Grundlagen des Grid Computing



Ähnliche Dokumente
Workflow, Business Process Management, 4.Teil

Standards und Standardisierungsgremien

Themen. Web Services und SOA. Stefan Szalowski Daten- und Online-Kommunikation Web Services

arlanis Software AG SOA Architektonische und technische Grundlagen Andreas Holubek

Inhalt I. Blick zurück II. Was sind WebServices? III. Rahmenwerk für edienstleistungen IV. Verwendete WebServices

E-Services mit der Web-Service-Architektur

Service. Was ist eine Enterprise Service Architecture und wie reagiert SAP. Warum Monitoring in ZENOS, was monitort die XI?

Enterprise Application Integration Erfahrungen aus der Praxis

Web Services stellen eine Integrationsarchitektur dar, die die Kommunikation zwischen verschiedenen Anwendungen

Folgende Voraussetzungen für die Konfiguration müssen erfüllt sein: - Ein Bootimage ab Version Optional einen DHCP Server.

Wiederholung: Beginn

Grid-Systeme. Betrachtung verschiedener Softwareplattformen zur Realisierung von Grids und Vorstellung des Globus Toolkit Grid Systeme 1

Web Services. XML, WSDL, SOAP und UDDI Einblicke und Ausblicke J.M.Joller 1

Webservices. 1 Einführung 2 Verwendete Standards 3 Web Services mit Java 4 Zusammenfassung. Hauptseminar Internet Dienste

Enterprise Applikation Integration und Service-orientierte Architekturen. 09 Simple Object Access Protocol (SOAP)

Fujitsu BeanConnect TM V3.0 Software 0 FUJITSU LIMITED 2013

Web-Services - die GIS-Zukunft?

SOA im Zeitalter von Industrie 4.0

Java und XML 2. Java und XML

Gliederung. 1. Einleitung (1) 1. Einleitung (3) 1. Einleitung (2)

Sind Prozessmanagement-Systeme auch für eingebettete Systeme einsetzbar?

Enterprise Application Integration

PL/SQL Web-Services mit Oracle 11g

Ein Beispiel. Ein Unternehmen will Internettechnologien im Rahmen des E- Business nutzen Welche Geschäftsprozesse?

Ein Vergleich zwischen SCA,JBI und WCF. Marcello Volpi

Inhaltsverzeichnis. Daniel Liebhart, Guido Schmutz, Marcel Lattmann, Markus Heinisch, Michael Könings, Mischa Kölliker, Perry Pakull, Peter Welkenbach

Autor: Peter Seemann Seminar: Softwarearchitekturen Betreuer: Benedikt Meurer

Mobiles SAP für Entscheider. Permanente Verfügbarkeit der aktuellen Unternehmenskennzahlen durch den mobilen Zugriff auf SAP ERP.

SAP NetWeaver Gateway. 2013

Enterprise Service Bus

MSXFORUM - Exchange Server 2003 > SMTP Konfiguration von Exchange 2003

Fähigkeiten des BizTalk Servers

Anwendungshinweis Nr. 12. Wie konfiguriere ich redundante Serververbindungen

Java Enterprise Architekturen Willkommen in der Realität

Fassade. Objektbasiertes Strukturmuster. C. Restorff & M. Rohlfing

SOA Serviceorientierte Architektur Definition, Marktpotenzial und Perspektiven

Web Service Discovery mit dem Gnutella Peer-to-Peer Netzwerk

SE2-10-Entwurfsmuster-2 15

smartdox connect for i5 Reibungslose d.3ecm Integration in die IBM i5 Umgebung

1 WEB ANALYTICS: PROFESSIONELLE WEB-ANALYSEN UND REPORTING FÜR IHR ONLINE MARKETING.

Überblick Produkte. ORACLE AS 10g R3 JAVA Programming. (5 Tage)

NetMan Desktop Manager Vorbereitung und Konfiguration des Terminalservers

Zustandsgebundene Webservices

HP Product Content Syndication Steigern Sie Ihre Add-to-Cart Rate in 3 einfachen Schritten

teamsync Kurzanleitung

Erfolgreiche Verbindung. 3. Anmeldung: Bitte geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Kennwort ein.

