Heidelberger Romantik 1805-1814 Ohne Volkstätigkeit ist kein Volkslied und selten eine Volkstätigkeit ohne dieses. Achim von Arnim Das Neue daran ist nicht gut, und das Gute ist nicht neu. Johann Heinrich Voß
Frühromantik Hochromantik Sehnsucht Wirklichkeitsfremd nach Volkseinheit und nationaler Identität Überwindung zur realen Welt Schwärmerische Gefühlsausdruck Volkstümliche Schlichtheit Zentrum Jena Zentrum Heidelberg
Heidelberg (1798) Lange lieb ich Dich schon, möchte dich, mir zur Lust, Mutter nennen, und dir schenken ein kunstlos Lied, Du, der Vaterlandsstädte Ländlichschönste, so viel ich sah [...] Friedrich Hölderlin
Tätigkeit 1797-1800 politisch tätig, Enttäuschung 1806 Dozent in Heidelberg für Philosophie, Ästhetik und Altdeutsche Literatur "Ästhetik und Geschichte der Künste Professur und Adelung in Bayern Werke: Schriften über Altdeutsche Literatur und Volkslieder "Teutschland und die Revolution" Wichtig: Literatur als eine Ausdrucksform des Zeitgeistes Joseph Görres 1776 Koblenz-1848 München
Heidelberger Kreis Bedeutendster Dichterkreis der Hochromantik. Hauptvertreter Achim von Arnim und Clemens Brentano Zeitung für Einsiedler Sprachrohr des Heidelberger Kreis; herausgegeben von Achim von Arnim Sehr beliebt: vom 01.04. bis zum 30.08. 1808 bereits 37 mal erschienen Themen: durch enthusiastische Erkundung des germanistischen Altertums, an der Wiederentdeckung einer gesamtdeutschen Identität mitwirken, die als Basis für die Begründung einer deutschen Nationalstaates dienen sollte. (Im politischen Kontext des deutschen Vormärz) Des Knaben Wunderhorn
Clemens Brentano 1778Ehrenbreitstein-1842 Aschaffenburg (Herzleiden) Kindheit: lebt zeitweise bei den Eltern, den Großeltern, einer Tante und anderen Bildung: Jesuitengymnasiums in Koblenz 1894 Bergwissenschaft in Bonn Kaufmännische Ausbildung 1897 Bergwiss. In Halle und Jena Beziehungen: Zwei Mal verheiratet Freundschaft und Zusammenarbeit mit Mitglieder des Heidelberger Kreises, v.a. Arnim 1811 begründete er die»christlichdeutsche Tischgesellschaft«mit Wanderschaft: Verschiedene Wohnorte und Besuche in Deutschland Reisen u.a. nach Italien und Holland Werke: 1805 erster Band von Des Knaben Wunderhorn, 08 zwei weitere
Des Knaben Wunderhorn veröffentlicht von 1806-1808 Sammlung altdeutscher Liebes-, Soldaten, Wander- und Kinderlieder in drei Bänden veröffentlicht von Achim von Arnim und Clemens Brentano Arnim: eher der Ideologe Die Texte sollten Allgemeinverständlich werden, damit der großteils der Bevölkerung die Dichtung versteht. Der Künstler hat die Aufgabe, einen Gemeingeist, einen spiritus familiaris in der Weltgemeinschaft zu sein. Er muss alle zusammenführen! Kritik von Arnim an das damalige Theater: Die Kunst und Kultur hat sich von der Bühne des Marktes auf die Bühne des Theaters verlagert. Volksnähe geht verloren! Brentano: eher der Organisator Unermüdlich um Material bemühte Initiator und Organisator der Sammlung Später (2. Buch) mehr Anteil am inhaltlichen Arbeiten Des Knaben Wunderhor Zersingen, Zu- und Umdichten gehört zu den Merkmalen des Volkliedes. Ziel: die Lieder Allgemeinverständlich zu machen um eine poetische Nation zu schaffen. Nationale Einigung durch volksnahe Dichtung Nachweisbare Verfasser wurden sogar teilweise verschwiegen und fingierte Herkunftsorte geschaffen, um den Eindruck zu erwecken, die Leider kämen direkt vom Volk Kritiker: z.b. Jakob Grimm, Johann Heinrich Voß
Soldatenglück Frisch auf ins weite Feld! Zu Wasser und zu Lande Bin ich Soldat für's Geld. Wenn alle Menschen schlafen, Soldaten müssen wachen, Dazu sind sie bestellt. Der König trägt die Kron, In seiner Hand den Scepter, Wenn er sitzt auf dem Thron, Ein langes Schwerdt zur Seite, Zu gehen mit zum Streite, Auf Frieden und Pardon. Ein Adeliche Dam, Die schläft bei ein'm Soldaten, Aus lauter Liebes-Flamm. Es klingt ihr in den Ohren Soldaten sind gebohren Aus ritterlichem Stamm. Soldat du edles Blut, Weil du bist hochgebohren Aus lebensfrischem Muth, Wenn schon die Kugeln sausen Laß dir davor nicht grausen, Wems glückt, der kommt davon.
