreszeitlichen wie zahlenmäßigen Auftreten in den Rieselfeldern verändert wie bei der Tafelente, so lautete der Kommentar für das Jahr Für die Jahre 2002 und 2003 lässt sich anfügen: Bei kaum einer Art verändert sich derart viel von Jahr zu Jahr wie bei der Tafelente. Es wurden so hohe Frühjahrsrastbestände wie lange nicht in den Rieselfeldern festgestellt ( Individuen, maximal 145 Individuen). Ungewöhnlich schwach dagegen war das Auftreten im Herbst, wo die Bestände kaum höher lagen als während der Brutzeit. Ein Grund hierfür könnte der sehr milde Beginn des Winters sein, der möglicherweise dazu führte, dass viele Tiere länger in den nördlichen oder östlichen Regionen Europas verweilten Dieser Trend setzte sich im Jahr 2003 so weit fort, dass im Frühjahr das Maximum bei fast 160 Individuen liegt, während allerdings im Herbst kaum noch ein Anstieg der Zahlen zu verzeichnen war. 0 Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Tafelente (Aythya ferina ) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Reiherente Aythya fuligula Da rieben sich selbst langjährige Rieselfeldkenner ungläubig die Ferngläser, als sich zu Beginn des Jahres 2002 allein auf der E- Zone I im Erweiterungsgebiet zeitweise über 400 Reiherenten tummelten. Damit wurde das letztjährige Maximum bei weitem übertroffen. Nach einem deutlich ausgeprägten Durchzugsgipfel im März/April hielten sich auch 2002 wieder bis kurz vor Beginn der Brutzeit mit rund 150 Individuen sehr hohe Rastbestände. Wie die fast linear abklingenden Rastbestände zum Herbst hin zeigen, haben die Rieselfelder im Gegensatz zu vielen Gründelentenarten als Mauserplatz für diese Art keinerlei Bedeutung. Deutlich erkennbar ist der (späte) Anstieg der Winterrastbestände als Reaktion auf den ersten Kälteeinbruch im Dezember. Im Jahr 2003 gingen die Zahlen dann wieder auf gewohntes Niveau zurück, allerdings fiel der in anderen Jahren übliche Anstieg zum Spätherbst fast aus Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Reiherente (Aythya fuligula) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

20 Ornithologie 19 Schellente Bucephala clangula und Gänsesäger Mergus merganser Beide Arten zeigen in ihrem jahreszeitlichen Auftreten das typische Muster eines Wintergastes: Sie sind dann in den Rieselfeldern anzutreffen, wenn kältesensiblere Arten wie die Löffelente das Gebiet verlassen. Wie die Rastbestände 2002 und 2003 im Vergleich mit dem langjährigen Mittelwert zeigen, ist ihr zeitliches Auftreten jedoch recht konstant, auch wenn die Schellente nur in geringer Anzahl auftritt. Im Winter 2002/03 stiegen bei beiden Arten erfreulicherweise die Individuenzahlen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich an. Ein Trend, der sich fortsetzt? Jan. 02 Schellente (Bucephala clangula ) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Gänsesäger (Mergus merganser) 0 Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Teichralle Gallinula chloropus Das jahreszeitliche Auftreten der Teichralle darf mit Fug und Recht eher als Verhaltensdiagramm eingestuft werden, zeigt der zurückgehende Bestand zum Frühjahr hin doch eher das nun deutlich heimlichere und verstecktere Leben vor und während der Brutzeit. Mit dem zum Ende der Brutzeit deutlich auffälligeren Verhalten der Familien bei der Nahrungssuche geht dann wieder ein kräftiger Anstieg der Bestände einher. Zum einen haben die Teichrallen im Gebiet tatsächlich Zuwachs erfahren, zum anderen werden sie nun auch wieder erfasst. Der anschließende deutliche Rückgang bis Anfang November geht vermutlich auf abwandernde Jungvögel zurück Jan. 02 Teichralle (Gallinula chloropus ) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

21 20 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Blässralle Fulica atra Die Rastbestände der Blässrallen lassen sich sehr gut erfassen, so dass im Gegensatz zur Teichralle Zu- oder Abnahmen im Verlauf des Jahres tatsächlich auf zu- und abziehende Tiere zurückzuführen sind. Wie auch die Stockente brütet die Blässralle sehr zeitig im Jahr, was auch der frühe Höhepunkt des Durchzuges im Februar und der bereits ab Ende März recht konstante Rastbestand in beiden Jahren verdeutlicht. Neben dem Zuzug von außerhalb wird der Gipfel im August/ September (im Jahr 2003 auch Oktober) zu einem wesentlichen Teil von den ab Ende Mai mit zunehmender Zahl feststellbaren flüggen Jungvögeln hiesiger Brutvögel verursacht. Mit Individuen wurde Ende August 2002 der höchste Rastbestand seit Beginn der Zählungen erfasst. Im Jahr 2003 steigerte sich der Rastbestand von August bis Oktober auf maximal 1400 Individuen Wohin die Tiere im Herbst abwandern, ist unklar. Teilweise kann dies sicherlich mit der typischen Abwanderung von Jungvögeln erklärt werden. Dennoch verwundert der Abzug von rund drei Vierteln des Bestandes, zumal Blässrallen in unseren Breiten allenfalls als Teilzieher eingestuft werden. Daher ist auch schwer zu sagen, ob die deutliche Zunahme des Rastbestandes nach dem Kälteeinbruch im Dezember 2002 lediglich eine Art Konzentrationseffekt aus den umliegenden Feuchtgebieten oder einen überregionalen Zuzug infolge von Kälteflucht darstellt. 0 Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Blässralle (Fulica atra ) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Flussregenpfeifer Charadrius dubius Auch in den Jahren 2002 und 2003 war der Durchzug nach einem überdurchschnittlichen Auftreten mit maximal 34 Individuen (2002) bzw. 28 Individuen (2003) und zahlreichen balzenden Paaren im Frühjahr vom geringen Brutbestand gekennzeichnet. Auf dem Wegzug wurden durchschnittliche Bestände allenfalls zur Zeit des Durchzuges der Altvögel festgestellt. Der fast vollständige Ausfall der Tiere weist auf einen überregional sehr schlechten Bruterfolg in beiden Jahren hin Jan. 02 Flussregenpfeifer (Charadrius dubius ) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

22 Ornithologie 21 Sandregenpfeifer Charadrius hiaticula Der Frühjahrsdurchzug des Sandregenpfeifers zeigt auch 2002 und 2003 die zeitlich um rund zwei Monate versetzten Zugmaxima der beiden Unterarten hiaticula (März) und die weiter nördliche Unterart tundrae (Mai). Hervorzuheben ist dabei insbesondere der erfreulich hohe Rastbestand der Nominatform im März 2002 mit maximal sieben Individuen (2003 maximal 5 Individuen). Der ohnehin in der Regel sehr schwache Durchzug der Altvögel im Sommer fiel in beiden Jahren komplett aus. Der Jungvogeldurchzug war ungewöhnlich schwach Jan. 02 Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula ) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Kiebitz Vanellus vanellus Sehr deutlich vom Witterungsgeschehen beeinflusst war der Durchzug 2002: So erfolgte der Rückzug bereits um den Monatswechsel Januar/Februar als Reaktion auf die erste längere, milde Periode. Anschließend baute sich kein nennenswerter Rastbestand mehr auf, was dafür spricht, dass in diesem Jahr bereits sehr früh die Brutgebiete aufgesucht wurden. Auch im Dezember zeigt sich ein deutlicher Witterungseinfluss: Binnen weniger als einer Woche fiel der Rastbestand von fast tausend Individuen auf unter zehn. Der Wegzug folgte zunächst fast exakt dem Mittel der vergangenen zehn Jahre. Zwischen Oktober und Anfang Dezember verweilten allerdings überdurchschnittlich viele Kiebitze auf Grund des späten ersten Kälteeinbruchs sehr lange im Gebiet. Markant sind auch einzelne Tage mit Rastbeständen von bis zu Individuen, als größere durchziehende Trupps die Rieselfelder zu einer Zwischenrast nutzten. Im Jahr 2003 erfolgte der Rückzug erst Anfang März und fiel deutlich geringer aus als im Jahr zuvor. Deutlich ist ein Einbruch der Bestandszahlen Mitte August zu verzeichnen, der ab Anfang September allmählich wieder ausgeglichen wird Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Kiebitz (Vanellus vanellus ) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

23 22 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Zwergstrandläufer Calidris minuta und Sichelstrandläufer Calidris ferruginea Nachdem in den Frühjahren lediglich einige wenige Beobachtungen gelangen, was für beide Arten typisch ist (vgl. WILSON et al. 1980), fiel auch der Wegzug in beiden Jahren fast komplett aus. Auch hier deutet die Phänologie des Wegzuges deutlich darauf hin, dass die Tiere 2002 offensichtlich in den Elbeauen gute Rastbedingungen vorfanden und der heiße Sommer 2003 die Rastbestände negativ beeinflußte. Da bisher keine Vergleichsdaten aus anderen Gebieten vorliegen, lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass der Durchzug auf Grund eines geringen Bruterfolges generell schwächer war. Gerade bei den in der hocharktischen Tundra brütenden Strandläufern ist dieser neben den Witterungsverhältnissen auch von den vor Ort herrschenden Räuber-Beute-Beziehungen (Lemming-Zyklus) abhängig (s. z.b. BLOMQVIST et al. 2002) Jan. 02 Mrz. 02 Zwergstrandläufer (Calidris minuta ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea ) 0 Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Zwergstrandläufer

24 Ornithologie 23 Alpenstrandläufer Calidris alpina Mit 17 Individuen wurde im Frühjahr 2002 zwar ein recht hohes Maximum erreicht, insgesamt war der Durchzug jedoch eher schwach. Erstaunlich spät möglicherweise auch hier als Reaktion auf das Elbehochwasser setzte 2002 der Jungvogeldurchzug ein, der mit Ausnahme eines Einzeltages, an dem 54 Individuen beobachtet wurden dem langjährigen Durchschnitt entsprach. Deutlich erkennbar ist der sehr milde Winterbeginn, der bis weit in den November hinein über 10 Alpenstrandläufer in den Rieselfeldern verweilen ließ und auch zu den höchsten jemals im Dezember festgestellten Rastbeständen in den Rieselfeldern führte. Im Jahr 2003 setzte der Jungvogeldurchzug ab Mitte Oktober noch später ein als Die beobachteten Individuenzahlen entsprechen dagegen dem langjährigen Durchschnitt. Der Altvogelanteil in dieser Zeit betrug etwa 5 Tiere Jan. 02 Mrz. 02 Alpenstrandläufer (Calidris alpina ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Temminckstrandläufer Calidris temminckii Nachdem 2001 mit 26 Tieren auf dem Frühjahrszug das Rastbestandsmaximum in bisher ungekannte Höhen geschraubt wurde, ließen sich 2002 und 2003 wieder die gewohnten Anzahlen von 5 bis 10 Individuen beobachten, die nur kurze Zeit im Gebiet verweilten. Die Wegzugbeobachtungen des Temminckstrandläufers sind generell sehr spärlich, in beiden Berichtsjahren aber besonders gering Jan. 02 Temminckstrandläufer (Calidris temminckii) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

25 24 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Kampfläufer Philomachus pugnax Ungewöhnlich hoch waren die Rastbestände im Frühjahr 2002: Mit Ausnahme des ebenfalls mit sehr hohen Rastbeständen aufwartenden Jahres 1994 wurden seit fast 20 Jahren auf dem Frühjahrszug nicht mehr so viele Kampfläufer beobachtet wie im Jahr Der gesamte Durchzug dieser Art verschob sich um rund zwei Wochen nach vorne. Im Jahr 2003 liegen die Frühjahrszahlen mit bis zu 110 Individuen wieder im Normalbereich des Jahres Wie im Jahr 2002 ist der Durchzug auch im Jahr 2003 rund zwei Wochen nach vorne verschoben, vielleicht als Folge des milden Frühjahres. Im Gegensatz dazu war der Wegzug sehr schwach. Während der Altvogeldurchzug im Juli Normalform erreichte, wurden anschließend nur maximal knapp über 20 Jungvögel im Jahr 2002 und noch weniger Bekassine Gallinago gallinago Nachdem dank des wärmeren Klärwassers entlang des Emsableiters auf der E-Zone I rund 30 Individuen überwinterten (von 2001/02 und 2002/03), wurden von Februar 2002 und Januar 2003 bis weit in den März beider Jahre hinein nur sehr geringe Rastbestände festgestellt. Etwa zur selben Zeit wie die Kampfläuferrastbestände stiegen auch die der Bekassine 2002 auf über 350 Individuen an. Der Herbstzug 2002 war deutlich von einem überregionalen Ereignis geprägt: Der um die Monatswende August/ September üblicherweise gipfelnde Durchzug wurde offensichtlich vollständig von den üppigen Rastmöglichkeiten an der Elbe geschluckt. Erst ab Mitte September kam es zu einem deutlichen Zuzug offensichtlich ein Anzeichen für die nun deutlich zurückgegangene Anziehungskraft der Überschwemmungsflächen an der Elbe. Die im Jahr 2003 festgestellt, mit einem Höhepunkt in der zweiten Septemberhälfte. Auch bei dieser Art führte der sehr milde Winterbeginn noch sehr spät in den Jahren 2002 und 2003 zu bis zu fünf Individuen in den Rieselfeldern Jan. 02 Mrz. 02 Kampfläufer (Philomachus pugnax) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 während dieser Zeit angegebenen Rastbestände von rund 700 Individuen beruhen jedoch auf Schätzungen. Auch das mit dem Jahrhundertsommer ins gegensätzliche Extrem fallende Jahr 2003 hatte zur Folge, dass der Zuzug sich bis Anfang September hinauszögerte. Der erst spät einsetzende Frost ließ in beiden Jahren bis weit in den November über 100 Bekassinen in den Rieselfeldern verweilen Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Bekassine (Gallinago gallinago) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

26 Ornithologie 25 Uferschnepfe Limosa limosa Mit maximal nur knapp über 40 Individuen gingen die Frühjahrsrastbestände auch im Jahr 2002 weiter zurück, eine Entwicklung, die auch den Niedergang der Brutpopulation nördlich der Rieselfelder auf dramatische Weise widerspiegelt. Mit fast ebenso hohen Rastzahlen wie im Frühjahr war der Wegzug der Altvögel im Juni verhältnismäßig stark. Auch der Abschluss des Wegzuges, der ganz überwiegend auf Jungvögel zurückgeht, lag im Durchschnitt der vergangenen Jahre und deutet erfreulicherweise darauf hin, dass die in der Umgebung der Rieselfelder verbliebenen Paare einen messbaren, wenngleich geringen Bruterfolg hatten positiv zu bewerten ist, bleibt fraglich, denn die hohe Anzahl an Uferschnepfen könnte auf einen Ausfall der Brut zurückzuführen sein. Im Sommer 2003 lag der Wegzug der Altvögel mit mehrmals um die 40 Individuen im Juni und Juli über dem 10jährigen Mittel. Uferschnepfe (Limosa limosa) Im Frühjahr 2003 waren deutlich mehr Uferschnepfen in den Rieselfeldern als Im März konnten wieder über 100 Individuen gezählt werden. Ob dieses aber 0 Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Dunkler Wasserläufer Tringa erythropus Im April 2002 verschob sich der Durchzugsgipfel um rund eine Dekade nach vorne. Nach einem typischerweise schwachen Durchzug der Altvögel im Juni/Juli, zeigte sich im Jahr 2002 ein fast völliger Ausfall des Durchzugsgipfels der Jungvögel im August/September. Im Jahr 2003 trat der Durchzugsgipfel der Jungvögel mit Individuenzahlen, die mit dem 10jährigen Mittel vergleichbar waren, wieder auf. In beiden Jahren verweilten einige diesjährige Vögel wieder sehr lange im Gebiet. Ob es sich dabei tatsächlich um Veränderungen im Zugverhalten der Art oder nur um hängen gebliebene Trupps handelt, lässt sich noch nicht entscheiden. In jedem Fall ist die seit mittlerweile einigen Jahren zu beobachtende Verschiebung sehr auffällig. 5 0 Jan. 02 Dunkler Wasserläufer (Tringa erythropus ) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

27 26 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Rotschenkel Tringa totanus Abgesehen von einzelnen Tagen mit überdurchschnittlichen Rastbeständen im April und Mai, war der Rotschenkel im Jahr 2002 in den Rieselfeldern insbesondere in der zweiten Jahreshälfte schon fast eine Ausnahmeerscheinung. Ebenso verlief der Durchzug im Frühjahr 2003 mit maximal 7 Individuen sehr spärlich. Stattdessen rasteten im September 2003 mit maximal 12 Individuen im Vergleich zu den letzten Jahren besonders viele Tiere in den Rieselfeldern. Ein starker Herbstdurchzug wurde zuletzt im Herbst 1998 beobachtet. Eine ungewöhnliche Januarbeobachtung im Jahr 2002 ist auf die sehr milde Witterung in diesem Zeitraum zurückzuführen Jan. 02 Mrz. 02 Rotschenkel (Tringa totanus ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Grünschenkel Tringa nebularia Wollte man den Wegzug 2002 ironisch kommentieren, so könnte man dies wie folgt tun: Endlich ergibt sich einmal eine saubere Kurve für den Durchzug der Altvögel ohne die störenden Jungvögel. Sicherlich verweilten gerade ab August überwiegend Jungvögel im Gebiet, dennoch lässt sich feststellen, dass das Elbe-Hochwasser bei dieser Art mit einem gewöhnlich um die Monatswende August/ September liegenden Durchzugsgipfel offensichtlich zu einem fast vollständigen Ausfall des Wegzuges in den Rieselfeldern geführt hat. Doch auch das gesamte übrige Auftreten des Grünschenkels blieb 2002 mit Ausnahme einiger Einzeltage deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Im Jahr 2003 verlief das Durchzugsgeschehen im Frühjahr recht erfreulich. Mit maximal 63 Individuen Anfang Mai überstieg die Zahl sogar das 10jährige Mittel Jan. 02 Mrz. 02 Grünschenkel Grünschenkel (Tringa nebularia) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

28 Ornithologie 27 Bruchwasserläufer Tringa glareola Nach einer frühen Erstbeobachtung bereits Anfang April setzte der Zuzug im Jahr 2002 erst Ende April richtig ein. Mit der Ausnahme eines deutlich die anderen Werte überragenden Maximalwertes von 79 Individuen blieb die Art deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Während der Durchzug der Altvögel im Juli keinerlei Besonderheiten aufwies, fällt auch hier der schwache und insbesondere früh endende Durchzug der Jungvögel auf auch hier ein deutlicher Hinweis auf den Einfluss des Hochwassers in Mitteldeutschland, das dem Bruchwasserläufer in diesem Jahr zur Hauptzugzeit ideale Rastbedingungen bescherte: auf einem überschwemmten Akker an der Aller wurden Ende August nicht weniger als 800 Bruchwasserläufer gezählt (F.-U. Schmidt mdl.). Ein anderes Bild ergibt sich im Jahr 2003: Mit mehrfach um die 80 Individuen Anfang Mai übertreffen die Rastbestände in diesem Jan. 02 Jahr das langjährige Mittel. Der Durchzug der Altvögel im Juli liegt geringfügig unter dem 10jährigen Mittel. Der Durchzug der Jungvögel hat bereits Ende Juli seinen Höhepunkt und ebbt bis Ende Oktober stetig ab, so dass sich im Herbst die typische Zweigipfeligkeit in den Rastbeständen erkennen lässt. Mrz. 02 Bruchwasserläufer (Tringa glareola ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Bruchwasserläufer

29 28 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Waldwasserläufer Tringa ochropus Ungewöhnlich schwach und vor allem spät begann 2002 der Heimzug des Waldwasserläufers. Anfang April setzte jedoch ein sehr starker Zuzug ein, der zu einem ungewöhnlich gebündelten, aber zahlenmässig überdurchschnittlichen Durchzug führte. Der typischerweise bereits Ende Mai wieder einsetzende Rückzug der Altvögel, aber auch der anschliessende Durchzug der Diesjährigen zeigten keinerlei Ungewöhnlichkeiten. Im Gegenteil: mit knapp über 100 Individuen suchten auf dem Wegzug soviele Waldwasserläufer das Gebiet auf wie seit Ende der 1980er Jahre nicht mehr. Warum unterscheidet sich diese Art so von den übrigen Wasserläufern? Die Antwort ist sicherlich in der Phänologie der Art zu suchen: der Höhepunkt des Wegzuges liegt in der Regel bereits um den Monatswechsel Juli/August und somit deutlich vor der Hochwasserwelle an der Elbe Im Jahr 2003 fällt der Heimzug fast komplett aus, maximal 24 Individuen werden gezählt. Der Wegzug verläuft dagegen mit nahezu 90 Individuen pro Tag Ende Juli/ Anfang August etwas höher als im 10jährigen Mittel. 0 Jan. 02 Waldwasserläufer (Tringa ochropus ) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Flussuferläufer Actitis hypoleucos Der seit Jahren negative Trend setzte sich auch in den Jahren 2002 und 2003 fort: Nur noch selten rasteten mehr als zehn Individuen gleichzeitig in den Rieselfeldern, und das, obwohl sich die Rastbedingungen mit den Inseln und den langen Ufersäumen in der E-Zone I in den vergangenen Jahren deutlich verbessert haben Jan. 02 Mrz. 02 Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

30 Ornithologie 29 Zwergmöwe Larus minutus Eine aus phänologischer Sicht sehr interessante Art ist die Zwergmöwe, weshalb sie trotz ihres zahlenmäßig eher geringen Auftretens an dieser Stelle Erwähnung finden soll. Auch 2002 und 2003 war die Zwergmöwe wieder pünktlich ab Ende der zweiten Aprildekade in den Rieselfeldern anzutreffen, und schon ab Mitte Mai ist die Art im Gebiet eine wirkliche Rarität. Ähnlich wie die dem Flugstil nach so verwandt scheinenden Seeschwalben rasten Zwergmöwen wenn überhaupt meist nur sehr kurz im Gebiet, so dass es oft davon abhängt, ob man sich gerade zur richtigen Zeit an der richtigen Fläche aufhält, um die Tiere auch tatsächlich zu erfassen. Auf dem Wegzug dagegen kann es nicht an der mangelnden Aufmerksamkeit der Beobachter liegen, dass keine Zwergmöwen erfasst werden: Sie wählen im Herbst eine völlig andere Zugroute und wandern entlang der Küsten oder über das offene Meer in die Überwinterungsgebiete. Im Frühjahr wird dagegen die Abkürzung über das Binnenland genommen, was zu den regelmäßigen Beobachtungen innerhalb des schmalen Durchzugsfensters führt. Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Zwergmöwe (Larus minutus ) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Sturmmöwe Larus canus Ein ganz charakteristisches Auftreten zeichnet auch das Durchzugsmuster der Sturmmöwe aus, doch im Gegensatz zur vorangegangenen Art, kann es von Jahr von Jahr beträchtlich variieren wie eben auch die Lage der Kälteperioden. Die Art ist daher gerade im Binnenland ein hervorragender Indikator für Kälteeinbrüche. So wurden auch 2002 und 2003 nennenswerte Bestände ausschließlich als Reaktion auf die beiden bedeutendsten Kälteeinbrüche angetroffen; Individuen am stellten gar die zweithöchste jemals für die Rieselfelder festgestellte Anzahl dar Jan. 02 Mrz. 02 Sturmmöwe (Larus canus ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

31 30 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Heringsmöwe Larus fuscus Das Jahr 2002 verlief ohne größere Besonderheiten: Nach Abschluss des Frühjahrsdurchzuges mit einem Höhepunkt um den Monatswechsel April/Mai begann sich auch im Sommer ein beachtlicher Bestand an Übersommerern (überwiegend immature Vögel) aufzubauen. Das für die meisten Möwen typische sehr zackige Muster des Auftretens ist ganz wesentlich durch ihr Verhalten bedingt: Sie suchen auf der nahegelegenen Mülldeponie nach Nahrung und pendeln daher oft in sehr großen Gruppen. Zudem sind sie sehr flexibel in der Wahl des Schlafplatzes, der sich auch 2002 oftmals im Industriegebiet Loddenheide im Süden Münsters befand Während im Frühjahr 2003 erneut sehr hohe Bestandszahlen beobachtet wurden, zog im Gegensatz zum Vorjahr ab Ende August ein Großteil der Übersommerer fort. 0 Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Heringsmöwe (Larus fuscus ) Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Silbermöwe Larus argentatus Das für die Heringsmöwe geschriebene gilt im wesentlichen auch für die Silbermöwe, mit dem Unterschied, dass sich alles im Winter abspielt und der Schlafplatz eines wechselnden Anteils der Möwen auf dem Aasee in Münster liegt. Mit knapp bzw Individuen wurden auch 2002 und 2003 wieder typischerweise im Januar die höchsten Bestände erfasst. Dass selbst derartige Bestände im übrigen 2002 die dritthöchsten und 2003 die höchsten jemals für die Rieselfelder angegebenen die Anzahl der tatsächlich das Gebiet nutzenden Tiere wohl noch unterschätzt, zeigen die jeweils zweimal im Winter durchgeführten Synchronzählungen für Münster Jan. 02 Mrz. 02 Silbermöwe (Larus argentatus ) Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03

32 Ornithologie 31 Trauerseeschwalbe Chlidonias niger Ähnlich wie bei der Zwergmöwe wird bei der Trauerseeschwalbe oft nur ein Teil der im Frühjahr durchziehenden Tiere erfasst. Zudem ist der Durchzug sehr stark vom Wetter abhängig. So kann es bei einer andauernden Schönwetterperiode ohne Gewitter im Mai dazu kommen, dass kaum Trauerseeschwalben nachgewiesen werden sie überfliegen ohne Rast das Gebiet. So sind auch die Pausen zwischen den Einzelbeobachtungen zu erklären. Die meist in kleineren Gruppen zwischen Juli und September das Gebiet aufsuchenden Jungvögel verweilen dagegen häufig länger im Gebiet, was auch anhand der Tageszählungen für 2002 deutlich wird Jan. 02 Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger) Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Eisvogel Alcedo atthis Dieser prächtige Vogel ist das ganze Jahr über mit in der Regel 2 Exemplaren im Rieselfeldgebiet anzutreffen. Trotzdem ist es außerhalb seiner Ansitzjagd auf Fische schwierig, ihn zu entdecken. Er nutzt vor allem Aa- und Emsableiter zur Nahrungssuche. In beiden Berichtsjahren häufen sich die Beobachtungen zwischen Anfang August und Anfang September. Wahrscheinlich bleiben aufgezogene Jungvögel in dieser Zeit noch im Gebiet, bevor sie sich ein neues Revier suchen. Eisvogel

33 32 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Rastvögel in den Rieselfeldern Münster in den Jahren 2002 und 2003 eine kommentierte Artenliste Giselheid Reding In den Berichtsjahren 2002 und 2003 wurden in den Rieselfeldern insgesamt 247 Vogelarten nachgewiesen, von denen 19 Arten als Gefangenschaftsflüchtlinge oder in jüngerer Zeit eingeführte Arten einzustufen sind. Damit liegt die Artenzahl, bei allerdings zwei Beobachtungsjahren, deutlich höher als Die Berichtsjahre 2002 und 2003 waren insgesamt wieder sehr erfreuliche Vogeljahre. Die Jahre brachten insbesondere hohe Zahlen bei vielen Enten, Gänsen und Tauchern, waren aber artweise sehr unterschiedlich bei einigen Limikolen. Die folgende Zusammenstellung soll einen kompakten, kurzen Überblick über alle in den Berichtsjahren beobachteten Vogelarten geben. Dabei wurden die charakteristischen Eckpunkte der Zugphänologie mit wenigen Stichpunkten beschrieben. Die Einteilungen in Heimzug, Wegzug, Überwinterung und der Brutbestand ermöglichen eine größere Übersicht, ohne den detaillierten Auswertungen vorzugreifen, die von einigen ausgewählten Vogelarten in einem nachfolgenden Kapitel dargestellt werden. Wie in den Vorjahren, wurden auch in diesem Jahresbericht den Eckdaten der Zugphänologie Kurzkommentare hintangestellt, um insbesondere den mit den Rieselfeldern wenig vertrauten BesucherInnen einen ersten Eindruck von der heimischen Vogelwelt wie auch den avifaunistischen Besonderheiten der Berichtsjahre zu geben. In einigen Fällen, insbesondere für die meisten Singvogelarten, sind die angegebenen Maxima nicht als absolut anzusehen, da diese Arten nicht zu den Zielarten der (fast) täglichen Zählungen in den Rieselfeldern gehören und daher nicht regelmäßig notiert werden. Das sollte aber dazu ermuntern, dennoch besonders auf größere Ansammlungen von Finken oder Ammern oder Winterbeobachtungen von Kleinvögeln verstärkt zu achten. Auf die Angabe von Alter und Geschlecht wurde in der Regel verzichtet. Da gerade die Kleiderbestimmung aber wichtige Hinweise für die Interpretation der Zugdiagramme liefert, sei an dieser Stelle dazu aufgerufen, die Kleiderbestimmung nicht zu vernachlässigen. Abkürzungserläuterungen BT Beobachtungstage (Anzahl der Tage, an denen eine Art nachgewiesen wurde) HZ Heimzug WZ Wegzug EB Erstbeobachtung LB Letztbeobachtung Ind. Individuum/Individuen Max./max. Maximum, maximal W. Weibchen M. Männchen ad.: adult dj.: diesjährig

34 Ornithologie 33 Art Bemerkungen Lappentaucher Podicipediformes Zwergtaucher Ganzjährig beobachtet; Winter 2002 max. 21 Ind. am (Tachybaptus ruficollis) 15.1.; Winter 2003 max 14 Ind. am 14.1.; Sommer 2002 max. 101 Ind. am 27.8.; Sommer 2003 max. 117 Ind. am Zahl weiter ansteigend, Brutvogel, Winterbestände von etwa 15 Tieren. Haubentaucher (Podiceps cristatus) Rothalstaucher (Podiceps grisegena) Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) Ganzjährig beobachtet; Winter: 1-2 Ind., max. 7 Ind. am und max. 6 Ind. am ; HZ: max. 13 Ind ; max. 6 Ind ; Sommer/WZ: max. 19 Ind u. 16 Ind Brutvogel 2002: 2 BT von je 1 ad. Ind. am 15. u ; 2003: nicht nachgewiesen. nicht alljährlicher Gast. EB am u ; HZ: BT, max Ind., BT, max. 21.4, 7 Ind.; WZ: BT, max Ind., BT, max Ind. In den letzten 4 Jahren regelmäßig Gast in den Rieselfeldern Ruderfüßer Pelicaniformes Kormoran Ganzjährig beobachtet, 2002 mit Schwerpunkt im (Phalacrocorax carbo) Herbst, 2003 Höchstzahlen im Frühjahr und Winter; HZ: max. 58 Ind. am u. 71 Ind. am ; WZ max. 105 Ind u. 104 Ind. am Zahlreicheres Auftreten in den Berichtsjahren als in den Vorjahren. Kormoran

35 34 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Bemerkungen Schreitvögel Ciconiiformes Große Rohrdommel 2002: 8 BT (davon 4 im Okt. 02) von je 1 Ind.; 2003: (Butaurus stellaris) 12 BT (davon 7 im Januar) von je 1 Ind. Durchschnittliches Auftreten, Seit 1997 alljährlicher Gast. Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) Seidenreiher (Egretta garzetta) Silberreiher (Egretta alba) Graureiher (Ardea cinerea) Purpurreiher (Ardea purpurea) Schwarzstorch (Ciconia nigra) Weißstorch (Ciconia ciconia) Löffler (Platalea leucorodia) 2002 u je 2 BT; 2002: je 1 Ind. am u ; 2003: je 1 Ind. am u Jungtier, Irrgast oder Gefangenschaftsflüchtling, die Art kommt häufig in Südeuropa vor. 1 Ind. am , im Berichtsjahr 2003 nicht nachgewiesen. Etwa 8. Nachweis. 20 BT im Jahr 2002 u. 17 BT im Jahr 2003; WZ: max. 5 Ind. am u. max. 4 Ind. am Seit 1997 jährlicher Gast Ganzjährig beobachtet mit Schwerpunkt im Sommer: max. 95 Ind. am u. 55 Ind. am Winter: im Dez Ind. Besonders im Sommer 2002 sehr hohe Zahlen. 2002: 3 BT vom von je 1 Ind.; 2003: nicht im Gebiet beobachtet. Adultes Tier; Irrgast oder Gefangenschaftsflüchtling BT, je 1 Ind BT am mit 2 Ind. In den letzten 5 Jahren regelmäßiger Gast im August. Ganzjährig beobachtet, max. 33 Ind. am u. 54 Ind. am Im Winter hat sich eine stabiler Bestand von Ind. etabliert. Stärkstes Auftreten von August bis Oktober; 2003 erstmals erfogreich als Brutvogel. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 4 BT von , je 1 Ind. 8. Nachweis in den Rieselfeldern seit Der Vogel trug einen Aluminiumring.

