Teil 4: Datenkommunikation
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- Viktoria Kneller
- vor 8 Jahren
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Transkript
1 Inhalt Teil 4: Datenkommunikation ISO/OSI Schichtenmodell Ethernet und TCP/IP 1
2 Netzwerke Arten von Netzwerken: LAN ( Local Area Network ): Abstand der Rechner untereinander max. einige hundert Meter; in privater Hand! Beispiele für verschiedene LAN-Technologien: Ethernet (IEEE 802.3), Token Ring (IEEE 802.5), Wireless LAN (IEEE ) MAN ( Metropolitain Area Network ): Rechnernetz ist auf eine bestimmte Region (z.b. eine Stadt) beschränkt WAN ( Wide Area Network ): Rechnernetz erstreckt sich über mehrere Länder und Kontinente und verbindet mehrere LANs und MANs miteinander; Benutzung öffentlicher Datenwege Beispiele: Telefonnetzwerk (Public Switched Telephone Network, PSTN), ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network, ), Datex-P (X.25), Internet, BelWü, DFN Gigabit Wissenschaftsnetz (G-WiN) 2
3 Netzwerktopologien Bus alle Knoten teilen sich eine Datenleitung; dezentrale Steuerung; einfache Realisierung und Erweiterbarkeit Nachteile: Leitungslänge begrenzt, Zugriffskonflikte Stern von einem zentralen Vermittlungsknoten besteht eine Punkt-zu-Punkt Verbindung zu jedem anderen Knoten; einfache, zentrale Steuerung; Ausfall einer Leitung hat nur lokale Folgen; einfache Realisierung Nachteile: hohe Leistungs- und Zuverlässigkeitsanforderungen an Zentralknoten Ring jeder Knoten ist mit genau zwei Nachbarknoten verbunden; einfache dezentrale Steuerung mittels Token Nachteile: Knoten- oder Leitungsausfall bewirkt Totalausfall des Netzwerks, lange Wege 3
4 Netzwerktopologien (Forts.) Baum: Kommunikation zwischen zwei Knoten erfolgt immer über die in der Hierarchie höheren Knoten bis zu dem ersten beiden Unterbäumen gemeinsamen Knoten Nachteile: Ausfall oder Überlastung eines in der Hierarchie höher liegenden Knotens oder einer Leitung betrifft alle niedrigeren Knoten; Anforderung an Leistung und Zuverlässigkeit der Knoten und Leitungen wächst im Baum von unten nach oben Maschennetz: jeder Knoten ist mit mindestens zwei, i.a. jedoch mit mehreren anderen Knoten direkt verbunden; hohe Ausfallsicherheit und hohe Leistung (durch parallele Verbindungen) bei großem Vermaschungsgrad Nachteile: hoher Aufwand für die große Anzahl von Verbindungen; hohe Kosten; aufwendige Steuerung. 4
5 Kopplung von Netzwerken Kopplungseinheiten dienen der Verbindung von Netzwerken verschiedene Ziele bei der Kopplung von Netzwerken, z.b.: Überwindung der physikalisch bedingten maximalen Ausdehnung eines Netzwerks (z.b. aufgrund der Leitungslänge) Erhöhung der Knotenzahl logische Trennung von Netzwerksegmenten zur Reduzierung der Netzlast mögliche Aufgaben einer Kopplungseinheit sind: Adreßumwandlung Wegewahl (Routing) Zusammensetzen von Paketen und Aufteilung in Pakete anderer Größe Fehlerkontrolle Die Schicht im ISO/OSI-Referenzmodell, auf der eine Kopplungseinheit operiert, bestimmt den Funktionsumfang. 5
6 Kopplung von Netzwerken (Forts.) ein Repeater dient der reinen Signalverstärkung auf der untersten (physikalischen) Schicht und somit der einfachen Verbindung von zwei Netzwerksegmenten Protokolle aller darüberliegenden Schichten müssen gleich sein! ein Hub ist ein Repeater mit mehr als zwei Netzanschlüssen 6
7 Kopplung von Netzwerken (Forts.) eine Brücke ( Bridge ) verbindet i.a. zwei Netze mit unterschiedlichen Übertragungsmedien arbeitet auf der Sicherungsschicht, d.h. sie führt vor der Weiterleitung der Daten eine Fehlerbehandlung durch leistet eine logische Trennung von Netzen: nur Pakete mit nichtlokalen Zieladressen werden in das angekoppelte Subnetz übertragen ein Switch ist eine Brücke mit mehr als zwei Netzanschlüssen 7
