Lösungen Mündliche Prüfung Dipl. Finanzberater IAF Fall Schwerpunkt Versicherung Hauptprüfungsexperte: Lothar Schönenberger 23. Oktober 2008 Vorbereitungszeit: Mündliche Prüfung: 45 Minuten 30 Minuten aufgeteilt in ca. 0 Min. Präsentation Aufgabe ca. 20 Min. Expertengespräch / Fragen und Antworten Name Kandidat: Nr.... Experte :... Experte 2:... Erreichte Punkte:... Note:....
Fallstudie: Eigene Familie Der Sohn Ihres Kunden, Samuel Grossenbacher, wird im nächsten Monat heiraten und einen eigenen Haushalt gründen. Bisher wohnte er noch bei seinen Eltern. Da seine Braut schwanger ist, trägt er sich auch mit dem Gedanken, sein Sportauto durch ein familientaugliches Fahrzeug zu ersetzen. In diesem Zusammenhang hat er einige Fragen an Sie. Aufgabe Diese Aufgabe ist von Ihnen zu präsentieren! Sie sind in der Rolle des/der Finanzberaters/-in, welche/r ein Vorbereitungsgespräch mit dem Vorgesetzten (Experten) führt. Skizzieren Sie das vorgesehene Gespräch, so dass dessen Verlauf sowie die wichtigsten Punkte aus Ihrer Präsentation ersichtlich sind. A B C Zeigen Sie Herrn Grossenbacher auf, wie er den Hausrat sowie den wertvollen Schmuck seiner Braut versichern kann und umschreiben Sie die einzelnen Risiken. Was hat Herr Grossenbacher bei der Bestimmung der Versicherungssumme für die Hausratversicherung zu beachten und welches sind die Folgen, wenn die Versicherungssumme zu tief angesetzt wird. Erläutern Sie dies zudem anhand eines Beispiels. Herr Grossenbacher möchte von Ihnen wissen, ob der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung zum heutigen Zeitpunkt bereits sinnvoll ist, da ja das Neugeborene in der Mietwohnung kaum Schäden verursachen kann. Zeigen Sie den Deckungsumfang der Privathaftpflichtversicherung (nennen Sie mindestens 4 versicherte Risiken) auf und gehen Sie auch auf den Versicherungsschutz im Hinblick auf das Risiko als Mieter ein. Aufgabe 2 30 Punkte Im Zusammenhang mit dem Ferienhaus im Tessin stellt Ihnen Herr Grossenbacher die folgenden Fragen: Wie ist die Feuerversicherung für Gebäude im Kanton Tessin geregelt bzw. wie kann oder muss Herr Grossenbacher das Gebäude gegen Feuer versichern? Welche zusätzliche Versicherungen empfehlen Sie Herrn Grossenbacher für das Gebäude? 6 Punkte Seite 2 von 27
Aufgabe 3 Durch die Meldungen von Einbrüchen in die Tiefgarage und damit Beschädigungen an den Fahrzeugen oder gar Totalverlust durch einen Brand möchte Herr Grossenbacher von Ihnen folgende Fragen beantwortet haben: Welche Versicherungen empfehlen Sie Herrn Grossenbacher für sein neues Familienauto Durch welche Versicherung ist ein Einbruch in das in der Tiefgarage stehende Auto gedeckt und welches ist der Deckungsumfang dieser Versicherung Was muss Herr Grossenbacher bei der Entwendung von CD aus dem Auto beachten bzw. welche Versicherung kommt für diesen Verlust auf 9 Punkte Aufgabe 4 Wie Sie aus der Ausgangslage entnehmen können, erwartet die zukünftige Ehefrau von Herrn Grossenbacher Junior ein Kind. Hiermit ändert sich einiges in der Erwerbssituation und im Bereich der Vorsorge. Frau Grossenbacher wird sich in den ersten Jahren voll und ganz dem Kind und dem Haushalt widmen. Herr Grossenbacher ist in einer leitenden Funktion in einem mittelgrossen Unternehmen angestellt. Ihre Vorsorgeanalyse zeigt, dass das BVG durchschnittlich ist und dass insbesondere bei Herrn Grossenbacher Bedarf im Bereich der Erwerbsunfähigkeit