8 Winter ADVENT, ADVENT ein Lichtlein brennt TEXT & FOTOS Anette Lepple Dekorationen in Haus und Garten versüssen die dunkle Jahreszeit und müssen keineswegs aufwändig sein. Bei Tee und Guezli plaudern wir, lassen unserer Kreativität freien Lauf und basteln vergnügt mit Kindern, Freunden oder dem Partner. Das entschleunigt und verhindert, dass die Adventszeit im Kaufrausch untergeht.
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10 Winter Wenn es draussen windet, regnet oder schneit, gibt es nichts Herrlicheres, als es sich drinnen gemütlich zu machen am liebsten vor einem offenen Feuer oder am Kaminofen. Falls das nicht geht, verbreitet auch ein elektrischer Kamin wohliges Ambiente. Eine alte Waschmaschinentrommel lässt sich übrigens leicht in einen effektiven Feuerkorb umfunktionieren, der an trockenen Tagen bei einem Glühwein mit Freunden auf der Terrasse oder im Garten Wärme spendet. Probieren sie es aus er zieht viel besser als gekaufte Feuerkörbe, und die brennenden Holzstücke fallen nicht auf den Rasen. Stillleben mit Kerzen Feuer fasziniert uns Menschen seit jeher, und so verfliegt manche Stunde wie im Flug beim Betrachten der Flammen. Während ein Feuer nicht für jeden im Bereich des Möglichen liegt, sind Kerzen im Winter jedoch ein Muss. Im Freien sei es am Hauseingang, auf dem Balkon oder im Garten lassen sich Windlichter und Laternen mit Zweigen, Beeren und Zapfen zu liebenswerten Stillleben kombinieren. Eine einfache Laterne lässt sich mit einem kleinen Kranz aufpeppen. Winterlicher Charme Wer handwerklich nicht ungeschickt ist, kann mit einer Stich- oder Laubsäge aus dünnen Spanplatten Tannenbäume, Rentiere oder andere Motive heraussägen, die sich zu kleinen Landschaften zusammenfügen lassen. Weiss lackiert verbreiten sie winterlichen Charme und sind ein hübscher Blickfang oder Willkommensgruss an der Haustür. Natürlich passen sie auch auf die Fensterbank: Zwischen Tannengrün, Kerzen und Lichterketten entstehen Szenen, die das Herz öffnen. Altblech und Birkenreisig Sterne oder Engel gestalten wir aus grösseren Holzstücken. Es macht nichts, wenn diese etwas ungleichmässig ausfallen. Im Gegenteil, sie wirken viel natürlicher, und Dinge selbst zu machen, befriedigt ohnehin mehr, als sie bloss zu kaufen. Für das Engelshaar lassen sich feine Zweige verwenden, etwa aus Birkenreisig, die Flügel können aus Altblech geschnitten werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein Engel kann auch abstrakt scheinen, in seinem Umriss nur angedeutet werden und fügt sich so in eine moderne, minimalistische Gestaltung ein. Advent ist die Zeit der Rentiere und Hirsche. Auch diese dürfen nun ungeniert wieder ihre Plätze einnehmen. Eine Girlande aus Blättern und eine Lichterkette stehen im Mittelpunkt der festlichen Tafel.
