Moderne Web-Technologien
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- Hannelore Heinrich
- vor 10 Jahren
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Transkript
1 Moderne Web-Technologien Die Vision und Zukunft des Semantic Web Alan Akbik, Julius Müller, Stefan Lenz
2 Agenda Einführung Semantic Web Web von heute Web von morgen (?) Geschichte des Semantic Web Technologien RDF/ RDF-Schema Ontologien (OWL) Fazit Fragen / Diskussion
3 Web heute HTML keine Trennung von Inhalt und Präsentation XML Inhalt und Präsentation getrennt ABER: Bedeutung des Inhalts?
4 Problemstellung Inhaltliche Bedeutung wird nur abgeschätzt Suchmaschinen können nicht unterscheiden zwischen und Aus: Aus: cars.bayaw.com
5 Information Retrieval Indexierung manuell (der Abstract eines Dokuments) automatisch Google PageRank Links die auf ein Dokument zeigen Computerlinguistik Schlüsselwörter ermitteln wenig erfolgreich
6 Lesbarkeit Web heute: Seiteninhalte werden von Menschen gelesen Suchmaschinen können Inhalte nur indirekt ermitteln Web morgen (?): Seiteninhalte von Maschinen lesbar Suchmaschinen verstehen Inhalte logisches Folgern
7 Der Visionär Sir Timothy Berners-Lee Erfinder des WWW Aus: "If HTML and the Web made all the online documents look like one huge book, RDF, schema, and inference languages will make all the data in the world look like one huge database" Tim Berners-Lee, Weaving the Web, 1999
8 Vision (1) Das Telefon klingelt Aus: alle Geräte im selben Raum verringern ihre Lautstärke Problemstellung: Abendplanung!
9 Vision (2) Wünsche: Kino mit originalsprachlichen Filmen Kneipe in Laufreichweite Nachtbusse Etc... Heute: Mühselige Recherche Aus: marc-blog.kataplop.net
10 Vision (3) Geräte kommunizieren miteinander Differenzierte Web-Anfragen Agenten autonomes Sammeln von Informationen Futuristisch? Aus:
11 Semantic Web Erweiterung des WWW Dokumente für Maschinen verstehbar Maschine-Maschine Kommunikation Internet als Datenbank ( Web of Data ) Dezentral Informationen erhalten eine definierte Bedeutung
12 Herausforderungen Wissensrepräsentation Formalisierung von inhaltlicher Bedeutung Homonyme ( Teekesselchen ) Synonyme Inferenzregeln neues Wissen aus bestehendem erschließen
13 Linguistik / Philosophie Taxonomien Hierarchische Klassifikation Is-a Relationen Frucht ist ein Nahrungsmittel Orange ist eine Frucht Ontologien Seinszusammenhang Logische Relationen
14 Geschichte 1994: Berners-Lee beschreibt seine Vision auf WWW- Konferenz 1999: RDF wird W3C-Recommendation Weaving the Web 2001: The Semantic Web, Scientific American 2004: RDF-Schema wird W3C-Recommendation OWL wird W3C-Recommendation
15 Semantic Web Stack
16 Technologien (1) XML erlaubt das Erstellen von strukturierten Dokumenten XML-Schema legt syntaktische Regeln für XML-Dokumente fest RDF bietet Semantik für ein einfaches Datenmodell (Ressourcen und ihre Beziehungen)
17 Technologien (2) RDF-Schema beschreibt Klassen und Eigenschaften aus RDF Semantik für Generalisierungshierarchien (IS-A) OWL weitergehende Beschreibungsmöglichkeiten, wie u.a. Disjunktheit Kardinalität Gleichheit/ Symmetrie Typisierung von Eigenschaften Enumerationen
18 Semantic Web Stack
19 XML Was bietet XML? Trennung zwischen Struktur und Inhalt Rahmen für Informationen explizite Inhaltsdarstellung maschinenlesbar Warum ist XML nicht ausreichend?
