Die Entwicklung von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und SGB II-Leistungsbezug in verschiedenen Zuwanderergruppen

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1 Die Entwicklung von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und SGB II-Leistungsbezug in verschiedenen Zuwanderergruppen Aktuelle Befunde für Nordrhein-Westfalen Jan Amonn

2 Ablauf 1. Hintergrund 2. Eigene Auswertung 3. Zentrale Befunde 4. Sozialstrukturelle Unterschiede zwischen Zuwanderergruppen 5. Entwicklungen im Zeitverlauf 6. Regionale Unterschiede 7. Fazit Folie 2

3 1. Hintergrund: NRW-Modellprojekte Zuwanderung Südosteuropa ESF-kofinanziertes Vorhaben für EU-Bürgerinnen und -bürger mit zum Zeitpunkt des Aufrufs bestehender eingeschränkter Arbeitnehmerfreizügigkeit ( Zuwanderung Südosteuropa ) Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW Seit 2014 Pilotprojekte in sieben Kommunen: Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hamm, Köln, Wuppertal wissenschaftliche Begleitung durch die landeseigene Beratungsgesellschaft G.I.B. Gesellschaft für Innovative Beschäftigungsförderung mbh Folie 3

4 Zuwanderung aus Südosteuropa Der EU Beitritt von Bulgarien und Rumänien erfolgte im Jahr Vom Jahr 2006 bis zum Jahr 2014 hat sich die Einwohnerzahl der Bulgaren und Rumänen in Nordrhein-Westfalen von zusammen ca auf ca Personen versechsfacht. Zum trat dann die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in Kraft. Folie 4

5 Befunde des IAB zur Arbeitsmarktintegration der Zuwanderer aus Südosteuropa Im Hinblick auf Beschäftigungs- und Arbeitslosenquote sind die Zuwanderer aus Südosteuropa insbesondere jene aus Rumänien relativ gut integriert: Allerdings weisen sie häufig geringe Verdienste auf, es gibt hohe Anteile an Aufstockern und die Beschäftigung konzentriert sich auf wenige Branchen vor allem im Dienstleistungsbereich: Folie 5

6 2. Eigene Auswertung Entwicklung von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und SGB II- Bezug im Zeitverlauf von 2008 bis 2015 Vergleiche von verschiedener Zuwanderergruppen: Südosteuropa: Bulgarien und Rumänien GIPS: Griechenland, Italien, Portugal, Spanien Außereuropäische Krisenländer: Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan, Syrien, Eritrea, Nigeria, Somalia (8er Aggregat der BA-Statistik) Im regionalen Vergleich für die kreisfreien Städte und Kreise in NRW Quellen: BA-Statistik und IT NRW Folie 6

7 3. Zentrale Befunde Folie 7

8 Beschäftigungsquote und ELB-Quote in verschiedenen Zuwanderergruppen NRW 2015 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Prozent 70,0 60,0 56,6 51,6 50,0 15,0 44,1 17,5 40,0 ELB-Quote ,0 34,1 Beschäftigungsquote ,0 41,7 34,1 10,0 10,0 0,0 GIPS (n= ) Südosteuropa (n= ) außereuropäische Krisenländern (n= ) Folie 8

9 4. Strukturelle Unterschiede zwischen den Zuwanderergruppen Folie 9

10 Erwerbsfähige Leistungsbeziehende nach Qualifikationsniveau in verschiedenen Zuwanderergruppen NRW Juli 2015 Quelle: BA-Statistik eigene Berechnung und Darstellung 13,2 2,4 26,3 17,9 1,1 12,0 22,1 3,8 10,6 ohne Angaben Spezialist/ Experte 58,1 69,0 63,5 Fachkraft Helfer GIPS (n=38.202) Südosteuropa (n=27.125) außereurop. Krisenländer (n=91.625) Folie 10

11 Personen in Bedarfsgemeinschaften nach BG-Typ in verschiedenen Zuwanderergruppen NRW Juli 2015 Quelle: BA-Statistik eigene Berechnung und Darstellung 23,6 7,6 12,6 26,8 Single-BG 15,5 13,5 10,1 9,6 7,0 Alleinerziehende- BG 42,1 67,0 52,2 Partner-BG ohne Kinder Partner-BG mit Kindern GIPS (n=46.647) Südosteuropa (n=39.451) außereuop. Krisenländer (n= ) Folie 11

12 5. Entwicklungen im Zeitverlauf Folie 12

13 Entwicklung von Beschäftigung und SGB II-Bezug der Einwohner aus den GIPS-Ländern NRW Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Folie 13

14 Entwicklung von Beschäftigung und SGB II-Bezug der Einwohner aus Südosteuropa NRW Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Folie 14

15 Entwicklung von Beschäftigung und SGB II-Bezug der Einwohner aus außereurop. Krisenländer NRW Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Folie 15

16 6. Regionale Unterschiede Folie 16

17 NRW Köln Hamm Dortmund Wuppertal Essen Duisburg Gelsenkirchen Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Beschäftigungsquote Südosteuropäer NRW und Modellkommunen ,1 32,0 27,2 26,1 23,0 18,0 17,7 12,4 Folie 17