36 Ornithologie 35 Art Bemerkungen Entenvögel Anseriformes Höckerschwan Ganzjährig anwesend mit Max. im Sommer; max. 178 (Cygnus olor) Ind. am u. 177 Ind. am Brutvogel. Zwergschwan (Cygnus bewicki) Singschwan (Cygnus cygnus) Trauerschwan (Cygnus atratus) Saatgans (Anser fabalis) Bläßgans (Anser albifrons) Graugans (Anser anser) BT, Ind. u Ind.; 2003 nicht nachgewiesen. Nicht alljährlicher Gast. 2002: 1 BT am 24.2., 2 Ind.; 2003: 2 BT, am Ind. u. am Ind. Nicht alljährlicher Gast. Ganzjährig beobachtet. Frühjahr 2002 max. 2 Ind., gehäuft im Mai; Frühjahr 2003 max. 2 Ind. am 12.4.; Herbst 2002: max. 5 Ind. am u , Herbst 2003: max. 2 Ind., gehäuft im Oktober. Gefangenschaftsflüchtlinge. Winter/HZ: BT, meist bis 5 Ind. rastend, am Ind. ; BT, 3 5 Ind Ind.; WZ: Ind, BT, ca. 5 Ind. rastend, am Ind. Ähnliche Zahlen wie im Jahr Winter/HZ: BT, im Februar regelmäßig 26 Ind. rastend; BT, meist 2-5 Ind. rastend, max. am Ind. WZ/Winter: BT max. 113 Ind. am ; BT, max Ind. Winterflucht aus dem Gebiet Anfang Dezember. Ganzjährig beobachtet; Winter/HZ: max Ind., Ind.; Sommer/WZ: max Ind., Ind. Hauptvorkommen verlagern sich anscheinend nach vorne. Neue Maxima; Brutvogel. In beiden Berichtsjahren regelmäßige Beobachtungen von 1-5 Hybriden mit der Kanadagans, gehäuft im Herbst.

37 36 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Höckergans (Anser cygnoides f. domestica) Streifengans (Anser indicus) Schneegans (Anser caerulescens) Kanadagans (Branta canadensis) Weißwangengans (Branta leucopsis) Ringelgans (Branta bernicla) Nilgans (Alopochen aegyptiacus) Bemerkungen 2002 : 1 BT von 1 Ind. am 15.9.; 2003: nicht nachgewiesen. Gefangenschaftsflüchtling. Eine Hausgans, die von der sibirischen Schwanengans abstammt. Ursprünglich aus Asien importiert. 2002: BT, 1-2 Ind., regelmäßig 4 Ind., max. 16 Ind. am : BT, max. 10 Ind. am 26.2.; regelmäßig 3 Ind., max. Anfang Juli 8 Ind. Eingeführte Art bzw. Gefangenschaftsflüchtling, unregelmäßiges Vorkommen BT: von max. 2 Hybriden mit der Kanadagans; 1 BT von 1 Hybrid mit der Hausgans am ; 1 BT von 1 Hybrid mit der Weißwangengans am ; 1 BT von 1 Hybrid mit der Zwergschneegans am Der Hybrid mit der Weißwangengans stammt zusammen mit einigen Exemplaren des Trupps vom von einer Freifluggruppe des Allwetterzoos Münster. 2002: 4 BT von je 1 Ind. am 24.1., 31.1., 7.3. u ; 2003: nicht nachgewiesen. Gefangenschaftsflüchtling (?), seit 1996 etwa 7 Nachweise. Ganzjährig beobachtet. Frühjahr: max Ind. u. max Ind.; Herbst: max Ind. u Ind. Im Herbst wieder neue Gebietsmaxima. Am Beobachtung eines Hybrids mit der Hausgans. Winter/Frühjahr: Ind., Ind.; Sommer/Herbst: Ind., max 8 Ind. am u. 9 Ind. am Fehlt im Juli. 2002: 1 BT. von 1 Ind. am ; 2003: nicht im Gebiet beobachtet. Sehr selten; die Art ist an der Nordseeküste verbreitet. Ganzjährig beobachtet. Winter/Frühling: 2 6 Ind., max Ind., Ind.; Sommer: 5 10 Ind u Ind. 2003, max Ind.; Herbst/Winter: 2-18 Ind. Starke Schwankungen. Eingeführte Art. In beiden Berichtsjahren weitere Zunahmen, Brutvogel.

38 Ornithologie 37 Art Rostgans (Tadorna ferruginea) Paradieskarsaka (Tadorna variegata) Brandgans (Tadorna tadorna) Mandarinente (Aix galericulata) Pfeifente (Anas penelope) Schnatterente (Anas strepera) Krickente (Anas crecca) Zimtente (Anas cyanoptera) Bemerkungen Frühjahr 2002: BT max. 2 Ind. am 3.3. u. 9.5., Sommer 2002: BT, meist 3 Ind.; 2003: nicht nachgewiesen. Eingeführte Art bzw. Gefangenschaftsflüchtling. 2002: 1 BT von 1 Ind. am ; 2003: nicht nachgewiesen. Nicht alljährlicher Gast. Gefangenschaftsflüchtling. Ursprüngliche Heimat dieser Ziergans ist Neuseeland max Ind., max u Ind u : 1-2 Ind. Neues Max. im Jahr 2002, Überwinterung von 2 Ind. in beiden Berichtsjahren, Brutvogel. 2002: Frühjahr: 1 BT am 7.4. von 1 M.: BT von je 1 M.; 2003: 1 BT von 1 M. am Eingeführte Art bzw. Gefangenschaftsflüchtling. Winter/HZ: BT, max Ind., BT, max Ind.; WZ/Winter: BT, max Ind., BT, max Ind. Tendenz weiter zunehmend, starker WZ, größere Max. im Herbst Ganzjährig anwesend; HZ. max Ind., max Ind.; WZ: max Ind., max Ind. Im Sommer geringste Zahlen, Brutvogel, Bestand weiter zunehmend; in beiden Berichtsjahren Hybride der Stockente mit der Schnatterente beobachtet (2002: 4 BT, 2003: 19 BT von je 1 Ind.). Ganzjährig beobachtet; Winter/HZ: max Ind. u Ind.; WZ Winter: max Ind. u Ind. Durchzug ähnlich dem Jahr 2001, Brutvogel. 2002: 1 BT: M. (H. Schielzeth); 2003: nicht nachgewiesen. Nicht alljährlicher Gast. Gefangenschaftsflüchtling.

39 38 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Bahamaente (Anas bahamensis) Stockente (Anas platyrhynchos) Spießente (Anas acuta) Knäkente (Anas querquedula) Löffelente (Anas clypeata) Silberente (Anas versicolor) Rotschulterente (Callonetta leucophrys) Kolbenente (Netta rufina) Löffelente Bemerkungen 2002: 4 BT von je 1 Ind. am 17.9., 15.9., u : BT von je 1 Ind. Nicht alljährlich im Gebiet; Gefangenschaftsflüchtling. Ganzjährig beobachtet; Winter max Ind. u Ind.; WZ/Winter: max Ind. u Ind. Brutvogel, Ind.-Zahl beim WZ abnehmend. Winter/HZ: max. 30 Ind. u max. 55 Ind.; WZ/Winter: max. 16 Ind. u max. 36 Ind. Im Frühjahr 2003 ungewöhnlich hoher Individuenbestand. HZ: max. 54 Ind. u max. 41 Ind.; WZ: max Ind. u Ind.; Im August 2002 hohe, im August 2003 niedrige Individuenzahlen; Brutvogel; Art fehlt im Winter. Ganzjährig beobachtet; Winter: max Ind. u Ind.; HZ: max Ind. u Ind.; WZ: max Ind. u Ind. Hohe Max., Brutvogel. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 1 BT von 1 Ind. am 26.8.; Gefangenschaftsflüchtling, die Art stammt ursprünglich aus Argentinien. 2002: 6 BT von je 1 Ind. vom ; 2003: nicht nachgewiesen. Südamerikanische Art, in Europa Gefangenschaftsflüchtling. 2002: 8 BT, davon BT, max Ind.; 2003: HZ: BT, max Ind., WZ: BT je 1 Ind., Dez BT, je 1 Ind. Im Jahr 2003 durchschnittliches Auftreten; von Anfang bis Mitte Februar 2003 wahrscheinlich 5 Beobachtungen eines Hybrides mit der Bergente. Am Beobachtung eines Hybrides mit der Stockente.

40 Ornithologie 39 Art Tafelente (Aythya ferina) Moorente (Aythya nyroca) Moschusente (Cairina moschata) Peposakaente (Metapiana peposaka) Reiherente (Aythya fuligula) Bergente (Aythya marila) Ringschnabelente (Aythya collaris) Bemerkungen Ganzjährig beobachtet; Frühjahr: max Ind. u Ind.; WZ: max Ind. u Ind. Hohe Max. im Frühjahr, Brutvogel. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 2 BT: 1 Ind. am 9.2. u am Unregelmäßiger Gast, i.d.r. Gefangenschaftsflüchtlinge. Hauptverbreitung in Südost- u. Osteuropa. 2002: 1 BT von 1 Ind. am 15.9.; 2003: nicht nachgewiesen. Gefangenschaftsflüchtling, Art in Mittel- u. Südamerika beheimatet. 2002: nicht nachgewiesen; BT; je 1 Ind. am 19.5., 29.5., 30.5., u Gefangenschaftsflüchtling, Art ursprünglich in Südamerika beheimatet. Ganzjährig beobachtet: Winter: max Ind. u Ind. Frühjahr: max Ind. u Ind.; Sommer/Herbst: kontinuierlich abnehmende Zahlen bis Mitte November; Winter: max Ind. u Ind.; Insgesamt sehr zahlreiches Auftreten, Brutvogel; im Berichtsjahr 2003 wurden auch je ein Hybrid mit der Moor- (März bis Juli) bzw. Tafelente (Januar bis April) beobachtet. 2002: nicht notiert; 1 W. am Seltener Gast, auf nordeuropäischen Fjällseen in der Weiden- u. Birkenregion relativ häufig. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 1 BT von 1 ad. M. am Beheimatet in Nordamerika; erscheint vereinzelt in Europa, in den Rieselfeldern i.d.r. Gefangenschaftsflüchtlinge.

41 40 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Schellente (Bucephala clangula) Zwergsäger (Mergus albellus) Gänsesäger (Mergus merganser) Weißkopf-Ruderente (Oxyura leucocephala) Schwarzkopf-Ruderente (Oxyura jamaicensis) Bemerkungen Winter/HZ: BT von 1-4 Ind.u BT max u Ind.; WZ/Winter: Ind., max Ind., Ind. Typisches Auftreten (Einzelind. rasten oft lange im Gebiet). 2002: 2 BT, Ind., Ind.; 2003: nicht nachgewiesen. Unregelmäßiger Gast. Winter/HZ: BT von meist 9 Ind., max Ind., BT von meist 15 Ind. max Ind.; WZ/Winter: BT, max Ind., BT, max Ind. Recht zahlreich in beiden Berichtsjahren 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 14 BT von je 1 W. vom ; I.d.R. Gefangenschaftsflüchtling. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 10 BT von meist 2 W.; I.d.R. Gefangenschaftsflüchtling. Greifvögel Accipitriformes Wespenbussard (Pernis apivorus) Adlerbussard (Buteo Rufinus) Schwarzmilan (Milvus migrans) Rotmilan (Milvus milvus) 2002: HZ: 1 BT, 4.5. max. 1 Ind.; Sommer/WZ: BT, max. 8 Ind. am 25.8.; 2003: HZ: keine Beobachtung, Sommer/WZ: BT, max. 8 Ind. am Durchzügler und Sommergast 1 durchziehendes Ind. am (N. Anthes); 2003 nicht nachgewiesen. Irrgast, die Art ist in Südost- Europa und Mittelasien beheimatet. 2002: 10 BT: Ind., 25.6., u je 1 Ind.; 2003: 9 BT: je 1 Ind. Seit 1997 jährlicher Gast. 2002: 6 BT zwischen 19.3 u mit 1-3 Ind.; 2003: 7 BT zwischen 4.3. u , max. 3 Ind. am Schwaches Auftreten.

42 Ornithologie 41 Art Seeadler (Haliaeetus albicilla) Rohrweihe (Circus aeruginosus) Kornweihe (Circus cyaneus) Wiesenweihe (Circus pygargus) Habicht (Accipiter gentilis) Sperber (Accipiter nisus) Mäusebussard (Buteo buteo) Rauhfussbussard (Buteo lagopus) Bemerkungen In beiden Berichtsjahren je 1 BT mit je 1 Ind. am u Beide Tiere adult. Etwa 7. u. 8. Nachweis. Seit 2000 jedes Jahr einmal im Gebiet. Regelmäßig beobachtet vom u. vom ; Frühjahr: von April bis Mai max. 5 Ind. 2002, max. 8 Ind. Herbst: max Ind. u Ind. Im Herbst 2003 etwas stärkeres Auftreten als üblich, Brutvogel Winter/HZ: BT von je 1 Ind. u BT von 1-2 Ind.; Sommer: , u je 1 Ind.; WZ/Winter: BT, max Ind., Ind. u u je 1 Ind. WZ fehlt im Jahr 2003 fast vollständig, sonst durchschnittliches Auftreten. 2002: 1 BT: W.; 2003: nicht nachgewiesen. Nicht alljährlicher Durchzügler. Ganzjährig Einzelind. beobachtet, leicht gehäuft Ende Februar bis Mitte April (Balzphase). Brutvogel der Umgebung. Ganzjährig beobachtet (leicht gehäuft im April und von September bis November), meist 1-2 Ind.; WZ: v.a. im Oktober, max. 5 Ind. am u. 4 Ind. am ziehend, am Ind. Brutvogel der Umgebung. Ganzjährig beobachtet, meist bis zu 7 Ind. (geringere Zahlen im Mai bis Juli), HZ-Max. 10 Ind. am u. 12 Ind. am , WZ-Max. 14 Ind. am u. 10 Ind. am Schwacher Durchzug, Brutvogel 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 2 BT von je 1 dj. Ind. am 20. u In den Rieselfeldern selten.

43 42 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Fischadler (Pandion haliaetus) Bemerkungen 2002: HZ: BT 1-2 Ind.; WZ: BT von Einzelind : HZ: BT von meist 2 Ind. Sommer: 5.6. u je 1 Ind.; WZ: BT von Einzelind. In beiden Berichtsjahren spärlicher Durchzügler zu beiden Zugzeiten. Falken Falconiformes Rotfußfalke 2002: 1 BT von 1 jagendem M.; 2003: 3 BT von je 1 Ind. (Falco vespertinus) am (M., jagend), u (jeweils Durchzügler). Beheimatet in der Kultursteppe Osteuropas, in den Rieselfeldern selten. Turmfalke (Falco tinnunculus) Merlin (Falco columbarius) Baumfalke (Falco subbuteo) Wanderfalke (Falco peregrinus) Ganzjährig beobachtet, meist 2-4 Ind., max. 6 Ind. Gehäuft autretend Mitte Juli bis Ende August 2002 und Mitte September bis Anfang Dezember 2003, Brutvogel. 2002: 5 BT: HZ: BT von je 1 Ind., WZ: BT von je 1 Ind.; 2003: nicht nachgewiesen. Sehr unregelmäßiger Gast BT u BT, meist 1-3 Ind. (leicht gehäuft im Juni/Juli), max. 9 Ind. am u. 5 Ind. am Max. von 2001 im Jahr 2002 wieder erreicht, Brutvogel der Umgebung BT u BT, meist 1 Ind., max. 2 Ind. am , u ; BT u BT, je 1 Ind. Nur selten im Sommer zu beobachten Hühnervögel Galliformes Rebhuhn Nur 6 BT 2002 u. 7 BT 2003 (gehäuft im Frühjahr), aber (Perdix perdix) wohl ganzjährig anwesend. Schwer zu erfassen, Brutvogel. Wachtel (Coturnix coturnix) 2002: 1 BT von 1 rufendes Ind. am 27.5.; 2003: 3 BT Anfang Mai von 1 rufendem Ind. Sehr unregelmäßiger Gast.

44 Ornithologie 43 Art Fasan (Phasianus colchicus) Wachtelkönig (Crex crex) Bemerkungen Ganzjährig anwesend. Brutvogel. Im Berichtsjahr 2002 nicht nachgewiesen; u je 1 Ind. In den Rieselfeldern selten. Rallen Gruiformes Wasserralle 2002: Winter (Januar/Februar): 9 BT; Frühjahr: max. (Rallus aquaticus) mind. 5 Ind. am 30.3.; Sommer/Herbst: max mind. 30 Ind.; 2003: Winter (Januar/Februar): 3 BT; Frühjahr: max. mind. 20 Ind. am 12.4.; Sommer/Herbst: max. mind. 40 Ind. am 25.9.; Winter (November/Dezember): 2 BT. Wird meist nur gehört, tatsächliche Anzahl schwer zu ermitteln, im Winter seltener, Brutvogel. Tüpfelralle (Porzana porzana) Kleinralle (Porzana parva) Teichralle (Gallinula chloropus) Blässralle (Fulica atra) 2002: 47 BT; Frühjahr: , max Ind.; Sommer: max. mind. 3 Ind. am 25.6.; WZ: BT, max u mind. 6 Ind; 2003: 27 BT; Frühjahr: rufende M.; Sommer: max Ind.; WZ: max. 40 Ind. am Starkes Auftreten in Frühjahr 2002 und Herbst Brutvogel 2002: 1 BT: 1 Ind. am 29.9.; 2003: nicht nachgewiesen. Verbreitung in Deutschland hauptsächlich in Nordost- Brandenburg. In den Rieselfeldern selten. Ganzjährig beobachtet; Winter/Frühjahr: regelmäßig Ind.; HZ: max. 70 Ind. am u. max. 69 Ind. am ; WZ: etwa August-November, max. 160 Ind. am u. max. 230 Ind. am , Winter: im Dezember noch regelmäßig 50 Ind. Typisches Auftreten im Jahr 2002, im Herbst 2003 ungewöhnlich hoher Durchzug, Brutvogel. Ganzjährig regelmäßig ca. 400 Ind. (deutlich höhere Zahlen von Februar bis April und Juni bis Oktober); Frühjahrs-Max.: 1155 Ind. am u Ind. am ; Sommer/Herbst-Max.: 1620 Ind. am u Ind. am Weitere Zunahme der Bestände, Brutvogel.

45 44 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Kranich (Grus grus) Bemerkungen HZ: u , max. 18 Ind. ziehend am , max. 90 Ind. ziehend am ; WZ: u , 2 Ind. am , max. 160 Ind. ziehend am Kraniche rasten kaum im Gebiet. Jungfernkranich (Anthropoides virgo) 2002: 49 BT, von 1 Ind. EB: 19.4., LB: : nicht nachgewiesen. Gefangenschaftsflüchtling, rastete lange im Gebiet. Watvögel Charadriiformes Austernfischer (Haematopus ostralegus) , meist 2-4 Ind., max. 9 Ind. am u. max 8 Ind. am , 7 Ind. Typisches Auftreten, Brutvogel. Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) Flußregenpfeifer (Charadrius dubius) Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola) 2002: 5 BT, davon 4 vom von je 5 Ind., Ind.; 2003: 7 BT vom Ind. Seit 1972 fast in jedem Frühjahr beobachtet. 2002: ; HZ (März bis Ende Mai/Anfang Juni): max. 34 Ind. am 20.4., WZ: max. 23 Ind. am 20.7., 2003: ; HZ max. 28 Ind. am 23.4., WZ: max. 27 Ind. am Regelmäßig von März bis Mitte September, Brutvogel 2002: HZ: BT, max. 7 Ind. am 14.3., BT, max Ind. WZ: , 27 BT, max. 6 Ind. am u ; 2003: HZ: BT, max Ind., BT, max Ind.; WZ: BT, max. 5 Ind. am u Schwacher Durchzug im Jahr : nicht nachgewiesen; 2003: 1 BT von 1 Ind. am Im Mittelmeerraum häufig, vor allem in Flussdeltas, Lagunen und Salinen; In den Rieselfeldern selten. 2002: HZ: BT, max. 2 Ind. am 17.3.; WZ: BT von je 1 Ind.; 2003: 1 BT mit 3 Ind. am Spärlicher Durchzügler zu beiden Zugzeiten. HZ: BT, BT max. 2 Ind. am u. 2 Ind. am ; WZ: EB Ind., sonst zwischen und BT, meist 1-2 Ind., max. 9 Ind. am , BT von je 1 Ind. Überdurchschnittliches Auftreten im Jahr 2002, dagegen sehr schwacher Durchzug im Jahr 2003.

46 Ornithologie 45 Art Kiebitz (Vanellus vanellus) Knutt (Calidris canutus) Sanderling (Calidris alba) Zwergstrandläufer (Calidris minuta) Temminckstrandläufer (Calidris temminckii) Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea) Bemerkungen Ganzjährig beobachtet; HZ: max. 700 Ind. am 2.2.u , max. 332 Ind. am ; WZ: u , max Ind. am u Ind. am Durchschnittliches Auftreten 2002, schwacher Durchzug 2003, Brutvogel. 2002: 21 BT; HZ: max. 11 Ind. am 16.5.; WZ: vom bis BT von max. 4 Ind.; im Nov./Dez. 8 BT mit je 1 Ind. 2003: 6 BT vom von je 1 Ind. Im Jahr 2002 stärkeres Auftreten als in den Jahren zuvor, im Jahr 2003 sehr schwaches Auftreten. 2002: 5 BT: HZ: Ind., Ind.; WZ: Ind : HZ: BT von je 1 Ind. Im Jahr 2002 duchschnittliches Auftreten, im Jahr 2003 schwacher Durchzug und kompletter Ausfall des Wegzuges. HZ: u je 1 Ind.; WZ: BT, max. 8 Ind. am , BT, max. 3 Ind. am 7.9.u In beiden Berichtsjahren unterdurchschnittlicher HZ und sehr schwacher WZ. HZ: BT, BT, max. 5 Ind. am u ; WZ: u je 1 Ind. Im Gegensatz zu anderen Strandläufern auf dem HZ gewöhnlich häufiger als auf dem WZ. Tendenz des WZ- Bestandes fallend. 2002: HZ: BT, max. 4 Ind. am 18.5.; WZ: BT, max. 7 Ind. am 17.9.; 2003: HZ: BT, max. 3 Ind. am 7.5.; WZ: , max. 2 Ind. am 9.9. u Auffällig ist die Unterbrechung des Rastbestandes im Herbst Normaler HZ, schwacher WZ. Sichelstrandläufer

47 46 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Alpenstrandläufer (Calidris alpina) Kampfläufer (Philomachus pugnax) Bemerkungen 2002: HZ: BT, max. 17 Ind. am WZ: BT, max. 54 Ind. am 27.u ; 2003: HZ: BT, max u Ind.; WZ: , 50 BT, max. 32 Ind. am Im Jahr 2002 besonders starkes und langes Auftreten, frühe WZ-EB und späte WZ-LB; im Jahr 2003 durchschnittlicher HZ, recht starker, aber früh beendeter WZ. 2002: HZ: , max. 170 Ind. am 20.4.; WZ: max. 63 Ind. am 1.8.; Ind.; 2003: HZ: , max. 110 Ind. am 1.4.; WZ: , max. 22 Ind. am 22.7.; Ind. Starker HZ 2002 im Vergleich der letzten Jahre, durchschnittlicher HZ 2003, schwacher WZ 2002, sehr schwacher WZ 2003, besonders viele Dezemberbeobachtungen 2002 Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus) Überwintert in den Rieselfeldern. Nur durch gezielte Suche nachweisbar. Bekassine (Gallinago gallinago) Odinswassertreter (Phalaropus lobatus) Thorswassertreter (Phalaropus fulicarius) Waldschnepfe (Scolopax rusticola) 2002: Winter: Ind.; HZ: , max. 360 Ind. am 16.4.; WZ: , max. 700 Ind. am 30.9.; Winter: Ind.; 2003: Winter: Ind.; HZ: max. 67 Ind. am 27.3.; WZ: max. 315 Ind.; Winter: Ind starker HZ u. normaler WZ, 2003 schwacher HZ und WZ 1 Ind. am , im Berichtsjahr 2003 nicht nachgewiesen. In den Rieselfeldern seltener Gast. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 3 BT von je 1 Ind. vom Seit 1969 etwa 8 Beobachtungen 2 BT: u ; je 1 Ind.; 2002 am NSG Huronensee u M. balzend am Rand des Reservates. Wird nicht alljährlich beobachtet. Bekassine

48 Ornithologie 47 Art Uferschnepfe (Limosa limosa) Isländische Uferschnepfe (Limosa limosa islandica) Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica) Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) Großer Brachvogel (Numenius arquata) Dunkler Wasserläufer (Tringa erythropus) Rotschenkel (Tringa totanus) Bemerkungen HZ: , max. 42 Ind. am , , max. 109 Ind. am ; Brutzeit/WZ: , max. 38 Ind. am 1.6., , max. 43 Ind. am Auftreten von Februar bis August mit 2 Häufigkeitsgipfeln in März und Juni. 2002: nicht gesehen; 2003: 3 BT vom , max. 2 Ind. am Unterart der Uferschnepfe, die auf Island, den Lofoten und den Shetland-Inseln beheimatet ist BT, max. 4 Ind. am , im Jahr 2003 nicht nachgewiesen. Unregelmäßiger Gast; wenn im Gebiet, dann länger rastend 2002: BT, max. 6 Ind. am u , 5 Ind. am : BT, max. 3 Ind. am u , BT mit je 1 Ind. Durchschnittliches Auftreten 2002: nicht nachgewiesen. 2003: EB 3.1. mit 5 Ind. HZ: BT, meist 1 Ind., max. 2 Ind. am 15.4.; WZ: BT (gehäuft im August), max. 4 Ind. am 4.8., u Schwaches Auftreten 2002: HZ: , max. 22 Ind. am 22.4 u , WZ: , max. 13 Ind. am ; 2003: HZ: , max. 9 Ind. am 25.4., WZ: , max. 21 Ind. am 4.9. u. 12 Ind. am Schwacher HZ und WZ. 2002: HZ: , max. 36 Ind. am 12.3.; WZ: , max. 3 Ind. am 28.8.u. 6.9.; 2003: HZ: , max. 7 Ind. am 29.4., 2.5. u ; WZ: , max. 12 Ind LB: Ind. Frühes und hohes Maxima im Frühjahr 2002,sonst durchschnittliches Auftreten.

49 48 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Grünschenkel (Tringa nebularia) Teichwasserläufer (Tringa stagnatilis) Waldwasserläufer (Tringa ochropus) Bruchwasserläufer (Tringa glareola) Flußuferläufer (Actitis hypoleucos) Steinwälzer (Arenaria interpres) Schwarzkopfmöwe (Larus melanocephalus) Bemerkungen 2002: HZ: , max. 44 Ind. am 19.4.; WZ: , max. 40 Ind. am 23.7, LB: 1 Ind. am : HZ: , max. 63 Ind. am 2.5.; WZ: , max. 24 Ind. am Durchschnittlicher HZ und gut durchschnittlicher WZ im Jahr 2002; guter HZ aber schwacher WZ im Jahr BT im Jahr 2002, u je 1 Ind. Unregelmäßiger Durchzügler, meist im Frühjahr. 2002: im Januar 3 BT von 1-2 Ind.; HZ: max. 93 Ind. am 16.4.; WZ: , max. 102 Ind. am 7.8.; Winter: im Dezember noch BT mit je 1 Ind. 2003: Winter: im Januar 4 BT mit max. 2 Ind.; HZ: max. 23 Ind. am 10.4.; WZ: , max. 87 Ind. am u. 5.8.; Winter: 1 BT mit 1 Ind. Im Jahr 2002 und beim WZ 2003 recht zahlreiches Auftreten. 2002: HZ: , max. 79 Ind. am 13.5.; WZ: , max. 45 Ind. am : HZ: , max. 84 Ind. am 10.5.; WZ: , max. 56 Ind. am Durchschnittliches Auftreten in beiden Berichtsjahren. 2002: HZ: max. 14 Ind. am 15.5.; WZ: (regelmäßiger ab Mitte Juli), max. 13 Ind. am : HZ: max. 7 Ind. am 10.5.; WZ: , max. 17 Ind. am Durchschnittlicher HZ 2002, schwacher WZ in beiden Berichtsjahren. 2002: 4 BT; HZ: u je 1 Ind.; WZ: u je 1 Ind.; 2003: 1 BT am von 1 Ind. Nicht alljährlicher Durchzügler. Auf dem HZ häufiger als auf dem WZ. 2002: 7 BT: HZ: BT von mind. 2 verschiedenen Ind.; Frühjahr/Sommer: u BT von mindestens 3 ad. WZ/Winter: BT von 1 Ind. 2003: 2 BT, u von je 1 Ind. Im Berichtsjahr 2003 sehr schwaches Auftreten. Waldwasserläufer

50 Ornithologie 49 Art Zwergmöwe (Larus minutus) Lachmöwe (Larus ridibundus) Sturmmöwe (Larus canus) Heringsmöwe (Larus fuscus graellsii/intermedius) Baltische Heringsmöwe (Larus fuscus fuscus) Silbermöwe (Larus argentatus) Bemerkungen 2002: 12 BT; HZ: BT, max. 22. u je 10 Ind.; Sommer: Ind.; 2003: 6 BT; HZ: BT, max Ind.; Sommer: Ind. Schwaches Auftreten Ganzjährig beobachtet: HZ: regelmäßig bis ca Ind., max Ind. am u Ind. am ; Frühjahr (April-Juni): etwa Ind.; Sommer/WZ: merklicher Zuzug ab Mitte Juni, max Ind. am u Ind. am ; Winter (Dezember): regelmäßig bis 2000 Ind. Normales Auftreten, Brutvogel. Winter: regelmäßig Ind. mit verschiedenen Einflügen, z.b Ind., Ind., deutliche Abnahme der Zahlen bis Mitte März; April- September: 1-7 Ind. (im Mai-August nur 6 BT 2002 u. 9 BT 2003); WZ/Winter: stärkeres Auftreten ab November, max. 20 Ind. am u. 9 Ind. am Wintergast und Durchzügler, spärlich im Sommer, im Berichtsjahr 2003 auch schwacher WZ. Winter: max Ind. u Ind.; HZ: ab u , regelmäßiger ab Anfang März, max. 600 Ind. am u. max. 540 Ind. am ; Herbst/Winter: LB u Vergleichsweise schwach ausgeprägter HZ. In beiden Berichtsjahren je 1 BT im April. Sehr seltener, aber wohl auch oft übersehener Gast. Ganzjährig beobachtet: Winter: max Ind. am u Ind. am ; Frühjahr: im März/April noch bis zu Ind., max. jedoch 1900 Ind. am u Ind. am ; im Mai noch bis zu 170 Ind.; Sommer: Mitte Juni-August noch Ind.; WZ/Winter: Zuzug ab September, verstärkt ab Oktober, max Ind. am u Ind. am Typisches Erscheinen auf sehr hohem Niveau. Junge Silbermöwe

51 50 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Mittelmeermöwe (Larus cachinnans michahelis) Steppenmöwe (Larus cachinnans cachinnans) Eismöwe (Larus hypoboreus) Mantelmöwe (Larus marinus) Raubseeschwalbe (Sterna caspia) Flußseeschwalbe (Sterna hirundo) Bemerkungen 2002: EB: Ind., Frühjahr/Sommer: stetig ansteigende Zahlen, max. 12 Ind. am 29.6., Spätsommer bis Winter: Regelmäßig 1 bis max. 5 Ind (19.10.). 2003: EB: Ind., Frühjahr: stetig ansteigende Zahlen bis max. 23 Ind. am 8.2.; Sommer/Herbst: Beobachtungslücke vom bis 11.7., sonst regelmäßig 1-6 Ind.; Winter: Regelmäßig 1-3 Ind. Die beiden (Unter)arten der Weißkopfmöwe werden zunehmend getrennt notiert, so dass das jahreszeitliche Bild des Auftretens deutlicher hervortritt. Hohes Max. im Frühjahr Ganzjährig meist 1-2 Ind. anwesend, 2002: Winter: max. 15 Ind. am 13.1.; Sommer: max. mehrfach 2 Ind., WZ/Winter: Zuzug ab Dezember, max. 5 Ind. am ; 2003: Winter: max. 25 Ind. am 8.2., Sommer: geringe Zahl an BT, je 1 Ind.; WZ/Winter: Zuzug ab Oktober, max. 5 Ind. am Recht geringe Zahlen im Winter 2002, typischerweise geringe Zahlen im Sommer, sehr hohes Max. im Februar / einjähriges Tier. 2003: Nicht nachgewiesen. Nicht alljährlicher Gast. Bei den Möwen ist die Abgrenzung der Arten oft schwierig, wie ein Hybrid aus Eis- und Silbermöwe zeigt, der von Anfang bis Mitte April 2002 in den Rieselfeldern rastete. 2002: 5 BT: BT von je 1 Ind.; u je 1 Ind.; 2003: 8 BT: BT von 1-2 Ind., u je 1 Ind. Unregelmäßiger Gast. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 1 BT von 1 durchziehendes Ind. am Etwa 12. Nachweis. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 2 BT; 1 Ind. am u. 13 Ind. (durchziehend) am Fast alljährlich spärliche Beobachtungen. Ungewöhnlich starker Trupp am

52 Ornithologie 51 Art Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) Zwergseeschwalbe (Chlidonias niger) Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger) Weißflügel- Seeschwalbe (Chlidonias leucopterus) Bemerkungen 2002: 1 BT von 1 Ind. am 25.4.; 2003: 3 BT am 27. u von 1 u. 2 Ind. u. am von 1 Ind. Seltener, aber alljährlicher Durchzügler. Die Beobachtung im September ist ungewöhnlich spät. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 1 BT von 1 ad. Ind. am Etwa 6. Nachweis. 2002: 30 BT; HZ: , max. 23 Ind. am 15.5.;1 Julibeobachtung von 1 Ind. am 13.7.; WZ: max. 4 Ind. am : 25 BT: HZ: , max. 5 Ind. am 17.5.; 3 Julibeobachtungen von 1-2 Ind.; WZ: , max. 6 Ind. am Normales Auftreten 2002, sehr schwacher HZ BT am von 1 diesjährigen Tier. 2003: nicht nachgewiesen. Bisher erst ca. 20 Beobachtungen in den Rieselfeldern. Taubenvögel - Columbiformes Stadttaube (Columba liva f. domestica) Ganzjährig beobachtet. Relativ selten. Hohltaube (Columba oenas) Ringeltaube (Columba palumbus) Türkentaube (Streptopelia decaocto) Turteltaube (Streptopelia turtur) Ganzjährig beobachtet, max. z.b. 10 Ind. am u. 8 Ind. am 21. u Brutvogel. Ganzjährig beobachtet, stärkerer Durchzug v.a. im Oktober, dann große Trupps möglich. Brutvogel. Ganzjährig anwesend (meist im Randbereich). Brutvogel der Umgebung. 2002: 4 BT vom von 1-2 Ind.; 2003: 9 BT vom , am Ind. sonst Einzelindividuen schwaches Auftreten bisher früheste EB, sonst normales Auftreten.

