2/2019 5,00 Euro 35. Jahrgang Magazin für Fotografie

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1 brennpunkt 2/2019 5,00 Euro 35. Jahrgang Magazin für Fotografie April bis Juni 2019 Galerien Buchbesprechungen Fotoszene Portfolio Enrico Borrometi Norbert Bunge

2 Für OrIGInAlE Ich fotografiere für den Fine Art Druck. Erst die Kombination von hochwertigen traditionellen Büttenpapieren und modernster Drucktechnik bringt die sinnliche Qualität meiner Bilder optimal zur Geltung. Manfred Kriegelstein Die Digital FineArt Collection bietet exklusive Künstlerpapiere mit edler Haptik und bestechender Optik für den Inkjetdruck. Brillante Schwarz-Weiß-Aufnahmen oder subtile Farbfotografie werden dank unserer feinen Papiere der Individualität Ihrer Kunstwerke mehr als gerecht. Mehr Papierkunst unter P APIEr E MIt MuSEu MSQu A l I tät, A lte rungsbeständig und MEHr FACH P rämiert.

3 Inhalt Impressum: brennpunkt Magazin für Fotografie Erscheint vierteljährlich, erhältlich in Fotogalerien, Geschäften, Buchhandlungen und über Abonnement. Jahresabo 20,00 Euro Einzelpreis 5,00 Euro Konten: Postbank Berlin IBAN: DE BIC: PBNKDEFF Redaktionsschluss: jeweils am 10. vor dem Erscheinungsmonat Herausgeber: edition buehrer c/o Dietmar Bührer Odenwaldstraße Berlin Telefon u. Telefax: (030) Internet: Copyright bei Edition Druck: schöne drucksachen Bessemerstraße 76a, Berlin Redaktion: Dietmar Bührer V.i.S.d.P. Michael Gebur Detlef Beyer Klaus Rabien Manfred Kriegelstein Udo Rzadkowski Christoph Linzmann Hartmut Faustmann Hinweis: Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotografien wird keine Haftung übernommen. Galerien Boris Mikhailov - Before Sleep / After Drinking... 6 Cortis & Sondergegger. Double Take BILD TEXT FORM... 9 ULRICH MACK, Werkschau zum 85. Geburtstag Katja Flint Eins Günter Rössler Akt und Mode - Fotografien aus vier Jahrzehnten Amin El Dib»Some Changes Made« Tish Murtha»England 78-81« DISTANT ISLANDS Fotografien zum Brexit Benita Suchodrev»48 Hours Blackpool« jahre bauhaus II DAS WATT: David Batchelder, Alfred Ehrhardt Arina Dähnick - Architectural Portraits:»The MIES Project« Roger Melis, Die Ostdeutschen Fotografien aus drei Jahrzehnten DDR Örtlich leichte Überraschungen Fotografische Fundstücke, Markus Lehr Deutscher Wald Fotografien von Solveig Faust Marsha Burns»Looking Back« Amin El Dib Body and Soul... 28»Kobczyk, Penke, Elsholz - Gollner - Arbeitskreis Udo Rzadkowski»Portraits« Russel James - Angels and Icons KÜNSTLERINNEN IM DIALOG Freiheit der Formen /Kühnheit der Farben Karin Székessy - SKULPTURAL SURREAL Jugend Fotografiert Silke Panknin - borders André Kirchner»Stadtrand Berlin 1993 / Peter Braunholz, Andrea Wilmsen»Raum und Identität« Horatiu Sava»Transsilvanien« Fen Li Peter Hahn»Fotografische Zuwiderhandlungen in Berlin« MAGIE DER STILLE CRAZY Leben mit psychischen Erkrankungen Elena Ternovaja»Aus dem Archiv der Gedanken« Ilse Winckler Stadtlandschaften WASSERWEGE Fotografie-Malerei-Keramik SHOW YOUR DARLING IV WILDNIS - 33 fotografische Positionen Michaela Booth»Wenn es wiederkommt, das Licht« Astrid Mattwei»Die Welt kleiner Dinge« Winfried Muthesius»GENIUS LOCI« Christa Majewski»Momente - wem gehört die Stadt« Ausstellungen Ausstellungen Michael Fackelmann»DON T STOP THE DANCE« Greg Gorman The Outsiders: Best of and beyond Nicholas Nixon»The Brown Sisters«, ff PRIMÄRE GESTEN Portfolio Enrico Borrometi»Sizilien 70-er Jahre« Norbert Bunge»Porträts« Tish Murtha, Youth Unemployment, Ella Murtha, All rights reserved Fotoszene Pepper s Photo Chat Joachim Baldauf Projekt:»Kinder-malt eure Träume Künstlische Intelligenz (Alexander Platz) Die Fotografie braucht die anderen Medien (Christoph Linzbach) Iris Foto lässt die Augen in der Hamburger HafenCity leuchten CAZALE-Edition Das unscheinbare Europa / Texte aus dem Buch: Rom-Berlin (Marek Pozniak) Der reinste Frei Raum für Fotografie (Daniel Samanns) Erzählt Gregory Crewdson Geschichten? (Christoph Linzbach) Erinnern für die Zukunft Man sieht nur, was man weiß (Hartmut Faustmann) Buchbesprechungen Professor Treder ein Porträt (Monika Schulz-Fieguth) Licht / Farbgestaltung Fotografie / ZEN - der Weg des Fotografen Vorschau

4 GALERIENÜBERSICHT AUF EINEN BLICK aff Galerie...Peter Braunholz, Andrea Wilmsen Aktgalerie...Verschiedene Autoren Alfred-Ehrhardt-Stiftung Jahre Bauhaus II Alexander Tutsek-Stiftung... N. Nixon / PRIMÄRE GESTEN AMARCORD...Udo Rzadkowski argus fotokunst...ulrich Mack Atelier Kirchner...Arina Dähnick Ilse Winckler Atelier Sabine Wild...SHOW YOUR DARLING IV Berlinische Galerie... André Kirchner Breede Johanna PHOTOKUNST... MAGIE DER STILLE Camera Work Berlin... Russel James Caritas Galerie Berlin...Christa Majewski CAPITIS Studios Berlin... Günter Rössler Collection Regard...Amin El Dib C/O Berlin... Boris Mikhailov... 6 Cortis & Sondergegger Das Verborgene Museum...KÜNSTLERINNEN IM DIALOG f³ freiraum für fotografie...crazy Freundeskreis Willy-Brandt-Haus... Tish Murtha DISTANT ISLANDS Benita Suchodrev Fotogalerie Helsingforser Platz...Jugend Fotografiert Fotogalerie Potsdam...Horatiu Sava Galerie Chaussee 36...Karin Székessy Galerie Semjon Contemporary...Katja Flint Galerie 37...Michaela Booth Haus am Kleistpark/Projektraum... Marsha Burns Haus am Kleistpark...Amin El Dib Haus der Begegnung...Elena Ternovaja IMMAGIS, München...Greg Gorman Kunstquartier Bethanien...BILD TEXT FORM... 9 Leica Galerie Nürnberg...Michael Fackelmann Mitgliedertreff...Astrid Mattwei Museum der Unerhörten Dinge...Markus Lehr Museumshaus im Güldenen Arm... Solveig Faust Mühlengalerie...WASSERWEGE Schmetterlingshorst...Peter Hahn Sprechsaal... Feng Li Springer Galerie...WINFRIED MUTHESIUS Stiftung Reinbeckhallen... Roger Melis world in a room...silke Panknin Greg Gorman, Seite 77 Stefan Moses, Seite 44 Benita Suchodrev, Seite 19 4 brennpunkt 2/2019

