MERKBLATT Technische Kommission Steildach Konterlattenbefestigung bei kraftschlüssigen Verbindungen Die Befestigung der Konterlattung war lange Zeit durch das Format der Unterdachplatten gegeben oder wurde nach Gefühl ausgeführt. Anhand dieses Merkblattes kann nun die Anzahl der Konterlattenbefestigungen bei kraftschlüssigen Verbindungen aus Tabellen ermittelt werden. Grundlagen zu diesen Berechnungen sind die Normen SIA 64, 60, 6, 65. Geltungsbereich Gültig bis zu einer Bezugshöhe h o von 00 m. Für höher gelegene Bauobjekte empfiehlt sich eine objektspezifische Berechnung anhand der Unterlagen im Teil 4 «Befestigungen und Verbindungen» des Fachbuches «Grundlägen Gebäudehülle» oder eine Berechnung durch einen Bauingeneur. Aufgeführte ten mit kraftschlüssigen Konterlattenverbindungen Holzfaserplatten bis 6 mm Anforderung an Schraubverbindungen gemäss Norm SIA 65 Holzschrauben: Stahlqualität 4.6 Selbstbohrende Schrauben: Mindestzugfestigkeit 800 N/mm (Norm SIA 65, 6.5..) Minimale Festigkeitsklasse 8.8 Aussendurchmesser des Gewindes von 4 bis 0 mm Das Verhältnis des Kerndurchmessers zum Gewindeaussendurchmesser muss mindestens 0.6 betragen Mögliche Schrauben SFS Ferronorm, Wico Twist (XL oder T) Holzbauschrauben Glaromat AG, Glaro Turbo Doppelganggewinde-Zimmermannsschraube
Merkblatt Konterlattenbefestigung bei kraftschlüssigen Verbindungen Geltungsbereich Kraftschlüssige Verbindungen kraftschlüssige Verbindung: 6 5 4 mit geschupptem Unterdach Tragkonstruktion (Sparren) Geschupptes (bis 6 mm dick) Konterlattung mit Folienunterdach Tragkonstruktion (Sparren) Folie über Sparren gespannt Konterlattung mit Folienunterdach auf Dämmung Tragkonstruktion (Sparren) Verlegeunterlage und 4 Lattung gekreutzt, Zwischenräume gedämmt (Walliserdach) 5 Folienunterdach 6 Konterlatte Wichtig: Die Befestigung der kreuzweisen Lattung muss mindestens die gleiche Anzahl Befestigungspunkte pro m aufweisen wie die der Konterlattung mit Schalung und Abdeckfolie Tragkonstruktion (Sparren) Dachschalung Folienunterdach 4 Konterlattung 4 Einbau von Absturzsicherungshaken Beim Einbau von Absturzsicherungshaken ist zu überprüfen, ob die ermittelten Befestigungen der Konterlattung auch für die geforderten Werte des Hakens ausreichen. Falls nötig sind zusätzliche Befestigungen anzubringen! Nicht kraftschlüssige Verbindung: 5 4 Tragkonstruktion (Sparren) Verlegeunterlage Dämmung ohne durchgehende Holzeinlage 4 Unterdach 5 Konterlattung
Merkblatt Konterlattenbefestigung bei kraftschlüssigen Verbindungen Wichtige Parameter Ermittlung der Bezugshöhe h₀ Schaffhausen Kreuzlingen Die Bezugshöhe h o nach Norm SIA 6 ist ein künstlicher Wert, der den theoretischen Schneelasten eines Standortes angepasst ist. Als Indiz für die zu erwartende Schneelast wird die durchschnittliche Schneehöhe, ermittelt aus Statistiken, verwendet. Diese Werte sind in einer Karte zusammengefasst und bilden Zonen. Jede Zone ist mit einer Schraffur gekennzeichnet, der ein Korrekturwert von 00 