Open Source Datenbanken



Ähnliche Dokumente
Open Source Software. Workshop : Open Source Software 3. Mannheimer Fachtag Medien Referent : Christopher Wieser (

LibreOffice vs. Apache OpenOffice technische, organisatorische und rechtliche Unterschiede

Softwarelizenzen und Open Source

FreieSoftwareOG. Creative Commons und freie Lizenzen- Ein kurzer Überblick

OPEN SOURCE. Gliederung. Präsentation von Katharina Boll und Janine Vorfeld Definition von Open Source. 2. Geschichtlicher Entwicklung

Open Source in der Unternehmenspraxis

Albert HAYR Linux, IT and Open Source Expert and Solution Architect. Open Source professionell einsetzen

Open Source SIK OSS Forum Rechtliche Fragestellungen bei Freigabe von Open Source Software, 7. Mai 2014

OPEN SOURCE SOFTWARE

EGovLabs.gv.at. die OpenSource-Plattform der Plattform Digitales Österreich. DI Martin Centner Wien,

Kommunikationsübersicht XIMA FORMCYCLE Inhaltsverzeichnis

Copyright & Copyriot

schnell und portofrei erhältlich bei beck-shop.de DIE FACHBUCHHANDLUNG mitp/bhv

Free Software Strategy In the Public Administration of South Tyrol. 12. November 2010

Open Source - Was ist das eigentlich?

Albert Dengg. Graz,

Oracle APEX Installer

SQL Server 2008 Standard und Workgroup Edition

REGIONALES RECHENZENTRUM ERLANGEN [ RRZE] Datenbanken. RRZE-Campustreffen, Stefan Roas und Ali Güclü Ercin, RRZE

Systemvoraussetzungen

doubleslash Net-Business GmbH

Database Exchange Manager. Infinqa IT Solutions GmbH, Berlin Stralauer Allee Berlin Tel.:+49(0) Fax.:+49(0)

SQL Server 2005 Standard Edition SQL Server 2005 Enterprise Edition SQL Server 2005 Workgroup Edition

White Paper. Konfiguration und Verwendung des Auditlogs Winter Release

Open Source. Eine kleine Geschichte zum Konzept der freien Software

1. SaxIS-Shibboleth. Shibboleth-Workshop. Chemnitz, 15. Dezember Dipl. Wirt.-Inf. Lars Eberle, Projekt SaxIS und BPS GmbH

Fachapplikationen in heterogenen IT Landschaften

Oracle. 1. Software-Download 2. Lifetime-Support

Präsentation Von Laura Baake und Janina Schwemer

OpenSource Business Strategien. Thomas Uhl Topalis AG

GeODin 7 Installationsanleitung

Man liest sich: POP3/IMAP

Secure Network Communications (BC-SEC-SNC)

Open Source / Open Content für das Lernen mit digitalen Medien: Billig und wenig Qualität? Prof. Dr. Hans-Werner Six FernUniversität Hagen

Verbindung HELIUM V und WebShop (Magento). Verbindung zwischen HELIUM V und WebShop AioS

Tanuki Service Wrapper 101. JVM Verwaltung mit der Community Edition. Alexander Pacnik Karlsruhe,

Internet Explorer Version 6

Planung für Organisation und Technik

Sichere Einbindung von Open Source in kommerzielle Projekte

Datenbanken. Prof. Dr. Bernhard Schiefer.

PRESman. Presentation Manager. Reduzieren Sie nachhaltig die Kosten für das. Erstellen, Verwalten und Verteilen Ihrer

Open Source GIS - das alternative geogovernment

Ein Open-Source-Projekt im Überblick

R-BACKUP MANAGER v5.5. Installation

ecaros-update 8.2 Update 8.2 procar informatik AG 1 Stand: DP 02/2014 Eschenweg Weiterstadt

UNIX Ein kleiner Ausschnitt

Freie und Quelloffene Softwarelizenzen im Vergleich

Version 4.0. service.monitor. Systemanforderungen

EXCHANGE Neuerungen und Praxis

Whitepaper. Produkt: List & Label 16. List & Label 16 unter Linux/Wine. combit GmbH Untere Laube Konstanz

Freie Software. und ihre Unentbehrlichkeit in der modernen Informationsgesellschaft. Torsten Grote

Internet-basierendes Autorensystem zur Erschließung historischen Kulturguts. Thorsten Ludewig. Juni 2004

Management von Open-Source-Lizenzen in einem großen Software-Haus. Linuxtag Helene Tamer, T-Systems International GmbH

Upgrade von Starke Praxis

Installation & Konfiguration AddOn AD-Password Changer

Leitfaden zu Moneyplex 12

Ihr IT-Administrator oder unser Support wird Ihnen im Zweifelsfall gerne weiterhelfen.

