RLT-RICHTLINIE Zertifizierung Prüfrichtlinie und Zertifizierungsprogramm zur Bewertung der Energieeffizienz von Raumlufttechnischen Geräten durch den Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. in Kooperation mit der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. Ausgabe August 2015 Bitte beachten Sie die aktuellste Fassung im Internet. Ausgliederung aus RLT-Richtlinie 01 und Ersatz für RLT-TÜV-01; inkl. Verordnung (EU) 1253/2014 Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V.
Vorwort Die RLT-Richtlinie Zertifizierung ist eine Prüfrichtlinie und ein Zertifizierungsprogramm zur Bewertung der Energieeffizienz von Raumlufttechnischen Geräten durch den Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. in Kooperation mit der TÜV SÜD Industrie Service GmbH (TÜV SÜD). Die Kriterien für das Zertifizierungsprogramm wurden bisher in der RLT-Richtlinie 01 beschrieben. Die Vorgaben für die Durchführung der Prüfung durch den TÜV SÜD waren in der RLT-TÜV-01 festgelegt. Mit Inkrafttreten der Verordnung (EU) Nr. 1253/2014 der Europäischen Kommission zum 01.01.2016 sind zusätzliche Kriterien für RLT-Geräte vorgeschrieben, die in das Zertifizierungsprogramm aufgenommen werden. Neben den bisherigen Kriterien zur Energieeffizienz fließen erstmals auch weitere Ausführungskriterien in das Zertifizierungsverfahren ein, die direkt oder indirekt die Energieeffizienz der RLT-Geräte beeinflussen. Es wurden alle für die Zertifizierung relevanten Punkte in dieser neuen RLT-Richtlinie zusammengetragen, um eine bessere Übersichtlichkeit zu erreichen. In diesem Zuge verliert die RLT-TÜV-01 ihre Gültigkeit und die RLT-Richtlinie 01 wird aktualisiert. Damit erfüllen RLT-Geräte, deren Auslegungssoftware nach den Vorgaben der RLT-Richtlinie Zertifizierung geprüft ist, erhöhte en. Das Energieeffizienzlabel vom Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. und TÜV SÜD steht für eindeutige und nachvollziehbare Aussagen zur Energieeffizienz der mit ihm gekennzeichneten RLT-Geräte. Die Richtlinie wird in Anpassung an den technischen Fortschritt ergänzt und weiterentwickelt. Weitere Richtlinien des Herstellerverbandes Raumlufttechnische Geräte e. V. wurden bisher zu folgenden Themen der Klimazentralgeräte veröffentlicht: RLT-Richtlinie 01: Allgemeine en an Raumlufttechnische Geräte RLT-Richtlinie 02: Explosionsschutzanforderungen an Raumlufttechnische Geräte RLT-Richtlinie 03: EG-Konformitätsbewertung von Raumlufttechnischen Geräten RLT-Richtlinie 04: Lüftungsanlagen mit Entrauchungsfunktion. Raumlufttechnische Geräte mit Funktionserhalt im Entrauchungsbetrieb Bietigheim-Bissingen, im August 2015 Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. Wiedergegeben mit der freundlichen Erlaubnis des DIN Deutsches Institut für Normung e. V.. Maßgebend für das Anwenden der DIN- Normen ist deren Fassung mit dem neuesten Ausgabedatum, die bei der Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin, erhältlich sind. Diese RLT-Richtlinie ist kostenlos als Download von der Homepage des Herstellerverbandes Raumlufttechnische Geräte e. V. zu beziehen (www.rlt-geraete.de). Inhalt 1. Geltungsbereich und Zweck... 3 2. Verordnungen, Normen und Richtlinien... 3 3. Energieeffizienz... 3 4. Zertifizierung... 3 5. Kennzeichnung... 4 6. Kriterien... 5 7. Prüfung... 7 7.1 Prüfung des Geltungsbereichs... 7 7.2 Prüfung der energetischen en... 8 7.3 Prüfung der en aus europäischen Vorschriften... 13 7.4 Prüfung der en zur Geräte-Ausführung... 16 2
1. Geltungsbereich und Zweck Diese Richtlinie gilt für Nichtwohnraumlüftungsgeräte gemäß EU-Verordnung 1253/2014, deren Höchstdurchsatz mehr als 1000 m³/h beträgt. Der Zweck der Richtlinie ist es, durch eine neutrale dritte Stelle dem Planer, Anlagenbauer und Betreiber von Raumlufttechnischen Anlagen zu bestätigen, dass ein Gerätehersteller die definierten energetischen en an RLT-Geräte, bei deren Auslegung, Fertigung und Konstruktion berücksichtigt. Mit der Zertifizierung ist außerdem sichergestellt, dass sowohl die Berechnung der technischen Daten, als auch die Basiswerte für die Berechnung, den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. 2. Verordnungen, Normen und Richtlinien Bei der Erarbeitung dieser RLT-Richtlinie wurden folgende Vorschriften, Normen und Richtlinien berücksichtigt: - Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (Oktober 2009) - Verordnung (EU) Nr. 1253/2014 der Kommission (Juli 2014) - DIN EN 13053 (Februar 2012) - Leistungskenndaten - DIN EN 1886 (Juli 2009) - Mechanische Eigenschaften und Messverfahren - DIN EN 16798 Teil 3 Entwurf (Januar 2015) - Lüftung von Nichtwohngebäuden, en an die Leistung - VDI 3803 Blatt 1 (Februar 2010) - Bauliche und technische en - VDI 3803 Blatt 5 (April 2013) - Wärmerückgewinnungssysteme in RLT-Anlagen - RLT-Richtlinie 01 (Oktober 2015) - Allgemeine en an Raumlufttechnische Geräte 3. Energieeffizienz Den wesentlichen Einfluss auf die Energieeffizienz eines RLT-Gerätes haben die Luftgeschwindigkeit innerhalb des Gerätes, die elektrische Leistungsaufnahme des Ventilators in Abhängigkeit von Druckerhöhung und Luftvolumenstrom, sowie die Leistungsfähigkeit der Wärmerückgewinnung in Abhängigkeit von Druckverlust und Rückwärmzahl. Die DIN EN 13053 Leistungskenndaten von RLT-Geräten sowie deren Ergänzung definiert Luftgeschwindigkeitsklassen von V1 bis V9, Wärmerückgewinnungsklassen von H1 bis H6 und Leistungsaufnahmeklassen von P1 bis P7. Die Effizienzklassen für RLT-Geräte verbinden die Geschwindigkeits-, Leistungsaufnahme- und Wärmerückgewinnungsklassen zu einem einfachen, nachvollziehbaren und nachprüfbaren Kennwert. Dies gibt dem Planer, Anlagenbauer und Betreiber die Sicherheit, energetisch konzipierte Geräte zu planen, zu erstellen und zu betreiben. Zusätzlich werden weitere Kriterien in dem Zertifizierungsverfahren integriert, die Einfluss auf die Energieeffizienz der RLT-Geräte haben. Vorrang haben hier Ausführungsdetails, die bereits in den technischen Daten und Zeichnungen zu erkennen sind. In der Regel sind gerade diese Kriterien bei montierten RLT-Geräten nur noch schwer änderbar. 