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Transkript:

FREUNDSCHAFT MIT VORURTEILEN Ist man noch nie in einem fremden Land gewesen, hat man oft falsche Vorstellungen von den Menschen dieses Landes. Ein Jugendaustausch kann nicht nur helfen, ein fremdes Land besser kennenzulernen, sondern auch, die Kultur besser zu verstehen. Jugendliche aus Hamburg und St. Petersburg konnten in Familien lernen, dass Vorurteile, die man hat, nicht immer stimmen müssen. MANUSKRIPT ZUM VIDEO St. Petersburg ist die Heimat von Danila, Anatoli, Tanja und Katja. Die einstige Zarenresidenz an der Ostsee gilt als russisches Venedig und ist Partnerstadt von Hamburg. Von Deutschland hatten die vier Petersburger lange nur vage Vorstellungen. ANATOLI BUSINSKI (Student): "Die Deutschen sind konservativ, pedantisch und sehr gewissenhaft." TANJA PLATONOWA (Studentin): "Es heißt, die Deutschen seien sehr genau, vielleicht sogar kleinkrämerisch und ernst." DANILA KISSELJOW (Student): "Da gibt es Bier und Würstchen und diese Bierhüte und Männer mit Bierbäuchen und Bierkrügen." Auch Artur, Evelin und Annika hatten über Russland lange nur Klischees im Kopf. Die Drei sind in Hamburg zu Hause. Die Hansestadt pflegt Handelsbeziehungen in die ganze Welt. ARTUR RODE (Student): "Es ist sehr kalt." EVELIN BEIZERMANN (Schülerin): "Ein ganz klares Vorurteil war, dass die Russen nie pünktlich sind, dass wenn man sagt, "Komm um zwei Uhr nachmittags", dass die erst um vier Uhr nachmittags kommen. ANNIKA BEHN (Schülerin): "Ich hatte die Vorstellung, dass die nicht so klein sind wie wir, weil immer so ein bisschen pompöser, ein bisschen, ja, verschnörkelter. Ein bisschen kitschig und so halt." Seite 1 von 5

Evelin geht noch zur Schule, Arthur arbeitet als Rettungsschwimmer und Annika ist bei der Jugendfeuerwehr. Alle drei waren mit dem Jugendaustausch in St. Petersburg und haben vor allem in der Schule extreme Unterschiede erlebt. ANNIKA: "Auffällig auch die Frisuren halt wirklich, dass der Vokuhila da wirklich noch sehr angesagt ist." "Die Schule ist wirklich da bei denen wirklich ein bisschen strenger. Also es gibt viel mehr, es sind viel mehr Jugendliche, viel mehr Kinder, und man muss sich irgendwie durchsetzen so, und wenn jemand ein bisschen faul in der Schule ist, dann wird das später mit dem nichts." Die Drei fühlen sich als echte Hamburger, aber von St. Petersburg sind sie auch begeistert. Dort haben sie bei Familien und in Sportinternaten gewohnt, konnten so ihre Gastgeber hautnah erleben. "Was mir am meisten aufgefallen ist, ist wirklich, dass du da wirklich mal einfach an ein Haus gehen kannst und sagen kannst "Okay" einfach mal klingeln kannst und sagen kannst "Okay, ja, ich hab heute keine Übernachtungsmöglichkeit", wenn du mal als Tourist da bist, einfach mal fragen kannst "Kann ich heute bei Ihnen schlafen?", da wird in den wenigsten Fällen wird da ein Nein kommen." EVELIN BEIZERMANN: "In Russland ist es so, dass die Familien einen größeren Zusammenhalt haben, man ist die unterstützen sich gegenseitig, die helfen gegenseitig, die Liebe ist auch deutlich zu spüren." Die vier Petersburger lieben natürlich ihre Geburtsstadt. Sie alle haben sich aber auch in Deutschland verliebt. Danila, Tanja und Anatoli waren schon mehrfach dort, auch in Hamburg, und auch sie stellten fest: Die Deutschen leben ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten. Seite 2 von 5

