Raumakustik in Wohnhäusern Diese Fall-Studie zeigt auf, wie der Akustiker bei moderner Architektur im Wohnhaus zu einem optimalem raumakustischen Klima beiträgt. Oft wird in diesem Bereich primär auf den optischen Eindruck Wert gelegt und der akustische Aspekt vernachlässigt. Der Begriff Akustik wird im Einrichtungsbereich oft mit der klassischen Gipskartonlochdecke in Verbindung gebracht. Dabei ist aber diese (nicht immer populäre) Trockenbaumaßnahme keinesfalls mehr die einzige akustische Maßnahme, die Abhilfe bei akustischen Problemen schafft. Dieses Angebot richtet sich sowohl an Architekten / Innenausstatter als auch an Privatpersonen. Ist-Zustand: Fertiger, bereits bezogener Neubau eines hochwertigen Privathauses. Der Innenraum besteht aus großen offenen Flächen - Flur, Essraum, Küche und Wohnzimmer sind offen miteinander verbunden. Der Bodenbelag besteht aus Fliesen, Wände sind mit Lehm verputzt und Decke ist aus Beton. Das eingebrachte Mobiliar ist schlicht und besteht primär aus glatten Materialien (Glas oder lackierte Oberflächen). Problem: Die Bauherrin klagt über einen hohen Geräuschpegel bei Aktivitäten und eine schlechte Sprachverständlichkeit. Man fühlt sich wie in einer Kirche,...Geschirrgeklapper ist nicht auszuhalten.... Ein entspanntes Essen mit Bekannten - vor allem für hörbeeinträchtigte Personen - sei aufgrund der schlechten Sprachverständlichkeit auch auf sehr kurzer Distanz nicht mehr möglich. Das Problem liegt hier in der zu hohen Nachhallzeit, welche den vielen glatten Oberflächen (Glas, fliesen, Beton, Lehmputz) geschuldet ist. Die Bauherrin hatte bereits einen Trockenbauer um Hilfe gebeten, welcher lediglich den Einbau einer Akustikdecke auf Gipskartonbasis empfahl. Dies passte aber nicht ins Designkonzept des Hauses, da dieses nach Möglichkeit nicht in der Optik verändert werden soll. Somit ist die Bauherrin auf der Suche nach einer Lösung, die sowohl Abhilfe bringt, als auch ins Designkonzept passt. Lösung: Der erste Schritt ist eine akustische Vermessung der betroffenen Räume. Auf Basis dieser Ergebnisse kann eine akustische Auslegung stattfinden, die Auskunft über die einzubringende Menge an akustisch wirksamen Material gibt. Der zweite Schritt liegt in der Ausstattung der Räume mit entsprechendem Material. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Die Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner oder die Zusammenarbeit mit dem Architekten/Raumausstatter des Bauherrn. Somit kann das optisch passende Material in Rücksprache auf die akustische Anforderung optimal bestimmt und verbaut werden. Hierbei müssen akustische Maßnahmen nicht immer sichtbar sein. Geschickt angebrachte und gut verarbeitete Akustikmaterialien lassen sich nahezu unsichtbar in den Raum integrieren. Dies kann bei Wandflächen z.b. durch Akustikbilder geschehen oder im Deckenbereich mit einem Material, welches flächig verklebt, mit speziellem Akustikputz glatt verputzt wird und farbig gestaltet werden kann. Die verwendbaren Materialien sind vielfältig und können häufig in Form und Farbe variiert werden.
Ergebnis: Der Kunde hat eine deutlich verringerte und dem Nutzen angepasste Nachhallzeit. Eine gute Sprachverständlichkeit entsteht, der Geräuschpegel wird merklich weniger und ein besseres raumakustisches Klima wird erreicht. Optisch sind die Änderungen nur marginal. Abbildungen 1 bis 6 zeigen einen Vorher-/Nachhervergleich.
Abb. 1: Wohnbereich vor Anbringung von Akustikbildern. Abb. 2: Wohnbereich nach Anbringung von Akustikbildern.
Abb. 3: Deckenbereich vor Anbringung von verputztem Akustikmaterial. Abb. 4: Deckenbereich nach Anbringung von verputztem Akustikmaterial.
Abb. 5: Eingangsbereich vor Akustikmaßnahme. Abb. 6: Eingangsbereich nach Anbringung von Akustikbild.