Fehlerstrom-Schutzschalter 1
Geschichte des Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) Die Entwicklung des Fehlerstrom- Schutzschalters (Residual Current Protective Devices RCD) ist sehr eng an die FI-Schutzschaltung angekoppelt Die RCD-Schutzschaltung wurde 1928 vom Rheinisch-Westfälischen- Energiewerk (RWE) zum Patent angemeldet. Ausgehend von der Hochspannungstechnik wurde der Summenstromschutzschalter zunächst Differential- Schutzschalter und später dann Fehlerstrom-Schutzschalter genannt 2
Geschichte des Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) Mit diesem Schalter sollten Unfallgefahren für Menschen und Tiere auch beim Berühren eines unter Spannung stehenden Leiters und Brände durch Erdschlüsse sicher verhindert werden Personenschutz bei direkter und indirekter Berührung Brandschutz 3
Auswirkungen des Stromes auf den menschlichen Körper Physikalische und chemische Wirkung: - Strommarken an der Stromeintrittstelle - Innere Verbrennungen, z.b. an Gelenken - Flüssigkeitsverlust, Verkochen Physiologische Wirkung - Muskelkontraktionen - Nervenerschütterungen - Blutdrucksteigerung - Herzkammerflimmern, Herzstillstand 0,0045mA 1,2mA 9,0mA 20,0mA 80,0mA (untere Grenzwerte) Wahrnehmbarkeit mit der Zunge Wahrnehmbarkeit mit den Fingern Muskelverkrampfung Verkrampfung der Atemmuskulatur Herzkammerflimmern (Einwirkdauer >1s) 4
Auswirkungen des Stromes auf den menschlichen Körper Die Schäden auf den menschlichen Körper sind im wesentlichen von der Stromstärke und der Einwirkdauer abhängig 0,0045mA 1,2mA 9,0mA 20,0mA 80,0mA (untere Grenzwerte) Wahrnehmbarkeit mit der Zunge Wahrnehmbarkeit mit den Fingern Muskelverkrampfung Verkrampfung der Atemmuskulatur Herzkammerflimmern (Einwirkdauer >1s) 5
DIN VDE 0100-530: 2005-06 Warum Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen? Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD s) mit einem Bemessungsdifferenzstrom I N 300mA dienen als Maßnahme für den vorbeugenden Brandschutz, wenn dies gefordert wird 6
DIN VDE 0100-530: 2005-06 Warum Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen? 531.3.6 Anforderungen an die Auswahl von Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCD s) für den zusätzlichen Schutz Die Anwendung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom I N 30mA ist als zusätzlicher Schutz gegen elektrischen Schlag im normalen Betrieb bei Versagen der anderen Schutzmaßnahmen oder Sorglosigkeit des Benutzers anerkannt. Die Anwendung solcher Schutzeinrichtungen ist nicht als alleiniges Mittel des Schutzes anerkannt und schließt nicht die Notwendigkeit zur Anwendung der Schutzmaßnahmen zum Basisschutz und zum Fehlerschutz nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) aus. Der Fehlerschutz (Schutz bei indirektem Berühren) und der zusätzliche Schutz dürfen durch dieselbe Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) erfüllt werden, vorausgesetzt der Bemessungsdifferenzstrom ist I N 30mA. Diese Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) muss an der Einspeisung des Stromkreises errichtet werden. Zur Schutzpegelerhöhung des Verbraucherstromkreises nach einer Steckdose darf auch eine in dieser Steckdose integrierte oder zusammen mit dieser fest installierten Steckdose in einer Einbaueinheit zusammengebaute Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) eingesetzt werden. 7
