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Transkript:

Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut WKI Fraunhofer WKI Bienroder Weg 54 E 38108 Braunschweig Fermacell GmbH Herr Leon Wenning Kalkwerk Winterberg 37539 Bad Grund Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Bohumil Kasal Leiter der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle Dipl.-Ing. Harald Schwab Bienroder Weg 54 E 38108 Braunschweig Mathias Belda (Dipl. Holzwirt) Mechanische Holz- und Holzwerkstoffprüfung Qualitätsprüfung und -bewertung Telefon + 49 531 2155-379 Fax -907 mathias.belda@wki.fraunhofer.de www.wki.fraunhofer.de Braunschweig, 24. Februar 2014 Prüfbericht QA - 2014-307 Kunde: Fermacell GmbH Kalkwerk Winterberg 37539 Bad Grund Gegenstand der Untersuchungen: Untersuchung der Wasserdampfadsorption von Fermacell Platten in Anlehnung an DIN 18947:2013-08 Inhalt des Prüfberichtes: 1 Aufgabe 2 2 Relevante Normen 2 3 Zu prüfendes Material und Eingangsdaten 2 4 Prüfmethoden 2 5 Prüfergebnisse 3 6 Zusammenfassung 5 Der Prüfbericht enthält 5 Seiten einschließlich der Anlagen. Eine auszugsweise Veröffentlichung dieses Prüfberichtes ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), Bienroder Weg 54 E in 38108 Braunschweig, statthaft. Die Ergebnisse in diesem Prüfbericht beziehen sich ausschließlich auf die geprüften Probekörper. Anerkannte Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle NDS08 Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.v., München Vorstand Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr. h.c. Reimund Neugebauer, Präsident Prof. (Univ. Stellenbosch) Dr. rer. pol. Alfred Gossner Dr. rer. publ. Alexander Kurz Bankverbindung Deutsche Bank, München Konto 752193300 BLZ 700 700 10 IBAN DE86 7007 0010 0752 1933 00 BIC (SWIFT-Code) DEUTDEMM USt-IdNr. DE129515865 Steuernummer 143/215/20392

Seite 2 von 5 von Prüfbericht QA - 2014-307 Braunschweig, 24. Februar 2014 1 Aufgabe Die Firma Fermacell GmbH, Bad Grund, beauftragte das Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), mit der Prüfung von Prüfplatten aus Gipsfasermaterial hinsichtlich des Verhaltens der Wasserdampfadsorption in Anlehnung an DIN 18947:2013. 2 Relevante Normen DIN 18947:2013-08 3 Zu prüfendes Material und Eingangsdaten Mit der Auftragsbestätigung vom 31.10.2013 beauftragte die Firma Fermacell GmbH, Bad Grund, das WKI mit der Prüfung der Wasserdampfadsorption in Anlehnung an DIN 18947 von Prüfplatten Gipsfaser-Fermacell, 15 mm. Die Muster wurden vom Auftraggeber ausgewählt und dem WKI zugeschickt. Am WKI wurden am 7. Februar 2014 folgende Platten zur Prüfung geliefert: - 15 Platten Gipsfaser Fermacell (FC), 15 mm Die Platten wurden vom Hersteller ausgewählt. Die Prüfplatten wurden vom WKI mit aufsteigender Nummerierung 1 bis 15 gekennzeichnet. Die Nennmaße der Prüfplatten betrugen jeweils Länge x Breite 500 mm x 200 mm. Das Material wird nach Abschluss der Prüfungen durch das WKI entsorgt. 4 Prüfmethoden Die Prüfungen wurden in Anlehnung an DIN 18947:2013-08 durchgeführt. Die Norm DIN 18947 legt Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren für Lehmputzmörtel fest. Gipskarton oder Gipsfaserplatten sind nicht Bestandteil der Norm. Die Durchführung der Prüfung der Wasserdampfadsorption (Anlage A.2) erfolgte gemäß DIN 18947:2013, Anlage 2.2. Prüfkörpervorbereitung Die Probekörper wurden vom Hersteller geliefert und wurden von diesem mit einer unterseitig aufgebrachten diffusionsdichten Aluminiumfolie und mit Aluminiumband abgeklebten Schmalflächen bis zur Massekonstanz im Klima (23±2) C und (50±5) % relative Luftfeuchtigkeit gelagert. Um die Haftung des Klebebandes an der Oberfläche der Prüfkörper zu verbessern wurde das Klebeband durchschnittlich 2 mm um die obere Schnittkante herumgeklebt. Dadurch verringerte sich die anzusetzende Prüfkörperoberfläche um 0,0028 m². Diese Differenz wurde bei der Auswertung des Versuches berücksichtigt.