20 XML Was bietet XML? Trennung zwischen Struktur und Inhalt Rahmen für Informationen explizite Inhaltsdarstellung maschinenlesbar Warum ist XML nicht ausreichend? Bezug zwischen Objekten
21 Semantic Web Stack
22 RDF Resource Description Framework Menge von Aussagen eine Aussage ist ein Tripel bestehend aus Subjekt, Prädikat und Objekt
23 RDF Resource Description Framework Menge von Aussagen eine Aussage ist ein Tripel bestehend aus Subjekt, Prädikat und Objekt umgangssprachlich formulierte Information ein Hersteller erstellt ein Produkt Hersteller erstellt Produkt
24 RDF (2) <?xml version="1.0"?> <RDF xmlns=" xmlns:s=" <Description about=" <s:erstellt rdf:resource= /> <s:seit>1909</s:seit> </Description> <! weitere Description-Elemente --> </RDF>
25 Datenmodell Aussagen Tripel (S,P,O) Beziehungen verknüpfen Objekte paarweise Objekte URI Aussagen sind wieder Objekte gerichteter Graph Knoten: Objekt Kanten: Beziehungen
26 Modellierung von 1:N-Beziehungen rdf:hatpositionenim Sturm Fußballmannschaft rdf:hatpositionim Mittelfeld rdf:hatpositionenim Abwehr rdf:hatpositionenim Tor
27 Repertoire Containertypen (offen) bag (ungeordnet) sequence (geordnet) alternative (eindeutiger Wert) Collection (geschlossen) rekursiv first rest nil Blank Nodes unbekannte Ressourcen
28 Modellierung von 1:N-Beziehungen sequence rdf:type Sturm Team (Container) Mittelfeld rdf:hatpositionenim Abwehr Fußballmannschaft Tor
29 Modellierung von 1:N-Beziehungen <RDF> <Description about=" <s:hatpositionenim> <Seq ID="hatPositionenIm"> <li resource=" <li resource=" <li resource=" <li resource=" </Seq> </s:fussball > </Description> </RDF>
30 RDF (3) Was bietet RDF? Menge an Relationen minimale Semantik Aussagen über Aussagen definiert einfaches Datenmodell formalisiertes Wissen verteilt abgelegt Warum ist RDF nicht ausreichend?
31 RDF (3) Was bietet RDF? Menge an Relationen minimale Semantik Aussagen über Aussagen definiert einfaches Datenmodell formalisiertes Wissen verteilt abgelegt Warum ist RDF nicht ausreichend? Hierarchie komplexere Sachverhalte Vergleiche zwischen Objekten
32 RDF-Schema (1) Klassen & Unterklassen Generalisierung Existenzquantor RDF-Schema (Ausschnitt)
33 RDF-Schema (2) Inferenz RDF:type Cabriolet
34 RDF-Schema (2) Inferenz Auto RDFS:subClassOf RDF:type Cabriolet
35 RDF-Schema (2) Inferenz Auto RDF:type RDFS:subClassOf RDF:type Cabriolet
36 RDF-Schema (3) Eigenschaften rdfs:label rdfs:comment rdfs:type Spezialisierung rdfs:subclassof rdfs:subpropertyof Wertebereich rdfs:range Herkunftsbereiche rdfs:domain Verweise rdfs:seealso rdfs:isdefinedby
37 Vererbung <rdf:rdf xmlns:rdf= " xmlns:rdfs=" <rdf:description rdf:id="mensch"> <rdf:type rdf:resource=" <rdfs:subclassof rdf:resource="#lebewesen"/> </rdf:description> <rdf:description rdf:id="mann"> <rdf:type rdf:resource=" <rdfs:subclassof rdf:resource="#mensch"/> </rdf:description> <rdf:description rdf:id="frau"> <rdf:type rdf:resource=" <rdfs:subclassof rdf:resource="#mensch"/> </rdf:description> </rdf:rdf>
38 Domain & Range <rdf:property rdf:id="url"> <rdfs:domain rdf:resource= Internetseite"/> <rdfs:range rdf:resource=" </rdf:property>
39 RDF-Schema Was bietet RDF-S? Eigenschaften Spezialisierung Wertebereich Herkunftsbereiche Verweise Warum ist RDF-S nicht ausreichend?