DIN VDE 0100-530: 2005-06 Warum Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen? Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD s) mit einem Bemessungsdifferenzstrom I N 30mA dienen als zusätzlicher Schutz gegen elektrischen Schlag bei Versagen von Schutzmaßnahmen oder Sorglosigkeit des Benutzers Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) darf nicht als alleinige Schutzmaßnahme angewendet werden. Es ist immer der Basisschutz und der Fehlerschutz nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) vorzusehen 8
DIN VDE 0100 Teil 410 Schutz gegen elektrischen Schlag Es ist immer: ein Fehlerschutz (Schutz bei indirektem Berühren) und ein Basisschutz (Schutz gegen direktes Berühren) vorzusehen 9
Wirkungsweise des Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) Im Normalfall wird durch die Summe der in die Anlage hinein fließenden Ströme ein Magnetfeld aufgebaut, das durch das Magnetfeld der zurück fließenden Ströme aufgehoben wird (Vektorielles Gleichgewicht) Nach Kirchhoff ist die Summe der Ströme gleich Null, wenn das System ungestört ist Wird das System durch einen Fehler gestört, so ist das Gleichgewicht der Ströme nicht mehr gewährleistet. In der Auslösewicklung des Summenstromwandlers wird eine Spannung induziert = 10
Wirkungsweise des Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) Die Abschaltung wird eingeleitet, wenn die induzierte Spannung einen bestimmten Wert, den Auslösewert, überschreitet Zur Abschaltung muss der RCD- Schutzschalter ohne Hilfsenergie auskommen Im Fehlerfall muss der RCD- Schutzschalter innerhalb von 0,2 Sekunden abschalten = 11
Wirkungsweise des Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) Ein RCD-Schutzschalter enthält einen magnetischen Kreis in Form eines Ringkerns, um den die Hauptstromkreise geführt sind. Eine Sekundärwicklung speist ein Relais Wenn auf der Verbraucherseite ein Fehlerstrom auftritt, wird das vektorielle Gleichgewicht gestört und es fließt in der Messwicklung ein Strom, der proportional zum Fehlerstrom ist und das Relais auslöst 12
Wirkungsweise des Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) I1: Eingangsstrom des Verbrauchers I2: Ausgangsstrom des Verbrauchers Id: Fehlerstrom Ic Id I2 I1 Ic: Körperstrom bei Berührung des unter Spannung stehenden Körpers Id Ic Ra: Erdungswiderstand Ra 13
VDE 0100 1 Teil 410 / 2007-06 Schutzmaßnahmen: Schutz gegen elektrischen Schlag Springbrunnen Gartensteckdosen Schwimmbad Sauna 2 Teil 482 / 2003-06 Brandschutz bei besonderen Risiken und Gefahren Außensteckdosen Terrasse 3 Teil 559 / 2006-06 Leuchten und Beleuchtungsanlagen (Ausstellungsstände für Leuchten) 4 Teil 701 / 2008-10 Räume mit Badewanne oder Dusche (RCD zwingend) Geräte Schlafzimmer Kind Kind Wohnzimmer Treppenhaus Hobbyraum Hauswirtschaftsraum Bad Dusche Flur WC Küche Vorrat 5 Teil 702 / 2003-11 Becken von Schwimmbädern und andere Becken (RCD-Schutz zwingend) Steckdosen mit einem Bemessungsstrom bis 20A, die für die Benutzung durch Laien bestimmt sind Endstromkreise für im Außenbereich verwendete tragbare Betriebsmittel mit einem Bemessungsstrom bis 32A Alle Endstromkreise (zb.: auch Beleuchtung) nach DIN VDE 0100-701, DIN VDE 0100-702 und DIN VDE 0100-703 14
