Das kleine Knoten ABC
Knoten: Kleine Helfer mit großer Ohne sie geht nichts an Bord: Kein Boot hält im Hafen, kein Segel lässt sich setzen. Sie bewahren Schoten vor dem Durchrauschen, stellen Verbindungen her, sichern Fender und halten Anker. Sie verlängern Leinen oder verkürzen sie. Sie eignen sich auch gut als maritimer Wandschmuck, und sie dürfen in keinem Fachbuch fehlen. Kurzum: Knoten sind die Grundlage unseres Sports. Sie sind sogar ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Entwicklung. Denn erst durch die Knoten war es möglich, Leinen zu flechten und ihre Enden zu verbinden, damit Hütten und Flöße zu bauen. Masten zu stellen und auf das Meer hinaus zu fahren, Fischernetze zu knüpfen und Waffen- und Werkzeugköpfe mit Stielen zu verbinden. Pfahlbauten basieren auf Knotentechnik, und historische Baugerüste halten durch sie. Und ganz banal: Knoten halten auch Kleidung und Schuhe. Sogar zu geschichtlicher Berühmtheit haben sie es gebracht. Das Lösen des Gordischen Knotens soll das Ticket zur Eroberung Asiens gewesen sein. Dass es nach diversen vergeblichen Versuchen kluger und starker Männer schließlich ein brachialer Schwerthieb Alexander des Großen gewesen sein soll, der v. Chr. den Weg nach Persien freigab, beweist nur die filigrane Technik beim Knüpfen und Lösen und die hohe Widerstandsfähigkeit von Knoten. Als Seemannsknoten indes hätte der Gordische Knoten nicht getaugt. Denn an Bord gelten drei wichtige Grundsätze für einen Knoten: Er muss schnell zu stecken oder zu knüpfen sein, bei Last zuverlässig halten, und nach Entlastung wieder gut zu lösen sein. Über die Jahrhunderte der Seefahrt haben sich aus diesen Voraussetzungen Hunderte von Knoten entwickelt. Seeleute nutzten die überschüssige Zeit an Bord, um immer neue Leinenverbindungen herzustellen. Nicht immer ging es dabei um Verbesserung bereits bekannter Seemannsknoten, oft war die Kunde vom Knüpfen besonders schöner Knoten auch Prestige-Wissen, das geheim gehalten wurde. Techniken aus fernen Ländern wurden erforscht und nachgeahmt Knotenkunde wurde zum Kunsthandwerk, das auch vor der männlichen Zierde, dem kunstvollen Krawattenknoten, nicht Halt machte. Mit dem Fortschreiten der Technik an Bord und den kleiner werdenden Besatzungen ist die Zeit für die Seeleute knapper geworden. Das Knüpfen von kleinen Kunstwerken ist verschwunden, geblieben aber ist die Notwendigkeit, funktionelle Seemannsknoten stecken zu können. Es gibt verschiedene Knoten für die verschiedenen Funktionen und Einsatzbereiche. Und sie zu stecken, muss Seeleuten wie Seglern in Fleisch und Blut übergehen. Knoten müssen, ohne hinsehen zu 2
Wirkung müssen, entstehen. Daher stehen sie am Anfang einer jeden Segelausbildung und begleiten den Wassersportler durch sein ganzes Leben. Eine verbindliche Auflistung aller Knoten zu erstellen, ist unmöglich. Und selbst eine Auswahl zu finden, wird erschwert durch regionale Ausprägungen verschiedener Knoten und Vorlieben für besondere Knotenarten. Mit dem kleinen Knoten- ABC des SVG-Verlages in Kooperation mit BAUHAUS NAUTIC haben wir aber versucht, 20 wichtige Knoten für die verschiedenen Einsatzbereiche zu illustrieren. Inhalt: Stopperknoten: Achtknoten Seite Affenfaust Seite /5 Verbindungsknoten: Kreuzknoten Seite 6 Schotstek/Doppelter Schotstek Seite 6/7 Schlaufenknoten: Palstek Seite 8 Doppelter Palstek Seite 9 Schmetterlingsknoten Seite 0 Festmacherknoten: Roringstek mit zwei halben Schlägen Seite Webleinstek Seite 2 Rundtörn mit zwei halben