4. Zertifizierung Für die Zertifizierung wird die RLT-Geräte-Auslegungssoftware durch eine neutrale Stelle (TÜV SÜD) geprüft. Basis der Zertifizierung für die Einstufung der Energieeffizienzklasse ist die Überprüfung der Einhaltung aller im Regelwerk RLT-Richtlinie Zertifizierung - Prüfrichtlinie und Zertifizierungsprogramm zur Bewertung der Energieeffizienz von Raumlufttechnischen Geräten durch den Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. in Kooperation mit dem TÜV SÜD Industrie Service aufgeführten Voraussetzungen durch den TÜV SÜD. Die Vorlage eines Zertifikates, hinsichtlich der Prüfung der RLT-Auslegungssoftware einer anderen Zertifizierungsstelle, ist nicht ausreichend, um ohne weitere Prüfungen eine Zertifizierung (RLT-Herstellerverband - TÜV SÜD) bezüglich der Energieeffizienz durchzuführen. Erfüllt das Auslegungsprogramm des Herstellers alle Bedingungen, erfolgt die Zertifizierung durch den TÜV SÜD. Die Zertifizierung wird gemäß dem Zertifizierungsverfahren des TÜV SÜD durchgeführt. Der Hersteller muss im Rahmen seines Qualitätssicherungssystems gewährleisten, dass die jeweiligen en zum Kennzeichnen der Geräte nach der entsprechenden Energieeffizienzklasse eingehalten werden. Die Prüfung der RLT-Geräte-Auslegungssoftware erfolgt alle 2 Jahre im Rahmen der Fertigungsstätten-Besichtigung durch den TÜV SÜD. Bei besonderen Gründen kann der TÜV SÜD die Zertifizierung auch mit einer kürzeren Geltungsdauer ausstellen, z. B. wenn während der Laufzeit eine signifikante Änderung der RLT-Richtlinie Zertifizierung bereits absehbar ist. Die Mitglieder können beim Vorstand Einspruch gegen die Verkürzung einlegen, der dann über die endgültige Laufzeit entscheidet. Änderungen, welche einen Einfluss auf die Energieeffizienzklassen haben können, sind dem TÜV SÜD durch den Hersteller mitzuteilen. Dieser entscheidet, ob eine Ergänzungsprüfung notwendig ist. 3
5. Kennzeichnung Erfüllt ein RLT-Gerät sämtliche relevanten Kriterien dieser Richtlinie, sowie einer Energieeffizienzklasse A+, A oder B und ist die RLT-Geräte- Auslegungssoftware durch den TÜV SÜD überprüft und besteht ein gültiger Zertifizierungsvertrag mit dem TÜV-SÜD, ist der Hersteller berechtigt, auf die Einhaltung der Energieeffizienzklassen A+, A oder B hinzuweisen und kann das RLT-Gerät, sowie die zugehörige technische Dokumentation, mit der von der RLT-Geräte-Auslegungssoftware für dieses RLT-Gerät ermittelten Energieeffizienzklasse kennzeichnen. Die hierfür zu verwendenden Label sind unten dargestellt. Kombinierte Geräte werden nur mit einem Energieeffizienzlabel (dem Ungünstigeren) versehen. Eine getrennte Kennzeichnung von Zuund Abluftteil ist nicht möglich. Die Kennzeichnung eines Gerätes ohne Ventilatoren ist nicht möglich. Die Kennzeichnung eines Gerätes mit einem Leerteil für ein nachträglich einzubauendes WRG-System ist nicht möglich. Eine Kennzeichnung nur aufgrund der max. Luftgeschwindigkeit im Gerätequerschnitt ist nicht möglich. 4
6. Kriterien Nr. Grundlegende Voraussetzungen A+ A B 1-1 Berechtigung zur Beteiligung am Zertifizierungsprogramm Das Unternehmen ist Mitglied im Herstellerverband RLT-Geräte e. V. durch TÜV SÜD 1-2 Volumenstrom-Bereich der Zuluft bzw. Abluft 1000 m³/h 1-3 Angabe der Energieeffizienzklasse des RLT- Herstellerverbandes nach dieser Richtlinie Jedes einzelne Kriterium einer Klasse ist eingehalten. Nr. Energetische en A+ A B 2-1 Geschwindigkeitsklassen bei Geräten ohne thermodynamische Luftbehandlung mit Lufterwärmung mit weiteren Funktionen V5 V4 V2 V6 V5 V3 V7 V6 V5 2-2 Elektrische Leistungsaufnahmeklassen P2 P3 P4 2-3 Wärmerückgewinnungsklassen H1 H2 H3 Nr. en aus europäischen Vorschriften A+ (*) A (**) B (***) 3-1 Temperaturübertragungsgrad η t der WRG Kreislaufverbundsystem Rotor/Plattentauscher/Sonstige 3-2 Mindest-Systemwirkungsgrad bei ELA P m 30 kw P m > 30 kw 3-3 Max. zulässiger SFP int in W/(m³/s) bei ZLA q nom < 2 m³/s Kreislaufverbundsystem Rotor/Plattentauscher/Sonstige bei ZLA q nom 2 m³/s Kreislaufverbundsystem Rotor/Plattentauscher/Sonstige bei ELA alle Geräte 0,68 0,73 6,2 % ln(p m ) + 42,0 % 63,1 % 1600+E-(300 q nom /2)-F 1100+E-(300 q nom /2)-F 1300 + E - F 800 + E - F 230 0,63 0,67 6,2 % ln(p m ) + 35,0 % 56,1 % 1700+E-(300 q nom /2)-F 1200+E-(300 q nom /2)-F 1400 + E - F 900 + E - F 250 keine keine keine Effizienzbonus E in W/(m³/s) bei besserer WRG Bei negativen Ergebnissen aus der Formel ist E = 0 Kreislaufverbundsystem Rotor/Plattentauscher/Sonstige E = (η t - 0,68) 3000 E = (η t - 0,73) 3000 E = (η t - 0,63) 3000 E = (η t - 0,67) 3000 Korrekturfaktor F in W/(m³/s) wenn M5- und F7-Filter eingebaut sind bei fehlendem M5-Filter oder höher bei fehlendem F7-Filter oder höher bei fehlendem M5- und fehlendem F7-Filter 3-4 Filter mit optischer Differenzdruckanzeige oder akustischer Warnvorrichtung in der Steuerung F = 0 F = 150 F = 190 F = 340 Pflicht, wenn Filter zur Konfiguration gehört F = 0 F = 160 F = 200 F = 360 keine keine 3-5 Regelungseinrichtung geregelter Antrieb keine 3-6 Wärmerückgewinnungssystem Alle ZLA verfügen über ein WRG-System mit thermischer Umgehung. (*) Vorgaben gelten verpflichtend in der EU ab 01.01.2018 gemäß EU-Verordnung 1253/2014. (**) Vorgaben gelten verpflichtend in der EU ab 01.01.2016 gemäß EU-Verordnung 1253/2014. (***) Ab 01.01.2016 nur bei Aufstellung in Staaten außerhalb der Europäischen Union zulässig. ZLA verfügt über WRG- System 5
Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-1 Strömungsgeschwindigkeit bei Luftanschlüssen bzw. Luftöffnungen und Klappen Maximal 8 m/s (ausgenommen Ventilatorausblas- und Bypassklappen). 4-2 Wärmerückgewinnereinheit Notwendige An- und Abströmkammern sind zu berücksichtigen mit Mindest-Anströmwinkel von vorherigem Bauteil zur WRG α=35 und Mindest-Abströmwinkel von WRG zu nachfolgendem Bauteil β=25. 4-3 Maximale berippte Bautiefen bei Lufterwärmer und Luftkühler 4-4 Minimaler Lamellenabstand bei Lufterwärmer und Luftkühler 4-5 Mindestabstand von Schalldämpferkulissen zu Einbauteilen Maximale berippte Bautiefen zur Reinigung bis in den Kern (bezogen auf 2 mm Lamellenabstand, bei größeren Lamellenabständen kann die zulässige Bautiefe proportional größer gewählt werden): - 300 mm bei versetzten Rohren (Tiefe max = 300mm/2mm d Lamelle ) - 450 mm bei fluchtenden Rohren (Tiefe max = 450mm/2mm d Lamelle ) Darüber ist der Wärmeübertrager mehrteilig zu gestalten. - mind. 2,0 mm bei Kühler ohne Entfeuchtung - mind. 2,5 mm bei Kühler mit Entfeuchtung - mind. 4,0 mm bei Außenluft-Vorerwärmer - mind. 2,0 mm bei allen anderen Lufterwärmern - anströmseitig 1,0 max. Kulissenbreite (ausgenommen Filter) - abströmseitig 1,5 max. Kulissenbreite 4-6 Eingesetzter Ventilatortyp Ventilatorsoftware (Fabrikat, Typ, Baugr.) vom TÜV SÜD freigegeben 4-7 Eingesetzte Wärmerückgewinnung WRG-Software (Fabrikat, Typ, Baugröße) vom TÜV SÜD freigegeben 4-8 Im technischen Datenblatt angegebene Werte - Energieeffizienzklasse A+, A oder B - Eingehaltene V-, H- und P-Klasse - Name des Herstellers, Internetanschrift, Modellerkennung - Typ gemäß EU-Verordnung 1253/2014 - Art des eingebauten oder einzubauenden