VDE 0100 6 Teil 703 / 2006-02 Räume und Kabinen mit Saunaheizung (RCD zwingend) Springbrunnen Gartensteckdosen Schwimmbad Sauna 7 Teil 737 / 2002-01 Feuchte und nasse Bereiche und Räume und Anlagen im Freien (RCD zwingend) Geräte Außensteckdosen Terrasse Schlafzimmer Kind Kind Wohnzimmer 8 in den weiteren Teilen der DIN VDE 0100-7. Treppenhaus Hobbyraum Hauswirtschaftsraum Bad Dusche Flur WC Küche Vorrat Steckdosen mit einem Bemessungsstrom bis 20A, die für die Benutzung durch Laien bestimmt sind Endstromkreise für im Außenbereich verwendete tragbare Betriebsmittel mit einem Bemessungsstrom bis 32A Alle Endstromkreise (zb.: auch Beleuchtung) nach DIN VDE 0100-701, DIN VDE 0100-702 und DIN VDE 0100-703 15
DIN IEC 60364-4-41 (VDE 0100 Teil 410):2007-06 411.3.3 Zusätzlicher Schutz für Endstromkreise 411.3.3.1 In Wechselspannungssystemen muss ein zusätzlicher Schutz durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) nach 415.1 (Bemessungsdifferenzstrom 30 ma) vorgesehen werden für: - Steckdosen mit einem Bemessungsstrom bis 20 A, die für die Benutzung durch Laien bestimmt sind und - Endstromkreise für im Außenbereich verwendete, tragbare Betriebsmittel, mit einem Bemessungsstrom bis 32 A 16
DIN IEC 60364-4-41 (VDE 0100 Teil 410):2007-06 411.3.3 Zusätzlicher Schutz für Endstromkreise Ausnahme darf gemacht werden für: - Steckdosen, die Elektrofachleute überwachen, - Steckdosen, die jeweils für den Anschluss nur eines bestimmten Betriebsmittels errichtet werden 17
E DIN IEC 60364-4-41 (VDE 0100 Teil 410):2003-04 411.3.3 Zusätzlicher Schutz für Endstromkreise 411.3.3.1 In Wechselspannungssystemen muss ein zusätzlicher Schutz durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) nach 415.1 vorgesehen werden für: - Steckdosen mit einem Bemessungsstrom bis 20 A, die für die Benutzung durch Laien bestimmt sind und ANMERKUNG 1: Dieser zusätzliche Schutz darf in der Steckdose (SRCD) oder im Stromkreis, der die Steckdose versorgt, sein, ANMERKUNG 2: In Spanien muss dieser zusätzliche Schutz für Steckdosen mit einem Bemessungsstrom bis 32 A, die für die Benutzung durch Laien bestimmt sind, vorgesehen werden. - Endstromkreise für im Außenbereich verwendete tragbare Betriebsmittel mit einem Bemessungsstrom bis 32 A 18
Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) vom 7. August 1996 (BGBl. I S. 1246) zuletzt geändert durch Artikel 11 Nr. 20 des Gesetzes vom 30. Juli 2004 (BGBl. I S. 1950) 4 Allgemeine Grundsätze Der Arbeitgeber hat bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes von folgenden allgemeinen Grundsätzen auszugehen: 1. Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird; 2. Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen; 3. Bei den Maßnahmen sind der Stand von Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen; 4. Maßnahmen sind mit dem Ziel zu planen, Technik, Arbeitsorganisation, sonstige Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz sachgerecht zu verknüpfen; 5. Individuelle Schutzmaßnahmen sind nachrangig zu anderen Maßnahmen; 6. Spezielle Gefahren für besonders schutzbedürftige Beschäftigtengruppen sind zu berücksichtigen; 7. Den Beschäftigten sind geeignete Anweisungen zu erteilen; 8. Mittelbar oder unmittelbar geschlechtsspezifisch wirkende Regelungen sind nur zulässig, wenn dies aus biologischen Gründen zwingend geboten ist. Aus CD BGFE Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik Version 3.2.0 Stand 2006 19
