Obstfax 1 /

Ähnliche Dokumente
Kernobst Veranstaltung

Obstfax 14 /

EIGENBEDARFSOBSTANLAGEN

Zwischenbericht Interreg Systemvergleich 2012

Pflanzenschutzmitteilung Kernobst + Steinobst

Faktoren zum Erfolg im Zuckerrübenbau Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz

Insektizid gegen fressende und saugende Insekten im Feld-, Obst-, Wein-, Gemüse- und Zierpflanzenbau

Richtlinie Merkblatt Seidenraupenaufzucht

Pyrinex ist eine Mikroemulsion und enthält 23 % (250 g/l) Chlorpyrifos

Infoveranstaltung Obstbau Papst AG

Fachstelle Obstbau Kanton Zug. Merkblatt Kirschessigfliege Trauben Biologie

Kleinkroniger Kirschanbau. Martin Mair, Mair s Beerengarten Rietz. Voraussetzungen. Richtige Unterlagen, passende Sorte

Pflanzenschutzmitteilung Kernobst und Steinobst

PFLANZANLEITUNG GEHÖLZE

Pflanzenschutz in Erdbeeren

Pflanzenschutzmitteilung Obstbau

Seltene durch Thripsbefall verursachte Schadbilder am Apfel

Allgemeinverfügung über die Bewilligung eines Pflanzenschutzmittels in besonderen Fällen

Diese Präsentation handelt vom Einsatz der Moon- Produkte in Obst- und Beerenbau Andere Bereiche: Es gibt einige Bewilligungserweiterungen

Pflanzenschutzmitteilung Obstbau

Allgemeinverfügung über die Bewilligung eines Pflanzenschutzmittels in besonderen

Das neue Düngerecht - Vorgaben und Lösungen für den Anbau von Sonderkulturen - Auswirkungen auf den Obstbau, insbesondere Erdbeeren

DuPont TM Exirel, Coragen, Steward und Talendo. DuPont TM Obstbau

Pflanzenschutzmitteilung Kernobst und Steinobst

Zierpflanzen Achtung Trockenschaden an Thuja & Co

ÄPFEL. An 5 x 100 Knospenaustrieben sind die vorhandenen Schädlinge auszuzählen (Blattlauskolonien, Raupen) Apfelfaltenlaus

Jahresrückblick Beobachtungsnetz Kanton Bern

So pflegen Sie Rosen richtig

Sonne und Licht führen zu Früchten mit hoher Qualität (Fruchtentwicklung, Ausfärbung, hoher Zuckergehalt, gutes Aroma) benötigter Standraum

Aktuelles aus dem Pflanzenschutz

Pflanzenschutzmitteilung Obstbau

1. Erkennen von Schädlingsbefall an Rosen. Ungezieferbefall

Allgemeinverfügung über die Bewilligung eines Pflanzenschutzmittels in besonderen

Allgemeinverfügung über die Bewilligung eines Pflanzenschutzmittels in besonderen Fällen

Richtlinie für die integrierte und kontrollierte Erzeugung von Kern- und Steinobst in Baden-Württemberg PFLANZENSCHUTZMITTELLISTE 2001

Pflanzenschutzmitteilung Obstbau

Das Apfeljahr. am Donnerstag, 23. Oktober 2014, um 8:30 Uhr in der SJH-Kirche

20 Jahre Feuerbrand wo stehen wir in der Sortenfrage

Neue Produkte / Bewilligungsänderungen

Quaterna Garten. Für die Erde und lange Zeit

Betriebsbesuch Markus Klug Greisdorf, Obergrail (Steiermark A) 7 ha Reben (blaue Wildbacher Rebe)

Maschineller Baumschnitt Fruchtwände auf dem Augustenberg

von Norbert Carotta 2009

zwischen den Pflanzenschutzverfahren (Extenso und ÖLN), aber grosse Unterschiede im kostenbereinigten Erlös.

Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel. COMPO Rosen-Schutz Kombi 1/5

Sind wirmit der IP (noch) auf dem richtigen Weg?

Ergebnisse der Demonstrationsversuche des Düngers AGROSOL bei Weintrauben im Jahr 2011

Obstbau aktuell 20/ Mai 2018

Obstbaumkrankheiten - Obstbaumbefall

Substraterdbeeren Versuchsbericht 2017

Pflanztipps Entdecken Sie mit Humerra-Kompost Ihren grünen Daumen.