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6 C/O Berlin Boris Mikhailov Before Sleep / After Drinking Es ist Winter. Zwei Männer stehen am Straßenrand, der Schnee auf dem Asphalt um sie herum ist zertreten. Ihre Gesichter sind vom Leben gezeichnet, in den Händen frisch zerlegte Knochen, offensichtlich der gewaltige Brustkorb eines großen Tieres. Dieses Bild aus der Serie Case History (1997/98) von Boris Mikhailov zeigt Menschen, die sich durch die politischen, kulturellen und sozialen Umwälzungen im ehemaligen Ostblockstaat Ukraine verändert haben. Es sind Antiheld*innen, deren Armut, Nacktheit und Sexualität Mikhailov offenlegt. Der direkte Umgang mit seiner Umgebung und seine Bildsprache haben den Fotografen zu einem der wichtigsten Protagonisten einer schonungslosen, brutal-ehrlichen und manchmal fast voyeuristischen Fotografie gemacht. In der Auseinandersetzung mit seinem Land und den Menschen ist Mikhailov einzigartig. Bis heute hat er mit der Wahl seiner Themen und Ästhetik nicht nur jegliche Tabus gebrochen, sondern auch viele seiner Zeitgenoss*innen beeinflusst. Bis in die 1990er-Jahre wurden seine Arbeiten jedoch kaum öffentlich gezeigt. Erst 1994 kam Mikhailov mit einem Stipendium nach New York, 1996 nach Berlin und wird seitdem international wahrgenommen. Mit einem virtuosen Werk aus fast 50 Jahren gilt Boris Mikhailov als prominenteste Stimme der Gegenwartsfotografie und steht sowohl politisch als auch künstlerisch für eine neue Generation einer postsowjetischen Welt. Boris Mikhailov, Ohne Titel, a.d.s. Case History, 1997/98, VG Anlässlich des 80. Geburtstages von Boris Mikhailov zeigt C/O Berlin mehr als 400 Fotografien, die einen Überblick über sein Gesamtwerk geben. Dabei verweben sich Themen wie Körper, Systemkritik, Mortalität und Humor mit dem biografischen Hintergrund von Mikhailov. Projektion, gerahmtes Bild an der Wand und Tischvitrinen unterstreichen Spielarten seiner Arbeit ebenso die Materialität von Fotografie als Objekt. So entsteht ein dichter formalistischer, ideologischer und emotionaler Dialog mit Boris Mikhailovs Gesamtwerk. Boris Mikhailov (*1938 in Charow, Ukraine) zählt zu den wichtigsten Chronisten des Alltags einer (post-)sowjetischen Gesellschaft. Mikhailov studierte an der Technischen Universität Charkov Elektrotechnik und war zunächst als Ingenieur tätig, bevor er als Autodidakt Ende der 1960er-Jahre beginnt zu fotografieren. Die frühen Serien der 1960erund 70er-Jahre zeigen oft persönliche Bilder von Freund*innen, Bekannt*innen oder Partner*innen des Künstlers. Dabei ist die Welt in seinen Bildern immer ungeschönt und rau Alltagsszenen, Armut, Sexualität, Verzweiflung, 6 brennpunkt 2/2019

7 C/O Berlin Boris Mikhailov, Ohne Titel, a.d.s. Diary, 1973, VG Bild-Kunst, Bonn 2019 bis 1. Juni 2019 C/O Berlin (im Amerika Haus) Hardenbergstraße Berlin-Charlottenburg Boris Mikhailov, Ohne Titel, a.d.s. Case History, 1997/98, VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Boris Mikhailov, Ohne Titel, a.d.s. Case History, 1997/98 VG Bild-Kunst, Bonn 2019 täglich Uhr Eintritt 10 Euro / ermäßigt 6 Euro brennpunkt 2/2019 7

8 C/O Berlin Cortis & Sondergegger. Double Take. Robert Capas fallender Soldat im spanischen Bürgerkrieg, Henri Cartier-Bressons Bild eines Mannes am Gare Saint-Lazare, der über eine Pfütze springt, Nosferatus Schatten aus F. W. Murnaus Stummfilm-Klassiker, der Fußabdruck des ersten Menschen auf der Mondoberfläche, das World Trade Center in Flammen wir kennen sie alle, diese symbolhaften Szenen und ikonischen Bilder, die sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt haben. Sie zählen zu den bedeutendsten und wohl meist diskutiertesten Bildern der Filmund Fotogeschichte, ständig zitiert und reproduziert. Diese Medienikonen, verknüpft mit bedeutenden Persönlichkeiten oder dramatischen Ereignissen der Geschichte, sind Kristallisationspunkte kollektiver Identität und Erinnerung. Sie sind in der Lage, Geschichte zu schreiben und bisweilen auch zu machen. Das Schweizer Künstlerduo Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger rekonstruiert in seinem Langzeitprojekt Icons genau diese weltbekannten Bilder als detailgetreue, dreidimensionale Dioramen Modelle in Miniatur, die mitsamt aller Utensilien und Materialien wie Karton, Gips, Kleber, Watte und Sand erneut als fotografisches Bild abgelichtet werden. Eine akribische Bricolage und bildhauerische Leistung der Künstler, die stets die Fragen nach sich ziehen: Ist das echt? Oder ein Surrogat? Dabei faszinieren und irritieren die Aufnahmen nicht nur durch ihre Perfektion und kühne Inszenierung der nahezu identisch nachgestellten Bilder; vielmehr legen Cortis und Sonderegger auf humorvolle Weise auch immer wieder die bildnerische Illusion offen, indem sie die Ateliersituation in ihre Fotografien einbeziehen. Damit setzen die Künstler ein faszinierendes Entdeckungsund Verwirrspiel in Gang, welches uns anregt, die Geheimnisse des Making of zu entschlüsseln, die Sinnestäuschung zu ergründen und die Gesetze der Optik Cortis & Sondergegger, Making of 9/11 (von Tom Kaminski, 2001), 2013 Cortis & Sondergegger, Making of Tsunami (von einem unbekannten Touristen, 2004), 2015 zu enthüllen. Auf diese Weise legen sie offen, dass jede Fotografie letztlich eine mediale Produktion oder Konstruktion ist, und lassen ihre Aufnahmen zu einem raffinierten Spiel zwischen fotografischer Wahrheit und Manipulation werden. In einer Zeit, in der wir über die Authentizität von Bildern sowie alternative und falsche Fakten diskutieren, fordern die Arbeiten von Cortis und Sonderegger dazu heraus, die Fotografie auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Icons ist aber auch eine ironisch-unterhaltsame Reflexion über Fotografie als Medium, das die Realität behauptet, aber immer auch ein Produkt medialer Vermittlung ist. Die Sinne sensibilisieren und das Sehen schärfen: So verstehen auch Cortis und Sonderegger ihren künstlerischen Auftrag. Die Ausstellung Cortis & Sonderegger.Double Take entstand in Zusammenarbeit von C/O Berlin mit der Fotostiftung Schweiz. Die gleichnamige Publikation ist bei Lars Müller Publishers, Zürich (Deutsch) und Thames & Hudson (Englisch) erschienen und begleitet die Schau. Jojakim Cortis (*1978 in Aachen, Deutschland) ist freischaffender Fotograf und Dozent. Cortis lebt und arbeitet seit 2001 in Zürich absolvierte er sein Studium der Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), wo er auch sein Zusammenarbeit mit Adrian Sonderegger beginnt und seit 2009 als technischer Assistent und Dozent lehrt. Adrian Sonderegger (*1980 in Bülach, Schweiz) ist freischaffender Fotograf und Dozent. Sonderegger lebt und arbeitet seit 2001 in Zürich. Gemeinsam mit Jojakim Cortis studierte er Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Von 2007 bis 2011 war er als Assistent des Künstlers Jules Spinatsch tätig. bis 1. Juni 2019 C/O Berlin (im Amerika Haus) Hardenbergstraße Berlin-Charlottenburg täglich Uhr Eintritt 10 Euro / ermäßigt 6 Euro 8 brennpunkt 2/2019

