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Transkript:

Gebärmuttermyomembolisation Patienteninformation Interventionelle Radiologie: Ihre Alternative zur Chirurgie www.cirse.org www.uterinefibroids.eu Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe

Patienteninformation Die häufigsten Tumore in den weiblichen Geschlechtsorganen Was ist ein Gebärmuttermyom? Die auch Fibroide oder Leiomyome genannten gutartigen Tu mo - re wachsen in der Muskelwand des Uterus. Die genaue Ur sache für das Entstehen von Myomen ist unklar, Untersuchun gen deu - ten jedoch darauf hin, dass sie auf eine genetische Ver anla gung zurückzuführen sind sowie auf eine dadurch entstan dene Em - pfänglichkeit für Hormonstimulation. Die Größe von Myomen variiert stark und reicht von winzigen Gewächsen bis hin zu Tu moren von der Größe einer Melone. In manchen Fällen verur - sa chen sie das Anwachsen der Gebärmutter bis zu einer Größe, die einer 5-monatigen Schwangerschaft entspricht. Eileiter Intramurales Myom Eierstock Submuköses Myom Stilartiges subseröses Myom Eierstock Stilartiges submuköses Myom Intramurales Myom Gebärmutterhals Vagina Man unterscheidet drei Hauptarten von Gebärmuttermyomen: Subseröse Myome entstehen unter der äußeren Schicht des Uterus und dehnen sich nach außen durch diese Schicht aus, wodurch der Uterus knotenhaft aussieht. Intramurale Myome entstehen zwischen den Uterusschichten und dehnen sich nach innen aus, wodurch sie den Uterus vergrößern. Diese Vergrößerung ist bei einer gynäkologischen Untersuchung spürbar. Die meisten Myome gehören zu dieser Gruppe. Submuköse Myome liegen an der Innenseite des Uterus. Sie kommen am seltens - ten vor, können jedoch die größten Probleme verursachen; selbst ein kleines Myom kann zu starken, schmerzhaften und sehr lange andauernden Menstruationsblutungen führen.

Gebärmuttermyomembolisation Die Symptome Je nach Lage, Größe und Anzahl der Myome können Patientinnen die folgenden Symptome aufweisen: Beckenschmerzen Druck- oder Schweregefühl im Becken Rückenschmerzen oder Schmerzen in den Beinen Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs Blasendruck und dadurch das ständige Gefühl, urinieren zu müssen Druck auf den Darm, der zu Verstopfung und Blähungen führt Abnormale Vergrößerung des Bauches Starke, lange Menstruationsblutungen und abnormale Blu tungen, manchmal mit geronnenem Blut. Dies kann in vielen Fällen zu Anämie (Blutarmut) führen. Die meisten Myome verursachen keine Symptome. Nur 10 bis 20 % aller Frauen mit Myomen müssen behandelt werden. Bei wem kommen Gebärmuttermyome vor? Gebärmuttermyome treten häufig auf, sind jedoch oft sehr klein und verursachen keine Probleme. 20-40 % aller Frauen über 35 Jahre haben mittelgroße bis große Gebärmuttermyome. Frauen afrikanischen Ursprungs haben ein höheres Risiko; bis zu 50 % haben mittelgroße bis große Gebärmuttermyome. Myome können bei Frauen schon zwischen dem 20. und 30. Le bensjahr entstehen, obwohl die ersten Symptome meist erst zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auftreten. Es ist nicht vor hersehbar, ob ein Myom wachsen oder Symptome verursachen wird. Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe

Patienteninformation Das Prinzip der Gebärmuttermyomembolisation Führungsdraht Oberschenkelarterie Gebärmutter Vagina Durch einen kleinen Einstich in die Haut wird ein Leitdraht durch die Oberschenkelarterie in die Gebärmutterarterie, die den Tumor mit Blut versorgt, geführt. Obwohl Gebärmuttermyomembolisationen erst seit 1995 durchgeführt werden, sind sie keine Neuigkeit. Embolisa - tion wird von interventionellen Radiologen be reits seit über 20 Jah ren erfolgreich angewandt um z.b. starke Blutungen nach einer Entbindung zu stillen. Gebärmuttermyomembolisatio nen wer den mittlerweile in zahl reichen Krankenhäusern weltweit durchgeführt. C RSE