Grimms Märchen Lebenslauf: Jacob Ludwig Carl Grimm 1785, Wilhelm Carl Grimm 86 Hanau Vater stirbt früh wohnhaft in Hanau, Steinau und Kassel 1802/03 Jurastudium in Marburg Tätigkeit: Bibliothekarsposten und Professuren in Kassel, Göttingen und Berlin Werke: 1812 Erster Band Kinder- und Hausmärchen 1814 Zweiter Band 1818 Deutsche Sagen 1819 Die Deutsche Grammatik (J.Grimm) 1854 Das Deutsche Wörterbuch
Kunstsammlung Boisserée Sulpiz 1783 (Köln)-1854 (Bonn) und Melchior 1786 (Köln)-1851 (Bonn) Herkunft: Kaufmannsfamilie,Mutter war geb. Brentano Tätigkeit: Sulpiz: Kaufmännische Lehre Ab 1804 Sammlung mittelalterlicher und Renaissance Kunstwerke, insg. 200 Werke zu Kunsttheorie und Baukunst 1840 Kölner Dombauvereins Reisen
Ende der Heidelberger Romantik Wilhelm Grimm Grundsätzlich wird von ihm die Übersetzbarkeit und Editierbarkeit bejaht jedoch auch mit ein wenig Skepsis gesehen! Jakob Grimm als Kritiker des Wunderhorns Durch eine subjektivistische Modernisierung ihrer historischen Individualität und Wahrheit sei Des Knaben Wunderhorn entfremdet Arnim s weltanschauliche Grundüberzeugung käme viel zu sehr zum Vorschein. Johann Heinrich Voß als entschiedener Gegner Rationalistische Gedanken der Aufklärung Romantik = Irrationale Schwärmerei Auch öffentlich vertreten: zusammengewürfeltes Wust, voll mutwilliger Verfälschungen, sogar mit untergeschobenen Machtwerk Aufspaltung der Heidelberger Professorenschaft
Bib Gebr. Grimm: http://www.pitt.edu/~dash/grimm.html Gebr. Boisseree: http://www.sino.uniheidelberg.de/students/tjuelch/stadtgeschichte/romantik.htm http://www.uni-protokolle.de/lexikon/sulpiz_boisser%e9e.html http://www.kunstform.historicum.net/2004/03/2723.html Brentano: http://sites.inka.de/thalion/schule/brentano.html Voss: http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/voss.htm http://www.fhaugsburg.de/~harsch/germanica/chronologie/18jh/voss/vos_intr.html Arnim: http://de.wikipedia.org/wiki/achim_von_arnim Eichendorff: http://www.sewanee.edu/german/literatur/eichen.html http://www.sino.uniheidelberg.de/students/tjuelch/stadtgeschichte/romantik.htm Görres: http://www.phf.unirostock.de/institut/igerman/forschung/litkritik/litkritik/start.htm?/institut/igerm an/forschung/litkritik/litkritik/kritiker/aegoerres.htm