Gegen Pilzkrankheiten für Ihre sichere Traubenernte: Fungizide

Ortiva. Teilsystemisches Fungizid gegen Krankheiten an Getreide, Kartoffeln, Raps, Steinobst, Beerenobst, Gemüse und Zierpflanzen.

Mit präzisen Prognosen zu nachhaltigem Pflanzenschutz

Pflanz- und Pflege- Anleitung Obstbäumchen

Anmeldeformular Suisse Garantie Most- und Brennobstproduzenten

weniger Arbeit + mehr Ertrag

Neue Grundlagen für die Düngung (GRUD)

Biologische Spinnmilben- und Blattlausbekämpfung im Gemüsebau: Möglichkeiten und Grenzen

Pflanz- und Pflegeanleitung von Obstbäumchen. wiedersehen & wiederschmecken

PFLANZENSCHUTZ. Dezember w w w. b u s h d o c t o r. a t

Obstgehölzschnitt. M. Sc. Volker Croy, 2014

Obstbau aktuell 5/ April 2016

Richtlinien für das Ländle Gütesiegel

Betrieb: Düngejahr: Beispiel Bewirtschaftungseinheit. Sollwert Zu- und Abschläge kg N/ha BEW 2 BEW 3 BEW 4 BEW 1

Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL

Wie betroffen ist die ukrainische Landwirtschaft vom Klimawandel?

Mariella. Maigold x Arlet. Blüte und Befruchtung Blüht mittelfrüh, Diploid, geeignete Pollenspender: Gala und Milwa.

Integrierte Bekämpfung tierischer. Schaderreger. Gliederung Grundsätzliches zum Integrierten Pflanzenschutz. Schaderreger am Beispiel der Schildläuse

Kirschessigfliege: Resultate und Erkenntnisse 2016

Transkript:

Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg Beratung Entwicklung Innovation Obstfax 1 / 2017 13.03.2017 Beginn der Mitteilungen Personelles BBZ Arenenberg Witterung Vegetation Kulturmassnahmen Geschätzte Abonnenten In den nächsten Tagen werden sie die Rechnung für die Obstmitteilungen erhalten. Änderung der mailadressen bitte an (rosmarie.keller@tg.ch). Wir weisen darauf hin, dass Agroscope Wädenswil keine Pflanzenschutz- Empfehlung mehr versendet, zudem hatte Stefan Kuske von Agrosocpe einen schweren Skiunfall. Wir wünschen ihm eine vollständige Genesung. Die Internettools www.agrometeo.ch (mit neuem Schorfprognosemodell), sowie www.feuerbrand.ch und www.sopra.info bekommen so eine noch grössere Bedeutung. Es ist jedoch wichtig, dass sich der Produzent nicht nur auf diese Tools verlässt. Eigene Beobachtungen sind oft genauer als ein Prognosemodell. Dies gilt insbesondere für die Entwicklung von Insekten. Aufgrund von Personalwechseln hat Urs Müller die Leitung der Gruppe Obst-, Gemüse-, Beeren übernommen und am BBZ Arenenberg sind neue Mitarbeiter in die Gruppe Obst-, Gemüse-, Beeren eingetreten. Michael Mannale ist in einem Teilpensum von 70 % für Beeren / Gemüse zugeteilt, Anja Ackermann zu 100% im Obstbau. Sie wird die Bereiche Bioobst, Steinobst übernehmen und im Pflanzenschutzdienst mithelfen. Wir werden beide im Thurgauer Bauer demnächst vorstellen. Ueli Henauer wird uns noch bis im August zu 100 % zur Verfügung stehen und dann in Pension gehen. Für das Team wird es Änderungen in den Verantwortlichkeiten der einzelnen Mitarbeiter geben, welche wir insbesondere für die Spezialberatung separat bekannt geben. Der aktuelle Wetterbericht geht in den nächsten Tagen von Temperaturen bis 18 Grad aus. Regen ist für den Samstag angesagt. Die Nachttemperaturen werden bis am Donnerstag sehr wahrscheinlich leicht unter Null liegen. Die Vegetation wird einen enormen Schritt vorwärts machen. In ganz geschützten Spalierlagen gibt es Aprikosenbäume, welche schon weit entwickelt sind. Im oberen Thurgau ist die Vegetation mit Föhneinfluss bereits etwas weiter als im unteren Thurgau. Gegenwärtig sind die frühen Kirschen im Stadium 52, d.h. die Knospen sind stark geschwollen aber noch nicht aufgebrochen. Bei den Zwetschgen ist die Entwicklung etwas weiter, das Stadium 53 ist bei den frühen Sorten erreicht. Dies gilt auch für Williams, während die Hauptsorten noch im Stadium 51-52 stehen. Apfelbäume stehen bei frühen Sorten im Grünpunktstadium, die meisten Sorten sind aber noch geschlossen. Der Obstschnitt ist noch nicht überall beendet. Dies hat jetzt Vorrang, auch die Zerkleinerung des Schnittholzes. Wo es Laubdepots gibt, diese gezielt mulchen, da sich hier immer viele Pilzsporen befinden. Die Bodenverhältnisse sind nun ideal für die Pflanzung von Bäumen. Zu schwache Seitentriebe um einen Drittel einkürzen. Düngung Bodenpflege Bei abgetrocknetem Boden ist in den Tagen an die Düngung denken. Das oft zur Gewohnheit gewordenen Vorgehen sollte hie und da überprüft werden: Folgende Fragen stellen sich, welche ev. eine optimalere Düngung oder Bodenpflege erfordern: 8268 Salenstein T +41 71 663 33 33, F +41 71 663 33 49 www.arenenberg.ch, info@arenenberg.ch