53 52 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Bemerkungen Kuckucke Cuculiformes Kuckuck 2002: , max. 4 Ind. am 21.6.; 2003: (Cuculus canorus) 12.9., max. 8 Ind. am In beiden Berichtsjahren recht frühe EB, Brutvogel. Wenig Beobachtungen im Sommer. Eulen Strigiformes Schleiereule Ganzjährig beobachtet. Rieselfeldhof und Norden des (Tyto alba) Gebietes. Brutvogel im Rieselfeldhof. Steinkauz (Athene noctua) Waldkauz (Strix aluco) Waldohreule (Asio otus) Sumpfohreule (Asio flammeus) Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig vereinzelt beobachtet. Brutvogel. Vereinzelt beobachtet. 2002: 3 BT von je 1 Ind. am 19.4., u ; BT am Nicht alljährlicher Gast. Segler Apodiformes Mauersegler 2002: , HZ: max Ind. am 30.4.; 2003: (Apus apus) HZ: max. 450 Ind. am WZ: max. 10 Ind. am 21. u Sehr hohes Max. 2002; Nahrungsgast. Wird nicht immer notiert und ist schwer zu erfassen. Rackenvögel - Coraciiformes Eisvogel Ganzjährig beobachtet, meist 1-3 Ind., max. 3 Ind. am (Alcedo atthis) 10.8., u sowie am Brutvogel. Spechtvögel Piciformes Wendehals 2002 : 1 BT von 1 Ind. am 25.8.; 2003: nicht (Jynx torquilla) nachgewiesen. Sehr seltener Gast.

54 Ornithologie 53 Art Grünspecht (Picus viridis) Schwarzspecht (Dryocopus martius) Buntspecht (Dendrocopus major) Kleinspecht (Dendrocopus minor) Bemerkungen Ganzjährig beobachtet, meist 1-3 Ind. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet, meist 1 Ind., max. 2 Ind. gehäuft im Herbst/Winter. Brutvogel. Ganzjährig mit 1-2 Ind. beobachtet, gehäuft im Herbst/Winter. Brutvogel. Ganzjährig mit 1-3 Ind. beobachtet, gehäuft im Herbst.- Brutvogel. Sperlingsvögel - Passeriformes Heidelerche Regelmäßiger, aber spärlicher Durchzügler (ca. 10 Ind.) (Lullula arborea) zu beiden Zugzeiten. Feldlerche (Alauda arvesis) Uferschwalbe (Riparia riparia) Rauchschwalbe (Hirundo rustica) Mehlschwalbe (Delichon urbica) Ganzjährig beobachtet, im Sommer seltener; 2002: HZ: max. 8 Ind. am 1.3.; WZ: max. 54 Ind. am ; 2003: HZ: max.32 Ind. am 23.2.; WZ: max. 14 Ind. am Niedrige Max.; wird nicht immer notiert, Brutvogel. 2002: , HZ: max. 200 Ind. am 30.4.; Sommer: regelmäßig Ind., WZ: max. 180 Ind. am 10.7.; 2003: , HZ: max. 40 Ind. am 30.4.; Sommer: regelmäßig Ind., WZ: max. 200 Ind. am u recht frühe EB. 2002: , HZ: max. 500 Ind. am u ; Sommer/WZ: max. 260 Ind. am LB: 1.10.; 2003: , HZ: max. 55 Ind. am 12.4.; Sommer/WZ: max: 250 Ind. am 31.8.; LB: Wird nicht immer notiert. Recht frühe LB im Jahr 2003, relativ niedrige Max. in beiden Berichtsjahren, Brutvogel. 2002: , HZ: max. 20 Ind. am 30.4., u ; WZ: max. 40 Ind. am 1. u. 2.9.; 2003: , HZ: max. 200 Ind. am 20.5.; WZ: max. 200 Ind. am 1.9. Wird nicht immer notiert; sehr geringe Zahlen 2002, normales Auftreten 2003, Brutvogel.

55 54 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Brachpieper (Anthus campestris) Baumpieper (Anthus trivialis) Wiesenpieper (Anthus pratensis) Rotkehlpieper (Anthus cervinus) Bergpieper (Anthus spinoletta) Strandpieper (Anthus petrosus) Schafstelze (Motacilla flava flava) Bemerkungen 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 2 BT von je 1 Ind. am u Nicht alljährlicher Durchzügler. 2002: HZ: , max. 4 Ind. am 24.4.; WZ: , max. 8 Ind. am u ; 2003: HZ: mit 1 Ind. WZ: , max. 9 Ind. am 4.9. Regelmäßiger Durchzügler,sicherlich häufiger als notiert, im Frühjahr auch einzeln singende Ind. 2002: Winter: Januar-Max Ind.; HZ: Februar bis 15. Mai, max. 120 Ind. am 22.4.; WZ: EB Ind., max. 120 Ind. am ; Winter: Dezember-Max. 2 Ind. am : Winter: Januar-Max Ind.; HZ: 8. März bis 17. Mai, max. 132 Ind. Am 18.4.; WZ: EB Ind., max. 207 Ind. am 9.10.; Winter: Dezember-Max. 1 Ind. am Durchzügler und (spärlicherer) Wintergast 2002: hohes HZ- und niedriges WZ-Max.2003 hohe HZ- u. WZ-Max. 2002: 7 BT: HZ: max. 2 Ind. am 22.4., WZ: u je 1 Ind.; 2003: 1 BT: 1.9. von 1 Ind. Unregelmäßiger Durchzügler zu beiden Zugzeiten, meist beim HZ häufiger. Winter/HZ: regelmäßig 20 bis 30 Ind., max. 100 Ind. am u. 57 Ind. am , ab März erheblich geringere Zahlen, LB: Ind. u Ind.; WZ/Winter: EB Ind. u Ind., max. 90 Ind. am u. 63 Ind. am , regelmäßig Ind. HZ in beiden Berichtsjahren u. WZ im Jahr 2002 gegenüber den Vorjahren deutlich zahlreicher, WZ 2003 normal. 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 1 BT von 1 Ind. am Heute Ausnahmeerscheinung, in früheren Jahren wohl regelmäßiger. 2002: : HZ: EB Ind.; v.a. April bis Mitte Mai, max. 200 Ind. am 9.5., WZ: regelmäßig bis Ende September, max. 130 Ind. am 14.9.; 2003: ; HZ: EB Ind.; max. 130 Ind. am 5.5.; WZ: regelmäßig bis Ende September, max. 60 Ind. am Zahlreiches Auftreten 2002; 2003 frühe EB, sonst normales Auftreten; Brutvogel.

56 Ornithologie 55 Art Nordische Schafstelze (Motacilla flava thunbergi) Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) Bachstelze (Motacilla alba) Trauerbachstelze (Motacilla alba yarelli) Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) Heckenbraunelle (Prunella modularis) Rotkehlchen (Erithacus rubecula) Bemerkungen 2002: 7 BT: , max. 250 Ind. am 10. u ; 2003: 4 BT: , max. 40 Ind. am Im Berichtsjahr 2002 zahlreich auf dem HZ, 2003 schwacher HZ. Ganzjährig beobachtet; 2002: Winter: regelmäßig 1-4 Ind., Frühjahr/Sommer (April-August) unregelmäßiger beobachtet, 1-2 Ind.; WZ/Winter: ab Oktober wieder regelmäßig 1-4 Ind.; 2003: Winter: im Januar regelmäßig 1-2 Ind. danach bis Ende Februar spärlich beobachtet, danach bis Mitte April regelmäßig 1-2 Ind.; Frühjahr/Sommer (Ende April-Ende Juli) unregelmäßig beobachtet, je 1 Ind.; WZ/Winter: ab Ende Juli wieder regelmäßig 1-3 Ind., max. 5 Ind. am Typisches Auftreten, Brutvogel der Umgebung. Ganzjährig beobachtet; 2002: Winter: im Januar max. 8 Ind., im Februar bis zu 30 Ind.; HZ: verstärkt ab März- Mai, max. 40 Ind. am 4.4.; WZ: v.a. August-Oktober, max. 500 Ind. am 15.9.; Winter: im November/Dezember Ind., max. 30 Ind. am u ; 2003: Winter: im Januar max. 30 Ind., im Februar bis zu 20 Ind.; HZ: verstärkt im März, max. 50 Ind. am 13. u ; WZ v.a. August bis Oktober, max. 150 Ind. am 4.9.; Winter: im November/Dezember nur spärlich mit 1-2 Ind. beobachtet. Hohe Februar Max. in beiden Jahren; hohes WZ-Max. 2002, wenig Winterbeobachtungen 2003; sonst normales Auftreten. Brutvogel. 2002: 4 BT von je 1 Ind., gehäuft im April. (2x W., 1 M.); 2003: 5 BT von je 1 Ind., gehäuft im März/Anf. April. (beide Geschlechter). Seltener Gast. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Heckenbraunelle

57 56 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Nachtigall (Luscinia megarhynchos) Blaukehlchen (Luscinia svecica) Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) Braunkehlchen (Saxicola rubetra) Schwarzkehlchen (Saxicola torquata) Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) Ringdrossel (Turdus torquatus) Amsel (Turdus merula) Bemerkungen 2002: EB: Ind.; max. 3 Ind. am 28.4., 4.5., 9. u , nach Ende Juni nicht mehr notiert. 2003: EB: Ind.; max 2 Ind. am 2., 3., 5.,u , nach dem nicht mehr notiert. Brutvogel. 2002: , max Ind.; 2003: , max. 16 Ind. am Brutvogel. Im Berichtsjahr 2002 nicht notiert; 2003: EB 25.3., LB Brutvogel. 2002: EB: 1 Ind. am 19.4.; LB: 1 Ind. am 8.10., max. 2 Ind. am 20.4.; 2003: EB: 1 Ind. am 1.4.; LB: 1 Ind. am In den Rieselfeldern eher selten, Brutvogel im Randbereich. 2002: HZ: BT, max. 11 Ind. am 28.4.; WZ: BT, max. 21 Ind. am 13.9.; 2003: HZ: BT, max. 8 Ind. am 2.5.; WZ: , max. 14 Ind. am 7.9. Durchschnittlicher HZ, starker WZ; 2003 späteste LB. 2002: 2 BT von je 1 Ind. am u ; 2003: 8 BT, EB: Ind.; LB: Ind., max. 2 Ind. (je 1 M. u. 1 W.) am 5.4. u sehr schwaches Auftreten, 2003 normales Auftreten. 2002: HZ: BT, max. 6 Ind. am 9.5.; WZ: BT, max. 5 Ind. am 13.9.; 2003: HZ: BT, max. 4 Ind. am 25.4.; WZ: BT von je 1 Ind. Normale Individuenzahlen, aber relativ kurze Aufenthalte in beiden Berichtsjahren. 2002: 3 BT; 1 M. am 24.4., 1 M. am 9.5. u. 1 Ind. am 10.5.: 2003: 2 BT; 3 M. + 1 W. am u. 1 M. am Spärlicher, nicht alljährlicher Durchzügler. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel.

58 Ornithologie 57 Art Wacholderdrossel (Turdus pilaris) Singdrossel (Turdus philomelos) Rotdrossel (Turdus iliacus) Misteldrossel (Turdus viscivorus) Feldschwirl (Locustella naevia) Rohrschwirl (Locustella luscinoides) Schlagschwirl (Locustella flaviatilis) Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) Bemerkungen 2002: EB: 30 Ind. am 6.1., LB: 16 Ind. am : Winter/HZ (Januar-März): max. 75 Ind. am 14.1.; Sommer (April bis September): max. 3 Ind. am 18.4.; WZ/Winter (Oktober-Dezember): max. 68 Ind. am (LB) Brutvogel der Umgebung. 2002: 3.3. u je 1 Ind., 40 Ind. am u. 60 Ind. am ; 2003: 1 Ind. am 3.2., 2 Ind. am 4.3. u. 20 Ind Nicht immer notiert, im Winter seltener, Brutvogel. 2002: EB: 2 Ind. am 7.4.; 40 Ind. am , 27 Ind. am u. 12 Ind. am 8.11.; 2003: HZ: , max. 8 Ind. am 19.3.; WZ: EB 1 Ind. am 3.10., max. 80 Ind. am Durchzügler, im Winter recht selten. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. 2002: , max. 6 Ind. am 23.4., 2.5. u ; 2003: , max. 8 Ind. am In beiden Berichtsjahren ab Juni (nach Ende der Haupt- Gesangsphase) nur noch unregelmäßig beobachtet. Frühe EB 2002, Brutvogel. 2002: 2 BT von je 1 Ind. singend am u. 1.9.; 2003: 12 BT: Ind. Fast alljährlicher Gast. 2002: 1 BT von 1 Ind. am 25.6.; 2003: nicht nachgewiesen. Breitet sich langsam von Osteuropa nach Westen aus, in den Rieselfeldern selten. 2002: 13 BT: , max. 6 singende Ind. am : 14 BT: , max. 6 singende Ind. ebenfalls am Normales Auftreten im Frühjahr, keine WZ-Beobachtungen. Schilfrohrsänger

59 58 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) Teichrohrsänger (Acrocephalus sripaceus) Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) Gelbspötter (Hippolais icterina) Klappergrasmücke (Sylvia curucca) Dorngrasmücke (Sylvia communis) Gartengrasmücke (Sylvia borin) Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Bemerkungen 2002: nicht nachgewiesen; 2003: 1 BT von 1 dj. Ind. am In Osteuropa beheimatet, Jungvögel ziehen vereinzelt über Westeuropa nach Westafrika; in den Rieselfeldern selten. 2002: 2 BT: 1 singendes Ind. am 6.5. u. 4 Ind. am : 2 BT: 4 Ind. am u. 1 Ind. am Normales Auftreten, Brutvogel. 2002: , regelmäßig bis Ende September, max. 12 Ind. am 4.8.; 2003: EB: 2 Ind. am 18.4., LB: 1 Ind. am Brutvogel. 2002: 1 BT: Ind.; 2003: 15 BT: , max. 2 Ind. am 1.6. Fast alljährlicher Gast, recht frühe EB in beiden Berichtsjahren. Tritt in verschiedenen Jahren unterschiedlich häufig auf. 2002: EB 6.5.; 2003: EB: Brutvogel. 2002: EB: 24.4.; 2003 nicht nachgewiesen. In den Rieselfeldern eher selten, aber auch nicht immer notiert. 2002: EB: von 3 Ind., LB: 1 Ind. am 16.7.; 2003: EB: von 2 Ind., LB: 1 Ind am 1.6. In beiden Berichtsjahren frühe EB, sehr frühe LB, Brutvogel. Brutvogel. 2002: EB: von 1 Ind.; 2003: EB: von 1 M recht späte EB, Brutvogel. März bis Herbst regelmäßig 1 Ind. in beiden Berichtsjahren; Winter: keine Beobachtungen. Brutvogel; seltener/unregelmäßiger Wintergast.

60 Ornithologie 59 Art Bemerkungen Fitis 2002: EB: singendes M.; max. 5 Ind. am 11.4.; (Phylloscopus trochilus) 2003: EB: Ind.; Herbstbeobachtungen nicht notiert; Recht frühe EB in beiden Berichtsjahren, wird nur selten notiert. Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus) Grauschnäpper (Muscicapa striata) Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) Bartmeise (Panurus biamicus) Schwanzmeise (Aegethalos caudatus) Sumpfmeise (Parus palustris) Weidenmeise (Parus montanus) Haubenmeise (Parus cristatus) Tannenmeise (Parus ater) Blaumeise (Parus caeruleus) Im Winterhalbjahr regelmäßig beobachtet; Hauptsächlich Wintergast und Durchzügler, Brutvogel der Umgebung. 2002: EB am 30.4.; 2003: EB am 2.4., je 1 Ind.; Gelegentlicher Gast in den Rieselfeldern. Brutvogel. 2002: 4 BT: EB 29.4, max 3 Ind. am 9.5., LB: 18.5.; 2003: 1 BT: 1 Ind. am Unregelmäßiger Durchzügler Ganzjährig beobachtet, im Winter seltener.; 2002: 1. Jahreshälfte meist bis zu 6 Ind., max. 8 Ind. am 23./24.4.; 2. Jahreshälfte, meist bis zu 10 Ind., max. 35 Ind. am u ; 2003: 1. Jahreshälfte meist bis zu 2 Ind., max. 6 Ind. am 7.5.; 2. Jahreshälfte meist bis zu 10 Ind., max. 26 Ind am hohe Max. im Herbst; Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel im Randbereich. Ganzjährig beobachtet, besonders im Randbereich. Brutvogel im Randbereich. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Schwanzmeise

61 60 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Kohlmeise (Parus major) Kleiber (Sitta europaea) Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla) Beutelmeise (Remiz pendulinus) Pirol (Oriolus oriolus) Neuntöter (Lanius collurio) Raubwürger (Lanius excubitor) Eichelhäher (Garrulus glandarius) Elster (Pica pica) Dohle (Corvus monedula) Halsbanddohle (Corvus monedula soemmerringii) Kolkrabe (Corvus corax) Bemerkungen Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. 2002: , HZ: max. 6 Ind. am 9.5. u ; WZ: max. 2 Ind. am u ; 2003: , HZ: regelmäßig 1-2 Ind., WZ: max. 3 Ind. am Sehr schwaches Auftreten 2003, Brutvogel. 2002: 2 BT: singendes M., Ind.; 2003: 1 BT: 1 M. am 7.5. In den letzten Jahren vereinzelt beobachtet, früher Brutvogel 2002 : 4 BT von je 1 Ind. vom ; 2003: nicht nachgewiesen. Nicht alljährlicher Gast. 2002: 5 BT: je 1 Ind. 2003: EB 1 Ind. am 3.1. Unregelmäßiger Wintergast. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel der Umgebung. Ganzjährig beobachtet, meist im Randbereich. Brutvogel der Umgebung, sehr selten innerhalb der Rieselfelder. Ganzjährig beobachtet, Sommermax. mehrere Tausend Ind. bei Mülldeponie. Regelmäßig hohe Juni-Max. durch Familien mit flüggen juv. aus der Umgebung, Brutvogel. 2002: 2 BT: je 1 Ind. am u Nordöstlich beheimatete Unterart der Dohle. 2002: nicht im Gebiet beobachtet. 2003: 1 BT von 1 Ind. am beim Kanonenwäldchen. In den Rieselfeldern selten.

62 Ornithologie 61 Art Saatkrähe (Corvus frugilegus) Bemerkungen 2002: Winter/HZ: max. 302 Ind. am 20.2., LB: 8 Ind. am 8.3.; WZ/Winter: EB Ind., max. 110 Ind. am : Winter/HZ: max. 300 Ind. am 17.1., LB: 1 Ind. am 5.5.; WZ/Winter: max. 10 Ind. am ; Geringe Zahlen in beiden Berichtsjahren. Wintergast und Durchzügler. Rabenkrähe (Corvus corone corone) Ganzjährig anwesend, Frühjahrsansammlung: Ind. Brutvogel. Die Artentrennung zwischen Raben- und Nebelkrähe ist noch nicht zu 100 % vollzogen, wie ein Hybrid dieser beiden Unterarten der Aaskrähe zeigt, der am beobachtet wurde. Nebelkähe (Corvus corone cornix) Star (Sturnus vulgaris) Feldsperling (Passer montanus) Haussperling (Passer domesticus) Buchfink (Fringilla coelebs) Bergfink (Fringilla montifringilla) Girlitz (Serinus serinus) Grünfink (Carduelis chloris) Stieglitz (Carduelis carduelis) Regelmäßig meist 1, max. 2 Ind.; EB: u ; LB: u , je 1 Ind. Regelmäßiger Wintergast. Ganzjährig beobachtet, max Ind. Nicht immer notiert. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet. Brutvogel. EB nicht notiert, LB: 1 Ind. am u. 10 Ind. am Durchzügler und seltener Wintergast. In den Rieselfeldern eher selten. Brutvogel. Ganzjährig beobachtet, max. je 60 Ind. am u Brutvogel. Ganzjährig beobachtet, Winter-Max. 20 Ind. am u. 15 Ind. am , Herbst-Max. je 200 Ind. am u sowie je 40 Ind. am u Brutvogel. Star

63 62 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Art Erlenzeisig (Carduelis spinus) Bluthänfling (Carduelis cannabina) Berghänfling (Carduelis flavirostris) Birkenzeisig (Carduelis flammea) Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra) Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) Karmingimpel (Carpodacus erythrinus) Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) Schneeammer (Plectrophenax nivalis) Goldammer (Emberiza citrinella) Ortolan (Emberiza hortulana) Rohrammer (Emberiza schoeniculus) Bemerkungen 2002: EB: 35 Ind. am 5.12., LB: 50 Ind. am ; 2003: EB: 9 Ind. am , LB: nicht notiert. Wintergast und Durchzügler. Ganzjährig beobachtet, max. 20 Ind. am u. 27 Ind. am Brutvogel. 2002: 10 BT vom , max. 22 Ind. am 2.2.; 2003: 2 BT: 7 Ind. am u. 4 Ind. am Seltener Gast der Rieselfelder. 2002: 3 BT: HZ: Ind.; Sommer: Ind.; WZ: Ind.; 2003: 6 BT: HZ: 1 Ind. am 7.4.; Sommer: 1 Ind. am 30.8.; WZ: , max. 5 Ind. am Sehr schwaches Auftreten in beiden Berichtsjahren, jahrweise stark schwankende Zahlen. 2002: 4 BT vom , max. 23 Ind. am 25.8.; 2003 nicht nachgewiesen. Nicht alljährlicher, sehr unregelmäßiger Gast. Unregelmäßig beobachtet, häufiger im Herbst. Brutvogel. 2002: 1 BT: 1 singendes M. am 27.5.; 2003: nicht nachgewiesen. In den Rieselfeldern seltener Gast. Breitet sich momentan nach Westen (Deutschland) aus. Unregelmäßig beobachtet. Brutvogel der Umgebung nicht nachgewiesen; 2003: 1 BT: Ind.; Unregelmäßiger, nicht alljährlicher Gast. Ganzjährig beobachtet, verstärkt im Herbst/Winter. Brutvogel. 2002: 2 BT: HZ: Ind.; 2003 nicht nachgewiesen. Nicht alljährlicher Gast, fast ausschließlich auf dem HZ, frühe EB. 2002: EB: 2 Ind. am 1.2., max. 20 Ind. am , LB: 3 Ind. am ; 2003: EB: 1 Ind. am 12.1.,; max. 30 Ind. am 14.3.; LB: 1 Ind. am Brutvogel.

64 Ornithologie 63 Brutvögel der Rieselfelder Münster in den Jahren 2002 und 2003 Nach flächendeckenden Revierkartierungen aller feuchtgebietsgebundenen Arten in den Jahren 2000 und 2001 (ANTHES & SCHIEL- ZETH 2001, SCHIELZETH et al. 2002), wurde auch in den Jahren 2002 und 2003 wieder die Erfassung der wichtigsten Wasser- und einiger ausgewählter Singvögel durchgeführt. Dabei kam erneut das Methodenhandbuch zur Erfassung der Wasservögel in Nordrhein-Westfalen (SUDMANN et al. 2002) zum Einsatz, welches die Erfassungsmethoden nordrhein-westfalenweit Methodik Die Brutvogelerfassung folgte der Revierkartierungsmethode nach OELKE (1980). Da diese Methodik jedoch vornehmlich für Singvögel entwickelt wurde, musste sie bei der Verwendung zur Erfassung von Wasservögeln angepasst werden. Insbesondere die Entenarten besetzen nämlich im Gegensatz zu den meisten Singvögeln keine Reviere. Statt dessen wurde die Anwesenheit von brutverdächtigen Paaren während eines artlich angepassten Zeitfensters zur Erfassung herangezogen (SUDMANN et al. 2002). Im Gegensatz zu Singvogelrevieren sind Ergebnisse dieser Erfassungsmethode weniger ortskonkret. Wie im Vorjahr wurde in den Berichtsjahren darauf verzichtet, das gesamte Artenspektrum zu kartieren. Die Kartierung konzentrierte sich daher auf alle gebietstypischen (feuchtgebietsgebundenen) sowie weitere ausgewählte Arten. Das Gesamtgebiet wurde wie in den Vorjahren in sechs Teilflächen aufgeteilt, die sich problemlos in einem Kartiergang bearbeiten ließen. Die Kartierung erfolgte zwischen Anfang April und Mitte Juni, wobei alle Teilflächen an jeweils sechs Terminen begangen wurden. Die Kartiertermine richteten sich nach den Zeitfenstern des Methodenhandbuches (1. und 3. April-, 1. und 2. Mai- sowie 1. und 2. Junidekade, vereinheitlicht. Trotz eines wechselnden Teams von Kartierer/innen ist so eine gute Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleistet. Eine Teilfläche im Naturschutzgebiet wurde bereits seit 2000 unter konstanter Methodik von dem gleichen Bearbeiter erfasst. Im Vorfeld der Brutsaison erfolgten in beiden Berichtsjahren pflegerische Maßnahmen, insbesondere die Mahd einiger Schilfflächen, deren Auswirkung auf die Brutvogelgemeinschaft im Jahr 2002 kurz dargestellt wird. SUDMANN et al. 2002). Zur Berücksichtigung der ausgesprochen früh brütenden Graugans und der spät brütenden Reiherente wurden keine flächendeckenden Sonderkartierungsgänge durchgeführt, sondern nur das Material der nahezu täglichen Routinezählungen herangezogen. Die Begehungen erfolgten in den frühen Morgenstunden, da dann die Aktivität der Vögel am größten und eine bestmögliche Erfassbarkeit gewährleistet ist. Bei den Kartiergängen wurden alle anwesenden Vögel inklusive ihrer revieranzeigenden Verhaltensweisen registriert und in Tageskarten vermerkt. Diese wurden für sämtliche Arten nach Beendigung der Kartierung ausgewertet und es wurden sogenannte Papierreviere ermittelt (OELKE 1980).Bei den feuchtgebietsgebundenen Vogelarten erfolgte die Einschätzung der Anzahl Brutpaare nach den Kriterien des Methodenhandbuchs (SUDMANN et al. 2002). Ergänzend sind bei einige Arten zusätzliche Zufallsbeobachtungen von Mitarbeiter/innen der Biologischen Station mit in die Auswertung eingeflossen. Dies betraf vor allem Wasser- und Tüpfelralle, da diese Arten mit der Revierkartierungsmethode aufgrund ihrer versteckten Lebensweise nur unzureichend zu erfassen sind. Weiterhin wurden

65 64 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster wurden die Daten für Höckerschwan und Kanadagans mit anderen Spezialerfassungen abgeglichen. Für die beiden letztgenannten Arten kartierte Martin Wewel im Jahr 2002 die Neststandorte. Außerdem wurden Angaben von Holger Schielzeth, Johannes Wahl und Kristian Mantel berücksichtigt. Den KartierernInnen sei an dieser Stelle im Namen der Biologischen Station herzlich gedankt. Ergebnisse Für die Berichtsjahre 2002 und 2003 wurden die 39 wichtigsten Vogelarten brütend oder brutverdächtig in den Rieselfeldern berücksichtigt (Tab. 1a und b). Das Brutjahr 2002 ist mit seinen hohen Beständen an Tauchern, Entenvögeln, Rallen und den beiden Limikolen als sehr gut zu bezeichnen. Unter den Brutvögeln befinden sich 24 Arten der Roten Liste Nordrhein-Westfalens (NOTTMEYER-LIN- DEN et al. 1997). Vier Arten (Weißtorch, Knäkente, Tüpfelralle, Schilfrohrsänger), die als vom Aussterben bedroht eingestuft werden, sind z.t. gleich mit mehreren Paaren im Gebiet vertreten. Für sie sind die Rieselfelder Münster von besonderer Wichtigkeit. Des weiteren befinden sich acht Arten als stark gefährdet und neun als gefährdet auf der Roten Liste. Auch das unterstreicht die Bedeutung des Gebietes. Im Gegensatz zu 2000 sind 2002 insbesondere die höheren Zahlen bei Limikolen (Kiebitz, Flussregenpfeifer) und die hohen Anzahlen vieler Entenvögel und einiger weiterer Wasservögel hervorzuheben. Die seltenen Knäk- und Krickenten traten im Jahr 2002 gleich mit 10 bzw. 3 Paaren, im Jahr 2003 mit 8 bzw. 5 Paaren auf, wobei allerdings der Bruterfolg gering war. Auch die Tüpfelralle war in beiden Berichtsjahren mit 5 Revieren auffallend häufig was teilweise allerdings auch durch intensive Nachsuche bedingt ist. Leider keine Bruthinweise gab es bei Rotschenkel und Bekassine, die schon seit einigen Jahren nur unregelmäßig Brutvögel im Gebiet sind. Mit einem Paar in beiden Berichtsjahren scheint sich die Nilgans (Neubürger seit 2000) inzwischen fest zu etablieren. Die Kanadagans zeigt 2002 eine leichte Abnahme nimmt sie jedoch wieder den Stand vom Jahr 2000 ein. Die Graugans hat im Jahr 2002 weiter zugenommen und hält den Brutbestand annähernd Gleiches gilt auch für Reiherente, Hauben- und Zwergtaucher, wobei der Haubentaucher 2003 eine leichte Abnahme zu verzeichnen hat. Die beiden schilfbewohnenden Rallen (Tüpfel- und Wasserralle) sind methodisch sehr schwer zu erfassen, so dass die Zahlen immer auch von der Intensität der Nachsuche abhängen. Diese war in den Jahren 2002 und 2003 sehr hoch. Blässund Teichralle zeigen 2002 einen deutlichen Aufwärtstrend, bedingt vor allem durch steigende Zahlen im Erweiterungsteil, wo sich beide Arten inzwischen mit hohen Beständen etablieren konnten. Die hohen Brutbestände wurden im Jahr 2003 von beiden Arten annähernd gehalten. Unter den Singvögeln wurden nur wenige Arten vollständig erfasst. Die Feldlerche leidet etwas unter den Umgestaltungsmaßnahmen im Erweiterungsteil, die sich auf diese Art negativ auswirken, während sie zahlreichen anderen zu gute kommen. Unter den Schilfbewohnern im Reservat waren in beiden Berichtsjahren erneut hohe Revierzahlen beim Blaukehlchen und auch ein guter Teichrohrsängerbestand zu verzeichnen, während sich die Bartmeise auf relativ niedrigem Niveau hielt. Unter den Offenlandarten scheint sich die Zahl der Schafstelzen auf ca. 8 Brutpaare einzupendeln.

