POLLICIA-Streuobstwiesen im NSG Berntal / Bad Dürkheim - Leistadt Obstsortenliste Stand: 05.12.2011 Die Bad Dürkheimer Pollichia-Gruppe, innerhalb der Museumsgesellschaft, betreut ca. 5 ha Streuobstwiesen im Naturschutzgebiet Berntal bei Bad Dürkheim-Leistadt. Sie beherbergen eine außergewöhnlich große Vielfalt historischer Obstsorten. Viele gelten als bundesweite Raritäten. Einmalig ist der letzte hier im Berntal gefundene Altbaum des verschollen geglaubten Leistadter Rotapfels, einer Lokalsorte der Region. Ausgehend von einem Altbaumbestand aus ehemaligen Erwerbsobstpflanzungen, die noch aus der Zeit zwischen ca. 1940 bis 1980 stammen, wurde die Sammlung seit 1994 nach und nach systematisch aufgebaut und erweitert. Sie dient neben ökologischen Zwecken auch der Sortenforschung und der Erhaltung genetischer Ressourcen von Kulturpflanzen. Ein Schwerpunkt ist die Sicherung von Lokal- und Regionalsorten der Umgebung bzw. der Pfalz. Von ehrenamtlichen elfern und Aktiven des Vereins sowie von Schulklassen aus Bad Dürkheim (Valentin-Ostertag-Schule, Berufsbildende Schule) wurden ca. 150 Jungbäume auf stark wachsenden Unterlagen neu hinzu gepflanzt. Die Gesamtzahl aller Obstbäume inkl. vorhandener Altbäume liegt bei über 300. Alle Bäume sind kartiert und in einer Datenbank erfasst. Die Pflege der Bäume und Flächen erfolgt ehrenamtlich von Aktiven des Vereins Unterstützung der örtlichen Winzer, Jäger sowie vielen weiteren Förderern. Ein Teil der Flächen wird im Auftrag der SGD Süd jährlich gemäht. Eine Besonderheit ist unser Apfelsortengarten Mehrsortenbäumen. Auf einem kleineren Grundstück Niederstamm-Bäumen einer ehemaligen Erwerbsobstanlage wurden etwa 100 verschiedene Apfelsorten (teilweise über 20 pro Baum) aufgepfropft bzw. veredelt. Darunter befinden sich auch viele unbekannte, bisher noch nicht bestimmbare Sorten zur einstweiligen Sicherung und zu Vergleichszwecken. Soweit Jungbäume noch keine Früchte getragen haben, kann für die in der Liste aufgeführten Obstsorten keine Gewähr für Sortenechtheit gegeben werden. In der nachstehenden Liste werden grundsätzlich nur die vollständigen pomologischen Namen verwendet. Erläuterung der verwendeten Abkürzungen / Fußnoten: 1) = Lokal-/Regionalsorte, 2) = vorläufiger Arbeitsname (AT = Arbeitstitel) = ochstamm, ha = albstamm, B = Busch, ei = eister, P = aufgepfropft Fettschrift = Altbaum, Normalschrift = Jungbaum 1. Äpfel Adersleber Kalvill Kobertsapfel 1) P Ananasrenette P Königlicher Kurzstiel P Antonowka P Königinapfel P Antonowka Anderthalbpfündiger P Korbiniansapfel P Apfel aus Croncels Krügers Dickstiel P Seite 1 von 5
Bachapfel 1) (= Kleiner Fleiner) P Langer Grüner Gulderling Baumannsrenette P Leistadter Rotapfel 1) ha, Bellefleur Kitajka P Lodi P Bellefleur Krasnij P Lothringer Rambur P Berner Rosenapfel P Luxemburger Renette P Bessemjanka schurina P Martens Sämling P Biesterfelder Renette (?) P Martiniapfel P Bismarckapfel P McIntosh Typ Rogers P Boikenapfel P Melrose B Borsdorfer Kitajka P Minister von ammerstein P Bramleys Sämling P Mutterapfel P Brauner Matapfel (Kohlapfel), ha, P Nathusius Taubenapfel P Büchelberger Schafsnase 1) P Oberdiecks Renette P Carola P Ontario ha Carpentin P Orleansrenette P Champagnerrenette Papeleus Rambur P Christkindler 1) ha, P Parkers Pepping P Cox Orangenrenette P Pepping Kitajka P Cox Pomona P Pfirsichroter Sommerapfel P Danziger Kantapfel ha, P Prinz Albrecht von Preußen Dülmener erbstrosenapfel Puhlapfel 1) P Edelborsdorfer P Purpurroter Cousinot P Eifeler Rambur, Purpurroter Zwiebelapfel P Ellisons Orangenpepping P Red Delicious B Erbachhofer Mostapfel Rheinischer Winterrambur Ernst Bosch P Rheinische Schafsnase P Feys Rekord P Ribston Pepping ha, P Finkenwerder erbstprinz P Riesenboiken P Freiherr von Berlepsch (rot) B Rote Elsässer Renette P Freinsheimer Taffetapfel 1) ha, P Roter Astrachan P Früher Viktoria P Roter Augustiner (Wollenschläger) Geflammter Kardinal P Roter Bellefleur (Siebenschläfer) Geheimrat Dr. Oldenburg B Roter Boskoop B, ha Gelber Bellefleur P Roter Eiserapfel Gelber Edelapfel P Roter Gravensteiner Gelbe Schafsnase Roter erbstkalvill P Gestreifter Matapfel P Roter Stettiner Gestreifter Leistadter (AT) 2) P Roter Winterkalvill P Gloria Mundi Roter Trierer Weinapfel Gloster 69 B Rote Sternrenette Golden Delicious B Schöner aus Boskoop Goldrenette von Blenheim Schöner von Nordhausen P Grahams Jubiläumsapfel P Schöner von Wiltshire P Granny Sh B Schwarzschillernder Kohlapfel (?) ha Grasblümchen 1) P Signe Tillisch P Graue Französische Renette ha, P Spätblühender Taffetapfel P Seite 2 von 5