bis +500 zugeordnet ist. Die Bezugshöhe h o darf Genève nicht mit der Höhe über Meer (m ü. M.) verwechselt werden! Lausanne Neuchâtel Montreux Biel Fribourg Sion Basel Solothurn Bern Thun Sierre Zermatt Aarau Olten Luzern Interlaken Winterthur Zürich Zug Glarus Andermatt Locarno Lugano St.Gallen Appenzell Buchs Chur Davos St. Moritz Beispiel Befindet sich der Standort eines Bauwerkes z.b. in Zweisimmen auf 950 m über Meer und in der Zone mit dem Korrekturwert +00, beträgt die Bezugshöhe h o = 950 m + 00 m = 50 m. 00 m ± 0 m + 00 m + 400 m + 500 m nicht anwendbar für Bauwerke über 000m ü. M. (Karte aus SIA Norm 6, Copyright 008 by SIA Zürich) Nagellänge bestimmen Die Nagellänge ergibt sich aus den Stärken der zu befestigenden Bauteile und einer Einschlagtiefe im tragenden Teil von x des Nageldurchmessers. Schraubenlänge bestimmen Die Schraubenlänge ergibt sich aus den Stärken der zu befestigenden Bauteile und einer Eindringtiefe im tragenden Teil von 48 mm bei einem Schraubendurchmesser von 6 mm. Formelzeichen und Einheiten F N = zulässige Nagelbelastung in N (Newton) F N,ax = zul. Nagelbelastung auf Zug in N d N = Nageldurchmesser in mm l H = Einschlagtiefe (Haftlänge) in mm Literatur: Eine ausführliche Beschreibung der Nagel- und Schraubenverbindungen ist im Teil 4 «Befestigungen und Verbindungen» des Fachbuches «Grundlagen Gebäudehülle & Baustoff-Lexikon» von Peter Stoller/Karl Sutter, Grafitext- Verlag, 6 Treiten, zu finden. Formelzeichen und Einheiten: F H = zulässige Schraubenbelastung in Newton F H,ax = zulässige Schraubenbelastung auf Zug in Newton d = Schraubendurchmesser in mm d s = Schaftdurchmesser in mm d a = Aussendurchmesser in mm l G l l ef = Länge des Gewindeteils in mm = Eindringtiefe in mm (Länge der Schraube im tragenden Teil) = anrechenbare Einschraubtiefe ρ k = charakteristische Rohdichte des Befestigungsgrundes in kg/m
Merkblatt Konterlattenbefestigung bei kraftschlüssigen Verbindungen 4 Ermittlung der Anzahl Konterlattenbefestigungen pro m Geschraubt, Holzschraube 6x0 bis 40 mm Tabelle Flächenlast bis 0.65 kn/m Anzahl Befestigungspunkte pro m 0 5 0 5 40 45 50 0.6 0.8.0... 00 0.7 0.9.0...4 50 0.8 0.9...4.6 400 0.8.0..4.5.7 450 0.9...5.7.8 500.0..4.6.8.0 550...5.8.0. 600..4.7.9..4 650..6.8..4.6 700.4.7.0..6.8 750.5.8..5.8. 800.6.0.4.7..4 850.8..6.0..7 900.9.4.8..6 4.0 950..6.0.5.9 4. 000..8..8 4. 4.6 050.4.0.5 4.0 4.5 5.0 00.6..8 4. 4.9 5.4 50.8.4 4. 4.7 5. 5.8 00.0.7 4.4 5.0 5.6 6. Geschraubt, Holzschraube 6x0 bis 40 mm Falzziegel oder Faser zementplatten Biberschwanzziegel-Doppeldeckung Tabelle Flächenlast bis 0.90 kn/m Anzahl Befestigungspunkte pro m 5 0 5 40 45 50 50.0...5.6.7 00.0..4.6.7.8 50...5.7.8.0 400..4.6.8.0. 450..5.7.9.. 500.4.6.8...5 550.5.7.0..5.7 600.6.9..4.7.9 650.7.0..6.9. 700.9..5.8..4 750.0.4.7..4.6 800..6.9..6.9 850..8..6.9 4. 900.5.0.4.8 4. 4.6 950.7..7 4. 4.6 4.9 000.9.5 4.0 4.4 4.9 5. 050..7 4. 4.8 5. 5.7 00.4 4.0 4.6 5. 5.6 6. 50.6 4. 4.9 5.5 6.0 6.5 00.8 4.5.4 5.8 6.4 7.0