DIN VDE 0100-530 :2005-06 535.2.3 Koordination von Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCDs) mit Überstromschutzeinrichtungen 1. Kurzschlussschutz (Backup-Schutz) (für alle Bemessungsdifferenzströme) nach Angabe des Herstellers Hager Kurzschlussfestigkeit des FI mit Vorsicherung oder LS-Schalter Die Eigenkurzschlussfestigkeit des RCD-Schutzschalters liegt bei 1500A 20
DIN VDE 0100-530 :2005-06 535.2.3 Koordination von Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCDs) mit Überstrom- Schutzeinrichtungen Nennstrom des 2. Überlastschutz FI-Schalters 25 A 40 A 63 A 100 A Nennstrom des 25 A 40 A 63A 100 A SLS-Schalters Anmerkung: Zur Vermeidung der Überlastung kann auch der zu erwartende Betriebsstrom als Bemessungsgrundlage herangezogen werden 40A 40A 40A 16A 13A 10A 21
Mindestausstattungswerte nach DIN 18015-1 : 2002-09 3. Anzahl der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen Forderung nach Fehlerstromschutz Die Zuordnung von Fehlerstrom- Schutzschalter zu den Stromkreisen ist so vorzunehmen, dass das Abschalten eines Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) nicht zum Ausfall aller Stromkreise führt. Ausgenommen sind selektive Fehlerstrom-Schutzschalter 22
Mindestausstattungswerte nach DIN 18015-1E 2006-05 5.2.3 Aufteilung der Stromkreise und Koordination von Schutzeinrichtungen Die Zuordnung von Anschlussstellen für Verbrauchsmittel zu einem Stromkreis ist so vorzunehmen, dass durch das automatische Abschalten der diesem Stromkreis zugeordneten Schutzeinrichtung (z. B. Leitungsschutzschalter, Fehlerstrom- Schutzschalter) im Fehlerfall oder bei notwendiger manueller Abschaltung nur ein kleiner Teil der Kundenanlage abgeschaltet wird. Hiermit wird die größtmögliche Verfügbarkeit der elektrischen Anlage für den Nutzer erreicht. Um Selektivität in einer elektrischen Anlage bei einer Hintereinanderschaltung von Schutzgeräten zum Überstromschutz und zum Schutz gegen elektrischen Schlag (wie Leitungsschutzschalter und Fehlerstrom-Schutzschalter) zu erreichen, ist der Einsatz von Geräten mit entsprechenden Selektiveigenschaften erforderlich 23
DIN VDE 0100-530 :2005-06 531.3.3 Vermeidung von unerwünschtem Abschalten 3. Anzahl der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen Um unerwünschtes Abschalten durch Schutzleiterströme und/oder Erdableitströme zu vermeiden, darf deren Summe auf der Lastseite der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) nicht mehr als das 0,4fache des Bemessungsdifferenzstroms betragen. Gegebenfalls muss eine Aufteilung der Stromkreise auf mehrere Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCDs) erfolgen. Mindestausstattungswerte nach DIN 18015-1 : 2002-09 Für eine Wohnung Mikrowellengerät Geschirrspülmaschine Waschmaschine Wäschetrockner Warmwassergerät Gefrierschrank Kühlschrank Computer DIN VDE 0701-1 (VDE 0701 Teil 1):2000-09 5.5.4 Der Schutzleiterstrom darf 3,5 ma nicht übersteigen 24