18 NRW Wuppertal Duisburg Köln Dortmund Gelsenkirchen Essen Hamm Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung ELB-Quote Südosteuropäer NRW und Modellkommunen ,5 30,5 30,7 17,5 14,8 21,4 24,3 25,7 Folie 18

19 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Beschäftigungsquote insgesamt und Zuwanderer Südosteuropa Kreise und kreisfreie Städte NRW ,6% R 2 =0,26 38,2% Folie 19

20 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung ELB- und Beschäftigungsquote Zuwanderer Südosteuropa Kreise und kreisfreie Städte NRW ,2% R 2 =0,32 16,0% Folie 20

21 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung ELB- und Beschäftigungsquote GIPS-Staaten Kreise und kreisfreie Städte NRW ,8% R 2 =0,35 14,2% Folie 21

22 ELB- und Beschäftigungsquote außereuropäischen Krisenländer Kreise und kreisfreie Städte NRW 2015 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung R 2 =0,26 31,4% 9,4% Folie 22

23 7. Fazit (1) Unterschiede in Niveau und Entwicklung von Beschäftigung und SGB II- Bezug zwischen verschiedenen Zuwanderergruppen hängen von mehreren Faktoren ab: 1. Strukturelle Unterschiede zwischen den Zuwanderergruppen im Hinblick auf soziodemographische Merkmale, Qualifikationsniveau, etc. Zuwanderer aus Südosteuropa weisen eine vergleichsweise ungünstiges Qualifikationsniveau auf. Das der Zuwanderer aus den außereuropäischen Krisenländern stellt sich ähnlich schwierig dar. Folie 23

24 7. Fazit (2) 2. Unterschiedliche rechtliche Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt prägen die unterschiedlichen Entwicklungen im Zeitverlauf: sprunghafter Anstieg der Beschäftigungsquote von Südosteuropäern mit Eintritt der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit, Absinken bei starker Zuwanderung aus außereuropäischen Krisenländern vor dem Hintergrund eingeschränkter Zugangsmöglichkeiten; prägen die Muster der regionalen Unterschiede: Bei den Südosteuropäern wird die Beschäftigungsquote insbesondere von den regionalen Arbeitsmarktbedingungen bestimmt, bei den außereuropäischen Krisenländern von institutionellen Faktoren. Folie 24

25 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! G.I.B. - Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbh Monitoring und Evaluation Jan Amonn Im Blankenfeld 4, Bottrop Telefon: Fax: Internet: Folie 25

26 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Folie 26

27 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Folie 27

28 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Folie 28

29 Quelle: BA-Statistik und IT.NRW eigene Berechnung und Darstellung Folie 29

30 Übersicht Kreise NRW Folie 30 Dortmund Do Duisburg Du Essen E Gelsenkirchen Ge Hamm Ham Köln K Wuppertal W Coesfeld Coe Düsseldorf D Krefeld Kr Mönchengladbach Mg Mülheim a. d. Ruhr Mh Oberhausen Ob Remscheid Rs Solingen Sg Kleve Kle Mettmann Me Rhein-Kreis Neuss Ne Viersen Vie Wesel Wes Bonn Bn Leverkusen Lev Städteregion Aachen Ac Düren Dn Rhein-Erft-Kreis Bm Euskirchen Eu Heinsberg Hs Oberbergischer Kreis Gm Rheinisch-Bergischer Kreis Gl Rhein-Sieg-Kreis Su Bottrop Bot Münster Ms Borken Bor Recklinghausen Re Steinfurt St Warendorf Waf Bielefeld Bi Gütersloh Gt Herford Hf Höxter Hx Lippe Lip Minden-Lübbecke Mi Paderborn Pb Bochum Bo Hagen Ha Herne Her Ennepe-Ruhr-Kreis En Hochsauerlandkreis Hsk Märkischer Kreis Mk Olpe Oe Siegen-Wittgenstein Si Soest So Unna Un

31 Ausblick: Beschäftigungsquote von Zuwanderern im Zeitverlauf nach Zugangsweg in % Quelle: IAB-Migrationsstichprobe Folie 31

32 Ausblick: Geflüchtete Menschen Die Beschäftigungsquoten von zugewanderten Personen steigen mit den seit Zuzug vergangen Jahren allmählich an bei geflüchteten Menschen langsamer als bei anderen Zuwanderern. Dies liegt an 1. strukturellen Merkmalen der Geflüchteten, z.b.: geringeres Qualifikationsniveau geringere Vorbereitung der Migration und weniger Deutschkenntnisse 2. den beschränkten Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt: Sie hängen im wesentlichen von Dauer und Ergebnis des Asylverfahrens ab die Regelungen im Detail sind sehr komplex. Die rechtlichen Zugangsmöglichkeiten sind heute besser als in der Vergangenheit und wurden durch das neue Integrationsgesetz noch einmal erweitert, z.b. durch die Aussetzung der Vorrangprüfung in Regionen mit geringer Arbeitslosigkeit. Folie 32

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