Optimaler Ablauf einer Wärmebehandlung:

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Transkript:

Optimaler Ablauf einer Wärmebehandlung: (Kohlenstoffstähle) 1) Schmieden 2) Normalisieren kurz (wenige Sekunden 20-60 sec.) alle Klingenteile so weit zum glühen bringen, das ein Magnet an der Klinge nicht mehr greift, dann an der Luft abkühlen lassen bis die Klinge nicht mehr glüht (im Dunkeln kontrollieren), wieder auf Temperatur bringen und das Ganze 2 bis 5 Mal wiederholen. Temperaturangaben zum Normalisieren nach dem Kohlenstoffgehalt des Stahles: Bis 0,9%C ca. 730 C 1 bis 1,2%C ca. 750 C 1,2 bis 1,5%C ca. 770 C 3. Einformen oder scharfes Normalisieren. Ich persönlich bevorzuge scharfes Normalisieren. Dabei wird die Klinge auf Härtetemperatur gebracht und in warmem öl abgeschreckt, das ganze zwei mal hintereinander. Sollte man sich für das Einformen entscheiden, dann wird die Klinge eingepackt, um sie vor Entkohlung zu schützen und auf 723 gebracht dann auf 700 herunter gekühlt, dann wieder auf 723, dann auf 730, 723,... das Ganze mehrere Stunden. Ziel beider Wärmebehandlungen ist es, ein feines Gefüge herzustellen, und ist nur nötig, wenn in einem hohen Temperaturbereich geschmiedet wurde, so z. B.: beim Feuerschweißen und bei unzureichender Umformung. 4) Weichglühen: Erhitzen nicht ganz bis nicht magnetisch, sondern kurz darunter um ein erneutes Kornwachstum zu vermeiden...und gaaaanz langsam abkühlen lassen.(besser noch im Ofen unter kontrollierten Bedingungen) 680-720 C mit langsamer Ofenabkülung bis 600 C dann an Luft erkalten lassen Improvisiertes Weichglühen nach dem Schmieden: Im Grill Einen großen Haufen Glut vorbereiten, einfach die zu behandelnden Klingen in die noch möglichst reichhaltige und glühende Kohle geben. Die Klingen mit der Kohle bedecken, am nächsten Morgen ausgraben und Du hast entspanntes und weichgeglühtes Material in Händen, was von der Gefügestuktur optimal zum Härten vorbereitet ist. Ich gehe hierbei allerdings von nicht rostfreiem Material aus. Man sollte nur darauf achten, daß die Klinge nicht flach reingelegt wird, sondern hochkant stehend auf dem Rücken sonst biegt sich s wie eine Banane. Und wichtig ist, reichlich, reichlich Kohle schön von beiden Seiten anhäufen und oben auf und nur glühen lassen! 5)Schleifen 6) Spannungsarmglühen (Im Ofen) Nach dem Schleifen also vor dem Härten noch spannungsarm Glühen Das Glühen wird zweckmäßiger Weise im Bereich zwischen 600 C und 680 C durchgeführt. Die Glühdauer beträgt in der Regel 2-5 Std. dann langsam erkalten lassen bis 600 mit ca. 30 C /Stunde. Dabei ist darauf zu achten, das der Werkstoff vor allzu starker Zunderbildung zu schützen ist. Ziel dieser Behandlungen ist es ein Optimales Gefüge vor dem Härten einzustellen damit es auch wirklich leistungsfähig wird. 7) Härten 8)Anlassen 2x mindestens 1 Stunde bei 150 bis 200 C mit Abschrecken im Wasser nach jedem Vorgang (bei Kohlenstoffstählen) ist natürlich auch abhängig vom verwendeten Stahl.

Bei den Glühvorgängen ist es nötig, den Stahl vor Entkohlung zu schützen. Dabei kann Härtefolie oder eine Schutzpaste verwendet werden. Als Alternative kann das Messer auch in Zeitungen eingeschlagen in ein Eisenrohr gesteckt werden, bei dem die Öffnungen entweder dicht verschraubt oder mit Lehm oder Ton verschlossen werden. Härten: (Kohlenstoffstähle) Vorbereitung: Öl auf ca. 60 C vorwärmen. Dann entweder im Härteofen unter kontrollierter Temperaturanzeige, oder im Schmiedefeuer die Klinge zum Glühen bringen, bis ein Magnet nicht mehr greift. Klinge aus der Glut nehmen, und senkrecht in s Öl tauchen, und die Klinge darin bewegen (rühren). Wenn differentiell gehärtet werden soll (weicher Rücken, harte Schneide) dann entweder einfach nur den Schneiden Bereich ins Öl tauchen, der hart werden soll (dann wird die Klinge mehr oder weniger Waagerecht eingetaucht), bis der Rücken an der Luft eine dunklere Glühfarbe erreicht hat, dann das Messer als Ganzes eintauchen und unter Bewegung abkühlen lassen. Eine andere Möglichkeit der differentiellen Härtung ist, die Klingenteile, die weich bleiben sollen, mit Lehm, Feuerzement oder ähnlichem abzudecken, und die Schneide unbedeckt zu lassen, dann die Klinge auf Härtetemperatur bringen, und als Ganzes in Öl abkühlen. Es ist empfehlenswert, die Klinge vorher mit Draht zu umwickeln, damit der Feuerzement besser hält. Nach dem Härten muß innerhalb einer Stunde angelassen werden. Am besten 2 Mal je ein bis zwei Stunden zwischen 150 bis 200 C und nach jedem Anlassen in Wasser abschrecken. Anlassen: 1)Küchenbackofen : Den Ofen unbedingt eine Stunde vorheizen, bevor die Klingen rein kommen, da erst dann die angezeigte Temperatur sich eingependelt hat. 2)Nach Anlassfarbe gehen: Klinge blank polieren Nahe an oder über eine Wärmequelle bringen und die Farbe der klinge kontrollieren. Erst wird die klinge hell Gelb dann immer dunkler, dann geht die Farbe in Braun über, dann ins blaue und dann grau. Dieser Vorgang sollte möglichst langsam vor sich gehen, das heißt, lieber etwas länger mit weniger Temperatur, als kurz und hohe Temperatur. Mit zunehmender Temperatur wird die Farbe wie oben beschrieben dunkler. uns ist nur Gelb bis Braun interessant. Sobald die gewünschte Farbe erreicht ist, in Wasser Abschrecken, wieder blank polieren, und wiederholen. Tiefkühlen nach dem Härten (bei Hochlegierten Stählen): Entweder Klinge in flüssigem Stickstoff oder in eine Mischung aus Trockeneis und Spiritus in einem Isolierbehälter (z.b.: Styroporbox) für eine Stunde einlegen.