Die Rückgabe kann über folgende, von uns getestete Programme / Apps vorgenommen werden: Adobe Digital Editions Sony Reader for PC Bluefire Reader

Ora Education GmbH. Lehrgang: Oracle Application Server 10g R3: Administration

Praxis bei Unternehmen und Behörden

Allgemeines zu Datenbanken

Transit/TermStar NXT

STRATEGIEN FÜR DAS NÄCHSTE JAHRZEHNT

Ablaufbeschreibung für das neu Aufsetzen von Firebird und Interbase Datenbanken mit der IBOConsole

Content Management System mit INTREXX 2002.

Was ist Open Source Software und wem gehört sie?

AGROPLUS Buchhaltung. Daten-Server und Sicherheitskopie. Version vom b

OP-LOG

Installation EPLAN Electric P8 Version Bit Stand: 07/2014

Wine - Windows unter Linux

Systemvoraussetzungen

INFOBLATT FÜR DAS NEU AUFSETZEN IHRES COMPUTERS

FIREBIRD BETRIEB DER SAFESCAN TA UND TA+ SOFTWARE AUF MEHR ALS EINEM COMPUTER

Administrator Handbuch

Dialogik Cloud. Die Arbeitsumgebung in der Cloud

STARFACE SugarCRM Connector

Die Programmiersprache Java. Dr. Wolfgang Süß Thorsten Schlachter

Update von Campus-Datenbanken (FireBird) mit einer Version kleiner 9.6 auf eine Version größer 9.6

Anleitung Office 365 / ausführliche Version. Bestellungs- und Installationsanleitung für Office 365

Einführungskus MATLAB

Duonix Service Software Bedienungsanleitung. Bitte beachten Sie folgende Hinweise vor der Inbetriebnahmen der Service Software.

Installation und Konfiguration Microsoft SQL Server 2012

Tag des Datenschutzes

Aktualisierung der Lizenzierungsrichtlinien für Adobe Produkte

TYPO3 CMS 6.2 LTS. Die neue TYPO3- Version mit Langzeit- Support

Upgrade auf die Standalone Editionen von Acronis Backup & Recovery 10. Technische Informationen (White Paper)

Anwendungsbeschreibung an einem Beispiel

Hinweise zum Update des KPP Auswahltools (Netzwerkinstallation) auf Version 7.2

Verwendung des IDS Backup Systems unter Windows 2000

Installation der 4Dv12sql Software für Verbindungen zum T.Base Server

Transkript:

Open Source Datenbanken Haben solche Datenbanken eine Chance in Unternehmen? Verena Mai, Robert Thomalla 1

Lernziele Was ist Open Source? Welche Open Source Lizenzen und Datenbanken gibt es? Welche Vor- und Nachteile haben Open Source Datenbanken? Wo und wann lohnt sich der Einsatz von Open Source Datenbanken? Verena Mai, Robert Thomalla 2

Gliederung I. Definition des Begriffs Open Source II. Open Source Lizenzen III. DBMS mit zwei Lizenzen IV. Open Source Datenbanken V. Vor- und Nachteile von Open Source Datenbanken VI. Quellen Verena Mai, Robert Thomalla 3

I. Definition von Open Source Die Software (d. h. der Programmcode) liegt in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vor. Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden. Die Software darf verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden. Verena Mai, Robert Thomalla 4

II. Open Source Lizenzen GNU General Public License (GPL) GNU Lesser General Public License (LGPL) BSD Lizenz Apache Lizenz Verena Mai, Robert Thomalla 5

II. Open Source Lizenzen [GNU GPL] GPL = General Public License Gründer der GPL: Richard Stallmann, Eben Moglen Erste Version im Jahr 1989 Dritte Version voraussichtlich Ende 2005 Applikationen die unter die GPL fallen: GNOME The Gimp Linux Perl MySQL Verena Mai, Robert Thomalla 6