2/5 ph Wert: sauer oder alkalisch Wahl der Dünger Humus: hoch oder tief ev. organisch düngen Oberflächliche Verschlämmung Luft hinein bringen, ev. hacken, krümeln Kalkzustand braucht es eine Kalziumdüngung? Bodenmüdigkeit Bäume beobachten, Massnahmen planen Vernässung gibt es eine Drainage, ist diese ev. defekt Pflanzenschutz Kernobst Pilzkrankheiten Apfelblütenstecher Diese Fragen sind auch bei Jungbäumen wichtig. Braucht es einen Pflanzlochdünger? Wenn ja, was braucht es, ins Loch oder oberflächlich? Bewährt haben sich verschiedene, tonreiche Pflanzerden. Wichtig ist, dass der Bodenschluss im Pflanzloch gegeben ist. Zu leichte Erden zeigen schlechtere Ergebnisse. Kompost gehört eher auf den Boden als längerfristige Aktivierung der Bodenaktivität. Ideal ist es, wenn er eingearbeitet wird. Düngermengen, ob organisch oder mineralisch, dem Wuchs und dem Ertrag sowie den Ergebnissen der Bodenproben anpassen. (Mengenbasierte Düngernormen im Anhang). Da die Böden zur Obstblüte oft noch kalt sind, steht Stickstoff den Bäumen im Frühjahr hauptsächlich aus dem Holzkörper zur Verfügung. Die Stickstoffnorm beträgt 60 kg / ha bei 40 t. Ertragsbasierte Mehrmengen sollten auf zwei Gaben aufgeteilt werden, wobei 40 kg als Grunddüngung verabreicht wird. Parzellen, welche gehackt werden, sollten früh im Jahr bei abgetrocknetem Boden das erste Mal bearbeitet werden, damit die Unkräuter nicht die Bäume konkurrenzieren. Zur Bodenpflege gehört auch die Mäusebekämpfung. Insbesondere die Einwanderung von aussen in die Parzellen ist immer wieder zu beachten. Wo bewässert wird auch daran denken, dass die Einrichtungen kontrolliert und wo nötig repariert werden. Die erste Bekämpfung von Pilzkrankheiten dürfte gegen Ende der Woche fällig sein. Solange es trocken bleibt, ist nicht mit Sporenausstössen des Schorfpilzes zu rechnen. In Parzellen mit ernsthaften Schorfproblemen empfehlen wir eine Behandlung mit pulverförmigem Kupfer (WG oder WP) gegen Ende Woche. (max. 1.5. kg Reinkupfer). Diese Kupfermenge werden sinnvollerweise aufgeteilt, die erste Behandlung kann mit der Ölbehandlung kombiniert werden, Nachbehandlungen mit Kupfer nach Niederschlägen sofort ausbringen. Kupfer in Kombination mit Kalk ist in der Bordeaux Brühe enthalten. Diese Anwendung ist als Primärbehandlung sehr wirksam. In Parzellen mit geringerem Schorfdruck kann auf Kupfer verzichtet werden, die Alternativen sind Delan, Legan oder Attolan. Wiederholungsbehandlungen mit Delan Anfangs Blüe ev. durch Syllit ersetzen. Der Apfelblütenstecher dürfte diese Woche bereits aktiv sein, allerdings erwarten wir Eiablagen nicht vor dem Wochenende. Wir empfehlen, Klopfproben bei frühblühenden und triploiden Sorten zu machen, da die Käfer sehr lokal zu Schäden führen. (weisses Tuch auf den Boden legen, mit einem gepolsterten Stab kräftig auf dickere Äste schlagen, Fallkäfer auszählen. Die Schadschwelle liegt bei 10 bis 20 Käfern auf 50 Schläge. Die Bekämpfung erfolgt im Stadium 52-53. Die Behandlung kann mit Audienz, Reldan 22 oder Pyrinex erfolgen (Vorsicht alle drei sind Bienengift). Die Ne-

