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Transkript:

EINE APP GEGEN FALSCHPARKER Viele Autofahrer stellen ihr Fahrzeug auf Fahrradwegen ab oder parken in zweiter Reihe. Das gefährdet die Fahrradfahrer, die dann auf die Straße ausweichen müssen. Um etwas gegen diese Falschparker zu unternehmen, hat Heinrich Strößenreuther eine eigene App entwickelt. Damit kann er die Fahrzeuge fotografieren, diese Fotos ins Internet stellen und sie an das Ordnungsamt weiterleiten. Die Autofahrer und auch das Ordnungsamt sind davon nicht sehr begeistert. DAS MANUSKRIPT ZUM VIDEO Dieser Mann hat genug. Heinrich Strößenreuther hat den Autofahrern jetzt den Kampf angesagt. Er hat genug davon, dass ihm die Autofahrer seine Fahrradwege einfach wegnehmen und als Parkplatz missbrauchen. Er nimmt sein Recht jetzt selber in die Hand. Seine Waffe: Sein Smartphone. Er will die Falschparker an den virtuellen Pranger stellen. Dafür hat er eine App entwickelt: eine Weltneuheit. Foto machen, Standort markieren, und ab damit ins Internet. Eine Kopie mit Foto und Kennzeichen geht gleich ans Ordnungsamt. Knallhart und unerbittlich. HEINRICH STRÖSSENREUTHER: Wir wollen auf diese Vorfälle aufmerksam machen, dass das hier serienmäßig passiert. Dass sich Amt und Stadtplanung irgendwie mit dem Thema beschäftigt. Wir wollen als Radfahrer einfach sicher von A nach B kommen. Im Ordnungsamt Berlin Pankow weiß man, in Berlin verunglückt alle zwei Stunden ein Radfahrer. Ordnungsamtchef Torsten Kühne war daher von der Idee der App begeistert. Es gab sogar eine ganz offizielle Kooperation mit dem selbst ernannten Fahrradsheriff. Aber in letzter Minute war dem Amt die neue Waffe dann doch zu gefährlich. TORSTEN KÜHNE (Leiter Ordnungsamt Berlin Pankow): Es gab da eine sehr große Skepsis, was diese App als Kommunikationsmethode betrifft, weil hier die Sorge doch sehr groß im Vordergrund stand, dass hier Denunziantentum gefördert werden könnte. Heinrich Strößenreuther lässt sich nicht unterkriegen. Jetzt bringt er die App eben selbst auf den Markt. Viele Stunden seiner Freizeit und 10.000 Euro hat er bereits investiert. Der Fahrradsheriff zeigt uns die virtuelle Karte. Seite 1/5

HEINRICH STRÖSSENREUTHER: Auf der Karte sieht man Testeinträge zurzeit, das wird irgendwann wesentlich mehr werden. Jetzt sind s hier ein paar Testeinträge. Man sieht beispielsweise hier: der Klassiker, das sind die zugestellten Fahrradwege oder Parken in zweiter Reihe. Auch hier traut sich ein Vater oder Mutter mit dem Kind nicht vorbeizuradeln. Und wenn mal wieder der nächste Fahrradfahrer über den Haufen gefahren worden ist oder ein Kind verletzt, dann guckt man in solche Karten mit rein und fragt: Lieber Ordnungsamtsleiter, liebe Polizei, warum habt ihr eigentlich nichts gemacht? Das soll anders werden: Mit der neuen App sollen bald tausende Verkehrssünder bei Deutschlands Ordnungsämtern gemeldet werden. In Berlin scheint man jedenfalls alarmiert. TORSTEN KÜHNE: Wir können dann nur den Beschwerdeführern sagen, dass wir ihre Hinweise aufnehmen. Aber eins zu eins werden wir sie nicht weiterleiten können, sondern eben bei der Einsatzplanung wird dann gegebenenfalls dann an diesen Orten vorbeigeschaut, ob dort noch Verkehrswidrigkeiten zu beobachten sind. Und auch die Autofahrerlobby sieht der Sheriff-App mit Argwohn entgegen. ANJA SMETANIN (Sprecherin VCD, Verkehrsclub Deutschland): Der Konflikt zwischen den Autofahrern und Radfahrern könnte dadurch noch etwas mehr angeheizt werden. Denn wenn wir uns gegenseitig verpetzen und das unter Facebook oder im Internet einfach öffentlich wird, dann, ja, steigt der Hass einfach aufeinander noch ein bisschen mehr. Heinrich Strößenreuther ist sich sicher: Er kämpft für eine gerechte Sache. Respekt, den bekomme man als Radfahrer eben nicht einfach geschenkt, den müssten sich die Radfahrer hart erobern. Freie Fahrt für freie Radler. Dank seiner App. Seite 2/5

