Een Hoff vull Narren

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Transkript:

Een Hoff vull Narren Komödie von Winnie Abel Plattdeutsch von Heino Buerhoop Plausus Theaterverlag Kasernenstr. 56, 53111 Bonn 1

Inhalt: Der schwule Jungbauer Johann Dippelmann steckt in der Patsche. Wenn er nicht schnellstmöglich eine Frau vor den Altar bekommt, geht sein elterlicher Hof an seine zynische Schwester. Doch Johanns schräger Partner Detlef ist sicherlich nicht das, was die strenge Mutter Ruth sich als Schwiegertochter vorstellt. Deshalb geht Johann kurzerhand eine Scheinehe mit Irena, der Pflegepraktikantin seines Opas, ein. Doch immer mehr unvorhergesehene Zwischenfälle bringen ihn in Schwulitäten. Sein Partner Detlef muss sich kurzfristig in Frauenkleider schmeißen und die Schwiegermutter aus der Stadt mimen; die frisch Vermählte wird dabei beobachtet, als sie mit dem Knecht in der Scheune verschwindet und dann steht auch noch plötzlich Irenas echte Mutter in der Tür. Wird Johann es dennoch schaffen, seine Scheinehe und für sich den Hof zu retten? Eine turbulente Verwechslungskomödie mit viel Situationskomik. Bühnenbild: Der Bauernhof der Familie Dippelmann. In der Bühnenmitte eine rustikale Gartengarnitur. Hinten ist der Eingang zur Scheune, links der Zugang zum Haus, rechts die Einfahrt zum Hof. Seitlich vor der Scheune liegt ein Heuhaufen. Spieldauer: ca. 110 Min. Personen: Johann Dippelmann Er ist ein idealistischer und einfühlsamer Jungbauer. Sein großer Traum ist es, den elterlichen Hof auf ökologische Viehwirtschaft umzustellen. Vor seiner Familie hat er allerdings ein großes Geheimnis: Er ist schwul. Unter dem Druck, den Hof zu verlieren, geht er eine Scheinehe ein mit der Pflegepraktikantin seines Opas und stürzt sich damit ins große Verwechslungschaos. Esther Seine berechnende Schwester, die immer mit zynischen aber lustigen Kommentaren um sich wirft. Zu ihrem Bruder hat sie ein äußerst schlechtes Verhältnis, da sie ganz andere Pläne mit dem Hof hat: Sie will eine Legebatterie einrichten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht. Ruth Ist eine strenge Mutter und sehr fromm. Sie ist altmodisch gekleidet, hat ein verhärmtes Gesicht und die Haare zu einem strengen Dutt geknotet. Ihr Leben war bis jetzt arbeitsam und freudlos. Als der schräge Partner ihre Sohnes als Schwiegermutter verkleidet auf den Hof kommt, schafft der es, in Ruth die Lebensfreude zu wecken. Sie wandelt sich plötzlich zur lustigen Partynudel. Erwin Der schwerhörige Opa. Er ist ein Lebemann, der so schnell nichts anbrennen lassen möchte. Da er sich hartnäckig einem Hörgerät verweigert, sorgt er immer wieder für lustige Verwechslungen und Missverständnisse. 2