66 Ornithologie 65 Tab. 1a : Ergebnisse der Brutvogelkartierung in den Rieselfeldern Münster im Jahr Zum Vergleich sind auch die Ergebnisse für 2000 und 2001 (SCHIELZETH, 2002) sowie die Tendenz im Vergleich zu 2001 dargestellt. Arten, die lediglich qualitativ erfasst wurden, sind mit x gekennzeichnet. Angaben zur Roten Liste NRW (Nottmeyer-Linden, 1997): Kat. 0 ausgestorben oder verschollen, Kat. 1 vom Aussterben bedroht, Kat. 2 stark gefährdet, Kat. 3 gefährdet, V = Vorwarnliste, N = von Naturschutzmaßnahmen abhängig, R = arealbedingt selten. Trends wurden grob klassifiziert: deutliche Zunahmen, Zunahmen, stabile Bestände, Abnahmen, deutliche Abnahmen. Anzahl Anzahl Anzahl Tendenz RL NRW Reviere 2000 Reviere 2001 Reviere /2001 Zwergtaucher Haubentaucher N Weisstorch 1N Höckerschwan fi Graugans Kanadagans Nilgans fi Brandgans R Schnatterente R fi Krickente Stockente Knäkente Löffelente fi Tafelente fi Reiherente Rohrweihe 2N fi Mäusebussard x x x Baumfalke 3N Turmfalke 1 x 2 fi Rebhuhn 2N fi Wasserralle 2 11 (20) 8 (34) 13 (27) fi Tüpfelralle Teichralle V Blässralle Flußregenpfeifer Kiebitz Rotschenkel 1N Bekassine 1N Lachmöwe Schafstelze Blaukehlchen 2N fi Feldschwirl Schilfrohrsänger Rohrschwirl Sumpfrohrsänger x Teichrohrsänger Bartmeise R Beutelmeise R Rohrammer V fi Anzahl

67 66 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Tab. 1b: Ergebnisse der Brutvogelkartierung in den Rieselfeldern Münster im Jahr Zum Vergleich sind auch die Ergebnisse für 2002 sowie die Tendenz im Vergleich zu 2002 dargestellt. Arten, die lediglich qualitativ erfasst wurden, sind mit x gekennzeichnet. Angaben zur Roten Liste NRW (Nottmeyer-Linden, 1997): Angaben zur Roten Liste NRW (Nottmeyer-Linden, 1997): Kat. 0 ausgestorben oder verschollen, Kat. 1 vom Aussterben bedroht, Kat. 2 stark gefährdet, Kat. 3 gefährdet, V = Vorwarnliste, N = von Naturschutzmaßnahmen abhängig, R = arealbedingt selten. Trends wurden grob klassifiziert: deutliche Zunahmen, Zunahmen, stabile Bestände, Abnahmen, deutliche Abnahmen. Anzahl Anzahl Tendenz Rote Liste NRW Reviere 2002 Reviere zu 2002 Zwergtaucher fi Haubentaucher N 5 3 Weisstorch 1N 1 1 fi Höckerschwan fi Graugans fi Kanadagans Nilgans 1 1 fi Brandgans R 9 10 fi Schnatterente R Krickente Stockente Knäkente fi Löffelente fi Tafelente fi Reiherente fi Rohrweihe 2N 2 2 fi Mäusebussard x X Baumfalke 3N - 2 (Umgebung) Turmfalke 2 2 fi Rebhuhn 2N 1 2 fi Wasserralle 2 13 (27) ca. 15 fi Tüpfelralle 1 5 ca. 5 fi Teichhuhn V Blässralle fi Flussregenpfeifer Kiebitz Rotschenkel 1N - - Bekassine 1N - - Lachmöwe fi Schafstelze Blaukehlchen 2N Feldschwirl Rohrschwirl 2 Schilfrohrsänger Sumpfrohrsänger x X Teichrohrsänger Bartmeise R 7 6 fi Beutelmeise R 6 2 Rohrammer V fi Anzahl

68 Ornithologie 67 Veränderung in der Brutvogelgemeinschaft aufgrund von Pflegemaßnahmen Eine 56 ha große Teilfläche im Zentrum des Reservates wurde in den Jahren 2000 bis 2001 mit konstanter Methode und von dem gleichen Bearbeiter (H. Schielzeth) kartiert. Während im Vorfeld der Brutsaisons 2000 und 2001 keine wesentlichen Bearbeitungsmaßnahmen durchgeführt wurden und im Frühjahr und Sommer lediglich Sichtschneisen und einige Zugänge zu den Bewässerungsanlagen freigeschnitten wurden, nahmen die Mitarbeiter der Biologischen Station im Herbst 2001 bedeutende Maßnahmen auf etwa 11 ha (ca. 20% der Teilfläche) vor. Auf dieser Teilfläche wurde das Schilf gemäht und anschließend überstaut. Zu Beginn der Brutsaison im März/April 2002 fanden die Vögel somit dort größere, offene und übersichtliche Flächen vor, wo in den Vorjahren breite Schilfsäume an offene Wasserflächen grenzten. Tabelle 2 zeigt Bestandszahlen in den drei Jahren. Insgesamt sind die Zahlen recht konstant und zeigen nur vergleichsweise geringe Schwankungen. Insbesondere die Entenvögel ließen sich von den Eingriffen offensichtlich nicht beeinflussen. Deutlich profitiert zu haben scheinen allerdings Bläßralle und Kiebitz, deren Brutpaarzahlen erheblich anstiegen. Die Übersichtlichkeit der Flächen lockte auch Schafstelze und Flussregenpfeifer an. Erstaunlicherweise konnten auch die Schilfbewohner ihre Bestände im wesentlichen halten, obwohl die besiedelbare Fläche deutlich zurückgegangen war. Zum Beispiel hat sich beim Teichrohrsänger der Schwerpunkt des Vorkommens in angrenzende Altschilfbestände verlagert, so dass der Flächenverlust fast vollständig kompensiert wurde. Diese Ergebnisse sind selbstverständlich durch Einflüsse überlagert, die nicht mit den Bearbeitungsmaßnahmen zusammenhängen. So hat beispielsweise auch der Bruterfolg der Vorjahre, die Überlebensrate in den Durchzugs- und Überwinterungsgebieten, der allgemeine Populationstrend und die Witterung der einzelnen Beobachtungsjahre einen wichtigen Einfluss. Für die Zukunft sind die Wechselwirkungen zwischen Reservatsmanagement und Brutvogelgemeinschaften daher unbedingt weiter aufmerksam zu verfolgen.

69 68 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Tab. 2: Ergebnisse der Brutvogelkartierungen auf einer Teilfläche (56 ha) im Reservat in den Jahren 2000 bis Art Art Zwergtaucher Teichralle Haubentaucher Blässralle Höckerschwan Flußregenpfeifer 1 1 Graugans Kiebitz Kanadagans Lachmöwe Nilgans 1 Schafstelze 1 Brandgans Blaukehlchen Schnatterente Feldschwirl 1 1 Krickente 2 Schilfrohrsänger 1 Stockente Sumpfrohrsänger Knäkente 1 3 Teichrohrsänger Löffelente Dorngrasmücke Reiherente Bartmeise Rohrweihe 1 2 Beutelmeise 1 Fasan 2 1 Goldammer Wasserralle Rohrammer Literatur ANTHES, N. & H. SCHIELZETH (2001): Brutvögel der Rieselfelder im Jahr Jahresber. Biol. Stat. Rieselfelder Münster 4: NOTTMEYER-LINDEN, K., M. JÖBGES, E. KRETSCHMAR, P. HERKENRATH, & M. WOIKE (1997): Rote Liste der gefährdeten Vogelarten Nordrhein- Westfalens. Stand: Oktober Charadrius 33: OELKE, H. (1980): Quantitative Untersuchungen: Siedlungsdichte. In Praktische Vogelkunde. Ein Leitfaden für Feldornitholgen (eds P. Berthold, E. Bezzel & G. Thielke), pp Kilda Verlag, Greven. SCHIELZETH, H., C. GRÜNEBERG, & J. WAHL (2002): Brutvögel der Rieselfelder Münster im Jahr Jahresber. Biol. Stat. Rieselfelder Münster 5: SUDMANN, S.R., C. SUDFELDT, S. GLINKA, M. JÖBGES, A. MÜLLER, & G. ZIEGLER (2002): Methodenanleitung zur Bestandserfassung von Wasservogelarten in Nordrhein-Westfalen, Teil 1: Brutbestände. Charadrius 38:

70 Ornithologie 69 Weißstörche in den Rieselfeldern... nicht nur zur Sommerzeit -... nein auch im Winter wenn es schneit Von jeher ist der Storch bei den Menschen beliebt. Er wird als Glücksbringer und Kinderbote verehrt und geschätzt. Vergleicht man den Rückgang der Storchenpopulationen mit unserem Geburtenrückgang, so meint man tatsächlich einen Zusammenhang zu erkennen. Trotz der hohen Akzeptanz in der Bevölkerung und der daraus resultierenden Unterstützung in Form von Nisthilfen oder Fütterungsangeboten fehlt meist das Bewusstsein eines umfassenden Schutzgedankens. Was helfen zahlreiche Nisthilfen auf Häusern und Masten, wenn die Umgebung vielleicht gerade ein Storchenpaar ohne Brut ernähren kann. An die Erhaltung und Entwicklung geeigneter Lebensräume im Rahmen von Feuchtwiesenschutz oder Renaturierung durch Wiedervernässung denkt in diesem Zusammenhang kaum jemand. Auch die vom Naturschutz durchgeführten Feuchtwiesenprojekte werden von Limikolen André Niermann z.t. gut angenommen, jedoch sind sie für Störche oft zu klein oder zu weit voneinander entfernt. Ein Brutpaar benötigt ca. 200 ha extensiv genutztes Feuchtgrünland um erfolgreich Junge aufzuziehen. Liegen die Flächen zu weit auseinander oder zu weit vom Horst entfernt, sinkt der Bruterfolg, da die Altvögel zuviel Zeit brauchen um die ausreichende Futtermenge zu beschaffen. Auch wenn Störche bei der Nahrungssuche alles andere als wählerisch sind, stellen sie doch hohe Ansprüche an ihre Nahrungsbiotope. Das Nahrungsangebot dieser Biotope muss sowohl vom Nahrungsspektrum als auch von der zur Verfügung stehenden Menge ausreichend sein. Die Rieselfelder und das Umland zwischen Aa und Ems mit der fraglichen Nahrungsquelle Mülldeponie, die häufig aufgesucht wird, könnte sicherlich zwei Brutpaare ernähren.

71 70 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Der Mangel an geeigneten Lebensräumen ist eine Seite der Überlebensproblematik des Weißstorches. Eine ganz andere Problematik geht von Tieren der gleichen Art aus. Bis in die 1980er und 90er Jahre wurde in vielen Regionen Deutschlands im Rahmen von Auswilderungsprojekten versucht, die drastisch in ihrem Bestand zurückgegangenen Störche wieder heimisch zu machen. Viele dieser sogenannten Projektstörche wurden in Gefangenschaft erbrütet und nicht am Entfliegen gehindert. Andere stammen aus populationsfremden, aber storchenreichen Gebieten wie beispielsweise dem Elsass (Frankreich) oder Algerien. Jungstörche aus diesen Regionen wurden zunächst bis zur Geschlechtsreife mit 3 4 Jahren am Fliegen gehindert, um dann als Freiflieger aus der Gefangenhaltung entlassen zu werden. Durch diese Aktionen wollte man ausgestorbene Populationen ersetzen oder bei Restbeständen eine Populationsstützung erreichen. An diesem Punkt beginnt die oben genannte Problematik, denn sowohl die Altvögel wie auch deren Nachkommen haben in den meisten Fällen ihr Zugverhalten verloren. Sie bleiben in unseren Breiten, wo sie zwar an die winterlichen Temperaturen angepasst sind, aber aufgrund des jahreszeitlich bedingten Nahrungsmangels auf künstliche Nahrungsquellen wie Fütterungen von Privatleuten, in Zoos oder auf Müllkippen angewiesen sind. Sie siedeln sich in weniger geeigneten Gebieten an bzw. werden dort durch den Menschen angesiedelt.haben sich die Tiere erst einmal an regelmäßige Zufütterung gewöhnt, siedeln sie sich auch in Gebieten an, die ohne menschliches Zutun gar nicht in der Lage wären, Störche zu ernähren. So haben sich beispielsweise im Allwetterzoo Münster 7 freifliegende Brutpaare dieser Störche angesiedelt und im Naturzoo Rheine sogar mehr als 30 Störche, die im Zoo und dessen Umgebung auch brüten. Die aus diesen Projekten hervorgehenden Tiere stellen ein Problem dar, wenn sie in Gebieten mit geeigneten Brut- und Nahrungsbiotopen überwintern. Sie sind ausgeruht, fangen früher an zu brüten und lassen den erschöpft aus Afrika ankommenden Wildstörchen keine Chance auf Brutplatz und Nahrungsrevier. Optisch lassen sich die Nichtzieher von den Wildstörchen nicht unterscheiden, jedoch sind viele von ihnen über Beringungsprojekte markiert worden und lassen sich so voneinander abgrenzen. Recht einfach lassen sich die Nichtzieher jedoch jahreszeitlich von den Wildstörchen abgrenzen, da die ziehenden Störche ihr Brutgebiet Anfang September verlassen und erst Anfang April aus Afrika zurückkehren. Leider gibt es auch Wildstörche, die obwohl sie bereits gezogen sind (Beringungsnachweise) ihr Zugverhalten eingestellt haben. Auch Nachkommen ziehender Weißstorchpaare bleiben unter bestimmten Umständen bei uns. Dies geschieht dann, wenn Wildstörche Mischpaare mit Nichtziehern bilden bzw. sich diese Tiere vor dem Zug mit Nichtziehern versammeln. Stimmt dann noch die Nahrungsgrundlage durch künstliche Nahrungsquellen, scheint der Zugtrieb wohl der Bequemlichkeit zu unterliegen. Auch das erste Brutpaar der Rieselfelder im Frühjahr 2002 überwinterte in unseren Breiten und saß schon auf dem Horst, als die Wildstörche noch auf dem Rückflug aus Afrika waren. Ein Partner dieses Paares war beringt und trug einen Ring der Vogelwarte Helgoland mit der Nummer 095T. Aufgrund dieser Ringablesung ist bekannt, dass dieser Storch 1999 im Naturzoo Rheine geschlüpft war und dort beringt wurde. Aus dem Gelege wurde wahrscheinlich nur ein Jungvogel erbrütet, der am tot unter dem Horst aufgefunden wurde. Eine Unter-

72 Ornithologie 71 suchung der Todesursache beim staatlichen Veterinäramt war aufgrund der bereits vorangeschrittenen Verwesung nicht mehr möglich. Ein Verhungern als Todesursache aufgrund von Nahrungsmangel dürfte nicht in Frage kommen, da sich seit der Wasserqualitätsverbesserung durch den Umbau der Kläranlage 1994 die Amphibienbestände stark vermehrt haben, und das Erweiterungsgebiet seit 1999 mit seinen Feuchtwiesen sicherlich einen Teil des Nahrungsbedarfs abdecken kann. Auch die angrenzende Mülldeponie bietet den Störchen eine zweifelhafte Nahrungsquelle und wird von ihnen häufig angeflogen. Die Deponie stellt anscheinend die Hauptnahrungsquelle der bis zu 18 Individuen dar, die den Winter 2002/2003 in den Rieselfeldern verbracht haben. konnte aufgrund von Ringablesungen erbracht werden - und war nun mit seinem Partner wieder lange vor dem natürlichen Brutbeginn mit dem Nestbau beschäftigt. Im Anschluß daran sah man meist nur noch einen Partner sitzend auf dem Horst, so dass sich der Brutverdacht intensivierte. Da kein Einblick in den Horst möglich war, konnte man nur gespannt abwarten. Auch der Termin des Brutbeginns und somit auch der Schlupftermin konnte nur geschätzt werden. Tatsächlich deutete das Verhalten der Störche zum geschätzten Schlupftermin auf Brutpflege hin. An den nächsten Tagen bestätigte sich dies zwar, jedoch waren die noch sehr kleinen Jungstörche nicht zu beobachten und ihre Anzahl nicht bekannt. Die Angaben zu der Anzahl der Jungstörche von Sichtbeobachtungen bei Fütterungen der Elterntiere fielen sehr unterschiedlich aus. So verging noch einige Zeit, bis die Jungen so groß waren, dass zweifelsfrei 4 Jungstörche gezählt werden konnten. Sie wuchsen gut heran und wurden am mit Ringen der Vogelwarte Helgoland beringt (Abb. 3). Dafür reiste Michael Joebges, der Storchenexperte der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) an (Abb. 4). Abb. 3: Vogelring für einen Jungstorch Die 2002 noch mit einigen Zweifeln verbundene Ernährungsfrage der Jungstörche sollte sich im Jahr 2003 mit positivem Ergebnis klären. Ende Februar stand der beringte Brutvogel mit der Ringnummer 095T vom Vorjahr wieder mit einem unberingten Partner (evtl. derselbe Partner wie in 2002) auf dem Horst vom Vorjahr. Zumindest der beringte Vogel hatte den Winter in den Rieselfeldern verbracht dieser Nachweis Abb. 4: Michael Joebges beringt die Jungstörc

73 72 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Mit Hilfe eines Hubsteigers, der für diese Maßnahme kostenlos von der Firma KFR Mietlifte GmbH zur Verfügung gestellt wurde, erfolgte die Beringung der 4 Jungstörche (Abb. 5). Die Störche bekamen die Ringkombinationen 1X131 bis 1X134 und waren, nachdem sie den Horst verlassen hatten, noch einige Zeit im Gebiet zu beobachten. Am wurden sie zum letzten Mal auf der Parzelle 22/A im Reservat gemeinsam beobachtet. Der Zeitraum und das Verschwinden aller Jungtiere Abb. 5: Hubsteiger Foto: Andrea KLein auf einmal deutet auf Zugverhalten hin. Eine Nachfrage kurz vor Druck des Jahresberichtes bei der Vogelwarte Helgoland hat ergeben, dass dort bisher keine Beobachtungsmeldung diesbezüglich einging. Somit hat sich ein Zugverhalten bisher noch nicht bestätigt. Manch einer wird nun sagen, Storch ist Storch, die spinnen die Naturschützer. Wollen die nun Störche oder nicht? Beschäftigt man sich jedoch genauer mit Weißstörchen bemerkt man, dass dieser majestätische Großvogel mit seiner interessanten Biologie, Ökologie und seinem Zugverhalten, in Gefahr ist, den ökologischen Stellenwert eines vom Menschen abhängigen Haushuhns zu erhalten. Seit Mitte der 1980er Jahre versucht man seitens der Biologische Station Rieselfelder Münster, mit Nisthilfen die regelmäßig durchziehenden Störche für eine Brutsaison sesshaft zu machen. Darüber hinaus sind Nisthilfen durch Privatinitiativen von Anwohnern hinzugekommen, so dass inzwischen sieben Nisthilfen zur Verfügung stehen. Jedoch bis zum Jahr 2003 gab es nur Hoffnungsschimmer, wenn zur Brutzeit Störche auf den Nistplattformen saßen, oder sogar Nestbauaktivitäten und Paarungen beobachtet wurden. Auch das charakteristische Schnabelklappern, weshalb der Weißstorch im Volksmund auch als Klapperstorch bezeichnet wird, war gelegentlich zu hören. Jedoch blieb es jahrelang dabei und die Störche entfernten sich nach kurzer Zeit wieder aus dem Gebiet. Mit dem bereits erwähnten Paar, dass auf einer von der Familie Oertker auf ihrem Grundstück aufgestellten Nisthilfe gebrütet hat, ist nun, wenn auch mit Nichtziehern, ein Anfang gemacht. In diesem Zusammenhang ist die Frage zu diskutieren, ob das Münsterland von jeher zum natürlichen Brutgebiet des Weißstorches zählte. Die Bedeutung der Rieselfelder hat sich für den Weißstorch in den letzten Jahren seit der Erweiterung 1999, wie auf den abgebildeten Diagrammen zu sehen ist, deutlich erhöht. Abgesehen von den Störchen, die überwintern oder die als Brutvögel der Zoos Münster und Rheine in die Rieselfelder fliegen (Ringablesungen), gibt es auch größere Trupps ziehender Weißstörche, die auf ihrem Zug die Rieselfelder als Rastplatz nutzen. Die folgenden Diagramme geben Auskunft über Rastbestände und überwin-

74 Ornithologie 73 ternde Weißstörche in den Rieselfeldern Münster. Vergleicht man die Diagramme, so stellt man fest, dass das Auftreten des Weißstorches in den Rieselfeldern vor 1999 etwa gleich verläuft (Abb.6). Wie die Beobachtungslücken im Diagramm zeigen, werden meist Einzeltiere registriert, die durchziehen, ohne Interesse an einem Aufenthalt zu zeigen. Nur zum Wegzug gibt es Beobachtungen von bis zu 10 Tieren. Auch der anfangs bereits erwähnte Anstieg der Amphibienbestände seit der Wasserverbesserung 1994 hat als verbesserte Nahrungsgrundlage kaum sichtbaren Einfluss auf die Bestände der bis dahin vorhandenen Flächen Jan. 96 Mrz. 96 Mai. 96 Weißstorch 1996 und 1997 Jul. 96 Sep. 96 Nov. 96 Jan. 97 Abb. 6: Durchzugsdiagramme 1996 und 1997 Die Parzellen im Reservat sind für Störche nicht offen genug und daher von geringer Bedeutung und die Feuchtwiesen im Norden der Rieselfelder sind für sie zu kleinflächig. Erst die Erweiterung der Rieselfelder 1999 zwischen der Straße Coermühle und dem Kanal um etwa 155 ha machen die Rieselfelder für Störche attraktiver. Die Flächen bieten einen großen Anteil an großflächigen Feuchtwiesen und extensiv genutztem Grünland und entsprechen daher zusammen mit den schon vorhandenen Strukturen den Biotopansprüchen der Weißstörche. Dies zeichnet sich in den Diagrammen deutlich ab (Abb. 7). Mrz. 97 Mai. 97 Jul. 97 Sep. 97 Nov. 97 Die Individuenzahlen steigen an und die Beobachtungslücken schließen sich von Jahr zu Jahr immer mehr, bis 2002 fast keine Lücken auftreten. Die wenigen und kleinen Lücken sind wahrscheinlich Tage, an denen der Bestand nicht erfasst wurde oder sich die Störche außerhalb des bearbeiteten Gebietes aufhielten. Die mit bis zu über 30 Störchen hohen Herbstrastzahlen, die im Frühjahr ausbleiben, sind ein typisches Erscheinungsbild, welches auch bei anderen Zugvögeln auftritt. Im Frühjahr müssen die Vögel möglichst schnell die Brutgebiete erreichen, um sich ihr Revier, Nest und Brutpartner zu sichern. Sie rasten nur, wenn es unbedingt nötig ist. Im Herbst sieht das anders aus. Da die Vögel nun weniger Zeitdruck auf dem Zug haben, gehen sie die Reise ins Winterquartier gelassener an, sie rasten öfter und verbleiben länger am Rastplatz. Zusätzlich sorgt noch der Jungvogelanteil für hohe Rast- und Durchzugszahlen. Während um die 30 Raststörche öfter vorkommen, sind die beiden Spitzenwerte mit über 50 Tieren im Jahr 2000 auf durchziehende Trupps zurückzuführen, die registriert wurden, ohne dass sie zur Rast gelandet sind. Auch die nicht ziehenden Störche haben recht bald die verbesserten Bedingungen in den erweiterten Rieselfeldern für sich entdeckt Jan. 99 Mrz. 99 Mai. 99 Weißstorch 1999 und 2000 Jul. 99 Sep. 99 Nov. 99 Abb. 7: Durchzugsdiagramme 1999 und 2000 Jan. 00 Mrz. 00 Mai. 00 Jul. 00 Sep. 00 Nov. 00

75 74 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Weißstorch 2002 und 2003 Während bis 1999 nur ausnahmsweise Störche außerhalb der Zug- und Brutzeit registriert wurden, häuften sich die Winterbeobachtungen von Jahr zu Jahr bis zu einer lückenlosen Anwesenheit und einem Wintermaximumbestand von bis zu 18 Vögeln im Winter 2002/2003 (Abb. 8). 0 Jan. 02 Mrz. 02 Mai. 02 Jul. 02 Sep. 02 Nov. 02 Jan. 03 Mrz. 03 Mai. 03 Jul. 03 Sep. 03 Nov. 03 Abb. 8: Durchzugsdiagramme 2002 und 2003 Abb. 9: Beringte Jungstörche Unser Dank gilt all denen, die auf der Suche nach Raritäten auch mal einen Blick auf die Beine schon fast alltäglicher Vögel werfen und dazu beitragen, dass durch Ringablesungen interessante Daten über das Verhalten heimischer Vögel herauskommen. Jeder, der über eine gewisse optische Ausrüstung verfügt, kann dabei mithelfen! Wenn Sie selber in den Rieselfeldern einen beringten Storch oder andere beringte Vögel abgelesen haben, senden Sie bitte Ihre Beobachtungen an die Biologische Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181, Münster oder am besten per E- Mail unter [email protected].

76 Ornithologie 75 Schädling Kanadagans? Michael Harengerd Die ersten Klagen über vermeintliche Schäden durch Kanadagänse (und zum Teil auch Höckerschwäne) im weiteren Umfeld der Rieselfelder stammen bereits aus dem Jahre Zur Erinnerung: Damals war gerade das EU-Life-Projekt im Entstehen, also die Umwandlung des Osttteils der Rieselfelder von im Wesentlichen Ackerflächen zu Grünland, Flach- und Tiefwasserzonen. Damals vereinbarten Stadt, Land und Station, dass sich die Biologische Station darum bemühen werde, in weitestmöglichem Umfang innerhalb des Europäischen Vogelschutzgebietes Nahrungsflächen für die Gänse zu schaffen. Dies ist, wie die Änderung des Grünlandflächenanteils im Naturerlebnisgebiet der Rieselfelder Münster (Tabelle 3) zeigt, in vollem Umfang gelungen: Der Grünlandanteil stieg von etwa 12% 1995 über 30% 1999 auf 45% im Berichtsjahr Dieser Wert ist gleichzeitig auch das Maximum dessen, was überhaupt möglich ist; denn schließlich können und sollen weder Röhrichtflächen noch gar der Wald Gelmer Heide zugunsten von Grünland beseitigt werden. Auch die Bestandsentwicklung der Kanadagänse (s. Abb. unten) innerhalb des Reservates macht den Erfolg der Grünlanderweiterung deutlich: So haben sich die durchschnittlichen Januar- Bestände seit Mitte der 90er Jahre mehr als verdoppelt; im Februar ist der Anstieg nicht ganz so deutlich, wenn man von dem Extremwert im Februar 2003 absieht Kanadagans (Branta canadensis) Mittelwert Tageszaehlungen Januar 400 Jahr Abb. 10: Bestandsentwicklungen der Kanadagans im Januar

77 76 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Kanadagans (Branta canadensis) Mittelwert Tageszaehlungen Februar 400 Jahr Abb. 11: Bestandsentwicklung der Kanadagans im Februar Jedenfalls gab es im Winter 2002/2003 wieder Bestandserhebungen und Abschätzungen von Fraßschäden in der Landwirtschaft der Umgebung der Rieselfelder durch die Kreisstelle Münster der Landwirtschaftskammer. Dabei wurden an manchen Tagen bis zu 250 Kanadagänse und 80 Höckerschwäne überwiegend auf Grünland und Wintergerste gezählt. Dies sind jedenfalls im Vergleich mit den mehrere Tiere umfassenden Gänseoder Schwanbeständen am Unteren Niederrhein extrem kleine Zahlen. Inwieweit nun die aufgekommenen Forderungen nach Entschädigung für die von der LWK dokumentierten Fraßschäden berechtigt sind, fällt in die Entscheidungskompetenz der Behörden (am Niederrhein werden innerhalb der Schutzgebietskulisse Entschädigungen gezahlt), ebenso die erneut laut gewordenen Forderungen nach Abschussfreigabe. Wobei man sich bei Letzterem vor Illusionen hüten sollte: Erstens erhöht der Jagddruck den Energieverbrauch der Gänse und Schwäne und damit das Ausmaß der benötigten Nahrungsmenge und zweitens dürfte die Akzeptanz für solcherart jagdliche Hege in der Bevölkerung nicht sonderlich ausgeprägt sein. Desweiteren ist zu berücksichtigen, dass von Schäden erst dadurch die Rede sein kann, dass einerseits die natürlichen Nahrungsflächen im Laufe der letzten Jahrzehnte immer weiter zugunsten anthropogener Nutzungen verkleinert worden sind und dass andererseits bestimmte landwirtschaftliche Intensivkulturen die Tiere geradezu einladen, sich zu bedienen von der Reduktion potentieller natürlicher Feinde ganz zu schweigen. Inwieweit die Kapazität der Rieselfelder für Gänse und Schwäne inzwischen ausgeschöpft ist, vermag zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand zu beurteilen. Die Biologische Station wird jedenfalls die zukünftige Bestandsentwicklung in gewohnter Weise sorgfältig dokumentieren.

