Exkurs: Die»Video Scopes«

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Transkript:

Exkurs: Die»Video Scopes«Kommen wir noch einmal zu dem Hilfsmittel, das Ihnen das Erkennen von Farb- und Helligkeitsbereichen zur späteren Korrektur vereinfacht: den Video Scopes. Ähnlich dem FRAME VIEWER werden auch die VIDEO SCOPES aus dem Menü WERKZEUGE ausgewählt und erscheinen im Fenster TOOL BENCH. Die VIDEO SCOPES beinhalten die vier Fenster WAVEFORM MONITOR, VECTORSCOPE, HISTOGRAMM, und RGB-PARADE. Optional kann man sich mehrere Kombinationen der verschiedenen Anzeigen darstellen lassen: WAVE/VECT/HIST, WAVE/VECT/PARADE und LEUCHTKRAFT. Abbildung 1: Die Video Scopes finden sich unter dem Menü WERKZEUGE und beinhalten die Anzeigen WAVEFORM MONITOR, VECTORSCOPE, HISTOGRAMM und RGB-PARADE. Kombinierte Anzeigen, wie hier zu sehen, werden auch angeboten. Sie können die einzelnen Fenster individuell vergrößern und das Layout im gleichnamigen Popup- Menü ändern. Welche Videoquelle (Viewer oder Canvas) durch die Video Scopes analysiert wird, legen Sie im Fenster DARSTELLUNG fest. Für die Canvas-Darstellung haben Sie die gleichen Optionen wie im Frame Viewer; Sie können also zum Beispiel auch einen Clip ohne Filter anzeigen lassen. Über die beiden Buttons links oben lässt sich die Helligkeit der Darstellung beeinflussen, wobei das linke Piktogramm die Helligkeitskontrolle für die Messwerte öffnet und das rechte die für die Messskalen. Die grundsätzliche Idee der Video Scopes ist es, Ihnen möglichst viele und detaillierte Informationen über Ihr Videomaterial zu geben, speziell was die Helligkeit (Luminanz) und die Farbe (Chrominanz)

anbetrifft. Auch wenn die Kreise, Pünktchen, Linien und Balken zunächst erschreckend kompliziert aussehen, so ist das Analysieren dieser Fenster gar nicht so schwierig. Eine vollständige Erklärung jedes Fensters und jeder Darstellung wäre wieder einmal über das Ziel hinausgeschossen, denn wir müssten ganz von vorne bei Luminanz und Chrominanz, Farbtemperaturen und Farbräumen anfangen sowie Elektro- und Messtechnik mit Ihnen durchkauen. Auch wenn wir immer mal wieder versuchen, etwas Hintergrundwissen einzustreuen, ist dieses Buch ja in erster Linie für die Gestaltung mit Final Cut Pro gedacht. Broadcast-safe Für die Fernsehübertragung gibt es einen Bereich im Video (meistens dargestellt in Prozent), wo Farben und Helligkeiten als»sicher«gelten. Wir haben in diesem Kapitel ja auch schon kurz über die farbechte Wiedergabe berichtet. Unabhängig von Ästhetik und Look, die Sie auf einem kalibrierten Referenzmonitor kontrollieren, unterliegt ein ausgestrahltes Fernsehsignal auch messtechnischen Bestimmungen der Fernsehnorm. Man nennt diesen Bereich broadcast-safe (sendesicher), er wird aber auch als legaler oder zulässiger Bereich bezeichnet. Eigentlich sind die zulässigen Grenzen in Stein gemeißelt, manche Sender sind aber etwas toleranter als andere. Wenn Sie einen oder mehrere Werte überschreiten, so kann es passieren, dass der Sender bei der technischen Freigabe den Film nicht akzeptiert und ihn zur Nachbearbeitung an Sie zurückschickt. Der sendesichere PAL-Farbraum liegt zwischen den RGB-Werten 16 und 235. Die technischen Hintergründe sind kompliziert, aber die Ursachen finden sich in der Analog-Digital- Wandlung. 16 Bit digital entsprechen analog 0 Volt und damit der zulässigen Untergrenze für Video. Bei 0 Volt erhalten Sie Schwarz. 235 Bit entsprechen dagegen 1 Volt oder Weiß. Bei den Werten 16 und 235 spricht man auch oft von 0 %igem und 100 %igem Video. Achtung bei Grafiken Wenn Sie mit Photoshop Grafiken für eine Fernsehsendung erstellen, sollten Sie kein Weiß wählen, das über den RGB-Werten 235, 235, 235 liegt, und kein Schwarz unter RGB 16, 16, 16, denn diese Grafiken werden später nicht sendesicher sein. Produzieren Sie nicht für das Fernsehen, können Sie die legalen Pegel großzügiger auslegen, allerdings sollten Sie auch bei DVD-Produktionen die Werte nicht unbeachtet lassen. Achten Sie in diesem Fall bei den Endgeräten, auf denen die Wiedergabe stattfinden soll, darauf, ob es Bereiche gibt, auf denen sich Störungen bilden. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass Sie bei professionellen Produktionen neben einem hochwertigen Komponentensignal auch ein FBAS-Signal kontrollieren sollten. Das typische Beispiel mit einem karierten Jackett kennt sicher jeder. Dieses beliebte Muster aus der konservativen Männermode treibt Sendetechnikern die Tränen in die Augen. Ein Komponentensignal stellt das Bild sauber dar, während das FBAS-Signal beim Endverbraucher ein hässliches Moiré produziert. Erst digitale Endgeräte, die konsequent über DVI oder andere digitale Schnittstellen angeschlossen werden und beispielsweise MPEG-2-Signale erhalten, werden solche analogen Schwächen nicht mehr haben. Solange Sie noch herkömmliches Kabelfernsehen schauen, werden Sie auch bei der Produktion auf solche Details achten müssen. Die Darstellungen der Video Scopes machen eigentlich nichts anderes, als Ihnen die Farbe des Bildes zu zeigen respektive darzustellen, wann die Helligkeit welchen Wert erreicht hat. Liegen die Werte über dem»sicheren«bereich, so sollten (um nicht zu sagen: müssen) Sie den Clip farbkorrigieren. Die Darstellungsform der einzelnen Fenster ist hierbei unterschiedlich: Das Vectorscope Das Vectorscope zeigt Ihnen mithilfe von verbundenen Punkten an, wo die Sättigung der Farbwerte Ihres Clips liegt. Aufgeteilt ist dieses Fenster in Farbbereiche (Buchstaben) sowie in Prozentwerte (Ringe). Die Buchstaben stehen, wie bereits erwähnt, für Rot (R), Magenta (MG), Blau (B), Cyan (CY), Grün (G) und Yellow (Y). Bewegen Sie die Maus im Vectorscope, so wird an der Position der

