1 ERZEUGERRINGE OBERFRANKEN E.V. - Landw. pflanzl. Qualitätsprodukte - Saat- und Pflanzgut - Qualitätskartoffeln Pflanzenbau Hotline 01805 / 574 454 Adolf-Wächter-Str. 12 Tel.: 0921 / 591250 95447 Bayreuth Fax.: 0921 / 591252 e-mail: poststelle@er-ofr.de Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Bayreuth L 3.1 Fachzentrum Pflanzenbau Rundschreiben Qualitätsprodukte 4/15 29.04.15 Für Gruppen, Ortsverbände, etc. mit gleichen Interessenschwerpunkten bzw. Kulturen bieten wir auch 2015 wieder kostenlose Felderbegehungen an. Bei Felderbegehungen N-Abschlussgaben in Wintergetreide Interesse setzen sie sich zwecks individueller Absprache mit der Geschäftsstelle in Verbindung. Die Entwicklung der Wintergetreidebestände schreitet rasch voran, so dass bald die N-Abschlussgabe fällig wird. Diese dient zur Unterstützung der Kornfüllung und ggf. zur Anhebung des Eiweißgehaltes. Bei der Bemessung der Abschlussdüngung sind die Bestandesentwicklung, das Ertragsniveau, der angestrebte Eiweißgehalt und die bereits erfolgten Düngergaben (incl. Wirtschaftsdünger) zu berücksichtigen (vgl. Planung der gesamten N-Menge lt. Gelbem Heft S. 29 ff.). Soweit in Wintergerste noch eine dritte N-Gabe geplant ist, sollte diese bis zum Beginn des Ährenschiebens ausgebracht werden. Mehrzeilige Sorten reagieren meist positiv auf eine Spätgabe mit 50-60 kg N/ha. Bei zweizeiligen Futtergersten reichen 30-40 kg N/ha. Bei Winter-Braugerste sollte auf eine N- Spätgabe gänzlich verzichtet werden, um einen niedrigen Eiweißgehalt zu erzielen. Bei Triticale und Futterweizen empfiehlt sich die letzte N-Gabe im Fahnenblattstadium bis kurz vor dem Ährenschieben (EC 39-49). 40 50 kg N/ha können als Anhaltswerte herangezogen werden. Die vorgenannten Hinweise orientieren sich an normalen Bedingungen. Entscheidend ist, dass der Bestand eine an das jeweilige Ertragsniveau angepasste Stickstoffmenge erhält. Bei der Erzeugung von Qualitäts- und Aufmischweizen (A- und E-Sorten) steht das Erreichen des vom Markt geforderten Proteingehaltes im Vordergrund. Hierzu ist als Faustzahl für die Spätdüngung etwa 1 kg/ha N je 1 dt/ha Ertragserwartung zu veranschlagen. Idealerweise sollte diese Düngermenge in zwei Teilgaben ausgebracht werden. Neuere Versuchsergebnisse haben die Praxiserfahrung bestätigt, dass unter trockeneren fränkischen Bedingungen die Spätdüngung bis Mitte Ährenschieben (EC 55) abgeschlossen sein sollte, damit der Stickstoff noch hinreichend zur Wirkung kommen kann. Die nach der Ernte des Qualitätsweizens eventuell noch vorhandenen N-Restmengen im Boden müssen dann durch geeignete Folgekulturen oder Zwischenfrüchte abgeschöpft werden. Diese Düngeempfehlung gilt grundsätzlich auch bei Sommerweizen, jedoch ist die N- Menge an das geringere Ertragsniveau anzupassen. Bei gezielter Winter-Brauweizen-Erzeugung sollte die N-Spätgabe unterbleiben, um die gewünschten niedrigen Proteingehalte zu erreichen. Unkraut- und Ungrasbekämpfung im Sommergetreide Die Unkrautbekämpfung im Sommergetreide muss bis zum Bestockungsende abgeschlossen sein. Hierzu stehen Breitbandmittel für Sommergerste zur Verfügung wie z. B.: Mittel Alliance 80 g/ha Husar Plus 150 ml/ha Ariane C 1,0 l/ha Pixie 1,5 l/ha Artus 40 g/ha Pointer SX 45 g/ha Biathlon 4 D 70 g/ha Refine Extra SX 45 g/ha Concert SX 75 g/ha Starane XL 1,2 l/ha Dirigent SX 30 g/ha Zoom 175 g/ha Verantwortlich für den fachl. Inhalt: Pflanzenbau u. Versuchswesen LOR Bernd Angermann 0921/591270 Pflanzenschutz LOR Friedrich Ernst 0921/591271 Herausgeber Erzeugerringe Oberfranken Geschäftsführer Werner Helling 0921/591250