78 Ornithologie 77 Tab. 3: Grünlandanteil im Naturerlebnisgebiet Rieselfelder Münster 12 % % % 2002 Abb. 13: Impressionen aus dem Leben der Kanadagans Foto: T. Kepp

79 78 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Buchbesprechung Christoph Sudfeldt ARBEITSGEMEINSCHAFT BERLIN-BRANDEN- BURGISCHER ORNITHOLOGEN (2001): Die Vogelwelt von Brandenburg und Berlin. 684 S., 197 Abb. s/w, 37 Abb. farbig, 317 Tab. und 38 Karten. ISBN Verlag und Bezug: Natur & Text, Friedensallee 21, Rangsdorf. Preis: 45 EUR zzgl. 3 EUR Versandkosten. Nach den 1919 von H. SCHALOW publizierten Beiträgen zur Vogelfauna der Mark Brandenburg und der 1983 von E. RUTSCHKE zusammengestellten Übersicht über die Vogelwelt Brandenburgs hat die Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen [ABBO] eine vollständig überarbeitete Avifauna für diese ornithologisch und landschaftlich so abwechslungsreiche Region Deutschlands vorgelegt ein Gemeinschaftswerk von über 500 ehrenamtlichen Feldornithologen, 67 Artbearbeitern und einem siebenköpfigenredaktionsteam (W. MÄDLOW, H. HAUPT, R. ALTENKAMP, R. BESCHOW, H. LITZBARSKI, B. RUDOLPH, T. RYSLAVY), das unter dem Dach des NABU (Naturschutzbund Deutschland) organisiert, vom brandenburgischen Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung und der Stiftung Naturschutz Berlin gefördert und in enger Zusammenarbeit mit der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburgs erstellt wurde. Allein der Umfang mit knapp 700 zweispaltig in sehr kleiner Schrift bedruckten Seiten belegt den enormen Wissenszuwachs über die brandenburgische Vogelwelt seit Beginn der 1980er Jahre. Einleitend wird auf 22 Seiten ein (etwas knappgeratender) Überblick über die naturräumliche Gliederung, die klimatischen Verhältnisse, die bedeutendsten Landschaftsund Nutzungstypen sowie über anthropogene Gefährdungsursachen gegeben. Im rund 600 Seiten umfassenden speziellen Teil werden alle bisher nachgewiesenen Arten auf bis zu fünf Seiten behandelt. Die Artkapitel sind einheitlich in die Abschnitte Verbreitung, Lebensraum, Bestand und Bestandsveränderungen, Brutbiologie, Wanderungen Gefährdung und Schutz gegliedert. 32 Artkapitel enthalten Brutverbreitungskarten, oftmals sind informative Tabellen und Grafiken zur Bestandsentwicklung und Siedlungsdichte beigelegt. Beobachtungen von Seltenheiten und Ausnahmegästen wurden generell (auch bereits publizierte Nachweise ) einer kritischen (Neu-)Bewertung unterzogen. Einige Eckdaten: In Brandenburg und Berlin wurden bisher 219 Brutvogelarten (insgesamt 352 Vogelarten) nachgewiesen mit insgesamt 5 bis 6 Millionen Brutpaaren. Besondere Verantwortung trägt die Region für Großtrappe, See-, Fisch- und Schreiadler sowie den Kranich und innerhalb der Europäischen Union für den Wachtelkönig und den Seggenrohrsänger. Außerdem sind hier auf dem Zuge und im Winter insbesondere Sing- und Zwergschwan sowie Saatund Blässgans in international bedeutenden Rastbeständen anzutreffen. Die Herausgeber haben sich nach besten Kräften darum bemüht, auch die Ergebnisse aus verschiedenen Monitoringprogrammen (insbesondere das Monitoring von Greifvögeln und Eulen Europas der Universität Halle) einzuarbeiten. Dennoch stellt WOLFGANG MÄDLOW in seinem Vorwort fest:... baut dieses Buch ganz überwiegend auf Zufallsbeobachtungen und punktuellen

80 Ornithologie 79 Untersuchungen auf. Langfristige, vergleichbare Datenreihen sind umso seltener, je häufiger eine Vogelart ist. Brutbiologische Angaben liegen außerhalb der Uckermark... nur für einen geringen Teil der Arten vor. Und immer noch gibt es große Regionen im Land, die kaum jemals von Ornithologen besucht werden. Die Hoffnung der Herausgeber, die Vogelund Naturschützer der Region zu verstärktem feldornithologischen Arbeiten anzuregen, um die noch vorhandenen Wissenslücken zu schließen, sollte sich allerdings erfüllen, denn das Redaktionsteam hat bewiesen, dass ehrenamtlich erhobene Daten zeitnah ausgewertet werden können: Beobachtungen und Bestandsangaben reichen bis in das Jahr 2000! Unter solchen Voraussetzungen macht es Spaß, an überregionalen Vorhaben mitzuarbeiten. Fazit: Eine kompakte (deshalb preisgünstige!) und hoch aktuelle Avifauna und somit ein Muss für jeden, der sich mit der Vogelwelt näher befasst gleich ob Feldornithologe oder Mitarbeiter eines Planungsbüros. Und: Auch der interessierte Naturliebhaber kommt hier auf seine Kosten. Empfehlenswert! Kranich

81 80 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Biotop-Management-Maßnahmen Diese praktischen Maßnahmen in den Berichtsjahren umfassten nicht nur die Arbeiten zur Verbesserung der Lebensraum-Strukturen, sondern auch diejenigen, die für den reibungslosen Ablauf der Bewässerung, die Erhaltung der Erholungsfunktion vor allem des Südostteils sowie zur Sicherung des Kläranlagenablaufes notwendig waren. 1. Verbesserung der Biotop-Funktionen - Schnitt der verlandeten Bereiche auf der E 1 Die Nutzung als Schlammfläche bringt eine gewisse Verlandung der trocken gefallenen Bereiche mit sich, die nach Ende der Herbstzugzeit zum Erhalt der offenen Strukturen maschinell wieder entfernt wird. Die Vegetation der höher gelegenen Südbucht wurde daher - abgesehen von einer Brutinsel - vollständig geschnitten. Durch den anschließenden Überstau sind die Pflanzen überwiegend abgestorben. Die offene Struktur wurde wieder erreicht. - Flächenbearbeitung (Entlandung) mit Scheibenmäher Verlandete Wasserflächen wurden nach Trockenfallen geschnitten und wieder ein gestaut (21/15, 21/20, 21/C, 25/9, 25/A, 25/B, 30/5, 33/A, 36/A, 37/D). Nicht alle Entlandungsversuche waren erfolgreich. Durch das nicht mehr in allen Bereichen ausreichend leistungsfähige Rohrleitungssystem konnte nicht auf alle bearbeiteten Flächen rechtzeitig genügend Wasser gepumpt werden. Auf einigen Flächen trieb daher ein Teil der Pflanzen wieder neu aus. - Grünlandpflege Die Grünlandflächen wurden zur Pflege ein bis drei mal geschnitten; trotz dieser Pflege und unter besonderer Berücksichtigung der schwierigen Bodenverhältnisse bei den Schnitten scheint die Konkurrenzkraft der Binsen ungebrochen zu sein. - Flächenbearbeitung Brachen Wegen drohender Verbuschung einiger älterer Brachestadien war eine Bodenbearbeitung zur weiteren Nutzung der Flächen unumgänglich. Auch einige binsendominierte Brachestadien könnten so wieder in eine artenreichere Mischung überführt werden. Vor allem im Naturerlebnisgebiet wurde versucht, durch Fräsen und anschließendes Walzen einige Brachen ohne Einsaat in Grünland umzuwandeln. Es wird zu überprüfen sein, ob diese Methode zur Umwandlung in Grünland geeignet ist, bzw. ob sich die Gräser gegen die konkurrenzstarken Binsen und Ampferpflanzen durchsetzen. - Kopfbäume geschneitelt Herausgewachsene Kopfbäume wurden zur Erhaltung und Entwicklung wieder auf den Kopf zurückgeschnitten. Unter Berücksichtigung der ökologischen Bedeutung auch als Nistplatz wurde nur ein Teil der Bäume geschneitelt. 2. Unterhaltung des Kläranlagenablaufes, der Gräben, Böschungen, Dämme und Wege - Gräben Gemäht wurden die rund m Emsableiterböschung und geräumt auf Bitten des Nutzers die knapp 300 m Grenzgraben nördlich des Komplexes 36 zur Verhinderung von Vernässungsschäden auf die durch den abschließenden Rohrdurchlass vorgegebene maximale Grabentiefe. Außerdem wurde ein Teil der Wegeseiten-

82 Fauna, Flora und Biotopmanagement 81 gräben dort ausgebaggert, wo dies unter Berücksichtigung ihrer Funktion unabweisbar schien. Die anderen Bereiche wurden aus ökologischen Gründen (hohe Amphibiendichte!) zunächst ausgespart. - Dämme Es waren in den Berichtsjahren 2002/03 weitere Arbeiten an den durch Wellenschlag geschwächten Bereichen des Dammes um den Emsableiteranstau (E1) erforderlich. Dabei wurde zur Verhinderung von Schäden mit dammvorgelagertem Uferschutz aus Lebendverbau gearbeitet (Abb. 13). Auf ca. 200 m Länge wurden Faschinen aus frischem Weidenschnitt eingebaut und zusätzlich mit vorgelagerten Binsenbulten gesichert. Einzelne erodierte Bereiche wurden wieder mit Erde aufgefüllt. Klar ist dabei, dass sich die gewählte Konstruktion noch bei kommenden Stürmen bewähren muss. Die ursprüngliche Form einer dem Wellenschlag zum Opfer gefallenen Insel vor dem Feldherrenhügel wurde aus dem Material der Umgebung wieder hergestellt, so dass sie von den Vögeln wieder genutzt werden kann. Abb. 13: Vorbereitungen zum Uferschutz des Emsableiteranstaues Zur Schaffung bzw. Erhaltung offener, übersichtlicher Bereiche wurden die Verbindungsdämme zwischen einigen Flächen in den Komplexen 23, 25 und 28 freigeschnitten, insgesamt etwa 2,3 km. Ein Ergebnis dieser Maßnahme ist eine offenbar erhöhte Akzeptanz dieser Flächen durch einige Schwimmentenarten zur Brutzeit. Einige Grünlandflächen im Erweiterungsgebiet wurden 2002 mit flachen Dämmen umgeben, um den Bewuchs mit Binsen im wahrsten Sinne des Wortes besser eindämmen zu können. Durch Schnitt der Binsen mit anschließender Überstauung der gemähten Fläche sollen wieder binsenfreie Flächen zur Selbstberasung geschaffen werden. Insgesamt wurden 1460 m Flachdämme angelegt und 9,22 ha verbinste Fläche auf den Parzellen 18/C, 18/D, 15/C und 15/D überstaut. Bisher hat sich gezeigt, dass zu später oder zu geringer Überstau den Wuchs der Binsenbulte nur wenig beeinträchtigte. Wie alljährlich zur Erfassung der Vogelbestände nötig, wurden an jeder Wasserfläche im NSG mindestens zwei Sichtschneisen freigehalten. Dies macht bei derzeit knapp 80 Wasserflächen rund 160 Schneisen, die i.w. mit Freischneider und Handsense zu bearbeiten sind. Auf Grund des extrem langen und warmen Sommers war 2003 der Dammbewuchs außerordentlich kräftig, was eine häufigere Bearbeitung als sonst nach sich zog. Auf rund 400 m wurde ein nicht mehr nutzbarer ableiterbegleitender Wirtschaftsweg wieder instand gesetzt; die übrigen Wege wurden je nach Vegetation 1-2 mal gemäht. Gleiches gilt für die sog. Bewässerungswege : Diese verlaufen zum Teil über die kleinen Dämme zwischen den bewässerten Parzellen und müssen zum schnellen Erreichen der Bewässerungseinrichtungen re-

83 82 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster gelmäßig freigeschnitten werden, was auf knapp 3 km im Laufe des Berichtszeitraumes etwa 4 mal erforderlich war. Schließlich wurde festgestellt, dass sich einzelne Drainagestränge obwohl in früheren Jahren bereits stillgelegt im Jahr 2003 wieder freigespült hatten, was eine dauerhafte Wasserhaltung der betroffenen Flächen zumindest erschwert, wenn nicht verhindert. Deshalb wurden zur Wiederherstellung der Staufähigkeit einige Drainstränge auf den Flächen 23/9 und 25/10 während der trockenen Sommermonate mit Hilfe des Baggers weiter aufgenommen. Anschließend war die Wasserhaltung wieder akzeptabel. Wegen Undichtigkeiten konnte die Fläche 22/C ab dem späten Frühjahr 2002 nicht mehr unter Wasser gehalten werden, wodurch eine zielgerichtete Nutzung nicht mehr möglich war. Eine Reparatur war in den Sommermonaten 2002 trotz einiger Versuche, die Fläche durch Ablaufgräben vollständig auszutrocknen und befahrbar zu machen, nicht zu realisieren. Neben diversen kleineren, per Hand reparierten Dammundichtigkeiten wurde bei im Winter zugefrorenen Flächen der Verbindungsdamm zwischen 22/B und 22/C mit dem Kettenbagger an mehreren Stellen ausgebessert. Im Einlaufbereich der Flächen 21/ A und 21/18, sowie 21/5 und 21/19 musste wegerodierter Boden neu eingebaut werden, da ein Dammbruch drohte und in einem solchen Falle die Bewässerung nicht mehr sichergestellt werden konnte. Die durchgeführten Maßnahmen ermöglichten die ordnungsgemäße Bewässerung der Flächen. - Straßen, Wege, Beobachtungseinrichtungen Im Rahmen der vertraglich vereinbarten Wegeunterhaltung und Verkehrssicherung wurden sämtliche Wegebanketten im Naturerlebnisgebiet und soweit für die Öffentlichkeit zugänglich auch im NSG geschnitten; dies betraf in zwei Durchgängen jeweils etwa 15 km Wegstrecke. Des weiteren wurden zum Erhalt des Lichtraumprofiles entlang einiger Wege die in den Wegebereich ragenden Äste entfernt. Der inzwischen gern genutzte 1,2 km lange Wanderweg von der Beobachtungsbrücke am Aa-Ableiter-Anstau zum Heidekrug ist unbefestigt und muss deshalb regelmäßig gemäht werden. Dank dieser 4 mal pro Jahr durchgeführten Maßnahme erfreut er sich weiterhin großer Beliebtheit. Die nutzbare Fahrbahnbreite des 31-33er Stichweges war im Jahr 2002 durch Verkrautung unter ein erträgliches Maß geschwunden, so dass ein Freilegen der Bankette nötig wurde. Auf 540 m Weglänge wurden die Wegeseiten mit dem Schlepper abgeschoben. Nun ist der Stichweg wieder auf der gesamten Breite nutzbar. Abb. 14: Mutwillige Zerstörung an einer Schautafel

84 Fauna, Flora und Biotopmanagement 83 Glücklicherweise kommt es an den Beobachtungseinrichtungen nur selten zu Fällen von Vandalismus 2003 war es allerdings wieder einmal so weit: Die Beobachtungskanzel im Komplex 14 sowie der Schaukasten nahe der Hessenwegbrücke wurden schwer beschädigt (Abb. 14), so dass umfangreiche Ausbesserungsarbeiten erforderlich waren. Darüber hinaus wurden vor allem die älteren Beobachtungskanzeln im NSG entlang der Straßen Hessenweg und Wöstebach teilrenoviert. Im übrigen wurden die 10 Beobachtungshütten und 5 Aussichtspunkte bedarfsgerecht entkrautet, so dass die Besucher eine ungehinderte Aussicht aus den Sehschlitzen auf die jeweiligen Flächen haben. Nur wenn dies gewährleistet ist, sind potentielle Störungen der angrenzenden Flächen zu verhindern. Um für eine noch bessere Einbindung der Beobachtungskanzeln in die Landschaft zu sorgen, wurde dort, wo dies ohne Beeinträchtigung der Sicht möglich war, die Bepflanzung ergänzt. So ist z.b. sowohl die Zuwegung als auch die Beobachtungsbrücke selbst am Aa-Ableiter- Anstau inzwischen recht gut integriert. Gegen Ende des Berichtszeitraumes begann auch der von der Euregio und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Umwelt und Entwicklung geförderte Bau eines Beobachtungsturmes am Rande des Wäldchens im Komplex 18 (Abb. 15 und 16). Sowohl die Zuwegung zur Baustelle als auch das 6x6x1 m große Fundament wurden fertiggestellt. Abb. 15: Wegen der nassen Witterung im Herbst 2003 war die Anlage der Baustraße recht aufwendig. Abb. 16: Anlage des Eisengeflechtes für das Fundament des Turmes

85 84 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Dieser im Endausbau 12 m hohe Turm soll nicht nur die Beobachtungsmöglichkeiten auf den Emsableiter-Anstau erheblich verbessern, sondern auch einen Überblick auf die vom Boden aus nicht so gut erkennbare Struktur der Flächen im nördlich angrenzenden NSG ermöglichen. Wegen der Nähe zu dem Wäldchen ist der Turm relativ gut in die Landschaft eingebunden, zumal er die Baumkronen nicht überragen wird. - Sonstiges Ein Fehler in der Zuleitungssteuerung zum Pumpenschacht machte es erforderlich, dass dieser nicht nur völlig entleert, sondern auch entschlammt werden musste (Abb. 17). Nachdem diese nicht gerade angenehme Arbeit erledigt war, konnten die nötigen Reparaturarbeiten erfolgreich abgeschlossen werden. Schließlich musste noch eine der beiden großen Pumpen wegen zu hohen Verschleißes ausgebaut werden. Sie wird 2004 repariert und dann wieder installiert. Zur Überwachung der Veränderungen des Emsableiterprofils wurden im Bereich der Entwicklungszone 1 im Jahr 2002 im Abstand von 50 Metern Querprofile eingemessen. Um eine Dammpflege der Entwicklungszone 1 mit Schafen zu ermöglichen, wurde im Jahr 2002 diese Fläche eingezäunt. Der Zaun führte zu einer deutlichen Verringerung der Nutzung des Dammes durch Spaziergänger. Die zeitweilige Schafhaltung auf dem Damm sorgte für eine dichtere Pflanzendecke. Insgesamt waren bisher nur positive Entwicklungen zu verzeichnen. Abb. 17: Reinigen des Pumpenschachtes im Halbdunkel

86 Fauna, Flora und Biotopmanagement 85 Ergebnisse ichthyologischer Untersuchungen der Rieselfelder und des Wöstebaches Robert Kapa Einleitung Obwohl die Wasserflächen der Rieselfelder auf Grund extremer Lebensbedingungen und einer strukturarmen Gewässermorphologie keine idealen Lebensräume für Fische darstellen, zeigten gezielte Untersuchungen in den Jahren 1995 (MELTER) und 1998 (BUNZEL-DRÜKE), dass einige Tiefwasserparzellen von Fischen besiedelt waren. Nachdem im Jahr 2000 die neuen Stauseen des Ems- und Aa-Ableiters geflutet wurden, war davon auszugehen, dass eine rasche Besiedlung durch Fische erfolgen würde. Am 11. und 12. Oktober 2003 wurden der Ems- und Aa-Ableiter-Stausee erstmals sowie die Parzellen 22A, 27, und Parzelle 28A erneut im Sinne eines qualitativen Monitorings auf ihren Fischbestand hin untersucht. Auch der noch kurz vor seiner naturnahen Umgestaltung ichthyofaunistisch untersuchte Wöstebach (KAPA ET AL. 2001), wurde zum o.g. Zeitpunkt wiederholt einer Elektrobefischung unterzogen. Die erneute Erhebung kann als Erfolgskontrolle der strukturellen Revitalisierung herangezogen werden, da ein direkter Vergleich der Befischungsergebnisse möglich ist. Untersuchungsgewässer Die Lage der untersuchten Stillwasserparzellen (22A, 27, 28A), der Ableiter- Stauseen (E1, 17) und der Probestrecken des Wöstebaches (W1, W2, W3) gibt Karte 1 wieder. Die Stillgewässer Eine detaillierte Charakterisierung der Parzellen gab bereits BUNZEL-DRÜKE (1997). Die ökomorphologischen Verhältnisse haben sich seither nur unwesentlich verändert. Sie sind durch eine sehr geringe Tiefenvarianz und Substratdiversität sowie durch weitgehend strukturarme Uferbereiche gekennzeichnet. Alle Parzellen wiesen zum Zeitpunkt der Befischung maximale Wassertiefen um 1,0 m bei klaren Sichtverhältnissen auf. Höhere Wasserpflanzen waren nicht zu finden. Dagegen fand sich ein flächendeckender, zum Teil mehrere Dezimeter mächtiger Überwuchs des sandig-schlammigen Sohlsubstrates durch fädige Grünalgen. Diesbezüglich stellte Parzelle 28A eine Besonderheit dar. Der Sohlbewuchs wurde hier von einer Grünalge mit wabenartiger Struktur und schleierartiger Wuchsform gebildet. Diese bietet auch Fischen in Mitten der Wasserfläche günstige Versteckmöglichkeiten. Ansonsten stellen die Parzellen nur sehr wenige Unterstände für Fische zur Verfügung. Dies sind vereinzelte, ins Wasser hineinragende Weidengebüsche mit Feinwurzelgeflecht (v.a. Nordufer 27, 22A), punktueller Erlenbewuchs (Westufer 28A), ein ins Wasser hineinragender Schilfgürtel (28A) sowie etwas Totholz (22A, 27).

87 86 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster

88 Fauna, Flora und Biotopmanagement 87 Aus fischökologischer Sicht unterscheiden sich die neuen Stauseen (E1, 17) vor allem auf Grund des direkten Durchflusses der Kläranlagenableiter von den übrigen Tiefwasserparzellen. Beide Gewässer sind über ihre Zuflüsse miteinander in Verbindung. Die ehemaligen Gewässerläufe bilden das wichtigste ökomorphologische Charakteristikum. Sie durchziehen die Stauflächen als zentrale Tiefrinnen, die auch bei komplett abgelassenen Flächen den Fischen eine wichtige Rückzugsmöglichkeit bieten. Der Wasserstand beider Flachseen lässt sich jeweils durch ein Regelwehr am Nordufer beliebig steuern. Im Oktober 2003 wiesen die Seen in den Abflussrinnen Tiefen von 1,5-1,8 m auf. Im Durchschnitt waren die überstauten Flächen dagegen nur 0,1-0,3 m tief. Die großflächig geringe Wassertiefe ermöglicht eine schnelle und starke Erwärmung der unbeschatteten Wasserkörper. Vor allem in warmen Sommern dürften schon mäßige Nährstofffrachten des Klärwassers heftige Eutrophierungsprozesse in Gang setzen. Diesbezüglich wirkt sich die kritische Entwicklung der ph- und Sauerstoffwerte besonders ungünstig auf eine Besiedlung durch Fische aus. Die Gewässersohle der Stauseen wird fast vollständig von einer Schlammschicht überdeckt. Submerse Makrophyten fanden sich zum Befischungszeitpunkt nur sehr vereinzelt (z.b. Callitriche). Wichtige fischrelevante Strukturmerkmale bilden zeitweilig überstaute Binsenbestände sowie Totholz, das in Form abgestorbener Bäume vereinzelt im 17er Stau zu finden ist. Zum Befischungszeitpunkt wies insbesondere der E1-Stau eine erhebliche Wassertrübung auf. Der Wöstebach Der Wöstebach wird als Teilableiter der Hauptkläranlage Münster genutzt. Er entwässert nach Norden zur Münsterschen Aa und begrenzt das Gebiet der Rieselfelder Münster auf seiner Westseite. Erst im Jahr 2001 wurde der zuvor stark ausgebaute Ober- und Mittellauf des Wöstebaches einer umfassenden naturnahen Umgestaltung unterzogen. Naturferne Substrate (z.b. Steinschüttung, Betonprofilplatten) wurden komplett entfernt. Streckenweise wurde der Gewässerlauf ins alte Bett zurückverlegt. Es wurden gezielt restrukturierende Störelemente eingebaut (z.b. Baumstümpfe), um morphodynamische Prozesse zu fördern und die Strukturdiversität zu erhöhen. Alle drei Probestrecken liegen innerhalb des revitalisierten Bereiches. Eine Überschattung durch Ufergehölze lag an keiner Probestrecke vor. Zum Befischungszeitpunkt war der Wasserstand leicht abgesenkt. Fließgewässertypologisch kann der Wöstebach als Sandbach des Tieflandes klassifiziert werden (LAWA Typ 14) strekkenweise zeigt er eine deutlich kiesgeprägte Ausbildung. Abb. 18: Probestrecke 1 am Wöstebach

89 88 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Probestrecke W1 liegt in einer neu verlegten, stark geschwungenen Fließstrecke, die den ursprünglichen Bachlauf nahe des natürlichen Quellbereiches mit dem Verlauf des Ableiters verbindet. Für Fische bietet sich eine Fülle verschiedener Unterstandsmöglichkeiten. Besonders charakteristisch ist eine hohe Breiten- und Tiefenvarianz mit großen Wassertiefen bis über 1 m (Mittelwasserstand) und vergleichsweise ruhige Strömungsverhältnisse. Die wenig standfeste Gewässersohle ist durch häufige Umlagerungsprozesse gekennzeichnet und wird überwiegend durch feinsandiges Substrat gebildet. Erheblich strukturierend wirken ausgedehnte Polster flutender und submerser Makrophyten (Callitriche, Potamogeton) sowie überhängende Ufervegetation (Juncus). An der Mittelwasserlinie kommt junger Erlenbewuchs auf. Abb. 19: Probestrecke 2 am Wöstebach Probestrecke W2 verläuft etwa 800 m bachabwärts in einem tief eingeschnittenen Bereich. Sie ist charakterisiert durch einen vergleichsweise wenig geschwungenen Verlauf, mittlere bis hohe Strömungsgeschwindigkeiten und eine überwiegend geringe Wassertiefe (15-30 cm). Die sandige Gewässersohle wird zu etwa 30% von kiesigen Substraten geprägt, die zum Teil anthropogenen Ursprungs sind (Gesteinssplitt aus dem Unterbau ehemaliger Betonprofile). Kleinräumige Unterstände für Fische bieten sich in Form submerser Makrophyten, überhängender Ufervegetation, zur Uferbefestigung eingebrachten Weidengeflechtes sowie eingebrachter Totholzelemente. Probestrecke W3 liegt direkt unterhalb des Messingweges. Sie ähnelt morphologisch Probestrecke W2, ist jedoch auf Grund einer größeren Tiefen- und Breitenvarianz insgesamt etwas strukturreicher. In Zusammenhang mit einer starken Strömung fällt der Kiesanteil (Fein- und Mittelkies) etwas höher aus und ist besser sortiert (Ansätze von Kiesbänken). Befischungsmethodik Die Befischung der Stillgewässer erfolgte mit Hilfe eines leistungsstarken Gleichstromgerätes des Typs DEKA 7000 vom Boot aus. Es konnten nur solche Bereiche befischt werden, die eine ausreichende Wassertiefe (> 20 cm) zum Befahren ermöglichten. Untersucht wurden weite Strecken der Uferlinien, markante Strukturen wie Totholzansammlungen und die Ränder der Tiefrinnen in den Stauseen. Anzumerken ist, dass hier die Wassertiefe den fangeffektiven Wirkungsbereich des Gerätes (bis etwa 1 m) deutlich überschritt. Auch die starke Wassertrübung wirkte sich negativ auf den Fangerfolg aus. Die Aussagekraft hinsichtlich der Vollständigkeit des erfassten Artenspektrums ist daher nur vage einzustufen. Die Fischfauna des Wöstebaches wurde mittels eines Befischungsdurchganges jeder Probestrecke quantitativ ermittelt. Es kam ein Impulsstromgerät vom Typ DEKA 3000 zum Einsatz, wobei eine jede Probestrecke auf 100 m Länge watend befischt wurde. Alle gefangenen Fische wurden zwischengehältert, nach Arten bestimmt und Längenklassen zugeordnet (10 cm- Schritte). Anschließend wurden die Tiere

90 Fauna, Flora und Biotopmanagement 89 wieder in das Gewässer zurückgesetzt. Die Fischfauna Es wurden insgesamt 998 Fische von 11 Arten gefangen (Tab. 4). Mit Ausnahme des allochthonen Zanders und des Karpfens, der in NRW als eingebürgert gilt, sind alle Arten als heimisch zu bezeichnen. Da es sich bei den Karpfen um eine Zuchtform handelt (Spiegelkarpfen), ist von einem Initialbesatz durch den Menschen auszugehen. Gemeinsam mit der Rotfeder, die auf Grund großer Verluste ihrer natürlichen Lebensräume in der Fließgewässerlandschaft NRW s als gefährdet eingestuft wird (KLINGER ET AL. 1999), handelt es sich insgesamt um weit verbreitete und bezüglich der Wasserqualität relativ anspruchslose Arten. Karte 1 gibt einen Überblick der Artengemeinschaften der befischten Gewässer und Probestrecken. Tab. 4: Liste der 2003 in Still- und Fließgewässern der Rieselfelder gefundenen Arten Art Stillgewässer Wöstebach RL Rotfeder Scardinius erythrophthalamus - 3 Schleie Tinca tinca - V Karpfen Cyprinus carpio - - Dreistachliger Stichling Gasterosteus aculeatus - Zwergstichling Pungitius pungitius - Rotauge Rutilus rutilus - Flussbarsch Perca fluviatilis - - Zander Sander lucioperca - - Hasel Leuciscus leuciscus - - Schmerle Barbatula barbatula - - Gründling Gobio gobio - - Verhalten der Arten gegenüber der Strömung: limnophil eurytop rheophil RL = Rote Liste NRW (nach KLINGER ET AL ), 3 = gefährdet, V = Vorwarnliste (zurückgehend) Die Stillgewässer besiedelnde Artengemeinschaft unterscheidet sich sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung als auch der Ökologie der Arten deutlich von der Artengemeinschaft des Wöstebaches. Hinsichtlich der Strömungspräferenz lassen sich insgesamt drei Artengruppen voneinander trennen, die eine entsprechende Verbreitung in den Untersuchungsgewässern aufweisen. So wurden die Stillgewässer ausschließlich von limnophilen (Stillgewässerhabitate bevorzugenden) und eurytopen (bezüglich der Strömungsverhältnisse wenig spezialisierten) Arten besiedelt. Dagegen handelte es sich bei über 90% aller gefangenen Individuen aus dem Wöstebach um rheophile Vertreter, die überwiegend eine strenge Strömungspräferenz aufweisen (Hasel, Schmerle). Abb. 20 und Abb. 21 zeigen die prozentuale Individuenverteilung der Arten getrennt nach dem Gesamtfang der Stillgewässer und des Wöstebaches.

91 90 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Karpfen Rotfeder 45,2 43,5 Zwergstichling Schleie Rotauge Dreistachliger Stichling 3,2 3,2 2,4 2,4 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 Dominanz [%] Abb. 20: Dominanzverhältnisse der Fischartengemeinschaft der Stillgewässer (n=124) Hasel 56,6 Schmerle 30,8 Gründling Zwergstichling Rotauge Flussbarsch Dreistachliger Stichling Zander 5,8 4,2 3,7 0,3 0,5 0,1 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 Dominanz [%] Abb. 21: Dominanzverhältnisse der Fischartengemeinschaft des Wöstebaches (n=874) Die Fischfauna der Stillgewässer In den fünf untersuchten Stillgewässern konnten insgesamt nur 124 Individuen sechs verschiedener Arten gefangen werden. Die auffällig geringe Fangquote kann nur bedingt auf befischungsmethodische Schwierigkeiten zurückgeführt werden. Sie zeigt vor allem die nur geringe Eignung der Rieselfelder als Fischlebensraum auf. In Tabelle 5 erfolgt ein Vergleich der 2003 ermittelten Ergebnisse mit denen zurückliegender Jahre (MELTER 1995, BUNZEL-DRÜKE 1998, KAPA ET AL. 2001). Besonders auffällig ist, dass sich der in 2003 erstmals nachgewiesene Karpfen nicht nur zur häufigsten, sondern auch zur am weitest verbrei-

92 Fauna, Flora und Biotopmanagement 91 teten Art in den Rieselfeldern entwickeln konnte. Dagegen erlitt gegenüber 1997 insbesondere der Dreistachlige Stichling starke Bestandseinbußen. Obwohl Befischungen mittelgroßer Stillgewässer nur mit Einschränkungen auch quantitative Aussagen und Vergleiche zulassen, zeigt sich, dass die Besiedlung der Parzellen im Laufe der Jahre erheblichen Schwankungen unterworfen ist. Gründe dafür liegen vor allem in den starken, witterungsabhängigen Veränderungen der Wasserbeschaffenheit. Es verdeutlicht sich, dass nur Parzelle 28A eine langfristige Besiedlung durch Fische erlaubt. Obwohl in Parzelle 22A erstmals einzelne Fische auftraten (zwei juvenile Karpfen), ist davon auszugehen, dass sie ebenso wie Parzelle 27, die 2003 völlig fischleer war, nur vorübergehend durch Fische besiedelt werden kann. Tab. 5: Befischungsergebnisse der Stillgewässer im Vergleich mit Daten aus 1994 und 1997 Stauseen Parzellen E A 27A 28A Jahr Dreistachliger Stichling Karpfen noch nicht existent noch nicht existent noch nicht existent noch nicht existent noch nicht existent Rotauge Rotfeder Schleie Zwergstichling Summe ? Summe Stillgewässer gesamt: 124 keine Fänge keine Fänge keine Fänge Lediglich Parzelle 28A weist seit den Untersuchungen von 1994 das Vorkommen einer stabilen Fischartengemeinschaft aus Rotfeder, Schleie, Rotauge und den beiden Stichlingsarten auf. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang der Fortdauer dieser Populationen mit einem von BUNZEL-DRÜKE (1998) vermuteten Quellzufluss. Die Frischwasserzufuhr könnte in trockenen Sommern ein schnelles Absinken des Wasserstandes und eine bestandsbedrohende Verschlechterung physikalisch-chemischer Umweltparameter verhindern. Folgen der extremen Witterungsbedingungen des Sommers 2003 zeigten sich jedoch in einem verschwindend geringen Jungfischaufkommen aller Arten. Die ansonsten günstigen Voraussetzungen für die erfolgreiche Fortpflanzung phytophiler Arten (obligatorischer Pflanzenlaicher) zeigt sich vor allem im dominanten Auftreten der Rotfeder. Im Stausee E1 wurden Karpfen, Dreistachliger Stichling und Zwergstichling nachgewiesen. Erstaunlich war, dass Karpfen, die bisher im Emsableiter nicht nachgewiesen wurden, mit über 90% den Gesamtfang dominierten. Dagegen wurden von den Stichlingen, die den Ems-Ableiter zuvor in erheblichen Stückzahlen besiedelten (vgl. BUNZEL-DRÜKE 1998, KAPA ET AL. 2001), nur Einzelexemplare gefunden. Die zu den Pionierbesiedlern zählenden, kurzlebigen Stichlinge neigen in neu entstandenen und strukturarmen Gewässern der Kul-

93 92 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster turlandschaft mitunter zu Massenentwicklungen. Häufig kann darauf, wie auch in Parzelle 27, ein ebenso schneller Zusammenbruch solcher Populationen erfolgen (vgl. Feldmann 1980). Karpfen benötigen zum Ablaichen und Aufkommen der Brut über einen Zeitraum von etwa Mai-Juli konstante Wassertemperaturen von C. Da diese Bedingungen unter den klimatischen Verhältnissen Mitteleuropas selten in natürlichen Gewässern gegeben sind, können sich die Karpfen hier fast nie erfolgreich fortpflanzen (MÜLLER 1983). Die morphologische Beschaffenheit des Ableiterstausees bietet dem Karpfen dagegen gute Fortpflanzungsbedingungen. Er konnte als einzige Art der Stillgewässer von der schnellen und langandauernden Erwärmung in 2003 profitieren und einen guten Reproduktionserfolg erzielen. Diesjährige Karpfen von 5-10 cm Länge machten den größten Fanganteil aus. Exemplare zwischen cm wurden auf 4-5 Jahre geschätzt. Bei diesen Fischen könnte es sich bereits um die Generation besetzter Elterntiere handeln. Es ist davon auszugehen, dass die Ausbreitung der Karpfen in den Rieselfeldern ihren Ursprung im E1- Anstau hat. Ausbreitungsmöglichkeiten bestehen über das Bewässerungssystem sowie über den Luftweg durch Wasservögel. Im Aufstau des Aa-Ableiters konnten lediglich zwei adulte Karpfen gefangen werden. Da die Möglichkeit besteht, dass der Befischungserfolg methodisch bedingt nur gering war, können nur Mutmaßungen über den tatsächlichen Fischbestand erfolgen. Die befischbaren Flachwasserbereiche, die eine wesentlich kleinere Fläche einnehmen als in E1 waren jedoch eindeutig nicht besiedelt. Des Weiteren weist eine deutlich geringere Wassertrübung als in E1 auf eine nur dünne Besiedlung durch Karpfen hin. Die Fischfauna des Wöstebaches Die Befischungsergebnisse zeigen, dass der Wöstebach im Gegensatz zu den Stillgewässern heute einen außerordentlich dicht besiedelten Fischlebensraum darstellt. An den drei Probestellen wurden insgesamt acht Arten nachgewiesen, die einen Gesamtfang von 874 Individuen ausmachten. Der Fang diesjähriger Jungfische aller Fließgewässerarten sowie auch des eurytopen Rotauges zeigte, dass sich die Bestände innerhalb des revitalisierten Bachabschnittes selbständig reproduzieren. Neben dem Zwergstichling wurde, wie in den Stillgewässern auch, der Dreistachlige Stichling nur in geringen Abundanzen vorgefunden. Ebenfalls vereinzelt trat der Flussbarsch auf. Der Erstnachweis eines Zanders in Form nur eines einsömmrigen Exemplars wirft die Frage nach dessen Herkunft auf. Die Zuwanderung eines Jungfisches aus der Münsterschen Aa erscheint ebenso unwahrscheinlich wie eine Verdriftung aus dem Aa-Ableiter-Stau (in diesem wurden ja lediglich Karpfen vorgefunden). Die Besiedlung der einzelnen Probestrecken war insgesamt relativ ähnlich. Probestrecke W3 wies auf Grund größerer Wassertiefen und einer ruhigeren Strömung gegenüber W1 und W2 das Vorkommen von mehr adulten und weniger juvenilen Exemplaren sowie weniger Schmerlen auf. Tabelle 6, welche die Befischungsergebnisse aus 2000 mit denen aus 2003 vergleicht, verdeutlicht eine aus fischökologischer Sicht sehr positive Entwicklung des Gewässers.