Maus ein gelber Ring mit dem exakten Prozentwert angezeigt. Die Position der kleinen Quadrate mit den Farbbezeichnungen ist nach dem Farbbalken gewählt worden. Die Referenz bei PAL bildet ein 75- %-Farbbalken nach EBU-Norm. Im Gegensatz zu vielen externen Geräten lässt sich das Vectorscope in Final Cut Pro nicht auf einen 100-%-Farbbalken umschalten, was allerdings nicht weiter schlimm ist, da dieser praktisch nie verwendet wird. Sollten Sie einen 100-%-Farbbalken verwenden oder erhalten, liegen die Punkte außerhalb der Kästchen. Abbildung 2: Ein Farbbalken nach EBU-Norm wird im Vectorscope als direkte Verbindung zwischen fest markierten Punkten angezeigt. Anhand der lilafarbenen Linie in Richtung Rot sehen Sie, wo sich Hautfarbe befindet und welchen Prozentwert diese haben sollte (Quelle: durchschnittlicher Mitteleuropäer, funktioniert aber auch von Indien bis nach Afrika für alle anderen Hautfarben). Haben Sie die Aufnahme eines Gesichts, die deutlich von dieser Linie abweicht, so können Sie das Vectorscope nutzen, um die Hautfarbe ins Natürliche zu korrigieren. Das Histogramm Das Histogramm (Sie kennen es vielleicht aus Photoshop) arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip, nur dass hier nicht die Farbe, sondern die Helligkeit Ihres Clips analysiert wird. Die einzelnen Balken zeigen jeweils an, wie viele Pixel von Ihrem Clip wo im dunklen Bereich (kleinere Prozente, links) und wie viele wo im helleren Bereich liegen. Reichen Pixel Ihres Bildes in den Bereich über 100 % (Superweiß), so erscheinen sie rechts als rote Balken. Auch hier sollten Sie die Clips in der Helligkeit korrigieren, wenn Sie für Sender produzieren.

Abbildung 3: Vor der Korrektur liegen einige Pixel deutlich über 100 % Helligkeit,...

