Facetten der Schmerzmedizin

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Für den Besuch der Veranstaltung wurde von der Landesärztekammer die Zertifizierung mit 3 CME-Punkten beantragt.

Transkript:

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus DIE DRESDNER. Symposium anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Universitäts SchmerzCentrums am Universitätsklinikum Dresden Facetten der Schmerzmedizin Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Sächsischen Landtags Dr. Matthias Rößler In Kooperation mit und den Dresdner Gesprächen zum Schmerz

Sei stille, Schmerz, und bleib in Ruh geborgen! Baudelaire, Charles (1976) Die Blume des Bösen Insel, Frankfurt a. M.

Ihr Standort Universitäts SchmerzCentrum (USC) 2004 2014 (links) und ab Sommer 2014 (rechts) Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit dem diesjährigen Schmerzsymposium feiern wir das 10-jährige Bestehen des Universitäts SchmerzCentrums (USC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Es begann in den 1990er Jahren mit der Einrichtung einer erst nur tageweise arbeitenden Schmerzambulanz. Diese Grundsteinlegung war dem Engagement einzelner am Schmerz besonders interessierter Akteure sowie der besonderen Unterstützung des damaligen Klinikdirektors, Herrn Professor Dr. D. M. Albrecht, zu verdanken. Mit der Zeit setzte sich die Erkenntnis durch, dass vor allem in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen, monomodale, fachgebundene Schmerztherapie oftmals schnell an ihre Grenzen stößt. Diese Erkenntnis führte in der Klinik für Anästhesiologie unter Förderung von Frau Prof. Dr. T. Koch zur Planung und Etablierung eines interdisziplinären Behandlungszentrums. Vor allem ist es der damaligen Leiterin der Schmerzambulanz Frau Dr. S. Michel und der engagierten Zusammenarbeit mit den Kliniken für Orthopädie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie zu verdanken, dass 2004 mit der Gründung des Universitäts SchmerzCentrums (USC) ein Meilenstein in der Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen verwirklicht werden konnte. Im neugegründeten USC wurden unter der Leitung von Frau Dr. S. Michel erstmals unterschiedliche Behandlungsmodule (ambulant, stationär und teilstationär) am Universitätsklinikum Dresden in einer interdisziplinär arbeitenden Einrichtung zusammengeführt. Herzstück des Zentrums war die damals zeitgleich neu gegründete Tagesklinik, in der befund- und ressourcenorientiert eine interdisziplinäre Schmerztherapie mit Verlagerung des Behandlungsschwerpunktes von der rein fachspezifischen hin zu einer integrativen Therapie im Kontext eines multimodalen Programms angeboten werden konnte. Damit setzte das Universitätsklinikum gleich in zweierlei Hinsicht ein Zeichen. Einerseits wurde das Thema Schmerz auch nach außen für unsere Patienten in einem Behandlungszentrum sichtbar, zum anderen wurde erstmalig für Sachsen an einem Universitätsklinikum die Therapieform der multimodalen Schmerztherapie etabliert. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte wurden in der Folgezeit durch Herrn Prof. R. Sabatowski, der Anfang 2007 die Leitung übernahm, erfolgreich ausgebaut. Nach nunmehr 10 Jahren USC ist es gelungen, dieses ursprüngliche Konzept mit der Unterstützung des Klinikumsvorstands, der beteiligten Kliniken, von Kostenträgern sowie durch das Engagement vieler Mitarbeiter / innen nicht nur kontinuierlich fortzuführen sondern es auch wissenschaftlich zu begleiten und weiter zu entwickeln. Das USC bietet heute neben der multimodalen tagesklinischen Behandlung auch ambulante berufsbegleitende multimodale Schmerztherapieprogramme an. 3