94 Fauna, Flora und Biotopmanagement 93 Tab. 6: Befischungsergebnisse des Wöstebaches im Vergleich mit Daten aus 2000 Wöstebach W1 W2 W3 Jahr Dreistachliger Stichling Flussbarsch Gründling Hasel Rotauge Schmerle Zander Zwergstichling noch nicht existent Summe Summe Wöstebach gesamt: 874 Im Gegensatz zu heute war der ehemals stark ausgebaute Wöstebachober- und - mittellauf nur von vereinzelten Fischen besiedelt. Wie vermutet (KAPA ET AL. 2001), trat mit der naturnahen Umgestaltung eine schnelle Ausbreitung und Bestandsentwicklung der Arten Hasel, Schmerle und Gründling ein. Diese gehören zum typischen Artenspektrum der Sandbäche des Tieflandes. Sie bildeten zusammen mit dem Rotauge schon in 2000 die Hauptarten des naturnah erhaltenen Unterlaufes. Besonders erfreulich ist die eudominante Stellung des Hasel - vor allem gegenüber der des Rotauges, was als deutlicher Hinweis auf den guten Erfolg der Revitalisierungsmaßnahmen zu bewerten ist. Abb. 22: Hasel

95 94 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Wie bspw. in der Münsterschen Aa zu beobachten war (KAPA ET AL. 2001), zeigt eine hohe Nachweishäufigkeit des besonders anpassungsfähigen Rotauges im Vergleich zu regionstypischen Arten negative Gewässerbeeinflussungen auf (vgl. MUNLV 2001). Neuen Erkenntnissen zur Folge wird für die referenzbezogene Dominanzverteilung der Fischfauna der Sandbäche des Tieflandes der Hasel als dominierende Fischart herausgestellt. Gleichzeitig gilt die Bachforelle als Leitart sowie Groppe, Bachneunauge und Steinbeißer als bestandsbildende Begleitarten naturnaher Sandbäche (NZO-GmbH 2003). Obwohl die heute deutlich verbesserte Gewässerstruktur und Wasserqualität eine Besiedlung der genannten anspruchsvollen Arten ermöglichen würde, ist vor allem im Falle der kaltstenothermen Vertreter (Bachforelle, Bachneunauge, Groppe) langfristig mit keiner Ansiedlung zu rechnen. Gründe hierfür liegen in der thermischen Belastung des Gewässers, die sich durch den Anstau des Aa-Ableiters noch verstärkt hat. Abb. 24: Rotauge Literatur KLINGER, H., SCHMIDT, G. W. & STEINBERG, L. (1999): Rote Liste der in Nordrhein-Westfalen gefährdeten Fische (Pisces) und Rundmäuler (Cyclostomata). In: Rote Liste der gefährdeten Pflanzen und Tiere in Nordrhein-Westfalen. 3. Fassung, Recklinghausen. BUNZEL-DRÜKE, M. (1998): Die Fische (Pisces) der Rieselfelder, des Huronensees und des Blauen Sees. In: Jahresbericht 1997 der Biol. Stat. Rieselfelder Münster, S KAPA, R., RÖDER, T., SCHEITER, C., & SCHMIDT, M. (2001): Untersuchung zur Fischfauna ausgewählter Fließ- und Stillgewässer im Umfeld der Rieselfelder Münster. In: Jahresbericht 2000 der Biol. Stat. Rieselfelder Münster, S MELTER, J. (1995): Fische. In: Jahresbericht 1994 der Biol. Stat. Rieselfelder Münster, S. 21. MÜLLER, H. (1983): Fische Europas. Leipzig, Stuttgart FELDMANN, R. (1980): Zur Verbreitung und Ökologie des Dreistachligen Stichlings und des Zwergstichlings in Westfalen. Natur und Heimat 40, S MUNLV MINISTERIUM FÜR UMWELT UND NA- TURSCHUTZ, LANDWIRTSCHAFT UND VERBRAUCHERSCHUTZ (2001): Fische unserer Bäche und Flüsse Aktuelle Verbreitung, Entwicklungstendenzen, Schutzkonzepte für Fischlebensräume in NRW. Düsseldorf. NZO-GmbH (2003): Biozönotische Leitbilder NRW. Teilbeitrag: Fischfauna - Steckbriefe für die Fischfauna der Fließgewässertypen in NRW. Im Auftrag der Landesanstalt für Ökologie Bodenordnung und Forsten. Bericht unveröffentlicht.

96 Fauna, Flora und Biotopmanagement 95 Ergebnisse der Vegetationskartierung 2002 und 2003 Seit dem Jahr 2001 werden die Vegetationskartierungen in den Rieselfeldern mit dem GIS Arc View digital aufbereitet. Dies ermöglicht einen direkten Vergleich der Flächensummen einzelner Vegetationstypen (Tab. 7). Im Folgenden sollen anhand einiger Beispiele die Ergebnisse der Kartierdurchgänge der Jahre 2002 und 2003 gegenübergestellt werden. Von Jahr zu Jahr unterschiedliche Ergebnisse erklären sich durch subjektive Kartier- einflüsse sowie Unterschiede beim Bewässerungs- und Pflegemanagement. Bei einigen Vegetationstypen hat es jedoch innerhalb der Jahresfrist deutliche Unterschiede gegeben. Verlandungsgesellschaften, Schlamm- und Wasserflächen Der trockene Sommer 2003 erschwerte die Bewässerung des Nordteiles des Resevates erheblich. Gerade hier gehen Rückgang an Wasserflächen und Schlammfluren einhermit der Ausbreitung der Verlandungsgesellschaften und des Schilfröhrichts. Im Bereich der 34er- und 37er-Komplexe werden in den Folgejahren Maßnahmen zur erneuten Schaffung freier Wasserflächen notwendig werden. Röhrichte Bei den Röhrichten fällt der bereits seit längerer Zeit zu beobachtende Rückgang der Rohrkolbenstände ins Auge. Die bis Mitte der 1980er Jahre in den Rieselfeldern dominierende Röhrichtgesellschaft ist mittlerweile auf kleine Restbestände zurückgedrängt worden. Seit 2002 ging das Rohrkolbenröhricht erneut zurück. 9 (0,7 ha) statt 10 (1,1 ha) kartierte Einheiten konnten 2003 aufgenommen werden. Der kontinuierliche Rückgang beruht vor allem auf Tab. 7: Anzahl und Fläche erfasster Vegetationsstrukturen Strukturen / Kartierte Flächen Anzahl ha Anzahl ha Anzahl ha Wasserfläche , ,59 Verlandungsgesellschaften , , ,10 Schlammfläche 2 1, , ,25 Schilfröhricht , , ,16 Rohrglanzgrasröhricht 55 10, , ,50 Rohrkolbenröhricht 36 6, ,11 9 0,70 Binsenröhricht , ,2 90 3,04 Teichsimsenröhricht 17 2, , ,10 Grünland 94 89, , ,42 Brache 95 31, , ,73 Gehölze 32 30, , ,78 Offenboden 0 7 9,62 3 1,10

97 96 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster einem Verdrängungsprozeß durch Schilfröhricht, das unter den mittlerweile in den Rieselfeldern herrschenden mäßig eutrophen Bedingungen deutlich konkurrenzkräftiger ist. Dies belegen die Zahlen aus Tab. 6 mit 58 ha erfasster Fläche in 2003 gegenüber 49 ha in Ein Grund für den starken Rückgang des Rohrkolbens und des Binsenröhrichtes im Berichtsjahr kann auch die weiterhin hohe Nutriapopulation sein, da Rohrkolbenrhizome und junge Binsen auf dem Speiseplan der Nager ganz oben stehen und so vor allem kleine Bestände schnell vollständig verschwinden können. Der erneute Flächenzuwachs beim Teichsimsenröhricht, das sich in den vergangenen Jahren ausgebreitet hatte und auf einigen Flächen (36/A, 36/8) die dominierende Röhrichtgesellschaft war, dürfte in erster Linie auf Bearbeitungsmaßnahmen aus den Jahren 2001 / 2002 beruhen. Dies gilt auch für den Rückgang der Binsenröhrichte. Brache und Offenboden Die Selbstberasung im 12er Komplex hat eingesetzt. Somit verringerte sich der Offenbodenanteil deutlich. Derzeit sind die Flächen als Flutrasen mit mehr oder weniger hohem Binsenanteil einzustufen. Grünland Der leichte Rückgang des Grünlandes ist durch die Ausbreitung der Gebüsche und der Binsenbestände bedingt. Besonderes Augenmerk richtete sich 2003 auf die Entwicklung der Binsengewächse in den Flutrasen (siehe Abb. 24 u. 25), wobei bisherige Managementversuche die Ausbreitung nicht erfolgreich unterbunden haben. An dieser Stelle sei noch auf die Entwicklung der Orchideen im extensiven 38er-Komplex und im Bereich trockener und feuchter Hochstaudenflure hingewiesen. Der Bestand im 38er Komplex (Dactylorhiza incarnata oder Dactylorhiza praetermissa oder eine Hybride) expandiert weiterhin. Entlang der Straße Wöstebach wurde ein Orchideenstandort im Zuge der Bankett- Mahd beeinträchtigt. Eine zweite Orchideen-Art wurde an der Coermühle entdeckt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Form von Dactylorhiza maculata. Die Herkunft ist unbekannt, eine Ansalbung ist nicht auszuschließen. Ausblick Zur Beobachtung von Vegetationsentwicklungen haben sich Dauerquadratmethoden in der Vergangenheit sehr gut bewehrt. Auch in den Rieselfeldern wurden in den vergangenen Jahren im Rahmen von Einzeluntersuchungen Dauerquadrate angelegt. Gerade für die Beobachtung der Entwicklung von Grünland und Sukzessionsflächen sind Vergleiche unterschiedlicher Aufnahmedaten bestens geeignet. Selbst wenn in einem Jahr mal keine Kontrolle durch eine Vegetationsaufnahme erfolgen sollte, verlieren sie nicht an Wert. In der Vergangenheit wurden die Qaudrate allerdings nicht dauerhaft markiert und auch nicht eingemessen, so dass Wiederfunde eher zufällig sind. Es wird angeregt, ca. 15 Dauerquadrate sinnvoll und in Abstimmung mit dem Vogelmonitoring (Meidung bevorzugter Brutplätze) dauerhaft zu markieren. Zwei Ecken eines Quadrates sollten durch Pflökke mit Metallkern dauerhaft im Boden markiert werden. Ein späterer Wiederfund kann so durch den Einsatz eines Metalldetektors erleichtert werden. Die Quadrate sind möglichst genau in vorhandene Karten einzutragen. Zum Monitoring von Verlandungs- und Schilfbereichen eignet sich besonders die Anlage von Transektlinien mit dauerhaft verankerten Endpunkten (Pflock mit Metallkern).

98 Strukturen Sommer 2002 Wasserfläche Schlammfläche Verlandungsgesellschaften Binsenröhricht Rohrglanzgrasröhricht Schilfröhricht Teichsimsenröhricht Rohrkolbenröhricht Offenboden Brache Grünland Gehölze Meter

99 Vegetationstypen w Wasserfläche ws Schlamm wk Krebsscherenbestand re Sumpfbinsenried rs Schilfröhricht rk Rohrkolben rr Rohrglanzgras rb Binsenröhricht rt Teichsimsenröhricht rc Großseggenröhricht vs Sonstige Verlandungsvegetation va Strandampfer vkl Rohrkolbenverlandung licht vkd Rohrkolbenverlandung dicht vfl Froschlöffelverlandung licht vfd Froschlöffelverlandung dicht vfr Froschlöffel mit Rohrkolben vm Moorkreuzkraut vt Teichbodenrasen vw Wolfstrapp Uferflur vz Zweizahn-Uferflur aj Junge Ackerbrache a Acker gg Grasland gbl Binsenrasen licht gbd Binsenrasen dicht ge Grünlandeinsaat gf Flutrasen gfd Flutrasen mit dichtem Binsenbestand gfl Flutrasen mit lichtem Binsenbestand gf2 Flutrasen bis 20 Binsenbulte gf4 Flutrasen bis 40 Binsenbulte gf6 Flutrasen bis 60 Binsenbulte gf8 Flutrasen bis 80 Binsenbulte gf10 Flutrasen bis 100 Binsenbulte gf12 Flutrasen bis 120 Binsenbulte gs Fuchsschwanzwiese gw Weidelgras-Weißklee-Weide go Streuobstwiese ba Ampfer dominierte Standorte bd Distel dominierte Standorte bb Brennesselbrache bh Hochstaudenbrache bht trockene Hochstaudenbrache bhf feuchte Hochstaudenbrache bs sonstige Brache bg Grünlandbrache bj Binsenbrache br Rohrglanzgrasbrache hw Weidicht hm Mischgehölz hs Holundergehölz he Eichen-Birkenwald hr Roteiche hag Erlenbruchwald hk Kiefern-Birkenwald ha anderes Gehölz Vegetationstypenkartierung August 2003 Bearbeitung: Sina Thoma N Meter Biologische Station Rieselfelder Münster Coermühle Münster

100 Partnerprojekte 99 Reisebericht Senegal-Projekt Teilnehmer: Michael Harengerd und Michael Klein Vorgesehenes Programm: Montag, : Ankunft ca Uhr Ortszeit in Dakar Dienstag, : Fahrt zum Djoudj-Nationalpark mit anschließender Exkursion zum Investitionsprojekt Pelikan-Insel Mittwoch, : Besuch des Lycée Ameth Fall in St. Louis, Gespräch mit dem Repräsentanten der GTZ, Herrn Klaus Rapp, Besuch des mit NRW-Unterstützung eingerichteten touristischen Informationszentrums über die Parcs du Nord ebenfalls in St. Louis. Donnerstag, : Besprechung mit dem Direktor der Biologischen Station und des Nationalparks, Herrn Sidibe sowie dem Training Officer des westafrikanischen Büros von Wetlands International (WI), Herrn Adoulaye Ndiaye über das Restprogramm für 2003 und die Planungen für Treffen mit Prof. Fall von der Universität St. Louis und Mitglied des Verwaltungsrates des Parc National des Oiseaux du Djoudj (PNOD). Freitag, : Rückfahrt nach Dakar. Besprechung mit dem Direktor der senegalesischen Nationalparks, Herrn Mamadou Bâ. Samstag, : Besuch des Westafrika-Büros von Wetlands International sowie von Naturschutzprojekten in der Umgebung von Dakar. Sonntag, : Besuch des Weltkulturerbes Ile de Gorée ; Rückflug. Montag, : Ankunft in Düsseldorf. Vorbemerkung Am 23. Mai 2003 fand in Dakar die Unterzeichnung des neuen Memorandum of Understanding (MoU) über die weitere Zusammenarbeit ( Gemeinsame Absichtserklärung ) zwischen den senegalesischen Naturschutzbehörden, dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Westafrika-Büro von Wetlands International und der Biologischen Station <Rieselfelder Münster> statt. Unsere Hauptaufgabe war es daher, vor Ort die Kooperation zu erfüllen, indem wir die aktuelle Situation im PNOD und dessen Umfeld mit den Verantwortlichen besichtigten, die noch zu realisierenden Vorhaben für das laufende Jahr erörterten und gemeinsam die Aspekte für 2004 vertieften. Da der Direktor von WI, Herr Issa Sylla, vor und während unseres Aufenthaltes nicht selbst im Senegal weilte, sondern im Hauptquartier von WI in Waageningen (Niederlande), fand ein Vorabtreffen mit ihm am in Ede (NL) statt, bei dem Herr Sylla über die aktuelle Situation berichtete und wir das weitere Vorgehen während unseres Besuches besprachen. Die Situation der Biologischen Station Djoudj und ihres nahen Umfeldes Die wichtigste Änderung betrifft den Direktor: Während unseres letzten Besuches im Oktober 2002 war ja der damalige Direktor Issa Sidibe unverständlicherweise von Herrn Bâ gegen Herrn Kane ausgewechselt worden;wohl auch auf Betreiben von Issa

101 100 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Sylla ist inzwischen als neuer wieder der alte Stationschef der ja gleichzeitig Direktor des Nationalparks geblieben war tätig. Die Stationsgebäude einschließlich der Innenausstattung befinden sich in einem zufriedenstellenden Zustand eine nennenswerte Verschlechterung gegenüber dem Stand vor einem Jahr war nicht zu erkennen (vgl. die Abb. 25). Lediglich der WC-Bereich, den wir diesmal wegen zweier Übernachtungen in der Station näher kennenlernten, hätte eine baldige Renovierung nötig. Die Salzschäden haben nicht zugenommen. Abb 25: Nördlicher Bereich des Stationsgeländes Bekanntlich ist ja die Solaranlage wieder einmal (und diesmal komplett, s. Abb. 26) gestohlen worden. Angesichts des Umstandes, dass in wahrscheinlich 1-2 Jahren die von St. Louis kommende Stromleitung bis zum Hotel du Djoudj und der Station gelegt werden soll (es müssen noch etwa 35 km überbrückt werden) und der düsteren Prognose, dass auch weiterhin gut organisierte Banden (wahrscheinlich aus dem nahen Mauretanien) gezielt Solaranlagen stehlen, hat sich das Land NRW bereit erklärt, stattdessen einen Generator zu finanzieren, was angesichts des kleinen vorhandenen Geräts auch dringend erforderlich wäre. Herr Sidibe ist überzeugt davon, dass mit einem neuen Generator und einer besseren Pumpe zur Wasserversorgung der Station (vom Gorom aus) auch der Komfort für Stationsgäste nachhaltig gesteigert werden könnte.

102 Partnerprojekte 101 Abb. 26: Die traurigen Reste der Solaranlage Die Krankenstation im Umfeld der Biologischen Station ist inzwischen in voller Funktion, wovon wir uns selbst überzeugen konnten, ebenso das kleine Info-Zentrum über den Djoudj am Eingang des Parks (Abb. 27). Abb. 27: Die Ausstellung (nebst Souvenirshop) am Parkeingang

103 102 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Auch in den nahe gelegenen Dörfern Diadiam II und III hat sich einiges getan: In Diadiam III sind 4 Hütten für Touristen sowie ein Verpflegungshaus gebaut worden; zudem verfügt das Dorf über einen Generator. In der kommenden Touristensaison steht dieses Angebot zum ersten Mal zur Verfügung. Es fehlt bisher noch an entsprechenden Hinweisen entlang des Dammweges (und wahrscheinlich an Werbung darüber hinaus). In Diadiam II sind offenbar schon vor einigen Jahren Miniaturparzellen (wenige m² groß) zum Gemüseanbau für die einzelnen Familien eingerichtet worden. Dies bedeutete für die einheimische Bevölkerung dort zunächst eine völlige Umstellung ihrer Eßgewohnheiten aber es funktioniert: Wie die Abb. 26 zeigt, sind die meisten Parzellen in gutem Zustand und man berichtete uns, dass inzwischen sogar Gemüse in die benachbarten Dörfer verkauft werden konnte. Abb. 26: Die kleinen Gemüseparzellen bedürfen intensiver Pflege Wegen des Wetters (s. unten und Abb. 27) war es uns leider nicht möglich, auch die Dörfer im Norden nahe der Reisanbaugebiete zu besuchen.

104 Partnerprojekte 103 Abb. 27: Die Regenzeit war noch einmal zurückgekommen! Abgesehen von den bekannten Problemen mit der Ausbreitung von Typha (Abb. 28: der Zugang zu den Fischgründen ist für die Bevölkerung sehr schwierig geworden) und der Möglichkeit der Beweidung auch von Randbereichen des Parks gegen Ende der Trockenheit (hier hat sich wohl ein pragmatisches Vorgehen durchgesetzt) hat sich die Situation des Umfeldes zumindest nicht verschlechtert, eher leicht verbessert. Abb. 28: Typha australis zunehmendes Problem wegen der Aussüßung des Senegals Unser Besuch bei Herrn Klaus Rapp im regionalen GTZ-Büro in St. Louis erbrachte die Bestätigung, dass die GTZ ihr Engagement im unmittelbaren Parkumfeld zum beendet und dann auch ihr lokales Büro in der Biologischen Station auf- gibt. Stattdessen ist ein neues Programm vorgesehen: Bekämpfung der Armut am Fluß, welches sich örtlich auf den Großraum St. Louis erstrecken soll. Herr Rapp übergab uns noch die von der GTZ finanzierte und kürzlich fertiggestellte Broschüre

105 104 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Plan d Aménagement et de Gestion du Parc National des Oiseaux du Djoudj (PNOD) et de sa Périphérie (Entwicklungsund Managementplan für den Djoudj und dessen Umgebung), auf den in einzelnen Aspekten weiter unten noch eingegangen wird. Die ökologische Situation im Park Am Mittwoch, kehrte für gut einen Tag die Regenzeit wieder zurück, was zur Folge hatte, dass die unbefestigten Wege zum Djoudj hin und im Park selbst weitgehend unpassierbar wurden. Glücklicherweise waren wir gleich am Dienstagnachmittag von Dakar aus direkt zur Biologischen Station und dann weiter zur Bootsanlegestelle an der Hauptschleuse gefahren, so dass wir wenigstens die mit Mitteln des Landes NRW neu angelegte Pelikaninsel besuchen konnten. Das Ergebnis der noch nicht abgeschlossenen -Arbeiten kann sich dennoch sehen lassen: Mehr als 5000 Pelikane hielten sich auf der neuen Insel auf (s. Abb. 29 und 30), und nach den Aussagen von Herrn Sidibe und Herrn Ndiaye waren auf Luftbildern sogar 7000 auszumachen. Wie beide Herren versicherten und wie wir selbst ein Jahr zuvor gesehen hatten, wäre ohne die Neuanlage der Insel das Brutvorkommen der Pelikane im Djoudj wahrscheinlich erloschen. Allerdings sind noch Nacharbeiten erforderlich, denn wegen der Regenzeit mussten die Arbeiten zur Befestigung der Böschungen mit den aus etwa 40 km Entfernung auf LKW herangeschafften Geröllbrocken eingestellt werden; voraussichtlich im Mai/ Juni 2004 will die beauftragte Firma fertig sein. Abb. 29 und 30: Eindrücke von der neuen Pelikan- Insel. In der unteren Abb. sind deutlich die noch nicht befestigten und damit erosions-gefährdeten Böschungskanten zu erkennen waren ungefähr an dieser Stelle auf den Resten der alten Pelikan-Insel nur einige Witwenpfeifgänse zu beobachten.

106 Partnerprojekte 105 Abb. 31: Trotz Vogel -Nationalpark: Auch solche gut 2 m messende Warane sind keine Seltenheit Vom Verschwinden der Pelikane profitierten nach Aussagen von Herrn Sidibe und Herrn Ndiaye zunächst die Kormorane, die allerdings jetzt mit der Wiederherstellung der Pelikaninsel das Nachsehen haben. Von daher gibt es erste Planungen, den Kormoranen mit einer kleinen Ausweich-Insel an anderer Stelle im Park zu helfen. Abgesehen davon, dass wir wegen der Unpassierbarkeit vieler Wege im Park nur Teilbereiche einsehen konnten, scheint sich jedoch gegenüber 2002 die ökologische Situation nicht verschlechtert zu haben: Von der Problempflanze der Jahre , Salvinia, waren diesmal auch keine Reste mehr zu sehen. In der mittlerweile nach erfolgreicher Bekämpfung leerstehenden Zuchtstation für die monophagen Käfer soll nach Aussagen der Biologischen Station die prophylaktische Haltung einer kleinen Population in Angriff genommen werden, falls es doch noch zu einer Wiederausbreitung kommt. Was das Bewässerungs-Management angeht, so scheint dieses mit insgesamt 4 Meßstellen an den verschiedenen Schleusen(-übergängen) inzwischen besser zu funktionieren. Um dies aber realistisch beurteilen zu können, wäre ein Besuch im Januar- Februar wichtig; denn erst dann kurz vor Abzug der nordpalaearktischen Watvogel-und Schwimmentenarten und nach rund 4monatiger Trockenheit lässt sich zuverlässig beurteilen, ob die Bedingungen annähernd optimal sind. Die aus der o.e. Broschüre zum Management des Parks hervorgehenden Ergebnisse der Mittwinterzählungen sind in Teilen jedenfalls wenig überzeugend: Zahlen von lediglich gut 200 Uferschnepfen, knapp 600 Kampfläufern, zwischen 6 und 24 für die Wasserläuferarten Mitte Januar 2002 können einfach nicht stimmen; sie sind möglicherweise dadurch zustande gekommen, dass sich wegen zu hoher Wasserstände die Limikolen unzählbar weit verstreut hatten. Darauf angesprochen meinten die Verantwortlichen, dass die meisten Zähler auf Großvögel (Pelikane, Reiher, Gänse, Kormorane, Flamingos) spezialisiert seien, deren Anzahlen auch eher den

107 106 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Erfahrungen der letzten Jahre entsprechen. Hier ist also zukünftig Hilfe vonnöten. Wenig ergiebig war in dieser Hinsicht der Besuch bei Herrn Prof. Fall von der Universität von St. Louis, der auch an der erwähnten GTZ-Broschüre mitgewirkt hat; es scheinen vorläufig keine erwähnenswerten Forschungsarbeiten seiner Fakultät im PNOD geplant zu sein. Restprogramm 2003 und Programm 2004 Aus den Beratungen mit WI Herrn Ndiaye - und Herrn Sidibe ergab sich für 2003 folgendes Restprogramm: Wie beantragt und genehmigt, soll noch ein stärkerer Generator einschließlich einer leistungsfähigeren Trinkwasserpumpe für die Biologische Station beschafft werden, auch weil die vorhandenen Geräte kaum mehr in der Lage sind, aus dem Gorom das nötige Wasser in den Vorratsbehälter zu befördern. Ferner besteht ein Bedarf an optischen Geräten, womit hoffentlich ein Teil des Problems der unzureichenden Mittwinterzählungen gelöst ist. Die Frage der Sanierung der Toilettentraktes ist noch nicht weit genug gediehen. Nach Umwidmung eines Teils der Mittel zu den Fortbildungskursen können nun mit einem Aufwand von 3000 voraussichtlich 2 Veranstaltungen für das Personal der verschiedenen Feuchtgebiets-Parks noch im Dezember abgehalten werden. Schließlich werden wir selbst im Zuge der gerade stattfindenden Einrichtung einer neuen Ausstellung im Rieselfeldhof gefördert auch mit Mitteln der Nordrhein-Westfalen- Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege dieses Kooperationsprojekt zwischen der Republik Senegal und dem Land NRW attraktiv darstellen. Das Programm für 2004 wird noch in den verschiedenen beteiligten senegalesischen Stellen diskutiert, wobei sich jedoch folgen- des abzeichnet: Priorität ist selbstverständlich die erwähnte Fertigstellung der Pelikan-Insel; geplant ist ferner eine (kleinere) Hilfe für die verdrängten Kormorane. Was die Station selbst angeht, so wurde der Sanitär-Bereich schon erwähnt. Ob eine effektive Hilfe für die Verbesserung der Mittwinterzählungen schon für den Termin Januar 2004 möglich sein wird, muss derzeit noch offen bleiben. Wir sind auch darüber in engem Kontakt mit WI und der Station. Besucher-Informationszentrum in St. Louis Diese mit Landesmitteln eingerichtete Ausstellung über die naturschützerische Bedeutung des PNOD und der anderen Parcs du Nord schräg gegenüber dem Gouverneurs- Palast im Zentrum der Stadt und damit für Touristen günstig erreichbar, war 2002 geschlossen und gab auch keine Auskünftig über potentielle Öffnungszeiten. Dieses Mal war die Situation etwas anders: Das Info-Zentrum war geöffnet, mit Personal besetzt und wir erhielten auch einen Einführungsvortrag über den Sinn der Einrichtung vor allem für einheimische Schulklassen vom Chef der Einrichtung, Herrn Cheikh Tidiane Kane. Die meisten Exponate waren allerdings in einem erneuerungsbedürftigen Zustand und von den Ausstellungstafeln, die seinerzeit von Amt für Agrarordnung in Coesfeld angefertigt worden waren, sind ganz offensichtlich nicht mehr alle vorhanden (vgl. Abb. 32 und 33). Längerfristig am gravierendsten aber schien uns, dass es obwohl über dem Ausstellungstrakt noch Wohnungen sind an zwei Stellen geradezu in Strömen von den Decken herunterregnete. Ob und wie die Stadt St. Louis dieses Problem zu lösen gedenkt, war in der Kürze der Zeit nicht in Erfahrung zu bringen.

108 Partnerprojekte 107 Abb. 32 und 33: Die Erinnerungstafel an die Eröffnung 1995 ist noch gut erhalten (oben); der Haupteingang liegt an der Seite zum Fluss und ist wohl nur während der Trockenzeiten ohne Stiefel zu erreichen (unten). Schulpartnerschaftsprojekt Lycée Ameth Fall und Gymnasium Haan Vom Gymnasium Haan (Frau Woike) waren wir gebeten worden, uns über den Baufortschritt der vom Land NRW geförderten Kantine dieses Mädchengymnasiums in St. Louis zu informieren. Bei unserem Besuch dort wurden wir von der Direktorin Mme Diallo und dem Deutschlehrer empfangen. Die Besichtigung der Kantine ergab, dass der Bau inzwischen fertiggestellt war (s. Abb. 34 und 35).

