Presse Polizeiinspektion Harburg Pressestelle 24.02.2016 Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 Die Menschen im Landkreis Harburg leben sicher. Trotz des Anstiegs der bekannt gewordenen Fälle, konnte die hohe Aufklärungsquote gehalten werden. Die Bekämpfung der gestiegenen Eigentumskriminalität wird ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit im Jahr 2016 sein. Die hohe Aufklärungsquote der vergangenen Jahre konnte auch im Jahr 2015 trotz des Anstiegs der Fallzahlen gehalten werden. Von insgesamt 14.639 Straftaten (2014: 13.532) wurden 8.531 Fälle und somit 58,28% aufgeklärt. Dies entspricht annähernd dem Wert aus dem Vorjahr (58,31%). Die Anzahl erfasster Tatverdächtiger stieg um 369 auf 6.217 (2014: 5.848). Die sog. Häufigkeitszahl ( HZ, Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) zeigt, dass die Menschen im Landkreis Harburg sicher leben. Sie liegt mit 5.940 sogar deutlich unter der HZ von 7.263 im landesweiten Schnitt. Der Anstieg der Gesamt-Fallzahlen um 1.107 Straftaten resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme der Diebstahlsdelikte. Hier stieg die Anzahl im Jahr 2015 um 1.026 auf 6.376 Straftaten. Die Aufklärungsquote konnte in dieser Deliktgruppe um 3,58% auf 31,71% verbessert werden. Bei den Wohnungseinbruchdiebstählen ist ein Anstieg um 239 auf 966 (2014: 727) Fälle und somit um 32,87% zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote liegt mit 22,88% leicht über dem landesweiten Schnitt von 22,21%. Seite 1 Polizeiinspektion Harburg Schützenstraße 17 Tel. 04181/285 104 Pressestelle 21244 Buchholz/N. pressestelle@ pi-harburg.polizei. niedersachsen.de
Obwohl der Landkreis Harburg wegen seiner direkten Randlage zur Stadt Hamburg und der guten Verkehrsinfrastruktur weiterhin besonders stark von diesem Phänomen betroffen ist, fällt die Fallzahlen-Steigerung im Vergleich zur Zunahme der Fälle im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg dennoch deutlich geringer aus. In der PD Lüneburg stieg die Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle um 48,89% bzw. 1.098 auf 3.344 (2014: 2.246) Fälle. Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit wird folglich die Bekämpfung und Aufklärung der Eigentumskriminalität, insbesondere im Bereich der Haus- und Wohnungseinbrüche, sein. Ein aktuell wichtiges Thema in der öffentlichen Diskussion ist die angebliche Zunahme der Kriminalität in Verbindung mit der steigenden Flüchtlingszahl. Belastbare Aussagen dazu können für das gesamte Jahr 2015 nicht gemacht werden, da die Auswertemöglichkeit von Straftaten durch oder an Flüchtlingen landesweit erst Anfang November 2015 eingeführt wurde. Anhand der Zahlen lassen sich wegen des kurzen Betrachtungszeitraumes lediglich Tendenzen erkennen. Für den Tatzeitraum vom 05.11.2015 bis zum 31.12.2015 wurden im Landkreis Harburg 131 Straftaten durch Flüchtlinge polizeilich erfasst. Als Schwerpunkte bei den begangenen Straftaten kristallisieren sich die Begehung von Körperverletzungen in den Flüchtlingsunterkünften sowie Ladendiebstähle heraus. In 51 Fällen wurden Flüchtlinge als Opfer bzw. Geschädigte einer Straftat erfasst. Auch hier ist der Anteil der Körperverletzungsdelikte, die sich größtenteils innerhalb der Unterkünfte ereigneten, mit 67% aller Straftaten als Schwerpunkt zu benennen. Gründe für die Vielzahl an Körperverletzungen untereinander dürften die besonderen, oft sehr beengten Zustände in den Wohneinheiten sowie religiöse bzw. ethnische Konflikte sein. Alle weiteren Informationen zur polizeilichen Kriminalstatistik 2015 für die Polizeiinspektion Harburg sind der beiliegenden Präsentation zu entnehmen. Im Auftrag Nickelsen, PK Seite 2 Polizeiinspektion Harburg Schützenstraße 17 Tel. 04181/285 104 Pressestelle 21244 Buchholz/N. pressestelle@ pi-harburg.polizei. niedersachsen.de
Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 Herzlich Willkommen bei der Polizeiinspektion Harburg!