Seite 3 von 5 von Prüfbericht QA - 2014-307 Braunschweig, 24. Februar 2014 Durchführung Vor Prüfungsbeginn wurde das Ausgangsgewicht der Probekörper im Normklima (23±2) C und (50±5) % relative Luftfeuchtigkeit bestimmt. Im Anschluss wurden die Probekörper abgedeckt, in einem Kunststoffbehälter liegend, in eine Doppelklimakammer eingebracht in der das Prüfklima (23±2) C und (80±5) % relative Luftfeuchtigkeit bereits voreingestellt war. Um die Messungen im Anschluss an die kurzen Klimatisierungsintervalle zu Beginn der Prüfung (Ausgangswägung, 0,5 h, 1 h) nicht zu manipulieren, wurde in beiden Kammern der Doppelklimakammer das geforderte Klima eingestellt. In einer Kammer wurden die Prüfkörper gelagert, in der anderen Kammer stand die Waage. Für die Dauer der Wägung wurden die Ventilatoren auf der Waagenseite deaktiviert, um das einpendeln der Waage zu gewährleisten. Zu den geforderten Prüfzeitpunkten wurden die Prüfkörper von der Lagerseite zur Prüfseite durch einen schmalen Schlitz gereicht, gewogen und unmittelbar danach wieder zurückgereicht. Dieses Vorgehen wurde gleichermaßen zu jedem Prüfzeitpunkt wiederholt. Ein Prüfdurchgang dauerte bei einer Anzahl von 15 Prüfkörpern ca. 3 Minuten. 5 Prüfergebnisse Die Anforderungen der DIN 18947:2013-08 sind in Tabelle 1 dargestellt. Die Ergebnisse der Prüfung sind in Tabelle 2 zusammengefasst und in Bild 1 graphisch dargestellt. Tabelle 1 - Anforderungswerte nach DIN 18947:2013-08, Tabelle A.2 Wasserdampfadsorptionsklasse Start Wasserdampfadsorption nach A.2.2 0,5 Stunden 1 Stunde 3 Stunden 6 Stunden 12 Stunden g/m² g/m² g/m² g/m² g/m² g/m² WS I 0 3,5 7 13,5 20 35 WS II 0 5 10 20 30 47,5 WS III 0 6,5 13 26,5 40 60 Tabelle 2 - Ergebnisse der Prüfung der Wasserdampfadsorption Wasserdampfadsorption nach A.2.2 (summiert) Material Start 0,5 Stunden 1 Stunde 3 Stunden 6 Stunden 12 Stunden g/m² g/m² g/m² g/m² g/m² g/m² Fermacell (FC) 0,00 9,81 14,04 24,27 35,82 50,19

Seite 4 von 5 von Prüfbericht QA - 2014-307 Braunschweig, 24. Februar 2014 Abbildung 1 - graphische Darstellung der Ergebnisse Abbildung 2 - Wasserdampfadsorption pro Zeitintervall

Seite 5 von 5 von Prüfbericht QA - 2014-307 Braunschweig, 24. Februar 2014 6 Zusammenfassung Die Prüfplatten der Firma Fermacell GmbH, Bad Grund, erreichen nach den vorliegenden Ergebnissen die Anforderungen der Klasse WS II. Nach 30 Minuten und nach einer Stunde im Klima (23±2) C und (80±5) % relative Luftfeuchtigkeit ist die Adsorption von Wasserdampf in den Platten so hoch, dass die Adsorptionsfähigkeit aller Platten über dem Anforderungswert der Klasse WS III liegt. Daran kann man erkennen, dass die Reaktionszeit auf Feuchtigkeitsänderungen der Raumluft bei dem Produkt kurz ist. Nach zwei weiteren Stunden flacht die Kurve stark ab, so das noch die Klasse WS II erreicht wird. Dipl. Holzwirt Mathias Belda Leiter des Bereiches mechanische Holz- und Holzwerkstoffprüfung Dipl.-Ing. Harald Schwab Leiter der bauaufsichtlich anerkannten Prüf-, Überwachungsund Zertifizierungsstelle