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Transkript:

ratgeber diagnose FUNK F ü r u n s e r L a n d! Was E-Smog verursacht Anregungen zur Minimierung - Was jeder selbst tun kann 1 Elektrosmog im Alltag

Diagnose-Funk Ratgeber 1 Elektrosmog im Alltag Was E-Smog verursacht - Anregungen zur Minimierung Dr. Gerd Oberfeld / Dipl. Ing. Jörn Gutbier Dieser Ratgeber wurde auf Grundlage der 2008 von Dr. Gerd Oberfeld, Umweltmediziner des Landes Salzburg, veröffentlichten Informationsmappe Elektrosmog erstellt. Im Mai 2010 hat Diagnose-Funk eine überarbeitete und erweiterte Version dieser Informationsmappe in seiner Reihe Ratgeber` herausgebracht. Die zweite Auflage wurde in Zusammenarbeit mit der Umweltmedizin des Landes Salzburg vollständig überarbeitet und um viele Tipps und Erläuterungen zum Thema Elektrosmog im Alltag ergänzt. Wir danken Dr. Martin Virnich, Dr. Dietrich Moldan, Dipl. Ing. Dietrich Ruoff und Dirk Herberg für ihre Unterstützung bei der Erstellung. Aufgrund des wachsenden Interesses wird der Ratgeber auch als Online- Version verfügbar sein: www.diagnose-funk.org 2. Auflage September 2013 (pdf-version Stand 24.10.2013) Als Druck bestellbar bei Diagnose-Funk (siehe Seite 43) Preis: 3,00 Für Diagnose-Funk Mitglieder: 2,00 Bildnachweise: S.1 Mädchen, Martin Grill (Grimma); Kabel, danell.de; S.10 Kabelkanal, eibe.de; Tische, Holger Moormann; S.11 Glaslampe, danell.de; S.15 TFT-Bildschirm, Grundig; Laptop, dreamtime.com; S.18 Schirmungen, yshield.com; Zaunanlage, Josef Schmitt, Weilersbach; S.19 Headset, Envi; Tablet, aboutpixel.de; S.20 Grafiken, ibaum.com; S.21 Junge mit SmartPhone, thinkstockphotos.de; LIVE- Navi, baubio-logisch.de; S.22 Eco-DECT, swissvoice.net; Babyphones, K-Tipp.ch; Frau mit Baby, aboutpixel.de; S.24 Zähler, Hersteller; Fassade, BGH; S.25 Graphikbild, Minol.de; Messbild, drmoldan.de; Heizkörperzähler, muellerelectronic.com; LAN-Hub, AbleStock.com/GettyImages; S.31 Telefon, telefonmanufaktur.de; S.32 Grafik, Umweltbundesamt; KLL, danell.de; S.35 OLED, Franco Cappuccio; S.38 Wechselrichter, AK-Energie Herrenberg; S.40 BfS-Berlin, Kompetenzinitiative.de. Sonstige Bilder: Autoren. 2