Schlägen Seite Belegen auf einer Klampe Seite Pfostenstek Seite 5 Stopperstek Seite 6 Verkürzungsknoten: Lange Trompete Seite 7 Aufschießen und Bündeln: Bunsch Seite 8 Marlschlag Seite 8 Takling: Einfacher Takling Seite 9 Spleißen: Augspleiß in geschlagenem Tauwerk Seite 20/2 Augspleiß im Hohlgeflecht Seite 22/2 Impressum: Das kleine Knoten-ABC ist eine Sonderveröffentlichung des SVG-Verlages in Kooperation mit BAUHAUS NAUTIC. Verlag: SVG Service Verlag GmbH & Co. KG Schwertfegerstr. -, 2556 Lübeck Tel.: 05-89897 Email: redaktion@segler-zeitung.de Verlagsleitung/Chefredaktion: Hermann Hell
Stopperknoten 2 Achtknoten Seine Form erklärt seinen Namen: Das Binden eines Achtknotens gehört zum Basis können eines jeden Seglers. Er wird in einen Tampen wie Schoten, Strecker oder Fallen geknotet, um das Ausrauschen aus Blöcken oder Klemmen zu verhindern. 2
Stopperknoten 5 6 7 Affenfaust Die Affenfaust dient zum Beschweren des Endes einer Wurfleine und erfordert etwas Geduld beim Knoten. Zunächst werden mindestens drei Wicklungen der Leine gelegt (), drei (bzw. entsprechende) weitere Wicklungen werden im rechten Winkel über die ersten Wicklungen gebunden (2 ). In der dritten Dimension des rechten Winkels werden nun entsprechende Wicklungen unter der ersten und über der zweiten durchgeschoben ( 6). Anschließend muss die Lose aus dem Knoten herausgearbeitet werden (7). Dabei kann man zunächst das kurze Ende der Leine so verlängern, dass ein einfacher Knoten gebunden und in den Hohlraum der Wicklungen eingeschoben werden kann (8 0). Arbeitet man nun die verbliebene Lose zum langen Ende der Leine heraus, entsteht ein schöner runder Knoten (). 9 0 8 5
Verbindungsknoten 2 Kreuzknoten Der Kreuzknoten gehört zu den am meisten verwendeten Knoten. Er verbindet zwei gleich starke Tampen miteinander, die auch aus gleichem Material bestehen sollten, um ein Ver rutschen zu verhindern. Der Kreuzknoten eignet sich insbesondere zum Einbinden von Reffs oder zum Anbändseln von Segeln. 2 Doppelter 6
Verbindungsknoten Schotstek Der Schotstek verbindet Tampen von unter schiedlicher Stärke. Er bekneift sich umso mehr, je mehr Zug auf ihm steht. Daher wird er gern benutzt, um einen verlängernden Tampen an einen Strecker zu binden. 5 Schotstek Doppelt gebunden bietet der Schotstek noch mehr Haltbarkeit. 2 7
Schlaufenknoten Palstek Der Palstek ist einer der am häufigsten verwendeten Knoten. Er bildet ein festes Auge, hält der Belastung stand, verrutscht nicht und lässt sich dennoch einfach lösen. Das Binden ist einfacher als es aussieht, wenn man sich an die Eselsbrücke hält: Die Schlange kommt aus dem Loch, kriecht um den Baum und verschwindet wieder im Loch. Dabei ist das Loch ein gelegtes Auge, die Schlange das lose Ende des Tampen und der Baum der feste Part. 2 5 8
Schlaufenknoten Doppelter Palstek Bei hoher Belastung wird der doppelte Palstek als Alternative zum einfachen gewählt, um ein festes Auge in ein Tauwerk zu binden. Wenn er nicht mehr auf Zug steht, kann der doppelte Palstek sehr einfach wieder gelöst werden. 2 5 9
Schlaufenknoten Schmetterlingsknoten Der Schmetterlingsknoten ermöglicht das Einbinden eines festen Auges in eine Leine, die von beiden Enden belastet werden kann. Damit findet er vielfältige Verwendung, wo in eine Leine etwas eingehängt werden muss. 2 5 0
Festmacherknoten Roringstek mit zwei halben Schlägen Ein einfacher Knoten, der bestens geeignet ist, um Tauwerk, auf dem Zug steht, an einem Ring oder ähnlichem zu befestigen. Er wird gern benutzt um ein Tau an einem Anker zu befestigen. 2 5 6