Detlef Der bunte Paradiesvogel passt so gar nicht in die Szenerie des Bauernhofes und ekelt sich vor den Gerüchen und Tieren. Seinem Partner Detlef zuliebe verkleidet er sich jedoch als Frau und mimt auf dem Hof die Schwiegermutter aus der Stadt. Dabei mischt er das Familienleben der Dippelmanns mächtig auf. Irena Lehmansky Pflegepraktikantin; sie ist gutmütig, allerdings manchmal etwas ungeduldig mit dem schwerhörigen Opa. Sie würde gern dauerhaft bleiben und später einmal studieren. Aus besonderen Gründen geht sie eine Scheinehe mit Johann ein. Natalie Lehmansky Irenas Mutter aus Polen. Sie entstammt einfachen Verhältnissen, ist auf dem Lande aufgewachsen und hat immer auf einem Bauernhof gearbeitet. Sie liebt Bauernregeln und gibt sie gerne zum Besten. Auf dem Hof taucht sie überraschend auf, um ihre Tochter zu besuchen und bringt dabei das Scheinehepaar mächtig in Bredouille. Chrischan Knecht auf dem Hof. Er leidet unter dem Tourette-Syndrom und schmeißt deshalb zwanghaft mit Schimpfwörtern um sich. Damit sorgt er immer wieder für reichlich komische Verwirrungen. Er ist heimlich in die Pflegepraktikantin verliebt. 1. Akt 1. Szene Johann, Detlef, Ruth Johann fegt den Hof. Detlef kommt von rechts. Seine Kleidung und sein Verhalten lassen keinen Zweifel daran, dass er homosexuell ist. Er spricht nasal. Detlef: (aufgedreht und laut) Hallöchen, Popöchen! Johann: (erschrickt) Minsch, Schatz! Wo faken heff ik di al seggt, dat du mi hier nich besöken schallst?! Detlef: (schmollt) Ik harr aver so een Lengen na di. Johann: (sieht sich um und nimmt ihn kurz in den Arm) Dat is doch blots, wiel hier nüms wat van di weet. Detlef: Dat is jo ok beschüert. Du schullst di nödig mal outen, Hasibär. Johann: Dat geiht nich du kennst mien Mudder nich! Detlef: (begeistert) Dor bün ik dorbi! Ik much würklich endlich mal dien Mudder kennen lehrn! Johann: Blots över rmien Liek! Wenn de dat to weten kriggt, dat ehr Söhn up Keerls steiht, warrt se mi foorts entarven. 3

Detlef: Och Gottchen, woso denn? Se steiht doch ok up Keerls. Johann: Witzig. Detlef: Un sülvst wenn se di entarvt... (sieht sich um)...wat wullt du denn noch mit düssen Hoff? Johann: De Hoff is mien Leven. Detlef: Pfft een Schietleven. (begeistert) Ik heff ne betere Idee! (bezirzt ihn) Laat us beiden doch ne richtige Bar upmaken. Du zappst doch seker ok lever Beer ut'n Hahn as de Melk ut so een wabbeligt Jidder. Bäh! Johann: Detlef, ik hör up düssen Hoff. Ik mag de Keuh un ok de Swien mit den lütten Rüsselsteert. Detlef: Glieks warr ik iefersüchtig... Johann: Un ik mag dat, den ganzen Dag an de frische Luft to wesen. Detlef: Dat nöömst du frische Luft? (schnuppert) Herrje, hier liggt överall Kohschiet rüm. Düsse Gestank bringt mi noch üm! (kramt ein Duftspray hervor und sprüht herum) So rüükt dat tominnst beten as in'n Wald. Johann: Ik kann mi nix anners vörstellen as Buur to wesen. Siet mien Vadder sturven is, plaan ik, hier een Öko-Hoff van to maken. Ik heff dor bannig dulle Ideen, versteihst du? Detlef: Ik heff aver keen Lust, mi hier so lang in'n Heu to versteken, bit för dien Mudder de Tiet aflopen is. (sprüht erneut mit dem Duftspray) Ruth: (von links) Johann?! Johann: Mest, dor is se. Du must verswinnen! Detlef: (stöhnt auf) Van mi ut. Ciao Hasibärchen! (wirft ihm einen Handkuss zu und geht rechts ab) Ruth: (steckt den Kopf aus der linken Haustür) Dor büst du jo. Denn köönt wi eten. (schnuppert) Wat rüükt dat hier denn so penetrant? Johann: Oh, äh, ik, jo, ik heff een nee't Parfüm. Gefallt di dat? Ruth: Siet wennehr parfümeerst du di in'n Stall? (schüttelt den Kopf und geht rechts ab) 2. Szene Irena, Erwin, Johann Erwin sitzt im Rollstuhl. Irena schiebt ihn von rechts auf die Bühne. Irena: Hallo! Johann: Hallo, ji beiden. (sehr laut) Wo geiht di dat, Opa? 4