Winter 11 Kränze mit Beeren Seit Urzeiten besitzt der Kreis eine spirituelle Bedeutung. Er ist in vielen Religionen und Kulturen ein wichtiges Symbol, denn er steht für Hoffnung und Erneuerung. So zählt auch das Kranzbinden zu den ältesten Tätigkeiten. Kränze sind zeitlos und finden in vielen Bereichen Verwendung. Abgesehen vom klassischen Binden eines Kranzes gibt es noch andere Möglichkeiten: Aus Draht oder Ranken von Wildem Wein, Geissblatt oder Waldrebe entsteht im Nu eine Basis, auf der wir das Material unserer Wahl befestigen. Neben allerlei grünen Zweigen eignen sich Beeren und Samenstände, etwa von der Jungfer im Grünen oder von Schlafmohn. Ein Herz an der Haustür Duftende Kränze entstehen aus Kräutern wie Rosmarin und Lavendel. Buchs, Lorbeer, Olivenzweige und Tannengrün bieten sich wegen der langen Haltbarkeit an. Mit der Heissleimpistole lassen sich Äste, Beeren und Zapfen verbinden. Kinderleicht fädelt man Zieräpfel und Hagebutten auf Draht. Lampionblumen und Efeufrüchte setzen umwerfende Akzente. Mit einem edlen Band versehen, erwirken sie garantiert ein Lächeln im Gesicht des Betrachters. Kränze finden sich oftmals an Haustüren, verfehlen aber auch auf der Gartenbank, am Gartentor oder in der Wohnstube nicht ihre Wirkung. Tipp: Es muss nicht immer ein runder Kranz sein, auch herz- oder sternförmige Kränze sind hübsch. Flechtenbehangene Koniferenzweige lassen sich leicht in Form bringen und mit Zapfen dekorieren. Eine nette Deko ist auch eine Kugel, für die man zwei oder drei Kränze aus Wildem Wein ineinanderschiebt. Sie ist lange haltbar und lässt sich saisonal schmücken. Und nicht vergessen: «Weniger ist mehr» gilt auch beim Dekorieren. Es glänzt im Garten Im Garten wirken zurückhaltende Dekorationen und kleine, aber liebevolle Details am besten. Schlichte Weihnachtsbaumkugeln an blattlosen Bäumen glitzern im Frost und fangen das Licht ein. Stechpalmenzweige mit ihren roten Beeren sind prädestiniert für einen tollen Auftritt im Advent. In bunten Joghurtbechern oder kleinen Vasen zieren sie als kecke Mini- Bäumchen den Gartentisch. Das Kranzbinden mit den stacheligen Zweigen erfordert Geduld und Vorsicht, aber es lohnt sich. Eine Laterne in der Kranzmitte erzeugt ein warmes Licht. Ein solcher Blickfang erfreut uns nun, da es im Garten ruhig geworden ist. Stillleben mit bunten Blättern Tische, Stühle und Bänke sind ideale Bühnen für kleine Stillleben. Kränze, Zapfen aller Art, Laternen und vielleicht eine Winterheide im Topf mehr braucht Windlichter mit Zweigen, Zapfen, Tannenbäume und Rentiere sind ein herzlicher Willkommensgruss. Wenn Holzengel unregelmässig ausfallen, wirken sie viel natürlicher.
12 Winter es nicht. Joghurt- und Konfigläser sind ideale und auch sehr günstige Windlichter, denen man mit Schleifen, Farben oder Blättern ein festliches Outfit verpassen kann. Einfach buntes Herbstlaub oder mit Kunst schnee besprühte Blätter mit Naturbast um das Glas binden und fertig ist das individuelle Windlicht! Bunte Blätter besitzen eine warme Leuchtkraft, braune oder weiss gesprühte wirken edel und schlicht und passen zum Shabby- Chic-Stil. Witzig und nordisch muten Windlichter an, die mit kleinen Zweigen ummantelt sind. Dafür wählt man gleichmässige Zweige, umwickelt sie mit Draht, legt sie um ein Glas und fügt die Enden zusammen. Schlichte Weihnachtskugeln an blattlosen Bäumen glitzern im Frost und fangen das Licht ein. Mmh, wie das duftet! Mit zum Schönsten gehört das Backen, vor allem dann, wenn es richtig inszeniert wird. Eile und Stress haben dabei nichts Die Farbe Rot verbreitet Wärme, Weiss hingegen Frische und Kühle, dazu romantische Lichter und Kerzen.
