Unkraut- Schneidgerät Info- Brief Nr. 2 für Händler, Kunden und interessierte Landwirte Ausgabe April 2015 Schon in wenigen Tagen, spätestens in den nächsten Wochen, werden sich viele von Ihnen mit dem Thema mechanische Beikraut- Regulierung bzw. Unkrautbekämpfung auseinandersetzen. Im frühen Stadium der Pflanzentwicklung zählt der Striegeleinsatz zu den populären und wirkungsvollen Maßnahmen. Aber dann kommen die Wochen mit höheren Beständen, stärkstem Wachstum aller Pflanzen und oftmals großem Unkrautdruck. Im biologischen Landbau stehen bzw. standen bisher in dieser Phase praktisch kaum Maßnahmen für eine wirkungsvolle Reduzierung bzw. Schwächung der unerwünschten Pflanzen wie Distel, Ackersenf, Hederich oder auch Melde zur Verfügung. Diese gefühlte Hilflosigkeit war vor ca. acht Jahren der Auslöser für die Entwicklung des Unkraut- Schneidgerätes CombCut. Der Landwirt Jonas Carlsson aus der Nähe von Karlskrona, Südschweden, investierte Zeit und suchte nach Lösungen, um seine Ideen in ein funktionierendes Produkt umzusetzen. Erste sehr positive Erfahrungen mit dem Distelschneider- so war zunächst die Bezeichnung- machten Anwender in Schweden und in Nachbarländern. In den Jahren 2013 und 2014 wurden die Vertriebsaktivitäten in einigen anderen europäischen Märkten gestartet, mit Konzentration auf Frankreich und Deutschland. Ein reges Interesse an der Maschine und ein nahezu flächendeckendes Händlernetz lösten im letzten Jahr eine Vielzahl von Vorführungen und Testeinsätzen aus; teilweise konnten Landwirte über mehrere Tage Flächen bearbeiten und ihre Erfahrungen machen. Mit über 60 verschiedenen Veranstaltungen in 2014, vielen offenen Diskussionen, regem Gedankenaustausch und abschließenden Analysen konnten wir folgendes Resümee ziehen: Nach einer schleppenden Unkrautentwicklung im Frühjahr setzte ein starkes Wachstum bei Hederich, Ackersenf und Distel ein. Deutlich oberhalb der Getreidepflanzen bildeten die Unkräuter oft eine stark verzweigte zweite Ebene. Damit waren Haspel und Schneidsystem der Maschine überfordert, das System blockierte und mit leichter Enttäuschung wurde die Maßnahme dann abgebrochen. Fazit: Der Schnitt hätte deutlich früher bei noch nicht verzweigten Unkrautpflanzen erfolgen müssen. Dazu muss die Maschine natürlich vor Ort verfügbar sein und mit etwas Erfahrung eingesetzt werden. Im ersten richtigen Jahr mit dieser neuen Technik fehlt es natürlich oftmals an Routine und Know- How. Das ist ganz normal! Erst mit der Zeit entwickelt sich das so wichtige Fingerspitzengefühl, die Ruhe kehrt ein und jeder Handgriff sitzt; Einstellungen an der Maschine reduzieren sich dann auf die wirklich entscheidenden Parameter. Das Arbeitsergebnis ist sofort sichtbar. Bleiben 20 oder 30% der Unkrautpflanzen oder mehr aufgrund von sehr unterschiedlichen Wuchshöhen, der physikalischen Beschaffenheit (nicht stabil genug) oder ausgeprägte Nesterbildung mit Verdrücken einzelner Pflanzen, usw. stehen,
entwickeln sich Zweifel an der Funktion und Leistung der Maschine. Aber auch beim Striegeln und Hacken müssen wir akzeptieren, dass viele Beikräuter die Behandlung unbeschadet überstehen, allerdings wird das optisch nicht immer so klar wahrgenommen. Die über mehrere Jahre erfolgreich in Skandinavien eingesetzten Unkraut- Schneidgeräte CombCut konnten die in sie gesetzten Erwartungen und Hoffnungen unter den lokalen Bedingungen hier oft nicht erfüllen. Neben den schon genannten Gründen war es auch die Maschinentechnik, die an