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Transkript:

Versuchsbericht 2011-14 zur Bestimmung des Infektionszeitpunktes mit Gloeosporium- Lagerfäulen Versuchsverantwortlich: Versuchsdurchführende: Autor des Berichtes: Dr. Thomas Rühmer Ing. Markus Fellner, Georg Schafzahl Dr. Thomas Rühmer Versuchsziel: Durch gezielte Fensterspritzungen soll die Infektionszeit mit Gloeosporium während der Sommermonate eingeschränkt und auf Wetterparameter zurückgeführt werden können. Kultur: Apfel (Malus domestica) Sorte(n): Pinova IP Bio Versuchsstandort: Der Versuch wurde im Pflanzenschutzquartier des Landesversuchszentrums in Graz- Haidegg durchgeführt. Fachabteilung 10B Versuchsstation für Obst- und Weinbau Haidegg 1

1. Versuchsstandort Obstart Apfel (Malus domestica) Pflanzabstand 3,40 x 1,00 m Sorte Pinova Baumhöhe 2,50 m Unterlage M9 Hagelnetz ja nein Betrieb LVZ Haidegg Datum Vollblüte 21.04.12 Parzelle 1145-400 Pflanzjahr Frj. 2004 Sonstige Angaben: Die Früchte wurden am 4.10.2011 geerntet. 2. Versuchsglieder Variante Interner Code Wirkstoff Im Versuch ausgebrachte Aufwandmenge Wirkstoffkonzentration Wasseraufwand/ha Kontrolle (Captan) 1 Captan 80% 1,5 kg/ha 250 l Juli Bellis 2 Boscalid Aug. Bellis 3 Boscalid September 2x Bellis September 1x Bellis 4 Boscalid 5 Boscalid Anlage nach LOCHOW/SCHUSTER: Randomisierte Reihe 5 Varianten mit 4 Wiederholungen Anzahl der Bäume pro Parzelle: 5 Fachabteilung 10B Versuchsstation für Obst- und Weinbau Haidegg 2

3. Applikation/Anwendungszeitpunkte Datum Temperatur ( C) Rel. Lf. (%) Code Anmerkungen A 04.07.2011 17,2 66 1,2,3,4,5 2-Bellis, sonst Captan B 19.07.2011 16,6 77 1,2,3,4,5 2-Bellis, sonst Captan C 02.08.2011 20,9 67 1,2,3,4,5 3-Bellis, sonst Captan D 11.08.2011 11,9 73 1,2,3,4,5 3-Bellis, sonst Captan E 22.08.2011 25,1 64 1,2,3,4,5 3-Bellis, sonst Captan F 01.09.2011 19,1 71 1,2,3,4,5 4-Bellis, sonst Captan G 13.09.2011 15,1 100 1,2,3,4,5 4 und 5-Bellis, sonst Captan 4. Bonitur Die Proben für die Rückstandsuntersuchung wurden am Erntetermin am 4.10.2011 direkt von den Bäumen entnommenn und im Labor von Dr. Siegfried Wagner untersucht. Der Befall mit Gloeosporium wurde nach 4 Monaten im Kühllager am 9. Februar 2012 zwischenausgelagert, nach weiteren 2 Monaten am 12. April 2012 ausgelagert und nach weiteren 10 Tagen Shelf-life am 23. April 2012 optisch bonitiert. Dabei wurden die Früchte nach dem Schema Befall/kein Befall eingeteilt. Fachabteilung 10B Versuchsstation für Obst- und Weinbau Haidegg 3

5. Ergebnisse 5.1. Rückstandsuntersuchungen mg/kg Früchte 1 0,9 0,8 0,7 0,6 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 0 Kontrolle (Captan) Bellis Juli Bellis Aug Bellis 2x Sep Bellis 1x Sep Captan Boscalid 5.2. Befall mit Gloeosporium-Lagerfäulen 14 % Füchte mit Gloeosporium-Befall 12 10 8 6 4 2 23.04.2012 12.04.2012 09.02.2012 0 Captan Bellis Juli Bellis Aug Bellis Sep Bellis 1x Sep Fachabteilung 10B Versuchsstation für Obst- und Weinbau Haidegg 4

Mehrfache Paarvergleiche mittels Dunns Prozedur / Zweiseitiger Test: Stichprobe Häufigkeit Rang-Summe Rangmittel Gruppen Bellis 1x Sep 334 260796,000 780,826 A Bellis Juli 323 253444,500 784,658 A Bellis Aug 314 254061,000 809,111 A Bellis Sep 321 268170,500 835,422 A Captan 329 278159,000 845,468 A 6. Diskussion/Interpretation In allen Varianten mit Bellis konnte eine téndenziell bessere Wirkung gegen Gloeosporium festgestellt werden als in der Captan-behandelten Kontrollvariante. Dieser Unterschied war allerdings bei keiner der Varianten statistisch signifikant. In der Captan-behandelten Kontrolle war ein Befall von etwa 13% feststellbar, während in den mit Bellis behandelten Varianten ein Befall zwischen 5 und 11,5% vorhanden war. Besonders effizient war die Behandlung im Juli und die einmalige Behandlung im September. Vollkommmen unklar und ohne jede Erklärung bleibt der Umstand, weshalb nach einmaliger Bellis-Behandlung der befall niedriger war als nach zweimaliger Bellis- Behandlung im September. Auch bei den Rückstände war der Unterschied nicht mehr ganz so deutlich zu sehen wie im Jahr 2010. Obwohl vor allem im Herbst 2011 die Niederschläge praktisch ausgeblieben sind, sind vor allem die Boscalid- und -Rückstände vergleichsweise sehr niedrig. Die Captan-Rückstände sind hingegen um das 3-4fache höher als im Jahr 2010. 7. Zusammenfassung Bezüglich einer Konkretisierung des Infektionstermines mit Gloeosporium-Lagerfäulen kann weiterhin keine klare Aussage getroffen werden. Behandlungen im Juli zeigen wieder eine sehr gute Wirkung, was schon auf frühe Infektionstermine in den Sommermonaten schließen lässt. Ein Zusammenhang mit den Niederschlägen konnte nicht festgestellt werden. Da die Wirkung aber auch noch bei späten Behandlungen im September vorhanden ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Infektionen über die gesamten Sommermonate passieren. Ein Einsatz von rückstandsrelevanten Wirkstoffen sollte daher eher im Sommer platziert werden. Fachabteilung 10B Versuchsstation für Obst- und Weinbau Haidegg 5

Fachabteilung 10B Versuchsstation für Obst- und Weinbau Haidegg 6