8 Kopplung von Netzwerken (Forts.) ein Router verbindet Netze mit unterschiedlichen Topologien, Netzwerktechnologien und Netzwerkprotokollen operiert auf Vermittlungsschicht: bei mehreren alternativen Pfaden kann Router einen Weg zum Zielknoten auswählen wertet die in Paketen enthaltenen Adressangaben aus und legt interne Routing-Tabellen zur Bestimmung optimaler Wege an 8
9 Ethernet weltweit sehr verbreitete LAN-Technologie historische Entwicklung: 1976 im Xerox Palo Alto Research Center entwickelt 1980 erster Standard von Xerox, DEC und Intel 1983 erster IEEE Standard leistet ungesicherte Übertragung von Paketen mit verschiedenen Übertragungsmedien und Übertragungsgeschwindigkeiten verschiedene Standards: Bezeichnung thickwire Ethernet thinwire Ethernet Ethernet Fast Ethernet Gigabit Ethernet Standard 10Base5 10Base2 10BaseT 100BaseT 1000BaseT Übertragungsmedium 10 mm Koaxialkabel 5 mm Koaxialkabel 2 twisted pair Kabel 2 twisted pair Kabel 4 twisted pair Kabel Bitrate 10 MBit/s 10 MBit/s 10 MBit/s 100 MBit/s 1000 MBit/s Topologie Bus (< 500m) Bus (< 185m) Stern Stern Stern 9
10 Ethernet Protokoll Standard-Protokoll für Halb-Duplex Betrieb: CSMA/CD 1) Wenn ein Rechner A Daten senden möchte, prüft er zunächst, ob der Übertragungskanal frei ist (CS = Carrier Sense ) 2) Sobald Kanal frei ist, beginnt Rechner A mit der Datenübertragung 3) Gleichzeitig hört Rechner den Datenkanal ab und vergleicht gesendetes Signal mit abgehörtem Signal 4) Hat ein anderer Rechner B (fast) gleichzeitig mit einer Übertragung begonnen (MA = Multiple Access ), wird eine Kollision festgestellt (CD = Collision Detect ). Bei Vorliegen einer Kollision: 5) Rechner A sendet spezielle Jam -Signale, um andere Rechner am Netz von der Ungültigkeit der gesendeten Daten zu informieren 6) Rechner A wartet eine zufällig gewählte Zeitspanne und beginnt Übertragung erneut mit Punkt 1) 10
11 Ethernet Paket Aufbau eines Ethernet Paketes (Größe: Bytes): Bedeutung der Komponenten: preamble : 56-Bit Muster zur Synchronisation (gibt dem Empfänger Zeit, ein Signal auf dem Kanal zu erkennen und Lesevorgang zu starten) destination address : physikalische 6-Byte Adresse des Zielrechners, eine Multicast-Adresse für eine bestimmte Gruppe von Zielrechnern oder eine Broadcast-Adresse (alle 48 Bit auf 1 gesetzt) source address : eindeutige physikalische 6-Byte Adresse des sendenden Rechners; in den ersten 3 Byte ist Hersteller/Modell kodiert length : Länge des Datenfeldes (in Byte) data : zu übertragende Daten ( Byte); ggf. werden Null-Bytes eingefügt, um eine minimale Paketlänge von 64 Byte zu erreichen checksum : 32-Bit CRC Rest 11
12 Ethernet Timing propagation delay τ maximale Zeit τ, die ein Paket benötigen darf, um von einem Ende eines Netzwerks zum anderen Ende transportiert zu werden legt maximale Kabellänge und maximale Anzahl der Repeater fest round trip time ( slot time, 2 τ) minimale Zeit, in der auch der entfernteste Rechner am Netzwerk eine Kollision erkennen und ein Jam -Signal zurücksenden kann! wurde für 10/100 MBit/s Ethernet festgelegt als die Übertragungszeit für 512 Bit, also 51,2 µs bzw. 5,12 µs hieraus resultiert eine minimale Paketlänge von 64 Byte interpacket gap : minimale Zeit, die ein Knoten vor dem Versenden eines weiteren Paketes warten muß Übertragungszeit von 96 Bit, bei 10/100 MBit/s also 9,6 µs bzw. 0,96 µs ermöglicht auch anderen Knoten, ein Paket zu senden ( Fairness!) 12
13 TCP/IP Abk. für Transmittion Control Protocol / Internet Protocol ursprünglich vor über 30 Jahren als Standard-Protokoll des (D)ARPANET entwickelt, heute das Protokoll des Internet hohe Popularität, da bereits seit 1982 in jeder Berkeley Unix- Implementierung verfügbar; heute auf jeder Plattform vorhanden technologieunabhängige Protokolle für ISO/OSI-Schichten Einordnung in ISO/OSI-Modell: 13
