Mikrocontroller: Einführung

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Transkript:

Abbildung 1 Mikrocontroller sind heute allgegenwärtig; ob Zahnbürste, Türschloss, Backofen, Fahrradcomputer, Stereoanlage, Multimeter oder Postkarte, überall sind sie zu finden. Im Prinzip handelt es sich bei Mikrocontrollern um winzige Computer. Diese Unterrichtsreihe soll zeigen, wie diese Mikrocontroller funktionieren, wozu sie eingesetzt werden können und natürlich: wie man sie programmiert. Auf der Platine in Abbildung 1 kannst Du unter Anderem sehen: den Mikrocontroller, das Herzstück der Platine: das ist der schwarze Baustein mit den vielen Kontakten. Er heißt Attiny2313. eine Buchse zum Anschluss an den Computer einen Ein/Aus-Schalter einen Anschluss für eine 9-V-Batterie zwei Taster einen Pieper viele Buchsen Mithilfe der Buchsen können zahlreiche elektrische Geräte an den Mikrocontroller angeschlossen werden. So können wir z. B. eine Leuchtdiode an den Mikrocontroller anschließen und diese blinken lassen. Die Anschlussstellen am Mikrocontroller werden Ports genannt. Diese Ports haben Namen, z. B. PortB.0, PortB.1, PortB.2,..., PortB.7, PortD.2,... Seite 1

Achtung: Nicht jedes elektrische Gerät kann an die Platine angeschlossen werden. Insbesondere darfst Du keine anderen elektrischen Quellen an die Platine anschließen. Auf keinen Fall darfst Du die Platine mit dem Stromnetz verbinden! Lebensgefahr! Wir wollen eine LED blinken lassen Zunächst: Was ist eine LED? Das ist ein elektronischer Baustein, der Licht aussendet, wenn Strom durch ihn fließt. Man nennt diesen Baustein auch kurz Leuchtdiode. Im Gegensatz zu einer Glühbirne besitzt eine LED keine Glühwendel; sie wird beim Leuchten auch nicht heiß. In Abb. 2 erkennst Du, dass die LEDs zwei unterschiedlich lange Anschlussdrähte haben. Das ist wichtig: LEDs lassen den Strom nämlich nur in einer Richtung hindurchfließen. Ist die Polung falsch, dann kann kein Strom fließen und die LED leuchtet in diesem Fall auch nicht. Abbildung 2 Zum Anschluss von LEDs an den Mikrocontroller ist die doppelreihige Buchsenleiste vorgesehen. Hier kannst Du bis zu 8 LEDs anschließen. Damit die Polung korrekt ist, muss das lange Anschlussbein immer nach links zum Mikrocontroller hinweisen, vgl. Abb. 3. Wir schließen eine rote LED nun an PortB.0 an. Die zugehörigen Anschlussstellen sind im Lageplan von Abb. 4 markiert. Jetzt schließen wir die Batterie an den Batterieclip an und schalten die Platine an dem Schiebeschalter ein: Die Kontroll-LED neben dem Schalter sollte aufleuchten. Abbildung 3 Aber die rote LED blinkt nicht. Das kann sie auch nicht, denn der Mikrocontroller hat von uns noch keine entsprechenden Befehle erhalten. Wir müssen ihn noch Seite 2

Abbildung 4 programmieren. Deswegen schalten wir die Platine zunächst wieder aus! Was ist ein Programm? Das ist nichts anderes als eine Folge von Anweisungen (Befehlen). In unserem Fall müssen diese Anweisungen dafür sorgen, dass der Mikrocontroller über den PortB.0 die LED mit Strom versorgt. Allerdings darf der Strom nicht immer fließen; vielmehr soll er fortwährend ein- und ausgeschaltet werden, damit die LED blinkt. Diese Befehlsfolge erstellen wir am PC mithilfe des Programms BASCOM. Dazu öffnen wir die Datei vorlage.bas. In dieser Datei stehen schon bestimmte Befehle, die der Mikrocontroller immer braucht. Damit wir sie nicht immer wieder neu schreiben müssen, greifen wir lieber auf die Vorlagedatei zurück. Bevor wir sie nun ergänzen, speichern wir sie unter dem Namen blinken.bas in einen neuen Ordner blinken ab. Um Strom bei PortB.0 fließen zu lassen, benutzen wir den Befehl PortB.0 = 1 Die 1 bedeutet hier also LED eingeschaltet. Um die LED auszuschalten, benutzt man den Befehl PortB.0 = 0 Seite 3