109 108 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Abb. 34: Blick vom hinteren Schulhof auf die Fassade der neuen Kantine Lediglich die Inneneinrichtung ist noch nicht vollständig: Zwar ist der Speisesaal fertig eingerichtet, die Küche jedoch erst teilweise. Im Dienstzimmer der Direktorin stapelte sich das offenbar erst gerade angekommene Geschirr. Die obere Etage des Kantinenbaues ist noch leer; dort sollen ev. Computer-Lehrgänge stattfinden. Auch auf Nachfragen erhielten wir keine Hinweise auf noch bestehende Probleme bei der Vollendung des Baues. Insofern kann dieses Projekt im Prinzip als erfolgreich abgeschlossen betrachtet werden. Abb. 35: Speisesaal und 1. Etage

110 Partnerprojekte 109 Projekt KAMANOS (Litauen) Michael Harengerd und Wolfgang Schwöppe Seit 1999 läuft die Kooperation zwischen der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt(Main), die inzwischen knapp ,- DM zur Verfügung gestellt hat, der Biologischen Station Kamanos in Nordlitauen und uns mit den Zielen, die vor und während der Sowjetzeit angelegten Entwässerungsdämme wieder zu schließen, um eine erfolgreiche Moorregeneration einzuleiten sowie die dortige Station in den Stand zu versetzen, ihre praktischen und fachlichen Betreuungsaufgaben optimal erfüllen zu können (vgl. Jahresbericht 2000). Im Berichtszeitraum 2002 konnten wir zweimal unser Partnerprojekt besuchen, nämlich Anfang April und Ende Juni. Dabei ergaben sich Fortschritte, aber auch neue Probleme: 1. Wasserstand und Dämme Etliche der 1999 und 2000 angelegten Dämme sind erodiert, weil der Wasserstand so schnell angestiegen ist, dass sie vor allem im Winterhalbjahr regelmäßig überspült werden. Der südliche an der Reservatsgrenze gelegene Damm muss erhöht und verstärkt werden, so dass das Stauwasser flussaufwärts seitlich in die Niedermoorwälder eindringen kann. Der jetzige Wasserspiegel sollte möglichst um weitere etwa 25 cm angehoben werden; genauere Angaben erfordern ein größerflächiges Nivellement. An einigen Stellen war als Ergebnis des ersten Anstaus das Absterben vereinzelter Tannen festzustellen. Die Birken waren dem Augenschein nach noch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Staumaßnahmen und die Wieder- Abb. 36: Blick auf Lake Kamanos, das größte Gewässer im Reservat

111 110 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Abb. 37: Luftaufnahme von einem der kleineren Moorteiche im Nordwesten (Bild von 1998) herstellung des Grenzstaues sollen im Sommer 2002 bei ausreichend trockenem Wetter ab Juni durchgeführt werden. Der Wasserstand im Lake Kamanos (s. Abb. 36) ist zum ersten Mal seit Anlage der Dämme wieder auf dem höchstmöglichen Niveau. Kleinere Kiefern in unmittelbarer Nähe (bis 20 Meter) zum Lake sterben schon ab (gelb gefärbte Nadeln). Der Lake ist mit einem bis zu 200 Metern breiten Gürtel hoher dichtstehender Kiefern umgeben. Je weiter entfernt, desto schütterer und jünger wird der Kiefernwald. Dies ist ganz offensichtlich auf die über Jahre immer weiter in den Moorkörper fortschreitende entwässernde Wirkung mit einhergehender Mineralisierung der oberflächlichen Torfschichten nach Bau des den Lake entwässernden Kanals zurückzuführen. Am Lake Kamanos soll ein fester Pegel eingebaut und regelmäßig abgelesen werden. Der Ranger Vidmantas kennt das Gebiet seit Er weiß, dass vor ca. 10 Jahren schon einmal der Kanal des Lake aufgestaut wurde. Er erklärt, dass aus diesem Grund am Ufer des Lake auch einige dickere (bis 25 cm) stark zersetzte Kiefern stehen. Diese Kiefern seien nach diesem Anstau abgestorben. Damals habe die Naturschutzverwaltung aus Vilnius den Anstau mit der Folge des Bäumesterbens scharf verurteilt und die Auf- hebung der Stauanlage verfügt. Vidmantas weiß von zwischenzeitlich verstorbenen Rangern, dass man zum Ende der 30er Jahre vom Moorrand am Waldhaus ( Wooden House, s. Abb. 40) im Osten den Lake sehen konnte. Daraus folgt, dass zu der Zeit höchstens einige wenige Bäume vorhanden waren. Da das Absterben der alten Bäume auf den Anstau zurückgeführt werden kann, ist es sinnvoll, die Entkusselungsarbeiten zunächst nur in den offeneren Moorflächen durchzuführen und die Auswirkung des ansteigenden Wasserspiegels auf den dichten Saum der großen alten Kiefern um den Lake abzuwarten. Die Effizienz dürfte deutlich größer sein, weil mit weniger Arbeit erheblich mehr Fläche freigestellt wird (s. oben). 2. Alte Kulturflächen Mit der Mannschaft der Station wird über die besten Methoden zum langfristigen Erhalt dieser Flächen diskutiert. Die Station setzt auf den Wiesenflächen gegen den Jungwuchs von Erlen den mit ZGF Mittel angeschafften Freischneider ein. Das Ergebnis ist u.a. der Erhalt von Orchideen sowie von Birkhuhn- Balzplätzen. Da keine regelmäßige Beweidung

112 Partnerprojekte 111 Behandlung diverser Alters- und Dichtezusammensetzungen besprochen. Einige größere Bäume wurden ausgewählt und geringelt. Abb. 38: Blick vom neuen Lehrpfad auf die große Entkusselungsfläche (rechts: der Direktor der Biologischen Station und des Nationalparks Irmantas Jasinskas) der Flächen möglich ist, dürfte ev. auch ein Kreiselmäher erforderlich sein. Bezeichnenderweise gab es auch um diese Maßnahmen Auseinandersetzungen mit den Behörden; nachdem jedoch deutlich geworden war, dass sowohl die Orchideenstandorte als auch die Balzareale verschwinden würden, wurde grünes Licht gegeben. Kamanos ist ein Moorbiotop mit relativ unberührter Oberfläche. Unberührte Biotope gibt es in Europa kaum. Nur die Pufferzone (Wald und die landwirtschaftlichen Nutzflächen) ist Kulturbiotop. Das heißt selbstverständlich, dass die weitere Entwicklung der Moorflächen so frei von direkten menschlichen Einflüssen wie möglich sein sollte. Daraus folgt: Wasserhaushalt wieder auf ein natürliches System einpendeln und nur da wo nötig Kiefern entfernen. Deshalb die dichten und alten Kiefernbestände unter neuen Wasserstandsbedingungen beobachten und zunächst nur in den spärlich mit kleinen Kiefern bestandenen Flächen ausrupfen, absägen oder ringeln. Damit können auch die Goldregenpfeifer-, Brachvogel- und Bruchwasserläuferbrutplätze gefördert werden. 3. Freistellen der Moorflächen von Bäumen Anhand von in der Biologischen Station vorhandenen Luftbildern (Abb. 37) ist die Bewaldungsdichte des gesamten Reservates gut zu beurteilen. Vor Ort wurde mit den Rangern ausführlich die Entstehung des Moores diskutiert und davon die Behandlung der Kiefern abgeleitet. Die Fragen, wo wird überhaupt gefällt, wo wird gefällt und geringelt, wo wird nur geringelt und wo sind sogar Eingriffe über mehrere Jahre nötig, wie ist der Zusammenhang mit dem Anstau, wurden ausführlich behandelt. Praktische Arbeiten, z.b. das Kappen und Ringeln der Bäume mit Motorsäge wurde demonstriert und die Abb. 39: Info-Tafel in der Nähe des im Bau befindlichen ersten Lehrpfades Die erste Entkusselungsfläche ist im Osten des Reservates angelegt (vgl. Abb. 38). Ein Streifen von 150 Meter Breite und 500 Meter Länge angrenzend an offene Moorflächen ist von Kiefern freigestellt worden. Die abgesägten Kiefern sind in die benachbarten bewaldeten Flächen geschleppt worden, so dass

113 112 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Abb. 40: Wooden House am Beginn des Lehrpfades in der Nähe von Lake Kamanos die Fläche frei ist. Es ist noch sehr viel Jungwuchs bis 40 cm vorhanden. Nacharbeit ist in zwei bis drei Jahren nötig. Weiter Probeflächen werden in Kürze eingerichtet. In einer soll das Holz auf zentralen Stellen verbrannt und die Asche entfernt werden, in der nächsten sollen die gefällten Bäume an Ort und Stelle liegen bleiben. Weitere Entkusselungsarbeiten sollen ab November 2002 durchgeführt werden. Abb. 41: Einer der im Bau befindlichen neuen Dämme mit Überläufen 4. Tourismus Zur Zeit wird ein Holzsteg als Rundgang für Touristen (Abb. 39) durch den östlichen Moorteil angelegt. Vom Waldhaus ausgehend haben die Ranger mit Bohlen aus Pappelholz einen Steg ins Moor gebaut. Dieser leitet die Besucher ohne Beeinträchtigung der empfindlichen Vegetation durch Abb. 42: Direktor Jasinskas beim Einbau hölzerner Spundwände in den alten Abflusskanal des Lake Kamanos.

114 Partnerprojekte 113 Wichtigster Tenor: Es gibt ein starkes Lager von Vertretern des streng konservierenden Naturschutzes, die sich mit aller Deutlichkeit jeglichen gestaltenden Eingrifdas Niedermoor bis ins Hochmoor zum Lake Kamanos und dann in offene Hochmoorbereiche (Goldregenpfeiferbrutplatz, s. Abb. 38) und wieder zurück zumwaldhaus. Mit ausführlichen Erklärungen werden hier in Zukunft von den Rangern Touristengruppen bis zu drei Stunden geführt. Der Weg ist so angelegt, dass alle wesentlichen Wald- und Moorbiotope erreicht werden. Im letzten Jahr haben über 500 Touristen die Route genutzt, der Holzsteg war allerdings noch nicht angelegt. Eintrittspreis pro Tourist 2 Lta. (1 = 3,5 Lta); Kosten 3000 $. Finanzierung durch das litauische Umweltministerium selbst. Außer der Wanderung über den Holzsteg durch den Moorrandbereich sollen zunächst keine weiteren touristischen Möglichkeiten realisiert werden. Für Touristen ist daher das Angebot sehr schmal. Der Einfluß des Konservisten-Lagers wird deutlich. Ein neues ansprechendes Faltblatt in litauischer wie auch englischer Ausgabe liegt vor. Das Zusammenwirken mit Tourist-Information Klaipeda um durch gezielte Werbung die Anzahl der Tagestouristen anzuheben ist noch nicht realisiert. Vorschläge für weitere touristische Infrastruktur im Sinne von Öko-Tourismus liegen vor. 5. Politische Situation Zusammen mit dem Direktor haben wir die Gespräche mit Vertretern der Nationalparkverwaltung Vilnius und des UNEP vorbereitet. Seit dem vergangenen Jahr erhält Litauen Mittel aus dem Global Environmental Fund (GEF), von denen auch ein Teil in Kamanos eingesetzt werden soll. fen in den Weg stellen. Die Leiterin der Nationalparkverwaltung in Vilnius (es hat hier einen Personalwechsel gegeben) versucht nach Angaben des Parkdirektors zwischen Vertreter des konservierenden Lagers und denen, die Gestaltung zur Regeneration und Erhaltung befürworten, auszugleichen. Das führt dann zu solchen Ergebnissen wie Freistellen von nur 26 Hektar Fläche zur Probe, wo einige hundert Hektar nötig wären und vom Direktor ca. hundert Hektar auf fünf verschiedenen Flächen beantragt wurden. Oder: keine Unterhaltung der Kulturflächen, erst als die Orchideen zu verschwinden drohten, wurden Aktionen unternommen. 6. Pufferzone Die nördlich an das Reservat angrenzenden Kulturflächen wurden begangen. Reservat und Kulturflächen sind hier durch einen bis zu 2,5 Meter tiefen Kanal getrennt. Aus dem Reservat erodieren auf Grund der Anlage dieses Grenzgrabens an viele Stellen kleine Bäche, die sich immer tiefer in den Boden einschneiden. Der Kanal ist an mehreren Stellen durch Biberburgen leicht angestaut. Ein von der Reservatseite einmündender Bach, der offensichtlich schon lange vor der Sowjetzeit im 19 Jh. angelegt worden ist, ist auf eindrucksvolle Art durch zwei Biberburgen komplett angestaut, so dass das Stauwasser die angrenzenden Waldbereiche überschwemmt. Folgt man dem Bachlauf, erreicht man nach ca. 400 Metern den Rand des Hochmoorkörpers. Dies alles ist jedoch eine sehr instabile und für den Wasserstand des Gebietes bedrohliche Situation. Der Direktor schlägt vor, diese Kulturflächen zu kaufen, in die Pufferzone einzugliedern und anschließend den Kanal aufzustauen. In den Kulturflächen (Pufferzone) im Osten und Süden des Reservates rasten regelmäßig große Gruppen Kraniche.

115 114 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster 7. Praktische Maßnahmen im Sommer 2002 Da in den letzten Wochen fast kein Niederschlag gefallen war, konnte ohne technische Probleme mit dem geplanten Dammbau begonnen werden. An allen vorgesehenen Stellen waren die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen. Material und Maschinen befanden sich an den Einsatzorten. Trotz der Trokkenheit war der Wasserstand im Lake Kamanos erstaunlich hoch. War im Moorrandbreich und in der Pufferzone der Pegel um ca. 70 cm gesunken, so waren im Lake und in den zentralen Moorbereichen nur knapp 25 cm Wasserabsenkung zu verzeichnen. Dammneubau im Hauptentwässerungskanal im Südwesten Nach unserer Vorstellung sollte sich das Stauwasser durch die Wälder des Moorrandes einen neuen Weg suchen. Aber der Direktor erklärt seine schwierige Position: Wälder würden absterben und Holz vermodern. Wenn diese Situation dann öffentlich würde, wäre Ärger vorprogrammiert. Holz ist in Litauen ein wertvoller Rohstoff (Wald kostet pro Hektar etwa 6000 LTA, landwirtschaftliche Nutzfläche nur 1000 LTA). Anders als geplant, um Ärger zu umgehen, müssen in die Dämme Überläufe eingebaut werden (Abb. 41). Die neu angelegten Dämme stauen ca 20 cm höher. Die Überläufe könnten mit der Zeit geschlossen werden. Zur Vorbereitung des Dammbaues im Kanal des Lake Kamanos (Abb. 42) brachten wir Spundwände aus Holz ein. Die Auffüllung des Zwischenraumes (ca. 3 Meter) wurde bis 30 cm über Niveau des höchsten Wasserstandes im Lake eingebracht. Das Material stammte von einer im Lake treibenden Torfinsel. Die Ranger werden, sollte der eingebrachte Torf noch in sich zusammen- sinken, immer weiter auffüllen. Ist ein fester Körper entstanden, wird dieser mit Moorvegetation abgedeckt. Zusätzlich wird eine der im Lake treibenden mit Moorvegetation bestandenen Torfinseln in der Kanalmündung vor der neuen Dammanlage verankert. Dadurch verliert der Damm seine Wirkung als Fremdkörper. 8. Ausblick Der neue Direktor Irmantas Jasinskas ist nicht nur fachlich versiert, sondern versteht es auch, seine Mannschaft für die oft äußerst beschwerlichen (Hand-)Arbeiten im Moor zu begeistern. Unterstützung braucht er vor allem in folgender Hinsicht: 1. Durchsetzung der weiteren Maßnahmen zur Regeneration vor allem der eher randlichen Moorbereiche bei der Ministerialbürokratie. Für den Sommer 2003 wurde zudem eine gemeinsame eine Aktion zur Kiefernbekämpfung vorgesehen. 2. Hilfe beim Fundraising zum Ankauf der wichtigsten Teile der Pufferzone, weil so am besten die aktuellen Gefahren für Teile des Moores abgewendet und die ökologische Wertigkeit des Gesamtareals nachhaltig gesteigert werden kann. Das Problem mit den GEF-Mitteln ist, dass diese wie fast alle öffentlichen Mittel kofinanziert werden müssen. Zwar können die Mittel der Zoologischen Gesellschaft als solche rechnerisch eingesetzt werden, dies wird jedoch für die Landankäufe nicht hinreichend sein. 3. Weiterentwicklung des Ökotourismus-Konzeptes zur Steigerung der Akzeptanz ( public awareness ) und zur längerfristigen Schaffung von mehr auch finanziellen - Spielräumen für die Stationsarbeit.

116 Öffentlichkeitsarbeit 115 Öffentlichkeitsarbeit 2002/03 Umweltbildung Mit 206 Veranstaltungen wurde im Jahr 2002 erstmals die Grenze von 200 Veranstaltungen überschritten und mit 213 Veranstaltungen im Jahr 2003 nochmals leicht übertroffen. Gegenüber den Vorjahren bedeutet dies ein Plus von ca. 25 Führungen. Gründe für diesen Anstieg sind einerseits die gute Pressepräsenz (z.b. aufgrund der Storchenbrut) der Rieselfelder, andererseits wohl auch die wegen der konjunkturellen Lage etwas gebremste Reiselust der Deutschen und die damit verbundene Wiederentdeckung heimatnaher Ziele. Letzteres war auch wohl ein Grund dafür, dass die Sommerferienprogramme deutlich besser ausgelastet waren als in den Jahren zuvor. Veranstaltungen Thomas Starkmann Einen starken Anstieg hatten wiederum die gebuchten Gebietsführungen zu verzeichnen. Kindergeburtstage waren 2003 etwas weniger nachgefragt als noch Dies wurde aber durch die starke Nachfrage bei Schulklassen mehr als kompensiert. Während bei den Kindergeburtstagen die Zahl der Kinder noch überschaubar bleibt, stellen Schulklassen mit bis zu 30 Schülern die Nerven der Veranstaltungsleiter gelegentlich auf eine harte Probe - zumal dann, wenn sich die verantwortlichen Lehrer aiffallend zurückhalten. Die öffentlichen Führungen wurden teilweise von 40, im Jahr 2003 aufgrund des sonnigen Wetters im ausgehenden Winter sogar von bis zu 80 Perso- Art der Veranstaltung Anzahl im Jahr 2002 Anzahl im Jahr 2003 Gebuchte Gebietsführung Veranstaltungsprogramm Erwachsene Veranstaltungsprogramm Kinder Schulklassen Kindergarten/-tagesstätte 9 14 Veranstaltungsprogramm Eltern-Kind 8 5 Kindergeburtstag Öffentliche Führung Sonstiges (z.b. Diavorträge) 2 3 Gesamt

117 116 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster nen besucht - ein nie gekannter Ansturm, der nur mit zusätzlichem Führungspersonal halbwegs zu bewältigen war. Überhaupt pilgerten an den ersten Wochenenden des Jahres 2003 nie gekannte Menschenmassen durch das Gebiet, was wohl auch daran lag, dass die Rieselfelder nach dem zuletzt eher milden Wintern wieder einmal zu einem Eldorado für Schlittschuhläufer entwickelten. Unangenehme Begleiterscheinung ist die Blechlawine, die auf der Suche nach geeignetem Parkraum auch vor Naturschutzflächen nicht halt macht. Etwas problematisch ist die starke Verlagerung von Führungsanfragen auf das Wochenende, da geeignete Referenten dann nicht immer leicht zu finden sind. Bis auf ganz wenige Ausnahmen konnten aber alle Wünsche erfüllt werden. Innenausstellung, Aussenausstellung, Infomaterialien Der Schwerpunkt lag hier bei der Verbesserung der Besuchereinrichtungen im Naturerlebnisgebiet. Zudem wurden im Jahr 2002 über den Sehschlitzen Tafeln mit Abbildungen der von dort häufig zu beobachtendenden Vögel installiert und die ergonomisch teilweise etwas ungünstige Anordnung der Sitzbänke und Armstützen verbessert. Die Innenausstattung der beiden Beobachtungshütten am Emsableiterstausee wurde durch Schaukästen mit aktuellen Bestandslisten sowie Veranstaltungshinweisen ergänzt. Im Jahr 2003 wurden auch in den Hütten der 15er und 17er über den Sehschlitzen Tafeln mit Abbildungen dort häufiger Vögel angebracht. Einen Rückschlag bei den Bemühungen gab es allerdings im Juli durch mutwillige Zerstörungen, bei denen zwei Beobachtungseinrichtungen sowie einige Schautafeln schwer beschädigt wurden. Aufgrund der etwas abseitigen Lage ist zu befürchten, dass solche Fälle von Vandalismus auch in Zukunft nicht auszuschließen sein werden. An den Zuwegungen zu den Hütten wurden im Jahr 2002 Sichtblenden aus Profilholz bzw. Weidengeflecht errichtet, um eine Störung der Vögel zu vermeiden. Die im Jahr 2003 aus Weiden errichtete Sichtschutzwand auf dem südlichen Damm der 33/B dürfte vor allem für Ornithologen begrüßt werden. Von hier aus kann nun endlich auch die bislang schwer einsehbaren Bereiche der Fläche eingesehen werden, ohne dass Vögel gestört werden. Zusätzliche Bänke auf der Beobachtungsplattform, am Hauptzuleiter sowie am Aa- Anstau bieten erschöpften seit 2002 Wanderern und Ornithologen die Möglichkeit, sich auszuruhen, ohne die interessanten Flächen aus den Augen zu verlieren. In der Aussenausstellung wurden die Wege komplett mit Holzhäcksel gemulcht und ein Teil der Kopfweiden geschnitten. Ein Zivi mit Motorsägenschein hinterlässt in der Regel deutliche Spuren im Gebiet. Über den jährlichen Kopfweidenschnitt hinaus ging es daher im Winter 2003 ordentlich zur Sache. Vor allem im Umfeld der Station wurden viele Sträucher und Bäume auf den Stock gesetzt. Entlang des Wöstebach und des Wirtschaftsweges an der Landwehr wurden die Gehölze zurückgeschnitten, um eine bessere Befahrbarkeit zu ermöglichen. Dank des neuen Holzhäckslers konnten die Wege in der Außenaustellung komplett mit autochthonem Material gemulcht werden. Der Aufwuchs auf der ursprünglich als Feuchtheide angelegten, mittlerweile aber stark verschilften Fläche, wurde gemäht, damit für Kinderveranstaltungen eine größere Freifläche zur Verfügung steht. Die von der Witterung in Mitleidenschaft gezogenen Rahmen einiger Schautafeln im Lehr-

118 Öffentlichkeitsarbeit 117 pfad wurden erneuert. Seit Ende des Jahres steht hierfür mit Herrn Waterkamp ein tatkräftiger Helfer zur Verfügung, der über die Freiwilligenagentur der Stadt Münster den Weg in die Rieselfelder fand. Der Aufwuchs auf der ursprünglich als Feuchtheide angelegten, mittlerweile aber stark verschilften Fläche, wurde im Jahr 2002 gemäht, damit für Kinderveranstaltungen ein größerer Freiraum zur Verfügung steht. Die von der Witterung in Mitleidenschaft gezogenen Rahmen einiger Schautafeln im Lehrpfad wurden erneuert. In der Innenausstellung wurde lediglich eine Bedarfsunterhaltung betrieben. Vor allem die Zugwegekarte wird aber nach wie vor von vielen Besuchern genutzt, was sich am Verschleiß der Druckknöpfe erkennen lässt. Um vor allem auswärtigen Besuchern den Weg in die Rieselfelder zu erleichtern, wurden im Jahr 2002 im weiteren Umkreis des Gebietes Hinweisschilder mit Richtungspfeilen angebracht. Auch an beliebten Radwanderrouten wie dem Fernradweg entlang des Dortmund-Ems- Kanals wurden entsprechende Schilder installiert. Weiter verbessert wurde die Internetpräsentation der Biologischen Station. Die Zugriffszahlen belegen, dass diese Form der Aussendarstellung deutlich an Attraktivität gewonnen hat. Alle Veranstaltungstermine der Biologischen Station finden sich zusätzlich auch im neuen Bürgerinformationssystem Naturschutz der Stadt Münster unter Seit dem vergangenen Jahr präsentiert sich die Biologische Station mit einem neuen Logo der Öffentlichkeit. In dem von der Design-Studentin Sandra Menke kreierten Entwurf bilden Flächendarstellung und durchziehender Watvogel eine, wie wir meinen, gelungene Synthese, die Gebietscharakteristik und ökologische Bedeutung der Rieselfelder geschickt miteinander verbindet. Presse, Funk und Fernsehen Abgesehen von der üblichen Berichterstattung über jährlich wiederkehrende Themen wie Zugvögelhighlights oder Krötenwanderung konzentrierte sich das Medieninteresse im Frühjahr vor allem auf die im Jahr 2003 erstmals erfolgreiche Storchenbrut, die auch überregional Beachtung fand. Um die zu erwartenden Besucherströme zu kanalisieren, hatte die Biologische Station im Jahr 2002 bewußt die Beobachtungshütte 22/A als geeigneten und für die Vögel nicht störenden Storchenausguck angegeben. Etwas aufregender als gewöhnlich verlief im Sommerferienprogramm 2002 eine der beliebten Tümpelveranstaltungen. Das WDR-Fernsehen hatte sich im Rahmen seiner Reihe Kinder machen Programm die Rieselfelder als Drehort ausgeguckt. Unter der souveränen Regie von Sinja und Maxim Niederau konnte das Fernsehpublikum Wissenswertes über die Rieselfelder im allgemeinen und über das Teichleben im besonderen erfahren. Wie viel Drehzeit das WDR - Fernsehen für eine vergleichsweise kleine Reportage in der Aktuellen Stunde einkalkuliert, bekamen wir 2003 am Beispiel eines Beitrages über Vogelstimmen zu spüren.

119 118 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Für drei Minuten Sendezeit waren drei Stunden Drehzeit angesetzt worden. Zum Glück präsentierten sich Fitis, Zaunkönig und Co. nicht so kamerascheu wie erwartet, so dass es letztlich doch schneller von- statten ging. Einen durchaus gelungenen Beitrag über die Rieselfelder stellten zwei Gelmeraner im Offenen Kanal Münster vor. Die Mitarbeiter der Biologischen Station Vorsitzender der Biologischen Station Rieselfelder Münster Michael Harengerd Geschäftsführer Michael Klein Schatzmeister Thomas Kepp Öffentlichkeitsarbeit, Lehrveranstaltungen und Exkursionen Annika Bader, Tamara Ejeilat, Anke Feige, Martin Glöckner, Kristina Knoop, Dr. Martin Kreuels, Andrea Klein, Thomas Mutz, Beatrix Niederau, Frank Peterskeit, Dennis Schüler, Daniel Seitz, Thomas Starkmann, Carsten Trappmann, Monika Syska, Regina Wegner, Sarah Wolf, Olaf Zeigner Brutvogel- und Rastvogelmonitoring Koordination: Andrea Klein Vegetationskundliche Untersuchungen Thomas Starkmann Betreuung der Heckrinder-Herde Freundes und Förderkreis Rieselfelder Münster Freiwilliges ökologisches Jahr Maria Bücking, Caroline Drenkelfuß, Mira Heese, Kristina Knoop, Nadine Walter, Regina Wegner Zivildienstleistende Michael Averbeck, Niels Biewer, Malte Busch, Robert Claßen, Mathias Drunkemühle, Paul Jäkel, Philipp Mümken, Felix Normann, Benjamin Proß, Dennis Schüler, Daniel Seitz, Erik Silge, Jörg Stegemann, Alper Ünal und Alfred Wennigmann Praktikanten und Feriengäste: 16 Praktikanten und Feriengäste wurden im Jahr 2002 und 11 Praktikanten und Feriengäste im Jahr 2003 betreut. Zu ihren Aufgaben gehörten die Mitarbeit bei Biotoppflegemaßnahmen, der Bau von Beobachtungshütten, aber auch eigenständige Kartierprojekte. Nicht zu vergessen auch die ehrenamtlichen Helfer, ohne die das umfangreiche Arbeitspensum kaum zu bewältigen wäre. Wir danken folgenden Praktikanten und Feriengästen für ihre Mitarbeit in der Biologischen Station: 2002: Angela Baie, Helen Baker, Oliver Fried, René Gerrits, Nadine Harmes, Anika Heineke, Kerstin Heyl, Steffen Klaes, Christina Lechtape, Patrick Meyer, Inga Noeske, Jason Benedetto Castro, André Schwiegershausen, Carsten Stiens, Martin Wewel und Sarah Wolf 2003: Lotte Bald, Esther Helmrich, Ines Hoppmann, Christina Lechtape, Felizitas Rupp, Philipp Scharbert, Lukas Schenke, Sina Thoma, Barbara Timmerkamp, Paul Vinke und Regina Wegner

120 Öffentlichkeitsarbeit 119 Recherche in den Rieselfeldern Das die Rieselfelder für die Lokalpresse in Münster ein dankbares Objekt der Berichterstattung sind, ist nicht neu. Polnische Schüler, die für die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf Spurensuche in den Rieselfeldern gehen, sind allerdings nicht alltäglich. Hintergrund ist in diesem Fall ein Gemeinschaftsprokekt der F.A.Z., der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und des Institutes zur Objektivierung von Lernund Prüfungsverfahren (IZOP) in Kooperation mit einer polnischen und einer tschechischen Tageszeitung. Unter dem Motto Jugend und Umwelt Grenzüberschreitende Kooperation gehen dabei 25 Gymnasien aus Deutschland mit 15 bzw. 10 Schulen aus Polen und Tschechien eine dreijährige Umwelt-Partnerschaft ein mit den Zielen, die teilnehmenden Schüler für Umweltthemen zu sensibilisieren, ihre Medienkompetenz zu stärken und durch Abbau von Klischees die europäische Verständigung zu stärken. Dabei besucht jede Thomas Starkmann Projektklasse ihre Partnerschule, um vor Ort eine journalistische Recherche zu einem umweltrelevanten Thema durchzuführen, deren Ergebnisse auf einer Seite der F.A.Z. bundesweit veröffentlicht werden. Eine der teilnehmenden Schulen ist das Paulinum in Münster. Dessen polnische Partnerschule, das Liceum Ogólnoksztalcace in Poznan, hatte sich für ihre Recherche das Thema Europareservat Rieselfelder Rastplatz für Zugvögel von Nord- nach Südeuropa ausgewählt. Der Bitte des IZOP-Institutes, für die polnischen Schüler ein Tagesprogramm zusammen zu stellen, kamen wir gerne nach. So trafen am 15. April fast 40 Schüler zwischen 16 und 17 Jahren an der Biologischen Station ein. In kurzen Vorträgen und Exkursionen stellten die Mitarbeiter der Biologischen Station, unterstützt von den Ehrenämtlern Johannes Wahl und Nils Anthes, unterschiedliche Aspekte wie Ge-

121 120 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster schichte der Rieselfelder, Bewässerungsund Vegetationsmanagement oder Methoden zur Bestandszählung und Brutvogelkartierung vor. Kai Pagenkopf vom Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster ergänzte das Programm mit einem Vortrag über das DBU-Projekt Bürgerinformationssystem Naturschutz. Die bereits im Vorfeld mit Informationsmaterial versorgten Schüler hatten dann die Gelegenheit, durch Fragen die Themen zu vertiefen. Leider blieb die eigentliche Recherche doch etwas in den Anfängen stecken. Ob es an Sprachproblemen oder an der Zurückhaltung der Schüler lag trotz wiederholter Animation durch die begleitende F.A.Z.-Redakteurin Ruth Volkmann blieben bohrende Fragen der Schüler weitgehend Mangelware. Der Eindruck, trotzdem etwas rübergebracht und zumindest einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet zu haben, herrschte dennoch vor. Die Ende des Jahres zur Korrektur eingereichten Artikel bestätigten dies. Zwar waren im Detail kleine Änderungen erforderlich, insgesamt schien den Schülern das komplexe Thema Rieselfelder aber durchaus verständlich geworden zu sein. Was wir damals noch nicht wussten: es gibt auch ein innerdeutsches Pendant zu dem oben geschilderten Projekt, wiederum getragen von DBU und IZOP-Institut, diesmal zusammen mit 20 Regionalzeitungen und je 50 Schulen aus den neuen und den alten Bundesländern. Eine der teilnehmenden Schulen: das Paulinum in Münster. Der Rest der Geschichte dürfte bekannt sein... Ein Bus für die Rieselfelder Auch wenn viele es wahrscheinlich nicht bemerkt haben, 2002 war auch das Jahr des Ökotourismus. Wenn ein Ornithologe gleichzeitig Marketing-Mitarbeiter bei einem im Personennahverkehr tätigen Unternehmen ist, kann daraus aber durchaus etwas Sinnvolles entstehen, wie der folgende Bericht von Andreas Leistikow beweist. Thomas Starkmann Im vergangenen Jahr kam es zu einer neuen Kooperation zwischen der Biologischen Station Rieselfelder Münster e.v. und der WB Westfalen Bus GmbH, einem der größten Dienstleister im Personennahverkehr im Münsterland. Mit Bus und Bahn Natur erfahren die Rieselfelder Münster lautete das Motto, unter dem die beiden Partner die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 der weiter führenden Schulen der Anrainerkommunen der Rieselfelder zu einem Malwettbewerb einluden. Die Aufgabe: die Kinder sollten die Außenflächen eines Busses gestalten, der für die faszinierende Natur der Rieselfelder wirbt. Jede Klasse durfte bis zu drei Motive ins Rennen schicken. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Rund 100 Einsendungen erreichten die Westfalen Bus zum Ende des Schuljahres 2001/2002. Mit viel Fantasie und Mühe hatten sich die Teilnehmer mit dem Thema auseinander gesetzt und es in die Umrisse der zur Verfügung gestellten Busskizze eingepasst. Viele der Teilnehmer haben sich selbst schon einmal in den Rieselfelder umgesehen, sei es bei einem Sonntagsspaziergang mit der Familie, sei es bei einem Klassenausflug. Und gerade diesen Einsendungen sah man die Beschäftigung mit dem Thema an. Neben der Darstellung einer Landschaft mit Wasserflächen und Wiesen wurden Telefonmasten mit Storchennest oder Beobachtungshütten zu Papier gebracht. Die Jury bestand aus

122 Öffentlichkeitsarbeit 121 Thomas Starkmann, Biologische Station, Dr. Andreas Leistikow, Öffentlichkeitsarbeit der Westfalen Bus sowie Randolf Umbach und Christian Ring, beide Graphikdesigner, die den fachlichen Blick für diese Aufgabe hatten. Ihnen stand eine schwere Aufgabe bevor: Aus den Einsendungen das Motiv auswählen, welches das Thema am besten umgesetzt hat und gleichzeitig qualitativ so gestaltet war, dass es auf Folien gedruckt auf einen Bus geklebt werden konnte. Mit diesen Kriterien als Richtschnur stand dann gegen Ende der Sommerferien fest: das Siegerbild hatte Lisa Klose von der Realschule Wolbeck mit Wasserfarben gemalt. Um das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt der Schülerinnen und Schüler zu stärken, lobte die Westfalen Bus Klassenpreise aus. Lisa Klose konnte nun einen Reisegutschein über für die nächste Klassenfahrt und einen Klassensatz Münster-Spiele in Empfang nehmen. Die Biologische Station lud die Siegerklasse zu einer Führung durch das Reservat ein. Im Oktober konnte dann auch das Roll-Out des Rieselfelder-Busses gefeiert werden. Ein Linienbus der Westfalen Bus trägt seither das Motiv von Lisa Klose. Nebeneffekt: der Biologischen Station bietet der Bus die Möglichkeit, ihre Bekanntheit im Münsterland noch weiter zu steigern. Der Bus verkehrt hauptsächlich im Gebiet rund um die Rieselfelder Münster: von Lengerich über Greven, von Havixbeck, von Bad Rothenfelde über Ostbevern, von Lippstadt über Warendorf fährt der Wagen nach Münster und stellt einen Hingucker dar, der den einen oder anderen einmal dazu bewegt, die Rieselfelder kennen zu lernen und Natur zu erfahren. Wie kam es aber zu dem ungewöhnlichen Projekt? Im Frühjahr 2002 trat die Westfalen Bus mit der Idee dieser Kooperation an die Biologische Station heran, um ihren Beitrag im Internationalen Jahr des Ökotourismus zu leisten. Was lag näher, als das Erholungsgebiet für Zugvögel und Menschen im Norden Münsters zu vermarkten. Die Zielgruppe lag der Westfalen Bus besonders am Herzen: Schülerinnen und Schüler stellen rund 65% aller Fahrgäste dar. Diesen sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich einmal intensiv mit dem Thema Ökotourismus und Naturschutz auseinander zu setzen. Durch die Integration des Wettbewerbs in die Schulen konnte auf pädagogische Anleitung durch die Lehrer gebaut werden. Ganz nebenbei bot sich die Chance, auch das Thema Bus Fahren als Alternative zum Individualverkehr anzusprechen. Und das in einem Umfeld, das abseits der täglichen Erfahrungen, wie etwa die Fahrt zur Schule, lag. Denn gerade im Alter von 12 bis 14 Jahren bilden sich die Präferenzen für die eigene Mobilität aus. So bleibt zu hoffen, dass auch bei den Teilnehmern das Thema Naturschutz in seinen Facetten stärker ins Bewusstsein gerückt werden konnte - ob nun durch aktiven Naturschutz wie etwa bei der Biologischen Station oder aber durch das regelmäßige Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel im Alltag.