GLOSSAR App, -s (f.) ein spezielles Programm z. B. für ein Mobiltelefon Falschparker, -/Falschparkerin, -nen eine Person, die ihr Auto an einem Platz abstellt, an dem es nicht stehen darf in zweiter Reihe parken auf der Straße neben anderen parkenden Autos parken genug haben, jemand hat genug von etwas jemand findet etwas so schlimm, dass er etwas dagegen tun will jemandem den Kampf ansagen beginnen, gegen jemanden etwas zu unternehmen etwas missbrauchen etwas so verwenden, dass das Ergebnis schlecht ist; etwas nicht so verwenden, wie es eigentlich verwendet werden soll etwas selber in die Hand nehmen nicht auf die Hilfe anderer warten, sondern selbst etwas unternehmen jemanden an den Pranger stellen jemanden öffentlich kritisieren Ordnungsamt, -ämter (n.) eine Behörde, die unter anderem für die Regelung des Verkehrs zuständig ist knallhart umgangssprachlich für: ohne Rücksicht unerbittlich streng; ohne Gnade serienmäßig hier: häufig; oft Stadtplanung (f., nur Singular) hier: die Leute, die für die Entwicklung einer Stadt zuständig sind verunglücken hier: einen Unfall haben Sheriff, -s (m., aus dem Englischen) ein Polizist einer amerikanischen Stadt Skepsis (f., nur Singular) die Zweifel Seite 3/5

im Vordergrund stehen hier: wichtig sein Denunziantentum (n., nur Singular) die Tatsache, dass viele Menschen sich gegenseitig öffentlich kritisieren und negativ darstellen etwas fördern hier: etwas verstärken; etwas unterstützen sich unterkriegen lassen von anderen dazu gebracht werden, mit etwas aufzuhören; sich stoppen lassen etwas auf den Markt bringen etwas anderen Menschen zum Verkauf anbieten virtuell so, dass etwas nur am Computer oder im Internet existiert Klassiker, - (m.) hier: etwas, das besonders häufig vorkommt radeln Fahrrad fahren jemanden über den Haufen fahren umgangssprachlich für: jemanden überfahren Verkehrssünder -/ Verkehrssünderin, -nen eine Person, die gegen die Verkehrsregeln verstößt alarmieren auf etwas aufmerksam machen Beschwerdeführer, -/ Beschwerdeführerin, -nen jemand, der sich offiziell beschwert eins zu eins genau so; ohne Veränderung Einsatzplanung, -en (f.) die Überlegung, wie und wo die Angestellten eingesetzt werden Verkehrswidrigkeit, -en (f.) das Verstoßen gegen eine Verkehrsregel Lobby (f., nur Singular, aus dem Englischen) eine Gruppe von Menschen mit gleichen Interessen, die versucht, die Politik in ihrem Sinn zu beeinflussen Seite 4/5

etwas entgegen sehen hier: etwas erwarten; etwas beurteilen Argwohn (m., nur Singular) das Misstrauen; die Bedenken etwas an heizen hier: etwas schlimmer machen; etwas verstärken jemanden verpetzen das Fehlverhalten eines anderen sofort einer Autoritätsperson sagen Respekt (m., nur Singular) die Achtung; die Anerkennung freie Fahrt (f.) eine Fahrt ohne Hindernisse und Gefahren Radler, -/Radlerin, -nen der Fahrradfahrer/die Fahrradfahrerin Autoren: Sylvia Wassermann/Benjamin Wirtz Redaktion: Shirin Kasraeian Seite 5/5