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Transkript:

Unverkäufliche Leseprobe Amelie Benn Ich für dich, du für mich Christkindgeschichten Hardcover, 64 Seiten, ab 6 Jahren Illustrationen von Betina Gotzen-Beek ISBN 978-3-7855-7355-6 Format 18.0 x 24.5 cm 7.95 (D), 8.20 (A) Juni 2012 Alle Rechte vorbehalten. Die weitere Verwendung der Texte und Bilder, auch auszugsweise, ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages urheberrechtswidrig und strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen. 2012 Loewe Verlag, Bindlach

Im Winterwald Es war einmal in einer wunderschönen Weihnachtsnacht. Tausende von Sternen strahlten vom wolkenlosen Himmel. Eine dicke Schneeschicht lag auf den Straßen, Feldern und Wäldern. Der Schnee glitzerte im Mondlicht wie ein Meer von Diamanten. Das Christkind war sehr zufrieden. Es hatte alle Geschenke verteilt und konnte jetzt noch den Rest von Heiligabend genießen. Neugierig blickte es durch eines der Fenster. Ein paar Kerzen erhellten den kleinen Raum. Eine Familie stand um den geschmückten Tannenbaum herum und sang. Die Augen der Kinder leuchteten. Unter dem Baum lagen kleine und große Geschenke verstreut. Alle waren mit bunten Schleifen verziert. Weihnachten ist sooo schön! Das Christkind seufzte selig.

Es wandte sich vom Fenster ab und sah die mit Schnee bedeckte Straße hinunter. Alles war ruhig und friedlich. Ganz am Ende leuchtete eine einsame Straßenlaterne und dahinter begann der Wald. Das Christkind beschloss, vor seiner Heimreise noch bei den Tieren im Wald vorbeizuschauen. Stille Nacht, heilige Nacht, sang das Christkind leise vor sich hin. Es flog in den Winterwald, landete auf einer Lichtung und blickte sich um. Tiefer Schnee bedeckte den Waldboden. Auf einmal sah das Christkind einen Hasen eilig durch den Schnee auf sich zuhoppeln. Keuchend blieb er vor dem Christkind stehen. Wie gut, dass du da bist. Du bist meine letzte Hoffnung, sagte der Hase schwer atmend. Was ist passiert?, fragte das Christkind. Der Hase stellte sich auf seine Hinterbeine und blickte das Christkind mit seinen großen haselnussbraunen Augen an. Dieses Jahr ist der Winter so furchtbar kalt und wir haben schon alle unsere Vorräte aufgebraucht. Seit Tagen hungert meine Familie, und ich weiß nicht, wo ich noch etwas Essbares auftreiben soll, jammerte er. Wie kann ich dir nur helfen?, fragte das Christkind.

Hast du nicht zufällig etwas zu essen dabei? Wir brauchen gar nicht viel. Vielleicht eine Möhre oder ein paar Nüsse?, fragte der Hase bittend. Das Christkind kramte in seinen Taschen. Aber es waren nur noch ein paar Kekskrümel darin. Das Christkind hatte bereits alles an die Menschenkinder verteilt. Komm ruhig näher, forderte das Christkind ihn auf. Ich habe leider nichts mehr, was ich dir geben kann. Aber ich Das Christkind schwieg und drehte sich um. Hinter einem Baumstamm saß ein Fuchs und sah schüchtern zu ihnen herüber. Der Hase warf dem Fuchs einen misstrauischen Blick zu und duckte sich ängstlich. Hab keine Angst. Solange ich da bin, passiert dir nichts, beruhigte das Christkind den Hasen.