Identity Propagation in Fusion Middleware

Abbildung 3-1: Clients und Server C+S

Netzwerktechnologie 2 Sommersemester 2004

Man liest sich: POP3/IMAP

SUB-ID- VERWALTUNG MIT GPP SETUP-GUIDE FÜR PUBLISHER

GEZIELT MEHR SICHERHEIT MIT 4I ACCESS SERVER & 4I CONNECT CLIENT

HP Software für SAP Solutions

Import und Export von Übergängern

AGROPLUS Buchhaltung. Daten-Server und Sicherheitskopie. Version vom b

eurovat Magento Extension Magento - Extension Extension V1.4.2 Dokumentation Version 1.0 SNM-Portal UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG Vorherstraße 17

Nutzung des Retain-Archivs

Jürgen Schwab, debis Systemhaus

Architektur von SOAP basierten Web Services

SOA - Service-orientierte Architekturen. Roger Zacharias

Flashfragen in ILIAS Test & Assessment. Helmut Schottmüller

Ausschreiben mit Jobplattformen. Folie 1

Christoph Mathas. SOA intern. » Praxiswissen zu Service-orientierten IT-Systemen HANSER

Produktvorstellung: CMS System / dynamische Webseiten. 1. Vorwort

Abwesenheitsnotiz im Exchange Server 2010

Voraussetzungen für die Nutzung der Format Rechenzentrumslösung (Hosting)

Semantic Web Services

Moneybookers Integration bei

Internet online Update (Mozilla Firefox)

Organisation und Systeme SOA: Erstellung von Templates für WebService Consumer und Provider in Java

DAS SIND WIR. Kronthalerstraße Königstein phone +49 (0) fax +49 (0) mail web nolinkup.

V e r s i o n

Haben Sie schon einmal aus einem ScreenCobol Requestor ein Java Programm aufgerufen?

jet IDS HIGH-LEIT OPC-GATEWAY zur Anbindung von Automatisierungssystemen Ein offenes, skalierbares SCADA System für alle Infrastrukturanwendungen

CORBA-Konzept. Ziele. Common Object Request Broker Architecture CORBA. Plattformunabhängige Kommunikation Transparente Verteilung von Objekten

OGC-konforme Services für 3D-Stadtmodelle

Test zur Bereitschaft für die Cloud

Eine Drei-Schema-Architektur für das Service-Management

Mobiles Einkaufen & Bezahlen mit Smartphones und Oracle CRM on Demand

Webservices in der IBM Welt eine neue Herausforderung für DB2 Spezialisten

Projektmanagement in Outlook integriert

Verteilte Systeme: Übung 4

Hilfe Bearbeitung von Rahmenleistungsverzeichnissen

SOA. Prof. Dr. Eduard Heindl Hochschule Furtwangen Wirtschaftsinformatik

Man unterscheidet zwischen LAN (Local Area Network) und WAN (Wide Area Network), auch Internet genannt.

Modellgetriebene Softwareentwicklung. 31. Januar 2013

MS Outlook Integration

Informationen als Leistung

Microsoft.NET und SunONE

Lieferantenintegration via Open Catalog Interface (OCI)

Grundlagen des Grid Computing

16.4 Wiederverwendung von COTS-Produkten

Transkript:

Grundlagen des Grid Computing Service Oriented Architectures ICA Joh. Kepler Universität Linz

Überblick Service-Oriented Architectures (SOAs) Verteilt Basierend auf Standards Lose gekoppelt Protokoll-unabhängig Vergleiche Grid Computing ähnlich SOAs sind Business-Orientiert basieren auf Webservice-Technologie Grundlagen des Grid Computing 2

Definition OASIS A paradigm for organizing und utilizing distributed capabilities that may be under the control of different ownership domains. It provides a uniform means to offer, discover, interact with and use capabilities to produce desired effects consistent with measureable preconditions and expectations. Grundlagen des Grid Computing 3

SOA Eigenschaften Eine SOA spezifiziert nur die Schnittstellen und trifft keine Annahme über die Implementierung Schnittstellen werden durch eine Beschreibungssprache spezifiziert (zb. WSDL) Ein Service in einer SOA soll eine wiederverwendbare, in sich geschlossene Arbeitseinheit darstellen Grundlagen des Grid Computing 4

