1534: Hirschlanden wird evangelisch Hirschlanden wird zu dieser Zeit mit Münklingen und Warmbronn zu den geringsten Flecken des Amtes Leonberg gezählt. Die große Abgabenlast an Obrigkeit und Kirche führte zu großen Unruhen und schließlich zu den Bauernkriegen mit verheerenden Folgen und auch Rückschlägen in der Reformation. Von Süden um 1700 mit Kirche und Rathaus Rekonstrukt. H. Wendel 1969
Bis 1534: Kirchenpatronat Kloster Hirsau, Bistum Speyer. Ca. 50 Jahre vorher noch Umbau des Kirchenbereichs. Umstellung auf evangelisch nicht ohne Schwierigkeiten: Zu wenig geeignete Pfarrer für evangelische Pfarreien. Hirsauer Schirmvögte erheben1541 Einspruch. Das reiche Schöckingen erst 1598 reformiert. (Einfluß Nippenburger) Kirche 1180 erbaut, um 1485 renoviert, (Bild mit neuem Kirchenschiff von 1748), Altes Pfarrhaus (1483), Wehrmauer (1488) Rekonstr. H. Wendel 1969
Noch viel Wechsel durchpfarrer Übernahme (Examinierung) Ausbildung in Tübingen ab 1536
17 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, im Jahr 1665, war die Seelenzahl von Hirschlanden wieder angewachsen. Schöckingen hatte zu dieser Zeit wesentlich mehr Einwohner. In diesem Jahr wurde die folgende Eingabe an das Konsistorium, den herzoglichen Kirchenrat, in Stuttgart gerichtet: Die Bittschrift zeigte die hohe Wertschätzung und die Wichtigkeit des Pfarrers für Ordnung und Ansehen der Gemeinde: Noch im selben Jahr bekam Hirschlanden einen eigenen Pfarrer
Erstes Kirchenbuch ab 1644, (einzige amtliche Beurkundung bis 1875) Jährlich gibt es in dieser Zeit 2 bis 5 Tauf- und Sterbeeintragungen (30-jähriger Krieg 1618-1648) Seelenzahl im Jahr1655 = 81
Pfarrer Pisterer, 1682 bis 1688, der malende Pfarrer hat mit seinen vielen Bildern schöne Einblicke in die damalige Zeit hinterlassen und zeigt, wie wichtig auch der Kirchengesang war und schon in der Schule eingeübt wurde
Das erste Schulhaus von 1706 neben der Kirche Bis 1908 stand die Schule unter Aufsicht des Ortspfarrers (Ab 1929 noch Kindergarten, 1967 wurde es abgebrochen)
Das Kirchenschiff ab 1748: Altwürttemberger Predigtsaal, Chorraum zugemauert. Kanzel, Altar und Taufstein streng auf der Mittelachse entsprechend - Wortverkündigung, Sakramente Abendmahl und Taufe. Christus zur Rechten der Kanzel. Raumgestaltung, Gottesdienstordnung und Gemeindegedanken hängen in der Kirche eng zusammen. (Die Orgel kam erst 1830 dazu)
Pfarrer Weißmann gibt mit seinen Aufschrieben den umfangreichsten historischen Einblick Hier das Deckblatt zur detaillierten Beschreibung des Kirchenneubaus und der Einweihungsfeierlichkeiten am 27. Oktober 1748
Pfarrer Weißmann befasste sich auch intensiv mit dem Gemeindeleben, wie es ihm die Kirchenordnung vorgab. Das heißt, wie Lehre und Ceremonnien in den Kirchen unseres Herzogthums mit Verleihung göttlicher Gnaden gehalten und vollzogen werden sollen. Er legte ein Kirchen-Censur-Protokoll-Buch an, in dem alle Fälle protokolliert sind, die ihm und dem Schultheißen Jacob Linkh zur Entscheidung vorgelegt wurden. Ein Beispiel aus dem Protokoll-Buch möchten dazu Einblicke geben: Nachdem der Pfarrer selbst schon einige Mal mit eigenen Ohren unter größter Betrübniß gehört worden, dass Schulkinder auf der Gaß und in den Gärten nicht nur so unartig, wie die wilden Thiere sich bezeuget, sondern auch schon mit Flüchen und abscheulichen Schwüren um sich geworfen also werden sie hirmit nachdrücklich davor gewarnt, und ihnen ernstlich anbefohlen, dass sich dessen keinesmehr unterstehen widrigenfalls aber solcher gottloser Kinder, wann dergleichen wider alles Vermuthen von ihnen wieder gehört würde, auf das allerempfindlichste in der Schule dafür gehauen werden sollen. Für Schulversäumnis ohne vom Pfarrer Erlaubnis zu haben wird ohne alles Nachsehen eine Strafe von 2 Schilling erhoben.
Der gotische Taufstein und die Osterkerze (2) (1) Der Silberkelch (1) mit Achtpaßfuß von 1720 und die Hostienpatene (2) Die Elemente für die beiden Sakramentsfeiern ( Wortzeichen nach Joh. Brenz) TAUFE und ABENDMAHL haben historische Bedeutung für das evang. Glaubensleben in der Gemeinde
Wiedergeöffneter Chor mit Kreuzrippengewölbe (ab 1962) und Holzaltar (ab 1995) als Tisch des Herrn Tabernakelnische im Chorraum aus vorreformatorischer Zeit
Bevölkerung Hirschlanden: (Jun. 2000) Evangelisch 2160 = 41% Katholisch 1519 = 29% Sonstige 1578 = 30%
Evangelische Kirche wohin? Kirche mit Chancen Ulm, 28. Okt. 2009: Bischöfin Margot Käßmann zur EKD - Ratsvorsitzenden gewählt, Präses Nikolaus Schneider ist stellvertretender Vorsitzender