besteht. Eine private Vorsorge in der dritten Säule besitzt das junge Paar nicht. Folgende Fragen sind nun zu beantworten: Was ändert sich bei Frau Grossenbacher mit der Aufgabe der Erwerbstätigkeit infolge Mutterschaft im Bereich der Vorsorge? Welche Versicherungen empfehlen Sie Frau Grossenbacher jetzt und auch für die Zukunft, also wenn sie Mutter und Hausfrau ist? Wie Sie wissen, hat Herr Grossenbacher bis anhin keine freiwillige Vorsorge. Was empfehlen Sie ihm? Steuern sparen und später mal ein Eigenheim...das sind die Wünsche des Paares. Im Bereich der Vorsorge gibt es diesbezüglich Möglichkeiten, um auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Welche Vorschläge haben Sie und welche Auswirkung können diese auf Ihre Vorsorgevorschläge haben? Zum Thema Eigenheim interessiert nun noch die direkte respektive indirekte Amortisation. Erklären Sie diese und zeigen Sie die steuerlichen Effekte auf. 5 Punkte Total für Fachkompetenz Zusätzlich für Methodenkompetenz Zusätzlich für Sozialkompetenz 60 Punkte 20 Punkte 20 Punkte Seite 3 von 27
Lösungsansätze Aufgabe A Hausrat- und Schmuckversicherung 2 (Hausratversicherung: Pkt; Wertsachenversicherung: da Schmuck in Hausrat nur beschränkt versichert: Pkt) Seite 4 von 27
Anschlussfragen Welche Risiken sind unter dem Begriff Feuer versichert? Nennen Sie 4 Risiken. (je Deckung: /4 Pkt) Welche Ursachen fallen unter den Begriff Elementarschaden? Nennen Sie mindestens 4 Elemente. 2 (je Element /2 Pkt) Seite 5 von 27
Was ist unter der Bezeichnung Aufräumungskosten versichert? (versicherter Hausrat bzw. Sachen: /2 Pkt, Räumung: /2 Pkt, Ablagerungs- bzw. Vernichtung: /2 Pkt) Welche weiteren Kosten sind durch die Hausratversicherung versichert? Nennen Sie mindestens zwei davon. (je Kosten /2 Pkt) Seite 6 von 27
Welche Voraussetzungen sind nötig, damit der Versicherer von einem Einbruch-Diebstahl spricht? 2 (gewaltsam: /2 Pkt, in ein Gebäude: /2 Pkt, Raum: /2 Pkt, Behältnis /2 Pkt) Wann spricht der Versicherer von Beraubung? (Androhung oder Anwendung von Gewalt: /2 Pkt, Unfähigkeit zum Widerstand: /2 Pkt) Seite 7 von 27
Welche Gläser sind in der Hausratversicherung weder unter Mobiliarglas noch unter Gebäudeverglasung versichert? Nennen Sie 2 Gläser (je Glas: /2 Pkt) Seite 8 von 27
B Versicherungssumme und Unterversicherung 2 (Versicherungssumme < Ersatzwert: Pkt, Kürzung /2 Pkt, Beispiel: /2 Pkt) Seite 9 von 27
Anschlussfragen Was verstehen Sie unter Erst Risiko? Was bezeichnet man als Versicherungswert? Seite 0 von 27
Was ist unter dem Begriff Ersatzwert zu verstehen? Antwort siehe oben. Was ist unter Neuwert in der Hausratversicherung versichert? Was ist unter Zeitwert zu verstehen? Seite von 27
B Privathaftpflichtversicherung 5 (Je Deckung: /2 Pkt; Beispiel Mieterschäden: ) Seite 2 von 27
Anschlussfragen Welche Haftungsarten kennen Sie? 3 (je Haftungsart: Pkt) Was verstehen Sie unter Verschuldenshaftung? 2 (widerrechtlich: /2 Pkt, Absicht: /2 Pkt, Fahrlässigkeit: /2 Pkt, Ersatz: /2 Pkt) Seite 3 von 27
Was ist die Voraussetzung, damit jemand überhaupt haftpflichtig werden kann? (urteilsfähig) Wie sind Schäden durch urteilsunfähige Hausgenossen durch die Privathaftpflichtversicherung gedeckt? (andere Summe möglich) Seite 4 von 27
Was ist bei der Privathaftpflicht beim Führen fremder Motorfahrzeuge zu beachten? (Umschreibung Motorfahrzeug: /2 Pkt, Begriff gelegentlich: /2 Pkt) Was umfasst der Versicherungsschutz bei Fahrrädern in der Privathaftpflichtversicherung? (Vignette obligatorisch: /2 Pkt, Subsidiärdeckung: /2 Pkt) Seite 5 von 27