Festmacherknoten Webleinstek Der Webleinstek ist eine Alternative zum Rundtörn und wird vor allem benutzt, um eine Leine an einem Poller oder einer dickeren Spiere zu befestigen. Er kann, wenn keine Ende der Spiere frei ist, gesteckt, aber bei einem Poller etwa auch gelegt werden. 2 2
Festmacherknoten Rundtörn mit zwei halben Schlägen Wie der Webleinstek eignet sich der Rundtörn mit zwei halben Schlägen dazu eine Leine wie etwa den Festmacher an einem Balken oder an einer Öse zu befestigen. 2 5 6
Festmacherknoten Belegen auf einer Klampe Um ein Tauwerk zu belegen, sei es ein Fest macher oder ein Fall, eignet sich die Klampe. Das Belegen auf einer Klampe ist daher ein Wissen, über das jeder Bootsführer verfügen sollte, denn das Tauwerk soll sicher halten, muss bei Bedarf aber auch schnell losgeworfen werden können. 2 5
Festmacherknoten Pfostenstek Zum Festmachen an einem Dalben, der zu hoch ist, um den Festmacher über ihn zu werfen, ist der Pfostenstek die ideale Lösung. Das Binden ist einfacher als das Aussehen, zudem hält er zuverlässig an dem auf Zug stehenden Ende und lässt sich am freien Ende mit einem Zug schnell lösen. 5 2 5
Festmacherknoten Stopperstek Der Stopperstek stellt eine Verbindung her zwischen einer Leine und einem auf Zug stehenden Tampen wie einer Schlepptrosse. Er beklemmt sich, wenn er auf Spannung steht und verhindert zuverlässig das Ver rutschen der angeknoteten Leine. 2 5 6 6
Verkürzungsknoten Lange Trompete Dieser Knoten hält nur auf Zug und wird eingebunden, um ein zu langes Tauwerk in der Mitte zu kürzen. Sobald die Belastung weg ist, fällt der Knoten auseinander. 2 5 6 7
Aufschießen und Bündeln 2 5 6 Bunsch Um ein aufgeschossenes Tauwerk sauber wegzuhängen, ist der Bunsch ein einfache Lösung. Mit der schnell gesteckten Schlaufe, die bei Bedarf ebenso schnell wieder gelöst werden kann, kommt Ordnung in den Takelraum. 2 Marlschlag Der Marschlag dient dazu, auf größerer Länge Gegenstände aneinander zu laschen etwa das Segel am Baum und wird aus einer Reihe von Überhandknoten gebildet. Entweder ist das Ende der Leine dafür fest am Baum verbunden oder es wird zunächst eine sich selbst zuziehende Schlaufe gebunden, z.b. mit einem Palstek als Auge (). Auch zwei linksgebundene Überhandknoten sind am vorderen Ende geeignet. Im weiteren Verlauf werden Überhandknoten im Abstand des ungefähren Durchmessers des zu verbindenden Materials gebunden (2 ). Am Ende wird die Leine wiederum fest am Baum verbunden. Für den Transport eines Segels eignen sich aber auch zwei halbe Schläge am Ende des Marlschlags. 5 8
Takling Einfacher Takling Der Takling verhindert das Auflösen eines Leinenendes. Am schnellsten ist der einfache Takling gebunden. Man legt zunächst mit dem Takelgarn eine Bucht auf die Leine (). Mit dem langen Ende kreuzt man über das kurze Ende hinweg und umwickelt Bucht samt Leinenende mehrfach mit festen Windungen (2 ). Schließlich wird das Arbeitsende des Takelgarns durch das entstandene Auge am Ende der Wicklungen geschoben (5) und das Auge mittels des kurzen Endes auf der anderen Seite der Windungen bis etwa zur Hälfte unter die Wicklung gezogen (6 7). Die Enden des Garns werden abgeschnitten und vorsichtig verschmolzen (8). 2 5 6 7 8 9
Spleißen 2 5 7 8 0 20
