Apache HTTP-Server Teil 1

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Transkript:

Apache HTTP-Server Teil 1 Zinching Dang 24. November 2014 1

Apache HTTP-Server Apache HTTP-Server allgemein offizielle Namensherkunft: Apachen-Stamm in Nordamerika wurde 1994 auf Basis des NCSA HTTPd-Webservers entwickelt weit verbreiteter HTTP-Server für verschiedene Betriebssysteme Module für verschiedene Protokolle und Skriptsprachen modularer Aufbau ermöglicht flexible Einsatzzwecke Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 2 / 15 Der HTTP-Server wird häufig nur Apache genannt, da er das bekannteste Projekt der Apache Software Foundation ist. Die inoffizelle Namensherkunft a patchy web server kommt daher, dass er zu Anfangszeiten aus Patches für den NCSA HTTPd-Webserver bestand. Neben üblichen Protokollen wie HTTP, HTTPS, WebDAV, etc. werden auch viele Skriptsprachen wie Perl, PHP, Python oder Ruby unterstützt. Diese können über Module für den jeweiligen Anwendungsfall aktiviert werden. 2

Apache HTTP-Server Apache HTTP-Server Features virtual hosts (oder auch VHosts ) mehrere Webseiten auf einem Server name-based : eigene Webseite unter jeder Domain, jedoch nur eine IP-Adresse wichtig, da IPv4-Adressen knapp sind passender VHosts wird anhand des ServerNames gewählt IP-based : eigene IP-Adresse für jede Webseite Verschlüsselung mit SSL/TLS Benutzer-Authentifizierung Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 3 / 15 VHosts ermöglichen es Webseiten verschiedener Domains auf einem Server mit einer einzelnen IP-Adresse zu hosten (name-based VHost). Die Konfiguration von einer Webseite pro IPv4 Adresse ist auch möglich (IP-based VHost) ist aber wegen der knappen Anzahl an IPv4-Adressen nicht das Mittel der Wahl. Außerdem können pro VHost, d. h. pro Webseite, Verschlüsselung oder Benutzer-Authentifizierung individuell konfiguriert werden. 3

Server-Konfiguration Server-Konfiguration mehrere Konfigurationsdateien, u. a.: /etc/apache2/apache2.conf /etc/apache2/conf.d/ /etc/apache2/mods-available/ /etc/apache2/sites-available/ Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 4 / 15 /etc/apache2/apache2.conf ist die Haupt-Konfigurationsdatei. Darin werden viele Parameter wie z. B. der Pfad für Log-Files oder die Zeit für das Timeout gesetzt. /etc/apache2/conf.d enthält darüberhinaus weitere Konfigurationsdateien, die beispielsweise für bestimmte Web-Anwendungen benötigt werden. Werden Konfigurationsdateien bearbeitet, um z. B. Pfade neu zu setzen, so muss der Server-Dienst zumindest die Konfiguration neu einlesen oder neu gestartet werden. 4

Server-Konfiguration Server-Konfiguration Modul-Konfigurationen befinden sich in /etc/apache2/mods-available aktivierte Module sind Symlinks in /etc/apache2/mods-enabled auf das jeweilige Modul Module werden mit a2enmod <modul> und a2dismod <modul> aktiviert bzw. deaktiviert Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 5 / 15 5

Server-Konfiguration Server-Konfiguration verschiedene Webseiten als VHosts VHosts-Konfigurationen befinden sich im Verzeichnis /etc/apache2/sites-available aktivierte Webseiten sind Symlinks in /etc/apache2/sites-enabled auf die jeweilige Webseite Webseiten werden mit a2ensite <seite> und a2dissite <seite> eingeschaltet bzw. abgeschaltet Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 6 / 15 6

Server-Konfiguration Konfigurationsbeispiel Beispiel-Konfiguration für eine Webseite: 1 < VirtualHost 192.168.2.123:80 > 2 ServerAdmin webmaster@example. com 3 ServerName www. example. com 4 DocumentRoot / var / www 5 < Directory /> 6 Options FollowSymLinks 7 AllowOverride None 8 </ Directory > 9 < Directory / var / www /> 10 Options Indexes FollowSymLinks MultiViews 11 AllowOverride None 12 Order allow, deny 13 allow from all 14 </ Directory > 15 </ VirtualHost > Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 7 / 15 Für jeden VHost werden IP-Adresse und Port benötigt. Das DocumentRoot Verzeichnis gibt an, wo sich die Dateien befinden, die der Webserver ausliefert und darf nicht mit einem / enden. Die Directory-Einträge setzen Optionen für das jeweilige Verzeichnis, welches mit absolutem Pfad angegeben wird. 7