DIN VDE 0100-530 :2005-06 531.3.3 Vermeidung von unerwünschtem Abschalten 3. Anzahl der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen Beispiel: Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen 30 ma X 0,4 = 12 ma für einen 30mA FI maximaler Schutzleiterstrom In der Wohnung oder Haus sind nach DIN 18015-1 folgende Verbraucher vorzusehen Geschirrspülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner, Mikrowellengerät, Warmwassergeräte (mit separaten Stromkreisen) und weitere Geräte an Steckdosenstromkreise wie Gefrierschrank, Kühlschrank, Computer, Bügeleisen,Heizlüfter, Dunstabzugshaube, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Toaster, u.s.w. 25
DIN VDE 0100-530 :2005-06 531.3.3 Vermeidung von unerwünschtem Abschalten Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) müssen so ausgewählt und die elektrischen Stromkreise einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) oder mehrerer Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) müssen so zugeordnet sein, dass im vorgesehenen Normalbetrieb einer nach den Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) errichteten Anlage ein unerwünschtes Abschalten unwahrscheinlich ist. Um unerwünschtes Abschalten durch Schutzleiterströme und/oder Erdableitströme zu vermeiden, darf deren Summe auf der Lastseite der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) nicht mehr als das 0,4fache des Bemessungsdifferenzstroms betragen. Gegebenenfalls muss eine Aufteilung der Stromkreise auf mehrere Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) erfolgen. 26
DIN VDE 0100-300:1996-01 3. Anzahl der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen 314 Aufteilung der Stromkreise 314.1 Jede Anlage muss - soweit erforderlich- in mehrere Stromkreise aufgeteilt werden, um - Gefahren zu vermeiden und die Folgen von Fehlern zu begrenzen - Gefahren zu berücksichtigen, die durch einen Fehler in nur einem Stromkreis entstehen können, z. B. in einem Beleuchtungsstromkreis - die sichere Kontrolle, Prüfung und Instandhaltung erleichtern 314.2 Getrennte Verteilungsstromkreise müssen für die Teile der Anlage vorgesehen werden, die deshalb getrennt betrieben werden müssen, damit diese Stromkreise nicht durch den Ausfall anderer Stromkreise beeinflusst werden 27
DIN IEC 60364-4-41 (VDE 0100 Teil 410):2007-06 411.3.3 Zusätzlicher Schutz für Endstromkreise - Zur Erfüllung dieser Anforderungen empfiehlt sich der Einsatz einer netzspannungsunabhängigen Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit eingebautem Überstromschutz (FI/LS-Schalter) nach DIN EN 61009-2-1 (VDE 0664-21) in jedem Endstromkreis - Diese Schutzeinrichtungen ermöglichen Personen-, Brand- und Leitungsschutz in einem Gerät 28
Fehlerstromtypen 29
DIN VDE 0100-530 :2005-06 531.3 Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) Nichtlineare elektrische Verbraucher Im Fehlerfall elektronischer Betriebsmittel treten Gleich-Fehlerströme auf!! (A)!! (A) Negative Beeinflussung des Abschaltvermögens von Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCDs) des Typ A durch Gleichstromvormagnetisierung! Bei Schaltungen 2, 3, 6 und 7 sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) des Typs B vorzusehen (! gekennzeichnet). 30
Beeinflussung durch elektronische Betriebsmittel Frequenzumrichter kontra RCD`s? Problem 1 Erhöhte Ableitströme Ursachen Erforderliche Netzfilter, abgeschirmte Leitungen Problem 2 Gleichfehlerströme Ursachen Körper oder Erdschluss in Gleichstromnetzteilen ohne Trafo 31