123 122 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Bericht zum Praxissemester in der Biologischen Station Rieselfelder Münster vom bei Prof. Dr. Ing. R. Mohn Philipp Scharbert 1. Zielsetzung und Rahmenbedingungen 1.1 Gründe für die Wahl der Praktikumsstelle Da ich im Hauptstudium Wasser- und Abfallwirtschaft vertiefe, und ich meinen augenblicklichen Interessenschwerpunkt auf die Wasserwirtschaft insbesondere die Ingenieurbiologie gelegt habe, erschienen mir die Rieselfelder Münster, als wasserwirtschaftlich vollständig künstliches System, als die sinnvollste Alternative, um meine bisherigen Kenntnisse zu festigen und auszubauen. 1.2 Ziele im Praktikum Meine Ziele im Praxissemester waren und sind: - die im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden - die Ausführung von konkreten Auf gabestellungen und von praktischen ingenieurmäßigen Arbeiten im Betrieb - die Gewinnung eines Eindruckes von der Berufspraxis - die Unterstützung des von mir ausgewählten Betriebes - das praktische Erlernen von wasserbaulichen Maßnahmen - die Vertiefung und Erweiterung meiner Softwarekenntnisse - das Zusammenarbeiten mit den Arbeitskollegen 1.3 Bewerbung und Vorstellung Ich erfuhr von Mitstudenten, dass in der Biologischen Station schon Diplomarbeiten geschrieben wurden und dass auch im Moment zwei Studenten unseres Instituts im Begriff waren, dort ihre Diplomarbeit unter der Betreuung von Herrn Prof. Dr. Ing. R. Mohn zu schreiben. Nachdem ich mir einiges an Informationsmaterial über die Rieselfelder besorgt und mich dazu entschlossen hatte, dort zu bewerben, setzte ich mich mit Herrn Prof. Dr. Ing. R. Mohn in Verbindung. Herr Mohn riet mir, mich telefonisch mit Herrn Dipl. Landschaftsgestalter Kristian Mantel, dem

124 Öffentlichkeitsarbeit 123 Gebietsbetreuer der biologischen Station, in Verbindung zu setzen. Bei dem Telefonat lud mich Herr Mantel zu einem Gespräch in die Biologische Station ein, bei dem er mir die Aufgabenbereiche der Station und ebenso das Vogelschutzgebiet näher brachte. Weiter sprachen wir über meine voraussichtlichen Einsatzbereiche innerhalb des Praxissemesters und die Rahmenbedingungen von Seiten der Fachhochschule. 1.4 Aufgabenstellungen Aufgabenstellungen innerhalb meines Praktikums waren: - das Ermitteln der Grundwasserstände und der Wasserspiegelhöhen der Oberflächenfließgewässer innerhalb des Planfeststellungsverfahrens - Abstecken eines temporären Froschlaichgewässers als Ausgleichsmaßnahme für die Verbreiterung des Dortmunder-Ems-Kanals - Mithilfe bei der Neuplanung des Bewässerungssystems der Rieselfelder - Planung von Ingenieurbiologischen Maßnahmen zur Böschungssicherung im Bereich des Ems- Ableiter-Anstaus E1 - Betreuung von Studentengruppen beim Einbau von stockausschlagfähigen Weidenfaschinen - die Durchführung einiger Flächennivellements, im Rahmen der Überprüfung der Zusammenlegbarkeit der Rieselfeldparzellen - die Querprofilaufnahme des Aa- Ableiters - Höhenmäßige Bestimmung der Bewässerungssystemknotenpunkte 2. Vorstellung der Praktikumsinstitution Die Biologische Station in den Rieselfeldern Münster ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit dem Status eines Europareservats, welcher durch den Vorstand (1. Vorsitzender: Dr. M. Harengerd, Geschäftsführer: M. Klein, Kassenwart: T. Kepp) geführt wird. Die Hauptfinanzierung erfolgt über einen Betreuungsvertrag mit den Land Nordrhein Westfalen (80%) und der Stadt Münster (20%), weitere Gelder bezieht die Station über den Freundes und Förderkreis. Die Hauptaufgabe der Station besteht in der Betreuung des ca. 435 Hektar großen Vogelschutzgebietes, dieser Bereich wird durch eine volle Stelle, welche noch von Herrn Mantel besetzt ist, abgedeckt. Ein weiterer Teilbereich ist die Öffentlichkeitsarbeit, welche in den Aufgabenbereich von Herrn Starkmann fällt, er bekleidet eine halbe Stelle. Die Station bietet das ganze Jahr über Führungen mit unterschiedlichen Inhalten an. Weiter sind zwei Personen mit Werkverträgen eingestellt; die eine kümmert sich um den Aufbau der Innenausstellung im Heidekrug, die zweite koordiniert das Zählen der Vögel im Gebiet, welches durch einige Ehrenamtliche Mitarbeiter gewährleistet wird. Weiterhin sind momentan vier Zivildienstleistende und drei Frauen, die ein freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren, in den Diensten der Biologischen Station. In deren Aufgabenbereiche fällt das Füttern der Heckrinder, das Bewässern der Parzellen, die Biotoppflege der Flächen, das Freischneiden von Bewässerungswegen und Sichtschneisen etc. Die Biologische Station mit einer Fläche von 700 m 2, 100 m 2 davon Bürofläche, verfügt

125 124 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster über sechs Arbeitsplätze mit Rechnerausstattung. Weiterhin verfügt sie über zwei regelbare Wehre, die zur Stauung des Aa-Abflusses genutzt werden und über eine programmierte Automatik gesteuert werden. Zur Beschickung des Gebiets dienen vier Pumpen mit einer max. Einzelleistung von 500 l/s. Punktes von ca. 3-5 m gewährleistete (siehe Abb. 44). Weiter wurde mir wechselnde Zivildienstleistende zur Seite gestellt, um mich bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Am Ende jedes Arbeitstages dieser Phase habe ich die im Feld gewonnenen Daten vom Pocket-PC auf den PC übertragen umgerechnet und in ArcView eingespeist. Mit diesem Programm war es mir, nach einer Einweisung von Herrn Mantel, möglich, einen interpolierten Höhengrid erstellen zu lassen, der Aufschluss über die Zusammenlegbarkeit gab. Abb. 43: Wehranlage, Fischaufstiegsanlage und Grundablässe Zur Bearbeitung der Flächen stehen ein Schlepper mit verschiedenen Anbaugeräten, ein Fahrbagger und ein Kettenbagger zur Verfügung, um nur die größten Gerätschaften zu nennen. 3. Tätigkeiten im Praktikum 3.1 Aufgaben und Anforderungsprofil In der ersten Phase meines Praktikums, hatte ich die Möglichkeit, mich, im Rahmen der Flächenzusammenlegung, intensiv mit dem Nivellieren von Flächen auseinander zu setzen. Als Hilfsmittel standen mir ein Nivelliergerät, eine Messlatte, ein Laser, ein Laserempfänger und ein an einen Pocket- PC angeschlossenes GPS, welches eine Ortungsgenauigkeit des einzugebenden Abb. 44: GPS unterstütztes Flächennivellement -In der zweiten inhaltlichen Hauptphase meines Praktikums wurde ich mit der Aufgabe der Planung von ingenieurbiologischen Maßnahmen zur Böschungssicherung in einem Teilbereich des Ems-Ableiter-Anstaus-E1 betraut. Nach eingehendem Literaturstudium und der Absprache mit Herrn Mantel und Herrn Prof. Mohn kam ich zu den erforderlichen Maßnahmen. Ein weiterer Teilbereich dieses Abschnittes war die Betreuung einer Studentengruppe aus unterschiedlichen Semestern von der

126 Öffentlichkeitsarbeit 125 Fachhochschule Münster, Fachbereich 06 (Bauingenieurwesen), Vertieferrichtung Wasser- und Abfallwirtschaft, bei dem Einbau der eigens angefertigten stockausschlagfähigen Weidenfaschinen. -Ein weiterer inhaltlicher Abschnitt war die Aufnahme der Grundwasserstände und der Wasserspiegellagen der Oberflächenfließgewässer im Rahmen des Planfeststellungsverfahren. Dabei bestand meine Aufgabe darin, die verschiedenen Messstellen anzufahren und mit einer dafür vorgesehenen Messvorrichtung den Grundwasserstand zu ermitteln. Bei der Ermittlung der Höhenlage der Wasserspiegel der Oberflächenfließgewässer bezog ich die Wasserspiegellage auf die von der Stadt eingemessenen Höhenpunkte. Zur Verfügung hierbei standen die Hilfe eines Zivildienstleistenden und die Nivellierausrüstung. -Weitere kleinere Aufgabenbereiche waren unter anderem die Fertigung von Faschinenböcken, die Fixierung von Bewehrungsstäben für ein Betonfundament und das Betonieren desselben (siehe Abb. 45), das Ausbessern von Schäden an einer Böschungssicherung, die Gewinnung von Weidentrieben, das Binden von Weidenfaschinen, das Einbringen von Binsen als Primärprotektoren (siehe Abb. 46) im Bereich der von mir geplanten Maßnahmen, das Spülen des Drainagesystems des Dammes. Dieses erreichten wir durch Erhöhen der Fließgeschwindigkeit in Zusammenarbeit mit der Unteren Wasserbehörde. 4. Reflexion Ich bin auf der Biologischen Station unter der Leitung von Herrn Mantel und Herrn Starkmann gut aufgenommen worden. Weiterhin hatte ich ein recht gutes Arbeitsverhältnis zu allen Mitarbeitern. Abb. 45: Verteilen und verdichten des Betons

127 126 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Abb. 46: Binsengürtel als Primärprotektor Den Anforderungen des Arbeitsalltags war ich größtenteils gewachsen, jedoch bin ich bei einigen Aufgabenbereichen an meine Grenzen gestoßen. Evtl. hätte ich diese Aufgaben besser bewältigen können, wenn ich in meinem Studium noch weiter fortgeschritten gewesen wäre. Dennoch war es eine Erfahrung, nicht alles bewältigen zu können. Das gab mir neuen Antrieb für mein noch bevorstehendes Hauptstudium und die Diplomarbeit. Es hätte mich auch gereizt, mein Praktikum in einem Ingenieurbüro in der freien Marktwirtschaft zu absolvieren, da ich dort mit anderen Thematiken und Fragestellungen in Berührung gekommen wäre. Interessante Gesichtspunkte und Vorteile in der Biologischen Station waren unter anderem, dass die Auftragsvergabe, die Planung und die Ausführung in einer Hand lagen und dass daher die Möglichkeit bestand, alle Schritte von Anfang an mitzubekommen. Ebenfalls interessant und lehrreich war der Kontakt und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen der Stadt. Zum Verhältnis von Studium und Beruf ist mir während meiner Praxiszeit noch eingehender aufgefallen, dass sich während des Studiums trotz Spezialisierung ein sehr breites Wissensspektrum aufbaut, von dem in der Praxis nur ein kleiner Ausschnitt zur Anwendung kommt, das jedoch zum Gesamtverständnis sehr hilfreich ist. Die Tätigkeit im Praxissemester auf der Biologischen Station hat nichts an meiner Studienplanung geändert. Im Gegenteil, sie hat mich eingehend in meiner Bestrebung, Wasserbauingenieur zu werden, gefestigt. Ich kann sagen, dass ich mit meinen gewonnenen Erfahrungen im Praxissemester sehr zufrieden bin.

128 Öffentlichkeitsarbeit 127 Der Freundes- und Förderkreis Rieselfelder Münster Zunächst zur Statistik: Mit 29 Neuanmeldungen bei 5 Austritten 2002 sowie 17 Neuanmeldungen bei 8 Austritten 2003 ist die Bestandsentwicklung im Freundes- und Förderkreis weiterhin positiv. Die Beitragsumstellung von DM auf Euro ist für viele Mitglieder zum Teuro geworden allerdings auf freiwilliger Basis. Für die vielen, z.t. großzügigen Aufrundungen der nach der Währungsumstellung recht krummen Eurobeträge möchten wir uns auch an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken! Zusätzlich zu den bisher angebotenen Einzelmitgliedschaften wurde im Jahr 2002 auch eine Familienmitgliedschaft für 35 Euro eingeführt, die vor allem von den Familien der neu gegründeten Kindergruppe genutzt wurde. Ausgesprochen gut besucht mit bis zu 60 Teilnehmern waren die beiden FFK-Treffen im Berichtsjahr Im Frühjahr gab Kristian Mantel zunächst einen ausführlichen Bericht zu den durchgeführten und geplanten Managementmaßnahmen im Gebiet. Darin enthalten war auch das Thema Wegsperrungen im Reservat, das zu Thomas Starkmann kontroversen Diskussionen unter den Teilnehmern führte, die sich teilweise beim folgenden Imbiss fortsetzten. Die anschließendeabendliche Exkursion zum Thema Rallen beruhigte die erhitzten Gemüter aber schnell wieder. Wann lassen sich Tüpfel- und Wasserralle schon einmal gemeinsam unter dem stimmungsvollen Gesang eines Blaukehlchens beobachten? Das damals noch eifrig brütende Storchenpaar war danach ebenso Attraktion wie zumindest für die letzten Nachtschwärmer der nächtliche Gesang eines Rohrschwirls. Etwas geruhsamer ging es beim Herbsttreffen zu. Nach einer beschaulichen Wanderung entlang des Stausees gab es an der Beobachtungsplattform hausgemachte Heckrindfrikadellen mit Kartoffelsalat. Ein herrlicher Spätsommerabend sorgte für beste Stimmung unter den Teilnehmern. Auch die FFK-Treffen im Berichtsjahr 2003 erfreuten sich mit 70 Teilnehmern im Frühjahr und 60 Teilnehmern im Herbst eines guten Zuspruches. Im Frühjahr führte Paul Mann die Teilnehmer in das Bewässerungssystem der Rieselfeldern ein. Angesichts der großen Teilnehmerzahl musste die Gruppe allerdings geteilt werden, so dass nicht alle in den Genuss dieser spannenden Einführung kamen. Der Rest musste sich mit einer ornithologischen Exkursion begnügen, die aber durch immerhin so schöne Beobachtungen wie Wanderfalke oder Schwarzhalstaucher die Teilnehmer vom Entgangenen entschädigte. Im Herbst stand die Ornithologie im Vordergrund. Bei strahlendem Traumwetter führte Thomas Starkmann die Teilnehmer durch das Rieselfeldgebiet. Ausgesprochene Highlights blieben aus, aber allein das schöne

129 128 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Wetter lohnte den Ausflug. Anschließend gab es hinter der Station ein gemütliches Beisammensein bei selbstgekochter Erbsensuppe, Saftgetränken und Bier. Von den Heckrindfrikadellen ist es nicht weit zu den Heckrindern, deren Betreuung ja bekanntlich durch die FFK-Mitgliedsbeiträge gewährleistet wird. Nachdem die Herde in den letzten Jahren deutlich angewachsen war, ließen sich im Berichtsjahr 2002 erste Schlachtungen bei den jüngeren Bullen nicht mehr vermeiden. Das Fleisch konnte den FFK-Mitgliedern zu einem günstigen Vorzugspreis angeboten werden und fand rege Nachfrage. Zukünftig müssen aber auch andere Formen der Vermarktung gesucht werden, da die bisherige Praxis der portionsweisen Abgabe sehr zeitintensiv ist. Da die Herde mittlerweile auf drei Weiden verteilt ist, wurde zudem im Berichtsjahr 2003 mit einer mobilen Fanganlage die Möglichkeit geschaffen, einzelne Tiere auszusondern. Dem Jungbullen Rambo blieb die Schlachtung allerdings erspart, er wurde Ende April 2003 in das NSG Im Siesac nach Dortmund verkauft. Dort sorgt er jetzt mit 4 Kühen aus Hamm für die Offenhaltung der wertvollen Feuchtwiesen und verringert so den Arbeitsaufwand der Naturschützer. Außerdem hindert er, dank seiner imposanten Erscheinung, Spaziergänger mit ihren Hunden daran, das Naturschutzgebiet zu betreten. Mitglieder des Freundes- und Förderkreises Rambo Rieselfelder Münster in den Jahren 2002 und/oder 2003 Ruth Adrian Peter Appels Angelika Arnold Stefan Ausel Klaus Baackmann Herbert Bartetzko Dirk Battenfeld Klaus Becker J. Behnes Ralf Bertrams Frank Bludau Dr. Erna Blümer Erwin Boeker Theo Böggering Angelika Böhm Jonathan Bomholt Uwe Bosum Helmut Böttcher Heinz Böttgenbach Thomas Brandt Susanne Bronder Sebastian Brückner Werner Brünen Joachim Burbank Clara Buschkuhl Gerd Busmann Holger Clodius Dieter Cohors-Fresenberg Dr. Adelheid Conrad Dr. Horst Conrad Frank Cüper Marga Dahlhaus Axel Degen Lars Degen A. Deutsch Sabine Deutsch Brigitte Diersch Nicole Dircks Daniel Doer Dr. Manfred Dreier Reinhold Eisenbraun Jochen Elferich Guido Ellinghoven Kerstin Elsner Edeltraud Feja Arnd Fischer Ulrich Fischer Siegfried Franke Wenke Frederking A. Fremann Susanne Freßdorf Jaimie Friedrichs Silvia Fronda Dr. Antje Fuchs Ralf Furche Philipp Fürst

130 Öffentlichkeitsarbeit 129 L. Gaede Barbara Gärtner Karina Gärtner Christiane Gebauer Hans-Jürgen Gebauer Franz Gehlen Sascha Gersterkörper W. Greber Klaus Greshake Jörg Griese N. u. A. Groß Michael Grothues Stephanie Grothues Heidi Grünberg Klaus Günnigmann Franz Had Dietmar Halemba Andreas Haltermann Wilfried Hamm Brigitte Handy Silvester Hansel Johannes Hartmann Ursula Hartwieg Volker Hasenfuß Beatrix Heidbüchel Deborah Helmke Madeleine Herbert Michaela Hirscheider Julia Hoffmann Manfred Hölker Hiltrud Holtmann Heinz Hoogland Helmut Horstmann Christine Hunger Andreas Ignatzi Engelbert Kampling Petra Kannenbrock Klaus Kappenberg A. Kapusta Hermann Kathmann Monika Keller F. Kellersmann Adolf Kerperin Bernadette Klaus G. Kleeberg Monika Klein Herbert Klein Heidi Klessinger Tom Klinkenberg Brigitte Koch Eberhard Koch Werner Kohl Dr. Ursula Kökelsum Prof. Dr. E. Kölsch Jürgen Konzelmann Ralph Kopel Barbara Kopel Dieter Kosmeier Oliver Kötter Heinz Kowalski Klaus Kraemer Dr. T. Krämer Elke Krauß Joachim Krebs W. Krechting Dr. Martin Kreuels Michael Kubat J. Künzel Familie Lachmann Karl Laermann U. Lamm Irmtrud Lamotke Egon Laschinsky HolgerLauruschkus Dieter Lauterbach Andreas Leistikow ReinerLeppert Eckart Liebl Marion Loeser Christina Loge Barbara Löher Lina Löher Manfred Lubahn Dr. Ingeborg Lüerßen Gaby Maas Christine Magin Ulrich Mahler Prof. Dr. Are Mann Karin Mann Julia Mannherz Prof. Dr. H. Mattes Dorothea Mattonet Familie Maué Bernd Meier Ursula Meintrup Norbert Menke Josef Mentrup Ursula Mersmann Peter Michel Hans Möhler Rainer Mohn Burkhard Müller Anne Müller M. Mutz NABU Münster Willi Nagel Fabian Nagel V. Nehring Margarete Niehoff Reinhold Niemeier Reinhard Niermann André Niermann Dirk Niggemann Dr. E. Obermann Amira Omar Dr. Adam Onken H. Ostendorf Dr. Hermann E. Ott Heinz Pauly Marion Paus Gerd Pelkner Rudolf Perau Frank Peterskeit Ines Pieper Aloys Plassmann Martina Prinzmeier Jürgen Prüßner Stefan Raddant Tobias Rautenberg S. Reinartz F. J. Reiners Jürgen Reinker Jutta Richert Astrid Riering Dr. Klaus Rinke Ulrich Rogga M. Röhlen Uwe Röhren

131 130 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Hubert Romberg Markus Rotering Karl Roth Astrid Ruppik Martin Ruppik Claus Sandke Dr. Reinhard Sappok Kristian Saxlehner Stefan Schäfer Gerda Schäfers Walter Schelte Irmhild Schidlowski Hermann Schmäing Prof. Dr. W. Schmandt Reiner Schmied Dr. Jörg Schmitz Klaus Schmitz Mathias Schnippe Sylvia Scholz Dr. Christoph Schönberger Martin Schönewolf Erdmute Schönfeld Horst Schröder Martin Schröder Helmut Schröder Walter Schulte Prof. Dr. Bärbel Schütte Ursel Schwarzhans Erika Schweizer Robert Seculic Rosemarie Seeger H. W. Seppmann Sigrid Shaigan Ulrich Siegmund Wolfgang Simmling Klaudia Söller Dominik Sopart Thomas Stanco Bärbel Stapel Hans Jürgen Stapel Marianne Starkmann Ulrich Stefener Dr. D. Steffen Ole Stege Ralf Steiner MichaelSteven Wilhelm Stöcker Claus Strotkemper Arthur Suckert Horst Sudfeldt Birgit Suer G.Sundermann Heribert Thier Hubert Tieke M. Tillmann Ralph Tölle Carsten Trappmann Margareta Uhl-Becker Sigrid Uhlmann Dr. H. J. Untiedt Christa van Deelen Thomas Vieth Dr. Sigrid Vongehr Brigitte Voßschmidt Christoph Walter Barbara Walter Dr. Markus Walter Manfred Wehning Carsten Weichert Dr. Gerhard Weinbauer Hendrik Weindorf Familie Weinekötter-Rembrink Dr. Jan Weischer Jörg Wermes Gudrun Wesling Karl-Heinz Westhoff Martin Wewel Helmut Wilkes Carsten Willeke Ludwig Wilmes Daniel Wolff Reinhildis Wolff Elmar Wundenberg Adelheid Zarth Helene Zimmer Familie Zinnecker-Rönchen Jürgen Zinselmeier Rudolf Zippel Gesa Zippel

132 Öffentlichkeitsarbeit 131 Verkehrszählung 2003 Hans-Uwe Schütz Besonders der Straßenverkehr auf der Coermühle birgt durch vielfach zu hohe Geschwindigkeiten der Kraftfahrzeuge aber auch durch zeitweises hohes Verkehrsaufkommen ein ständiges Gefahrenpotential für Teilnehmer an Führungen sowie für erholungssuchende Fußgänger und Radfahrer. Zudem erfahren viele Tiere (v.a. Vögel, Nutrias und Amphibien) den Straßentod an der Coermühle und dem Hessenweg. Am 13. März 2003 führten ehrenamtliche Mitarbeiter und Praktikanten der Biologischen Station Rieselfelder Münster im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr an der Kreuzung Coermühle / Hessenweg eine Verkehrszählung durch. Diese diente der Beobachtung der Verkehrsströme in den Rieselfeldern. Bis 2003 wurde der Verkehr auch an der Coerheide und auch zu mehreren Zeitpunkten im Jahr erfaßt. Seit 2003 sollen die Fahrzeuge einmal jährlich im Frühjahr nach der gleichen Zählmethode gezählt werden. Durch die Festlegung der Kreuzung Coermühle / Hessenweg als Ausgangspunkt der Zählungen vermeidet man Doppelzählungen. Zwei Zähler erfassen die Fahrzeuge in alle vier Fahrtrichtungen. Es ergeben sich folgende vier Verkehrszählrichtungen: 1. Hessenweg Richtung Kanalbrücke 2. Hessenweg Richtung Gimbte / Sprakel 3. Coermühle Richtung Heidekrug Coermühle Richtung Gittrup. Die Fahrzeuge werden mit den Kreis-Kennzeichen erfaßt, wobei die Aufschlüsselung nach den Kennzeichen MS, WAF und ST (als angrenzende Nachbarkreise) sowie sonstige erfolgt. Dies ermöglicht Rückschlüsse auf die Herkunft bzw. den Zielort der Fahrzeuge. Insgesamt wurden 2089 Fahrzeuge gezählt. Die meisten Fahrzeuge, nämlich 850, befuhren die Coermühle in Richtung Heidekrug (Abb. 48). Die Zeiten höchster Verkehrsdichte waren von 7 bis 8 Uhr. Die Fahrtrichtung Gittrup folgte mit 482 Kraftfahrzeugen (Abb. 49). Die absolute Spitzenbelastung mit 186 Fahrzeugen in einer Stunde (von 7 bis 8 Uhr) wurde auf der Coermühle in Richtung Heidekrug gezählt. In Richtung Gittrup wurde die maximale Verkehrsdichte von 97 Fahrzeugen in einer Stunde zwischen 16 und 17 Uhr erreicht. Das Verkehrsaufkommen auf dem Hessenweg war mit 489 Fahrzeugen in Richtung Kanalbrücke (Abb. 50) und 268 Fahrzeugen in Richtung Gimbte / Sprakel (Abb. 51) deutlich geringer. Zeiträume mit Spitzenbelastung waren in Richtung Kanalbrücke von 7 bis 8 Uhr, von 14 bis 15 Uhr und von 16 bis 17 Uhr. In Richtung Gimbte / Sprakel fehlte die morgendliche Verkehrsspitze. Hier stieg die Verkehrsdichte v.a. ab 10 Uhr stetig an und geht zwischen 13 und 14 Uhr zurück. Die Spitzenbelastung wurde in Fahrtrichtung Gimbte / Sprakel von 16 bis 18 Uhr ermittelt. Die Aufschlüsselung nach den vorherrschenden Kennzeichen ergab, dass 32,6 % der erfassten Fahrzeuge aus den angrenzenden Nachbarkreisen Warendorf und Steinfurt kamen, wie die Diagramme anschaulich belegen. Das Hauptaufkommen an Fahrzeugen orientiert sich an den Arbeitszeiten der werktätigen Bevölkerung. Die stetige Zunahme

133 132 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster der Verkehrsdichte ab 13 oder 14 Uhr reflektiert die heimwärts fahrenden Halbtagesarbeitskräfte sowie den Bring- und Holverkehr zu Kindergärten und Schulen. Der hohe Anteil der Nicht-Münsteraner- Kennzeichen, im Durchschnitt aus allen Fahrtrichtungen 43,9 %, steht für das hohe Pendleraufkommen aus den Nachbarkreisen und anderen auswärtigen Geschäftsverkehr. In Fahrtrichtung Gittrup betrug der auswärtige Anteil insgesamt 50 %. Gerade diese Gruppe nutzt die Coermühle und den Hessenweg, um dem Verkehr auf den Hauptachsen Schiffahrter Damm und Grevener Straße auszuweichen. Der Anteil der Fahrzeuge mit Warendorfer Kennzeichen war auf der Coermühle in beide Fahrtrichtungen die stärkste auswärtige Fraktion. Bei den auswärtigen Kennzeichen auf dem Hessenweg dominierten Fahrzeuge mit Steinfurter Zulassung. Der besonders hohe Anteil der Münsteraner Kennzei- chen in Fahrtrichtung Kanalbrücke lässt sich durch den Pendelverkehr aus dem Ortsteil Gelmer (Stadt Münster) und durch den Berufsverkehr zum Industrie- und Gewerbegebiet Hessenweg erklären. Der deutliche Anstieg an motorisierten Verkehrsteilnehmern bereits ab 13 Uhr auf dem Hessenweg in Richtung Kanalbrücke könnte ein deutliches Signal heimkehrender Halbtagsarbeitskräfte in den Münsteraner Wohnortsteil Gelmer sein. Wie die nachstehende Tabelle zeigt, hat sich im Vergleich zu der letzten Verkehrszählung im August 1999 nur wenig geändert. In 2003 waren die gezählten Verkehrsteilnehmer in den meisten Fahrtrichtungen geringfügig mehr. Lediglich die Coermühle in Fahrtrichtung Gittrup erfuhr 2003 in Vergleich zu 1999 mit 482 statt 656 Fahrzeugen einen deutlichen Rückgang (174 Fahrzeuge) des Verkehrsaufkommens. Fahrtrichtung Coermühle Hessenweg Zählung Heidekrug Gittrup Kanalbrücke Gimbte / Sprakel Anzahl 200 Coermühle Richtung Heidekrug (850 Fahrzeuge) 11% MS ST WAF Sonstige 21% 56% % Abb. 48: Herkunft der Fahrzeuge Coermühle Richtung Heidekrug in Prozent und Verteilung über den Tag Uhrzeit

134 Öffentlichkeitsarbeit 133 Coermühle Richtung Gittrup (482 Fahrzeuge) 14% MS ST WAF Sonstige Anzahl % 50% % Abb. 49: Anzahl der Fahrzeuge Coermühle Richtung Gittrup in Prozent und Verteilung über den Tag Uhrzeit Hessenweg Richtung Kanalbrücke (489 Fahrzeuge) 4% 10% MS ST WAF Sonstige Anzahl % % Uhrzeit Abb. 50: Anzahl der Fahrzeuge Hessenweg Richtung Kanalbrücke in Prozent und Verteilung über den Tag

135 134 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster Hessenweg Richtung Gimbte / Sprakel (268 Fahrzeuge) MS 10% ST 3% WAF Sonstige 52% 35% Anzahl Uhrzeit Abb. 51: Anzahl der Fahrzeuge Hessenweg Richtung Gimbte / Sprakel in Prozent und Verteilung über den Tag

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137 136 Jahresbericht 2002/03 Biologische Station Rieselfelder Münster

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