VERKEHRSUNFALL-STATISTIK 2010



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Transkript:

VERKEHRSUNFALL-STATISTIK 2010 1

Leichter Anstieg bei der Zahl der registrierten Verkehrsunfälle Zahl der Verunglückten insgesamt zurückgegangen - allerdings mehr Verkehrstote Hauptunfallursachen Zahl der Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss angestiegen Unfälle mit Kinderbeteiligung rückläufig Unfälle unter Beteiligung junger Fahrer Unfälle unter Beteiligung erfahrener, älterer Kraftfahrer Unfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer Prävention 2

Leichter Anstieg bei der Zahl der registrierten Verkehrsunfälle Im Jahr 2010 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Trier insgesamt 20.976 Verkehrsunfälle registriert. Dies entspricht einem leichten Anstieg um 339 Unfälle oder 1,6 %. Damit liegt das Polizeipräsidium Trier unter dem landesweiten Trend. Im landesweiten Durchschnitt stieg die Zahl der aufgenommenen Verkehrsunfälle um 5 % an. Zahl der Verunglückten insgesamt zurückgegangen - allerdings sind mehr Verkehrstote zu beklagen 673 Menschen wurden schwer verletzt, was einem Rückgang von 16,2 % entspricht. Bei den Leichtverletzten kann ein Rückgang um 210 Menschen (8,5 %) auf 2.271 Personen festgestellt werden. Demgegenüber ist die Anzahl der Verkehrstoten um 28,2 % auf 50 Menschen angestiegen. Betrachtet man den Fünf-Jahres-Zeitraum, so kann festgestellt werden, dass sich die Zahl der bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommenen Menschen - mit Ausnahme des Jahres 2009 - auf einem vergleichbaren Niveau bewegt: 2006: 58 Verkehrstote 2007: 49 Verkehrstote 2008: 49 Verkehrstote 2009: 39 Verkehrstote 2010: 50 Verkehrstote Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der insgesamt verunglückten Menschen stetig zurückgegangen: 2006: 3.554 Verunglückte 2007: 3.489 Verunglückte 2008: 3.430 Verunglückte 2009: 3.323 Verunglückte 2010: 2.994 Verunglückte Hauptunfallursachen Rein zahlenmäßig stehen Unfälle mit der Ursache Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren oder Ein- und Ausfahren typischerweise also klassische Parkoder Rangierunfälle seit Jahren an der Spitze der Unfallursachen. Wegen der dabei geringeren gefahrenen Geschwindigkeiten bleibt es jedoch bei diesen Unfällen in der überwiegenden Zahl bei Blechschäden oder leichteren Personenschäden. 2010 waren 4.429 Unfälle auf diese Ursache zurückzuführen. 3

Aber auch so genannte Abstandsverletzungen schlugen mit 3.489 Fällen in der Statistik zu Buche. Schon an dritter Stelle folgt die Unfallursache Geschwindigkeit mit 2.687 Fällen. Betrachtet man jedoch Ausmaß und Schwere der Unfallfolgen, ergibt sich ein ganz anderes Bild: 23 der insgesamt 48 Unfälle mit Verkehrstoten waren im vergangenen Jahr auf nicht angepasste sprich überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Ähnliches Bild bei den Verkehrsunfällen, bei denen Menschen schwer oder leicht verletzt wurden. Hier war die Geschwindigkeit in fast 30 % aller Fälle unfallursächlich. Zahl der Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss angestiegen Der seit mehreren Jahren registrierte Rückgang bei den Unfällen unter Alkoholeinfluss hat sich im Jahr 2010 nicht fortgesetzt. Mit 451 so genannten Alkoholunfällen wurden 22 Unfälle mehr gezählt als im Vorjahr. Dies bedeutet einen Anstieg um 5,1 %. Gemessen am Gesamtunfallgeschehen machen Alkoholunfälle 2,2 % aus. Bei Unfällen mit Personenschaden liegt der Anteil Alkohol bedingter Unfälle allerdings mit 9,6 % deutlich höher. Die Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit durch Alkohol führte im Jahr 2010 zu drei tödlichen Unfällen. Im Vorjahr waren sechs Tote bei so genannten Alkoholunfällen zu beklagen; 91 Menschen wurden schwer (Vorjahr 66) und 147 Menschen leicht verletzt (Vorjahr 132). Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss ist im Vergleich zum Vorjahr um drei Unfälle auf 40 zurückgegangen. Bei 18 dieser Unfälle kamen Menschen zu Schaden (Vorjahr 23). Durch die drogenbeeinflusste Teilnahme am Straßenverkehr starb ein Mensch, sieben wurden schwer und 17 leicht verletzt. Unfälle mit Kinderbeteiligung rückläufig - aber mehr Kinder als Mitfahrer verunglückt Insgesamt verunglückten auf den Straßen des Polizeibezirks Trier 194 Kinder. Das sind knapp 9 % weniger als im Vorjahr. Besonders erfreulich ist der signifikante Rückgang der Zahl der verunglückten Kinder, die als Fußgänger unterwegs waren. 30 Kinder wurden als Fußgänger verletzt. Das sind 42,3 % weniger als in 2009. Als Radfahrer verunglückten 37 Kinder, was einem Rückgang um 26 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Intensivierung der Präventionsarbeit an Schulen und Kindergärten, auch der verstärkte Einsatz der Polizeipuppenbühne, wirkt sich hier positiv aus. Gegen den positiven Trend ist erstmals seit Jahren ein deutlicher Anstieg der verunglückten Kinder als Mitfahrer um 21,8 % auf 123 zu registrieren. Bemerkenswert ist hierbei die Feststellung, dass sich diese Steigerung trotz der Intensivierung der polizeilichen Maßnahmen in Bezug auf die Überwachung der 4

Anschnallpflicht und der Einhaltung der Vorschriften zum passiven Insassenschutz (Kindersicherung u.a.) ergeben hat. Verkehrsunfälle unter Beteiligung junger Fahrer Die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung junger Fahrer (18 bis 24 Jahre) ist um 0,5 % auf 4.700 zurück gegangen. Erfreulich ist der Rückgang junger Fahrer an der Beteiligung von Verkehrsunfällen mit Personenschaden um 11,1 % auf 765 Unfälle. Ebenso ist die Zahl der verunglückten 18-24-Jährigen um 66 auf 709 zurückgegangen. Allerdings ist diese Personengruppe noch an jedem dritten Verkehrsunfall mit Personenschaden beteiligt. Betrachtet man die Unfallursachen, so sind riskante Fahrweisen, wie unangepasste Geschwindigkeit, zu geringer Abstand, Vorfahrtsverletzungen und riskantes Überholen sowie alkoholbedingte Verkehrsuntüchtigkeit die Hauptunfallursachen. So stieg die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss um 33 % auf 141 an. Bei 56 alkoholbedingten Unfällen kamen Menschen zu Schaden. Insgesamt verunglückten 78 junge Fahrer bei solchen Unfällen. Dies entspricht einem Anstieg von 11,4 %. Es kann festgestellt werden, dass fast jeder dritte Verkehrsunfall, bei dem Alkohol im Spiel ist, von jungen Fahrern verursacht wurde. Besonders erschreckend ist, dass rund 60 % dieser Fahrer eine Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille oder mehr aufwiesen und somit absolut fahruntüchtig waren. Diese Bilanz ist Anlass, die Präventionsbemühungen der Polizei (z.b. BOB) im Zusammenwirken mit anderen Akteuren weiterhin auf hohem Niveau fortzuführen. Verkehrsunfälle unter Beteiligung erfahrener, älterer Kraftfahrer Insgesamt waren an 2.541 Verkehrsunfällen Senioren im Alter ab 65 Jahren beteiligt. Dies entspricht einem Rückgang von 3,9 % gegenüber dem Vorjahr. Somit war diese Personengruppe an 12,1 % aller Verkehrsunfälle beteiligt. 486 Senioren kamen bei diesen Unfällen zu Schaden, was einem Rückgang um 14,6 % entspricht. 5

Gesamtzahl der Motorradunfälle gesunken Anzahl der getöteten Motorradfahrer verdreifacht Die Zahl der Motorradunfälle sank im Vergleich zum Vorjahr um 16,4 % auf 285 Unfälle. Die Zahl der verunglückten Motorradfahrer insgesamt verringerte sich von 368 auf 315. Dennoch kamen 12 Motorradfahrer bei diesen Unfällen ums Leben (Vorjahr 4), 128 Biker wurden schwer verletzt (Vorjahr 167) und 175 leicht verletzt (Vorjahr 197). Prävention Neben den repressiven Maßnahmen war die Verkehrsprävention Schwerpunkt polizeilicher Verkehrssicherheitsarbeit. Bei vielen Präventionsveranstaltungen im Präsidialbereich Trier kam dabei der Verkehrs- und Geschwindigkeitssimulator der Landespolizeischule zum Einsatz, mit dem besonders Fahranfängern die Folgen des Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie die Folgen überhöhter Geschwindigkeit in fiktiven Unfallsituationen eindrucksvoll verdeutlicht wurden. Im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Trier betreuten die Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektionen insgesamt 223 Schulen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit schlossen 5.627 Schulkinder erfolgreich ihre Radfahrausbildung ab. Die Polizeipuppenbühne konnte in 110 Veranstaltungen Kindern im Vorschul- und Grundschulalter auf spielerische Weise das richtige Verhalten im Straßenverkehr vermitteln und zum Schutz vor potenziellen Straftätern beitragen. Das besonders ausgebildete Team bietet damit Kindern und Eltern ein professionelles Präventionsangebot. Drogen im Straßenverkehr war auch 2010 Gegenstand von Präventionsveranstaltungen, gerade in Schulen. Die Drogenmoderatoren besuchten 211 Schulklassen, um besonders Fahranfängern die Folgen des Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu verdeutlichen. Rund 5.400 junge Menschen wurden dabei erreicht. Bei 18 Elternabenden wurde das Thema mit den Erziehungsberechtigten erörtert. Auch künftig wird das Polizeipräsidium Trier alle Altersgruppen entsprechend ihrer Verkehrsbeteiligung ansprechen, beginnend mit dem Schulwegtraining im Kindergarten, über Informationsveranstaltungen und Verkehrssicherheitstage in Gymnasien und Berufsschulen bis hin zu Verkehrssicherheitsberatungen für Senioren. Diese Bilanz kann, so Polizeipräsident Lothar Schömann, trotz vieler positiver Entwicklungen nicht zufrieden stellen. 50 Tote und 673 Schwerverletzte sind ein hoher Preis für die Mobilität im Straßenverkehr. 6