Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Luzern Konzept. 1. September 2014

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1 Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Luzern Konzept 1. September 2014

2 Worum es geht Das nachfolgende Konzept skizziert die wesentlichen Gestaltungselemente der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Diese baut auf dem bereits bestehenden Ökonomischen Seminar der Kultur- und sozialwissenschaftlichen Fakultät auf. Inputs von vielen Seiten (Universitätsrat, Professorenschaft, HSLU, Regierung, Verbände, Wirtschaft, etc.) sind berücksichtigt. Nach dem Ja des Volks wird das Konzept unter Mitwirkung folgender Persönlichkeiten konkretisiert: em. Prof. Dr. Martin Hilb, Universität St. Gallen, und Reto Sieber, SIGA Ruswil, für den Bereich des Unternehmertum, inkl. der Unternehmerschule Prof. Dr. Bruno Staffelbach, Universität Zürich, für den Bereich des Human Resource Management. 2

3 Bestehende Bereiche Politische Ökonomie besteht bereits im Ökonomischen Seminar der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät mit drei Professuren, darunter Prof. Dr. Christoph Schaltegger, designierter Gründungsdekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Gesundheitsökonomie besteht bereits im Seminar für Gesundheitswissenschaften und Gesundheitspolitik der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, mit Prof. Dr. Stefan Boes. Rektor Prof. Dr. Paul Richli bringt seine Erfahrung als Gründungsdekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in den Aufbauprozess ein. 3

4 Konzept des wirtschaftswissenschaftlichen Studiums Solide Grundausbildung in Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre Die beste Voraussetzung für jede Anstellung in Unternehmungen, Organisationen, Behörden und staatlichen Verwaltungen ist und bleibt eine solide Grundausbildung in Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre. Dazu können die Studierenden einen Schwerpunkt für die eigene Profilierung wählen. Einzigartigkeit im Angebot der Schweizer Universitäten Alleinstellungsmerkmale im Bereich Politische Ökonomie, im Bereich Unternehmerische Führung, inkl. Unternehmerschule und Human Resource Management, sowie im Bereich Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie machen die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät besonders attraktiv. Anschlussfähigkeit an Ausbildungen anderer Universitäten Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Luzerner Ausbildung die Türen auch für Studienprogramme anderer Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten öffnet und damit die gegenseitige Mobilität gewährleistet. 4

5 Fünf Kernkompetenzen für das gesamte Studium Der Studiengang ist anwendungs- und problemorientiert. Nebst einer Vermittlung solider theoretischer und empirischer Grundkenntnisse lernen die Studierenden ökonomische Argumente eigenständig auf aktuelle Fragen und Probleme anzuwenden. Vermittelt werden fünf Kernkompetenzen: Entscheidungsanalyse (Economics und Management) Evidenzbasierte, d.h. auf empirisch erhärtete Erkenntnisse abgestützte Argumentation (Economics und Management, Geschichte sowie Sozialwissenschaften) Institutionenbasierte, d.h. auf Kenntnisse der politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen abgestützte Argumentation (Economics und Management, Recht sowie Politologie) Ethikorientiertes Handeln (Economics und Management, Philosophie sowie Theologie) Umsetzungsorientierung für Economics und Management. 5

6 Aufbau des wirtschaftswissenschaftlichen Studiums Studiengänge Bachelor, Master, Doktorat A Bachelor of Arts in Economics and Management als solide Generalistenausbildung (mit Wahlblöcken gemäss Master of Arts) B Master of Arts in Economics and Management mit folgenden freiwilligen Schwerpunkten: Politische Ökonomie Unternehmerische Führung, mit besonderer Berücksichtigung der Unternehmerschule sowie des Human Resource Management Integriertes Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie C Doktoratsprogramme in Economics and Management (mit individuellen Schwerpunkten gemäss Master of Arts) 6

7 Struktur Bachelor 180 Kreditpunkte (ECTS) Grundstudium (mit Wahlblöcken gemäss Masterstudium) 60 ECTS Hauptstudium (mit Wahlblöcken gemäss Masterstudium) 95 ECTS Bachelorarbeit 25 ECTS Davon Rechtsgrundlagen und Kontextstudium (Fächereinkauf aus bestehenden Fakultäten) Total Bachelor 35 ECTS 180 ECTS 7

8 Struktur Master 120 Kreditpunkte (ECTS), inkl. freiwilligen Schwerpunkte, eigenen Kombinationen oder reinem Generalistentstudium MA in Economics and Management Grundstufe (2 Semester) BWL Teil VWL Teil Methodenlehre Schwerpunkt MA in Politischer Ökonomie (2 Semester) VWL: Internationale Ökonomie, Entwicklungsökonomie, Wirtschaftspolitik, Umweltpolitik, Finanzwissenschaften, Geldpolitik, Wirtschafts-geschichte, Arbeitsmarkt, Wettbewerbspolitik Recht: Staats- und Verwaltungsrecht, Finanz- und Steuerrecht, Law and Economics MA Masterarbeit Schwerpunkt MA in Unternehmerischer Führung, bes. Unternehmerschule und Human Resource Management (2 Semester) BWL: Unternehmerische Führung und Aufsicht, Leadership und Unternehmertum, Human Resource Management, Marketing- und Verkaufsmanagement, Controlling und Risikomanagement, Kreativitäts- und Innovationsmanagement, Kommunikations- und Informatikmanagement Recht: Vertragsrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht etc. Schwerpunkt MA in Integriertem Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie (2 Semester) VWL: Gesundheitsökonomie und -politik, Finanzierung und Regulierung, evidenzbasierte Evaluation, Versicherungsökonomie, Arbeitsmarkt BWL: Governance und Management, Ethik im Gesundheitswesen, e-health, HR, Finanzwesen, Marketing, Information Recht: Kranken- und Sozialversicherungen 8

9 Schwerpunkt Politische Ökonomie Wirtschaft Politische Ökonomie Staat Wohlfahrt 9

10 Was ist Politische Ökonomie? Politische Ökonomie beschäftigt sich mit zentralen Fragen im Schnittpunkt von Wirtschaft, Staat und Wohlfahrt: Wie wirkt sich das politische System eines Landes auf dessen Wirtschaftspolitik aus? Welche Effekte sind von einer Umschuldung eines Staates zu erwarten? Wie können Entwicklungshilfeprojekte evaluiert werden? Inwiefern kann und soll die Nationalbank die kurz- und langfristige wirtschaftliche Entwicklung eines Landes beeinflussen? Was sind die Effekte von Steuerwettbewerb? Die Studierenden lernen, wie diese und ähnliche Fragen, gestützt auf ökonomische Theorien und empirische Methoden, analysiert und beantwortet werden können. Der ökonomische Erklärungsansatz, der traditionellerweise der Erklärung von Verhalten und Interaktionen auf Märkten diente, wird zunehmend überaus fruchtbar und erfolgreich auf andere gesellschaftliche Bereiche angewandt. Im Masterstudium Politische Ökonomie erwerben die Studierenden die Fähigkeit, mit diesem Ansatz Antworten und Lösungsvorschläge auf aktuelle wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Fragen und Herausforderungen zu geben. Der Studiengang ist anwendungs- und problemorientiert. Nebst einer Vermittlung solider theoretischer und empirischer Grundkenntnisse lernen die Studierenden ökonomische Argumente eigenständig auf aktuelle Fragen und Probleme anzuwenden. 10

11 Unternehmensführung, mit besonderer Berücksichtigung der Unternehmerschule Führung für Linienverantwortliche Unternehmerische Führung Unternehmertum HR Management 11

12 Was ist Unternehmertum im Rahmen der Unternehmerschule? Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät bietet den Studierenden neben einer fundierten Führungsausbildung insbesondere die Möglichkeit zur Qualifikation in der Unternehmerschule. Das bedeutet namentlich: Teams von Studierenden: entwickeln eine attraktive innovative Geschäftsidee. stellen dem Mentor oder der Mentorin (Unternehmer und Unternehmerinnen aus der Zentralschweiz) periodisch einen Statusbericht über die Aktivitäten der vorangehenden Periode und die Ziele für die nächste Periode zu und erhalten eine Rückmeldung. treffen regelmässig den Mentor oder die Mentorin. 12

13 und das Mentorpreneur-Programm? Teams von Studierenden: präsentieren am Ende des Moduls vor einem Mentorenteam den Business Plan. Das Mentorenteam entscheidet über die Weiterführung des Start-up- Projekts. Wird das Start-up-Projekt gestoppt, wird für das neue Studienjahr durch das Studierendenteam (auf Wunsch in anderer Zusammensetzung) eine neue Geschäftsidee entwickelt. berücksichtigen möglichst viel Lehrstoff (in BWL, VWL, Recht, Sozialwissenschaften) im Business Plan. 13

14 Unternehmensführung, mit besonderer Berücksichtigung des Human Resource Management Führung Personen Institutionen Prozesse (auswählen, belohnen, entwickeln) Human Resource Management Unternehmen Strategien Strukturen (organisatorische, technische) Kulturen (Werte, Normen) Beschäftigte Kompetenzen (Wissen, Können) Motivationen (Motive, Erwartungen) 14

15 Was ist Human Resource Management? Für nachhaltigen Erfolg brauchen Unternehmungen finanzielle (Geld, Kapital) und menschliche Ressourcen (Innovationen, Knowhow, Arbeit). Die traditionelle Betriebswirtschaftslehre orientiert sich stark an grossen, kapitalintensiven Industrieunternehmungen. In der heutigen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft sind aber die Humanressourcen die limitierenden Faktoren. Human Resource Management (HRM) umfasst alle Personen, Institutionen und Prozesse, die der Nutzung und Entwicklung der Kompetenzen und Motivationen von Führungskräften und Mitarbeitenden als Grundlage und Bestandteil der Unternehmensführung dienen. Im Bereich Human Resource Management erwerben die Studierenden das Wissen und die Fähigkeit, evidenzorientiert Fragen und Antworten zu aktuellen Herausforderungen einer personal- und arbeitsmarktorientierten Unternehmensführung zu entwickeln, etwa im Kontext des demographischen Wandels, im Rahmen unserer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft bzw. angesichts der Tatsache, dass die Arbeitsqualifikationen und die Arbeitsmotivationen entscheidende Rohstoffe der Schweiz sind. Dazu gehört auch die wissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung mit spezifischen Herausforderungen der unternehmerischen Beschäftigungs-, Honorierungs- und Entwicklungspolitik. 15

16 Schwerpunkt integriertes Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie Ökonomisierungsdimension - Ökonomie - Leadership - Governance - Management im Gesundheitswesen Technologisierungsdimension e-health Care Integriertes Gesundheits-Management Weltweite landeskulturelle Gesundheits- Ansätze Globalisierungs- Dimension Gesundheit und Ethik Arbeit Sport Alter Ernährung Humanisierungsdimension 16

17 Was ist Integriertes Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie? Integriertes Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie betrachtet Gesundheit aus einer System- und Versorgungsperspektive. Im Schwerpunkt wird spezialisiertes Wissen aus den Kernbereichen Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Gesundheit vermittelt, um Studierende optimal auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen (alternde Gesellschaft, technischer Fortschritt, sich verändernde Arbeits- /Rahmenbedingungen) vorzubereiten. Studierende erwerben die Kompetenzen, um die Merkmale des Gesundheitssystems ( six building blocks gemäss WHO) zu verstehen, zu analysieren, und Problemlösungsvorschläge zu erarbeiten. Studierende werden eingebunden in Dialog mit Wirtschaft und Politik und können sich in praxisnahen Forschungsprojekten einbringen. 17

18 Potential für Kooperationen Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät macht Kooperationsangebote an: die bestehenden Fakultäten für die Ausdifferenzierung ihrer Studienprogramme, z.b. ein um Ökonomie erweiterter Master in Rechtswissenschaft die Hochschule Luzern für den Erwerb von Studienleistungen in Fächern, welche die Hochschule selber nicht anbietet, für gemeinsame Forschungsprojekte sowie für Doktorate von Absolvent/innen ihrer Masterprogramme im Bereiche der Wirtschaft. Wirtschaftswissenschaftliche Fakultäten anderer Universitäten des Inund Auslandes, vor allem im Hinblick auf Doppelmaster-Abschlüsse. 18

19 Fazit Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät wird mit einem grossen Fächerangebot in Volks- und Betriebswirtschaftslehre ein Generalistenstudium aufbauen, damit die Absolventinnen und Absolventen in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft breit einsetzbar sind. Dabei schafft die Fakultät attraktive Alleinstellungsmerkmale, erfüllt den Anspruch der Arbeitsmarktfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen und sichert die interesssenkonfliktfreie Finanzierung des Aufbaus. Die Schwerpunkte Politische Ökonomie, Unternehmertum, inkl. Unternehmerschule und Human Resource Management, sowie integriertes Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie eröffnen der neuen Fakultät die Möglichkeit, hochstehende Lehre, kompetente Forschung und Andersartigkeit zu etablieren. Die Studierenden wählen einen Schwerpunkt, kombinieren nach eigenen Prioritäten oder beschränken sich auf ein reines Generalistenstudium. 19

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