Soll der Mikrocontroller die LED immer wieder ein- und auschalten, könnte man die Befehle PortB.0 = 1 und PortB.0 = 0 immer wieder untereinander schreiben. Das wäre sehr lästig (und hätte auch andere Nachteile, die wir später noch behandeln). Stattdessen schreibt man: Do Loop PortB.0 = 1 PortB.0 = 0 Der Mikrocontroller wird nun die Befehle zwischen Do und Loop, also PortB.0 = 1 und PortB.0 = 0, endlos wiederholen; es sei denn die Batterie geht leer oder jemand schaltet die Platine aus. Man spricht hier von einer Endlosschleife (loop = Schleife). Merke: Die beiden Befehle do und loop haben eine bestimmte Funktion: Sie sorgen dafür, dass alle Befehle, die zwischen ihnen stehen, fortwährend der Reihe nach wiederholt werden. Wir speichern nun das Programm ab. Es gibt übrigens viele unterschiedliche Programmiersprachen. Die Programmiersprache, die hier gerade benutzt wird, wird als BASIC bezeichnet. Jetzt muss diese Programm in den Mikrocontroller geladen werden. Man nennt diesen Vorgang Upload, zu deutsch Hochladen. Leider versteht der Mikrocontroller unsere Programmiersprache BASIC nicht direkt; es muss deswegen zuvor noch in eine Sprache übersetzt werden, die der Mikrocontroller verstehen kann. Diesen Übersetzungsvorgang nennt man compilieren. Das Compilieren erledigt BASCOM für uns mit einem Knopfdruck: Wir klicken dazu einfach die Schaltfläche an. Nun verbinden wir die Attiny-Platine mit dem Adapterkabel mit einer USB-Buchse Seite 4

am PC. Anschließend klicken wir im BASCOM-Programm auf die Upload-Schaltfläche. Nun erscheint ein neues Fenster mit dem Upload-Programm: Abbildung 7 Im linken Teilbereich siehst Du übrigens das Ergebnis des Übersetzens: ein Salat aus Ziffern und Buchstaben. Diese Folge von Buchstaben und Ziffern bilden den so genannten Maschinencode. Der Maschinencode ist genau die Sprache, die der Mikrocontroller versteht; wir tun uns da wohl etwas schwerer mit! Nun kommen die entscheidenden Schritte: 1. Schaltfläche Übertragen vorbereiten anklicken 2. Platine einschalten 3. Schaltfläche Alles übertragen anklicken Man sieht nun, wie ein Fortschrittsbalken den Vorgang des Uploads anzeigt. Und wenn wir keinen Fehler gemacht haben, dann sollte die LED auf unserer Platine jetzt blinken!!! Seite 5

Aufgaben: 1. Warum darfst Du die Attiny-Platine nicht an das Stromnetz anschließen? 2. Warum müssen bei unserem Blink-Programm noch wait-befehle eingefügt werden? 3. Die rote LED soll nun jeweils für 2 s leuchten und für 5 s aus sein. Wie muss das Programm nun lauten? 4. Nun soll eine gelbe LED bei PortB.3 angeschlossen werden. 4.1 Wo muss sie in die Buchsenleiste gesteckt werden? Markiere die Stelle mit gelber Farbe in Abb. 4. 4.2 Nur die gelbe LED soll im Sekundenrhythmus an- und ausgehen. Schreibe das zugehörige Programm auf. 4.3 Jetzt sollen die rote und die gelbe LED abwechselnd blinken. Wie sieht das Programm nun aus? 5. Recherchiere: Wofür steht die Abkürzung LED? Was bedeutet das? 6. Was ist beim Anschließen von LEDs zu beachten? 7. Was versteht man unter einem Programm? 8. Wozu dient der Compiliervorgang? 9. Nenne eine weitere Programmiersprache. Forsche gegebenenfalls in einem Lexikon bzw. im Internet nach. 10. Wie nennt man die Anschlüsse beim Mikrocontroller, an die elektrische Geräte angeschlossen werden können? 11. Wie nennt man das Übertragen eines Programms vom PC auf den Mikrocontroller? 12. Wofür könnte die Abkürzung BASCOM stehen? Seite 6