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Hightech by Gerster. 1

Der vielfältige Spezialist. Produkte aus Stahl, Guss, Aluminium oder Buntmetall gibt es zu Tausenden. Und die Ansprüche an deren Sicherheit, Zuverlässigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Langlebigkeit sind mannigfaltig. Die Härterei Gerster AG ist seit 1950 der anerkannte Spezialist für technische Wärmebehandlungen mit internationaler Kundschaft. Das umfassende Leistungskonzept von der kompetenten Beratung bis zum vielfältigen Verfahrensangebot bietet für jede Art von Wärmebehandlungsanforderung individuelle Lösungen. Wärmebehandelt werden kleinste Teile für Uhren oder die Augenchirurgie bis sehr grosse Werkstücke für die Maschinenindustrie. Dank den über 100 verschiedenen Anlagen verteilt auf 25 000 m 2 Produktionsfläche können sowohl schwere Einzelstücke als auch Kleinstteile in Millionenserie effizient bearbeitet werden. Die Zertifizierungen der Härterei Gerster AG: ISO 9001:2008, ISO/TS 16949:2009, ISO 13485:2003 und ISO 14001:2004. In einem kombinierten Prozess unter Vakuum im Hochtemperaturbereich gelötetes und gehärtetes Teil. An mehreren Stellen partiell randschichtgehärtetes Bauteil. Das Gefüge und die Einhärtungstiefe werden im Labor anhand von Schliffen geprüft und protokolliert. 2 3

Das Randschichthärten. Beim Randschichthärten wird nur die randnahe Zone gehärtet. Der Bauteilkern behält seine zähen Eigenschaften. Die chemische Zusammensetzung bleibt unverändert. Grösse, Gestalt, Material und Einhärtungstiefe sowie die an das Werkstück gestellten Anforderungen entscheiden darüber, welches der unterschiedlichen Randschichthärte-Verfahren angewendet wird. Horizontal-Flammhärteanlage, Spitzenweite 11 m, Durchmesser 800 mm. Induktionshärten Bei der Induktionserwärmung wird die Wärme direkt im Werkstück erzeugt. Das vom Induktor erzeugte elektromagnetische Wechselfeld induziert im zu härtenden Werkstückbereich einen elektrischen Strom. Der Stromfluss bewirkt nur in den Randbereichen des Werkstückes eine rasche Erwärmung des Metalls. Abhängig von der Frequenz können Einhärtungstiefen von 0,2 bis 10 mm erzielt werden. Dabei gilt: Je tiefer die Frequenz, desto grösser die Einhärtungstiefe. Wir unterscheiden zwischen Hochfrequenz- (HF), Mittelfrequenz- (MF) und Zweifrequenzhärten (MF/HF). MF-Härtung einer 3,6 m langen Welle. Konturgetreue Zweifrequenzhärtung (HF/MF) eines Zahnrads. Bei der Härterei Gerster werden die für das Randschichthärten notwendigen Werkzeuge wie Induktoren, Brenner und Brausen intern gefertigt. Dadurch bleibt die Kompetenz vor Ort gebündelt und die Prozessentwicklungszeit kann kurz gehalten werden. Flammhärten Die Wärmezufuhr erfolgt über spezielle Brenner, die Abschreckung wie beim Induktionshärten mit Wasser, Polymerlösung, Öl oder Druckluft. Einhärtungstiefen von 1,5 bis 40 mm können realisiert werden. Flammgehärtete Kurvenscheibe (ohne Schlupfzone). 4 5

Die Lasertechnologie. Schaufel einer Dampfturbine mit lasergehärteter Eintrittskante (Material: Hochwarmfester Stahl). Quer- und Längsschliffe zur Kontrolle der Laserhärtung. Lasergehärtete Laufflächen (verzugsarm). Konturgenaues und verzugsarmes Härten dank Lasertechnologie. Laserhärten Der Hochleistungsdiodenlaser erzeugt einen präzisen, energiereichen Laserstrahl. Beim Auftreffen des Strahls auf der Werkstückoberfläche wird Wärme erzeugt. Das Material wird dadurch örtlich schnell (> 1000 C/Sekunde) erwärmt und in einer Tiefe von 0,1 bis 1,0 mm umgewandelt. Die Wärmeableitung ins Werkstückinnere bewirkt eine Selbst abschreckung. Es entsteht eine gehärtete Spur mit feinstkörnigem Martensit. Der Wärmeeintrag und somit das Rissrisiko sind minimal. Ein Anlassen ist meist nicht notwendig. Unter Schutzgas lasergehärtete Dichtflächen (Material: Sphäroguss). 6 7