Winter 13 Einen Hauch von Landleben holt man mit fröhlichen, rot-weiss karierten Stoffen ins Haus. verloren. Die Küche richten wir uns vorher heimelig ein. Lichterketten verbreiten Behaglichkeit. Ausstechformen ergeben hübsche Girlanden oder man kann sie mit bunten Bändern in Sträusse hängen. Man hat ja meist zu viele Ausstecher und kann somit einige für Dekorationen erübrigen. Auf einem grossen Küchentisch legen wir alle Zutaten und Accessoires bereit, zünden einige Teelichter an und los geht s! Der Duft von Tannengrün und Weihnachtstee erfüllt die Luft bald gesellt sich jener der Guezli dazu und im Hintergrund erklingt leise Musik. Ach, es ist wie in alten Zeiten! Es tut gut, Traditionen nachzuspüren, sie mit Leben zu füllen oder neu zu interpretieren. Vor allem Kinder lieben diese Jahreszeit, und auch wenn es manchmal chaotisch zu- und hergeht, so gibt man ihnen doch etwas Wertvolles mit auf den Weg. Und während die Guezli im Ofen sind, reicht die Zeit für eine Weihnachtsgeschichte. Aus Stoff kann man Herzen nähen, die dann von winterlichen Sträussen baumeln. Rückzugsort am Kamin Wann hat man letztmals Freunde auf einen gemütlichen Schwatz bei einer
Stechpalmenkränze mit Laternen sind prädestiniert für einen tollen Auftritt im Advent. Stechpalmen in bunten Joghurtbechern zieren als kecke Mini-Bäumchen den Gartentisch.
Winter 15 In der Adventszeit tut es gut, sich mal die Zeit zu nehmen und Freundschaften zu pflegen. Tasse Tee und Gebäck eingeladen? In der Adventszeit tut es gut, sich mal die Zeit zu nehmen und Freundschaften zu pflegen. Die Sessel ans Feuer rücken, einen hübschen Tisch herrichten, dazu flackerndes Kerzenlicht, eine selbstgebastelte Girlande aus Kiefern- und Tannenzweigen lange haltbar ist auch Douglasie auf dem Kaminsims, und schon haben wir einen wunderbaren Rückzugsort, an dem wir den Alltag hinter uns lassen dürfen. Duftende Stoffe Mit Farbthemen wie rot-weiss, rot-grün oder schlicht weiss beeinflusst man die Stimmung. Rot verbreitet Wärme, Weiss hingegen Frische und Kühle, was sich aber mit ein paar Details wie farbigen Kerzen oder einem romantischen Bouquet aus Hagebutten und Zweiglein aufweichen lässt. Aus schönen Stoffen, etwa kariert oder gestreift, kann man mit ein wenig Geschick Herzen und Sterne nähen, mit Aufhängern versehen und von Tür- und Fenstergriffen, Stuhllehnen, Sträussen und Kränzen baumeln lassen. Tipp: Mit einer Füllung aus getrockneten Lavendelblüten duften sie zudem verführerisch. Die festliche Tafel Einladungen zum Essen inszeniert man ganzjährig mit Liebe, aber nun darf man alle Register ziehen. Feine Gläser und stilvolles Geschirr, Stoffservietten und Silberbesteck passen zu edlen, strahlend weissen Leinentischtüchern. Eine Girlande aus Blättern, mit Silber- oder Schneespray verziert, bildet zusammen mit einer Lichterkette den Mittelpunkt einer festlich geschmückten Tafel. Dieses Dekorationsschema wirkt klassisch und elegant. Kissen in dezenten Farben sorgen für komfortables Sitzen. Namensschilder oder selbstgebackene Guezli auf den Tellern heissen unsere Gäste herzlich willkommen. Fröhlich karierte Servietten Einen Hauch von Landleben und Heiterkeit holen wir uns mit rot-weiss karierten Stoffen ins Haus. Rote Beeren und andere weihnachtlich anmutende Dekorationen wie Weihnachtsmänner machen sich dazu sehr gut. Aus schwarzem Bastelkarton fertigen wir Herzen für die Namensschilder an und binden sie locker an die fröhlich karierten Servietten. Eine ausgefallene Deko sind Grittibänze, die man den Gästen beim Abschied mitgibt. So sorgen wir dafür, dass die Adventszeit noch lange in Erinnerung bleibt. Mit zum Schönsten gehört das Backen, Schweizer vor allem Garten dann, N wenn 12 / 2015 es richtig inszeniert wird.