Antriebs - Art des WRG-Systems, - Temperaturübertragungsgrade der WRG η t bei Validierungsbedingungen gemäß EN 308, sowie bei Auslegungsbedingungen - Nenn-Luftvolumenstrom und externe Druckerhöhung - Heiz- und Kühlleistung mit Temperaturen - Wirkleistung P m (aufgenommene elektrische Leistung) und P m,ref - SFP int,sfp V und SFP V -Klasse - Durchtrittsgeschwindigkeit im lichten Gehäusequerschnitt - Differenzdrücke der einzelnen Komponenten (intern und additional) - Statischer Wirkungsgrad der Ventilatoren - Maximal zulässige Ventilatordrehzahl - Maximale äußere Leckluftrate des Gehäuses - Maximale innere Leckluftrate der ZLA oder Übertragungsrate eines regenerativen Wärmetauschers (z. B. Rotationswärmetauscher) - Energetische Eigenschaften der Filter - Beschreibung der optischen Filterwarnanzeige - Angabe des empfohlenen Filterenddrucks - Vom Gehäuse abgestrahlte Schallleistung - Kanalschallleistung für Ansaug- und Ausblas-L WA (A-bewertet als Summenpegel über komplettes Oktavband; unbewertet im Oktavband von 63 Hz bis 8 khz) Um das Energieeffizienzlabel zu erfüllen, müssen sämtliche Kriterien in der jeweiligen Spalte A+, A oder B einzeln erfüllt sein. Eine Kompensation zwischen den Kriterien ist nicht vorgesehen. 6
7. Prüfung Auf Basis der nachfolgend aufgeführten Prüfungsdurchführungsvorgaben des Herstellerverbandes prüft der TÜV SÜD die Einhaltung der en an die Energieeffizienzklassen für Raumlufttechnische Geräte. Dabei wird die Auslegungssoftware des Herstellers überprüft, welche die gesamte zu kennzeichnende Baureihe abdeckt. Die Prüfung bezieht sich im Wesentlichen auf eine Plausibilitätsprüfung der Berechnungsalgorithmen in der Auslegungssoftware sowie der Einhaltung der Ausführungskriterien in den technischen Datenblättern. Bei der Fertigungsstätten-Besichtigung führt der TÜV SÜD eine Plausibilitätsprüfung durch, ob der Hersteller in der Lage ist, RLT-Geräte gemäß RLT-Richtlinie 01 zu fertigen (Einhaltung der Modelbox-Klassen, Hygieneaspekte der Dichtmaterialien, Mindestabstände bei Einbauteilen, Zugänglichkeit der Einbauteile, etc.). Die Prüfung der RLT-Geräte-Auslegungssoftware beinhaltet nachstehende Prüfungen. Die Auslegung ist vorzugsweise bezogen auf eine Luftdichte von 1,2 kg/m³. Bei Auslegung mit abweichender Luftdichte muss diese klar ersichtlich ausgewiesen werden. Die Prüfung erfolgt anhand von 5 Geräteauslegungen. Alternativ können einzelne Punkte durch die Offenlegung des Quellcodes des Auslegungsprogramms überprüft werden. 7.1 Prüfung des Geltungsbereichs Nr. Grundlegende Voraussetzungen A+ A B 1-1 Berechtigung zur Beteiligung am Zertifizierungsprogramm durch TÜV SÜD Das Unternehmen ist Mitglied im Herstellerverband RLT-Geräte e. V. Der TÜV SÜD hält vor jeder Prüfung Rücksprache im Sekretariat des Herstellerverbandes Raumlufttechnische Geräte e. V., ob das zu prüfende Unternehmen ein aktuelles Mitglied des oben genannten Verbandes ist. Nr. Grundlegende Voraussetzungen A+ A B 1-2 Volumenstrom-Bereich der Zuluft bzw. Abluft 1000 m³/h Der TÜV SÜD prüft anhand der technischen Daten den Geltungsbereich für einen Volumenstrom 1.000 m³/h. Geräte unter dieser Grenze dürfen kein Label erhalten. Nr. Grundlegende Voraussetzungen A+ A B 1-3 Angabe der Energieeffizienzklasse des RLT- Herstellerverbandes nach dieser Richtlinie Jedes einzelne Kriterium einer Klasse ist eingehalten. Plausibilitätsprüfung, ob alle für die Festlegung der Energieeffizienzklassen notwendigen Kriterien eingehalten sind und die korrekte Energieeffizienzklasse von der RLT-Auslegungssoftware ausgegeben wird. Eine Kennzeichnung ausgewählter Teilkriterien mit Energieeffizienzklassen ist nicht zulässig. Basis der Zertifizierung ist die Überprüfung der Einhaltung aller im Regelwerk RLT-Richtlinie Zertifizierung aufgeführten Voraussetzungen für die Einstufung der Energieeffizienzklasse durch den TÜV SÜD. 7
7.2 Prüfung der energetischen en Nr. Energetische en A+ A B 2-1 Geschwindigkeitsklassen bei Geräten ohne thermodynamische Luftbehandlung mit Lufterwärmung mit weiteren Funktionen V5 V4 V2 Geräte mit weiteren Funktionen sind Geräte, die thermodynamische Funktionen wie Luftbefeuchtung, Luftentfeuchtung, Luftkühlung, usw. aufweisen, die nicht ausschließlich eine Lufterwärmung darstellen. Hierzu zählen auch WRG-Systeme. Der TÜV SÜD prüft anhand der technischen Daten die Durchtrittsgeschwindigkeit im lichten Gehäusequerschnitt in der Filtereinheit bzw. in der Ventilatoreinheit, wenn kein Filter vorhanden ist. = Dabei sind w Durchtrittsgeschwindigkeit in [m/s] V\ Volumenstrom in [m³/s] A lichter Gehäusequerschnitt in [m²] Bei Kompaktgeräten wird die Durchtrittsgeschwindigkeit aus der Summe von Zu- und Abluftvolumenstrom, dividiert durch den gesamten lichten Gehäusequerschnitt, ermittelt. Wände sind dabei die Außenpaneele sowie die Zwischentrennwand. = +, (, ) Dabei sind w Kompakt Durchtrittsgeschwindigkeit bei Kompaktgeräten in [m/s] V\ Volumenstrom für Zuluft bzw. Abluft in [m³/s] Außenhöhe in [m] h a b a Außenbreite in [m] d Wand,h Summe aller Wandstärken von horizontal verlaufenden Wänden und Trennwänden in [m] d Wand,v Summe aller Wandstärken von vertikal verlaufenden Wänden und Trennwänden in [m] Aus der ermittelten Durchtrittsgeschwindigkeit resultiert eine Luftgeschwindigkeitsklasse, die sich aus der Klasseneinteilung aus EN 13053 ergibt. Geschwindigkeitsklassen (DIN EN 13 053) Klasse Geschwindigkeit im Gerät [m/s] V1 1,6 V2 > 1,6 bis 1,8 V3 > 1,8 bis 2,0 V4 > 2,0 bis 2,2 V5 > 2,2 bis 2,5 V6 > 2,5 bis 2,8 V7 > 2,8 bis 3,2 V8 > 3,2 bis 3,6 V9 > 3,6 V6 V5 V3 V7 V6 V5 8
Nr. Energetische en A+ A B 2-2 Elektrische Leistungsaufnahmeklasse P2 P3 P4 Der TÜV SÜD prüft anhand der technischen Daten die angegebene elektrische Leistungsaufnahmeklasse. Es erfolgt eine Plausibilitätsprüfung der Druckverluste der eingebauten Komponenten (z. B. Wärmeaustauscher, Klappen, Schalldämpfer usw.), sowie daraus resultierend eine Plausibilitätsprüfung der Gesamtdruckerhöhung am Ventilator, durch die Aufsummierung der Einzelwiderstände. Auf Plausibilität wird außerdem die, durch das RLT-Auslegungsprogramm ermittelte, Referenzleistungsaufnahme (P m, ref ) des Ventilatormotors geprüft. Die elektrische Leistungsaufnahme ist abhängig vom jeweiligen Luftvolumenstrom und der statischen Druckerhöhung des Ventilators. Druckverluste für Ventilator-Schutzgitter und -Prallplatte sind nicht in der statischen Druckerhöhung enthalten, sondern als Ventilatorverlust zu bewerten. Bei kombinierten Geräten muss jeder Einzelantrieb die max. Leistungsaufnahme je Ventilator einhalten. Klassen für elektrische Leistungsaufnahme von Ventilator-Antrieben (DIN EN 13053) Klasse Leistungsaufnahme [kw] P1 P m, ref 0,85 P2 P m, ref 0,90 P3 P m, ref 0,95 P4 P m, ref 1,00 P5 P m, ref 1,06 P6 P m, ref 1,12 P7 > P m, ref 1,12 p stat,!"