9 Galerien BILD TEXT FORM Teilnehmende KünsterInnen: Volker Hagemann Andreas Henkel Martin Kesting Mireille van der Moga Karin Pelzer Peggy-Nicole Sarmann Yaroslavna Sychenkova David Varnhold Lars Wagner Sylvia Zirden Martin Kesting, Austerlitz, (O.i.F.) Wenn Fotografie und Text zusammenkommen, entsteht eine vielschichtige Beziehung, in der Bild und Text einander potenzieren und auf verschiedenste Weise sichtbar machen, reflektieren und anregen. Auf der dritten Ebene, der Form, durchbricht das Bild seine Zweidimensionalität, und die Arbeit gewinnt eine Tiefe, die über das rein Visuelle hinausgeht. Manche Formen der Präsentation gehen sogar einen Schritt weiter, indem sie den Betrachter dazu auffordern, sich physisch mit der Arbeit auseinanderzusetzen und sie zu interpretieren. Peggy-Nicole Sarmann, tagme, (O.i.F.) Die Ausstellung zeigt zehn Positionen zum Thema Bild - Text - Form, die das Publikum zum Nachdenken, Einfühlen oder auch zum Mitgestalten anregen. Die Projekte entstanden im Rahmen eines von der Fotografin Ebba Dangschat geleiteten Jahreskurses am Photocentrum der Gilberto-Bosques-Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg. Mireille van der Moga, Casino Berlin, (O.i.F.) Sylvia Zirden, Baum Hain Wald David Varnhold, Die Gabel, (O.i.F.) Vernissage 5. April 2019, 19 Uhr Lesung und Meta-Selfies 6. April 2019, 16 Uhr Finissage mit Künstlergesprächen 13. April 2019, 17 Uhr Yaroslavna Sychenkova, I crave space 6. April bis 13. April 2019 Projektraum im Kunstquartier Bethanien Mariannenplatz Berlin- Kreuzberg Mo Fr Uhr Sa + So Uhr brennpunkt 2/2019 9

10 Galerien ULRICH MACK Werkschau zum 85. Geburtstag ULRICH MACK wurde 1934 in Thüringen geboren. Nach der Schule war er von Bergarbeiter im Ruhrgebiet. Von studierte er an der Hochschule für Bildende Künstler in Hamburg, ein Jahr arbeitete als Fischer in Spanien und als Holzfäller in Schweden. Bildjournalist wurde er bei der Zeitschrift»Quick«und»twen«von Seine Reportage»Wildpferde in Kenia«wurde mit dem World-Press Preis 1973 ausgezeichnet. Für den»stern«fotografierte MACK von Teilnahme am ersten Portfolio»Twelve Instant Images«der Polaroid Corporation, Cambridge, USA. Von lehrte er als Professor für Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund und an der Sommerakademie in der Abbaye du Gard, Frankreich, die er gegründet hat.!978 beginnt er die Fotodokumentation über Pellworm, die Bewohner und die Hallingen. Und später 1984 setzt er die Arbeit fort in North Carolina, USA, wo er auch eine vergleichbare fotografische Studie über die Harkers Insel und ihre Bewohner macht ist er Gastprofessor am College of Communication der Boston University und 1999 bis 2002 Artist in Residence an der School for the Arts der Boston University. Von 1975 bis 1996 Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Dortmund, Professor für Visuelle Kommunikation. Zahlreiche Ausstellungen im In-und Ausland: 2009:»Ruhrgebiet«Berlin Galerie argus fotokunst»aktion und Kontemplation Fünf Jahrzehnte Fotografie«Hamburg Handelskammer 2010:»Ruhrgebiet«Recklinghausen Sparkasse Vest ULRICH MACK,»RuhrgebietUlrich Mack: Fotografie «Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf 2013»Kennedy in Berlin«Berlin Willy-Brandt-Haus»Kennedy in Berlin«München Pressehaus Bayerstraße 2014»Stille Weite Ferne Nähe«Eisenach Thüringisches Landesmuseum»Zen, Stille, Weite«Heiligenstadt Theodor-Storm- Museum»Weite und Nähe«Schleswig Galerie der Klassischen Moderne, Stiftung Rolf Horn, Schloss Gottorf»Ferne«Husum Nissenhaus 2016»Mack die Retrospektive«Leica Gallery Frankfurt 10 brennpunkt 2/2019

11 Galerien ULRICH MACK,»Wildpferde in Kenia«Vernissage: 5. April 2019, 18 Uhr mit dem Künstler ULRICH MACK,»Kenia«bis 25. Mai 2019 Galerie argus fotokunst Marienstraße Berlin-Mitte ULRICH MACK,»Ruhrgebiet«ULRICH MACK,»Walter Peterhans«Mi Sa Uhr brennpunkt 2/

12 Galerien Katja Flint Eins Seit über 30 Jahren formt und verkörpert Katja Flint als Schauspielerin menschliche Emotionen und Charakteristika. Nun wagt sie einen Perspektivwechsel, indem sie das Menschsein mit fotografischen Mitteln untersucht. In einer umfassenden Einzelausstellung, die zuerst in der Kunsthalle Rostock und anschließend in der Berliner Galerie Semjon Contemporary zu sehen ist, präsentiert Flint ihre Arbeiten. Klassisch in Schwarz-Weiß gehalten, erinnern die Porträts an die ent- bzw. verrückte Mimik eines Francis Bacon oder an Samuel Becketts»Not I«(1973), ohne ihren eigenen Standpunkt zu verlassen oder Stellenwert einzubüßen.»die ungewöhnlichen Fotografien von Katja Flint sind eine Spielart des Porträts. Normalerweise setzen Künstler im Porträt auf Realismus oder eine Transformation im menschlichen Ausdruck, etwa auf Rollenspiele, und nicht auf Gefühle. In ihrem Hauptjob als Schauspielerin schlüpft Katja Flint immer wieder in neue Rollen und verkörpert andere Charaktere. Wenn sie allerdings selbst mit ihrer Kamera im heimischen Fotostudio den Part der Regisseurin, Beleuchterin und Ausstatterin übernimmt, ist sie an den unterschiedlichen Charaktereigenschaften eines Menschen, vor allem an echten menschlichen Emotionen interessiert. Kurze Regieanweisungen stehen am Anfang jeder Fotositzung, etwa:»stell dir vor, du bist ein Tier, das bedroht wird.«alternativ gibt Flint dem ausgewählten Gegenüber einen Begriff von einer ziemlich langen, von ihr selbst zusammengestellten Liste zur Inspiration an die Hand, wie zum Beispiel Verwirrung, Verlorenheit, Staunen, Leichtigkeit, Transzendenz, Erwachen, Stolz, Lust, Neid oder Scham. Katja Flint lässt jegliches Licht im fotografischen Umraum verschwinden und exponiert einzig die Person vor ihrer Kamera mit wenig zusätzlichem Licht Katja Flint, Cup Jasna, 2018, Katja Flint Katja Flint, Angry Young Man, 2017, Katja Flint und vor schwarzem Fond. Der zugleich darstellende und dargestellte Mensch ist hier ebenfalls auf minimale Gesten reduziert und kaum mehr ein ganzheitliches Individuum und doch ist paradoxerweise gerade das Individuelle im Ausdruck Bildinhalt und Ansatzpunkt für unsere Rezeption. Die mehrere Sekunden lange Belichtungszeit im abgedunkelten Raum ermöglicht Bewegungen vor der Kamera, die auf der Fotografie zur Spur werden. So wird das Gesicht verunklärt und entindividualisiert, gleichzeitig wird das Körperliche oder die Aktion in den Mittelpunkt gestellt. Denn erst aus der Bewegung folgt die fotografische Unschärfe, die wiederum Dynamik und eine psychologische Innenschau impliziert. Der sonstige Körper, häufig androgyn bekleidet mit Jackett, Hemd und Krawatte, bleibt meist statisch und klar gezeichnet, als sei er das tragende, äußere Gerüst für das emotionale Innere. 12 brennpunkt 2/2019

