Kapitel 2: Management der Stromerzeugung

Ähnliche Dokumente
- 3 - Thesen zum Thema Grundlast, Residuallast und Regelenergie

Aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen der Wasserkraft. Michael Wider, Leiter Generation SCCER-SoE, Zürich, 30. September 2014

Lösungen zur dezentralen Energieversorgung

UMGANG MIT HOHEN PHOTOVOLTAIK- PRODUKTIONSANTEILEN IM DEUTSCHEN STROMNETZ

Nachhaltigkeit in der gewerblichen Wäscherei

Energiewende als Chance Flexibilisierung im Heizkraftwerk Flensburg. Claus Hartmann

Hybride Ansätze zur Preismodellierung im Kontext der Kraftwerksbewertung ÖGOR - IHS Workshop und ÖGOR-Arbeitskreis

Merit Order des Kraftwerksparks

Technische Universität Berlin. Regelenergiepreisprognosen und Einfluss der Marktteilnahme von Windenergie- und PV-Anlagen

Vom Atom zur Sonne: Der Umbau der Energiewirtschaft

Entwicklungslinien in der deutschen Elektrizitätswirtschaft

Weltenergieverbrauch. Bild 2.1.2: Weltenergieverbrauch [10 18 J] Prognose Jahr

Entwicklung der erneuerbaren Energien und die daraus folgende Bedeutung für die Spitzenenergieproduktion in der Schweiz

Regenerative Stromerzeugung in Österreich: Möglichkeiten und Grenzen

Theorie und Politik der Energiewirtschaft

Effiziente (fossile) thermische Kraftwerke

Herzlich Willkommen zur Vorlesung. Elektrische Energietechnik

netconomica Wärmespeicher und Wind zu Fernwärme Dr. Andreas Schnauß Berlin, 17. April 2013

Erneuerbare Energien 1 Posten 4, 1. Obergeschoss 5 Lehrerinformation

Perspektiven der Energiewende in Deutschland

Präsentation von Aynur Basar, Cengiz Demirel, Selen Oruc

Stromperspektiven Schweiz: Welche Optionen haben wir?

Potenziale und Grenzen der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien in Deutschland

der berliner wohnungsbestand klimatische sanierung umweltforum berlin 13. märz 2008

Einsatz erneuerbarer Energien im Bad

1 Energiewandlungssysteme

Energiewende für alle Oder Stromversorgung im Allgäu 2.0

KONSEQUENZEN FÜR EVU S

FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR SOLARE ENERGIESYSTEME ISE

Ursachen des 52-GW-Deckels und Folgen für die Anlagenentwicklung von Photovoltaiksystemen

Kraftwerk Schweiz Plädoyer für eine Energiewende mit Zukunft

Kraftwerkstypen. Kraftwerke. Kraftwerke. Windkraftwerke. Wärmekraftwerke. Wasserkraftwerke. Windkraftwerke. Wärmekraftwerke.

Analyse der Auswirkungen von Elektromobilität auf das Stromsystem für Österreich und Deutschland Dr. Gerhard Totschnig, Markus Litzlbauer

Strommarkt heute und morgen

Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz: Die Wasserkraft im Wettbewerb der Flexibilisierungsoptionen

Renewable Energy Beitrag zum Green Portfolio der Siemens AG

Power 2 Gas Zukünftige Nutzung der bestehenden Gasinfrastruktur zur Speicherung erneuerbarer Energien

Energiewende Status und zukünftige

Strompreise: Effekte des EEG auf die Preisbildung an der Börse (Preisbildung an der Börse und Effekte auf das EEG?) Dr. Sven Bode

DER NEUE ENERGIEMARKT KOPPLUNG VON WÄRME, STROM, MOBILITÄT - SYNCHRONISATION VON ERZEUGUNG UND VERBRAUCH

IER. Verträglichkeit von erneuerbaren Energien und Kernenergie im. Erzeugungsportfolio. Technische und ökonomische. Kurzfassung

Nach der Finanzkrise neue Märkte und Chancen für die Windindustrie

HAMBURG WASSER und HAMBURG ENERGIE - Beiträge für die Klimawende in der Hansestadt. Michael Beckereit

ÖWAV-Konferenz Speicher-/ Pumpspeicherkraftwerke Einbindung österreichischer Pumpspeicher in den europäischen Strommarkt: Das Netz als Flaschenhals?

Die Bedeutung von DESERTEC für die Energiewende

ECG. Vortrag für Bundesamt für Energie Ko-Referat Fossil Thermische Kraftwerke. Bern, 2. Juli The Energy Consulting Group Ltd

Nachhaltigkeit in der Energieversorgung Energieeinsparungen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien: Das e³-programm von EWE

FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR SOLARE ENERGIESYSTEME ISE

Strom aus der Sahara: Eine klimaverträgliche Antwort auf den Umweltwandel? Von der Vision zur Realität

Dezentrale Energieerzeugung - Chancen und Perspektiven für kommunale Versorgungsunternehmen

Fallbeispiele. Fallbeispiele zur Vorlesung Richard Kuttenreich. Fallbeispiel Stadtwerke Neuburg Heizwerk B2 - Lösung - WS

Gekoppeltes Energiesystemmodell für den Energieumstieg in Bayern

Windenergie & Solarthermie in Ägypten. Perspektiven der Erneuerbaren Energien In Ägypten - Fact Sheet

Stromsituation in der Schweiz

Geothermie in NRW - Das Angebot der EnergieAgentur.NRW. Leonhard Thien Workshop p oberflächennahe Geothermie,

Grundlagen der Energie- und Kraftwerkstechnik

Tag der Energie der CDU Landtagsfraktion. Lichte von 1 EnWG

Herausforderungen beim Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Sachsen

Henning Dettmer. Entwicklungspersektiven der Windenergie in Deutschland

STROMGESTEHUNGSKOSTEN ERNEUERBARE ENERGIEN

EAF. Holzvergasungs-Kraftwerke. Ökoenergie aus Holz. Innovation. Umwelt. Natur. Die neueste Generation der Holzgastechnologie.

Situation und Perspektiven der Wasserkraft

REGIONALE DIREKTVERMARKTUNG

K. Krüger, Voith Hydro Holding, Heidenheim DLR, Stuttgart,

Windenergie. Dr. Walter Witzel. Bundesverband WindEnergie Landesvorsitzender Baden-Württemberg

ENERGIESPEICHERUNG MITTELS WÄRMESPEICHERN; POWER-TO-HEAT UND POWER-TO-GAS VERGLEICH VERSCHIEDENER FLEXIBILISIERUNGSOPTIONEN

Zukünftige Möglichkeiten der Betriebsführung und Systemintegration für Erneuerbare Energien (EE)

Klausur Thermische Kraftwerke (Energieanlagentechnik I)

Ökonomische Konsequenzen einer 100%-Versorgung mit Erneuerbaren bis 2050 für Deutschland

PSW Blautal Einschätzungen des Öko-Instituts

FW-KWK: Potenzialbewertung hocheffizienter Kraft-Wärme Kopplung und effizienter Fernwärmeund Fernkälteversorgung

Technologieübersicht und Anwendungsbeispiele im Projekt FlexiPower

Energiespeicher in Deutschland Bedarf Technologien Rahmenbedingungen

Energie Quo Vadis Innovationen in der Energietechnik

Universität Stuttgart Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung Prof. Dr.-Ing. A. Voß. Nr. 1

Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg

Erneuerbare Energien Arbeitsplatzeffekt. Marlene Kratzat

Aeneas Wanner Geschäftsleiter Energie Zukunft Schweiz

Bioenergie im Kontext der erneuerbaren Energien in Deutschland

KFW-RESEARCH. Akzente KFW-PROGRAMME: WICHTIGER BAUSTEIN ZUM AUSBAU ERNEUERBARER ENERGIEN

Anforderungen an den zukünftigen konventionellen Kraftwerkspark als Partner der Erneuerbaren