SOA Serviceeigenschaften Hauptcharakteristika von SOA Services Alle Funktionen einer SOA sind als Services definiert (Business Functions, Business Transactions bestehend aus Teil-Services, System Services) Services sind autonom und opak: Externe Komponenten haben keinen Einblick in die Arbeitsweise einer Komponente (Black Box), nur die Schnittstelle ist nach aussen sichtbar Services sind aufrufbar, unabhängig davon ob sie lokal oder remote sind, welche Protokolle verwendet werden bzw. welche Infrastrukturkomponenten. Grundlagen des Grid Computing 5

Standards SOAs basieren auf Webservice-Standards Web Services Description Language (WSDL) Simple Object Access Protocol (SOAP) Universal Description, Discovery and Integration Registry (UDDI) Verteilte Services werden über die Schnittstellen angesprochen und integriert Grundlagen des Grid Computing 6

SOA Attribute Provider Business Aligned Business Goals Services combined support Service Description Consumer decouple Choreography Dynamic Reconfiguration Open Standards Grundlagen des Grid Computing 7

Abstrakte Sicht einer SOA Grundlagen des Grid Computing 8

SOA Schichten (1) 1. Operational Systems Layer Existierende Applikationen (CRM, ERP, Business Intelligence), inkludiert auch Legacy Applications Nutzt vorhandene Systeme und integriert sie durch service-orientierte Techniken. 2. Enterprise Components Layer Realisiert Funktionalität und erhält die QoS der angebotenen Services (um SLAs einzuhalten) durch Verwendung einer geeigneten Architektur zb. Applikationsserver für Workload Management und Load Balancing Grundlagen des Grid Computing 9

SOA Schichten (2) 3. Services Layer Hier werden die zu Verfügung gestellten Services beschrieben. Sie können entdeckt, statisch verwendet oder in composite services integriert werden. Dies kann auch nur eine Untermenge der implementierten Services betreffen. 4. Business Process Composition or Choreography Layer Bietet Integration von Services, die in Schicht 3 exportiert wurden zur Unterstützung von spezifischen Geschäftsprozessen oder Use Cases. Grundlagen des Grid Computing 10

SOA Schichten (3) 5. Access or Presentation Layer Nicht direkt relevant, da SOAs sich auf die Funktionalität (s. B2B) beziehen Wichtig ist die Standardkonformität 6. Integration Unterstützt Service-Integration durch zb. Routing, Protokolabgleich (vgl. WSDL) 7. QoS Überwachung, Management und Erhaltung von Sicherheit, Leistung und Verfügbarkeit. Grundlagen des Grid Computing 11

SOA Implementierung SOAs werden üblicherweise durch Web-Services implementiert Daher: selbe Technologien Services werden über http(s) durch SOAP-Requests aufgerufen SOAP Listener empfängt request, extrahiert XML-Body, konvertiert ihn in ein lokal verwendbares native Format und leitet ihn an die entsprechend zuständige Komponente weiter Services laufen in Webservice-Containern Beinhalten Implementierung Service Lifecycle Management (starten, beenden,...) Ein Container kann mehrere Services hosten Antwort eines Service ebenfalls über SOAP / XML Grundlagen des Grid Computing 12

Service Aggregation & Brokering Service Aggregation: Zusammenfügen von Basis-Services zu Services mit höherer Komplexität zb. durch Kompositionssprachen wie BPEL Service Aggregator ist sowohl Service Anbieter als auch Service-Klient Service Broker Hält Index verfügbarer (qualitativ guter) Services Bietet Zusatzinformationen zur Dienstqualität bzw. SLAs der indizierten Services Ein UDDI Service kann als Broker dienen Grundlagen des Grid Computing 13