Hier sehen wir uns wieder in der Vorreiterrolle nicht nur für Dresden und Sachsen. Weitere Schwerpunkte konnten etabliert werden. Hierzu zählen u.a. eine Kopfschmerzsprechstunde, Diagnostiktools und Therapiemöglichkeiten für neuropathische Schmerzen, eine verbesserte schmerztherapeutische Versorgung von Patienten mit Tumorschmerzen durch eine enge Kooperation mit dem Universitäts KrebsCentrum und mit dem Universitäts PalliativCentrum sowie eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus engagierte sich das USC seit 2007 vermehrt in der studentischen Lehre, zuerst in Form von Wahlpflichtseminaren und zuletzt mit der Umsetzung des Querschnittsbereichs 14 Schmerzmedizin, welches zum Pflichtfach an den medizinischen Fakultäten geworden ist. Auch die wissenschaftliche Arbeit wurde in den letzten Jahren sehr erfolgreich intensiviert. Dies bildet sich an zahlreichen nationalen und internationalen Publikationen, der aktiven Präsenz auf Fachtagungen, der Anzahl wissenschaftlicher Graduierungen und Preisen sowie der Einwerbung von Stipendien und wissenschaftlichen Fördermitteln ab. Nicht zuletzt möchten wir die zunehmenden Tätigkeiten in Gremien verschiedener Fachgesellschaften erwähnen, die geholfen haben, das USC auch überregional sichtbar zu machen. Mit dem Symposium Facetten der Schmerzmedizin wollen wir Sie nicht nur umfassend über den aktuellen Wissensstand in der Schmerzmedizin informieren, sondern Ihnen auch interessante Einblicke in die historische Entwicklung der Schmerztherapie geben. Dazu konnten wir national und international renommierte Referenten nach Dresden einladen. Darüber hinaus freuen wir uns besonders, dass der Präsident des Sächsischen Landtages, Herr Dr. Matthias Rößler, die Schirmherrschaft für dieses Symposium übernommen hat. Dies zeigt nicht zuletzt, dass das Thema Schmerz nicht nur in medizinischen Kreisen an Bedeutung gewonnen hat, sondern auch in Politik und Gesellschaft als hoch relevant anerkannt wird. Wir wünschen Ihnen zwei anregende Fortbildungstage, reichlich Gelegenheit zum Wissens- und Erfahrungsaustausch und natürlich auch zwei schöne Tage in Dresden. Ihr Ihre Prof. Dr. med. Rainer Sabatowski Prof. Dr. med. Thea Koch 4

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir freuen uns sehr, Sie anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Universitäts SchmerzCentrums zu einem vielfältigen und interessanten wissenschaftlichen Symposium unter dem Motto Facetten der Schmerzmedizin einladen zu können. Ich persönlich verbinde mit der Entstehung und Gründung unserer Schmerzambulanz und des daraus hervorgegangenen Schmerzzentrums besondere Erinnerungen. Mitte der 90er Jahre gelang es uns, mit viel Enthusiasmus, Pragmatismus und eigener Handarbeit unseren Patienten eine erste Schmerzambulanz in Dresden in einem ehemaligen Container der Sparkasse anzubieten. Unterstützt wurden wir damals von der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen. Gemeinsam legten wir so den Grundstein für das heutige Universitäts SchmerzCentrum, welches 2004 in Zusammenarbeit mit den Kliniken für Orthopädie, Psychosomatik und Psychotherapie, Neurologie und Anästhesiologie gegründet werden konnte. Unsere Anstrengungen über die letzten zehn Jahre haben sich ausgezahlt, die Versorgungslandschaft konnten wir wesentlich verbessern. So bieten wir heute spezielle Sprechstunden für diverse Schmerzpatientengruppen an und sind auch aktiv an der Etablierung neuerer Untersuchungsmethoden beteiligt. Zu erwähnen ist auch, dass wir unser Know-how kontinuierlich in diversen nationalen Gremien und mittels wissenschaftlicher Publikationen einbringen. Auch in der Zukunft werden wir unseren Versorgungsauftrag weiter sehr gewissenhaft ausfüllen und ausbauen. Unser Dank gilt dabei allen Wegbereitern und Wegbegleitern die uns auf vielfältige Art und Weise unterstützt haben. Wir freuen uns, mit Ihnen gemeinsam die verschiedenen Facetten der Schmerztherapie zu beleuchten und auf spannende, zukunftsweisende Diskussionen. Herzliche Grüße Ihr Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht Medizinischer Vorstand Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden 5