Vor Kälte zitternd kam der Fuchs näher und setzte sich vor das Christkind. Ich hab soooolch einen Huuunger!, jammerte der Fuchs. Doch bevor das Christkind etwas erwidern konnte, war auf einmal lautes Flügelflattern zu hören. Das Christkind schaute nach oben. Ein Rabe landete auf einem der verschneiten Tannenbäume. Ich auch! Und was für einen Hunger!, krächzte er. Da kam plötzlich ein Biber angesprungen und setzte sich neben den Fuchs. Huuunger!, rief er. Das Christkind bemerkte eine Mäusefamilie, die sich durch den Schnee einen Weg zu ihnen bahnte. Alle riefen durcheinander und beschwerten sich über den harten Winter. Seid doch bitte alle mal einen Augenblick ruhig!, bat das Christkind. Sofort waren die Tiere still. Fragend schauten sie das Christkind an. Hmm, mal überlegen. Wo bekomme ich für euch alle etwas zu essen her? Nachdenklich sah es sich um. Am Rande der Lichtung wuchsen ein paar Apfelbäume. Das Christkind ging zu einem der Bäume, dessen kahle Äste unter der Last des Schnees beinahe zusammenbrachen. 51

Es berührte den Stamm und sagte leise: Wach auf, lieber Apfelbaum! Willst du mir deine Äpfel schenken, du guter Baum?, fragte das Christkind. Staunend sahen die Tiere des Waldes, wie der Apfelbaum sich auf einmal rührte. Er schüttelte den Schnee ab, und es sah fast so aus, als würde er sich dem Christkind zuwenden. Das Christkind schloss die Augen und konzentrierte sich. Dann umarmte es den alten Baum. Zuerst geschah nichts. Es war mucksmäuschenstill auf der Lichtung. Doch dann fing es an den Ästen des Baumes plötzlich an zu sprießen. Die Waldtiere hielten den Atem an. Winzige grüne Blätter wuchsen aus den Zweigen, dann folgten sofort zarte Apfelblüten. Im nächsten Augenblick stand der Apfelbaum bereits in voller Blüte. Kurz darauf fielen die ersten weißen Blüten vom Baum.

Ist das schön!, rief das Christkind lachend und tanzte fröhlich um den Apfelbaum herum. Ich danke dir, lieber Apfelbaum, fl üsterte das Christkind. Jetzt kannst du in Ruhe weiterschlafen. Träum was Schönes! Ein leises Seufzen war zu hören. Die letzten Blätter und Äpfel fielen zu Boden, dann war der Apfelbaum wieder vollkommen kahl. Das Christkind begann, die Äpfel vom Boden aufzuheben. Da kamen die Waldtiere langsam näher. Ein Weihnachtswunder!, krächzte der Rabe ehrfürchtig. Die Waldtiere trauten ihren Augen kaum, als auf einmal dicke runde Äpfel an den Zweigen wuchsen. Der Hase begann aufgeregt im Kreis zu hoppeln, als er das sah. Dem Biber lief das Wasser im Mund zusammen und die Mäuschen piepsten vor lauter Vorfreude. Als die Äpfel groß genug waren, schüttelte sich der Apfelbaum und die reifen Äpfel fielen zu Boden. Dann stand er wieder ganz still da. 54

Nehmt euch von den Äpfeln! Es ist genug für alle da!, forderte das Christkind die Tiere auf. Die Tiere stürzten sich auf die vielen roten Äpfel. Es war ein richtiges Festmahl! Schnell holte der Hase seine Familie dazu und alle aßen die süßen Äpfel. Am Ende lagen sie satt und zufrieden unter dem Apfelbaum. Das restliche Obst teilten die Waldtiere gerecht untereinander auf. Dann brach als Erstes der Rabe auf. Er bedankte sich bei dem Christkind und flatterte mit einem Apfel im Schnabel zurück in den dunklen Wald. Und auch die anderen Waldtiere liefen eines nach dem anderen glückselig durch den Schnee davon. Selbst die Mäuse hatten sich die Backen mit kleinen Apfelstückchen vollgepackt. Zuletzt blieb nur noch der Hase, der das Christkind glücklich anlächelte. Du hast uns gerettet. Ich danke dir von Herzen!, sagte er. Ich freue mich, dass ich euch helfen konnte. Der Winter ist bald vorbei. Dann fi ndet ihr auch wieder genug Essen, sagte das Christkind. Der Hase nickte und hoppelte mit seiner Familie zurück zu seinem Bau. Es war wieder still auf der Lichtung. Als das Christkind aufsah, bemerkte es eine Sternschnuppe, die vom Nachthimmel fiel. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Christkinds. 56 57

Was für eine wundervolle Nacht!, sagte es. Das Christkind seufzte zufrieden und machte sich dann auf seinen langen Weg zurück nach Hause.