DIN VDE 0100-530 :2006-06 Koordination der Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen 531.3 Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCDs) 531.3.1 Allgemeines Den Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) des Typs B dürfen Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen des Typs A nicht vorgeschaltet werden Legende a) Stromkreise, bei denen im Fehlerfall Wechselfehlerströme oder/und pulsierende Gleichfehlerströme auftreten können. b) Stromkreise, bei denen im Fehlerfall Wechselfehlerströme oder/und pulsierende Gleichfehlerströme oder/und glatte Gleichfehlerströme auftreten können. 32
DIN VDE 0100-530 :2005-06 535.2 Koordination von Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCDs) 535.2.2 Selektivität Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) untereinander - die vorgeschaltete Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCDs) ist vom Typ S und - muss mindestens ein Bemessungsfehlerstromverhältnis von 1:3 haben Kurzschlussschutz 33
DIN VDE 0100-530 :2006-06 535.2.2 Selektivität Eine Selektivität zwischen in Reihe geschalteten Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCDs) kann aus Betriebsgründen zur Sicherstellung einer hohen Verfügbarkeit erforderlich sein. Selektivität liegt dabei vor, wenn bei einem Fehlerstrom gegen Erde nur die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) abschaltet, die der Fehlerstelle unmittelbar vorgeschaltet ist. Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) nach DIN EN 61008-1 (VDE 0664-10) und nach DIN EN 61009-1 (VDE 0664-20) sind zueinander selektiv, wenn die vorgeschaltete Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) vom Typ S ist und einen Bemessungsdifferenzstrom hat, der mindestens das 3fache des Wertes der nachgeschalteten Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) beträgt. 34
DIN VDE 0100-530 :2005-06 Koordination der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen Selektive Fehlerstromschutzschalter - Sie besitzen ein verzögertes Auslöseverhalten von mindestens 0,04s und arbeiten somit zeitlich selektiv zu den in Reihe geschalteten Fehlerstromschutzschaltern herkömmlicher Bauart - Sie sind stoßstromfest bis 3000A und erfüllen somit die Schutzanforderungen gegen Ausschaltung von impulsförmigen Fehlerströmen 35
DIN VDE 0100-530 :2006-06 Vorschlag einer Stromkreisaufteilung Unter Berücksichtigung: - des Personenschutzes (Fehlstrom 30 ma) und - des Brandschutzes (Fehlstrom 300 ma) - der Trennung von Beleuchtungsstromkreisen und 30 ma fehlstromüberwachten Steckdosenstromkreisen. FI 300mA S -selektiv (verzögert) FI 30mA FI 30mA Steckdosen bis 20A 36
DIN VDE 0100-530 :2006-06 Vorschlag einer Stromkreisaufteilung Unter Berücksichtigung: - des Personenschutzes (Fehlstrom 30 ma) und - des Brandschutzes (Fehlstrom 300 ma) - der Trennung von Beleuchtungsstromkreisen und 30 ma fehlstromüberwachten Steckdosenstromkreisen. FI 300mA FI 30mA FI 30mA Steckdosen bis 20A 37
Beeinflussung durch elektronische Betriebsmittel Durch Siebkondensatoren der Entstörfilter (EMV) auf der Netzseite, kann zu hoher Fehlerstrom auftreten! L N Elektronisches Betriebsmittel PE Zu hoher Fehlerstrom - FI - spricht an! 38