Die durchgreifend wirkenden Verfahren. 1 Vakuumhärteanlage mit Überdruckgasabschreckung. 2 Bauteile in Tiefkühlanlage. 3 Vakuumgehärtete, korrosionsbeständige Raspel für die Knochenchirurgie. 4 Ausscheidungsgehärtete Buchsen (Aluminiumlegierung). 5 Höchste Produktivität durch Verkettung von Härten, Reinigen und Anlassen im Durchlaufverfahren. Bei den durchgreifend wirkenden Verfahren wird das gesamte Bauteil in einer geschlossenen Ofenkammer auf Behandlungstemperatur gebracht. Dabei kommt es zu entscheidenden Gefügeumwandlungen. Je nach Anforderung wird die Ofenatmosphäre angepasst. 1 2 Härten Beim Härten wird das Bauteil erwärmt und danach schnell abgekühlt (abgeschreckt). Durch die Gefügeumwandlung entsteht harter Martensit, der in einem anschliessenden Anlassvorgang entspannt wird. Die erreichbare Härte wird vom Kohlstoffgehalt bestimmt und beträgt bei härtbaren Stählen mindestens 0,2 %. Die Einhärtungstiefe wird durch die weiteren Legierungselemente beeinflusst. Härten unter Schutzgas Niedrig- und unlegierte Stähle werden in geregelter Atmosphäre erwärmt und im Öl abgeschreckt. Das kohlenstoffhaltige Schutzgas verhindert dabei das Ausdiffundieren des Kohlenstoffs, welcher für die Härtung nötig ist. Das Härteöl wird entsprechend der Stahlsorte und den Anforderungen an den Verzug ausgewählt. Härten im Vakuum Hochlegierte Stähle (z. B. Wärmarbeitsstähle, rostfreie Stähle) werden im Vakuum erwärmt und mittels Gasüberdruck (bis 12 bar) abgeschreckt. Die Oberfläche bleibt dabei metallisch blank. Vergüten Beim Vergüten werden Stähle mit einem Kohlenstoffgehalt zwischen 0,2 0,7 % zuerst gehärtet und anschliessend im Temperaturbereich 450 650 C angelassen. Damit wird eine möglichst hohe Zähigkeit bei vorgegebener Festigkeit eingestellt. Hochlegierte Stähle werden bis zu 3 Mal angelassen. Ausscheidungshärten Das Prinzip des Ausscheidungshärtens unterscheidet sich stark vom Härten mittels Abschreckung. Aus einem homogenen Gefüge werden kleinste Teilchen ausgeschieden, welche den Werkstoff verfestigen. Dafür muss das Material zuerst in den lösungsgeglühten Zustand gebracht werden, bevor es anschliessend ausgelagert werden kann. Meistens wurde aber das Rohmaterial bereits im lösungsgeglühten Zustand eingekauft, sodass nach der Teilefertigung nur noch ausgelagert werden muss. Der Vorteil: Da keine Gefügeumwandlung stattfindet, ist das Auslagern sehr verzugsarm. Ausscheidungshärten Typische Typische möglich bei: Lösungsglühtemperatur Auslagerungstemperatur Aluminiumlegierungen 480 550 C 20 190 C Kupferlegierungen 700 900 C 300 500 C Maraging-Stähle 1020 1070 C 450 550 C Nickel-Basis-Legierungen 1050 1150 C 650 800 C Glühen Glühbehandlungen werden durchgeführt, um spezifische Gefügezustände einzustellen bzw. Spannungen abzubauen. Diese finden in der Regel und Schutzgas (z. B. N 2) statt. Die Abkühlung erfolgt langsam, sodass keine Härtung erfolgt. Spannungsarmglühen Beim Spannungsarmglühen (450 650 C) werden innere Spannungen im Bauteil weitgehend abgebaut, ohne die anderen Eigenschaften wesentlich zu beeinflussen. Die dabei auftretenden Massänderungen müssen durch Bearbeitungszugaben berücksichtigt werden. Diese Wärmebehandlung empfiehlt sich insbesondere bei hochwertigen und präzisen Komponenten zwischen der Grob- und der Endbearbeitung. Weichglühen, Normalglühen, Rekristallisationsglühen Durch diese Glühbehandlungen können die ursprünglichen Eigenschaften des Materials wieder hergestellt oder unerwünschte Gefügeveränderungen beseitigt werden. Ziel: Das optimale Gefüge für die Weiterverarbeitung erzeugen. Beispiele: Beseitigung der Kaltverfestigung und Herstellung der Verformbarkeit, Homogenisierung des Gefüges nach dem Schweissen, Kornfeinung für beste Eigenschaften, Einformung der Karbide für wirtschaftlichere Zerspanung. Magnetweicheisenglühen Bauteile in elektrischen und elektronischen Anwendungen müssen möglichst geringe Energieverluste erzeugen (d. h. eine kleinstmögliche Koerzitiffeldstärke aufweisen). Diese Eigenschaften werden durch gezielte Glühbehandlungen und geregelte Abkühlung eingestellt. 3 4 8 9 5