Server-Konfiguration Konfigurationsbeispiel Beispiel-Konfiguration für name-based VHosts: 1 < VirtualHost 192.168.2.123:80 > 2 ServerName www. example. com 3 DocumentRoot / var / www / site 1 4 </ VirtualHost > 5 < VirtualHost 192.168.2.123:80 > 6 ServerName www. beispiel. net 7 DocumentRoot / var / www / site 2 8 </ VirtualHost > Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 8 / 15 Für die name-based VHost-Konfiguration wird ein ServerName benötigt, über den der entsprechende VHost ausgewählt wird. Jedem VHost (und damit auch jedem ServerName) kann eine eigene Webseite zugeordnet werden. Da die einzelnen VHosts durch den ServerName unterschieden werden, können sie alle über die gleiche IP-Adresse bereitgestellt werden. 8

Server-Konfiguration Konfigurationsbeispiel Beispiel-Konfiguration für IP-based VHosts: 1 < VirtualHost 192.168.2.123:80 > 2 ServerName www. example. com 3 DocumentRoot / var / www / site 1 4 </ VirtualHost > 5 < VirtualHost 192.168.2.234:80 > 6 ServerName www. beispiel. net 7 DocumentRoot / var / www / site 2 8 </ VirtualHost > Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 9 / 15 Der Unterschied zu der name-based Host-Konfiguration ist, dass pro VHosts zusätzlich eine andere IP-Adresse vergeben wird. 9

Lab 3.1: Apache installieren und VHosts konfigurieren Lab: Apache installieren und VHosts konfigurieren Apache installieren einen IP-based VHost konfigurieren Startseite des VHosts ändern Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 10 / 15 10

Verschlüsselung mit SSL/TLS Verschlüsselung mit SSL/TLS wichtig, um das Mitlesen sensibler Daten zu verhindern basiert auf asymmetrischer Kryptographie statt HTTP wird HTTPS verwendet Server hat Private und Public Key Public Key ist üblicherweise durch eine Certificate Authority (CA) signiert allgemein anerkannte CAs sind in Browsern eingetragen Public Keys können auch self-signed sein, führen jedoch zu Warnmeldungen Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 11 / 15 TLS steht für Transport Layer Security und ist ein Verschlüsselungs-Protokoll, welches unter anderem für HTTPS oder IMAPS verwendet wird. Secure Sockets Layer (SSL) ist der Vorgänger. Zu den bekanntesten Implementierungen gehören OpenSSL und GnuTLS. CAs bieten eine Möglichkeit die Echtheit eines Zertifikats zu überprüfen und damit den Benutzern zu versichern, dass die verschüsselte Verbindung auch zu dem richtigen Server aufgebaut wurde. Dies basiert jedoch darauf, dass der CA vertraut wird, die das Zertifikat signiert hat. 11

Konfiguration von SSL/TLS Konfiguration von SSL/TLS Zertifikate (Private und Public Key, Zertifikat der Authority) müssen auf dem Server verfügbar sein das SSL-Modul muss aktiviert sein muss in der Konfigurationsdatei aktiviert werden wahlweise SSL/TLS für IP-based oder name-based VHosts bei name-based muss der Browser SNI 1 unterstützen wird von allen modernen Browser unterstützt 1 http://de.wikipedia.org/wiki/server_name_indication Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 12 / 15 Mit der Installation des Apache HTTP-Servers wurden auch Zertifikate erstellt. Diese sind jedoch self-signed, d. h. von keiner allgemein anerkannten CA signiert, sind aber für den Eigengebrauch verwendbar. Bei der name-based Konfiguration muss der Browser SNI unterstützen, um dem HTTP-Server mitzuteilen, welcher VHost aufgerufen werden soll. 12

Konfiguration von SSL/TLS Konfigurationsbeispiel Beispiel-Konfiguration für einen VHost mit SSL: 1 < IfModule mod _ ssl.c > 2 < VirtualHost 192.168.2.123:443 > 3 ServerName www. example. com 4 DocumentRoot / var / www 5 SSLEngine on 6 SSLCertificateFile / etc / ssl / certs / www. example. com - cert. pem 7 SSLCertificateKeyFile / etc / ssl / private / www. example.com - key. pem 8 </ VirtualHost > 9 </ IfModule > Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 13 / 15 Zur Aktivierung von SSL/TLS für den VHost muss SSL mit SSLEngine on eingeschaltet werden und die Pfade zum SSL-Zertifikat und dem Private Key müssen angegeben werden. Außerdem wird bei HTTPS üblicherweise Port 443 statt 80 verwendet. Dies muss in der VirtualHost-Zeile angegeben werden. 13

Mehrere VHosts mit SSL/TLS Mehrere VHosts mit SSL Konfiguration für mehrere name-based VHost mit SSL wie mit mehreren name-based VHosts zusätzliche SSL-Konfigurationseinträge für jeden VHosts einzeln Konfiguration für mehrere IP-based VHosts mit SSL wie mit mehreren IP-based VHosts zusätzliche SSL-Konfigurationseinträge für jeden VHosts einzeln Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 14 / 15 14

Lab 3.2: SSL/TLS für VHosts Konfigurieren Lab: SSL/TLS für VHosts konfigurieren SSL aktivieren HTTPS-Zugriff für die Webseite aus Lab 4.1 aktivieren Zinching Dang Apache HTTP-Server Teil 1 24. November 2014 15 / 15 15