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, verehrte Gäste, als Schirmherr über das Symposium anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Universitäts SchmerzCentrums am Universitätsklinikum bin ich dankbar dafür, diese Veranstaltung mit Ihnen gemeinsam eröffnen zu können. Der Schmerz ist zweifellos ein Urphänomen des Lebens und als solches universell. Er bildet einen untrennbaren Bestandteil unserer Existenz, auch wenn ihm in den verschiedenen Weltkulturen eine unterschiedliche Bedeutung beigemessen wird. In der indischen Tradition werden Schmerz und Existenz gleichgesetzt. Seit dem Mittelalter ist das Bild des Schmerzes auch in der christlichen Welt allgegenwärtig geworden. Die Erlösung vom Schmerz setzen sich die Religionen jedoch gemeinsam zum Ziel. Anhand des Themas Schmerz könnte eine nahezu lückenlose Kulturgeschichte geschrieben werden, weil der Umgang mit dem Schmerz viele Bereiche des individuellen und gesellschaftlichen Lebens umfasst. Gegenwärtig gewinnt das Phänomen Schmerz aber zugleich auch eine immer stärker werdende gesundheitspolitische Dimension. Die demografische Entwicklung wirkt sich zwar auf alle Bereiche der Gesellschaft aus, bildet aber eine der größten Herausforderung auf dem Feld der Medizin. Realistischen Schätzungen zufolge haben in Deutschland 12 bis 15 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen zu leiden, von denen 4 bis 5 Millionen im engeren Sinne schmerzkrank sind. Wenn man zusätzlich weiß, dass chronische Verläufe bei Schmerzen mit zunehmendem Lebensalter zunehmen und die durchschnittliche Lebenserwartung seit 1990 um sieben Jahren zugenommen hat, liegen der Bedeutungswandel und der Bedeutungsgewinn von Schmerzforschung und Schmerztherapie auf der Hand. Der demografische Faktor ist aber nur einer von zahlreichen Faktoren, der mit dem Faktum Schmerz zusammentrifft. Entsprechend weitgespannt ist das wissenschaftliche Spektrum, aus dem heraus Zugänge zu diesem Phänomen möglich sind. Es geht weit über die medizinischen, physiologischen und psychologischen Gesichtspunkte hinaus. So fließen wie an den jetzt folgenden Tagen zu zeigen sein wird u. a. auch kunst- und kulturgeschichtliche Aspekte in eine ganzheitliche Betrachtung des Schmerzes ein. Das Symposium Facetten der Schmerzmedizin bewerte ich auf dem Weg ins nächste Jahrzehnt als ein sehr ermutigendes Signal, was die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema betrifft. Ich wünsche der Veranstaltung ein erfolgreiches Gelingen und dem Universitäts SchmerzCentrum für seine Arbeit weiterhin recht viel Erfolg. Mit freundlichen Grüßen Dr. Matthias Rößler Präsident des Sächsischen Landtags 6

Sehr geehrte Damen und Herren, jeder Mensch hat schon einmal Schmerzen erlebt. Im besten Fall sind diese nach kurzer Zeit und der entsprechenden Behandlung verschwunden. Doch was passiert, wenn dies nicht so einfach geht, der Schmerz chronisch wird und so das Leben bestimmt? Menschen, die dies betrifft, sind auf besondere Unterstützung von Seiten der Medizin und der Krankenkasse angewiesen. Seit zehn Jahren arbeiten die AOK in Sachsen und das Universitäts SchmerzCentrum auf diesem Gebiet Hand in Hand zum Wohle der Patienten. Seit unserem ersten gemeinsamen, richtungsweisenden Versorgungsvertrag Interdisziplinäre Schmerztherapie für chronisch Kranke im Jahr 2004 hat sich viel getan. Allein in den letzten fünf Jahren konnte über 800 AOK-Versicherten, die von unterschiedlichsten Arten des Schmerzes belastet waren, geholfen werden. Mit dem modifizierten aktuellen Programm Schmerztherapie PLUS steht den AOK-Versicherten ein umfangreiches und vor allem individuell abgestimmtes Angebot zur Schmerzbewältigung zur Verfügung. Fünf unterschiedliche Behandlungsbausteine garantieren, dass die Patienten genau die Behandlung bekommen, die sie benötigen. Durch den interdisziplinären Behandlungsansatz sind auch psychotherapeutische und funktions- und trainingstherapeutische Leistungen integriert. Besonderer positiver Aspekt der Behandlung im SchmerzCentrum ist, dass der chronische Schmerz von einem interdisziplinären, multimodalen Ärzteteam behandelt wird. Dadurch wird vermieden, dass die Betroffenen unterschiedliche ärztliche Anlaufstellen haben und es zu sogenannten Patientenkarrieren durch lange Wartezeiten kommt. Ein weiterer Vorteil bei dieser strukturierten, fachübergreifenden Behandlung ist die Verkürzung der Arbeitsunfähigkeitszeiten. Wer zielgerichtet behandelt wird, kann schneller wieder in seinen Beruf zurückkehren. Das SchmerzCentrum des Universitätsklinikums Dresden und die AOK PLUS Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen verhelfen durch ihre Kooperation Patienten mit chronischen Schmerzen zu einer besseren Lebensqualität mit einem reduzierten Schmerzgefühl. Darauf können wir stolz sein. Ich freue mich auch in Zukunft auf eine konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Ihr Rainer Striebel Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS 7