#=$ %&' ( ',)*& (+ +',',) ',)& Dabei sind P m, ref p stat q V elektrische Leistungsaufnahme in [kw] statische Druckerhöhung Ventilator in [Pa] Luftvolumenstrom in [m³/s] Korrekturwerte Einbauverluste Ventilatoren Es erfolgt eine Plausibilitätsprüfung der Berechnungsalgorithmen für die Erfassung von Einbauverlusten des Ventilators in der Auslegungssoftware (RLT-Auslegungssoftware) bzw. Überprüfung, ob die durch den Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. vorgegebenen Parameter für die Einbauverluste im RLT-Auslegungsprogramm eingebunden sind. Nachstehend werden die Parameter aufgeführt, die im Auslegungsprogramm eingebunden werden müssen, falls vom Hersteller keine anderen, durch Prüf- und Messberichte belegbaren Korrekturwerte der Einbauverluste vorgelegt werden können. a) Direktgetriebene freilaufende Ventilatoren Ansaugsituation: Ansaug normal (bei A > 0,5 d) Ansaugschutz Ausblassituation: A 0,4 d => k = 0,5 p dyn A 0,3 d => k = 1,0 p dyn A < 0,3 d => nicht zulässig Dabei sind: A d k p dyn => kein Einfluss => k = 0,5 p dyn Abstand zum nächstliegenden Einbauteil/Wand in [mm] Durchmesser des Laufrades in [mm] Korrekturwert dynamische Druckerhöhung Ventilator in [Pa] 9
b) Riemengetriebene Spiralgehäuseventilatoren Ansaugsituation: A 0,5 d => k = 0,5 p dyn A 0,4 d => k = 0,6 p dyn A 0,3 d => k = 0,8 p dyn A 0,2 d => k = 1,2 p dyn A < 0,2 d => nicht zulässig Ansaugschutz => k = 0,3 p dyn Riemenschutz 3seitig geschlossen => k = 0,4 p dyn Riemenschutz 4seitig geschlossen => k = 0,6 p dyn Ausblassituation: Ausblas in Kammer mit Prallplatte => k = 1,0 p dyn Ausblas in Kammer => k = 0,5 p dyn Ausblas in Kanal => k = 0,0 p dyn c) Axialventilatoren Ansaugsituation: Ansaug normal (bei A > 0,5 d) Ansaugschutz => kein Einfluss => k = 0,5 p dyn Ausblassituation: Ausblas in Kammer ohne bzw. mit Diffusor (bei L < 4 d) => k = 0,5 p dyn Ausblas in Kammer mit Diffusor (bei L 4 d) => k = 0,3 p dyn Ausblas in Kanal => k = 0,0 p dyn Dabei sind: A d L k p dyn Abstand zum nächstliegenden Einbauteil/Wand in [mm] Durchmesser des Laufrades in [mm] Länge Diffusor in [mm] Korrekturwert dynamische Druckerhöhung Ventilator in [Pa] Korrekturwerte Antriebs-/Regelungsverluste, Berechnungsgenauigkeit, Lieferklasse von Ventilatoren Es erfolgt eine Plausibilitätsprüfung der Berechnungsalgorithmen für die Erfassung von Antriebsverlusten des Ventilators (Motorwirkungsgrad, ggf. Verluste durch Riemenantrieb oder Frequenzumrichter) in der Auslegungssoftware (RLT-Auslegungssoftware) bzw. Überprüfung, ob die durch den Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte e. V. vorgegebenen Parameter für die Antriebsverluste im RLT-Auslegungsprogramm eingebunden sind. Nachstehend werden die Parameter aufgeführt, die im Auslegungsprogramm eingebunden werden müssen, falls vom Hersteller keine anderen, durch Prüf- und Messberichte belegbare Korrekturwerte der Einbauverluste vorgelegt werden können. a) Direktgetriebene freilaufende Ventilatoren Wirkungsgrad der Regeleinrichtung: Wenn der Auslegungspunkt zwingend einen Frequenzumrichter (FU) erfordert, bzw. wenn klar ist, dass das Gerät mit einem FU betrieben wird, muss der Aufschlag f R = 0,95 auf P m berücksichtigt werden. Dies ist auch der Fall, wenn der FU nicht im Lieferumfang enthalten ist. b) Riemengetriebene Spiralgehäuseventilatoren Wirkungsgrade des Antriebes: Wirkungsgrad f, wenn nicht mit einem Auslegungsprogramm eines Scheibenherstellers ausgelegt! Flachriemen: Bei Wellenleistung (WL) 44 kw mit f = 0,99 Bei Wellenleistung < 44 kw mit f = -0,00002 (WL)² + 0,0022 (WL) + 0,93 Keilriemen: Bei Wellenleistung 60 kw mit f = 0,97 Bei Wellenleistung 18 > (WL) < 60 kw mit f = 0,0006 (WL) + 0,936 Bei Wellenleistung 18 kw mit f = 0,04 ln (WL) + 0,83 Wirkungsgrad der Regeleinrichtung: Wenn der Auslegungspunkt zwingend einen Frequenzumrichter (FU) erfordert, bzw. wenn klar ist, dass das Gerät mit einem FU betrieben wird, muss der Aufschlag f R = 0,95 auf P m berücksichtigt werden. Dies ist auch der Fall, wenn der FU nicht im Lieferumfang enthalten ist. 10
c) Motorwirkungsgrade der Antriebe Nennwirkungsgrad: Der Nennwirkungsgrad des Motorherstellers gemäß DIN EN 60034-1 ist nach Herstellerangabe (Katalogangabe) einzusetzen. Teillastwirkungsgrade von Asynchronmaschinen: Der Wirkungsgrad im Teillastbereich ist mit folgenden Korrekturfaktoren zu berechnen: Im kompletten Lastbereich (LB) in % mit f = -0,00004 (LB)² + 0,008 (LB) + 0,6 Teillastwirkungsgrade von Synchronmaschinen: Der Wirkungsgrad im Teillastbereich ist mit folgenden Korrekturfaktoren zu berechnen: Im Lastbereich (LB) < 50 % mit f = 0,056 ln (LB) + 0,78 Im Lastbereich 50 % mit f = 1,00 d) Korrektur-Faktoren für P m in Abhängigkeit der Lieferklasse der Ventilator-Einheiten Die berechnete Wirkleistung muss in Abhängigkeit der vom Ventilatorhersteller angegebenen Lieferklasse (LK) gemäß nachfolgender Zuschläge korrigiert werden. Diese Korrektur mittels Zuschlagsfaktor dient der Berücksichtigung von möglichen Abweichungen der IST-Werte zu den Auslegungswerten. Ausschlaggebend für den anzuwendenden Korrekturfaktor ist die schlechteste Klasseneinteilung aus der untenstehenden Tabelle. Die Klasseneinteilung der Grenzabweichung gemäß DIN 24166 erfolgt gemäß nachfolgender Tabelle: Betriebswert Grenzabweichung und Klasseneinteilung LK 0 LK 1 LK 2 LK 3 Volumenstrom ± 1 % ± 2,5 % ± 5 % ± 10 % Druckerhöhung ± 1 % ± 2,5 % ± 5 % ± 10 % Antriebsleistung + 2 % + 3 % + 8 % + 16 % Wirkungsgrad - 1 % - 2 % - 5 % k. A. Korrekturfaktoren für P m : Klasse LK 0 und LK 1 f L = 1,00 Klasse LK 2 f L = 1,05 Klasse LK 3 oder keine Klasse f L = 1,13 Der TÜV SÜD prüft mittels einer Software-Zertifizierung, wie genau die Ventilator-Software den Ventilator berechnet. Die so ermittelten Werte ergeben eine Genauigkeitsklasse, die nur die Berechnungsgenauigkeit aus den Messwerten am Prüfstand zu den angegebenen Software-Werten berücksichtigt. Produktionsbedingte Unterschiede innerhalb einer Baureihe werden nicht geprüft. Diese Genauigkeitsklasse stellt somit einen Teil der vom Hersteller angegebenen Toleranz Abweichungen, und somit der angegebenen Lieferklasse dar. Die Höhe der Abweichung entspricht den Toleranzen aus DIN 24166. Die Klasseneinteilung der Berechnungsgenauigkeit erfolgt gemäß nachfolgender Tabelle: Betriebswert Grenzabweichung und Klasseneinteilung B 0 B 1 B 2 Volumenstrom ± 1 % ± 2,5 % ± 5 % Druckerhöhung ± 1 % ± 2,5 % ± 5 % Antriebsleistung + 2 % + 3 % + 8 % Wirkungsgrad - 1 % - 2 % - 5 % Die vom TÜV SÜD ermittelte Klasse der Berechnungsgenauigkeit muss um eine Klasse besser sein als die vom Hersteller angegebene Lieferklasse. Ansonsten muss die Lieferklasse, und somit der Korrekturfaktor für P m, abgestuft werden. 11