Enterprise Service Bus (ESB) Unterstützt die Interoperation verschiedener Komponenten Paarweise Integration von Komponenten ist nicht skalierbar Daher: Integrationsschicht zur Interaktion der Komponenten untereinander (ESB) Bietet standardbasierte Integration von verteilten SOA-Komponenten Zuständig für Kontrolle, Weiterleitung und Übersetzung aller Nachrichten zwischen Komponenten einer SOA Besonders wichtig bei Legacy-Komponenten (zb. nicht WSDL-compliant) ESB-Endpoints für Services sind nicht an deren physikalische Lokalität gebunden (logische Namen werden durch den ESB auf physikalische Adressen (hostname:port) abgebildet) Erlaubt Migration / Updates / Ersetzen von Services Grundlagen des Grid Computing 14

Enterprise Service Bus (ESB) Grundlagen des Grid Computing 15

Event-Driven SOA Geschäftsprozesse sind asynchron Bestellungen, Bezahlungen können jederzeit eintreffen SOA muss dies unterstützen Service Endpoints müssen schnell auf asynchrone Events reagieren Üblich: Event Source schickt Nachrichten über den ESB Subskribierte Consumer werden notifiziert implementiert durch SOAP, WSDL, BPEL, WS-ReliableMessaging, WS-Notification Grundlagen des Grid Computing 16

Event-Driven SOA Der ESB kann als Kontaktstelle zwischen Serviceprovider und consumer dienen Server und Client sind beim ESB subskribiert und kommunizieren über asynchrone Ereignisse Benötigt keinen WSDL Support Event-Metadaten für die Interaktion werden mit denselben publiziert Grundlagen des Grid Computing 17

Schlüsseleigenschaften von SOAs (1) Einbindung von Legacy Applikationen oft technisch veraltet, aber betriebsnotwendig Kommunikation der ESB muss die Kommunikation zwischen Komponenten und Services ermöglichen (Übersetzung,...) Dynamische Konnektivität Keine spezielle clientseitige Bibliothek zur Verbindung mit einem Service erforderlich Inhaltsbasiertes Routing Der ESB muss Nachrichten nach ihrem Inhalt den entsprechenden Subscribern zukommen lassen Endpoint Discovery mit QoS Unterstützung Der Klient soll den gewünschten Service-Endpoint finden können Grundlagen des Grid Computing 18

Schlüsseleigenschaften von SOAs (2) Integration heterogener Services zb durch Service Wrapper Formatkonvertierung durch den ESB unterstützt Komponenten-Interoperabilität Verlässliche Nachrichtzustellung Zwischenspeichern von temporär nicht zustellbaren Nachrichten Zustellung von Antworten Sicherheitsunterstützung Verschlüsselung, Authentifizierung, Autorisierung Berücksichtigung von Systemheterogenität Grundlagen des Grid Computing 19

Schlüsseleigenschaften von SOAs (3) Unterstützung für langlaufende Prozesse und Transaktionen Prozesse sollen während Ihrer Laufzeit Nachrichten austauschen können Transaktionsunterstützung (Rollback bei Fehlern) Management & Monitoring Zustandsüberwachung der Komponenten Skalierbarkeit zb. Formatkonvertierungen sind aufwendig Replikation von kritischen Komponenten Grundlagen des Grid Computing 20

Integrationslösungen Integration Broker Zentrales Element Wickelt Kommunikation mit anderen Komponenten ab Unterstützt asynchrone Kommunikation Verbindung erfolgt über Resource Adapters isolieren Applikations-APIs von der Nachrichtenübertragung Grundlagen des Grid Computing 21

Integration Broker Grundlagen des Grid Computing 22

Integrationslösungen Application Server Liefert Web-Anbindung für Applikationen Benötigt werden Wrapper / Adapter für lokale / legacy Komponenten zur Datenkonversion und Kommunikation mit dem Application Server Application Server unterstützen synchrone und asynchrone Kommunikation Grundlagen des Grid Computing 23

Application Server Grundlagen des Grid Computing 24

Integrationslösungen WSDL-basierte Integration Integration verschiedener Technologien (zb. J2EE und.net) Alle Komponenten sind über ein WSDL- Interface an den ESB angeschlossen Entweder Native Support oder Adapter für Komponenten mit Proprietären Interfaces Grundlagen des Grid Computing 25

WSDL-basierte Integration Grundlagen des Grid Computing 26