13 Galerien Katja Flint, Sculpture Jenny, 2018, Katja Flint und unser aller Befindlichkeit bestellt? Welche Gefühle schlummern in uns, von denen noch nicht einmal wir selbst wissen? Die höchst sensible und empathische Kunst Katja Flints öffnet uns die Augen, unter anderem für uns selbst. Die mal subtilen, mal brachialen Aufnahmen menschlicher Emotionen, diese statischen und stillen Bilder, sind großes Kino. Sie entführt uns mit ihren düsteren und intensiven Menschenschilderungen in eine tagtraumhafte, ja kinematographische Parallelwelt. Möglich ist das wohl nur im Medium Fotografie und so schließt sich hier der Kreis medial in geradezu idealer Weise.«Dr. Matthias Harder, Kurator der Helmut Newton Stiftung Katja Flint, Sensual Selina, 2018, Katja Flint Flints selbst formuliertes künstlerisches Ziel ist es, in der Fotografie einen malerischen Effekt zu erzielen und gleichzeitig ins Innere des Menschen zu schauen. Das geschieht diskret und vorsichtig, mit großem Einfühlungsvermögen, nie aufdringlich oder gar desavouierend. So entsteht ein Theater der Emotionen, ein Ein-Personen-Stück, realisiert auf einer Miniaturbühne. Der emotionale Ausdruck in den Fotografien Katja Flints ist hierbei existenzieller und ursprünglicher als von anderen Porträts gewohnt; sie konfrontiert uns mit echtem Staunen und Verwirrtheit, mit Stolz oder Zerbrechlichkeit und brilliert in ihrer einzigartigen Visualisierung von Furcht und Verführung, von Euphorie oder Verzweiflung. Flints Fotografien wirken authentisch, mitunter so intensiv, dass sie verstören, und durch den schwarzen Bildraum und das exponierte Gesicht gleichzeitig auch theatralisch und so könnten wir, gleichsam zur eigenen Beruhigung, darin nur die Darstellung einer Emotion sehen. Doch tatsächlich steigt Katja Flint eine Stufe tiefer ins Unterbewusstsein, als die meisten Kollegen es tun, denn ihre fotografischen Bilder werden zu einem»echten«drama, das der Betrachter so schnell nicht vergisst. Der Fotografin gelingt es, Gefühle von innen nach außen zu kehren und sie so erkennbar und erlebbar zu machen. Damit wirft sie mit ihren Porträts existenzielle und essenzielle Fragen auf: Was bedeutet es Mensch zu sein? Wie ist es um seine Anlässlich der beiden Ausstellungen erschien im Januar 2019 eine Monografie im DISTANZ Verlag. 116 Seiten, deutsch, am Rücken offene Steifbroschur, 210 x 300 mm, Hochformat, 42 Schwarz/Weiss Tafeln, Preis: 36,00 EUR, ISBN: bis 4. Mai 2019 Galerie Semjon Contemporary Berlin Schrödersraße Berlin-Mitte Di Sa Uhr brennpunkt 2/

14 Galerien Günter Rössler Akt und Mode Fotografien aus vier Jahrzehnten Die CAPITIS Studios / Berlin freuen sich, bis zum 28. April 2019, eine beeindruckende, vier Dekaden-umfassende Sammlung von Fotoarbeiten Günter Rösslers präsentieren zu dürfen. Günter Rössler, der»ostblockfotograf«, der die deutsche Fotografie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte, wurde 1926 in Leipzig geboren. Er studierte an der Hochschule für Grafikund Buchkunst in Leipzig und begann ab 1951 freiberuflich als Mode- und Reportage-Fotograf zu arbeiten. Er fotografierte Momente des täglichen und gesellschaftlichen Lebens in der DDR und anderen Ländern des Ostens, die in zahlreichen Zeitschriften veröffentlicht wurden. In der DDR der 1960er und 1970er Jahre war er vor allem für seine Modefotografie bekannt. Günter Rössler, Berlin, 1963, Günter Rössler / Kirsten Schlegel Rösslers Fotos, die die außergewöhnliche Authentizität und Spontanität seiner weiblichen Modelle zeigen, fanden im berühmten Mode- und Kulturmagazin Sibylle regelmäßig Veröffentlichung und sind bis heute ein herausragendes Beispiel deutscher Modefotografie. Mit seiner ersten Einzelausstellung 1979 im Kunsthaus Grimma, die eine landesweite Sensation auslöste, wurde Rössler zum Wegbereiter der Aktfotografie. Diese Schwarzweißbilder wirken fast skulptural und zeigen gleichzeitig die immense Natürlichkeit und das Selbstbewusstsein seiner Modelle. Dies vor allem auch im Gegensatz zu westlichen Aktfotos sehend, publizierte das Playboy-Magazin Rösslers Fotos, wie auch die Zeitschriften Fotographie, Fotokino-Magazin, Das Magazin, Modische Maschen u.a wurde Rössler Günter Rössler, Gisela, Nessebar, 1968 Günter Rössler / Kirsten Schlegel in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen und 1996 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Günter Rössler starb 2012, nach 61 Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Fotograf und Künstler und hinterließ ein Konvolut außergewöhnlicher Bilder, die sich bedeutend in die deutsche Fotogeschichte des 20. Jahrhunderts einreihen. Die Ausstellung präsentiert die wichtigsten Werke Rösslers und gibt ihren Besuchern einen detaillierten Einblick in das vielfältige Bildschaffen des Fotografen. Günter Rössler, Gisela, Rhodopen, 1968 Günter Rössler / Kirsten Schlegel bis 28. April 2019 CAPITIS Studios / Berlin Kronenstraße Berlin-Mitte Di Sa Uhr und nach Vereinbarung 14 brennpunkt 2/2019

15 Galerien Amin El Dib»Some Changes Made«Die thematisch in sich geschlossene Motivreihe, die Serie, bestimmt die künstlerische Arbeit von Amin El Dib von Beginn an. Die für die Ausstellung in der Collection Regard von ihm gemeinsam mit dem Galeristen Marc Barbey ausgewählten Serien sind in Berlin und später in der Schweiz entstanden, wo er seit einigen Jahren lebt und arbeitet. Sie betonen bewusst den Teil seines umfangreichen Werkes, bei dem er formaler und inhaltlich abstrahierender vorgegangen ist, unabhängig davon, ob die Bilder auf Menschen, Pflanzen oder Materialien verweisen. Amin El Dib, aus SchnittBlumenBilder, Amin El Dib, aus BruchWerke, 2017, (O.i.F.) Am auffälligsten nehmen sich die Arbeiten aus, in denen er sich mit den bereits abgeschlossenen Serien mit bildmäßigen Motiven auseinandergesetzt hat. Ausgehend von dem Material und Material meint hier das klassische Barytpapier sowie die modernen Digitaldruckpapiere verwendete er dies, um daraus neue Bilder zu kreieren. Verständlicher gesagt werden die vorliegenden Fotografien von ihm zerrissen, wobei die Risskanten bei den im Duktus einer Collage neu zusammengesetzten Bildern deutlich erkennbar bleiben. Dieses Reißen impliziert genaugenommen Gewalt und Zerstörung. Gewalt und Zerstörung, die er den Papieren und mithin dem darauf Abgebildeten antut. Allerdings findet, übersteigert formuliert, im Zusammensetzen der Motivfragmente zugleich ein Akt der Heilung, der Wiedergutmachung statt. Denn der brutalen Dekonstruktion der Bilder folgt die versöhnende Neukonstruktion, selbstredend mit dem Ziel ästhetischer Konzentration. Geht Amin El Dib bei seinen traditionellen bildmäßigen Motiven noch der Suche nach, im Leben, im fortwährenden Gedeihen das Brüchige, das Unvollkommene sichtbar werden zu lassen, gewissermaßen als Affront gegen das all zu Glatte, Perfekte und Unantastbare, so findet dieser Ansatz in den aus den gerissenen Papieren montierten Bildern eine bedeutsame formalästhetische Steigerung mit metaphorischen Dimensionen. Die auf diese Weise entstehenden Bilder, und es sind Bilder, berühren die Retina und mithin unser Innerstes bis an die Schmerzgrenze. Die vielfach sichtbar durch das Papier getriebenen Heftklammern verstärken diesen Schmerz noch. Ein künstlerischer Kommentar der auf das Ganze zielt, auf das vergängliche Sein und zugleich auf dessen Brüchigkeit. Salon Photographique: Künstlergespräch mit Amin El Dib und Franziska Schmidt: Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr Führungen mit Amin El Dib und Marc Barbey: Freitag 10. Mai 2019 und 24. Mai 2019 jeweils 17 Uhr bis 7. Juni 2019 Collection Regard Steinstraße Berlin-Mitte Freitags von Uhr (außer an Feiertagen) und nach Vereinbarung brennpunkt 2/