2 Diese sind gegebenenfalls gegen Klettenlabkraut mit Spezialmitteln zu ergänzen wie z. B. Mittel Ariane C 0,7 l/ha Oratio 30 g/ha Starane XL 0,7 l/ha Primus Perfect 150 ml/ha Hoestar Super 100 g/ha Tomigan 200 0,6 l/ha Hoestar 30 g/ha Gegen Ungräser und Unkräuter können folgende Produkte eingesetzt werden: Gegen Jährige Rispe: Husar Plus 150 ml/ha + Mero 0,75 l/ha Wirkung auch gegen aufgelaufenen kleinen Flughafer! IPU (Arelon flüssig, 2,0 l/ha Protugan) Gegen Flughafer: In Sommergerste Ralon Super 1,0 l/ha (nur bis Bestockungsende) Axial 50 EC 0,90 l/ha (Axial 50 EC bis zum Fahnenblatt (EC 39) auch in Sommerweizen zugelassen) Flughafer muss bei der Bekämpfung vollständig aufgelaufen sein. Als Fertigmittel gegen Flughafer und Unkräuter kann bis Ende Bestockung (EC 29) der Kultur auch z.b. 1,0 l/ha Axial Komplett eingesetzt werden. Beim Herbizideinsatz Gebrauchsanleitung incl. der Indikation in der Kultur und der Abstandsauflagen und bei IPU - Mitteln (z. B. Arelon flüssig, Protugan) zusätzlich auch IPU - Auflagen incl. Hangneigungsauflagen bei Flächen am Gewässer mit Hangneigung größer 2 % beachten! Achtung: Auf Einzelflächen im Raum Wunsiedel, Weißenstadt und Marktleuthen ist nachweislich sulvonylharnstoffresistente Vogelmiere zu finden. Diese resistente Vogelmiere kann durchaus auch in anderen Gebieten der Lkr. Wunsiedel oder Hof oder in anderen oberfränkischen Landkreisen auftreten. Man erkennt die resistente Vogelmiere daran, dass sie mit Sulvonylharnstoffen z.b. Husar Plus, Biathlon 4 D, Concert SX, Dirigent SX, Pointer SX, Refine Extra SX, Hoestar, Hoestar Super oder Primus Perfect nicht mehr ausreichend bekämpft wird. Zur Bekämpfung dieser resistenten Vogelmiere benötigt man in der Sommergerste entweder Mittel mit Wuchsstoffanteil in ausreichender z.b. 1,5 l/ha Duplosan KV bzw. 1,5 l/ha Pixie oder 3,0 l/ha Duanti oder 175 g/ha Zoom oder Mittel mit ausreichender Menge Fluroxypyr-Wirkstoff z.b. in Ariane C oder Starane XL bzw. Tomigan 200. Im Wintergetreide kann diese resistente Vogelmiere auch mit vielen Herbstherbiziden oder im Frühjahr mit den oben genannten Frühjahrsprodukten bekämpft werden. Wintergerste teilweise Befall mit Verzwergungsviren aktuell keine Gegenmaßnahme Aktuell sieht man in Wintergerste deutlich die Virusproblematik. Vor allem in warmen Lagen im westlichen und mittleren Oberfranken sind zurückgebliebene bzw. stark vergilbte Befallsnester und struppige Bestände zu beobachten. Hier handelt es sich meist um den Befall mit Weizenverzwergungsviren oder Gerstengelbverzwergungsviren, die im letzten Herbst von Zikaden oder Blattläusen übertragen wurden.. Aktuell sind keine Gegenmaßnahmen möglich. Befallene Pflanzen werden zwar im Regelfall nicht ganz absterben, aber im Wuchs deutlich niedriger sein und nur 1-2 ährentragende Halme mit wenigen Körnern ausbilden. Stark betroffene Bestände sollten mit produktionstechnischen Mitteln nur reduziert behandelt werden, da sich Viruspflanzen mit keiner Maßnahme im Ertrag deutlich steigern lassen.
Fungizidmaßnahmen in Wintergetreide Gelbrost in Weizen und Triticale beachten! 3 Um Resistenzen bei Getreidefungiziden zu vermeiden, sollten folgende Grundsätze beachtet werden: - gezielte Anwendung nach Bekämpfungsschwellen unter Nutzung des amtlichen Warndienstes und von Prognosemodellen. - Mittelwahl nach vorherrschenden Schaderregern unter Berücksichtigung der Sortenresistenz. - Anzahl der Anwendungen auf das notwendige Maß beschränken. - in Spritzfolgen und Mischungen stets verschiedene Wirkstoffgruppen einsetzen. - Azole in ausreichender einsetzen (mind. 75 % der zugelassenen Menge). - Strobilurin- und carboxamidhaltige Fungizide nur einmal in der Vegetation stets in Mischung mit einem nicht kreuzresistenten Partner (z.b. Azole oder Kontaktwirkstoff) anwenden. - die Heilleistung der eingesetzten Fungizide durch rechtzeitigen infektionsnahen Einsatz nicht überfordern. - Ausbringung nur bei günstiger Witterung mit optimaler Technik und ausreichender Wassermenge. Eine Auflistung zugelassener Fungizide mit Auflagen finden Sie im beiliegenden Merkblatt. Das Getreidemonitoring läuft in Wintergetreide seit April 2015. Warndienstmeldungen für Wintergerste sind im Internet zu finden unter www.lfl.bayern.de => Institut für Pflanzenschutz; Warndienst / Prognose; Pilzkrankheiten des Getreides; bei der jeweiligen Kultur (hier Wintergerste) unter detailierte Befallseinstufung in den Regionen bei Bayreuth. Erst nach ausreichenden Niederschlägen von mindestens 3 mm ist bei Schwellenüberschreitung eine Fungizidmassnahme, die die Krankheitsentwicklung bremst, sinnvoll. Beim Fungizideinsatz stets die Gebrauchsanleitung incl. der Abstandsauflagen und die notwendige Dokumentation beachten! Fungizideinsatz in Wintergerste Kontrolle wichtig Wintergerste - Beobachten Sie Ihre Bestände auf Krankheiten! An den bisher untersuchten Standorten ist der Krankheitsbefall unterschiedlich. Kontrollieren Sie Ihre Bestände auch auf Zwergrost. Nach Niederschlägen und Wärme entwickeln sich die Krankheiten. Behandlungen vor EC 37 machen oft eine zweite Behandlung ab dem Ährenschieben notwendig. Bei den weit entwickelten Beständen milder Lagen ist das Stadium EC 37 (Fahnenblatt spitzt) voraussichtlich ab kommender Woche erreicht, so dass ab dann hier eine einmalige Behandlung ausreichen kann. Bei einer einmaligen Bekämpfung nach Niederschlägen und Schwellenüberschreitungen sollte ab dem Stadium EC 39 (Fahnenblatt da) bis zum Ährenschieben (EC 51) die Behandlung mit breit wirksamen Fungiziden mit voller oder nicht zu stark reduzierter durchgeführt werden, damit die Dauerwirkung bis zur Abreife ausreicht. Daneben ist auch die Wirkung auf Ramularia collo cygni / Nichtparasitäte Blattflecken zu beachten. Beachten Sie die Abstandsauflagen der eingesetzten Fungizide. Für eine breite Einmalbehandlung ab EC 39-51 eignen sich zum Beispiel: Mittel Aviator Xpro + Fandango (Aviator Xpro Duo) Adexar + Diamant (Pack) Adexar + Credo (nur bis EC 51) Seguris + Amistar Opti (Pack) Input Xpro Input Classic Fandango-Input Spezial Champion + Diamant Juwel Top 0,65 l/ha + 0,65 l/ha 1,1 l/ha + 1,1 l/ha 1,2 l/ha + 1,2 l/ha 1,0 l/ha + 1,5 l/ha 1,5 l/ha 1,25 l/ha 0,65 l/ha + 0,65 l/ha 0,90 l/ha + 0,90 l/ha 1,0 l/ha
Mittel oder Kombinationen von: Amistar Opti bzw. 1,80 l/ha Credo (bis EC 51) 1,50 l/ha Mit z.b. Input Xpro Input Classic Gladio Capalo Opus Top 1,0 l/ha 0,75 l/ha 0,60 l/ha 1,40 l/ha 1,00 l/ha 4 Zur Fungizidgabe in EC 37-49 ist bei ausreichender Wasserversorgung vor allem bei Sorten mit geringer Standfestigkeit und Neigung zu Halm- bzw. Ährenknicken die Zugabe von z.b. 0,3-0,5 l/ha Camposan Extra / Cerone 660 zur Verbesserung der Standfestigkeit und Verringerung von Halm- und Ährenknicken sinnvoll. Gelbrost in Weizen und Triticale eventuell Behandlung ab EC 31 in anfälligen Sorten Aktuell sind in anfälligen Weizensorten (z.b. Akteur, JB Asano, Kerubino oder Kometus) aber auch in Triticalesorten (z.b. SU Agendus) frische Gelbrostinfektionen zu finden. Deshalb unbedingt Weizen und Triticale auf Gelbrostbefall kontrollieren. Bei Befall wird ab BBCH 31 unverzüglich eine erste Behandlung mit gelbroststarken Azol-Präparaten empfohlen. Bei frühzeitigem Einsatz genügen Teilmengen. Zur Bekämpfung steht eine breite Auswahl von Mitteln mit den Wirkstoffen Epoxiconazol z.b. 1,5 l/ha Capalo, 2,0 l/ha Epoxion Top, 1,2 l/ha Opus Top, Tebuconazol z.b. 1,2 l/ha Ampera oder 1,0 l/ha Ceralo bzw. 1,2 l/ha Pronto Plus oder 1,0 l/ha Folicur bzw. 1,2 l/ha Orius, Cyproconazol z.b. 0,4 l/ha Alto oder Prothioconazol z.b. 1,0 l/ha Input Classic zur Verfügung. Achten Sie bei Triticale auf die Zulassung der Mittel. Starkbefall oder Gelbrostnester treten noch nicht auf. Diese machen höhere n nötig. Je nach weiterem Infektionsgeschehen ist dann später vor allem bei anfälligen Sorten auf eine rechtzeitige Anschlussbehandlung zum Schutz der neugeschobenen Blättern zu achten. Die gut flugfähigen Rostsporen können in der Saison auch von weiter entfernten Befallsgebieten eingetragen werden. Zur Anschlussbehandlung bieten sich ab dem Fahnenblattstadium (EC 39) breiter und länger wirksame carboxamid- bzw. strobilurinhaltige Fungizide in Mischung mit azolhaltigen Wirkstoffen an. Achten Sie auf die Auflagen der eingesetzten Fungizide! Neue Produkte Getreidefungizide: Zur Resistenzvorbeugung der Carboxamide werden die Carboxamidwirkstoffe bei den bisherigen Zulassungen nur zusammen mit heilend wirkenden Fungizidwirkstoffen in ausreichend hoher Dosierung formuliert. Daneben werden Produkte mit Carboxamid-Wirkstoffen z.b. Adexar, Aviator Xpro, Bontima, Champion, Input Xpro, Siltra Xpro, Skyway Xpro, Seguris oder Variano Xpro auch in Packs nur maximal 1x während der Vegetationsperiode zur Anwendung empfohlen. Getreidefungizide: Rubric von der Cheminova enthält den Wirkstoff Epoxiconazol als EC Formulierung und ist in Weizen, Gerste, Roggen und Hafer zugelassen. Soleil von der Firma NuFarm ist eine EC- Formulierung der Wirkstoffe Tebuconazol und Bromuconazol und ist nur in Weizen zugelassen. Unix wird mit Gladio als Gladio Unix Pack vertrieben. Der Talius Top Pack von der Firma DuPont ist eine Kombination von Talius und Opus Top.
5 Maisherbizide: Zur besseren Übersicht finden Sie im grünen Versuchsberichtsheft 2014 für Oberfranken auf der Seite 101 Informationen zum standortgerechten Herbizideinsatz im Mais und Informationen zu Wirkungsspektren und Behandlungsansprüchen zugelassener Herbizide ab der Seite 268-275. Achtung: Beim Einsatz terbuthylazinhaltiger Maisherbizide (z.b. Artett, Aspect, Bromoterb, Calaris, Gardobuc, Gardo Gold, Lido SC oder Zeagran Ultimate) und bei dem Produkt Peak muss bei mehr als 2 % Hangneigung zu Gewässern ein bewachsener Randstreifen von mindestens 10 m Breite vorhanden sein. Beim Einsatz von Terano, Spectrum Gold und Successor T muss bei mehr als 2 % Hangneigung zu Gewässern ein bewachsener Randstreifen von mindestens 20 m Breite vorhanden sein. Der Randstreifen bei Hangneigung am Gewässer mit festgelegter Breite darf nicht mit Produkten, die die Auflage besitzen, behandelt werden. Der Randstreifen dient als Schutzstreifen dazu, dass keine Erde mit anhaftendem Wirkstoff in angrenzende Gewässer eingetragen wird. Ausnahmen sind beim Einsatz der erwähnten Produkte nur bei Mulch- oder Direktsaat möglich! Neuer Maisherbizidpack: Im Clio Super Komplett Pack ist Clio Super mit Kelvin und B 235 (Wirkstoff Bromoxinil) kombiniert. Dieser Pack ist terbutylazinfrei und kann auch auf flachgründigen Standorten z.b. im Jurakarst eingesetzt werden. Bei Maisherbiziden auf Blatt- und Bodenwirkung und zeitgerechten Einsatz achten! Um mit einer Unkrautbekämpfungsmaßnahme im Mais auszukommen, ist es wichtig, dass sowohl vorhandene Unkräuter (meist über Blattwirkung) als auch Nachkeimer (über Bodenwirkung) gut bekämpft werden. Hierzu muss die Unkrautbekämpfung im Mais frühzeitig im Vierblattstadium des Maises erfolgen. Auf grundwassersensiblen Böden (z.b. sehr leichte Sandböden, Karstböden mit nur geringer Oberbodenauflage im Jurakarst) sollte auf terbuthylazinhaltige Mittel (Aspect, Artett, Bromoterb, Calaris, Gardobuc, Gardo Gold, Lido SC, Spectrum Gold, Successor T, Zeagran Ultimate) verzichtet und auf terbuthylazinfreie Produkte ausgewichen werden, die genauso wirkungsvoll sein können. Die Bekämpfung der Ungräser wie Hirsen, Flughafer, Quecken, usw. wird durch die Mais-Gräserherbizide Samson 4 SC oder 6 OD, Kelvin, Nicogan bzw. Motivell forte oder Milagro forte, Elumis, MaisTer flüssig oder Cato oder Arigo bzw. Principal bzw. Task erreicht. Diese Produkte gehören wie Harmony SX und Peak zu den Sulfonylharnstoffen, die nicht in jeder Maissorte verträglich sind. Der Landhandel hat Sortenverträglichkeitslisten. Sulvonylharnstoffhaltige Produkte sollten nicht direkt nach Regen oder bei Stresssituationen z.b. hohen Temperaturschwankungen zum Einsatz kommen. Besondere Vorsicht sollte man bei Blattherbiziden bei durch Nässe und Kälte gestresste Maisbestände walten lassen. Beachten Sie für die nicosulfuronhaltigen Mittel Arigo, Kelvin, Milagro forte, Nicogan, Samson 4 SC und Extra 6 OD, Elumis und Principal auch die Auflage NG 327, die besagt, das auf derselben Fläche im folgenden Kalenderjahr keine Anwendung von Mitteln mit dem Wirkstoff Nicosulfuron möglich ist. Eine beispielhafte Übersicht zur Unkrautbekämpfung im Mais finden Sie im Anhang dieses ER- Rundschreibens. Atrazinkontrollen: Auch dieses Jahr werden Atrazinkontrollen durchgeführt. Die Anwendung von Atrazin beschädigt das Image der Landwirtschaft und stellt einen Verstoß Informationen zu Kontrollen gegen die Pflanzenschutzmittel-Anwendungsverordnung dar. Verstöße werden mit hohem Bußgeld incl. Kürzungen der Betriebsprämie bestraft. Verschärfte Auflagen beim Wirkstoff Chloridazon Das BVL hat Ende März 2015 neue Anwendungsbestimmungen für chloridanzionhaltige Pflanzenschutzmittel (z.b. Rebell Ultra, Rebell, Pyramin WG, usw.) erlassen, die ab sofort und auch für Lagerware gelten. Die bisherige Auflage NG 407 wird ersetzt durch die Auflage NG 415, die die Anwendung vor allem auf sandigen Standorten mit der Einstufung nach Bodenschätzung z.b. Sand (S), lehmiger Sand (ls), sandiger Schluff (su), stark sandiger Lehm (ssl) und lehmiger Schluff (lu) verbieten. Von der Einschränkung nicht betroffen sind Böden mit der Einstufung nach Bodenschätzung Lehm (L), sandiger Lehm (sl), lehmiger Ton (lt) und Ton (T). In Bayern wird zudem seit Jahren von der Anwendung von Chloridazon in Wasserschutzgebieten abgeraten. Je nach Verunkrautung stehen den Rübenanbauern andere Bodenmittel z.b. Goltix Titan oder Spectrum zur Verfügung.
Beispiele für die Wirkung von Fungiziden gegen Pilzkrankheiten in Weizen (W), Roggen (R), Gerste (G) u. Hafer (H) Präparat!"#$ %&'( Halmbruch Mehltau Rost Septoria tritici 1) heilend Stoppwirkung Dauerwirkung vorbeugend Septoria nodorum DTR Ähren- Fusarien Toxinmind. Netzflecken Rhynchosporium Blattverbräunung/ Ramularia Acanto 0 0 49 * Achat 0 0 15 Adexar 5-0 20 78-87 Adexar-Diamant Pack 10-0 20 74 Agent 20-5 20 32 Alto 0 0 18 Amistar Opti 20-5 10 46 * Ampera 10-0 10 36 * Aviator Xpro Duo 5-0 10 72 83 * * Bontima 15-0 10 60 Bravo 500 15-5 10 51 Capalo 15-5 10 74 Caramba 5-0 0 46 Ceralo 20-10 20 41 Champion+Diamant P 10-0 10 77 Cirkon 5-0 0 32 * Corbel 15-5 10 37 Credo 20-5 20 52 * Credo-Opus Top P. 20-5 20 72 Dithane NeoTec 10-5 0 20 Epoxion 5-0 20 36 Epoxion Top 20-10 20 48 Fandango 5-0 10 65 77 * * Fandango-Input Sp. 20-15 10 80 92 Fezan 10-0 5 22 Folicur 10-0 10 27-34
Präparat! "#$ % &'( Halmbruch Mehltau Rost Septoria tritici 1) heilend Stoppwirkung Dauerwirkung vorbeugend Septoria nodorum DTR Ähren- Fusarien Toxinmind. Netzflecken Rhynchosporium Blattverbräunung/ Ramularia Gladio 20-10 20 39 49 Gladio-Unix Pack 20-10 20 52 Input Classic 20-15 20 66 Input Xpro 20-15 20 72 Juwel Top 15-5 10 61 * * Matador 10-0 10 26 Mirage 45 EC 10-0 5 24 * Orius 10-0 10 25 36 Osiris 5-0 10 61 73 Pronto Plus 20-15 20 38 Prosaro, Sympara 5-0 10 54 Rubric 5-0 0 32 Seguris Opti 20-5 10 76 Siltra Xpro 5-0 10? Skyway Xpro 10-0 20 57 71 Soleil 5-0 0 41 Talius 5-0 0 22 Talius Top Pack 20-5 10 59 Taspa 10-0 0 31 Vegas 0 0 19 Vegas-Proline Pack 5-0 10 76 = keine, = geringe, = mittlere, = gute, = sehr gute Wirkung *= Auf Standorten mit Resistenz ist mit einem Wirkungsabfall zu rechnen. ** ca. Preise, größte Gebinde, ohne MwST.,Preislise 2015 1) Bei der Einstufung der Wirkung gegen Septoria tritici wird von Resistenz gegen Strobilurine ausgegangen. Die Zeitspanne für die heilende Wirkung ist deutlich kürzer als für die vorbeugende Wirkung. Die Übersicht wurde nach bestem Wissen erstellt. Für die Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen. Die Übersicht dient als Orientierungshilfe Verbindlich ist die Gebrauchsanleitung! AELF Bayreuth, FZ Pflanzenbau, Amtlicher Pflanzenschutzdienst Stand April 2015
AELF Bayreuth, FZ 3.1 - Amtlicher Pflanzenschutzdienst Stand: April 2015 Beispielhafte Möglichkeiten zur Unkraut- und Ungrasbekämpfung in Mais im Jahr 2015 Ohne Terbuthylazin (TBA) (auf allen flachgründigen Standorten vor allem im Jurakarst empfohlen) Ungräser (Schwerpunkt Flughafer, Ackerfuchsschwanz) und Unkräuter Präparat ca. ** Wasserabstand > 2% flächen Hang Nichtziel- [E/ha] Kosten [ /ha] m 1) 2) 3) Bemerkungen Elumis + Peak + Dual Gold (Pack) 1,25 l+ 20g + 1,25 l 76 5 (5 / 0 / 0) 20 NT 109 Gute Breitenwirkung; gut gegen Knöteriche, auch Dauerwirkung gegen Hirse-Nachläufer Clio Super + Kelvin + B 235 (Pack) 1,25 l + 0,83l + 0,5 l 78 10 (5 / 5 / 0) 20 NT 108 