Nr. Energetische en A+ A B 2-3 Wärmerückgewinnungsklassen H1 H2 H3 Der TÜV SÜD prüft anhand der technischen Daten die angegebene Wärmerückgewinnungsklasse. Es erfolgt eine Plausibilitätsprüfung der durch das RLT-Auslegungsprogramm ermittelten Wärmerückgewinnungsklasse. Klassen für Wärmerückgewinnung (DIN EN 13053) Klasse Energieeffizienz η e 1:1 H1 71 H2 64 H3 55 H4 45 H5 36 H6 keine -. =- / 01 1 2 3 Dabei sind η e Energieeffizienz = Wirkungsgrad der WRG in [%] η t Temperaturübertragungsgrad bei trockenen Bedingungen in [%] ε Leistungsziffer Die Werte gelten für ausgeglichene Massenströme (1 : 1). Empirische Formel bei nicht abgeglichenen Massenströmen - / =- / 4:4 6 7?,@ 89:;</ > 7=;:;</ 12
7.3 Prüfung der en aus europäischen Vorschriften Es ist zu beachten, dass für die en aus der EU-Verordnung 1253/2014 der Text der englischen Originalversion heranzuziehen ist, da es in der deutschen Übersetzung Unstimmigkeiten geben kann. Nr. en aus europäischen Vorschriften A+ A B 3-1 Temperaturübertragungsgrad η t der WRG Kreislaufverbundsystem Rotor/Plattentauscher/Sonstige 0,68 0,73 0,63 0,67 keine Der TÜV SÜD überprüft die Einhaltung des Mindest-Temperaturübertragungsgrades der WRG, analog zur Prüfung der Wärmerückgewinnungsklasse unter 2-3. Nr. en aus europäischen Vorschriften A+ A B 3-2 Mindest-Systemwirkungsgrad bei ELA P m 30 kw P m > 30 kw 6,2 % ln(p m ) + 42,0 % 63,1 % 6,2 % ln(p m ) + 35,0 % 56,1 % Der TÜV SÜD überprüft die Einhaltung des Mindest-Systemwirkungsgrades bei Ein-Richtung-Lüftungsgeräten (ELA). keine Der Mindest-Systemwirkungsgrad (entspricht Ventilatorwirkungsgrad gemäß EU-Verordnung 1253/2014) bezeichnet den statischen Wirkungsgrad einschließlich der Effizienz des Motors und des Antriebs einzelner Ventilatoren in der Lüftungsanlage (Bezugskonfiguration), ermittelt bei Nennluftvolumenstrom und Nennaußendruckabfall. ELA ist gemäß EU-Verordnung 1253/2014 ein Lüftungsgerät, das einen Luftstrom nur in einer Richtung erzeugt, entweder von innen nach außen (Fortluft) oder von außen nach innen (Zuluft), bei der der mechanisch erzeugte Luftstrom durch natürliche Luftzufuhr oder -abfuhr ausgeglichen wird. ELA entspricht im Englischen einem UVU (unidirectional ventilation unit). Bezugskonfiguration einer ELA bezeichnet gemäß EU-Verordnung 1253/2014 ein Produkt mit einem Gehäuse, wenigstens einem Ventilator mit Drehzahlregelung oder mit Mehrstufenantrieb und einem sauberen feinen Filter (mind. F7), falls das Produkt auf der Einlassseite in Luftrichtung vor dem Venitlator (Außenluft, Abluft) mit einem Filter ausgestattet werden soll. Der P m -Wert wird inklusive aller Aufschläge gemäß oben aufgeführtem Kriterium 2-2 ermittelt. Nr. en aus europäischen Vorschriften A+ A B 3-3 Max. zulässiger SFP int in W/(m³/s) bei ZLA q nom < 2 m³/s Kreislaufverbundsystem Rotor/Plattentauscher/Sonstige bei ZLA q nom 2 m³/s Kreislaufverbundsystem Rotor/Plattentauscher/Sonstige bei ELA alle Geräte 1600+E-(300 q nom /2)-F 1100+E-(300 q nom /2)-F 1300 + E - F 800 + E - F 230 1700+E-(300 q nom /2)-F 1200+E-(300 q nom /2)-F 1400 + E - F 900 + E - F 250 keine Effizienzbonus E in W/(m³/s) bei besserer WRG Bei negativen Ergebnissen aus der Formel ist E = 0 Kreislaufverbundsystem Rotor/Plattentauscher/Sonstige Korrekturfaktor F in W/(m³/s) wenn M5- und F7-Filter eingebaut sind bei fehlendem M5-Filter oder höher bei fehlendem F7-Filter oder höher bei fehlendem M5- und fehlendem F7-Filter E = (η t - 0,68) 3000 E = (η t - 0,73) 3000 F = 0 F = 150 F = 190 F = 340 E = (η t - 0,63) 3000 E = (η t - 0,67) 3000 F = 0 F = 160 F = 200 F = 360 Der TÜV SÜD überprüft die Richtigkeit der Angabe des SFP int -Wertes (= P SFP,int ). Für die Überprüfung des SFP int -Wertes können, je nachdem welche validierten Informationen vorhanden sind, zwei verschiedene Methoden angewendet werden, und zwar die Prüfung vom Verhältnis des internen Druckverlustes zum Wirkungsgrad oder die Prüfung vom Verhältnis der internen Ventilatorleistung zum Volumenstrom. Erstere ist besser geeignet für die Überprüfung anhand der Auslegungssoftware, die zweite hat Vorteile bei der Überprüfung durch Messungen. 13
A BCD,EF/ p tot,int η tot p stat,int η stat P m,int q V Dabei sind P SFP,int p tot,int p stat,int η tot η stat P m,int q V spezifische Ventilatorleistung für Bezugskonfiguration in [W/(m³/s)] Gesamtdruckerhöhung von Zuluft- und Abluftventilator für Bezugskonfiguration in [Pa] Statische Druckerhöhung von Zuluft- und Abluftventilator für Bezugskonfiguration in [Pa] Gesamt-Systemwirkungsgrad Ventilator-Motor-Antrieb bezogen auf alle Komponenten der Anlage Statischer Systemwirkungsgrad Ventilator-Motor-Antrieb bezogen auf alle Komponenten der Anlage elektrische Leistungsaufnahme für Bezugskonfiguration in [W]; Angabe inklusive Korrekturfaktoren f L Nennluftvolumenstrom in [m³/s] Der SFP int -Wert (specific fan power) entspricht dem SVL int -Wert (innere spezifische Ventilatorleistung) und bezeichnet gemäß EU- Verordnung 1253/2014 das Verhältnis zwischen dem inneren Druckabfall von Lüftungsbauteilen und der Ventilatoreffizienz, ermittelt für Bezugskonfiguration. ZLA ist gemäß EU-Verordnung 1253/2014 ein Lüftungsgerät, das einen Luftstrom zwischen innen und außen erzeugt und sowohl mit Fortluft-Ventilatoren als auch mit Zuluft-Ventilatoren ausgestattet ist. ZLA entspricht im Englischen einem BVU (bidirectional ventilation unit). Bezugskonfiguration einer ZLA bezeichnet gemäß EU-Verordnung 1253/2014 ein Produkt mit einem Gehäuse, wenigstens zwei Ventilatoren mit Drehzahlregelung oder mit Mehrstufenantrieb, einem WRS, einem sauberen feinen Filter (mind. F7) auf der Einlassseite in Luftrichtung vor der WRG (Außenluft) und einem sauberen mittelfeinen Filter (mind. M5) auf der Auslassseite in Luftrichtung vor der WRG (Abluft). Nennvolumenstrom q nom bezeichnet den angegebenen Auslegungsvolumenstrom eines Nichtwohnraumlüftungsgerätes bei Luftbedingungen von 20 C und 101.325 Pa. Für die Ermittlung des maximal zulässigen Wertes für den SFP int wird der Zuluft-Nennvolumenstrom in die Formel eingesetzt. Dies ergibt sich aus der Definition des Bezug-Luftvolumenstroms gemäß EU-Verordnung 1253/2014 mit Hinweis auf den Zuluftauslass. Für die Berechnung des tatsächlichen SFP int -Wertes ist dieser für Zuluft- und Abluftseite getrennt zu ermitteln. Die Werte werden addiert und die Summe muss die en aus der EU-Verordnung 1253/2014 erfüllen. Der P m -Wert wird inklusive aller Aufschläge gemäß oben aufgeführtem Kriterium 2-2 ermittelt. 14