40 RDF-Schema Was bietet RDF-S? Eigenschaften Spezialisierung Wertebereich Herkunftsbereiche Verweise Warum ist RDF-S nicht ausreichend? Disjunktheit, Kardinalität, Gleichheit/ Symmetrie Typisierung von Eigenschaften
41 Semantic Web Stack
42 Ontologie Begriff ursprünglich aus der Philosophie beschäftigt sich mit dem Wesen des Seins erklärt die Beschaffenheit der Welt In der Informatik versteht man unter Ontologie die Beschreibung eines Wissensgebiets Sie beschreibt Dinge (Klassen) aus der Domäne die Beziehungen die zwischen Dingen existieren können die Eigenschaften (Attribute) die solche Dinge haben können
43 Ziele von Ontologien Ziel ist die Definition einer gemeinsamen Sprache als Grundlage von Wissensaustausch Automatisches Schließen Anwendung von Regeln auf Wissen Inferieren neuen Wissens Repräsentation von Wissen Explizite Notation von Wissen Wiederverwendung
44 Klassifikation nach Gültigkeitsbereich Top Level Ontologien Allgemeine domänenüberschreitende Konzepte Person, Ort, Organisation Domänenontologien Auf bestimmtes Wissensgebiet bezogen Seminar, Dozent
45 Klassifikation nach innerer Struktur Kontrolliertes Vokabular Liste definierter Schlagwörter (Glossar) zur Klassifizierung oder Verschlagwortung ohne inhaltliche Bezüge Thesaurus kontrolliertes Vokabular, das Synonyme, Bezüge sowie Ober- und Unterbegriffe verwaltet Ziel ist das Auffinden von Begriffen Ontology: A thesaurus gone mad Taxonomie Streng hierarchische Klassifizierung (aus der Biologie)
46 OWL Web Ontology Language beschreibt die Bedeutung von Begriffen und die Beziehungen zwischen diesen Begriffen Ausdrucksstärker als RDF/ RDF-S Weiterentwicklung von DAML+OIL W3C Recommendation seit 2004 für M2M Kommunikation
47 OWL Sprachebenen OWL besteht aus 3 Untersprachen mit steigender Ausdrucksfähigkeit: OWL Lite OWL DL OWL Full OWL Lite einfache Klassifizierungshierarchie und Einschränkungen (z.b.: Kardinalität ist 1) geringere Komplexität als OWL DL soll Werkzeugherstellung erleichtern leichte Migration anderer (bestehender) Taxonomien (z.b. Thesauren)
48 OWL Sprachebenen (2) OWL DL (Description Logic) Maximale Ausdrucksfähigkeit unter Beibehaltung von Berechen- und Entscheidbarkeit Voller Sprachumfang mit gewissen Einschränkungen OWL Full z.b. ist zwar Mehrfachvererbung möglich aber eine Klasse kann nicht Instanz einer anderen sein Maximale Ausdrucksfähigkeit und syntaktische Freiheit z.b. kann eine Menge von Individuen gleichzeitig selber ein Individuum sein keine garantierte Berechenbarkeit
49 OWL Sprachkonstrukte Zunächst Beschreibung der Konstrukte aus OWL Lite Klassenmodell Gleichheit/ Ungleichheit Eigenschaftsmerkmale Eigenschaftsbeschränkungen Sonstige Sprachkonstrukte Anschließend Beschreibung der in OWL DL/ Full eingeführten Erweiterungen
50 Klassenmodell Class (Thing, Nothing) gruppiert Individuen die Eigenschaften teilen z.b.: Debbie und Frank sind Mitglieder der Klasse Person Thing Superklasse aller OWL-Klassen Nothing hat keine Instanzen Unterklasse von allen OWL-Klassen Individual Individuen sind Instanzen von Klassen Z.B. Debbie ist ein Individuum der Klasse Person
51 Gleichheit equivalentclass zeichnet 2 Klassen als äquivalent aus z.b. Auto und Automobil equivalentproperty zeichnet 2 Eigenschaften als äquivalent aus sameas z.b.: hatchef und hatvorgesetzten zeichnet 2 Individuen als gleich aus z.b.: Frank und FrankMüller
52 Ungleichheit differentfrom zeichnet zwei Individuen als unterschiedlich aus z.b.: Frank ist verschieden von Debbie wichtig, da in OWL nicht davon ausgegangen wird, dass Individuen mit unterschiedlichen Namen sich unterscheiden AllDifferent zeichnet eine Menge von Individuen als unterschiedlich aus
53 Eigenschaftsmerkmale inverseof z.b.: hatelternteil und hatkind TransitiveProperty z.b.: hatvorfahr, liegtin SymmetricProperty z.b.: hatbruder, NachbarVon FunctionalProperty (eindeutiger Wert) z.b.: hatgeburtstag äquivalent zu Kardinalität 0 oder 1 InverseFunctionalProperty z.b.: hatausweisnummer und IstAusweisNrVon