Die thermochemischen Diffusionsverfahren. 1 2 Für eine optimale Behandlungsqualität und Reproduzierbarkeit der Wärmebehandlungsprozesse werden die thermochemischen Diffusionsprozesse in computer gesteuerten Anlagen durchgeführt. Aufkohlen Anreichern der Randschicht eines Werkstückes mit Kohlenstoff durch thermochemische Behandlung. Gasnitrier-Verfahren Bei Be handlungstemperaturen von 480 bis 580 C wird der Rand bereich durch Einlagerung von Stickstoff und eventuell Kohlenstoff chemisch ver ä ndert. Mit einer dem neuesten Stand der Technik ent- spre chenden Steuerung und Online- Nitrierkennzahlregelung können Aufbau und Zusammensetzung der Verbindungs- und Diffu sionsschicht gezielt eingestellt werden. Klassisches Gasnitrieren Anreichern der Randschicht mit Stickstoff. Temperaturbereich 480 bis 550 C. Behand lungs dauer liegt in der Regel zwischen 24 und 96 h. Gasnitrocarburieren (Nikotrieren) Anreichern der Randschicht mit Stickstoff und Kohlenstoff. Behandlungstemperatur 570 bis 580 C. Behandlungsdauer 2 bis 10 h. Gasnitrocarburieren mit Nachoxidieren (Pronox) Anschliessend ans Gasnitrocarburieren wird eine geregelte Oxidation durchgeführt. Dadurch wird die Korrosionsbeständigkeit verbessert, der Reibungskoeffizient wird kleiner. Nachoxidierte Teile weisen je nach Werkstoff eine dunkelgraue bis schwarze Oberfläche auf. Borieren Bei Behandlungstemperaturen im Bereich von ca. 800 bis 1000 C wird die Randschicht eines Werkstückes mit Bor angereichert; es bilden sich geschlossene Borid schichten. Die Härte dieser Schicht liegt, abhängig vom Werkstoff, innerhalb 1500 bis 2100 HV. Die hohe Härte, aber auch die besondere Struktur der Schicht bringen einen ausserordentlich guten Verschleisswiderstand. HARD-INOX (SolNit) Spezialverfahren für Edelstähle. Durch Randaufstickung wird eine Kombination von höchster Oberflächenhärte, zähem Kern und hervorragender Korrosionsbeständigkeit erreicht. HARD-INOX P erzeugt in ferritischen (z. B. 1.4016) und martensitischen (z. B. 1.4021, 1.4104) Edelstählen einen harten und korrosionsbeständigen Randbereich. Die Oberflächenhärte erreicht 550 bis 750 HV mit einer Einhärtungstiefe von 0,1 bis 1,0 mm. HARD-INOX S bildet in Edelstählen eine 10 bis 30 µm starke S-Phase im Randbereich. Dadurch wird eine Oberflächenhärte von 900 bis 1200 HV in Kombination mit einer hervorragenden Korrosionsbeständigkeit erreicht. HARD-INOX S eignet sich für alle Edelstahlklassen, bietet aber bei austenitischen Edelstählen (z. B. 1.4301, 1.4435) die grössten Vorteile. 3 4 Einsatzhärten Aufkohlen mit darauf folgender Härtung bei 850 bis 950 C. Beim Härten wird in der angereicherten Randschicht eine hohe Härte mit verbessertem Verschleisswiderstand erreicht. Carbonitrieren Wie Einsatzhärten, jedoch zusätzliche Anreicherung der Randschicht mit Stickstoff. Härten bei 780 bis 850 C. Plasmanitrieren/ Plasmanitrocarburieren Die Randschicht wird bei Temperaturen von 400 bis 600 C durch Einlagerung von Stickstoff und eventuell Kohlenstoff chemisch verändert. Mit den Behandlungs parametern Temperatur, Zeit, Druck und Gasart können Aufbau und Zusammensetzung der Verbindungs und Diffusionsschicht gezielt eingestellt werden. 1 Pronox-behandelte Bride (Nitrocarburiert mit geregelter Nachoxidation). 2 Gasnitriertes Zahnrad. 3 Plasmanitrieren. 4 HARD-INOX-P-behandelte Büchse. 5 Boriertes Teil. 10 11 5