auch gute Hirseleistung; 0,83 l Kelvin ersetzbar mit z.b. 1,0 l Samson 4SC, 0,72 l Milagro/Motivell forte bzw. 1,25 l MaisTer flüssig. MaisTer flüssig + Callisto + Buctril 1,0 l + 0,8 l + 0,3 l 82 15 (5 / 5 / 0) 20 NT 103 überwiegend Blattwirkung, keine Dauerwirkung gegen Hirse-Nachläufer Task + FHS + Callisto 255 g + 0,2 l + 0,8 l 76 5 (0 / 0 / 0) 0 NT 108 überwiegend Blattwirkung Mit Terbuthylazin (TBA) (nicht auf flachgründigen Standorten z.b. Jurakarst empfohlen) Ungräser (Schwerpunkt Flughafer, Ackerfuchsschwanz) und Unkräuter ca. ** Wasserabstand Hang Nichtzielflächen Präparat [E/ha] Kosten [ /ha] > 2% 2) 3) Elumis Extra Pack (Elumis+ Gardo Gold) 1,0 l + 3,0 l 73 5 (5 / 0 / 0) 20 NT 109 Principal+ Trend(FHS)+ Successor T 75 g + 0,25 l + 2,5 l 63 10 (5 / 5 / 0) 20 NT 108 Zeagran Ultimate + MaisTer flüssig 1,5 l + 1,0 l 68 10 (5 / 5 / 0) 20 NT 103 Lido SC + Motivell forte (Pack) 2,0 l + 0,5 l 65 10 (5 / 5 / 0) 20 NT 103 MaisTer flüssig + Gardobuc (Pack) 1,0 l + 1,0 l 55 10 (5 / 5 / 0) 20 NT 103 m 1) Bemerkungen Empfehlungen mit Blatt- und Bodenwirkung; FHS bei Accent, Cato, Principal und Task anteilig zugeben; Angegebene Mischungen werden meist als Pack vertrieben! Mischungen von z.b. Cato, Kelvin, MaisTer flüssig, Milagro forte, Motivell forte, Principal, Samson, Task mit z.b. Bromoterb, Calaris, Gardobuc oder Lido SC möglich. Gegen Hirsen und Unkräuter (nicht ausreichend gegen Ackerfuchsschwanz, Flughafer, Quecke) (ohne und mit Terbuthylazin (TBA)) Clio Star+ Spectrum+ B235 (TBA-frei) 1,0 l + 1,0 l + 0,3 l 81 20 (10/ 5/ 5) 5 NT 102 Blatt- und Bodenwirkung speziell gegen alle Hirsearten, Clio Top BMX Pack (TBA-haltig) 1,3-1,5 l + 1,3-1,5 l 74-85 10 (5 / 5 / 0) 20 NT 108 nicht gegen andere Ungräser. Clio Top BMX Pack = Clio Super + Zeagran Ultimate Laudis Terra Pack (TBA-haltig) Laudis Aspect Pack (TBA-haltig) 2,0 l + 3,0 l 2,0 l + 1,5 l 89 77 10 (5 / 5 / 0) 10 (5 / 5 / 0) 20 10 NT 108 NT 103 Blatt- und Bodenwirkung; Laudis Aspect Pack = Laudis+Aspect Laudis Terra Pack = Laudis + Successor T Zintan Platin Plus Pack (TBA-haltig) 1,0 l + 1,2 l + 15 g - Laudis Terra Pack und Laudis Aspect Pack haben auch gute 71-88 10 (5 / 5 / 0) 10 NT 103 (Dual Gold + Calaris + Peak) 1,25 l + 1,5 l + 20 g Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz. 1) Abstände zu Gewässern in m: Ohne Abdriftminderung ( 50% / 75% / 90% Abdriftminderung); zusätzlich Hangneigung beachten 2) Hangneigung größer als 2 % am Wasser => 5 / 10 bzw. 20 m unbehandelter, bewachsener Randstreifen oder Mulchsaat bzw. Direktsaat nötig. 3) NT 101-106 gilt in ausreichenden Kleinstrukturgebieten (z.b. Oberfranken) nicht. * bei ESCEP, Cato und Task immer FHS anteilig zugeben. ** Mittelkosten nach Handelsliste für Großgebinde ohne MWSt.; Stand 2015 Keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit. Verbindlich ist die Gebrauchsanweisung. Bei Mitteländerung ändern sich Auflagen.