16 Galerien Tish Murtha»England 78-81«Mit der Fotoausstellung»England 78-81«präsentiert der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus erstmals die in Deutschland noch unentdeckte englische Fotografin Tish Murtha. Sie gehört zu den wenigen Fotografinnen, die in der Thatcher-Ära das Leben der Kinder der englischen Arbeiterklasse dokumentierte und deren Lebensweg über mehrere Jahre verfolgte. Dabei investierte sie viel Zeit in den Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen zu ihren Protagonisten, so dass sie einen intimen Zugang zu den von ihr fotografierten Gruppen erhielt. Die sozialen Nachteile, die sie selbst in ihrer Kindheit und Jugend erfahren hatte, werden in ihren Bildern sichtbar. Tish Murtha nimmt keinen voyeuristischen Standpunkt ein, sondern bleibt den Menschen und ihren Problemen verpflichtet. Patricia Anne»Tish«Murtha wurde am 14. März 1956 im heruntergekommen South Shields in Tyneside als das Dritte von zehn Kindern geboren. Sie verließ mit 16 Jahren die Schule und begann eine Vielzahl von unterschiedlichen Jobs. Zur Fotografie kam sie durch einen Abendfotokurs in Newcastle, bei dem ihr Dozent Mick Henry sie überzeugte, sich für einen Dokumentarfilmkurs in Newport zu bewerben. Er war es auch, der ihr später zu einem Stipendium an der Universität verhalf. Im Alter von 20 Jahren verließ Tish ihre Heimat, um unter der Leitung des Magnum-Fotografens David Hurn an der School of Documentary Photography an der University of Wales in Newport zu studieren. Tish Murtha starb 2013 mit nur 56 Jahren. Seit dem frühen Tod setzt sich ihre Tochter Ella dafür ein, Tishs fotografischen Nachlass der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und so das Andenken an ihr herausragendes Werk zu erhalten. Tish Murtha, Elswick Kids, 1978 Ella Murtha, All rights reserved Tish Murtha, Youth Unemployment, 1981 Ella Murtha, All rights reserved bis 12. Mai 2019 Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.v. Willy-Brandt-Haus Stresemannstraße Berlin-Kreuzberg Di So Uhr Schließtage: am Karfreitag, 19. April 2019, geschlossen, an allen Osterfeiertagen inkl. am Ostermontag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Die Ausstellung ist ebenfalls am 1. Mai geschlossen. Eintritt Frei / Ausweis erforderlich 16 brennpunkt 2/2019

17 Galerien Tish Murtha, Youth Unemployment, Ella Murtha, All rights reserved brennpunkt 2/

18 Galerien DISTANT ISLANDS Fotografien zum Brexit Ein Neologismus, eine Auflehnung und die Unabsehbarkeit ihrer Folgen: Der Brexit. Den Austritt eines Mitgliedsstaates aus der EU hat es so nie gegeben, folglich bewegen sich alle Ausblicke auf rein spekulativem Boden. Was aber greifbar wird, sind die aktuellen Stimmungen eines Landes, das uns nah und gleichzeitig seltsam fern erscheint. Acht Fotograf*innen und Absolvent*innen der Berliner Ostkreuzschule präsentieren auf vielseitige und eigenwillige Weise ihre Sicht auf die abstrakte politische Begebenheit des Brexit. Wir präsentieren ihre fotografischen Arbeiten aus dem Jahr 2017, die sich thematisch dem Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union annähern. Während sich Uli Kaufmann mit dem englischen Großstadtalltag beschäftigt, der entgegen aller Vorkommnisse unbeirrt fortgeführt wird, setzt sich Linus Müllerschön mit der dystopischen Vision eines menschenleeren öffentlichen Raumes auseinander. Sebastian Wells und Miguel Brusch begeben sich an konkrete Orte, die es exemplarisch zu erforschen gilt: Wells fotografiert Anekdoten in der einstigen Kohlearbeiter-Hochburg Wigan, die innerhalb der Metropolregion Greater Manchester prozentual die meisten Leave-Wähler zählt; Brusch begibt sich an den Küstenort Blackpool, deren Bewohner sich zwischen Spaßindustrie und Zerfall bewegen. Lars Bösch dagegen betrachtet nüchtern und basierend auf Zahlen von der EU geförderte Bauprojekte in Manchester. Anna Szkoda konfrontiert den Betrachter mit Portraits jener Generation, über deren Köpfe hinweg der Brexit entschieden wurde, während Annemie Martin der Stimmung an britischen Hochschulen nachspürt. Einfühlsam begegnet Bastian Thiery in seiner Arbeit»M1 1AA«jungen Briten und zeichnet ein subjektives Bild ihrer Welt. Sebastian Wells, aus der Serie»Wigan«, 2017, (O.i.F.) Die Arbeiten der acht Stipendiat*innen wurden bereits mehrfach ausgestellt u.a. in der Fotogalerie Friedrichshain, dem Goethe Institut London, der Stemmler Stiftung Berlin, bei der Triennale für Fotografie in Hamburg sowie im Februar 2019 in der Friedrich Ebert Stiftung in Hamburg. Medienwirksamkeit erlangten die Arbeiten des Weiteren durch Veröffentlichungen u.a. im ZEIT Magazin Online, monopol - Magazin für Kunst und Leben sowie bei der NZZ und im ROM Magazin. Das Projekt wurde unterstützt durch die Klaus-Stemmler-Stiftung und die Dozenten der Ostkreuzschule für Fotografie Werner Mahler, Linn Schröder und Ludwig Rauch. Schließtage: am Karfreitag, 19. April 2019, geschlossen, an allen Osterfeiertagen inkl. am Ostermontag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Die Ausstellung ist ebenfalls am 1. Mai geschlossen. Eintritt Frei / Ausweis erforderlich Bastian Thiery,»M1 1AA«, 2017, (O.i.F.) bis 12. Mai 2019 Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.v. Willy-Brandt-Haus Stresemannstraße Berlin-Kreuzberg Di So Uhr 18 brennpunkt 2/2019