Für die Berechnung des SFP int wird das Gerät mit den gesamten Druckverlusten ausgelegt (intern, additional, extern). Für beide Luftwege wird jeweils der SFP-Wert ermittelt. Es folgt eine Berechnung der Druckverluste, die für den SFP int entsprechend der Bezugskonfiguration notwendig sind. Der sich hieraus ergebende interne statische Druckverlust für die Bezugskonfiguration wird getrennt für Zuluft und Abluft mit dem statischen Gesamtdruck des jeweiligen Luftweges (extern, additional und internal) ins Verhältnis gesetzt und mit dem zuvor ermittelten SFP-Wert des jeweiligen Luftweges multipliziert. Diese beiden Produkte miteinander addiert ergeben den SFP int -Wert des Gerätes. A BCD,EF/ = H EF/,BID H CJF,BID A BCD,BID + H EF/,KL8 H CJF,KL8 A BCD,KL8 A M,EF/ = H EF/,BID H CJF,BID A M,BID + H EF/,KL8 H CJF,KL8 A M,KL8 Für den internen Druckverlust wird für beide Luftwege jeweils der Druckverlust von Ventilator, WRG-System und Filter ermittelt. Die Druckverluste für Schutzgitter und Prallschirme werden den Ventilatoren zugeordnet, d. h. diese erhöhen p int,sup bzw. p int,eha. Es wird zuluft- und fortluftseitig jeweils nur der Filter berücksichtigt, der in Luftrichtung vor der WRG montiert ist. Bei den Druckverlusten der Filter wird der Wert der sauberen Filter verwendet. Zuluftseitig wird dabei von einem Filter der Klasse F7 (feiner Filter) ausgegangen, fortluftseitig von einem Filter der Klasse M5 (mittelfeiner Filter). Fehlen im Vergleich zur Bezugskonfiguration ein Filter oder beide Filter, ist der oben aufgeführte Filterkorrekturfaktor F anzuwenden. Sind feine bzw. mittelfeine Filter mit höherer Filterklasse als Bezugskonfiguration eingebaut, so müssen die Anfangsdruckverluste der eingebauten Filter verwendet werden. Filter in Luftrichtung nach der WRG können nicht für die Bezugskonfiguration verwendet werden. Bei der Berechnung des SFP int -Werts für ELA muss grundsätzlich ein Filter F7 oder höher mit eingerechnet werden. Fehlt im Vergleich zur Bezugskonfiguration der Filter, ist der oben aufgeführte Filterkorrekturfaktor F anzuwenden. Ist ein feiner Filter mit höherer Filterklasse als Bezugskonfiguration eingebaut, so muss der Anfangsdruckverlust des eingebauten Filters verwendet werden. Filter in Luftrichtung nach dem Ventilator können nicht für die Bezugskonfiguration verwendet werden. Nr. en aus europäischen Vorschriften A+ A B 3-4 Filter mit optischer Differenzdruckanzeige oder akustischer Warnvorrichtung in der Steuerung Pflicht, wenn Filter zur Konfiguration gehört keine keine Sofern ein Filter Bestandteil des Gerätes ist, überprüft der TÜV SÜD anhand der technischen Daten, ob alle Filter mit einer optischen Differenzdruckanzeige oder akustischen Warnvorrichtung in der Steuerung, die ausgelöst wird, sobald der Druckabfall am Filter den höchstzulässigen Wert überschreitet, ausgestattet sind. Nr. en aus europäischen Vorschriften A+ A B 3-5 Regelungseinrichtung geregelter Antrieb keine Der TÜV SÜD überprüft anhand der technischen Daten, ob eine Regelungseinrichtung (Mehrstufenantrieb oder Drehzahlregelung) für das RLT-Gerät vorhanden ist. Wenn die Regelungseinrichtung nicht im Lieferumfang des Geräteherstellers ist, erfolgt eine Plausibilitätsprüfung, ob das Gerät für einen geregelten Antrieb geeignet ist. In den technischen Daten muss der Hinweis erfolgen, dass für den bestimmungsgemäßen Gebrauch das RLT-Gerät zwingend mit einem geregelten Antrieb ausgestattet sein muss. Nr. en aus europäischen Vorschriften A+ A B 3-6 Wärmerückgewinnungssystem Alle ZLA verfügen über ein WRG-System mit thermischer Umgehung ZLA verfügt über WRG- System Der TÜV SÜD überprüft anhand der technischen Daten und Zeichnungen, ob in der Zwei-Richtungs-Lüftungsanlage (ZLA) ein WRG-System vorhanden ist und ob dieses über eine thermische Umgehung verfügt. ZLA ist gemäß EU-Verordnung 1253/2014 eine Lüftungsanlage, die einen Luftstrom zwischen innen und außen erzeugt und sowohl mit Fortluftgebläsen als auch mit Zuluftgebläsen ausgestattet ist. ZLA entspricht im Englischen einem BVU (bidirectional ventilation unit). Eine Einrichtung zur thermischen Umgehung bezeichnet gemäß EU-Verordnung 1253/2014 jede Lösung, bei der der Wärmetauscher umgangen oder dessen Wärmerückgewinnungsleistung automatisch oder von Hand gesteuert wird, wozu nicht unbedingt eine physische Umgehungsluftleitung erforderlich ist (z. B. Sommerbox, Steuerung der Laufraddrehzahl, Steuerung des Luftstroms). 15
7.4 Prüfung der en zur Geräte-Ausführung Der TÜV SÜD führt im Rahmen der RLT-Auslegungssoftwareprüfung nachstehende Überprüfungen durch. Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-1 Strömungsgeschwindigkeit bei Luftanschlüssen bzw. Luftöffnungen und Klappen Maximal 8 m/s (ausgenommen Ventilatorausblas- und Bypassklappen). Überprüfung der Durchtrittsgeschwindigkeit aller Luftanschlüsse bzw. Luftöffnungen und Klappen mit Ausnahme der Ventilatorausblasöffnung und Bypassklappen (z. B. bei WRG). Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-2 Wärmerückgewinnereinheit Notwendige An- und Abströmkammern sind zu berücksichtigen mit Mindest-Anströmwinkel von vorherigem Bauteil zur WRG α=35 und Mindest-Abströmwinkel von WRG zu nachfolgendem Bauteil β=25. An- ( 35 ) und Abströmwinkel ( 25 ) sind gemäß RLT-Richtlinie 01 geometrisch für alle Seiten zur effektiven WRG-Übertragungsfläche zwingend einzuhalten. Die Anströmsituation nach einem Ventilator muss ebenfalls unter Berücksichtigung eines Anströmwinkels von 35 erfolgen, um Geschwindigkeitsspitzen und Rückströmungseffekte in der WRG zu minimieren (siehe grafische Beispiele). Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-3 Maximale berippte Bautiefen bei Lufterwärmer- und Luftkühler Maximale berippte Bautiefen zur Reinigung bis in den Kern (bezogen auf 2 mm Lamellenabstand, bei größeren Lamellenabständen kann die zulässige Bautiefe proportional größer gewählt werden): - 300 mm bei versetzten Rohren (Tiefe max = 300mm/2mm d Lamelle ) - 450 mm bei fluchtenden Rohren (Tiefe max = 450mm/2mm d Lamelle ) Darüber ist der Wärmeübertrager mehrteilig zu gestalten. Überprüfung der technischen Daten und Zeichnungen, ob die maximal zulässige berippte Bautiefe der Wärmeübertrager eingehalten ist. 16
Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-4 Minimaler Lamellenabstand bei Lufterwärmer und Luftkühler - mind. 2,0 mm bei Kühler ohne Entfeuchtung - mind. 2,5 mm bei Kühler mit Entfeuchtung - mind. 4,0 mm bei Außenluft-Vorerwärmer - mind. 2,0 mm bei allen anderen Lufterwärmern Überprüfung der technischen Daten, ob die minimal zulässigen Lamellenabstände eingehalten werden. Als Vorerwärmer gelten Wärmeübertrager, die zum Schutz von anderen Komponenten (z. B. Filter) eingebaut sind. Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-5 Mindestabstand von Schalldämpferkulissen zu Einbauteilen - anströmseitig 1,0 max. Kulissenbreite (ausgenommen Filter) - abströmseitig 1,5 max. Kulissenbreite Überprüfung der technischen Daten, ob die minimal zulässigen Abstände der Schalldämpferkulissen zu den Einbauteilen eingehalten werden. Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-6 Eingesetzter Ventilatortyp Ventilatorsoftware (Fabrikat, Typ, Baugr.) vom TÜV SÜD freigegeben Der Hersteller kann nur solche RLT-Geräte mit einer Energieeffizienzklasse gemäß dieser Richtlinie kennzeichnen, die mit Ventilatoren ausgerüstet sind, die mit einer geprüften und zertifizierten Ventilator-Auslegungssoftware ausgelegt wurden. Überprüfung, ob für eine im RLT-Auslegungsprogramm auswählbare Komponentenbaureihe Ventilator eine freigegebene Komponenten-Auslegungssoftware vorliegt, bzw. ob für die ausgewählte Komponente Ventilator ein Prüfbericht vorliegt, bzw. ob bei Verwendung eines nicht geprüften Ventilators die Vergabe der Energieeffizienzklasse A+, A oder B durch das RLT- Auslegungsprogramm unterdrückt wird. Die Prüfberichte gelten nur für den geprüften Typ und können nicht auf andere Ausführungen übertragen werden. Als freigegeben wird die Komponenten-Auslegungssoftware eines Ventilators bezeichnet, wenn die Berechnungsalgorithmen auf einer, für das Baureihenspektrum, ausreichenden Anzahl von Messungen (mindestens an einer kleinen, mittleren und großen Baugröße der jeweiligen Baureihe) basiert. Ein Gutachten/Prüfbericht für Ventilatoren wird akzeptiert, wenn die Prüfungen entsprechend dem aktuellen Regelwerk DIN EN ISO 5801:12-2010 (ISO 5801:2007 inkl. Cor 1:2008 ) bei einer der nachfolgend genannten Prüfstellen auf einem saugseitigen Kammerprüfstand durchgeführt wurden, und die Komponente unverändert hergestellt wird. - TÜV SÜD - TÜV NORD - CETIAT - DTI, Dänemark - Akkreditierter Hersteller (d. h. Prüfstand ist durch den TÜV SÜD geprüft und abgenommen) Die Beurteilung obliegt dem TÜV SÜD. Hinweis: Ventilatorkennlinien, die auf einem nach DIN 24163 oder DIN EN ISO 5801 abgenommenen, zertifizierten und regelmäßig überwachten Prüfstand ermittelt wurden, werden anerkannt. Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-7 Eingesetzte Wärmerückgewinnung WRG-Software (Fabrikat, Typ, Baugröße) vom TÜV SÜD freigegeben Der Hersteller kann nur solche RLT-Geräte mit einer Energieeffizienzklasse gemäß dieser Richtlinie kennzeichnen, die mit geprüften und zertifizierten WRG-Systemen hergestellt wurden. RLT-Geräte, die nicht mit einem Wärmerückgewinnungssystem ausgestattet sein können (z. B. nur Abluftgeräte, reine Umluftgeräte ohne Beimischung von Außenluft oder Zuluftgeräte) können auch ohne Installation eines Wärmerückgewinnungssystems mit der Effizienzklasse gekennzeichnet werden. Zu- und Abluftgeräte in Kombination benötigen zwingend ein Wärmerückgewinnungssystem, um gekennzeichnet werden zu können. Geräte, von denen bekannt ist, dass sie für die Klimatisierung eines Raumes gedacht sind, aber getrennt als Zu- und Abluftgerät geplant wurden, dürfen nicht mit einem Energieeffizienzlabel gekennzeichnet werden, sofern nicht die entsprechenden Kriterien für eine ZLA eingehalten werden. Überprüfung, ob für eine im RLT-Auslegungsprogramm auswählbare Komponentenbaureihe Wärmerückgewinnungssystem eine freigegebene Komponenten-Auslegungssoftware vorliegt bzw. ob für die ausgewählte Komponente Wärmerückgewinnungssystem ein Prüfbericht vorliegt, bzw. ob bei Verwendung eines nicht geprüften Wärmerückgewinnungssystems die Vergabe der Energieeffizienzklasse A+, A oder B durch das RLT-Auslegungsprogramm unterdrückt wird. Die Prüfberichte gelten nur für den geprüften Typ und können nicht auf andere Ausführungen übertragen werden. 17
Als freigegeben wird die Komponenten-Auslegungssoftware eines Wärmerückgewinnungssystems bezeichnet, wenn die Berechnungsalgorithmen auf einer für die Baureihe ausreichenden Anzahl von Messungen (mindestens an 3 Betriebspunkten) basiert. Ein Gutachten/Prüfbericht für Wärmerückgewinnungssysteme wird akzeptiert, wenn die Prüfungen entsprechend dem aktuellen Standard (DIN EN 308) bei einer der nachfolgend genannten Prüfstellen durchgeführt wurden und die Komponente unverändert hergestellt wird. - TÜV SÜD - TÜV NORD - CETIAT - DTI, Dänemark - Akkreditierter Hersteller (d. h. Prüfstand ist durch den TÜV SÜD geprüft und abgenommen) Die Beurteilung obliegt dem TÜV SÜD. Leistungsnachweis Für jedes WRG-System, jedes Fabrikat und jede Ausführungsvariante (z. B. Kondensationsrotor / Enthalphierotor), das in einem gelabelten Gerät eingesetzt wird, muss mindestens ein Prüfbericht vorliegen. Die Bauart muss typisch sein, z. B. muss ein KV System oder ein Wärmerohr eine typische Rohrreihenanzahl aufweisen. Die Prüfung muss repräsentativ sein (siehe repräsentative Einflüsse). Kann z. B. im Programm das KV-System nur bis zu einem Wirkungsgrad von 30 % ausgelegt werden, mag dies ein System mit 4 RR sein. Wird das System bis zu einem Wirkungsgrad von 80 % verwendet, mögen dies 20 oder 30 Rohrreihen sein. Für diese Bandbreite müssen der oder die Prüfberichte die Grundlage bilden können. Der Einbau der Wärmerückgewinnung soll möglichst der idealen Einbauposition, die der Prüfung zu Grunde lag, entsprechen. Weicht die Einbauart von der idealen Einbauart ab (siehe Punkt 7.4 Nr. 4-2), muss der Hersteller Einbauverluste berücksichtigen und nachweisen. Die Beurteilung obliegt dem TÜV SÜD. Die Messung von Wärmerückgewinnern erfolgt in Anlehnung an die DIN EN 308. Repräsentative Einflüsse Es ergeben sich folgende charakteristische Einflussgrößen für WRG-Systeme: Rotationswärmeübertrager - Der Rotortyp (Kondensation, Enthalpie, Sorption). - Das Material des Rotors (es bestimmt die Wärmeübertragung wesentlich durch das Speichervermögen, die Wärmediffusität und die Temperatureindringtiefe). - Die Wellenhöhe (es sind nach dem Zufallsprinzip die Leistungen mind. einer Höhe nachzuweisen). - Die Materialstärke (sie bestimmt die Speicherfähigkeit wesentlich durch das Speichervermögen, die Wärmediffusität und die Temperatureindringtiefe). - Die Tiefe des Rotors; hier sind nach dem Zufallsprinzip mind. 2 Größen nachzuweisen, sofern vorhanden. - Der Rotordurchmesser kann vernachlässigt