II. Open Source Lizenzen [GNU LGPL] LGPL = Lesser General Public License Freie Lizenz der Free Software Foundation (FSF / Richard Stallmann) Version 1.0 im Jahr 1989 Aktuelle Version 2.1 im Jahr 1999 Für Programmbibliotheken geschaffen Verena Mai, Robert Thomalla 7

II. Open Source Lizenzen [BSD Lizenz] BSD = Berkeley Software Distribution Freie Softwarelizenz von der University of California, Berkeley 1970 als UNIX-Distribution 1990 als Open Source Folgende UNICES fallen unter die BSD Lizenz: OpenBSD NetBSD FreeBSD HSQLDB Verena Mai, Robert Thomalla 8

II. Open Source Lizenzen [Apache Lizenz] Freie Softwarelizenz von der Apache Software Foundation (ASF) Aktuelle Version 2.0 (Jahr 2004) Nicht GeneralPublicLicense-kompatibel Applikationen die unter die Apache Lizenz fallen: Apache HTTP Server Ant Tomcat PHP Derby Verena Mai, Robert Thomalla 9

II. Open Source Lizenzen [Überblick] Quelle: http://openfacts.berlios.de/index.phtml?title=open-source-lizenzen [01.06.2005] Verena Mai, Robert Thomalla 10

III. DBMS mit zwei Lizenzen Open Source Lizenz / Kommerzielle Lizenz Zweck: Für Weiterverkauf kommerzielle Lizenz nötig Um der Einsicht in den Quellcode zu entgehen Um zu verhindern, dass die eigene Anwendung Open Source wird Haftung Beispiele: MySQL MaxDB Verena Mai, Robert Thomalla 11

MySQL [Überblick] 1994 von Michael Widenius entwickelt Aktuelle Version 4.1 (Beta-Version 5.0) Wird heute von MySQL AB und Communities weiterentwickelt Populärste Open Source Datenbank Mittlerweile über 6 Mio. Installationen und 35.000 Downloads pro Tag Wesentlicher Bestandteil von LAMP Steht unter GPL- und kommerzieller Lizenz Verena Mai, Robert Thomalla 12

MySQL [Eigenschaften] Quelle: http://www.mysql.de/company/ [01.06.2005] Verena Mai, Robert Thomalla 13

MySQL [Eigenschaften] Transaktionen nur mit BerkeleyDB und InnoDB möglich Komplexe Abfragen mit Unterabfragen nicht möglich Keine Views möglich Keine Trigger Zugriff auf die Datenbank durch Secure Socket Layer (SSL) möglich Plattformunabhängig Verena Mai, Robert Thomalla 14

MySQL [Bekannte Anwender] Yahoo! DaimlerChrysler Cox Communications NASA Nürnberger Versicherungsgruppe Verena Mai, Robert Thomalla 15

MaxDB [Überblick] 1977 von der TU Berlin entwickelt Aktuelle Version 7.5.00 (Beta-Version 7.6.00) Professionelles DBMS Wird heute von MySQL AB vertrieben Vorgänger: Reflex, DDB/4, Adabas D, SAP DB Steht unter GPL- und kommerzieller Lizenz Verena Mai, Robert Thomalla 16

MaxDB [Überblick] MaxDB & Predecessors: Installations since 1994 4500 4000 3500 3000 2500 2000 1500 1000 500 0 MaxDB (all) 8 80 84 99 MaxDB (cust.) 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 Quelle: SAP AG Vortrag [01.06.2005] Verena Mai, Robert Thomalla 17

MaxDB [Eigenschaften] Transaktionen u.a. mit Oracle und IBM DB2 möglich Komplexe Abfragen mit Unterabfragen möglich Triggers Views Datenkonsistenz Logging Recovery Backup Plattformunabhängig Verena Mai, Robert Thomalla 18

MaxDB [Bekannte Anwender] Intel DaimlerChrysler Barun-Gilette Bayer Colgate Yamaha Toyota South Afrika Deutsche Post Verena Mai, Robert Thomalla 19

PostgreSQL [Überblick] 1989 erste Version von der University of California in Berkley Entwicklungsleiter: Michael Stonebraker Früher unter Postgres95 bekannt 1994 Erweiterung eines SQL- Interpreters Freigabe als Open Source unter Postgres95 1996 Erste Version unter PostgreSQL V. 6.0 Aktuelle Version 8.0.1 Steht unter BSD Lizenz Verena Mai, Robert Thomalla 20