Abbildung 4:... und nach der Korrektur ist der höchste Wert knapp unter 100 %. Der Waveform Monitor Eine weitere Möglichkeit, sich die Helligkeit in Ihrem Bild anzeigen zu lassen, ist der gängige WAVEFORM MONITOR. Die weißen Punkte sind hierbei die Prozentwerte der einzelnen Pixel Ihres Bildes, die auch hier nicht über den Wert 100 % und nicht unter den Wert 0 % reichen sollten. Wie Sie in Abbildung 5 sehen können, zeigt der Waveform Monitor den Farbbalken in Treppenform. Sie wundern sich vielleicht, wie der Farbbalken ausgerechnet zu seinen Farben und vor allem der Anordnung gelangt ist, denn am Spektrum des Farbkreises, bei dem zum Beispiel Gelb und Grün nebeneinanderliegen, orientiert er sich nicht. Vor der Zeit des Farbfernsehens gab es noch keinen Farbbalken, sondern eben einen Schwarz-Weiß-Balken. Der spätere Farbbalken musste sich also an den Helligkeitswerten des Schwarz-Weiß-Balkens orientieren (Schwarz-Weiß-Kompatibilität). Beide Balken zeigen im Waveform Monitor exakt das Gleiche an im Histogramm natürlich auch.

Abbildung 5: Der Farbbalken orientiert sich an seinem Vorgänger aus der Zeit des Schwarz-Weiß- Fernsehens. Die Farben werden als Helligkeitsstufen dargestellt.

Im Waveform Monitor können Sie sich auch die Farbsättigung anzeigen lassen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Waveform-Monitor-Anzeige und wählen in dem Kontextmenü SÄTTIGUNG aus. Die Oszillogramm-Anzeige wird nun stärker dargestellt. Der Grad der Farbsättigung entspricht der Stärke der Anzeige. Ein Schwarz-Weiß-Balken würde in der Waveform-Monitor- Anzeige mit aktivierter Sättigung genauso dargestellt wie mit deaktivierter Sättigung. Uns ist diese Darstellungsform nicht vertraut. Auf externen Geräten kann man sich in der Regel die Waveform- Anzeige für Y (Helligkeit bzw. Luma) sowie U und V (Farbdifferenzsignale bzw. Chroma) separat oder kombiniert darstellen lassen. Vielleicht versucht Apple mit der Sättigung etwas Ähnliches zu erreichen, ohne den Anwender mit komplizierten Begriffen zu verunsichern. Band einmessen Wenn Sie zum Beispiel ein DigiBeta-Band erhalten, können Sie es auf folgende Weise einmessen: Drücken Sie beim Farbbalken auf PLAY; pegeln Sie den Regler BLACK an Ihrer MAZ so, dass im VECTORSCOPE der schwarze Balken (ganz rechts) bei 0 % aufliegt. Drehen Sie nun so lange am Video-Regler, bis der weiße Balken (ganz links) auf 100 % steht. Wenn Sie jetzt in der VECTORSCOPE-Darstellung den Chroma-Regler der MAZ so regeln, dass die Eckpunkte in den kleinen Vierecken liegen, kann die farbechte Aufnahme beginnen. Die RGB-Parade Die detaillierte Variante des Waveform Monitors ist die RGB-Parade. Hier werden die Pixel in die drei Farbbereiche Rot, Grün und Blau unterteilt, wobei die Anordnung ebenfalls widerspiegelt, wie viele Pixel des jeweiligen Kanals sich (prozentual) wo befinden. Auch hier ist es so, dass externe Geräte die Parade für YUV darstellen, während die Final-Cut-Pro-Anzeige eine dem Anwender vertraute RGB-Darstellung wählt. Grundsätzlich werden die meisten Anwender den Unterschied zwischen YUV und RGB auch gar nicht kennen. An dieser Stelle versuchen wir es kurz zu erklären: Der RGB-Farbraum kann für das Fernsehen nicht verwendet werden, da man bei der Wandlung eines RGB-Signals in FBAS mit sogenannten Einstreuungen rechnen muss. Das heißt, dass es beim Fernseher im Wohnzimmer zu unerwünschten Farbdarstellungen kommen kann. Zur Sicherheit wendet man das YUV-Verfahren an. YUV besteht aus einem kompletten Schwarz-Weiß-Signal (Y = Helligkeitssignal), während die Farben aus den Farbdifferenzsignalen U (B-Y/ Blau-Y) und V (R- Y/Rot-Y) gebildet werden eine ziemlich komplizierte Sache, die eine ganze Armada von fleißigen Technikern beschäftigt. In Zeiten von Flachbildschirmen und Beamern könnte man annehmen, dass irgendwann einmal das Thema zu den Akten gelegt wird (neben den anderen Ärgernissen wie Halbbildern und Pixelseitenverhältnissen). Digitale Formate können derzeit aber bei YUV- und 4:2:2- Übertragung mehr Bandbreite sparen als bei RGB in 4:4:4, sodass uns der Spaß sicher noch lange erhalten bleibt.

Abbildung 6: Die RGB-PARADE zeigt die Helligkeitswerte der drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau. Je mehr Pixel Sie sehen, desto mehr Anteile der entsprechenden Farbe befinden sich im Bild.