Wissenschaftliches Programm Freitag, 12. September 2014 Samstag, 13. September 2014 15:00 15:30 Uhr Begrüßung und Einführung in das Thema Grußworte (Dr. M. Rößler) Schmerzmedizin am UKD von der Vision zur Realität (Prof. Dr. D. M. Albrecht) Grußworte (R. Striebel) 9:00 10:00 Uhr 10:00-10:30 Uhr Kopfschmerz Vorsitz: PD Dr. G. Goßrau / Prof. Dr. U. Bingel Update-Migräne (PD Dr. Ch. Gaul) Trigemino-autonome Kopfschmerzen wirklich selten? (PD Dr. G. Goßrau) Kaffeepause 15:30 16:30 Uhr Geschichte und Zukunft der 10:30 11:15 Uhr Festvortrag Schmerzmedizin Vorsitz: Prof. Dr. R. Sabatowski Vorsitz: Prof. Dr. D. M. Albrecht / Opium für das Volk? Opium im Spiegel Prof. Dr. R. Sabatowski der Literatur und der Fachpresse des Schmerzmedizin in der DDR 19. Jahrhunderts (Prof. Dr. Dr. D. Schäfer) (PD Dr. B. Wiedemann) Schmerzmedizin im 21. Jahrhundert 11:15 12:15 Uhr Multimodale Schmerztherapie (Prof. Dr. M. Schäfer) Vorsitz: Prof. Dr. K. P. Günther / Dr. S. Antonioli Multimodale Schmerztherapie Eine Stand- 16:30 17:00 Uhr Kaffeepause ortbestimmung (Dr. R. Scharnagel MSc) Low back pain sind alle Patienten 17:00 18:30 Uhr Schmerzforschung gleich? (AOR Dr. Dipl.-Psych. D. Hallner) Vorsitz: Prof. Dr. Th. Koch / Prof. Dr. M. Schäfer 12:15 13:15 Uhr Mittagspause Von Mäusen und Menschen Neues aus der Grundlagenforschung 13:15 14:15 Uhr Von seltenen und häufigen (Prof. Dr. RD. Treede) Schmerzerkrankungen Placebo und Nocebo Ihre Bedeutung Vorsitz: Prof. Dr. RD. Treede / in der Schmerzforschung und -therapie Prof. Dr. F. Petzke (Prof. Dr. U. Bingel) Small fiber Neuropathie zu klein, um Multimodal für alle Fälle? erkannt zu werden? (PD Dr. N. Üçeyler) Von Respondern und Non-Respondern Fibromyalgie ein diagnostisches und (Dr. Dipl.-Psych. U. Kaiser) therapeutisches Dilemma? (Prof. Dr. F. Petzke) 14:15 14:45 Uhr Tumorschmerztherapie Vorsitz: PD Dr. U. Schuler Das WHO-Stufenschema ein überkommenes Instrument? (Prof. Dr. L. Radbruch) 14:45 15:30 Uhr Wenn du auch noch so gut chirurgst Peter Welk (Moderation: Dr. I. Grom) 15:30 15:40 Uhr Schlußworte Prof. Dr. R. Sabatowski 8

Referenten und Vorsitzende Prof. Dr. D. M. Albrecht Medizinischer Vorstand, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Dr. M. Rößler Präsident des Sächsischen Landtags, Dresden Dr. S. Antonioli Leitende Ärztin, Medizinischer Dienst der Krankenversicherung im Freistaat Sachsen e. V. Prof. Dr. R. Sabatowski Leiter des Universitäts SchmerzCentrums, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Prof. Dr. U. Bingel Lehrstuhl für Funktionelle Bildgebung, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen PD Dr. Ch. Gaul Chefarzt der Migräne und Kopfschmerzklinik Königstein PD Dr. G. Goßrau Universitäts SchmerzCentrum, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Dr. R. Scharnagel MSc Universitäts SchmerzCentrum, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Prof. Dr. Dr. D. Schäfer Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Uniklinik Köln Prof. Dr. M. Schäfer Klinik für Anästhesiologie, Charité Universitätsmedizin Berlin Präsident elect der Deutschen Schmerzgesellschaft e.v. Dr. I. Grom Direktorin der Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit Dresden ggmbh Prof. Dr. K. P. Günther Geschäftsführender Direktor des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden AOR Dr. Dipl.-Psych. D. Hallner Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Ruhr-Universität Bochum Dr. Dipl.-Psych. U. Kaiser Universitäts SchmerzCentrum, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden PD Dr. U. Schuler Leiter des Universitäts PalliativCentrums, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden R. Striebel Vorsitzender des Vorstands, AOK PLUS Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen Prof. Dr. RD. Treede Direktor des Lehrstuhls für Neurophysiologie, Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg Präsident elect der International Association for the Study of Pain (IASP) Prof. Dr. Th. Koch Direktorin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Prof. Dr. F. Petzke Geschäftsfeldleiter Schmerzmedizin am Zentrum für Anästhesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin, Universitätsmedizin Göttingen Prof. Dr. L. Radbruch Direktor der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Universitätsklinikum Bonn Chefarzt am Zentrum für Palliativmedizin, Malteser Krankenhaus Bonn Präsident, International Association of Hospice and Palliative Care (IAHPC) PD Dr. N. Üçeyler Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg P. Welk Autor, Erkrath PD Dr. B. Wiedemann Chefarzt i.r. der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie, Städtisches Klinikum St. Georg, Leipzig 9