19 Galerien Benita Suchodrev»48 Hours Blackpool«Für»48 Hours Blackpool«fängt die russisch-amerikanische Berlinerin Benita Suchodrev von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang das pralle Leben auf der berühmten Promenade des Ferienorts an der Irischen See ein. Intuitiv, waghalsig, und ohne zu zögern, hält sie stets den entscheidenden Augenblick ihrer Begegnungen im sommerlichen Blackpool fest. Benita Suchodrev verwandelt die Straße in eine Bühne und macht etwas sichtbar, das die meisten von uns übersehen: das Gesicht in der Menge. Wie alle ihre Dokumentar- und Porträtarbeiten, sind die kontrastreichen Schwarz-Weiß-Fotografien intensiv, doch ohne Sensationslust. Sie zeigen nur noch spärliche Reste vom einstigen Glanz des Badeortes, der Anfang des 19. Jahrhunderts die wohlhabenden Briten und später den Massentourismus angezogen hat. Und doch liegt über den Fotos ein Hauch von Nostalgie, die Sehnsucht, wenigstens für ein paar Stunden in schönen Erinnerungen zu schwelgen. Suchodrevs Serie»48 Hours Blackpool«ist eine Gesellschaftsstudie voller Authentizität und Poesie; eine zeitgenössische und zugleich zeitlose Entdeckungsreise durch Bingo-Salons, Hot- Dog- Stände und Burlesque-Theater, wo skurrile Typen, Mamas und Papas, Kinder und Möwen spielen gehen.»die Menschen, ja die ganze Gesellschaft bilden sich bei dieser spontanen und intuitiven Art des Fotografierens gewissermaßen selbst ab Suchodrev hält ihr nur einen Spiegel vor. Und doch erweitert sie mit der Blackpool-Serie unsere Sicht und nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise. (...) Ihre Bilder halb Situationsschilderung, halb Porträt sind individuell und typologisch zugleich; jeder Dargestellte ist Stellvertreter für einen anderen Blackpool-Besucher, und insgesamt ist»48 Hours Blackpool«eine visuelle Metapher für die britische working class, die sie mit Wohlwollen schildert auch wenn dies Benita Suchodrev mitunter recht dunkel und schonungslos ausfällt. «aus dem Text»Rough Beauty«von Dr. Matthias Harder, Kurator der Helmut Newton Stiftung. Benita Suchodrev wurde in der ehemaligen Sowjetunion geboren und wanderte im Alter von fünfzehn Jahren in die Vereinigten Staaten aus. Im Jahr 2008 zog Benita nach Berlin und begann eine umfangreiche Dokumentation der facettenreichen Kunstszene dieser Stadt. Zeitgleich arbeitete sie an verschiedenen fotografischen Projekten, die in nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt wurden. Ihre Porträt- und Dokumentararbeiten, die in mehreren Zeitungen, Zeitschriften und Büchern veröffentlicht wurden, sind Teil der Rafael Tous Foundation for Contemporary Art in Barcelona und der Michael Horbach Stiftung, sowie privater Sammlungen in Moskau, Berlin und New York. Benita Suchodrev lebt und arbeitet in Berlin. bis 12. Mai 2019 Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.v. Willy-Brandt-Haus Stresemannstraße Berlin-Kreuzberg Di So Uhr Benita Suchodrev Schließtage: am Karfreitag, 19. April 2019, geschlossen, an allen Osterfeiertagen inkl. am Ostermontag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Die Ausstellung ist ebenfalls am 1. Mai geschlossen. Eintritt Frei / Ausweis erforderlich brennpunkt 2/

20 Galerien 100 jahre bauhaus II: DAS WATT: David Batchelder Alfred Ehrhardt Alfred Ehrhardts fotografisches Erstlingswerk DAS WATT ( ) ist eine Ode an die Natur. Es zählt zu den herausragenden Bildleistungen der Avantgarde-Fotografie der 1930er Jahre und bildet die»crème de la Crème«seines fotografischen Werks. Die künstlerische Qualität dieser Serie sucht auch unter den Meistern der Fotografie der Neuen Sachlichkeit Ihresgleichen. Am Dessauer Bauhaus im Vorkurs von Josef Albers formiert, faszinieren Ehrhardt die durch Wind und Wasser täglich neu entstehenden abstrakten Strukturen im Sand, die ihn an den Materialkundeunterricht erinnern, wo man»struktur, Textur und Faktur«von Materie erfasste. Dem Prinzip der Bildserie folgend, spürt er durch den Vergleich der täglich neu erschaffenen Formvariationen den natürlichen Gesetzmäßigkeiten im Zusammenwirken der Naturkräfte nach. Bewusst suggeriert seine Typologie der Sandriffelbildungen eine Verbindung von Mikro- und Makrokosmos. Anders als Alfred Ehrhardt arbeitet der US-Fotograf David Batchelder (* 1939) bewusst mit digitaler Kamera, um dem Küstenstreifen der Isle of Palms seines Heimatortes Charleston in South Carolina erstaunliche Sandformationen zu entlocken, die laut Batchelder mit analoger Technik im Verborgenen geblieben wären:»meine Fähigkeit zum Sehen nahm zu, weil ich David Batchelder, tausende von Fotografien machen und anschauen konnte. Das hat mein Sehvermögen verbessert. Heute erkenne ich viele interessante Dinge im Sand, die zwar vorher schon da waren, die aber jenseits meines Sehvermögens lagen.«batchelder geht bewusst mit der menschlichen Wahrnehmung um: Die Abstraktion des auf wenige Informationen reduzierten Naturmotivs erzeugt Alfred Ehrhardt, Wind- und Wasserstrukturen im Sand (späterer Abzug 1967), 30 x 24,2 cm Silbergelatineabzug Alfred Ehrhardt Stiftung / bpk David Batchelder, Ohne Titel Print on Ilford Smooth Pearl 90 x 60 cm David Batchelder, (O.i.F.) David Batchelder, Ohne Titel Print on Ilford Smooth Pearl 90 x 60 cm David Batchelder, (O.i.F.) verborgene Vorstellungen. Es erscheint fast unmöglich, in diesen Bildern keine konkreten Motive zu entdecken. Etwas in uns möchte Gesichter, Figuren, eine Landschaft oder eine Galaxie sehen, und doch sehen wir nur herab auf ein kleines Stück Strand. Anders als Ehrhardt interessiert Batchelder nicht die Gesetzmäßigkeiten der Struktur, sondern das Chaotische, Absonderliche, Surreale, Nicht-Rationale, kurz: die Welt des Traums und der Phantasie. Batchelders Freiheit des Spielerischen steht gegen Ehrhardts sachliches Ordnungsgefüge, Wissenschaft gegen Poesie. Veranstaltungen zur Ausstellung: Sonntag, 28. April 2019, 14Uhr: Künstlergespräch mit David Batchelder und Dr. Christiane Stahl, Alfred Ehrhardt Stiftung Mittwoch, 26. Juni 2019, 19 Uhr: In der Reihe Literaturhaus der Fotografie: Terrapoesie. Eine essayistische Annäherung an die Watt-Fotografen von Alfred Ehrhardt und David Batchelder von Daniel Falb. Moderation: Thomas Böhm (radioeins: Die Literaturagenten) Weitere folgen Eröffnung: Freitag, 26. April 2019, Uhr Kuratorin: Dr. Christiane Stahl 27. April bis 7. Juli 2019 Alfred Ehrhardt Stiftung Auguststraße Berlin-Mitte Di So Uhr Do Uhr 20 brennpunkt 2/2019

21 Galerien Arina Dähnick Architectural Portraits:»The MIES Project«Das Projekt ist von 2012 bis 2018 in Europa und in den USA entstanden. Als Fotografin interessiere ich mich für das moderne, urbane Leben. Die heutige Zeit in ihre Vielschichtigkeit inspiriert mich und fordert mich kreativ heraus. Dabei bleibe ich auf der Straße, arbeite mit den Gegebenheiten, die ich vorfinde und fotografiere mit einer Kamera (M-System von Leica), die mich beweglich sein lässt. Die anschließende Bearbeitung der digitalen Fotos erfolgt ausschließlich bildunterstützend. Früher galt es, Informationen zu sammeln, heute besteht die Herausforderung darin, sie zu ordnen, ihnen eine Struktur zu geben. Reflektionen und Abstraktionen bilden für mich die Vielfalt ab, den Halt, eine angebotene Ordnung schaffe ich mit der Bildkomposition. Ludwig Mies van der Rohe, und mit ihm das Feld der Architektur, ist mir im Herbst 2012l begegnet, als ich nach einem Gewitter zufällig an der Neuen Nationalgalerie in Berlin vorbeigekommen bin. Es stellte sich ein ganz besonderes Raumerleben ein- eine grenzenlos Weite, verbunden mit dem Gefühl des Gehalten seins- paradox und großartig! Die damit einher gehende kreative Lust blieb über die nächsten Jahre, in denen ich das Haus bis zu seiner Schließung für die Restauration begleitete, konstant. Im Januar 2015 fragte ich mich:»würde sich ein ähnliches Erleben mit der gleichen fotografischen Begeisterung in einem anderen von Mies geplantem Gebäude für mich wiederholen? «Im März 2016 reiste ich das erste Mal zum Barcelona Pavillon- ein anderer Grundriss, eine andere Gebäude Funktion, ein anderes Land Ich erlebte dort die gleiche kreative Inspiration, ausgelöst durch ein nahezu identisches Raumerleben. In diesen Arina Dähnick, Farnsworth House 1 Plano 2018 Arina Dähnick, Villa Tugendhat 4 Brno 2017 Arina Dähnick, Neue Nationalgalerie 3 Berlin 2013 Tagen in Barcelona entstand»the MIES Project«In den folgenden drei Jahren besuchte ich unterschiedliche Städte und Gebäude, Ludwig Mies van der Rohes Werk ab 1928 folgend: Die Ausstellung bei André Kirchner steht in direkter Verbindung zu einer, ebenfalls Kabinettausstellung, in Chicago im»farnsworth House«. Vernissage: Donnerstag, 6. Juni 2019, um 19 Uhr 7. Juni bis 20. Juli 2019 Atelier Kirchner Grunewaldstraße 15 (erster Hof, Parterre linker Seitenflügel) Berlin-Schöneberg Mi, Fr, Sa Do Uhr Uhr brennpunkt 2/