Beeinflussung durch elektronische Betriebsmittel Fehlerstrom-Schutzschalter mit erhöhter Stoßstromfestigkeit CDH440D FI- Schutzschalter 4P 40A 30mA HI Typ - Sie besitzen ein verzögertes Auslöseverhalten und sind erhöht Stoßstromfest bis 5000A - Die Geräte sind damit gegen Auslösung durch impulsförmig auftretende Fehlerströme, bei denen Fehlerstromschutzschalter herkömmlicher Bauart auslösen, geschützt - Impulsförmige Fehlerströme können auftreten bei Schaltvorgängen oder kurzzeitiger Überspannung durch atmosphärische Entladung durch Betriebsmittel mit einer Kapazität gegen Erde, z.b. große Leitungslängen oder Beleuchtungsanlagen mit EVG s H I 39
Gegenüberstellung von AC/A, G und HI Typen Auslösezeit (ms) 500 400 Selektive Zone EN 61-008 300 200 100 Standard Zone EN 61-008 Anzahl Leuchtstofflampen 15 10 5 1000 2000 3000 4000 5000 Wellenform 8/20 µs (A) 10 20 A / AC Typ Die Anzahl der Lampen bzw. PCs kann sich je nach Hersteller und Materialart jederzeit ändern!!! 30 Anzahl Computer Hi Typ G Typ 40
RCD von 16A bis 125A mit Fehlerstrom von 10mA bis 500mA QuickConnect am Zugang bei 2- und 4-poligen RCD mit 25A, 40A, 63A Alle RCD auch mit Bi-Connect Klemme am Zugang Selektive, kurzzeitverzögerte RCD 41
RCD 125A mit Fehlerströmen 300mA und 500mA Hilfsschalter mit Fernauslösung (für 125A RCD) RCD-Schalter 42
RCD Bezeichnungen am Beispiel CDA240D - C Gerätegruppe C = FI-Schalter - D Fehlerströme C = 10mA D = 30mA E = 100mA F = 300mA G = 500mA M = 100mA selektiv N = 300mA selektiv P = 500mA selektiv Bestellnummer - A Neues Design - 2 Polzahl 2 = 2-polig 4 = 4-polig - 40 Nennstrom 40 = In=40A - D Länderkennung D = Deutschland F = Frankreich C = Schweiz 43
RCD von 16A bis 125A mit Fehlerstrom von 10mA bis 500mA QuickConnect am Zugang bei 2- und 4-poligen RCD mit 25A, 40A, 63A Alle RCD auch mit Bi-Connect Klemme am Zugang Selektive, kurzzeitverzögerte RCD CDA240D RCD-Schutzschalter 2-polig 16 25A Nennstrom 16 63A Nennstrom 25 63A Nennstrom 25 63A Nennstrom 10mA Fehlerstrom 30mA Fehlerstrom 300mA Fehlerstrom 500mA Fehlerstrom 44
RCD mit QuickConnect 2-polig und 4-polig QuickConnect am Zugang bei 2- und 4-poligen RCD mit 25A, 40A, 63A Direkter Anbau von Zubehörelementen am RCD Werkzeuglose Montage der Hilfskontakte Einfache Entnahme aus einem Geräteverbund Beschriftbar mit Semiolog 45
RCD 2-polig Geringe Bauhöhe, dadurch großer Verdrahtungsraum Zusatzeinrichtungen: - Hilfsschalter und Signalkontakt - Arbeitsstromauslöser (AC und DC) - Unterspannungsauslöser (AC und DC) - Klemmenabdeckung (plombierbar) - Schlossadapter CDA240D RCD-Schutzschalter 2-polig 16 25A Nennstrom 16 63A Nennstrom 25 63A Nennstrom 25 63A Nennstrom 10mA Fehlerstrom 30mA Fehlerstrom 300mA Fehlerstrom 500mA Fehlerstrom 46
RCBO Fehlerstrom-Leitungsschutzschalter (FI / LS) RCBO - residual current operated circuit-breaker with overcurrent protection RCD-Schutzschalter und LS-Automat in einem Gehäuse (LS Auslösecharakteristik B und C) Platzsparende Installation Optische Anzeige (gelb bei Auslösung durch Fehlerstrom) Anwendungsbeispiele: - Badezimmer - Steckdose im Außenbereich - Ergänzung neuer Stromkreise 47
10kA FI / LS-Schalter Bi-Connect-Klemme im Zugang RCBO 2-polig 10kA ADA516D 6 32A Nennstrom 6 32A Nennstrom 16A Nennstrom 16A Nennstrom 30mA Fehlerstrom 30mA Fehlerstrom 10mA Fehlerstrom 10mA Fehlerstrom B C B C 48