Gebärmuttermyomembolisation Der Eingriff Gebärmutterarterie Myom Gefäße Führungsdraht Ein Führungsdraht wird zur Gebärmutterarterie, die den Tumor mit Blut versorgt, geführt. Mikrokatheter Mikropartikel Führungsdraht Ein Mikrokatheter wird über den Führungsdraht in den Körper geschoben. Dadurch können Kontrastmittel und Mikropartikel injiziert werden. Die Mikropartikel werden durch die starke Blutzufuhr zum Myom gezogen und verstopfen dort die Blutgefäße. Dadurch wird die Blutzufuhr zum Myom gestoppt, wodurch es schrumpft. Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe

Patienteninformation Die Fakten Vorteile Für Gebärmuttermyomembolisation (UFE) ist für gewöhnlich nur ein eintägiger Krankenhaus aufenthalt notwendig. Die meisten Patientinnen können schnell wieder leichte Tätigkeiten verrichten und gehen nach 7 bis 10 Tagen wieder ihrem normalen Tagesablauf nach. Im Durchschnitt führt der Eingriff bei 90 % der Frauen zu einer starken Linderung bis vollkommenen Heilung der übermäßig starken Blutungen. Bei rund 85% vermindert die Behandlung die Schmerzen. UFE ist in den meisten Fällen sowohl bei großen, als auch multiplen Myomen wirksam. Durch UFE behandelte Myome wachsen nur selten wieder nach. Kurz- und mittelfristige Daten zeigen, dass UFE äußerst effektiv ist und eine sehr geringe Rückfallrate aufweist. An langfristigen Studien (10 Jahre) wird noch gearbeitet. In einer sechsjährigen Studie zeigte sich jedoch, dass keines der dabei untersuchten embolisierten Myome wieder nachwuchs. Risiken Die Embolisation von Gebärmuttermyomen gilt als äußerst sichere Behandlungsmethode. Trotzdem gibt es wie bei jedem medizinischen Eingriff Risiken. Bei den meisten Frauen treten nach dem Eingriff starke Schmerzen und Krämpfe auf. Manchmal treten auch Fieber und Übelkeit auf (kann mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden). Bei einigen Patienten kommt es zu einer Infektion (diese kann meist mit Antibiotika behandelt werden). Es besteht eine einprozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Uterus verletzt wird, wodurch unter Umständen eine Hyste - rektomie (Entfernung des Uterus) notwendig wird. Die Wahr - scheinlichkeit hierfür ist jedoch geringer als bei einer Myomek - tomie, also einer chirurgischen Entfernung des Myoms. Bei einigen wenigen Patientinnen wurde durch den Eingriff die Menopause (Wechseljahre) ausgelöst (die Wahrschein - lichkeit hierfür ist höher, wenn die Frau Mitte 40 oder älter ist und sich schon vor dem Eingriff dem Wechsel nähert). Myomektomien (chirurgische Entfernung des Myoms) und Hysterektomien (Entfernung der Gebärmutter) bergen unter Umständen höhere Risiken, wie z.b.: Infektionen und Blutungen die eine Transfusion nötig machen können. Verklebungen von Organen und Geweben können entstehen, was zu Unfruchtbarkeit führen kann. Die Zeit, die eine Patientin braucht, um sich nach einer ab do - minalen Myomektomie zu erholen, beträgt ein bis zwei Monate und ist somit wesentlich länger.

Gebärmuttermyomembolisation Vorher Myome Myom Myom Mögliche Myombildungen in der Gebärmutter Nachher Eileiter Eierstock Eierstock Gebärmutterhals Vagina Die Myome und Gebärmutter sind kleiner geworden und die damit zusammenhängenden, unerwünschten Symptome sind verschwunden.

Patienteninformation Organisation CIRSE Central Office www.cirse.org Medizinische Illustration Emilie Delattre emidel@voila.fr in Zusammenarbeit mit Marc R. Sapoval Grafikdesign LOOP.ENTERPRISES media www.loop-enterprises.com Alle Rechte vorbehalten von CIRSE Cardiovascular and Interventional Radiological Society of Europe 2010 C RSE