Härten 1.4034 Einpacken in Härtefolie Vorwärmen 600-800 Hoch auf Härtetemperatur 1045 12 Minuten halten abschrecken in Heißem Öl (60 ) sofort tiefkühlen (ca. 1 Stunde) danach anlassen bei 150 nach einer Stunde in Wasser abschrecken sofort wieder Tiefkühlen und noch einmal eine Stunde anlassen bei 150 bis 190 C Härte:58 bis 60 HRC Härten ATS und RWL34 Vorwärmen1: 600-700 C Vorwärmen2: 900 C Haltezeit: jeweils 3 min für den Ausgleich Austenitisieren: 1050 C Haltezeit: 15 Minuten Abschrekchen in Öl 60-80 C Tiefkühlen 1: ca 1 Std. bei mindestens -70 C oder tiefer Anlassen1: 150 C Haltezeit: mind- 1 Stunde Abschrecken in Wasser 20 C Tiefkühlen 2:ca 1 Std. bei mindestens -70 C oder tiefer Anlassen2: 180-200 Haltezeit: mind 1 Stunde Abschrecken Wasser: 20 C Die erzeugte Härte sollte um 62HRC +-1HRC sein

Wärmebehandlung 1.3505 102 Cr 6 Falls Du geschmiedet hast AC1 bei diesem Stahl liegt bei 750 C Normalisieren: kurzfristig (wenige Sekunden) erhitzen auf 850 C mehrmals (3x) mit abkühlen an Luft bis die Glühfarbe im abgedunkeltem Raum erlischt (ca 600 C) Weichglühen und Glühen auf kugelige Karbide: Um 750 3-5 Std. mit entsprechendem Entkohlungsschutz danach langsame Ofenabkühlung Härten für Messerklingen würde ich bei 820 C mit einer Haltezeit von 5 Minuten machen Danach in Öl bei 60-80 C optional kann ein TK gemacht werden muss jedoch nicht unbedingt sein Sofort Anlassen bei 160 1h Abschrecken in Wasser Dann auf die gewünschte Härte Anlassen 170-200 C 1h bringt so 65-63 HRC Wärmebehandlung Böhler K510 (1.2210) 115CrV3 Silberstahl Weichglühen:710-750 Spannungsarmglühen:ca.650 Härten:810-840 C Abschrecken in Öl erzielbare Härte:64-66HRC Wärmebehandlung Böhler K455 (1.2550) 60WCrV7 Weichglühen:710-750 Spannungsarmglühen:ca.650 Härten:870-900 C Abschrecken in Öl erzielbare Härte:58-62HRC Anlasen:100 60 HRC 200 59 HRC Wärmebehandlung Böhler K720 (1.2842) 90MnCrV8 Weichglühen:680-720 Spannungsarmglühen: Härten:790-810 C Abschrecken in Öl erzielbare Härte:63-65HRC

Wärmebehandlung Böhler K990 (1.1545) C105W1 Weichglühen:680-710 Spannungsarmglühen:600-650 C Normalglühtemperatur:800 Härten:770-800 C Abschrecken in (Wasser) ich würde allerdings Öl verwenden, erzielbare Härte:65HRC Wärmebehandlung Böhler V960 (1.1221) Ck60 Weichglühen:650-700 Spannungsarmglühen: Normalglühtemperatur:820-850 C Härten:820-840 C Abschrecken in Öl erzielbare Härte:65HRC Anlasen:100 bis 200 Wärmebehandlung Böhler K460 (1.2510) 100MnCrW4 Weichglühen:740-770 C Spannungsarmglühen:650 C Normalglühtemperatur: Härten:780-820 C Abschrecken in Öl erzielbare Härte:58-62 HRC Anlasen:100 60 HRC 200 59 HRC Wärmebehandlung 1.4112 Anwärmen 400 C pro mm/ 1/2 Minute 1. Vorwärmstufe 650 C pro mm Klingendicke 1/2 Minute 2. Vorwärmstufe 850 C pro mm Klingendicke 1/2 Minute Austenitisierungstemperatur bei 1000-1050 C pro mm Klingendicke 1/2 Minute Abschrecken in Öl/ Luft/ Stickstoff Anlassen 180-250 2x1h