PostgreSQL [Eigenschaften] Umfassendes Transaktionskonzept Komplexe Abfragen mit Unterabfragen Views, die mit Hilfe von Regeln schreibfähig sein können Triggers / gespeicherte Strukturen in verschiedenen Sprachen Plattformunabhängig Point in Time Recovery Problemloser Import und Export von Daten Erweiterung: PostGIS Verena Mai, Robert Thomalla 21

PostgreSQL [Bekannte Anwender] Fujitsu Siemens Ralf Burger AG Cobis GmbH Hiller United Labels Verena Mai, Robert Thomalla 22

Derby [Überblick] 1997 erste Version von der Cloudscape Inc. Früher bekannt unter dem Namen JBMS 2001 Übergang an IBM Freigabe als Open Source im Jahre 2004 durch IBM Aktuelle Version 10.0.2.1 Incubator Project bei ASF Steht unter Apache 2.0 Lizenz Verena Mai, Robert Thomalla 23

Derby [Eigenschaften] Transaktionsverwaltung Beinhaltet u.a. JDBC und SQL Standards Logging und Recovery Views Triggers Plattformunabängig Verena Mai, Robert Thomalla 24

HSQLDB [Überblick] HSQLDB = HypersonicSQL Erste Version im Jahr 1998 als Community Projekt JAVA-basierend Aktuelle Version 1.7.3.3 (Beta-Version 1.8.0) Steht unter der BSD Lizenz Verena Mai, Robert Thomalla 25

HSQLDB [Eigenschaften] Erfüllt SQL Standards Triggers und Views sind möglich Datenbank-Sicherheitsfunktion Abfragen mit Unterabfragen möglich Transaktionen möglich In-Memory- Stand Alone and Clint-Server Operating Modes Kann für Applets and Applikationen benutzt werden Plattformunabhänig Verena Mai, Robert Thomalla 26

HSQLDB [Anwendende Software] Open Source Software: Open Office JBoss Hibernate Mr. Persister ORM ObJectRelationalBridge (OJB) Verena Mai, Robert Thomalla 27

Firebird [Überblick] Open-Source-Spin-Off des DBMS Interbase Von Borland vertrieben Abspaltung im Jahr 2000 mit Firebird 1.0 Ab Version 1.5 (2004) Umstellung des Quellcodes von C auf C++ Aktuelle Version 2.0 Steht unter Mozilla Public License (MPL 1.1) Verena Mai, Robert Thomalla 28

Firebird [Eigenschaften] Transaktionsverarbeitung erfüllt ACID-Kriterien Vielzahl an Treiber und Bibliotheken verfügbar Erweiterung durch User Definied Functions (UDFs) Triggers können definiert werden Sicherung durch Mirroring Plattformunabhängig Verena Mai, Robert Thomalla 29

Firebird [Bekannte Anwender] Motorola Nokia Bear Steams US Army NASA Boeing Verena Mai, Robert Thomalla 30

Berkeley [Überblick] 1991 als Open Source Projekt von Sleepycat Software entwickelt Berkeley DB Version 4.3 Berkeley DB XML Version 2.1 Berkeley DB Java Edition 1.7 Steht unter der Berkeley Database License Kompatibel zur GPL Lizenz Verena Mai, Robert Thomalla 31

Berkeley [Eigenschaften] Transaktionen Keine relationale Datenbank Locking, Logging, Replikation Hashing Plattformunabhängig Erweiterung: hostcap Verena Mai, Robert Thomalla 32

Berkeley [Bekannte Anwender] Ford Fujitsu Google HP Samsung Sony Sun Symantec Verena Mai, Robert Thomalla 33

V. Vor- und Nachteile von Open Source Datenbanken Vorteile: Ständige Weiterentwicklung Kurze Zeitperioden zwischen Releases Kostengünstig Eigene Weiterentwicklung möglich Standards werden gefördert Nachteile: Keine Haftung Keine konkrete Entwicklungsrichtung Kein dauerhaft gesicherter Support Das KnowHow ist nicht geschützt I.d.R kein Gewinn möglich Verena Mai, Robert Thomalla 34

VI. Quellen http://de.wikipedia.org/wiki/open_source http://opensource.org/licenses/ http://openfacts.berlios.de/index.phtml?title=open -Source-Lizenzen http://opendb.de/ http://www.mysql.de/ http://hsqldb.sourceforge.net/web/hsqlfeatures.ht ml Verena Mai, Robert Thomalla 35

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Verena Mai, Robert Thomalla 36