Grenzen stieß. Es zeigte sich deutlich, dass Messereinstellung, Funktion der Haspel und auch die Durchlässigkeit des Rahmens den Einsatzbedingungen und den Ansprüchen des deutschen Marktes angepasst werden mussten. Viel Arbeit für ein kleines Team in Schweden; aber das Winterhalbjahr ist im Norden relativ dunkel, es gibt wenig Ablenkung- da kann man sich auf die Aufgaben konzentrieren und was schaffen. Neu: CombCut Typ 6008 mit 6,24mtr Arbeitsbreite und ca. 850kg Betriebsgewicht Zur neuen Saison stellen wir nun das Modell CombCut - 2015 vor. Nicht jede neue Schraube oder veränderte Bohrung soll dabei erklärt werden. Mit diesem Info- Brief gehen wir auf die entscheidenden Bereiche Messereinstellung Haspel Maschinenrahmen ein und beschreiben die wesentlichen Veränderungen. Schneidsystem Die Anordnung der Schneidmesser und deren Einstellung haben sich über Jahre grundsätzlich bewährt. Wechselnde Einsatzbedingungen aufgrund von Wuchshöhen, Dichte und Beschaffenheit der Unkrautpflanzen erfordern allerdings eine Anpassung der Messerklingen in ihrer Schneidposition. Bisher mussten dazu mehrere Schrauben gelöst und nach der Verstellung der Messer per Einstellhebel wieder angezogen werden. Zukünftig erfolgt die Messerverstellung über leicht zu bedienende und gut zugängliche Spannschrauben. Sehr exakt können die Messerträger so um die Längsachse gedreht oder geschwenkt werden. Eine spürbare Erleichterung bei oft wechselnden Einsatzbedingungen.
Verschiedene andere Details im Bereich Messerlagerung und -führung wurden ebenfalls überarbeitet, die Messerträger liegen stabiler in ihren Aufnahmen und lassen sich leichter verstellen. Ein höherer Schraubenkopf stützt die Federstahl- Schneidklinge noch zuverlässiger ab und der Materialstrom wird durch zusätzliche Kunststoffelemente verbessert. Die Deck- und Verstellbleche am Messerkasten werden durch Bundschrauben mit Tellerfedern in ihrer Position gehalten, lassen sich über die Spannschrauben aber präzise verstellen. Haspel mit Antrieb Einen großen Einfluss auf das Arbeitsergebnis übt die Haspel aus. In einer Doppelfunktion führt sie dem Schneidsystem Unkrautpflanzen zu und entfernt anschließend die abgeschnittenen Pflanzenteile aus der Messerzone. Je nach Vegetation und Verzweigung des Beikrautes kann es zu sehr unterschiedlichen Belastungen im Antrieb kommen. Zukünftig ersetzt ein hydraulischer Direktantrieb den bisherigen Keilriemenantrieb. Mit dieser Konfiguration konnte der Wirkungsgrad deutlich verbessert werden und Haspeldrehzahlen bis 250upm sind möglich. Leicht spiralförmig angeordnete Bürstenelemente führen zu einem gleichmäßigeren Lauf und entlasten die Antriebseinheit. Im knapp 3m breiten Mittelteil der Maschine arbeitet nun ein durchgehendes Haspelelement mit sicherer Förderung und mehr Durchlässigkeit. Weitere wichtige Komponenten, wie Mittelachsrohr und Klauenkupplungen, wurden deutlich verstärkt. Die Verstellung wird wesentlich erleichtert: In Fahrtrichtung mit fixen Einstellungen in drei Positionen, in der Höhe über stabile Spannschlösser. So wird die axiale Ausrichtung der Haspelabschnitte erleichtert und die Klauenkupplungen greifen ohne Versatz ineinander. Spiralförmig angeordnete Haspelelemente für gleichmäßigen Lauf; verstärktes Mittelachsrohr Haspelaufhängung mit drei fixen Einstellpositionen und stabilem Spannschloss für die Höhenjustierung