Merkblatt Konterlattenbefestigung bei kraftschlüssigen Verbindungen 5 Ermittlung der Anzahl Konterlattenbefestigungen pro m Genagelt, Nageldimension.8x0 oder 0 mm Tabelle Flächenlast bis 0.65 kn/m Anzahl Befestigungspunkte pro m Falzziegel oder Faser zementplatten 0 5 0 5 40 45 50 0.8.0..4.5.7 00 0.9...5.6.8 50 0.9..4.6.8.9 400.0..5.7.9. 450..4.6.9.. 500..5.8.0..5 550..6.9..5.7 600.5.8..4.7.0 650.6.0..7.0. 700.7..5.9..6 750.9..8..5.9 800..5.0.4.9 4. 850..8..7 4. 4.6 900.4.0.5 4. 4.5 5.0 950.6..8 4.4 4.9 5.4 000.8.5 4. 4.7 5. 5.8 050.0.8 4.5 5. 5.7 6. 00. 4.0 4.8 5.5 6. 6.8 50.5 4. 5. 5.9 6.6 7. 00.8 4.7 5.5 6. 7. 7.8 Genagelt, Nageldimension.8x0 oder 0 mm Biberschwanz ziegel-doppeldeckung Tabelle 4 Flächenlast bis 0.90 kn/m Anzahl Befestigungspunkte pro m 5 0 5 40 45 50 50..4.7.9.0. 00..5.8.0.. 50.4.6.9...5 400.5.8.0..5.7 450.6.9..4.7.9 500.7.0..6.9. 550.9..5.8..4 600.0.4.7..4.6 650..6.0..6.9 700.4.8..6.9 4. 750.5.0.5.9 4. 4.6 800.8..7 4. 4.6 5.0 850.0.5 4.0 4.5 5.0 5.4 900..8 4.4 4.9 5.4 5.8 950.5 4. 4.7 5. 5.8 6. 000.7 4.4 5.0 5.6 6. 6.7 050 4.0 4.7 5.4 6. 6.7 7. 00 4. 5.0 5.8 6.5 7. 7.7 50 4.6 5.4 6. 6.9 7.6 8. 00 4.9 5.8 6.6 7.4 8. 8.8
Merkblatt Konterlattenbefestigung bei kraftschlüssigen Verbindungen 6 Abstände der Konterlattenbefestigungen (in cm) Befestigungspunkte pro m gemäss Flächenlast siehe Tabellen 4 Sparrenabstand in cm 50 55 60 65 70 75 80 85 90 95 00.0 00 8 67 54 4 5 8 05 00. 8 65 5 40 0 4 07 0 96 9. 67 5 9 8 9 04 98 9 88 8. 54 40 8 8 0 0 96 90 85 8 77.4 4 0 9 0 0 95 89 84 79 75 7.5 0 95 89 8 78 74 70 67.6 5 4 04 96 89 8 78 74 69 66 6.7 8 07 98 90 84 78 74 69 65 6 59.8 0 9 85 79 74 69 65 6 58 56.9 05 96 88 8 75 70 66 6 58 55 5.0 00 9 8 77 7 67 6 59 56 5 50. 95 87 79 7 68 6 60 56 5 50 48. 9 8 76 70 65 6 57 5 5 48 45. 87 79 7 67 6 58 54 5 48 46 4.4 8 76 69 64 60 56 5 49 46 44 4.5 80 7 67 6 57 5 50 47 44 4 40.6 77 70 64 59 55 5 48 45 4 40 8.7 74 67 6 57 5 49 46 44 4 9 7.8 7 65 60 55 5 48 45 4 40 8 6.9 69 6 57 5 49 46 4 4 8 6 4.0 67 6 56 5 48 44 4 9 7 5. 65 59 54 50 46 4 40 8 6 4. 6 57 5 48 45 4 9 7 5. 6 55 5 47 4 40 8 6 4 0.4 59 5 49 45 4 9 7 5 9.5 57 5 48 44 4 8 6 4 0 9.6 56 5 46 4 40 7 5 9 8.7 54 49 45 4 9 6 4 0 8 7.8 5 48 44 40 8 5 9 8 6.9 5 47 4 9 7 4 0 8 7 6 4.0 50 45 4 8 6 9 8 6 5 4. 49 44 4 8 5 0 9 7 6 4 4. 48 4 40 7 4 0 8 6 5 4 4. 47 4 9 6 9 7 6 4 4.4 45 4 8 5 0 8 7 5 4 4.5 44 40 7 4 0 8 6 5 4.6 4 40 6 9 7 6 4 4.7 4 9 5 0 8 7 5 4 4.8 4 8 5 0 8 6 5 4.9 4 7 4 9 7 6 4 0 5.0 40 6 9 7 5 4 0 5. 9 6 0 8 6 5 0 5. 8 5 0 7 6 4 0 9 5. 8 4 9 7 5 4 0 9 5.4 7 4 8 6 5 9 9 5.5 6 0 8 6 4 0 9 8 5.6 6 0 7 6 4 0 9 8 5.7 5 9 7 5 9 8 8 5.8 4 9 7 5 0 9 8 7 5.9 4 8 6 4 0 9 8 7 6.0 0 8 6 4 0 9 8 7 Projektleitung Technische Kommission Steildach GEBÄUDEHÜLLE SCHWEIZ Roland Hübscher, Laufen, Technische Kommission Steildach. Herausgeber GEBÄUDEHÜLLE SCHWEIZ Verband Schweizer Gebäudehüllen- Unternehmungen Technische Kommission Steildach Lindenstrasse 4, 940 Uzwil T 004 (0)7 955 70 0 F 004 (0)7 955 70 40 info@gh-schweiz.ch www.gh-schweiz.ch