ELEKTROSMOG IM ALLTAG Was jeder selbst tun kann Was ist Elektrosmog? Der Begriff Elektrosmog bezeichnet die Verschmutzung der Umwelt durch technische Felder und Strahlung. Sie geht von elektrischen Leitungen, Geräten, Sendern, elektrisch geladenen Oberflächen und magnetisierten Materialien aus. Der Begriff Elektrosmog ist ein Kunstwort, welches sich aus den Wortteilen Elektro als Bezug auf den Verursacher und aus den englischen Wörtern smoke für Rauch und fog für Nebel zusammensetzt. In dieser Broschüre werden fünf Bereiche des Elektrosmogs unterschieden, dargestellt und in enger Anlehnung an den Standard der baubiologischen Messtechnik bewertet. Darüberhinaus werden weitere Themen wie Intelligente Zähler, Beleuchtung, Rauchmelder, Photovoltaikanlagen, Schulprojekte u.a. angesprochen und erläutert. Inhaltsverzeichnis Einleitung... 4 A1 Elektrische Wechselfelder... 7 Netzabkoppler, Elektroinstallation, Gerätekabel, Leuchten, Vorschaltgeräte... A2 Magnetische Wechselfelder... 12 Differenzströme, Hochspannungsleitungen, Bahnstrom, Trafos, Heizdecken, Radiowecker, Induktionsherde, Bildschirme, Notebooks, Pflegebetten... A3 Elektromagnetische Strahlung... 17 Mobilfunksendeanlagen, Mobiltelefone, Headsets, Mobiles Internet, Tablets, SmartPhones, Navigationsgeräte, Telefone, Babyphones, LAN / WLAN / DLAN, Smart Meter, Rauchwarnmelder, Mikrowellenöfen, Spielekonsolen... A4 Elektrische Gleichfelder... 28 Elektrostatik, Kunststoffe, Luftionisation & Raumklima... A5 Magnetische Gleichfelder... 30 Erdmagnetfeld, Federkernmatratzen, Stahlteile, Kopfhörer, Piezo-Technik... Leuchtmittel / Energiesparlampen / LEDs / Halogen... 32 Photovoltaikanlagen... 37 Kinder, Jugend und Mobilfunk... 39 Grenz und Richtwerte hochfrequenter Strahlung... 41 Kontaktadressen / Links...42 Impressum...43 3

Was sollte das Ziel sein? Ziel sollte sein, das Auftreten der Elektrosensibilität durch vorbeugende Maßnahmen zu verhindern. Eine Elektrosensibilität sollte zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erkannt werden. Einer weiteren möglichen Verschlimmerung des Beschwerdebildes kann durch Elektrosmogsanierung des Lebensumfeldes und Änderung des Verhaltens begegnet werden. Diese Zusammenstellung soll ein Anstoß für Überlegungen zur Reduktion und Vermeidung von Elektrosmog in Ihrem persönlichen Lebensumfeld sein. Ein besonderes Augenmerk sollte hierbei auf den Schlafplatz gelegt werden, darüber hinaus sind weitere Plätze im Haus, an denen Sie sich länger aufhalten, sowie das Arbeitsumfeld von besonderem Interesse. Für eine verlässliche Elektrosmogreduktion ist es notwendig, sich mit dem Thema vertieft auseinander zu setzen, Erfahrungen auszutauschen und Experten wie z.b. geprüfte baubiologische Messtechniker (VDB) zu Rate zu ziehen. Erkennen Sie Elektrosmogquellen selbst! In dieser Broschüre werden die wichtigsten Elektrosmogquellen des Alltags aufgezeigt und laienverständlich erläutert. Viele Quellen von Elektrosmog sind auch ohne aufwendige Messtechnik erkennbar und können somit leicht vermieden werden. Einfache Tipps helfen dabei, viele der zumeist unnötigen Belastungen zu reduzieren. Elektrosmogreduktion eine win-win-situation Bei einer Reduzierung des allgegenwärtigen Elektrosmogs kann es für alle Beteiligten nur Gewinner geben: Es ist leichter, gesund zu bleiben Menschen erhalten ihre Vitalität zurück Eine erhöhte Vitalität bedeutet auch leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter Das Gesundheitssystem wird mittel- und langfristig deutlich entlastet Die Entwicklung und Verbreitung neuer unbedenklicher Technologien und Produkte festigt den Standort und bedeutet Aufträge in der Entwicklung, in der Industrie, im Gewerbe und im Dienstleistungssektor 5

