Vortrag zum Hauptseminar Software Defined Radio Eine Anwendung der schnellen digitalen Signalverarbeitung Michael Freitag, michael.freitag@mailbox.tu-dresden.de Dresden, 03.02.2010
Gliederung 1. Einführung 2. Konzept / Architektur 1. Analoge Hochfrequenzhardware 2. Digitale Signalverarbeitung 3. Aktuelle Implementierungen 4. Zusammenfassung Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 2/13
Motivation Evolution des Mobilfunks 1G (1. Generation) 1958-84 Analoges A-, B-, C-Netz 2G 1992 Digitaler GSM-Standard im D- und E-Netz 2.5G 1999 GPRS zur paketorientierten Datenübertragung 3G 2004 UMTS 4G ab 2010 LTE (Long Term Evolution) jeder Generationswechsel erfordert(e) nahezu kompletten Austausch der Netzinfrastruktur sowie aller Mobilfunkendgeräte immense Kosten und mehrfache Entwicklungsarbeit Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 3/13
Die Lösung Software Radio? A/D D/A Digitale Signalverarbeitung Nutzer Hardware analog Hardware digital Software Hardwareanteil << Softwareanteil Große Flexibilität, effiziente Kanalausnutzung Kostengünstige Softwareupdates Unterstützung aller Standards Schnellere Marktreife neuer Produkte Energieeinsparungen Erweiterung zum Cognitive Radio Intelligent, komplett softwaregesteuert, volles Bewusstsein über Funkkanal (z.b. andere Sender) Möglichkeiten der adaptiven Selbstkonfiguration zur Laufzeit (Frequenzband, Modulation, Kanalkodierung, Fehlerkorrektur, Verschlüsselungsstärke) Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 4/13
Analoges HF-Frontend Weiter Fequenzbereich: 0 bis 6 Ghz für Kommunikation und Positionierung, Radaranwendungen über 100 Ghz erfordert: sehr breitbandige Antenne, nicht realisierbar Hardware analog A/D D/A Hardware digital Digitale Signalverarbeitung Software Nutzer Abtastraten für ADC im GSamples/s - Bereich Hohe ADC-Auflösung (hoher Signal-Rauschabstand) Stand der Technik: 14 Bit bei 400 MSamples/s, SNR ca. 60dB Keine Frequenzselektivität Sättigung der Eingangsstufen durch Störung/Interferenz möglich Freiraumdämpfung, Hindernisse, Störungen Einfügen breitbandiger Vorverstärker bzw. Leistungsstufen (aufwändig!) Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 5/13
Aktuelle Umsetzung (Empfangsteil) HF- HF- HF- LNA A/D Digitale Signalverarbeitung Nutzer Lokaler Oszillator Zukünftig möglich (schnellere Hardware!) HF-, digital einstellbar LNA A/D Digitale Signalverarbeitung Nutzer Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 6/13
Digitale Signalverarbeitung A/D Digitale Signalverarbeitung Nutzer Dezimation I 14 Bit cos(fc*t) -sin(fc*t) 1-Kanal- Empfangsteil Demodulation, Kanaldekodierung, Fehlerkorrektur, Verschlüsselung,... Dezimation Q 400 MS/s z.b. 20 MS/s (WLAN) 3.84 MS/s (UMTS) Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 7/13
Direct Digital Synthesis cos(fc*t) -sin(fc*t) Digitale Filter Dezimation cos(fc*t) -sin(fc*t) Dezimation 400 MS/s z.b. 20 MS/s (WLAN) Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 8/13
Anforderungen an die Signalverarbeitung Extrem hohe Datenraten Sehr schnelle parallele Ausführung arithmetischer Operationen schnelle Multiply-Accumulate-Units (MAC) Stabile und sehr variable Takterzeugung Möglichkeit zur Ausführung komplexer und einfach zu programmierender Algorithmen zur Modulation, Kodierung, Ratenkonvertierung, Verschlüsselung, Seriell-Parallel-Wandlung, Paketierung, TCP/IP-Stacks,... Schnelle Speicherinterfaces Flexibler interner Speicher für z.b. FIFOs, Schieberegister, Speicherblöcke,... Geringer Stromverbrauch Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 9/13
FPGA-Umsetzung Pentek 7142 4x 125 MSPS ADC 1x 500 MSPS DAC 768 MB DDR2-RAM Xilinx Virtex 4 2s Speichermöglichkeit bei 125MSPS 13.500$ Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 10/13
Universal Software Radio Peripheral & GNU Radio Ettus Research Ltd. Altera Cyclone FPGA (Dezimation) 4x ADC 64 MS/s, 12 Bit (16 Mhz Eingangsbandbreite) 4x DAC 128 MS/s, 14 Bit Transceiver als Zusatzboards für bis zu 5.9 Ghz Open-Source (Schaltpläne + Layout) USB 2.0 - Interface Treiber für GNU Radio (Open Source Signalverarbeitungs-Software) 800$ Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 11/13
Zusammenfassung SDR ist Technologie der Zukunft für die drahtlose Datenübertragung Vorteile im Vergleich zu dedizierten Lösungen: Flexibilität, Re-/Selbstkonfigurierend, Einfache Hardware Nachteile: Hoher Bedarf an Rechenleistung, Hoher Energieverbrauch in derzeitiger Halbleitertechnologie, Hohe Anschaffungskosten Anwendungen im Moment: Militär, Weltraum, Kfz-Technik Aber auch spezielle Anwendungsfelder, für die es sich nicht lohnt, z.b. RFID Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 12/13
Literatur Tuttlebee, Walter H.W.: Software Defined Radio: Enabling Technologies. Wiley, 2002 Rouphael, Tony J.: RF and Digital Signal Processing for Software-Defined Radio, 2009 Naghmash, Majid S. et al.: FPGA Implementation of Software Defined Radio Model based 16QAM. In European Journal of Scientific Research 2009 (10 MBit/s Virtex 4) Ramoin, Eloi et al.: Using FPGAs for Software-Defined Radio Systems: a PHY layer for an 802.15.4 transceiver (WPAN, Altera Stratix) Surineni, Shravan K.: SDR based implementation of IEEE 802.11 WLAN baseband protocols. Master Thesis, 2004 (54 MBit/s, Virtex 2) Delahaye, J.P et al.: SDR and dynamic reconfiguration on a DSP/FPGA platform Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Dresden, 03.02.2010 Software Defined Radio - Ein Überblick 13/13