TANJA PLATONOWA: "Die Zimmer sind viel geräumiger und weniger voll gestellt. Im Wohnzimmer stehen nur ein Sofa, ein Fernseher und vielleicht noch ein paar Blumen." ANATOLI BUSINSKI: "In Russland kann man jederzeit und mit jedem Problem selbst zu entfernten Verwandten kommen, ohne Anruf und Verabredung. In Deutschland muss man immer erst anrufen." Die Peter-und-Paul-Festung ist Ursprung der Stadt und mit ihrem Strand beliebtes Ausflugsziel. Hier fühlen sich die Vier an den Hamburger Elbstrand erinnert. Für sie hat deutsche Lebensart durch ihre Besuche einen Reiz bekommen. KATJA SCHWORZOWA (Studentin): "Ich mag die Pünktlichkeit und Verbindlichkeit dort. Durch die Deutschen werden die Russen vielleicht etwas vorausschauender und ausgeglichener." Der Hamburger Hafen gilt als Tor zur Welt. Hier bekommen auch Artur, Evelin und Annika Fernweh, sie denken oft an ihre Zeit in St. Petersburg. "Was mir an Russland gefällt, an den Menschen, ist einfach die Aufgeschlossenheit." EVELIN BEIZERMANN: "Die Offenheit und die Freude am Leben." Die Drei waren bisher nur selten im Ausland. Ihre Besuche in Russland haben Evelin, Annika und Artur tief beeindruckt. Und die deutsch-russische Freundschaft hat für die drei Jugendlichen eine persönliche Note bekommen. Sie haben dort neue Freunde gefunden. Annika fährt bereits im Herbst wieder nach St. Petersburg. Tanja studiert Tourismus, sie will aller Welt ihre Heimat Russland zeigen, nicht nur den Deutschen. TANJA PLATONOWA: "Mein Deutsch ist viel besser geworden. Und weil ich dort in Familien gelebt habe und nicht einfach im Hotel, sehe ich die Deutschen jetzt ganz anders." Die jungen Petersburger wollen Deutschland auf immer verbunden bleiben. Sie hoffen schon bald auf ein Wiedersehen. Seite 3 von 5

GLOSSAR einstige/r ehemalige/r; frühere/r Zar, der der ehemals höchste Herrscher in Russland Residenz, die die Stadt, in der ein Herrscher wohnt Partnerstadt, die eine Stadt, die mit einer Stadt im Ausland befreundet ist vage ungenau konservativ so, dass man an alten Werten und Traditionen festhält pedantisch so, dass man etwas übertrieben genau und ordentlich macht gewissenhaft so, dass man sich seiner Verantwortung bewusst ist kleinkrämerisch so, dass man etwas sehr genau macht Bierbauch, der ein dicker Bauch, der durch das Trinken von Bier entstanden ist Krug, der hier: ein großer Becher Klischee, das das Vorurteil etwas im Kopf haben hier: über etwas nachdenken; etwas glauben Hansestadt, die eine Stadt, die sich mit anderen Städten zusammenschloss, um Handel zu treiben etwas pflegen hier: sich regelmäßig um etwas kümmern pompös groß und prächtig verschnörkelt verziert; mit viel Dekoration kitschig hier: geschmacklos; hässlich Jugendaustausch, der das gegenseitige Entsenden von Jugendlichen in ein anderes Land Seite 4 von 5

Vokuhila, die Abkürzung für: vorne kurz, hinten lang; eine Frisur, die in Deutschland vor allem in den 80er Jahren beliebt war etwas ist angesagt etwas ist sehr beliebt sich durchsetzen seine Ziele nach einem Streit oder Kampf erreichen Internat, das eine Schule, in der man übernachtet hautnah so, dass man direkt bei etwas dabei ist Übernachtung, die die Nacht an einem bestimmten Ort schlafen geräumig so, dass viel Platz ist Festung, die eine durch eine Mauer oder einen Graben geschützte Burg Ursprung, der hier: der Ort, an dem etwas angefangen hat etwas bekommt einen Reiz etwas wird interessant Verbindlichkeit, die das Einhalten von Regeln und Versprechen vorausschauend so, dass man bedenkt, was passieren wird Fernweh, das der Wunsch, an einen anderen Ort zu reisen Aufgeschlossenheit, die das Interesse an etwas Neuem etwas bekommt eine Note hier: etwas bekommt eine besondere Bedeutung etwas (Substantiv im Dativ) verbunden bleiben eine emotionale Bindung zu etwas behalten Autor: Markus Reher/Lukas Völkel Redaktion: Raphaela Häuser Seite 5 von 5