A1 Elektrische Wechselfelder Elektrische Wechselfelder entstehen als Folge elektrischer Wechselspannung in Elektroinstallationen, in verkabelten Wänden, Steck- und Verteilerdosen, in an das Stromnetz angeschlossenen Geräten, Lampen usw.. Elektrische Wechselfelder sind auch vorhanden, wenn keine Stromverbraucher eingeschaltet sind, es reicht, dass Spannung anliegt (Leitung steht unter Spannung). Maßeinheit Die Maßeinheit für elektrische Wechselfelder ist Volt pro Meter (V/m). Frequenzbereich >0 Hz bis ca. 30 khz (1 Hertz (Hz) = 1 Schwingung pro Sekunde, 1 khz = 1.000 Hz) Physikalisches Verhalten Bei unterschiedlichem Spannungsniveau (Potentialunterschied) bildet sich ein elektrisches Feld mit seinen Feldlinien aus. Die elektrische Feldstärke nimmt bei einem Kabel bestehend aus Phase und Nullleiter in der Regel mit dem Quadrat der Entfernung (1/r²) von der Quelle ab. (r = Radius) Messtechnik Feldstärkemessungen werden erdpotenzialfrei und dreidimensional durchgeführt. Es werden selektiv Felder mit 16,7 Hz (Bahnstrom) und 50 Hz (Hausstrom) sowie breitbandig das TCO-Band I (5Hz 2kHz) und das TCO-Band II (2kHz 400 khz) gemessen. Ggf. noch frequenzselektiv. Feldreduktion Bei der Sanierung gibt es im Wesentlichen folgende Möglichkeiten: 1. Feldquellen abschalten (z.b. mittels Netzabkopplern, Geräte über schaltbare Steckdosenleisten ausschalten, ausstecken oder entfernen) 2. Abstand zur Feldquelle erhöhen 3. Feldquellen abschirmen - durch geerdetes abgeschirmtes Installationsmaterial (Emissionsschutz) - durch großflächige Abschirmungen (Immissionsschutz) 4. Bei höheren Frequenzen (khz / MHz Bereich) evtl. Filter einbauen Baubiologische Richtwerte für den Schlafbereich (SBM 2008) Die Werte gelten für Frequenzen bis/um 50 Hz. Oberwellen und höhere Frequenzen sind kritischer zu bewerten. Elektrische Wechselfelder un schwach stark extrem potentialfrei (V/m) < 0,3 0,3 1,5 1,5 15 > 15 7

Netzabkoppler reduzieren elektrische Wechselfelder Ungeschirmte Leitungen, Kabel und Geräte, die unter Spannung stehen, geben ein elektrisches Wechselfeld ab und können Schlaf und Wohlbefinden stören. Die gerade gelbe Linie soll eine unter Spannung stehende Elektroinstallationsleitung (230 V) symbolisieren, die gebogenen Pfeile die Feldlinien des elektrischen Wechselfeldes, die sich in Richtung des Erdpotentials (0 V) krümmen. Ein Netzabkoppler (umgangssprachlich Netzfreischalter ) trennt die Phase vom Netz, sobald alle Geräte abgeschaltet sind, und schaltet die Phase wieder zu, wenn Strom fließen soll. Lassen Sie Netzabkoppler nur nach vorhergehender baubiologischer Messung vom Elektriker einbauen. Da sich verschiedene Stromkreise untereinander beeinflussen, kann die ungeprüfte Abschaltung nur eines Stromkreises ggf. die Feld-Situation an einem Bettplatz auch verschlechtern oder die gewünschte Reduzierung der vorhandenen Felder wird evtl. nicht erzielt. Kontrollieren Sie die einwandfreie Funktion des Netzabkopplers mit einem Steckdosenkontrolllämpchen im Schlafraum. Gute Gerätehersteller liefern dieses gleich mit. Feldquelle Elektroinstallation Elektroinstallation mit Stegleitungen (drei Adern sind nebeneinander in flachen Kabeln angeordnet) oder alte zweiadrige Leitungen ohne separaten Schutzleiter können zu hohen elektrischen Wechselfeldern führen. Elektroinstallationen mit gelb-grünem Schutzleiter in ungeschirmten Mantelleitungen zeigen etwas reduzierte elektrische Wechselfelder. 8