3/5 Spinnmilben und überwinternde Raupen Ölbehandlungen Braeburn Birnblattsauger Pflanzenschutz Steinobst Schildläuse onicotinoide Alanto und Gazelle wären ebenfalls bewilligt. Diese Wirkstoffe dürfen jedoch nur zweimal pro Saison eingesetzt werden. Muss z.b. die Sägewespe bekämpft werden, wird diese Wirkstoffgruppe besser dort eingesetzt, Quassan wäre dort zwar auch möglich, die Kosten sind aber doch beträchtlich höher. Spinnmilben können bei hohem Eibesatz mit einem Mineralölpräparat behandelt werden. Die Behandlungen wirken bei hoher Ölmenge von 56 l gut und nachhaltig. Nachkontrollen sind frühestens nach der Blüte nötig. Die Applikation muss mit mind. 1000 l / ha erfolgen. Eine versetzte Behandlung mit einer Gegenfahrt erhöht die Wirkungssicherheit. Bei dieser hohen Menge werden auch Raupen recht gut erfasst und Zusätze sind nicht nötig. Soll das Wirkungssprektrum auf andere Schädlinge wie Blutläuse, tw. Schildläuse, Frostspanner- und Wicklerraupen erweitert werden, kann die Kombination Rapsöl + Chlorpyrifos Methyl (Oleodan, Oleofos, OleoRel) eingesetzt werden. Diese Behandlung sollte dann mit dem Maximum von 8 l / ha erfolgen. Die Anwendung mit Paraffinöl beeinträchtig Raubmilben wesentlich weniger als die Mischapplikation mit Chlorpyrifos-Methyl. Braeburn ist bei einer Ölbehandlung etwas heikler als andere Sorten Eine Behandlung sollte deshalb wie auch bei frühblühenden Sorten u.a. Gravensteiner, Boskoop, Jonagold) sofort erfolgen. Allenfalls mit Kupfer mischen. Bei den übrigen Sorten reicht es auch nächste Woche noch. Achtung, bei späten Behandlungen Ölmenge reduzieren. Beim regnerischem Wetter der letzten Woche musste man die Blattsauger geradezu suchen, jetzt steigt die Aktivität. Bereits haben Betriebe die 1. Behandlung mit Surround ausgebracht. Die Niederschläge haben den Belag aber teilweise bereits wieder abgewaschen, so dass nachgelegt werden muss. Bis zur Blüte sind 4 Behandlungen bewilligt, die Aufwandmenge beträgt 32 kg / ha. Die Behandlungen verhindern die Eiablage nicht, verzögern diese aber, so dass der Anfangsbefall niedriger ist. Gegen Pilzkrankheiten bei Aprikosen, Zwetschgen und Kirschen jetzt eine kombiniert Austriebsbehandlung mit Kupfer gegen Pilzkrankheiten und Ölprodukten vornehmen, zumindest sollte diese bevor ausgebracht sein, bevor es Niederschläge gibt. Im Steinobst sind max. 4 kg Reinkupfer bewilligt. Auch diese Mengen kann aufgeteilt werden. In gedeckten Kirschenanlagen sind da und dort Austern - oder Komaschildläuse aufgetreten. Die Austernschildläuse können mit Ölprodukten zu wenig effizient bekämpft werden. Diese Art ist später zu behandeln. Fachstelle Obstbau TG / SH Urs Müller 071 663 33 04 Patrick Stadler 071 695 12 65 Ueli Henauer 071 463 58 61 Reto Leumann 071 663 33 03 Anja Ackermann 071 663 33 01

4/5 Der Apfelblütenstecher legt jeweils ein Ei in eine Apfelblüte. Der Käfer ist ca. 2-3 mm gross. Die Flugaktivität beginnt bei 10 Grad. Abb.1 Käfer in Aktion Abb.2 Ei in aufgeschnittener Knospe

Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg Beratung Entwicklung Innovation 8268 Salenstein T +41 71 663 33 33, F +41 71 663 33 49 www.arenenberg.ch, info@arenenberg.ch