Welche Aufgabe erfüllt eine Haftpflichtversicherung? (Entschädigung: /2 Pkt, Abwehr: /2 Pkt) Aufgabe 2 Feuerversicherung 2 (Im Kanton Tessin: kein Obligatorium: Pkt; Privatversicherer: Pkt Seite 6 von 27
Zusätzliche Versicherungen (Wasser: /2 Pkt; Glas: mit Gebäude oder evtl. mit Hausrat: /2 Pkt) Anschlussfragen Was verstehen die Versicherer unter Wasserschaden? Nennen Sie mindestens 2 Ursachen. (je Ursache /2 Pkt) Seite 7 von 27
Was verstehen Sie unter dem Begriff Freilegungskosten? (Suchen und Freilegen: /2 Pkt, Zumauern oder Eindecken: /2 Pkt) Wie ist die Haftpflicht für das Gebäude versicherbar? (durch Privathaftpflichtversicherung gedeckt) Aufgabe 3 Empfohlene Versicherungen (Haftpflicht: obligatorisch; je Branche: /4 Pkt) Seite 8 von 27
Kasko: 2 (Teilkasko: /2 Pkt; Vollkasko: /2 Pkt; korrekte Beschreibung: Pkt) Entwendete CD: Durch Kasko nicht versichert Versichert durch Hausrat auswärts, einfacher Diebstahl (Durch Kasko nicht versichert: /2 Pkt; Hausrat: /2 Pkt) Seite 9 von 27
Anschlussfragen Wie unterscheidet sich die Stellung des Geschädigten bei der Motorfahrzeughaftpflichtversicherung im Vergleich zur Privathaftpflichtversicherung? 2 (Direktes Forderungsrecht: 2 Pkt) Wie verhält es sich, wenn Herr Grossenbacher von einem Lenker gerammt wird, der keinen gültigen Führerausweis besitzt? 2 (Keine Einrede gegen den Geschädigten: Pkt; Rückgriffsrecht: Pkt) Seite 20 von 27
An wen kann sich Herr Grossenbacher wenden, wenn ein Fahrzeuglenker, der ins parkierte Auto von Herrn Grob gefahren ist Fahrerflucht begeht und Herr Grob keine Vollkaskoversicherung oder Parkschadenversicherung besitzt? (Nationaler Garantiefonds: Pkt) Aufgabe 4 Was ändert sich bei Frau Grossenbacher mit der Aufgabe der Erwerbstätigkeit infolge Mutterschaft im Bereich der Vorsorge. 3 (bei maximal 3 richtigen Antworten) Wegfall BVG Wegfall UVG Wegfall Lohnfortzahlung Errichtung Freizügigkeitskonto oder police Wegfall Erwerbseinkommen Seite 2 von 27
Welche Versicherungen empfehlen Sie Frau Grossenbacher jetzt und auch für die Zukunft, also wenn sie Mutter und Hausfrau ist. Einschluss Unfall resp. Unfalltaggeld bei Krankenkasse (da kein UVG mehr) Anpassung (Erhöhung und Wartefrist) Krankentaggeld bei Krankenkasse / evtl. Kurzrente bei Lebensversicherer Abschluss temporäre Todesfallversicherung Konstant oder abnehmend Abschluss resp. Zusatzversicherung zu Todesfallversicherung einer Erwerbsunfähigkeitsrente (Wartefrist 24 Monate, Laufzeit bis Endalter 64 Jahre. Versicherungssumme je nach Budget bis max. 24'000.- pro Jahr. Sparplan (Konto, Fondssparplan, Lebensversicherung mit Sparteil...etc.) 3 ( 3 Vorsorgemöglichkeiten in der Säule 3b unter Berücksichtigung eines noch zu definierenden Budgets) Hinweis: Die aufgelisteten Vorsorgevorschläge sind je nach Budget des Paares Grossenbacher realisierbar resp. nicht umsetzbar (Wegfall Enkommen Frau) Wie Sie wissen, hat Herr Grossenbacher keine freiwillige Vorsorge bis anhin. Was empfehlen Sie ihm? Eine temporäre Todesfallversicherung, aber mindestens eine Erwerbsunfähigkeitsrente angepasst auf die Vorsorgeanalyse Eine Lebensversicherung mit Spar- und Todesfallabsicherung (z.b. Eine gemischte LV oder eine fondsgebundenen LV) mit entsprechender Er- 2 (bei 2 korrekten Antworten wie Tod und Erwerbsunfähigkeit oder Sparen-Bank...Tod/ EU Versicherung) Seite 22 von 27
