PARTIZIPATION - WIR BESTIMMEN MIT

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Nr. 1466 Donnerstag, 18. Jänner 2018 PARTIZIPATION - WIR BESTIMMEN MIT MENSCHEN- RECHTE DEMOKRATIE DISKRIMINIERUNG UND RASSISMUS VORURTEILE HASS IM INTERNET Hi Leute, die 2A, AHS Contiweg, bestimmt mit! Wir waren das erste Mal hier in der Demokratiewerkstatt und schrieben eine Zeitung. Dabei beschäftigten wir uns mit den Themen Demokratie, Menschenrechte, Vorurteile, Hass im Internet und Rassismus. Demokratie konnte auch konkret erlebt werden. Jede/r konnte abstimmen, die eigene Meinung frei äußern und wurde aufgefordert, Zivilcourage zu zeigen. Oliver und Alexander (11)

DEMOKRATIE UND MEINUNGSVIELFALT Arijana (11), Leonie (11), Oliver (11), Alexander (11) und Phillipp (11) In unserem Artikel geht es um Demokratie und die Bedeutung von Meinungsvielfalt für diese. Demokratie stammt von den griechischen Wörtern, demos und kratein ab. Übersetzt bedeutet Demokratie: Herrschaft des Volkes. Die BürgerInnen haben die Macht, sie dürfen also mitbestimmen. Eine Möglichkeit mitzubestimmen, ist das Wählen. In einer Demokratie sind alle BürgerInnen gleich viel wert. Jede Stimme zählt bei einer Wahl gleich viel. Die Menschen haben Grundrechte und Menschenrechte. Da alle gleich viel wert sind, haben alle die selben Rechte und Pflichten. Man muss sich an Gesetze halten und darf zum Beispiel keine Bank ausrauben. In einer Demokratie darf man seine Meinung sagen. Man hat viele Freiheiten in einer Demokratie, man darf sich zum Beispiel aussuchen, welche Arbeit man machen möchte. In einer Demokratie sind alle gleich viel wert, aber bedeutet das, dass alle Menschen gleich sein müssen? Nein, weil Menschen können in einer Demokratie ganz unterschiedlich sein. BürgerInnen können unterschiedlich ausschauen, sie können unterschiedliche Kleidung tragen etc. Menschen haben 2 auch verschiedene Meinungen. Ohne Vielfalt wäre die Welt langweilig. Meinungsvielfalt ist für eine funktionierende Demokratie wichtig. Durch Diskussionen im Parlament können neue Gesetze entstehen. Es ist nicht einfach mit vielen Meinungen. Man muss viel diskutieren und Kompromisse machen. Durch Diskussionen findet man neue Lösungen für Probleme. Ohne die Freiheit, unterschiedliche Meinungen zu äußern, gibt es keine Demokratie!

DIE MENSCHENRECHTE Sueda (12), Mark (11), Alpnaim (12), Gül (11) und Cara (11) Wir, die KOBRA 5, haben für Sie die Menschenrechte kontrolliert. Ob sie wirklich fair gegenüber allen Menschen sind, haben wir für Sie recherchiert. Die Menschenrechte werden leider nicht überall als gleich wichtig angesehen. Die Menschenrechte wurden von der UNO (das ist die Organisation der Vereinten Nationen) 1948 erstmals aufgeschrieben. Die meisten Länder haben dann die Menschenrechte in ihre Verfassung (das sind die wichtigsten Gesetze in einem Staat) übernommen. Doch leider halten nicht alle Länder die Menschenrechte ein. Die Menschenrechte wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und seinen schrecklichen und menschenunwürdigen Ereignissen eingeführt. Es gibt auch spezielle Kinderrechte, so wie das Recht auf Freizeit, Bildung und das Recht auf ein Zuhause ohne Gewalt. Frauenrechte sind entstanden, weil sie oft minderwertig behandelt worden sind. Frauen haben dieselben Rechte wie Männer, das besagt auch das Recht auf Gleichbehandlung. Der Erste Welt-Frauen-Tag war am 8. März 1908. Hier haben wir einige Rechte in Fotos für euch dargestellt: Das Recht auf Bildung Das Recht auf Spiel und Freizeit Das Recht auf Schutz vor Gewalt Das Recht auf Mitbestimmung 3