14 IP Protokoll Protokoll der Netzwerkschicht für eine paketvermittelte (d.h. verbindungslose) Datenübertragung zwischen zwei Netzwerkknoten A und B von der Transportschicht übernommene Nachrichten werden in kleinere Pakete aufgeteilt und unbestätigt über das Netzwerk übertragen ( keine gesicherte Übertragung, Verlust von Paketen ist möglich!) Pakete können über Netzwerke unterschiedlicher Technologie transportiert werden dynamisches Routing: Pakete einer Datenübertragung können unterschiedliche Wege nehmen Verwendung globaler logischer Adressen (IP-Adressen) zur Adressierung aller Netzwerkknoten (32-Bit Adressen in IP Version 4, 128-Bit Adressen in IP Version 6) 14
15 IP Protokoll (Forts.) Aufbau eines IP Paketes: version : IP Versionsnummer (z. Zt. IPv4) length : Länge des Headers (in Bytes) type of service : angeforderte Service-Qualität (z.b. normal, priority ) packet length : Länge des Gesamt-Paketes (in Bytes) identification : Name des Datenübertragung, zu der ein Paket gehört flags und offset : Angaben zum Paket (Position, noch weitere Pakete?) time-to-live : max. Zeit, die ein Paket im Netzwerk verbleiben darf header checksum : CRC Prüfsumme, nur für Header! 15
16 IP Adressen jeder Host und jeder Router im Internet verfügt über eine ihm zugeteilte 32-Bit IP Adresse 5 verschiedene Klassen von IP-Adressen legen unterschiedlich große Netzwerke fest: jedes Netzwerk der Klassen A, B oder C kann in Subnetzwerke aufgeteilt werden, indem die host ID in zwei Teile unterteilt wird: subnet ID und neue host ID, z.b. für Klasse B: 16
17 IP Adressen (Forts.) spezielle IP Adressen: den IP-Adressen werden symbolische Namen zugeordnet, z.b.: = neuro.informatik.uni-ulm.de mittels des DNS-Namendienstes ( Domain Name Service ) kann die IP-Adresse eines Rechners anhand des symbolischen Namens ermittelt werden ARP-Protokoll dient der Abbildung von 32-Bit IP-Adressen auf physikalische 48-Bit Ethernet-Adressen 17
18 TCP Protokoll verbindungsorientiertes Protokoll der Transportschicht zwischen zwei Endknoten einer Datenübertragung ermöglicht Übertragung eines (byte-orientierten) Datenstroms vom Sender zum Empfänger leistet sichere Übertragung: TCP erkennt und fordert fehlende Pakete erneut an, sortiert Pakete ggf. in korrekter Reihenfolge Schnittstellen zum TCP bilden vom Anwendungsprogramm vergebene Kommunikationspunkte (sogenannte Ports ), die durch 16-Bit Portnummern angegeben werden Portnummern für Standard-Anwendungen sind festgelegt (z.b.: 7 für Echo, 21 für ftp, 23 für telnet, 25 für smtp, 80 für http,...) als TSAP ( Transport Service Access Point ) bezeichnet man die Kombination aus IP-Adresse und Portnummer 18
19 TCP Protokoll (Forts.) Aufbau eines TCP Paketes: source/destination port : End-Kommunikationspunkte auf beiden Seiten sequence number : Nummer des ersten gesendeten Bytes im Paket acknowledgement number : Nummer des nächsten erwarteten Bytes flags : Kennzeichnung spezieller Nachrichten, z.b. acknowledgement, urgent, final, connection reset window size : erlaubte Größe des Antwort-Paketes ( Flußkontrolle!) urgent pointer : Zeiger (Offset) auf wichtige Information in Paket checksum : CRC Prüfsumme, für Header und Daten! 19
20 Sockets auf TCP/IP aufbauende stream -basierte Kommunikationsschnittstelle, mit der eine Punkt-zu-Punkt Verbindung zwischen zwei Prozessen implementiert werden kann Unterscheidung zwischen Server (Dienstanbieter) und Klient Ablauf einer Socket-basierten Kommunikation (C, vereinfacht): Sockets in Java: Klassen Socket und ServerSocket im Package java.net 20
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1976 im Xerox Palo Alto Research Center entwickelt 1980 erster Standard von Xerox, DEC und Intel 1983 erster IEEE Standard 802.3
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