6kA FI / LS-Schalter mit QuickConnect Technik Quick-Connect-Anschlusstechnik sowohl im Zugang (bis 40A) als auch im Abgang (bis 20A) An die FI / LS-Schalter lassen sich nachträglich Zusatzeinrichtungen wie Hilfsschalter, Signalkontakte, Arbeitsstrom- oder Unterspannungsauslöser anbauen RCBO 2-polig 6kA --------------- 6 40A Nennstrom 6 32A Nennstrom 16A Nennstrom 16A Nennstrom 30mA Fehlerstrom 30mA Fehlerstrom 10mA Fehlerstrom 10mA Fehlerstrom B C B C 49
RCBO Fehlerstrom-Leitungsschutzschalter (FI / LS) Durch Zusatzeinrichtungen erweiterbar (Hilfs-, Signalkontakt, Arbeitsstrom-, Unterspannungsauslöser) Einfache Entnahme aus einem Geräteverbund Mit Beschriftungssoftware Semiolog beschriftbar 50
RCD 4-polig Personenschutz (bei direkter und indirekter Berührung) Bi-Connect-Klemme im Zugang 4-polig verschienbar Brandschutz CDA440D RCD-Schutzschalter 4-polig Nennstrom 25A 100A Fehlerstrom 30mA PLE 4 Berührungssicher nach BGV A2 (Schutzart IP2x) 25A 125A 25A 125A 300mA 500mA 4 4 S selektive RCD 300mA mit 40A, 63A, 80A und 100A 40A 100A 300mA S 4 40A 63A 30mA Hi 4 51
RCD 4-polig Hi kurzzeitverzögerte RCD 30mA mit 40A und 63A Zusatzeinrichtungen (25A - 100A) - Hilfsschalter und Signalkontakt - Arbeitsstromauslöser (AC und DC) - Unterspannungsauslöser (AC und DC) - Klemmenabdeckung (plombierbar) - Schlossadapter CDA440D RCD-Schutzschalter 4-polig Nennstrom 25A 100A Fehlerstrom 30mA PLE 4 Zusatzeinrichtungen (125A) - 1 Wechsler und Fernauslösung 25A 125A 25A 125A 300mA 500mA 4 4 40A 100A 300mA S 4 40A 63A 30mA Hi 4 52
Zusatzeinrichtungen für 2- und 4-polige RCD bis 100A Hilfsschalter (CAxxx) und Signalkontakt (SDxxx) (immer als erste Zusatzeinrichtung anbauen) Hilfsschalter (CAxxx): - 1 Schließer und 1 Öffner, 6A Signalisiert: - Fehlerstrom - Abschaltung von Hand - Abschaltung mit Arbeitsstrom- bzw. Unterspannungsauslöser CZ001 53
Zusatzeinrichtungen für 2- und 4-polige RCD bis 100A Signalkontakt (SDxxx): -1 Schließer und 1 Öffner, 6A Signalisiert: - Fehlerstrom - Abschaltung mit Arbeitsstrom- bzw. Unterspannungsauslöser - Betätigung der Test-Taste am RCD Test-Taster, um angeschlossene Geräte am Hilfskontakt zu prüfen (RCD ausgeschaltet) Reset-Taster zum Rücksetzen eines Alarmsignals ohne den RCD wieder einzuschalten CZ001 54
Zusatzeinrichtungen für 2- und 4-polige RCD bis 100A Arbeitsstromauslöser: - 2 Ausführungen für AC und DC MZ203: 230V - 415V AC 110V - 130V DC MZ204: 24V - 48V AC 12V - 45V DC Anwendung: Fernabschaltung des RCD (z.b. von einem Tableau) MZ204 55
Zusatzeinrichtungen für 2- und 4-polige RCD bis 100A Beim Einsatz eines Arbeitsstromauslösers ist immer zuerst der Hilfsschalter / Signalkontakt anzubauen MZ204 56
Zusatzeinrichtungen für 2- und 4-polige RCD bis 100A Unterspannungsauslöser MZ205 - AC und DC Ausführung - 48V DC (MZ205) - 230V AC (MZ206) - Anwendung z.b. für Motorschutz... - Beim Einsatz eines Arbeitsstromauslösers ist immer zuerst der Hilfsschalter / Signalkontakt anzubauen MZ205 57
Zusatzeinrichtungen für 2- und 4-polige RCD bis 100A Spannungsdiagramm Unterspannungsauslöser 58
Schaltbilder RCD-Schutzschalter RCD-Schutzschalter 25-100A RCD-Schutzschalter 125A 59
Zusatzeinrichtungen für 2- und 4-polige RCD 25A bis 100A 2-polig oder 4-polig MZ205, MZ206 MZ203, MZ204 CZ001 (muss immer zuerst angebaut werden) 60
Zusatzeinrichtungen für 4-polige RCD 125A, 4 PLE CGA400 CZ009 61