Antonstraße Leipziger Straße Bahnhof Neustadt NEUSTADT Magdeburger Straße Hainstraße Albertplatz Bautzner Straße DT Marienbrücke ELBE Königstraße Albertstraße Art Otel Köpckestraße Löbtauer Straße Bahnhof Mitte Könneritzstraße Wettiner Platz Ostra-Allee Landtag Semperoper Theaterplatz Augustusbrücke Carolabrücke Schweriner Straße Zwinger Schloß Frauenkirche Postplatz Veranstaltungsinformationen Teilnahmegebühren: Veranstaltungsort: ALTSTADT 70 Euro (ermäßigt für Mitglieder der Deutschen Schmerzgesellschaft 60 Euro) bei Anmeldung bis zum 31. August 2014 Ab dem 1. September 2014: 75 Euro (ermäßigt 65 Euro) für beide Tage Tageskarten: 40 Euro (ermäßigt 35 Euro) Hauptbahnhof Pflegekräfte bezahlen gegen Vorlage eines Ausweises 25 Euro für die gesamte Veranstaltung Studierende kostenfrei (gegen Vorlage eines Ausweises) Pausengetränke und Mittagsimbiss (Samstag) sind in den Teilnahmegebühren enthalten Bitte überweisen Sie Ihre Teilnahmegebühr auf folgendes Konto: Carl Gustav Carus Management GmbH Fetscherstraße 74 01307 Dresden Bankverbindung: Kennwort: Schmerz Bank: Deutsche Kreditbank AG IBAN: DE 71 1203 0000 0011 248 333 BIC: BYLADEM 1001 Art Otel Dresden Ostra-Allee 33 01067 Dresden Anreise: Vom Flughafen Dresden Klotzsche: S-Bahn 2 (Richtung Pirna) bis Dresden Mitte > Fußweg Könneritzstraße Richtung Elbe > Nach rechts in die Ostra-Allee einbiegen, das Hotel liegt auf der rechten Seite Vom Hauptbahnhof Dresden: Straßenbahn Linie 10 (Richtung Dresden Messe Gleisschleife) bis Dresden Bahnhof Mitte > Fußweg Könneritzstraße Richtung Elbe > Nach rechts in die Ostra-Allee einbiegen, das Hotel liegt auf der rechten Seite Vom Bahnhof Dresden-Neustadt: Straßenbahn Linie 6 (Richtung Löbtau / Dresden Wölfnitz) oder Linie 11 (Richtung Dresden Zschertnitz) bis zum Kongresszentrum / Haus der Presse > Fußweg südwestlich und nach links in die Ostra-Allee einbiegen, das Hotel liegt auf der rechten Seite Parkmöglichkeiten sind am Hotel vorhanden 10

Die Veranstaltung findet statt mit freundlicher Unterstützung von: Firma Janssen-Cilag GmbH Lilly Deutschland GmbH Mundipharma Vertriebsges. mbh & Co. KG Astellas Pharma GmbH Pfizer Pharma GmbH Grünenthal GmbH Betrag 2000,- Euro 1000,- Euro 2000,- Euro 1500,- Euro 2000,- Euro 2000,- Euro Das Symposium ist gemäß FSA-Kodex 20 Abs. 5 sind die im FSA vereinten Firmen verpflichtet, den Umfang und die Bedingungen (Werbezwecke / Standmiete) der Unterstützung von Veranstaltungen offenzulegen. 11

Veranstalter: Universitäts SchmerzCentrum Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Fetscherstraße 74 01307 Dresden Tel.: 0351 458-3354 E-Mail: schmerzambulanz@uniklinikum-dresden.de Die Carl Gustav Carus Management GmbH zeichnet für die vertragliche und finanzielle Abwicklung dieser Veranstaltung verantwortlich. www.carus-management.de Das Symposium ist von der Sächsischen Landes ärztekammer zertifiziert. Die Teilnahme wird mit insgesamt 11 Punkten (Freitag 4 Pkte., Samstag 7 Pkte.) auf das Fortbildungszertifikat angerechnet.