werbsunfähigkeitsrente Risiko bei der Versicherung: Todesfall und Erwerbsunfähigkeit. Sparen (egal welche Form) bei der Bank Thema Steuern sparen und später mal ein Eigenheim...das sind die Wünsche des Paares Grossenbacher. Im Bereich der Vorsorge gibt es diesbezüglich Möglichkeiten, um auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Welche Tipps haben Sie und welche Auswirkung können diese auf Ihre Vorsorgevorschläge haben? Die Lebensversicherungsvorschläge für Herr Grossenbacher sollten als Säule 3a abgeschlossen werden, damit die Prämie (auch Bank) steuerlich geltend gemacht werden können = Steuer sparen Betreff Eigenheim ist vorgängig zu klären, ob diese Vorsorgelösung für die Amortisation (auch direkte Amortisation) verwendet werden soll. Wenn die Vorsorgelösung in ein paar Jahren als Eigenmittel verwendet werden soll, ist nur das Risiko (Tod / EU) bei der Versicherung zu plazieren und die Sparquote bei der Bank anzulegen (kein Rückkaufverlust) 2 ( wenn 3a Steuerliche Optimierung und Hinweis Amortisation oder Eigenmittel aufgezeigt werden) Zum Thema Eigenheim interessiert nun noch die direkte respektive indirekte Amortisation. Erklären Sie diese und zeigen Sie die steuerlichen Effekte auf. Direkte Amo: Die Schuld (Hypothek) und wird jährlich abgetragen-amortisiert. Dadurch wird die Zinsbe- 5 (2 Punkte zur Erklärung direkte Amo / 2 Punkte zur Erklärung indirekte Amo. Seite 23 von 27
lastung kleiner, die Tragbarkeit besser aber durch den kleineren Zins steigt das steuerbare EInkommen Indirekte Amo: Die Schuld (Hypothek) bleibt bespielsweise über 20 Jahre gleich gross. Damit kann immer ein grosser Schuldzins steuerlich geltend gemacht werden. Die Tragbarkeit bleibt aber gleich gross. Erst per Fälligkeit wird die Schuld auf ein Mal reduziert. Erfolgt der Hinweis Säule 3a ergibt dies einen zusätzlichen Punkt) Hinweis: Beide Modell sind idealerweise als Säule 3a zu gestallten, damit ein zusätzlicher Steuervorteil entsteht. Seite 24 von 27
Weitere Antworten des Kandidaten: Thema / Teilaufgabe Antworten / Bemerkungen Seite 25 von 27
Zusammenzug. Fachkompetenz gemäss Vorblättern 2. Sozialkompetenz Gesichtspunkt -- - 0 + ++ Bemerkungen Angenehme Atmosphäre Einsatz der Präsentationsmittel Blickkontakt Klare, deutliche Aussprache Verständliche Ausdrucksweise Positive Körpersprache (Mimik, Gestik) Aktives Zuhören, Aufmerksamkeitsreaktionen Auf Fragen und Einwände eingehen Zuvorkommendheit, Interesse am Gegenüber Selbstbewusstsein Gesamteindruck 3. Methodenkompetenz Gesichtspunkt -- - 0 + ++ Bemerkungen Aufbau und Organisation der Präsentation Nachvollziehbarkeit der Argumente Logik des Argumentationsaufbaus Ziehen konkreter Folgerungen Erkennen des Gesamtzusammenhangs Eingehen auf konkreten Fall (Kundensituation) Vernetzung von Ausgangslage und Empfehlung Gesamteindruck Gesamtbewertung Punktegewichtung (Maximum) Prüfungsteil Fachkompetenz Sozialkompetenz Methodenkomp. Total Aufgabe 30 5 5 40 Aufgabe 2 6 - - 0 Aufgabe 3 9 - - 0 Aufgabe 4 5 - - 0 Allg. Eindruck - 5 5 30 Total 60 20 20 00 Seite 26 von 27
Ergebnisse Kandidat: Prüfungsteil Fachkompetenz Sozialkompetenz Methodenkomp. Total Aufgabe...*......... Aufgabe 2...* - -... Aufgabe 3...* - -... Aufgabe 4...* - -... Allg. Eindruck -......... Total............ ** * von den Aufgaben oben übertragen ** auf das Deckblatt übertragen Seite 27 von 27