54 Eigenschaftsbeschränkungen Beschränkungen gelten immer nur lokal allvaluesfrom z.b.: hattochter wird beschränkt durch Werte aus Klasse Frau Aber bei der Klasse Katze könnte die selbe Eigenschaft auf Werte aus der Klasse Katze beschränkt werden somevaluesfrom Wenigstens ein Wert für eine durch somevaluesfrom eingeschränkte Eigenschaft muss aus einer bestimmten Klasse kommen z.b.: ein gültiges SemanticWebPaper muss wenigstens ein Schlüsselwort vom Typ SemanticWebThema haben mincardinality, maxcardinality, cardinality begrenzt auf die Werte 0 oder 1
55 Sonstige Sprachkonstrukte Schnitt von Klassen intersectionof z.b.: Definition der Klasse Rotein als Schnitt der Klassen Wein und der Dinge mit roter Färbung Datentypen im wesentlichen die XML-Schema Datentypen Header-Informationen Namensräume, Einschluss anderer Ontologien Annotationen Kommentare etc Versionierung
56 Erweiterungen in OWL DL/ Full oneof Aufzählung aller Individuen einer Klasse z.b.: Beschreibung der Klasse Wochentag durch Aufzählung ihrer Individuen (Montag, Dienstag,...) hasvalue erzwingt, dass der Wert einer Eigenschaft ein bestimmtes Individuum ist z.b.: Mitglieder der Klasse Franzosen definiert als die Personen die Frankreich als Wert der hatnationalität-eigenschaft haben disjointwith Klassen als disjunkt kennzeichnen z.b.: Mann und Frau
57 Erweiterungen in OWL DL/ Full unionof, complementof, intersectionof Boolesche Kombinationen von Klassen und Einschränkungen Klasse KinderUndJugendliche als Vereinigung der Klassen Kinder und Jugendliche Mit Hilfe von complementof kann festgelegt werden, dass Kinder keine Erwachsenen sind - sondern eine Teilmenge (!) des Komplements mincardinality, maxcardinality, cardinality Restriktion auf maximalen Wert 1 fällt weg
58 Beispiel (1) <owl:class rdf:id="wine"> <rdfs:subclassof rdf:resource="&food;potableliquid" /> <rdfs:subclassof> <owl:restriction> <owl:onproperty rdf:resource="#hascolor" /> <owl:cardinality rdf:datatype="&xsd;nonnegativeinteger"> 1 </owl:cardinality> </owl:restriction> </rdfs:subclassof>... </owl:class>
59 Beispiel (2) <owl:class rdf:id="winecolor"> <owl:oneof rdf:parsetype="collection"> <owl:thing rdf:about="#white" /> <owl:thing rdf:about="#rose" /> <owl:thing rdf:about="#red" /> </owl:oneof> </owl:class> <owl:objectproperty rdf:id="hascolor"> <rdf:type rdf:resource="&owl;functionalproperty" />... <rdfs:domain rdf:resource="#wine" /> <rdfs:range rdf:resource="#winecolor" /> </owl:objectproperty>
60 Beispiel (3) <WineColor rdf:id="red" /> <WineColor rdf:id="rose" /> <WineColor rdf:id="white" /> <owl:alldifferent> <owl:distinctmembers rdf:parsetype="collection"> <vin:winecolor rdf:about="#red" /> <vin:winecolor rdf:about="#white" /> <vin:winecolor rdf:about="#rose" /> </owl:distinctmembers> </owl:alldifferent>
61 Beispiel (4) <owl:class rdf:id="cabernetsauvignon"> <owl:intersectionof rdf:parsetype="collection"> <owl:class rdf:about="#wine" /> <owl:restriction> <owl:onproperty rdf:resource="#madefromgrape" /> <owl:hasvalue rdf:resource="#cabernetsauvignongrape"/> </owl:restriction> <owl:restriction> <owl:onproperty rdf:resource="#madefromgrape" /> <owl:maxcardinality>1</owl:maxcardinality> </owl:restriction> </owl:intersectionof>
62 Beispiel (5) <rdfs:subclassof> <owl:restriction> <owl:onproperty rdf:resource="#hascolor" /> <owl:hasvalue rdf:resource="#red" /> </owl:restriction> </rdfs:subclassof>... <-- Weitere Einschränkungen bezüglich hassugar (#Dry), hasflavor (#Moderate #Strong) hasbody (#Medium #Full) --> </owl:class>
63 Beispiel (6) <CabernetSauvignon rdf:id="mariettacabernetsauvignon"> <locatedin rdf:resource="#sonomaregion" /> <hasmaker rdf:resource="#marietta" /> <hassugar rdf:resource="#dry" /> <hasflavor rdf:resource="#moderate" /> <hasbody rdf:resource="#medium" /> </CabernetSauvignon>
64 Semantic Web Stack
65 Ausblick Regeln Beweise (Proof) Web of Trust Regel- und Anfragesprachen Editoren und Validatoren Reasoners und Frameworks Anwendungen
66 Fazit bietet neue Möglichkeiten verteilte Expertensysteme autonome selbstlernende Agenten Offene Fragen Akzeptanz? Sicherheit? Datenschutz? Effizienz? Weitreichende Standardisierung Weitere Entwicklung vermutlich innerhalb von einzelnen Domänen vorangetrieben
67 DANKE!
68 Quellen Robert Tolksdorf:13-SemanticWeb.pdf OWL-Overview: Scientific American: The Semantic Web
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