Gravensteiner P Striesselapfel (Schaffelder)? P Große Kasseler Renette P Suislepper P Großer Rheinischer Bohnapfel Uhlhorns Augustkalvill? P Grüner Winterstettiner? P Ulmer Polizeiapfel P Grüner Wissinger 1) P Weinling (Weißapfel ) 1) P arbertsrenette P Weinröschen 1) auxapfel P Weißer Klarapfel ha eimeldinger 1) Weißer Matapfel P errgottsapfel 1) Weißer Winterglockenapfel P imbeerapfel von olowaus P Weißer Wintertaffetapfel P olsteiner Cox P Winterbananenapfel P Idared B Wintergoldparmäne ha Ingrid Marie P Winterprinzenapfel Jakob Lebel, Zuccalmaglios Renette P Jamba P Kaiser Alexander Kartäuserapfel 1) 2. Birnen Alexander Lucas Mollebusch Amanlis Butterbirne Napoleons Butterbirne Blutbirne P Pastorenbirne, Bunte Juli Rosenwasserbirne 1), Kuhfuß? Clapps Liebling B Schweizer Wasserbirne Frankelbacher Weinbirne 1) Seitersbirne 1) Freckenfelder Zuckerbirne 1) Sievenicher Mostbirne Gräfin von Paris B Sommerapothekerbirne Grüne Sommermagdalene, ha Sparbirne (Jakobsbirne) Gute Graue St. Remy Gute Luise von Avranches Stuttgarter Geishirtle ardenponts Winterbutterbirne P Trockener Martin P erbstfeigenbirne (Grunbirne) ha, P Triumph von Vienne P Kaiserbirne dem Eichblatt P Veldenzer 1) P Knausbirne Waldseer Gewürzbirne 1) Köstliche von Charneu Waldseer Schmalzbirne 1) Michelsbirne ha Williams Christ Birne, B Windsorbirne ha, P Seite 3 von 5
3. Kirschen Bankhardtskirsche 1) Königin ortense P Benjaminler Kordia P Burlat Kunzes Kirsche Büttners Rote Knorpel, Lambsheimer Kurzstiel 1) Dankelmann-Ähnliche (AT) 2) ha, P Ludwigs Frühe (= Königliche ha Amarelle) Dannenfelser Mohrenkirsche 1) P Maibigarreau P (=Schwarzkirsche/Mohrenkirsche) Dönissens Gelbe P Molkenkirsche? ha, P Erpolzheimer Frühe 1), ha, P Moserkirsche Freinsheimer Schwarzkirsche 1), Regina P (= Schwarzkirsche/Mohrenkirsche) Frühe Französische P Rote Straußkirsche 1) ha, P Frühe Rivers (= Freinsheimer ha, P Schattenmorelle ha Schlosskirsche) Frühe Rote Meckenheimer Schneiders-Ähnliche aumüller P (AT) 2) Früheste der Mark (= Speyerer P Schneiders Späte Knorpel, Maikirsche) Große Prinzessin ha Schwäbische Weinweichsel (= Napoleonskirsche) Große Schwarze Knorpel Steinbacher Rotbunte (AT) 2) P aumüllers Mitteldicke Souvenir des Charmes ha, P edelfinger Riesenkirsche, ha Teickners Schwarze erzkirsche P engstbacher Frühe 1) P Werdersche Braune P Jaboulay Kassins Frühe Knauffs Kirsche? ha 4. Mirabellen, Pflaumen, Zwetschgen Czarpflaume ha Nancy Mirabelle Ersinger Frühzwetschge Oullins Reneclode ha Große Grüne Reneklode, Wangenheims Frühzwetschge Kandeler Zuckerzwetschge 1) Seite 4 von 5
5. Quitten Ingenheimer Bombenquitte (AT) 2) ha Konstantinopler Apfelquitte ha Portugiesische Birnquitte ha 6. Pfirsiche, Aprikosen Dürkheimer Goldaprikose 1) B Weißer Magdalener (Säml.) B 7. Mandeln Dürkheimer Prachtmandel ha Geisenheim IV Dürkheimer Riesenmandel ha Große Prinzessmandel (DLR) Ferragnes (= Essmandel Rupp) ha, Perle der Weinstraße (= Rosemarie aus Waldsee (AT)) ha 8. Wildobstarten Eberesche ei Weiße Maulbeere, ei Elsbeere ei Wildapfel ei Mispel (P) Wildbirne Speierling Walnuß Summe vorhandener Obstsorten bzw. -arten insgesamt: a) namentlich bekannte Sorten: 225 davon Äpfel 133 Birnen 35 Kirschen 39 Mirab./Zwe. 7 Sonstige 11 b) Wildobstarten: 8 c) weitere noch nicht bestimmte Sorten: ca. 20 Summe: ca. 250 verschiedene Obstsorten bzw. -arten Die Zusammenstellung entspricht unserem derzeitigen Erkenntnisstand. Kontaktadresse: Dr. Philipp Eisenbarth, Im Röhrich 56, 67098 Bad Dürkheim, Tel. 06322/5473, email: philipp-eisenbarth(at)t-online.de Seite 5 von 5