werden. Plattenwärmeübertrager - Das Material der Platten, Plattendicke oder Beschichtungen spielt eine geringe Rolle. Ausnahme: Extreme Varianten wie Kunststoffplatten. Wenn sich das Verhältnis von d / Lamda um den Faktor 200 gegenüber dem geprüften Plattenwärmeübertrager ändert, müssen die Eigenschaften des Plattenwärmeübertragers durch eine separate Messung erfasst werden. - Die Prägung der Platten - jede Geometrie der Platten muss nachgewiesen werden. - Der Plattenabstand (hier sind nach dem Zufallsprinzip die Leistung bei mind. einem Abstand nachzuweisen). - Kantenlänge (hier sind nach dem Zufallsprinzip mind. 2 Größen nachzuweisen). KV-System und Wärmerohr - Das Material der Lamellen, Lamellenstärke oder Beschichtungen spielt eine geringe Rolle. Ausnahme: Extreme Varianten wie Kunststofflamellen. Wenn sich das Verhältnis von d / Lamda um den Faktor 200 gegenüber der geprüften Lamelle ändert, müssen die Eigenschaften dieser Lamelle durch eine separate Messung erfasst werden. - Lamellenform - jede Geometrie der Lamelle muss nachgewiesen werden. - Rohrdurchmesser (hier sind nach dem Zufallsprinzip die Leistungen zu bestimmen). - Lamellenabstand (hier sind nach dem Zufallsprinzip die Leistungen zu bestimmen) - Bautiefe / Rohrreihen (hier sind nach dem Zufallsprinzip mind. 2 repräsentative Varianten zu bestimmen). - Höhe und Breite des Systems spielen praktisch keine Rolle! Wird das WRG System z. B. mit einer Beschichtung ausgeführt, sollte der Hersteller den negativen Einfluss der Beschichtung berücksichtigen. Dies kann durch den Nachweis (vorliegende Gutachten) erfolgen oder durch empirische Korrekturfaktoren. Liegen keine Werte vor, muss mindestens ein Faktor von 0,97 (bezogen auf die WRG Leistung) berücksichtigt werden. Die Auslegungssoftware für Wärmerückgewinnungssysteme wird über das Prüf- und Zertifizierungsprogramm zur Freigabe von Auslegungssoftware für WRG-Systeme in RLT-Geräten der TÜV SÜD Industrie Service GmbH bewertet und zertifiziert. 18
Nr. en zur Geräte-Ausführung A+ A B 4-8 Im technischen Datenblatt angegebene Werte a) Energieeffizienzklasse A+, A oder B b) Eingehaltene V-, H- und P-Klasse c) Name des Herstellers, Internetanschrift, Modellerkennung d) Typ gemäß EU-Verordnung (NWLA, ELA oder ZLA) e) Art des eingebauten oder einzubauenden Antriebs f) Art des WRG-Systems (KVS, anderes oder keines) g) Temperaturübertragungsgrade der WRG η t bei Validierungsbedingungen gemäß EN 308, sowie bei Auslegungsbedingungen h) Nenn-Luftvolumenstrom und externe Druckerhöhung i) Heiz- und Kühlleistung mit Temperaturen j) Wirkleistung P m (aufgenommene elektrische Leistung) und P m,ref k) SFP int,sfp V und SFP V -Klasse l) Durchtrittsgeschwindigkeit im lichten Gehäusequerschnitt m) Differenzdrücke der einzelnen Komponenten (intern und added) n) Statischer Wirkungsgrad der Ventilatoren o) Maximale Ventilatordrehzahl p) Maximale äußere Leckluftrate des Gehäuses q) Maximale innere Leckluftrate der ZLA oder Übertragungsrate eines regenerativen Wärmetauschers (z. B. Rotations-WT) r) Energetische Eigenschaften der Filter s) Beschreibung der optischen Filterwarnanzeige t) Angabe des empfohlenen Filterenddrucks u) Vom Gehäuse abgestrahlte Schallleistung v) Kanalschallleistung für Ansaug- und Ausblas-L WA (A-bewertet als Summenpegel über komplettes Oktavband; unbewertet im Oktavband von 63 Hz bis 8 khz) Überprüfung, ob alle aufgeführten Größen in den technischen Daten angegeben werden. zu g) Die Angabe des Temperaturübertragungsgrades erfolgt bei Validierungsbedingungen gemäß EN 308 bei +5 C Außenluft und +25 C Abluft, bei ausgeglichenen Luftmengen, ohne Einfluss von Kondensationsenergie. Zusätzlich muss der Temperaturübertragungsgrad bei Auslegungsbedingungen angegeben werden. zu j) Die Wirkleistung ist gemäß Kapitel 2-2 anzugeben (inklusive Korrekturwerte, Regelungseinrichtung falls vorhanden, etc.). zu k) Überprüfung, ob die SFP-Werte und die SFP-Klassen korrekt ermittelt wurden, im technischen Datenblatt des Gerätes angegeben und eindeutig gekennzeichnet bzw. benannt sind. Die Kriterien sind: - Angabe des SFP V -Werts. - Aus dem SFP V -Wert wird die SFP-Klasse bestimmt. - Zuschläge aus DIN EN 13779 Tab. 10 ändern nur die SFP-Klassen-Intervalle. - Als zusätzliche mechanische Filterstufe gemäß DIN EN 13779 Tab. 10 zählt die 2. Filterstufe. - Ein Grobstaubfilter (G1-G4) zählt nicht als Filterstufe im Sinne der DIN EN 13779 zur Anpassung der SFP-Klassen-Intervalle. zu l) Durchtrittsgeschwindigkeit ist beim Vergleich von Zuluft- und Abluftgeschwindigkeit die größere von beiden. Es handelt sich um die Luftgeschwindigkeit über den lichten Gehäusequerschnitt in der Filtereinheit bzw. in der Ventilatoreinheit, wenn kein Filter vorhanden ist. Konstruktionsbedingte Einbauten, die über die komplette Gehäuselänge den lichten Querschnitt reduzieren (z. B. innenliegende Längsrahmen) sind bei der Berechnung des lichten Gehäusequerschnittes zu berücksichtigen. zu n) Statischer Wirkungsgrad der Ventilatoren wird gemäß EU-Verordnung 327/2011 angegeben, also ohne Motor und Antriebsverluste, sofern sie einzeln ermittelt wurden. zu p) Äußere Leckluftrate bezeichnet den Teil des Volumenstroms, der bei einer Druckprüfung des Gehäuses entweicht oder aus der Umgebungsluft eindringt. Die Prüfung wird für NWLA bei 400 Pa, jeweils bei Unterdruck und Überdruck durchgeführt. Die Messung oder Berechnung erfolgt nach der Druckprüfungsmethode oder der Spurengasprüfmethode bei dem angegebenen Anlagendruck. 19
N M =N @?? 0 Anlagendruck?,QR 3 400 Dabei sind f m errechnete Höchstleckluftrate bei dem angegebenen Anlagendruck in [%] f 400 gemessenen Leckluftrate bei dem Prüfdruck von 400 Pa in [%] zu q) Innere Leckluftrate bezeichnet bei Anlagen mit WRS den Teil des Abluftvolumenstroms, der infolge einer Undichtigkeit in die Zuluft gelangt. Die Messung oder Berechnung erfolgt bei 250 Pa. N M =N SR? 0 Anlagendruck?,QR 3 250 Dabei sind f m errechnete Höchstleckluftrate bei dem angegebenen Anlagendruck in [%] f 250 gemessenen Leckluftrate bei dem Prüfdruck von 250 Pa in [%] Die Übertragungsrate bezeichnet den Prozentsatz der Abluft, der der Zuluft durch einen regenerativen Wärmetauscher (z. B. Rotationswärmetauscher) beigemischt wird, bezogen auf Bezugs-Luftvolumenstrom. Sie beinhaltet somit z. B. auch die Mitrotation. zu r) Als energetische Eigenschaft der Filter kann deren Energieeinstufung genannt werden. Mindestens ist jedoch der Filteranfangsdruck bei Auslegungszustand anzugeben. zu t) Die empfohlenen Filterenddrücke sind wie folgt zu berücksichtigen und anzugeben: bis G4 mit 150 Pa; M5-F7 mit 200 Pa; F8-F9 mit 300 Pa 20