Polizeidirektor Uwe Lehne Leiter der Polizeiinspektion Harburg Polizeioberrat Frank Freienberg Leiter des Zentralen Kriminaldienstes
Kriminalitätsentwicklung 17.000 16.500 16.000 Fallzahlen Mittelwert (Fallzahlen) Aufklärungsquote 61% 59% 15.500 15.000 15.029 15.240 15.403 14.889 56% 14.500 14.534 14.619 14.639 53% 14.000 13.500 13.769 13.756 13.532 51% 49% 13.000 12.500 47% 12.000 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 AQ: 50,64% 51,46% 51,94% 52,99% 59,27% 57,36% 57,11% 56,11% 58,31% 58,28%
Vergleich der Häufigkeitszahl (Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) 14000 12000 10000 8000 6000 13.743 (2014) 4000 7.263 6.728 5.940 2000 0 Niedersachsen PD Lüneburg PI Harburg Hamburg
Vergleich PD Lüneburg und PI Harburg Gesamtstraftaten übrige Inspektionen der PD Lüneburg Polizeiinspektion Harburg 83% 83% 82% 2013 2014 2015 18% 17% 17%
Deliktgruppen Straftaten gegen das Leben: 0,14% (20) Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: 0,89% (130) Strafrechtliche Nebengesetze: 7,44% (1.089) Rohheitsdelikte 13,59% (1.990) Sonstige Straftaten 17,63% (2.581) Diebstahlsdelikte 43,55% (6.376) Vermögens- und Fälschungsdelikte 16,76 % (2.453)
Herausragende Diebstahlsdelikte 1200 2014 2015 1000 966 800 727 785 780 706 600 521 611 588 400 237 200 152 133 115 0
Wohnungseinbruchdiebstahl Eingangsstatistik 1.146 2015 Ausgangsstatistik 966 Im Jahr 2015 angezeigte bzw. bekanntgewordene Fälle Im Jahr 2015 bei der Polizei abgeschlossene und an die Staatsanwaltschaft abgegebene Fälle
Wohnungseinbruchdiebstahl 1000 Fallzahlen Aufklärungsquote Mittelwert (Aufklärungsquote) 1029 966 50,00% 857 800 696 727 40,00% 634 600 28,24% 29,64% 30,00% 25,00% 26,13% 400 22,88% 20,00% 200 18,45% 0 2010 2011 2012 2013 2014 2015 10,00%
Wohnungseinbruchdiebstahl 40,00% 1000 800 38,20% 37,69% 38,00% 600 400 35,65% 36,00% 200 35,01% 35,28% 0 634 226 857 300 1029 363 727 274 966 369 2011 2012 2013 2014 2015 34,00% Fallzahlen WED Anteil der versuchten WED in % davon versuchte WED
Wohnungseinbruchdiebstahl Vergleich 3500 3.344 3000 2500 2.246 + 48,89 % 2014 2015 2000 1500 1000 727 966 + 32,87 % 500 PD Lüneburg PI Harburg
Vergleich PD Lüneburg und PI Harburg Wohnungseinbruchdiebstahl übrige Inspektionen der PD Lüneburg 71% 70% 64% 2013 2015 2014 Polizeiinspektion Harburg 36% 30% 29%
Kriminalität im Kontext von Flüchtlingen Die statistische Auswertemöglichkeit zur Darstellung der Kriminalität von oder an Flüchtlingen ist am 05. November 2015 landesweit geschaffen worden. Belastbare Aussagen für das gesamte Jahr 2015 können wegen des kurzen Betrachtungszeitraumes nicht gemacht werden. Anhand dieser Zahlen lassen sich daher lediglich Tendenzen erkennen. Eine Darstellung der Kriminalitätsentwicklung ist wegen fehlender Vergleichswerte ebenfalls noch nicht möglich.
Kriminalität im Kontext von Flüchtlingen Flüchtlinge werden in allen Bereichen der Kriminalität als Tatverdächtige ermittelt. Als Schwerpunkte bei den erfassten, durch Flüchtlinge begangenen Straftaten kristallisieren sich die Begehung von Körperverletzungen, die sich größtenteils in den Unterkünften ereigneten, sowie Ladendiebstähle heraus.
Straftaten von Flüchtlingen im Zeitraum 05. Nov. - 31. Dez. 2015 Straftaten gesamt 131 Davon u.a.: Diebstahlsdelikte 50 davon Ladendiebstahl 33 Rohheitsdelikte davon Körperverletzung 31 38 Vermögens- /Fälschungsdelikte 15 davon Urkundenfälschung 6 0 20 40 60 80 100 120 140
Fazit Die Menschen im Landkreis Harburg leben sicher. Trotz des Anstiegs der bekannt gewordenen Fälle konnte die hohe Aufklärungsquote gehalten werden. Die Bekämpfung der Eigentumskriminalität, insbesondere im Bereich der Einbrüche, bilden einen Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit im Jahr 2016.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank!