Kalk, Gips und Zement



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Transkript:

Kalk, Gips und Zement Vorkommen Geschichtliches Verwendung Verarbeitung

Calciumcarbonat

Geschichtliches zum Kalk 3000 Jahre v. Ch. errichteten die Ägypter aus Kalkstein Weltwunder - die 137 Meter hohe Cheopspyramide eines der Weltwunder (23-79 n. Chr.) Die Römer führten den Kalk als Baustoff in Germanien ein und entwickelten die Kalkbrenntechnik

Calciumcarbonat - Eigenschaften CaCO 3 ist ein Calciumsalz der Kohlensäure : Es besteht im festen Zustand aus einem Ionengitter: Ca 2+ und CO 3 2-4% der Erdkruste ist aus Calciumcarbonat Gestein Vorkommen in drei verschiedenen Modifikationen Weltweite Vorkommen des Gesteins Wichtiges Mineral für den menschlichen Organismus Dichte Molmasse Schmelzpunkt Löslichkeit / H 2 O 2,93 g/cm 3 100,09 g/mol 825 C (Zersetzung) 0,014 g/l (20 C)

Die Modifikatioen von CaCO 3 hexagonal kristallisierter Calcit (Kalkspat) rhombisch kristallisierter Aragonit Rhombisch kristallisierter Vaterit Vaterit (thermisch instabil) Calcit Calcit Muschelkalk Einzeller Schnecken Marmor Aragonit Perlen Knochen Zähne Aragonit

Calcit Spezielle Modifikation von CaCO 3 Besondere Eigenschaften: vollkommene Spaltbarkeit der Schichten hohe Dopelbrechung Kristallsystem trigonal Farbe farblos, weiß, milchig Dichte 2,6-2,8 g/cm³ Härte 3

Natürliche Vorkommen Kreide: Feines, mikrokristallines Sedimentgestein durch Ablagerungen von fossilen Kleinlebewesen Vorkommen: Europäischer Kreidegürtel Marmor Kalkstein Grobkristallines, metamorphes Gestein; Entstehung aus Kalk- oder Kreidegestein unter Einfluß hoher Temperatur und Drücke Vorkommen: Nordamerika und Europa, z.b. Carrara (Italien) Mittelgrobes Sedimentgestein durch Ablagerungen von Muscheln,Schwämmen und Korallen Vorkommen: Kalkalpen, z.b. Schwäbische Alb oder Oregon (Frankreich)

Der Calciumcarbonat - Kreislauf

Reaktionsprodukte - Kreislauf Calciumoxid ( CaO ) auch gebrannter Kalk oder Ätzkalk Verwendung: Trockenmittel; Beimischung zum Mörtel; Weiterverarbeitung Aussehen weißes Pulver Dichte 3,37g/cm3 Molmasse 56,08 g/mol Schmelzpunkt 2472 C MAK 5 mg/m³ Calciumhydroxid ( Ca(OH)2 ) auch gelöschter Kalk Verwendung: Kalkmörtel; Bindemittel für Farben, Aussehen weißes Pulver Dichte 2,24 g/cm3 Molmasse 74,10 g/mol Schmelzpunkt 550 C MAK 5 mg/m³ Löslichkeit 1,7g in H 2 O (20 C)

Reaktionsprodukte der Weiterverarbeitung Weiterverarbeitung von Calciumcarbonat: Calciumnitrat (Ca(NO 3 ) 2 ) auch Kalksalpeter Verwendung als Düngemittel Calciumchlorid (CaCl 2 ) Trockenmittel von Gasen Weiterverarbeitung von Calciumoxid: Calciumcarbid (CaC 2 ): Weiterverarbeitung Darstellung von Acetylen, weitverbreitete Anwendung in der Industrie CaCN 2 (Kalkstickstoff): Düngemittel

Gips

Gips - Calciumsulfat Entstehung Selenit, CaSO 4 2H 2 O Gips entstand geologisch durch Auskristallisieren von übersättigtem Calciumsulfat aus Meerwasser. Als Verwitterungsprodukt sulfidischer Erze In vulkanischen Schloten, wo er durch Reaktion von austretender Schwefelsäure mit Kalkstein entsteht Vorkommen Größere Vorkommen weltweit Mexiko, Algerien, Spanien, Italien und USA Größere Vorkommen deutschlandweit Osterode (Harz), Eisleben (Sachsen), Borken bei Kassel

Gips - Calciumsulfat Kristallformen und deren Eigenschaften Gips als farbloser, weißer, gelber, roter oder grauer feinkörniger Alabaster Als Marienglas in durchsichtigen Kristallscheiben Als Fasergips oder Atlasspat Als Selenit in kristalliner Form Die Kristalle sind oft sehr groß, plastisch biegsam, vollkommen spaltbar, dicktafelig, oft krummflächig, manchmal auch verzwillingt Als Wüstenrose rosettenartig verwachsen

Gips - Calciumsulfat Wüstenrose oder Gipsrose Schwalbenschwanz Zwilling

Geschichtliches Gips - Calciumsulfat Das Mineral und das Verfahren des Gipsbrennens sind seit der Antike bekannt. Plinius d. Ä. beschreibt die Verw. von G. zu Abgüssen. Bei Herodot u. Theophrast (372 287 v.chr.) erscheint der Name gypsos, bei Plinius d. Ä. gypsum Schon Ägypter nutzten Gips als Baumaterial so z.b. bei den Pyramiden von Gizeh Die Griechen verwendeten Gips für Bauornamente an Häusern Die Römer schließlich entdeckten, dass durch starkes Erhitzen eine Substanz entsteht, die mit Wasser vermischt aushärtet und als Putz verwendet werden kann. Dünne lichtdurchlässige Alabasterscheiben dienten als Fenster

Gips - Calciumsulfat Technische Verwendung Beim Erhitzen ( Brennen ) auf 120 130 C geht Gips in das Halbhydrat CaSO 4 ½H 2 O Bassanit über Verwendung als Modell-, Stuck,- oder Putzgips Bei Temperaturen über 190 C entsteht sog. totgebrannter Gips auch Anhydrit CaSO 4 Verwendung als Abbindeverzögerer in der Zementindustrie Modell- u. Formgips Verwendung in der keramischen Industrie, für Metall- u. Formgießereien, für Gummi- u. Kunststoffwerke sowie für Hart- u. Dentalgips

Gips - Calciumsulfat Technische Verwendung In der Medizin wird Gips für den Gipsverband verwendet In der Restauration von Stuckfresken aus der Renaissance

Zement Definition Bezeichnung für ein fein gemahlenes hydraulisches Bindemittel d.h. solche mineral. Stoffe, die unter Wasseraufnahme an Luft und selbst unter Wasser steinartig erhärten Geschichtliches Der Zement von lat.: caementum = Bruchstein, Mörtel 1824 stellte der engl. Maurer Joseph Aspdin durch Brennen von Kalk u. Ton unterhalb der Sintertemp. einen hydraulisch erhärtenden Romankalk her, den er unter dem Namen Portlandzement im gleichen Jahr zum Patent anmeldet 1855 entsteht die erste deutsche Portlandzementfabrik

Zement Herstellung in Grundzügen 1. Gewinnung, Brechen, Mahlen, Homogenisieren u. Mischen der Rohstoffe (Kalkstein, Ton, Kalkmergel, Tonmergel u.a.) 2. Brennen der Rohstoffe zum Klinker, heute fast ausschließlich in Drehrohröfen, früher auch in Schachtöfen bei 1500 C 3. Vermahlen der Klinker zusammen mit CaSO 4 zur Regulierung der Erstarrungsgeschwindigkeit Wichtige Zementsorten Portlandzement PZ Eisenportlandzement EPZ Hochofenzement HOZ

Zement

Zement Ende Nils Varbelow,, Ronald Schwarz