Technische Kurzbeschreibung des Kombikraftwerk. werks

Fossile Energieträger in dezentralen Anlagen

Umdenken. Clevere Lösungen für die Energiezukunft Nachhaltigkeitsdialog, Wiesbaden 4. Februar Dipl.-Ing. Christian Synwoldt

Smart Buildings Gebäude im intelligenten Stromnetz

Die zukünftige Rolle der erneuerbaren Energien in der Stromversorgung

Globale energiepolitische Herausforderungen 2050*

Energiespeicherung Schlüsseltechnologien aus technisch-wirtschaftlicher Sicht. Hanspeter Eicher VRP Dieter Többen CEO

Stromzukunft Schweiz. Welche Optionen haben wir nach Fukushima für die Stromversorgung von morgen?

Effizienz, erneuerbare Energien,

Innovation Energiespeicherung

Power-2-Gas: Zukünftige Nutzung von Gaskavernen und Umwandlung gasförmiger Medien in elektrische Energie. Fritz Crotogino + Sabine Donadei, KBB UT

Beiträge des DLR zur Energiewende

KWK kann s besser. Was ist Kraft-Wärme-Kopplung? Folie 1

Einfluss der Einspeisung von Windenergie auf die Struktur des Kraftwerkparks und des Übertragungsnetzes

Transkript:

Kapitel 2: Management der Stromerzeugung 2.1 Grundüberlegungen 2.2 Kraftwerke als zentrale Ressource 2.3 Kraftwerkseinsatzplanung 2.4 Beschaffungs- und Absatzmärkte 2.5 Portfoliomanagement in der Stromerzeugung 2.6 Kraftwerksinvestitionen 2.7 Auswirkungen verstärkter Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien 1 Ziele des Kapitels Grundlegende Aspekte des Managements von Stromerzeugungsanlagen kennen lernen Ressourcen- und marktorientierte Perspektive auf die Stromerzeugung verknüpfen Kontext der wesentlichen Beschaffungs- und Absatzmärkte für Kraftwerke nachvollziehen Methoden zum Kraftwerkseinsatz und Portfoliomanagement verstehen Investitionsentscheidungen im Kraftwerksbereich analysieren lernen 2

Kapitel 2: Management der Stromerzeugung 2.1 Grundüberlegungen 2.2 Kraftwerke als zentrale Ressource 2.3 Kraftwerkseinsatzplanung 2.4 Beschaffungs- und Absatzmärkte 2.5 Portfoliomanagement in der Stromerzeugung 2.6 Kraftwerksinvestitionen 2.7 Auswirkungen verstärkter Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien 3 2.1 Grundüberlegungen (I) Kraftwerke stellen eine essentielle (unverzichtbare) Ressource zur Stromproduktion dar Strom kann nicht in nennenswertem Umfang gespeichert werden Daher muss Strom immer im Augenblick der Nachfrage bereitgestellt werden Dies unterscheidet Strom von den meisten Industrieprodukten wie Autos, Waschmaschinen usw. Vor der Liberalisierung in den Zeiten der Gebietsmonopole wurde der Kraftwerkseinsatz zur Deckung der jeweiligen Nachfrage (Last) optimiert klassische Kraftwerkseinsatzplanung 4

Grundüberlegungen (II) Nach der Liberalisierung werden die Kraftwerke marktorientiert eingesetzt Kraftwerke Teil eines Portfolios von Verträgen und Assets Portfoliomanagement sowohl ressourcen- als auch marktorientierter Ansatz des operativen Managements Daraus ergibt sich Gliederung des Kapitels - Zunächst Beschreibung der verfügbaren Ressource Kraftwerk - Daraus abgeleitet Kraftwerkseinsatzplanung - Dann Beschreibung der Bedingungen auf den relevanten Märkten für: Brennstoffe Strom CO 2 - Darauf aufbauend Methoden des Portfoliomanagements - Schließlich Betrachtung von Kraftwerksinvestitionsentscheidungen 5 Kapitel 2: Management der Stromerzeugung 2.1 Grundüberlegungen 2.2 Kraftwerke als zentrale Ressource 2.3 Kraftwerkseinsatzplanung 2.4 Beschaffungs- und Absatzmärkte 2.5 Portfoliomanagement in der Stromerzeugung 2.6 Kraftwerksinvestitionen 2.7 Auswirkungen verstärkter Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien 6

2.2 Kraftwerke als zentrale Ressource (I) Vielzahl von Technologien können zur Stromerzeugung eingesetzt werden (vgl. Vorlesung Einführung in die Energiewirtschaft) Für den optimalen Kraftwerkseinsatz bzw. das Portfoliomanagement sind v. a. folgende Aspekte bedeutsam Dargebotsabhängige Erzeugung ja/nein? D. h. Abhängigkeit vom momentanen Angebot einer regenerativen Energiequelle wie Wind, Solarstrahlung oder Wasser Höhe der variablen Kosten Umfassen v.a. die Brennstoffkosten Abhängig vom Wirkungsgrad Aber auch Kosten für Rauchgasreinigung u. ä. Flexibilität des Kraftwerkseinsatzes Anfahrkosten und Anfahrzeiten Mindestbetriebs- und Mindeststillstandszeiten Maximale Laständerungsgeschwindigkeiten (Gradienten) Wirkungsgradverlust bei Teillastbetrieb Subventionen z.b. KWK-G 7 Kraftwerke als zentrale Ressource (II) (Forts.) Bedeutsame Aspekte für den optimalen Kraftwerkseinsatz Speicherbarkeit des Inputenergieträgers verbunden mit Energiemengenbeschränkung für Inputenergie Tritt v. a. bei Speicher- und Pumpspeicherwasserkraftwerken auf In diesem Fall Speicherbewirtschaftung erforderlich, je nach Speichergröße und Zufluss im Tages-, Wochen- oder Jahresverlauf Höhe der Investitionskosten sind für Kraftwerkseinsatz nicht relevanten Investitionskosten sind aus Sicht des operativen Kraftwerksmanagements sunk costs (versunkene Kosten) Diese müssen unabhängig vom tatsächlichen Kraftwerksbetrieb refinanziert werden Optimierung des Kraftwerkseinsatz erfolgt gemäß dem Prinzip der Maximierung der erzielbaren Deckungsbeiträge Investition in Kraftwerke wird nur erfolgen, wenn zu erwarten ist, dass die diskontierten Deckungsbeiträge aus dem späteren Betrieb die Investitionskosten übersteigen 8

Kraftwerkstypen (I) Wiederholung aus der Einführung Kraftwerke sind technische Anlagen, die Primär- oder Sekundärenergie in mechanische oder elektrische Energie umwandeln Nach der Art der Energieumwandlung lassen sich verschiedene Kraftwerkstypen unterscheiden (s. nächste Folien) Kraftwerke weisen sehr unterschiedliche Größen auf (s. u.) Kraftwerke unterscheiden sich hinsichtlich ihrer fixen und variablen Kosten. 9 Kraftwerkstypen (II) Wasserkraftwerke wandeln potentielle Energie des Wassers in mechanische Energie (an der Turbinenwelle) und dann in Elektrizität um Typen: Laufwasserkraftwerke Speicherwasserkraftwerke Pumpspeicherkraftwerke Leistungsbereich: kleine Wasserkraft: 10 kw bis 5 MW große Wasserkraftwerke in Deutschland: bis ca. 1000 MW Pumpspeicher-KW Goldisthal, Thüringen (ca. 1000 MW) Laufwasserkraftwerke: Rheinfelden (25,7 MW) und Geisling (25 MW) größte Wasserkraftwerke weltweit: Itaipu (Brasilien) 18 GW Drei-Schluchten-Damm (China, im Bau) 23 GW 10

Kraftwerkstypen (III) Windkraftwerke: wandeln kinetische Energie des Windes (in mechanische und dann) in elektrische Energie um Leistungsbereich: 300 kw bis 5 MW Photovoltaikanlagen: wandeln Solarstrahlung direkt in Elektrizität um Leistungsbereich: Ca. 1 kw bis 300 kw (max. 150 W/m²) Brennstoffzellen: wandeln chemische Energie ohne Verbrennung direkt in Elektrizität um umgekehrte Elektrolyse Leistungsbereich: 1 kw bis mehrere MW, bislang aber erst Prototypen 11 Kraftwerkstypen (IV) Thermische Kraftwerke Oberbegriff für: Kernkraftwerke Fossile Kraftwerke Regenerative Kraftwerke auf Basis von Biomasse, Solarenergie (Solarthermische Kraftwerke), Erdwärme (Geothermie) Chemische bzw. nukleare Energie bzw. solare Strahlung werden zunächst in Wärme (thermische Energie) umgewandelt. In einem thermodynamischen Kreisprozess wird diese in mechanische Energie und dann in Elektrizität transformiert Gängige Kreisprozesse: Dampfkraftprozess Kessel & Dampfturbine(n) Gasturbinenprozess Verbrennungsmotorenprozess 12

Klassifikation der Kraftwerke aus Sicht des Kraftwerkseinsatzes ja nein Speicherbarer Input? ja Windenergie Photovoltaik Solarthermische Kraftwerke Laufwasserkraftwerke Speicherwasserkraftwerke Pumpspeicherkraftwerke Dargebotsabhängige Produktion? nein hoch Brennstoffkosten? mittel niedrig Gasturbinen (gas- und ölgefeuert) Gasgefeuerte GuD-Anlagen Gasgefeuerte KWK-Anlagen Steinkohle-Kraftwerke Steinkohlegefeuerte KWK Braunkohle-Kraftwerke Kernkraftwerke 13 Typische Kraftwerksparameter (I) Kraftwerkstyp Wasserkraftwerk Gasturbine GuD-Kraftwerk Steinkohlekraftwerk Braunkohlekraftwerk Kernkraftwerk Wirkungsgrad 60 % bis 85 % Alt: 25 % bis 33 % Neu: bis 38 % Alt: 40 % bis 50 % Neu: bis 58 % Alt: 35 % bis 43 % Neu: 46 % u. mehr Alt: 30 % bis 37 % Neu: 43 % u. mehr Alt: ca. 33 % Neu: 36 % Anfahrzeit Brennstoffkosten 0 16-20 /MWh 13-16 /MWh 7-9 /MWh ca. 4 /MWh ca. 2 /MWh* * Kosten kompletter Brennstoffzyklus einschließlich direkter Endlagerung Mindestbetriebszeit < 1 min. 15 min. 2 h 4 h 4 h 120 h Wenige Minuten ca. 1 h ca. 4 h 4 12 h ca. 12 h - 14

Typische Kraftwerksparameter (II) Kraftwerkstyp Investitionskosten Nutzungsdauer install. Leistung jährl. Stromertrag Biomasse-KW (Holz) 3,35 48 Mio 0,5 20 2,5 156 MWh Photovoltaik 20 Jahre 14.000 40 Mio 2 10.000 kw 2 10.000 MWh Wind 16 Jahre 1,8 7,5 Mio 1.500 4500 kw 3.000 18.000 MWh Quelle: Staiß: Jahrbuch Erneuerbare Energien 2006 15 Wirkungsgrad Wirkungsgrad = Verhältnis zwischen abgegebener Leistung (Nutzleistung) und zugeführter Leistung Variable Kosten = Brennstoffkosten / Wirkungsgrad + sonstige var. K. 16

Konsequenzen für Kraftwerkseinsatz Kern- und Braunkohlekraftwerke werden aufgrund ihrer niedrigen variablen Kosten fast immer eingesetzt Werden als Grundlastkraftwerke bezeichnet Gasturbinen und (Pump-)Speicherkraftwerke werden aufgrund ihrer Flexibilität zu Spitzenlastzeiten und zum Ausregeln von Lastschwankungen eingesetzt Spitzenlastkraftwerke Steinkohlekraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und GuD-Anlagen nehmen aufgrund ihrer mittelhohen variablen Kosten und ihrer mittelgroßen Flexibilität eine Zwischenstellung ein und werden entsprechend eingesetzt Mittellastkraftwerke 17