Fernseher, Computerbildschirme & Notebooks Für elektrische und elektronische Geräte wie Röhrenmonitore, Flachbildschirme, Fernseher, Drucker etc. sind die schwedischen TCO Richtwerte (TCO95, TCO99, TCO03) ein erster Anhaltspunkt. Das TCO Band I gilt für den breitbandig gemessenen niederfrequenten Bereich von 5 Hz bis 2 khz. Das TCO-Band II für den breitbandig gemessenen Bereich, der von 2 khz bis 400 khz auch in den Hochfrequenzbereich hineinreicht. Die nachfolgende Tabelle führt die TCO-Richtwerte mit der jeweiligen Messentfernung an. Die Werte sind nach Möglichkeit weit zu unterschreiten. Frequenzbereich magnetisch elektrisch TCO-Band I 5 Hz bis 2 khz 250 nt (30cm) 10 V/m (30cm) TCO-Band II 2 khz bis 400 khz 25 nt (50cm) 1 V/m (30cm) Ungeprüfte Computerbildschirme, Notebooks und Fernseher können hohe elektrische und magnetische Wechselfelder im Bereich 50 Hz sowie im Kilohertzbereich abgeben. Bei Röhrenmonitoren kommt die sehr starke elektrische Aufladung der Bildschirmoberfläche hinzu, die teils über Stunden auch nach dem Ausschalten des Geräts bestehen bleibt. Vgl. hierzu das Kapitel A5. Computerbildschirme und Fernseher sollten ein Prüfzeichen nach TCO (schwedische Norm für elektrosmogreduzierte und ergonomische Geräte) haben. Die Einhaltung der TCO-Kriterien ist ein guter Beginn für emissionsarme Geräte, jedoch keine Garantie, dass sehr stark elektrosensible Menschen nicht noch Reaktionen zeigen können. Flachbildschirme auf LCD / LED Basis sind meist unproblematisch. TIPP: Achten Sie darauf, dass der Bildschirm und seine Zusatzgeräte nicht mit einem WLAN oder anderen Funkstandards ausgestattet sind, bzw. sich diese vollständig deaktivieren lassen (vgl. A3). Notebooks werden auch gerne als Laptops bezeichnet, wobei die Hersteller selbst in ihren Bedienungsanleitungen darauf hinweisen, sie nicht auf dem Schoß (engl. lap) zu benutzen. Der direkte Körperkontakt kann punktuell zu einer starken Mikrowellenbestrahlung durch den Prozessor und sehr hohen magnetischenund elektrischen Feldbelastungen führen. 15

A3 Elektromagnetische Strahlung Elektromagnetische Wellen werden drahtlos durch die Luft übertragen. Sie werden benutzt bei Radio- und Fernsehsendern, Mobilfunknetzen, Daten- und Richtfunk, Amateur- und CB-Funk, Feuerwehr, Polizei, Taxi und Industrie, Radar und Militär, Post und Satelliten, Sicherungs- und Alarmanlagen, schnurlosen Telefonen, Babyphonen, Mikrowellenherden, Überwachungseinrichtungen, Waffen, Spielzeugen,... Maßeinheit Leistungsflussdichte oder elektromagnetische Strahlungsdichte in Watt pro m² (W/ m²), baubiologisch üblich in Mikrowatt pro m² (µw/m²); elektrische Feldstärke in Volt pro Meter (V/m); magnetische Feldstärke in Ampere pro Meter (A/m) Frequenzbereich Ca. 30 khz bis 300 GHz (1 Hertz (Hz) = 1 Schwingung pro Sekunde, 1 khz = 1.000 Hz, 1 Megahertz (MHz) = 1.000.000 Hz, 1 Gigahertz (GHz) = 1.000.000.000 Hz) Physikalisches Verhalten Ausbreitung mit Lichtgeschwindigkeit, Verdoppelung der Entfernung führt zur Abnahme der Strahlungsdichte auf ¼ (1/r²). Bei höheren Frequenzen zunehmend quasioptische Eigenschaften mit z.b. Reflexion, Beugung und Brechung. (r = Radius) Messtechnik Frequenzselektive Messung mittels Spektrumanalysatoren zur Differenzierung, Analyse und exakten Quellenzuordnung einzelner Signale. Errechnung der Summenpegel bei Vollauslastung von Mobilfunk-Sendeanlagen möglich. Messungen mittels Breitbandmessgeräten zur Erfassung eines undifferenzierten Summenpegels. Erweiterung durch frequenzbandselektive Messung (z.b. nur GSM900, nur WLAN, nur UMTS ). Das Messergebnis ist abhängig von der aktuellen Auslastung der Sender. Feldreduktion Entfernung der Verursacher. Abstand zum Sender. Abschirmmaßnahmen. Der Reduktionsgrad ist von Frequenz und Material abhängig. Hierzu ist über das Bayerische Landesamt für Umwelt eine Broschüre erhältlich: Schirmung elektromagnetischer Wellen im persönlichen Umfeld. fon +49 (0)821 9071-0, www.lfu.bayern.de Baubiologische Richtwerte für den Schlafbereich (SBM 2008) Werte gelten für einzelne Funkdienste, Angaben beziehen sich auf Spitzenwerte (peak), nicht für Radar. Digitale, periodisch gepulste Signale sind kritischer zu bewerten als analoge und nicht gepulste Signale. Elektromagnetische Wellen un schwach stark extrem Strahlungsdichte (µw/m²) < 0,1 0,1 10 10 1.000 > 1.000 17