22 Galerien Roger Melis Die Ostdeutschen Fotografien aus drei Jahrzehnten DDR Die Stiftung Reinbeckhallen Sammlung für Gegenwartskunst präsentiert vom 12. April bis 28. Juli 2019 die Ausstellung»Die Ostdeutschen«des Berliner Fotografen Roger Melis. Die Ausstellung findet in Kooperation mit der LOOCK Galerie und dem Roger Melis Archiv statt. Roger Melis, Auf dem Rummelplatz Berlin, 1969 Roger Melis, Cover: DIE OSTDEUTSCHEN Kaum ein zweiter Fotograf hat die Ostdeutschen und ihre Lebenswelt so lange, so intensiv und in so vielen Facetten beleuchtet wie Roger Melis ( ). Drei Jahrzehnte lang bereiste der Mitbegründer und Meister des ostdeutschen Fotorealismus von Berlin aus die DDR als ein Land, das er unter der Herrschaft der SED oft als»still«und erstarrt empfand. In dichten, oft symbolhaften Fotografien dokumentierte er das alltägliche Leben der Menschen in Stadt und Land, ihre Arbeits- und Lebensbedingungen, aber auch die mehr oder weniger freiwillig absolvierten politischen Rituale im realen Sozialismus. Eindringliche Fotografien von Schriftstellern und bildenden Künstlern machten Melis bereits in den 1960er Jahren in Ost und West bekannt. Viele seiner Autorenporträts, etwa von Anna Seghers, Heiner Müller, Christa Wolf, Sarah Kirsch oder Wolf Biermann, prägten fortan in Zeitungen und Zeitschriften, in Büchern und Kalendern, auf Plakaten und Schallplattenhüllen das»gesicht«der ostdeutschen Kultur mit und gehören heute zu den Klassikern des Genres. Mit der gleichen Sorgfalt porträtierte Melis Menschen aus nahezu allen sozialen Bereichen, Arbeiter und Betriebsdirektoren, Bauern und Waldarbeiter, Handwerker und Händler, Kinder und Halbstarke, Funktionäre und Dissidenten. Ähnlich wie August Sander in der Zwischenkriegszeit gelang Melis so im Laufe der Jahrzehnte ein fotografischer Querschnitt durch nahezu alle Schichten der Bevölkerung im Osten Deutschlands. Er suchte die Menschen am liebsten dort auf, wo sie arbeiteten und begegnete allen mit dem gleichen Respekt. Seine Porträts der Ostdeutschen zeigen keine Typen und suchen niemanden zu entlarven, sie nähern sich den Menschen behutsam und zeigen sich offen für die Verschiedenheit ihrer Erfahrungen. Den einfühlsamen Porträts stehen vielfach in eigenem Auftrag entstandene Reportagen und bestechende Milieustudien zur Seite, die gemeinsam ein umfassendes und vielschichtiges Bild der DDR entwerfen. Die Bilder erzählen vom Stolz und Selbstbewusstsein Roger Melis, Fischer Usedom, 1983 der Ostdeutschen, lassen Zeichen von Skepsis und Resignation, aber auch Trotz und den wachsenden Mut erkennen, der das System schließlich mit zum Einsturz brachte. Die von der Stiftung Reinbeckhallen ausgerichtete und von Mathias Bertram kuratierte Ausstellung umfasst rund 170 Aufnahmen und ist damit die bislang umfangreichste Retrospektive der DDR-Fotografien von Roger Melis. Neben bereits klassischen Aufnahmen werden erstmals viele bislang unbekannte Fotografien aus dem Nachlass des 2009 verstorbenen Fotografen präsentiert. Die Ausstellung wird begleitet von dem neuen Fotoband»Die Ostdeutschen«sowie einer zweisprachigen Neuausgabe des lange Zeit vergriffenen Kultbuches»In einem stillen Land«. Die beiden im Lehmstedt Verlag erschienene Bild- 22 brennpunkt 2/2019

23 Galerien Roger Melis, Chemiefaserwerk Premnitz, 1975 Roger Melis, Gasthaus Meißen, 1969 bände sind während der Ausstellungsdauer gemeinsam im Schuber zu einem reduzierten Sonderpreis erhältlich. Roger Melis, geboren 1940 in Berlin, wuchs im Haushalt des Dichters Peter Huchel im Berliner Westen und ab 1952 in Wilhelmshorst bei Potsdam auf schloss er eine Lehre als Fotograf ab und fuhr anschließend für ein halbes Jahr als Schiffsjunge zur See. Von 1962 bis 1968 arbeitete er als wissenschaftlicher Fotograf an der Berliner Charité. Ab 1962 entstanden seine ersten Porträts von Dichtern und Künstlern, ab 1963 Reportagen und ab 1968 Modefotografien wurde Roger Melis Mitglied im Verband Bildender Künstler und als freiberuflicher Fotograf zugelassen. Zusammen mit Arno Fischer, Sibylle Bergemann u.a. gründete er 1969 die Fotogruppe Direkt. In den folgenden Jahren konzentrierte er sich auf seine Arbeit als Porträt-, Reportage- und Modefotograf für Sibylle, Neue Berliner Illustrierte, Wochenpost, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Geo und verschiedene Verlage in Ost und West. Roger Melis war Mitinitiator und seit 1981 Vorsitzender der Zentralen Arbeitsgruppe Fotografie im Verband Bildender Künstler. Wegen eines gemeinsamen Beitrags mit Erich Loest für die Zeitschrift Geo erhielt er von 1981 bis 1989 eine Auftragssperre für die DDR-Presse, so dass er sich verstärkt Buch- und Ausstellungsprojekten zuwandte. Er hatte von 1978 bis 1990 einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Weißensee inne, 1993 bis 2006 war er Lehrer für Fotografie beim Lette-Verein Berlin. Roger Melis war seit 1970 mit der Modejournalistin Dorothea Bertram verheiratet. Er verstarb im Herbst 2009 in Berlin. Kuratorenführungen 12 Euro inkl. Eintritt Anzahl der Teilnehmenden begrenzt. Anmeldung über: Sonntag, 14. April 2019, 12 Uhr Donnerstag, 16. Mai 2019,18 Uhr Samstag, 1. Juni 2019, 16 Uhr Begleitpublikationen Roger Melis: Die Ostdeutschen. The East Germans. Fotografien aus dem Nachlaß Herausgegeben von Mathias Bertram. Lehmstedt Verlag Leipzig, ISBN , 28 Euro Roger Melis: In einem stillen Land. In a Silent Country. Fotografien Roger Melis, Berlin, 3. Oktober 1990 Herausgegeben von Mathias Bertram. Lehmstedt Verlag Leipzig, ISBN , 28 Euro Roger Melis: Die Ostdeutschen (Ausstellungskatalog). Die beiden Bildbände Die Ostdeutschen und In einem stillen- Land von Roger Melis zusammen in einem Schuber. ISBN , 48 Euro Eröffnung Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr 12. April bis 28. Juli 2018 Stiftung Reinbeckhallen Sammlung für Gegenwartskunst Reinbeckstraße Berlin-Oberschönweide Do + Fr Uhr Sa + So Uhr Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro freitags frei brennpunkt 2/