Erwin: Goot! Wenn Irena bi mi is, geiht mi dat jümmers goot. Johann: (zu Irena) Du büst würklich de beste Pleegkraft, de wi siet lange Tiet harrt hebbt. Wo weer't denn bi'n Dokter? Irena: Goot. De Dokter hett seggt, dat Opa fakener mal rut müss. Erwin: Wat? De meent, dat ik goot utseh? Danke, Schätzchen. Wenn du nich so jung weerst, kunn ik mi glatt vergeten. Irena: (laut) De Dokter hett seggt, dat du fakener rut musst in de Natur. Anners geiht di dat bold slecht! Erwin: Ik bün gor nich so slecht? Jo, dorför do ik jo ok allens. Irena: (brüllt ihm ins Ohr) Opa, woso hest du nie dien Hörgeräte dor, wo se henhört? Erwin: Woso schull ik? Ik bün doch nich taub! Irena schüttelt den Kopf und schiebt Erwin links ab. 3. Szene Esther, Chrischan, Johann Esther kommt von links, hat Geschirr bei sich und deckt den Tisch ein. Esther: Kiek an, dor is jo de Super-Biobuur. Johann: Esther... Mit een Süster as di bruuk ik würklich keen annern Gegner. Esther: Du büst täämlich laat. Johann: De Slachter weer noch jüst dor un hett dat Swien afhaalt. Esther: Och jo, un dor hest du so lang den söten Swienssteert strakeln musst, oder wat? Johann: Du hest würklich keen Ahnung, wat ik ünner ökologische Veehwirtschop verstah. Esther: Doch, woll, kloor. Ik nehm an, du hest dat arme Swien as Henkersmahltiet noch een Tofu- Wirsing-Braatwust mit up'n Weg geven. Johann stöhnt auf und winkt ab. Chrischan kommt von hinten. Chrischan: Hallo, wo geiht't, Höhnerschiet. (bei dem Wort Höhnerschiet reißt er jedes Mal leicht den Kopf zur Seite) Esther: Du schallst nich Höhnerschiet to mi seggen! Chrischan: Dat is een Tic, Höhnerschiet. Dor kann ik doch nix gegen maken. 5

Esther: Och nee? Johann: Esther, du weeßt, dat he wegen düt Tourette-Syndrom fluchen mutt. He kann nich anners, he mutt. Worüm musst du em stännig dormit uplopen laten? Esther: Wiel he een Schann för usen Hoff is. De Lüüd snackt al över us. Johann: Un wenn ok he is een feinen Keerl. Esther: He is eenfach pienlich! Weeßt du, worüm wi all in'n Dörp bekannt sünd? Nich för gode Qualität, nee, för usen fluchenden Knecht! Chrischan: Höhnerschiet. De Lüüd möögt mi aver. Esther: Se lacht över di. Chrischan: Ik bün al so lang bi jo up'n Hoff, Höhnerschiet. Jor Vadder hett mi al instellt. Ji warrt mi doch woll nu nich künnigen? Esther: Wenn ik hier dat Seggen heff, büst du hier de längste Tiet wesen. Johann: Maak di keen Sorgen, Chrischan, Esther warrt hier nie nich wat to seggen hebben. Dor warr ik al för sorgen. Esther: Dat meenst ok blots du. 4. Szene Ruth, Johann, Esther, Chrischan Ruth kommt mit einem großen Suppentopf von links und stellt ihn auf den Tisch. Esther: (plötzlich ganz liebreizend) Mhm. Wat hebbt wi denn hüüt för een leckere Sopp? Chrischan: Höhnerschiet. Ruth: Pichelsteiner... (verteilt die Suppe auf die Teller) Esther: Will Opa nich miteten? Ruth: Wi eet hüüt alleen, ik mutt nödig wat mit jo besnacken. Chrischan, ik heff för di al in'ne Köök wat updaan. Maak to, sünst warrt dat koolt. Chrischan: Danke, Chefin. (geht links ab) Die drei setzen sich. Ruth: (faltet die Hände zum Gebet) Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen. 6

Chrischan und Esther: (gleichzeitig) Amen. (fangen an zu essen) Esther: Över wat wullt du denn so nödig mit us snacken, Mama? Ruth: De Stüürberader weer güstern hier. Dat steiht nich goot üm usen Hoff. Esther: Dor snack ik doch al de heel Tiet van. Ruth: Dor kümmt nich noog bi rut. Wenn ik allens tosamen rekent heff, blifft kuum wat över. He hett seggt, ik schull den Hoff dicht maken oder mit een nee't Konzept wieter maken. Esther: Wat heff ik denn al jümmers seggt, Mudder? So beten Keuh, beten Swien, beten Höhner dat klappt so nich mehr. Wi mööt us spezialiseren! Johann: Dat meen ik doch ok. Wi mööt up ökologische Veehwirtschop ümstiegen. Dorför gifft dat een riesigen Markt. De Minschen wüllt dat! (verträumt) Ik seh dat al vör mi: Ökohoff Dippelmann. Esther: Tüünkraam! De Minschen wüllt billig't Fleesch. De Masse maakt dat. Ik würr vörslaan, wi maakt ut de Kohställe Legebatterien un maakt blots noch in Höhnertucht un Eier. De Lüüt freet jümmers mehr Höhnerfleesch. Johann: Legebatterien ik glööv dat jo nich. Un du büst denn de Legehöhnerchefin, oder wat? (wedelt mit seinen Armen und macht) Boooog, bog, bog, bog. Esther: Penner! Ruth: Swiegt still! Johann und Esther werden ruhig und schauen auf den Tisch. Ruth: Ik föhl mi to oolt, üm hier allens ümtokrempeln. Ik harr mi wünscht, dat ji beiden tosamen den Hoff övernehmt. Un an een Strang teht. Esther: Tosamen mit düssen Öko-Heini? Nie nich! De will ut usen Hoff een Wellness-Oase för Swien maken. Ruth: Esther! (zu Johann) Wenn ji jo nich eenigen köönt, mutt ik dat eenfach anners maken. Johann: Wat meenst du dormit? Ruth: Düsse Hoff is dorför dor, dat een Familie dorvan satt warrt. Aver ji beiden hebbt mi noch nie een Partner vörstellt... Esther: (schaut skeptisch) Wat wull du dormit seggen, Mama? Ruth: De Hoff geiht an den, de toerst heiradt. Sotoseggen as Grundlaag för een junge Familie. Johann: Wat seggst du dor? Ruth: De Minsch is dorto dor, to arbeiden, to beden un den Herrgott Kinner to schenken. 7

Esther: Momang mal. Dat heet soveel, dat de, de toerst jichenseen vörn Altar sleept, den Hoff kriegen schall? Un de annere kickt in'n Wind? Ruth: De annere kriggt sien Arvdeel utbetahlt, sodraad ik nich mehr bün. Esther: Jo, denn is dat jo so goot as kloor. (lacht auf und zeigt auf Johann) Düt jämmerliche Weekei kriggt doch nie nich ne Fro! Ruth: (haut mit der Faust auf den Tisch) Esther! Ik will nich, dat du up düssen Hoff so över dien Broder snackst! Esther: Deit mi leed, Mudder. Aver dat stimmt doch, Johann hett bit nu in de Richtung överhaupt keen Anstalten maakt. Johann: Du villicht? Wenn du upkrüüzt, nehmt doch de Keerls de Been ünnern Arm un gaht stiften. Esther: Pfft. Johann: (eifrig) Ik... Ik bün sogar al verlooft. (erschrickt selbst) Einige Sekunden Stille. Esther: Bidde wat? Ruth: Jo?! Esther: Mit wen? Ruth: Woso hest du dor denn nie wat van seggt? Johann: (stammelt) Äj, jo, also wi wullen jo dat tosamen seggen also, ik meen, ik wull se jo denn direkt vörstellen. Dorüm heff ik bit nu noch nix seggt. Ruth: Jo un wennehr stellst du se us vör? Johann: Bold, Mudder. Noch körte Tiet, denn... Ruth: Dat is goot, mien Jung. Du büst een goden Jung. (deckt den Tisch ab) Esther hilft ihr und funkelt dabei Johann böse an. Beide gehen links ab. 5. Szene Detlef, Johann Johann: So een Schiet wat heff ik dor jüst vertellt?! Wat maak ik denn nu? Detlef: (kommt von links) Hallöchen, dor bün ik noch mal! Johann: Detlef? 8