SmartPhones ständig ungefragt online Das Datenblatt des SmartPhones verspricht zwei Wochen Stand-by, aber die Realität sieht für Nutzer ganz anders aus: Ruckzuck ist der Akku leer, er hält meist nicht mal einen Tag lang durch. Warum eigentlich? Weil sich das multifunktionale Fernsprechgerät neben einem meist zu hell eingestellten Bildschirm und der dauernden Suche nach GPS-Satelliten zur Standortbestimmung ständig mit dem Internet über Funk austauscht. Auch ohne Ihr aktives Zutun sind SmartPhones ständig mit dem Mobilfunknetz verbunden. Das liegt an den vielen Apps auf Ihrem Gerät. Das E-Mail-Programm checkt nach neuen Mails. Facebook- und Twitter-Apps senden und empfangen automatisch aktuelle Daten und sorgen neben der schnellen Entladung des Akkus auch für eine ständige Strahlenbelastung. Fleißige Sender und Empfänger sind zudem viele Gratis-Apps etwa ein Taschenrechner. Der Grund: Die eingebauten Werbebanner nutzen Standorterkennung und Onlineverbindung, um ständig Reklame nachzuladen und auch die Update-Funktion will solche Programme laufend aktualisieren. Ähnliches gilt bei News-, Wetter-, Musik-, Video-, Kamera-, Radio-, Fernseh-, Spiele-, Sport-, Freizeit., Fitness-, Finanz-, Reise-, Gastro-, Shop-, Lifestyle-, Kino-, Merkel- und sonstigen Apps. Apps sorgen dafür, dass ein SmartPhone teils im Minutentakt online ist, wie nebenstehende Mess-Grafik wiedergibt. Jeder Peak/Strich ist eine strahlende Internetverbindung, obwohl der Nutzer das Gerät nach dem Einschalten nur rumliegen lässt. Auf allen verfügbaren Funkwegen wird laufend gesendet und empfangen. Das gilt auch nachts. (Aufzeichnungs-Zeitraum 4,5 Stunden). Im Vergleich dazu das Sende- und Empfangsverhalten eines klassischen Handys ohne Apps: Nur alle paar Stunden ein Abgleich mit dem Netz. 20 Kontrollieren Sie, welche Apps Sie wirklich brauchen und deaktivieren Sie, was möglich ist. Tipp: Tagungsband zur EMV-Tagung 2013 des Verbands deutscher Baubiologen. www.baubiologie.net/publikationen/ Eine wichtige Funktion am SmartPhone ist der sog. Flugmodus. Damit werden alle Datenverbindungen via Funk deaktiviert. Funktionen wie das Lesen der bereits empfangenen E-Mails, Schreibfunktionen, fotografieren, Musik hören oder Spiele spielen stehen weiterhin zur Verfügung.