Maschinenrahmen Der bisherige mittig angeordnete Keilriemenantrieb für die geteilte Haspel wird durch den seitlichen hydraulischen Direktantrieb ersetzt- so entfallen viele sperrige Bauteile in dieser Zone. Dadurch verbessert sich die Durchlässigkeit für Schnittgut beträchtlich. Hinzu kommt die einteilige Mittelhaspel mit deutlich mehr Förderleistung. Abstellstützen sind nun in den Grundrahmen integriert und stören damit nicht mehr den Materialstrom. Mit der offenen Rahmenbauweise verbessert sich auch der Schnitt von höheren Unkrautpflanzen im 3- Punkt Anbaubereich der Maschine. Um beim Arbeiten in Fahrgassensystemen etwas mehr Überlappung zu haben, wurde die Arbeitsbreite auf 6,24m erhöht. Die 8m Maschine erreicht dann 8,48m. In jedem Fall liegt die Transportbreite bei unter 3m. Jonas Carlsson, Vater der CombCut- Technik, mit der 8m Maschine im neuen Design. Gut zu erkennen die offene Konstruktion mit großer Durchlässigkeit und viele andere zuvor bereits beschriebene Merkmale. Sonstiges Die neue Rahmenkonstruktion ermöglicht eine stufenlose seitliche Verstellung der Stützräder- damit kann jederzeit eine Anpassung auf Schlepperspur oder Reihenkultur erfolgen. Als Option stehen starre oder schwenkbare Versionen zur Auswahl mit exakter Führung auch bei größeren Anbauhöhen, z.b. Schnitt oberhalb der Ähren. Zusätzlich kann die Höhe durch Drehen des Anbaurahmens für die Stützräder vergrößert werden. Eine weitere interessante Entwicklung ist mit dem Halm- bzw. Pflanzenteiler gelungen. Vor den Schneidmessern leitet er die Pflanzen um einige Zentimeter zur Seite, so dass sich in den Klappstellen als kritische Zonen zwischen Grundmaschine und Ausleger kein Schnittgut sammeln kann. Für den erfahrenen Anwender eine große Verbesserung. Diese Elemente sind von unten mit dem Messerkasten verschraubt.
Stützräder hier auf Schlepperspur eingestellt; Kupplungspunkte für Unter- und Oberlenker überarbeitet Unter den Messern vorstehender Halmteiler. Pflanzen werden seitlich an Klappstelle vorbei geführt. Das CombCut - Grundkonzept Kämmen und Schneiden mit dem passiven Messersystem hat sich bewährt und wird auch weiterhin in der mechanischen Beikrautregulierung gegen Distel & Co. genutzt. Zwei Dinge sind dabei besonders zu beachten: Der Einsatz sollte möglichst früh erfolgen. Eine starke Verzweigung der Pflanzentriebe darf noch nicht eingetreten sein. Oft ist ein mehrmaliger Schnitt notwendig. CombCut verhindert die Bei- und Unkrautentwicklung. Eine nachträgliche Reparatur in wuchernden Unkrautbeständen ist nicht möglich. Im Verbund mit anderen Techniken und Maßnahmen ermöglicht das Unkraut- Schneidgerät CombCut nun während der gesamten Vegetationsphase eine durchgehende mechanische Unkrautregulierung. Mit etwas Erfahrung, einer passenden Einstellung und dem richtigen Fingerspitzengefühl ist diese Maschine auch eine sinnvolle Investition für Maschinengemeinschaften, Lohnunternehmen und in der überbetrieblichen Nutzung. Für weitere Informationen stehen Ihnen unsere Händler gerne zur Verfügung. Viel Zeit für Gespräche am Gerät oder zu Abstimmung von Vorführungen bleibt nicht mehr- die Temperaturen steigen und das Wachstum setzt ein. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Zeit und viel Freude an den Dingen, die Sie beschäftigen. Just Common Sense AB Lyckeåborgsvägen 65 SE-37192 Karlskrona Telefon : +46 709-57 33 30 E-mail : info@justcommonsense.eu www.justcommonsense.eu Communication Service, Project CombCut - Just Common Sense AB, Dipl.- Ing. Friedhard Johannes, D-27777 Ganderkesee, Zur Heide 23, Mail: communicationservice@t-online.de, Mobil: 0172 204 5817