Das Hartlöten. Bauteile aus verschiedenen metallischen Werkstoffen können miteinander dicht verbunden werden. Flamm-Lötanlage. Hartlöten unter Vakuum Das Hochtemperaturlöten unter Vakuum wird als Fügeverfahren bei präzisen, hoch beanspruchten Teilen eingesetzt. Verschiedene Stahlarten lassen sich untereinander, zusammen mit Buntmetallen, hochlegierten Werkstoffen, Hartmetall usw. fügen. Als Hartlote werden vorwiegend Kupfer, Nickel- und Edelmetall-Basis lote eingesetzt. Vakuumgelö te te Teile sind nach dem Löten blank. Hartlöten unter Schutzgas In Förderband-Durchlauföfen werden Serienteile flussmittelfrei unter Schutzgas gelötet. Hartlöten induktiv Beim induktiven Löten wird die Wärme durch einen im Werkstück induzier ten Wechselstrom erzeugt. Vorteilhaft ist die sehr kurze Aufwärmzeit. Die erwärmte Zone kann in engen Grenzen gehalten werden. Festigkeitswerte und Gefügeeigen schaften ausserhalb des gelöteten Bereichs werden nicht verändert. Hartlöten mit Flamme Für das Hartlöten von grösseren Werkstücken erfolgt die Erwärmung mittels Flamme. Der Einsatz mehrerer Brenner ermög licht eine optimale, der Werk stückgeometrie angepasste Erwärmung. Hebel mit eingelötetem Bolzen. Die beiden Teile werden mit Kupfer unter Schutzgas gelötet und anschliessend einsatzgehärtet. 12 13

Die Beratung, das Labor und zusätzliche Dienstleistungen. 2 Plasma-nitrierte Oberfläche mit Verbindungsschicht (Nitrierstahl). 1 Korrosionsmessungen mit EC-Pen. 2 Vollautomatische Richtanlage. 3 Metallographische Gefügeuntersuchungen am Mikroskop (bis 1000-fache Vergrösserung). 4 Robotergesteuerte Ultraschallprüfung einer Lötverbindung. 20 µm Durch die während Jahrzehnten gesammelte Erfahrung verfügen die Werkstoffspezialisten der Härterei Gerster über ein hohes Wissen in den Bereichen Materialien und deren Wärmebehandlung. Deswegen lohnt es sich, bereits in der Konzeptionsphase den Kontakt zu suchen und gemeinsam die optimale Lösung betreffend Werkstoffwahl und Wärmebehandlung zu definieren. Dank des modernen und vielseitigen Labors können auch die notwendigen Analysen, Untersuchungen und Qualitätskontrollen zeitnah gemacht werden. Die Beratung beginnt mit der einfachen Angabe von Härteparametern und kann bis zur gemeinsamen Werkstoffentwicklung inklusive Aufbau einer Wärmebehandlungslinie beim Kunden gehen. Gefügeuntersuchungen Metallografische Untersuchungen Materialanalysen (Spektral- und Infrarot-C-Analysen) Korrosionsmessungen Stromdichte-Potzentialkurven mit EC-Pen Wechseltauchprüfungen nach EN442 Zerstörungsfreie Prüfungen der Einhärtungstiefe Härteverlaufskurven Ermittlung von Abschreckkurven Prüfungen auf Rissfreiheit (Magnetpulver- und Farbeindringprüfung) Ultraschallprüfungen Vollautomatische Teile-Sortierung mit Mehrfrequenz-Wirbelstromprüfung Koerzitivfeldstärkenmessungen Schadenuntersuchungen Richten (manuell und vollautomatisch) Strahlen 1 3 Workshops und Schulungen zu verschiedenen Themen der Wärmebehandlung Bauteil- und Systemoptimierungen Werkstoffgerechte Wärmebehandlungen Grundlagen der Wärmebehandlungen Wärmebehandlungsgerechte Konstruktionen 14 15 4

Härterei Gerster AG Güterstrasse 3 Postfach 4622 Egerkingen Schweiz Telefon +41 (0)62 388 70 00 Fax +41 (0)62 398 31 12 gersterag@gerster.ch www.gerster.ch Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001:2008 ISO 14001:2004 Umwelt ISO/TS 16949:2009 Automobil ISO 13485:2003 Medizin Hightech by Gerster. Randschichthärten Induktionshärten Zweifrequenzhärten Flammhärten Lasertechnologie Laserhärten Durchgreifend wirkende Verfahren Härten unter Schutzgas Vakuumhärten mit Druckgasabschreckung Anlassen Vergüten Glühen unter Schutzgas Tiefkühlen bis 180 C Ausscheidungshärten Hartlöten Unter Vakuum Unter Schutzgas Induktiv Mit Flamme Thermochemische Diffusionsverfahren Aufkohlen Einsatzhärten Carbonitrieren Gasnitrieren Gasnitrocarburieren/Nikotrieren Pronox Plasmanitrieren Borieren Behandlung von rostfreien Stählen HARD INOX, SolNit Beratung, Labor und zusätzliche Dienstleistungen 500/11.2012 16