LED-Technik LED Lampen werden in der Anschaffung immer günstiger. Das Farbspektrum ist aber oft noch unausgewogen. Auch diese Lampen kommen nicht ohne elektronische Bauteile, verschiedene Kunststoffe mit Flammschutzmitteln und dergleichen aus. Je nach Bauart können LEDs frei von elektrischen und / oder magnetischen Feldern im khz- Bereich sein, sie können aber auch ähnliche Feldstärken wie Kompaktleuchtstofflampen verursachen. Positiv ist die hohe Effizienz, die lange Lebensdauer und die Quecksilberfreiheit, sie können den Einsatz dieser Lampen an geeigneten Orten rechtfertigen. Zum Thema Lichtspektrum der Lampen lesen Sie bitte Seite 36. Qualitativ hochwertige LED-Lampen mit Leistungen von 7 bis 12 Watt erreichen die Lichtleistung einer 60 bis 75 W Glühlampe und kosten im sog. Retrofit Design, in der Form einer Glühlampe mit Schraubsockel (E27-Sockel) derzeit ca. 20 bis 45 Euro (08/2013). Dafür soll sie aber auch 10 bis 20 mal so lange halten wie 2 Euro teure Halogenlampen. Immer mehr hochwertige und ausreichend Leistungsstarke Strahler (4,6 bis 8,5 W) mit LED- Technik und GU10-Sockel (230 V) kommen auf den Markt. Hiermit können 35 W bzw. 50 W Halogenstrahler ersetzt werden. Getestete Produkte sind sogar nahezu flimmerfrei und die elektrischen Wechselfelder im TCO-Band II sind weit kleiner 0,1 V/m (z.b. Samsung LED-Spot 4,6 W). Diese Eigenschaft finden Sie nur bei nicht-dimmbaren LEDs. Durch die erhebliche Stromersparnis amortisieren sich die Mehrkosten gegenüber einer Halogenlampe mit der Effizienzklasse C bereits nach 2 bis 3 Jahren Betriebsdauer (bei 1.000 Std. Brenndauer im Jahr / ~ 3 Stunden pro Tag). Bevor Sie sich viele teure LEDs kaufen, probieren Sie eine der gewünschten Lampen aus (vorher Ihr Rückgaberecht klären). Prüfen Sie, ob Ihnen die Lichtfarbe zusagt oder ein anderer Aspekt wie z.b. ein Flimmeranteil, ein Farbrand am Lichtkegel oder ein verzögertes Angehen nach Bedienen des Lichtschalters Ihre Freude an der energiesparenden Lampe verderben könnte. LED- Lampen gibt es auch für 12 V Systeme (Leuchten mit Trafo). Bei allen neuen Lampen muss die Helligkeit in Lumen angegeben werden. Eine Übersicht zur Energieeffizienz verschiedener Leuchtmittel finden Sie auf Seite 37. Zum Vergleich: Helligkeit von Glühlampen in Lumen (lm) 25 W = 215-230 lm 40 W = 420-440 lm 60 W = 700-750 lm 75 W = 920-970 lm 100 W = 1.300-1.400 lm 34

diagnose FUNK F ü r u n s e r L a n d! ZUM INHALT Nach Dampfmaschine und Verbrennungsmotor war die Elektrifizierung ein zentraler Sprung in der industriellen Entwicklung. Der Nutzen und die Euphorie über die neuen Errungenschaften verdrängte den Blick auf die möglichen Risiken. Erst nach und nach wurde bewusst, dass auch der Mensch ein elektromagnetisches Wesen ist und wie Tiere und Pflanzen in Wechselwirkung mit den natürlichen elektromagnetischen Feldern der Erde steht. Künstliche elektromagnetische Felder überlagern die natürlich vorhandenen Felder um teils riesige Größenordnungen. Elektrosmog kann unter anderem das vegetative und zentrale Nervensystem, Hormone, Chromosomen und Zellen beeinflussen und auch stören. Eine zu starke und zu lange Elektrosmogbelastung kann darüber hinaus zu verschiedenen, teils schweren Krankheiten führen. Was kann ich gegen den Elektrosmog in den eigenen vier Wänden oder an meinem Arbeitsplatz tun? Wie kann ich Elektrosmogquellen selbst erkennen? Wie sieht ein bewusster Umgang mit Mobiltelefonen aus? Wie schütze ich meine Kinder vor Elektrosmogbelastungen? In dieser Informationsbroschüre werden die wichtigsten Elektrosmogquellen des Alltags aufgezeigt, laienverständlich erläutert und auf Grundlage des Standards der baubiologischen Messtechnik bewertet. Viele der Elektrosmogverursacher sind auch ohne aufwendige Messtechnik erkennbar und können leicht vermieden werden.