VORURTEILE Tanja (11), Pascal (12), Marco (11), Vanessa (11) und Letitzia (11) Wir haben uns heute mit dem Thema Vorurteile auseinander gesetzt. Was sind Vorurteile? Vorurteile sind meistens Dinge, die man über andere denkt oder die wir von jemand anderen erwarten. Wie zum Beispiel: Schwarze Katzen bringen Unglück oder dass alle dunkelhäutigen Menschen schneller als hellhäutige Menschen laufen können. Das sind Vorurteile. Vorurteile stärken Abgrenzung gegen andere. Es gibt auch positive Vorurteile. Kein Mensch ist vorurteilsfrei. Wie entstehen Vorurteile? Wenn eine bestimmte Gruppe von Personen, die ein gleiches oder ähnliches Merkmal hat, gleiche Eigenschaften zugesprochen werden. Das Merkmal kann z.b. eine Brille, eine Zahnspange, dünklere Haut, eine besondere Körperform wie besonders groß oder klein, dick oder dünn und vieles mehr sein. Häufig lässt man sich bei Vorurteilen von Freunden, Eltern, Geschwistern oder den Medien (z.b. Internet) beeinflussen, ohne selber nachzudenken. Was können die Folgen von Vorurteilen sein? Es kann sein, dass man alle Menschen, die ein Merkmal teilen, vorverurteilt und als anders bezeichnet. Diese werden dann oft ausgegrenzt oder gemobbt. Worauf sollte man achten? Man sollte sich seine Vorurteile bewusst machen und Menschen nicht vorher beurteilen, bevor man sie nicht selber kennen gelernt hat. Worte können verletzen. Vorurteile sind verallgemeinernde Meinungen über Gruppen mit Gemeinsamkeiten. Tanja (11) berichtet: Ab der Volksschule in der 2. Klasse habe ich meine erste Brille bekommen. Ich war stolz darauf, aber andere fanden die Brille blöd. In den ersten Monaten mit der Brille war noch alles gut. Ich war eine gute Schülerin. Ich wurde als Streberin bezeichnet. Als ich in der 4. Klasse meinen ersten 4er geschrieben habe, hatte ich eine Brille, die der Brille meiner Lehrerin ähnlich sah. Ich wurde zuvor für schlau gehalten. Als meine damalige Clique von meiner schlechteren Note erfuhr, dachten plötzlich alle, ich wäre dumm. Es kam ein Vorurteil nach dem anderen, zum Beispiel: Alle Leute mit Brillen sind doch schlau. Es endete mit Mobbing. Mein Rat an alle, die so etwas durchmachen müssen: Kein Mensch ist perfekt. Man sollte sich von Vorurteilen nicht unterkriegen lassen! Ich finde es nicht gut, dass Leute, nur weil sie eine Brille tragen, gemobbt werden! 4