Spleißen 6 9 2 Augspleiß in geschlagenem Tauwerk Ein dauerhaftes Auge in einem Tauwerk wird häufig benötigt und ist am besten mit einem Spleiß herzustellen. In das Auge kann eine Kausch eingebunden werden, wenn daran beispielsweise ein Schäkel befestigt werden soll. Bei geschlagenem Tauwerk wird zunächst das Tauwerk an der Stelle abgebunden (z.b. mit einem Takling), bis zu der die einzelnen Kardeele aufgeschlagen werden sollen etwa vier komplette Wicklungen (). Die Kardeele werden am Ende mit einem Klebeband abgeklebt (2). Jetzt wird die Größe des Auges geformt und die Kardeele werden über das feste Ende des Tauwerks gelegt. Das mittlere Kardeel wird mithilfe eines Marl- oder Hohlspiekers unter ein Kardeel des festen Endes hindurch gesteckt ( ). Die beiden anderen Kardeele werden nun links und rechts jeweils unter das davor bzw. dahinter liegende Kardeel des ersten Durchstichs gesteckt (5 8). Nach diesem ersten Rundstich wird der zweite durchgeführt, indem jedes Kardeel über ein festes Kardeel hinweg und unter dem nächsten durchgesteckt wird (9). Nach dem zweiten oder dritten Rundstich werden die Kardeele ausgedünnt und zwei weitere Rundstiche durchgeführt (0 ). Schließlich wird ein Takling gesetzt, um ein Auflösen des Spleißes zu verhindern (). 5 2
Spleißen 2 5 7 8 0 22
Spleißen 6 9 Augspleiß in einem Hohlgeflecht Ein Augspleiß in modernem hohlgeflochtenem Tauwerk erfordert ein anderes Vorgehen als in geschlagenem Tauwerk. Ein Hohlspieker wird durch das Geflecht geschoben, ohne dabei die einzelnen Litze des Geflechts zu zerstören ( 2). Hierzu wird das Geflecht an der gewünschten Stelle (mindestens 0-facher Durchmesser) vom Tampen entfernt, der Hohlspieker durchgeführt und das lange Ende des Tauwerks durchgeschoben (6 8). Anschließend wird das Hohlgeflecht des langen Endes über den Hohlspieker geschoben und das kurze Ende des Tauwerks durch das Geflecht geführt (9 0). Der Hohlspieker wird mit dem kurzen Ende aus dem Geflecht herausgezogen, das kurze Ende des Tauwerks ausgedünnt und zurück in das Hohlgeflecht gezogen, so dass es komplett ummantelt und damit nicht mehr sichtbar ist ( ). 2 5 2
Boot + Motor.850,- Basisversion ab 6.799,- 2269955 Pegazus 60 im Test Pegazus 60 'Ready to go' Das BAUHAUS Boot viel Spaß für wenig Geld. Vollausstattung: Hafenpersenning, inkl. 5-l-Alutank, Badeleiter, Wasserskizugvorrichtung, Sonnendeck mit Polsterung, Radio/CD mit 2 Lautsprechern, BSH Beleuchtung, 50 PS Tohatsu (MF S50 AETL), Bilgenpumpe, Batterie, Länge,60 m, Breite 2 m, Gewicht 55 kg 202828 - Bestellprodukt Boot mit 50 PS-Motor Boot ab.950,- Boot ab 2.980,- Pegazus 550 'Basic' Inkl. umfangreicher Grundausstattung 22987620 Pegazus 550 'Ready to go' Inkl. Reling + Bugplattform aus Edelstahl, Klampen, Steuerrad, mechanische Steuerung, elektrische Installation, 2 Kabinenleuchten, Signalhorn, Bilgenpumpe, 00-l-Ein bautank aus Edelstahl, 2 x 2 V Steckdosen, Gasdruck dämpfer in Backskiste, 'Kofferraum' für Cabrio Verdeck, große Decksluke im Salon, abschließbare Schiebetür, PVC-Scheuerleiste und Heckprotektoren, Badeleiter. Inkl. Tohatsu 'BFT 90 LRTU', Cabrio-Verdeck mit Seitenteilen, Radio USB mit Lautsprechern, Cockpittisch, BSH Beleuchtung, Batterie 60 AH Boot und Motor 27.590,- 205062 Pegazus 600 'Escapade' CE Kategorie CE Kat C, Leergewicht 050 kg, max. Zuladung 660 kg, max. empf. Motorleistung 7 kw/200 PS, empf. Motorisierung Langschaft, max. 6 Personen, Länge 5,98 m, Breite 2,5 m, Tiefgang 0,5 m, Baumaterial GFK 227022 www.bauhaus.info Alle Informationen zur Firma und Anschrift Ihres Fachcentrums finden Sie unter www.bauhaus.info/fachcentren oder kostenlos unter Tel. 0800-905000* (* vom deutschen Festnetz) Angebote gültig bis 0.6.205