DISKRIMINIERUNG UND RASSISMUS Dominika (12), Anna (12), Mary (11), Lucas (11) und Philipp (11) In unserem Artikel geht es um Diskriminierung und Rassismus. Wir haben darüber geschrieben welche Folgen das haben kann. Diskriminierung: Bei Diskriminierung werden bestimmte Menschen oder Menschengruppen schlechter behandelt. Es kann auch dazu führen, dass Menschen ausgeschlossen werden. Ein Beispiel für Rassismus in einer Bildgeschichte. Ich freue mich schon auf meine neue Klasse. Rassismus: Rassismus ist eine spezielle Art von Diskriminierung. Ein Beispiel für eine rassistische Äußerung wäre: Alle schwarzen Männer sind kriminell. Rassismus hängt mit der falschen Annahme zusammen, dass Menschen mit bestimmten Eigenschaften (z.b. Hautfarbe, Größe, Augenfarbe...) über bestimmte allgemeine negative Zuschreibungen verfügen. Religionszugehörigkeit ist auch ein Beispiel, warum Menschen mit rassistischen Kommentaren konfrontiert werden. Folgen von Diskriminierung und Rassismus: Die Opfer fühlen sich vernachlässigt und ausgeschlossen. Das kann von persönlichen Folgen bis hin zu gewalttätigen Übergriffen führen. Die Opfer fühlen sich minderwertig und machtlos. Balawiki du hast eine schlechte Note. Balawiki kommt neu in eine Schule. Er kommt aus Afrika. Balawiki bekommt seine Prüfung zurück. Wegen seiner Hautfarbe benotet ihn seine Lehrerin offenbar schlechter. Wieso geben Sie unserem Sohn so schlechte Noten? Er hat immer viele Punkte!! Endlich einen 1-er. Seine Eltern sprechen beim Elternsprechtag mit der Schulleitung und der Lehrerin. 5 Die Lehrerin sieht ihr Fehlverhalten ein und benotet Balawiki ab jetzt seiner Leistung entsprechend.

HASS UND MOBBING IM INTERNET Simon (12), Gerhard (12), Alexander (11), Ebrar (13) und Isabel (12) Das Internet spielt eine große Rolle. Man kann Informationen bekommen, Fotos verschicken, anderen schreiben und mehr. Aber leider passieren auch wenig erfreuliche Sachen, wie Beleidigungen oder Aggressionen. Hassnachrichten kommen meistens von unbekannten Personen. Wenn man diese, wie zum Beispiel von Cyber-MobberInnen liest, sollte man sich ihnen nicht anschließen, denn Cyber- Mobbing ist eine Straftat. Seit dem 1. Jänner 2016 gibt es einen ANTI-CYBER-MOBBING Paragraphen. WAS KANN MAN DAGEGEN TUN? 1. Bleib ruhig 2. Blockiere den/die MobberIn 3. Antworte nicht 4. Du brauchst sichere Beweise 5. Rede mit deinen Freunden darüber 6. Melde deine Probleme so schnell wie möglich Auf jeden Fall sollte man den Betroffenen helfen. Das nennt man Zivilcourage. Dazu haben wir uns eine Fotostory überlegt. So könnte Mobbing oder Hass im Internet aussehen: Boah, ich bin jetzt so böse! Ich lass meine Wut bei ihr aus. Du A...! Du bist so hässlich. Ein Mädchen ärgert sich und möchte sich rächen. Bin ich echt so hässlich, wie sie meint? Sie schreibt Beleidigungen. Ohhhhhh! Hast du jetzt Angst, zurück zu schreiben? Die Betroffene liest es und ist traurig. 6 So reagiert die Täterin.

Mitmachen Mitbestimmen Mitgestalten! Was hast du eigentlich gegen mich? Bin ich echt sooooo hässlich? Boah, das fragst du noch? Du bist einfach soooo hässlich, dass ich nicht mehr hinschauen kann. Die Betroffene ist verunsichert. Jetzt werde ich mit dieser Person schreiben und sagen, dass das nicht ok ist! Es kommt noch einmal eine Beleidigung zurück. Es kommt noch einmal eine Beleidigung zurück. LASS MEIN KIND IN RUHE!!!! Sonst melde ich es der Polizei!! Der Vater meldet sich zu Wort. Jetzt haben es schon mehrere mitbekommen. Zwei Buben antworten auch auf die Beleidigung. 7

Mitmachen Mitbestimmen Mitgestalten! IMPRESSUM Eigentümer, Herausgeber, Verleger, Hersteller: Parlamentsdirektion Grundlegende Blattrichtung: Erziehung zum Demokratiebewusstsein. Partizipationswerkstatt Die in dieser Zeitung wiedergegebenen Inhalte geben die persönliche Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops wieder. 2A, BG/BRG Contiweg, Contiweg 1, 1220 Wien 8