24 Galerien Örtlich leichte Überraschungen Fotografische Fundstücke von Markus Lehr Eine Sandgrube, die aussieht als hätten Ägyptische Pharaonen an der Planung mitgewirkt, eine Jesusstatue, die über Ytongsteine zu gebieten scheint, Saurier, die an einer Lücke in einem Hinterhof vorbeiziehen; von Bayreuth über Berlin bis ins südchinesische Zhanjiang, nimmt uns der Fotograf mit an Orte, die alle etwas gemeinsam haben: Wir fragen uns, was passiert da? Was steckt dahinter? Markus Lehr Und während wir noch darüber nachdenken, entstehen Geschichten in unserem Kopf... Markus Lehr s Arbeiten erscheinen wie Zufallsfunde, sie erinnern an den Blick eines Flaneurs; eines Flaneurs des 21. Jahrhundert, der sich nicht mehr in den klassischen Passagen ergeht, sondern mit unbelasteten, neugierigen Blicken diejenigen der Peripherie erkundet. In den Bilder von Markus Lehr sehen wir ganz selten Menschen und doch sind diese nie abwesend, im Gegenteil, das was zu sehen ist, ist alles Menschenwerk. Seine Fotografie erkundet den Gestaltungswillen des Menschen, das Beabsichtigte, aber auch das Zufällige. Die abwesenden Akteure sind immer präsent, in jedem Detail der eingefangenen Situationen sind sie manifest. Viele der Bilder sind Nachts entstanden und besonders diese erinnern uns unwillkürlich an Bühnenbilder. Die Präsenz dieser Bilder, die Dichte kann nicht erdacht werden. Findet man sie aber, dann gehen sie uns nicht mehr aus dem Kopf. Roland Albrecht Markus Lehr Markus Lehr bis 11. April 2019 Museum der Unerhörten Dinge Crellestraße Berlin-Schöneberg Mi Fr Uhr brennpunkt 2/2019

25 Galerien Deutscher Wald Fotografien von Solveig Faust Seit der Romantik gilt die Eiche als Symbol der Deutschen. In den letzten Jahren ist der Wald als Thema in den gesellschaftlichen Diskurs zurückgekehrt. Mit der Digitalisierung scheint der Wald als Sehnsuchtsort für persönlichen Rückzug und Erholung immer wichtiger zu werden. Ein Drittel der Fläche Deutschlands ist bewaldet und Brandenburg gehört zu den fünf waldreichsten Bundesländern. Doch wie sieht der deutsche Wald aus? Solveig Faust, (Original in Farbe) Monokulturen prägen das Bild, über 95 Prozent sind Nutzwälder. Diese bestehen heute hauptsächlich aus vier Baumsorten: Kiefer, Fichte, Buche und Eiche. In Brandenburg wächst auf Dreiviertel der Flächen Kiefer. Für unsere Augen bietet sich damit ein grafisch einheitlicher Wald, wie ein Bühnenbild. Monolithen anderer Baumsorten treten als Hauptakteure auf, die Wechsel der Pflanzungen wirken wie einzelne Szenen im Gesamtspiel. Die Serie»Deutscher Wald«nimmt diese Gedanken auf. In zurückgenommenen Farben zeigt sie Wald in hauptsächlich querformatigen Bildern - eine Reise vom Meer bis zum Mittelgebirge. Im Gegensatz zu anderen Arbeiten geht es um keinen persönlichen Wald, keine innere Zwiesprache. Hier ist der Betrachter distanzierter Gast, sieht Wald mit Abstand als geordnete Pflanzung. Abweichungen werden herausgeschält, der Wald ist hier eine Monokultur- Landschaft. Die Serie»Deutscher Wald«dokumentiert; sie ist ein Gegenentwurf zur Idealisierung unserer Waldflächen. Über ein Jahr hat die Fotografin Solveig Faust vom Meer bis zum Mittelgebirge die Jahreszeiten in den verschiedenen Wäldern festgehalten. In der Ausstellung werden davon 25 Farbfotografien gezeigt. Solveig Faust, (Original in Farbe) bis 28. April 2019 Museumshaus Im Güldenen Arm (Brandenburgische Kulturbund e.v.) Hermann- Elflein-Straße Potsdam Mi So Uhr brennpunkt 2/

26 Galerien Marsha Burns»Looking Back«Mit der Fotoausstellung»Looking Back«zeigt das Haus am Kleistpark erstmalig Aufnahmen der in Berlin beinahe vergessenen US-amerikanischen Fotografin Marsha Burns. Die Künstlerin war die einzige US-Fotografin, die 1984 im Rahmen der legendären»werkstatt für Photographie«an der VHS Kreuzberg zu einem Vortrag eingeladen wurde. Im Rahmen ihres Aufenthalts wurden ihre Fotografien in einer Gruppenausstellung im Amerika Haus Berlin präsentiert, in dem sich nach jahrelangem Leerstand und Umbau seit Herbst 2013 C/O Berlin etabliert hat. Während ihres Aufenthaltes in der noch geteilten Stadt entstanden mit der Großformatkamera zahlreiche Porträtaufnahmen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Subkultur. In den Schwarz-Weiß Porträts ist der Zeitgeist der Berliner»No Future«Generation ebenso zu spüren wie der Narzissmus der Protagonisten vor der Kamera. In ihren Werken setzt sich Marsha Burns hauptsächlich mit der künstlerischen Bildnis-Fotografie auseinander. Die Künstlerin inszeniert ihr Gegenüber im Ganz- oder Brustbild in Fotostudios in New York, Seattle und auch in der»werkstatt für Photographie«in Berlin-Kreuzberg. Burns arbeitet fast ausschließlich mit natürlichem Tageslicht, welches sie als integralen Teil ihrer von Licht- und Schatten dominierten Bildkompositionen einsetzt. Ihre männlichen und weiblichen Modelle präsentieren sich in ihren Fotografien entblößt oder bekleidet, häufig umgeben von klassischen Bildrequisiten, wie wir sie aus den Anfängen der Fotografie kennen. Burns verwendet beispielsweise ein Postament oder eine Glasscheibe, welche dem Modell zur Seite gestellt und mit ihren Spiegelungen in die Komposition einbezogen wird. Häufig positioniert sie ihre Protagonisten nahe vor einem neutralen, hellen Hintergrund. Haltung und Gestik der Marsha Burns, Posture, um 1979 Fotografierten sind von der Fotografin streng durchchoreografiert, hierbei wird die Rückbesinnung auf Kompositionsweisen aus der Malerei für das Fotobildnis deutlich. Marsha Burns schrieb über ihre Arbeit»The people I choose to photograph are often those for whom negative or tragically simple attitudes have been formed by the majority of society,in an age of technology and urbanization I am drawn to the boundaries, to people whose existence is self-defined.«marsha Bruns wurde 1945 in Seattle im US-Bundesstaat Washington an der Westküste geboren. Sie studierte von Freie Malerei an der University of Washington und setzte das Studium von an der University of Massachusetts in Amherst fort. Ihre ersten Erfahrungen mit Fotografie sammelte sie 1963 in einem Fotokurs in Seattle. Es sollte noch weitere sechs Jahre dauern, bis sie sich vollständig auf das Medium Fotografie als künstlerisches Ausdrucks- 26 brennpunkt 2/2019

27 Galerien Marsha Burns, Dreamer s, um 1984 mittel einließ. Seit Mitte der 70er Jahre lebt und arbeitet sie überwiegend in ihrer Geburtsstadt Seattle. Ihre Werke befinden sich heute in Sammlungen und Institutionen wie dem Museum of Modern Art, Metropolitan Museum of Art, Smithsonian American Art Museum, Stedelijk Museum in Amsterdam, Centre Pompidou in Paris, Center for Creative Photography an der Universität in Arizona in Tucson, Seattle Art Museum und weiteren Sammlungen. Benjamin Ochse Marsha Burns, Posture, um 1979 Eröffnung Donnerstag, 4. April 2019, 19 Uhr Einführung Benjamin Ochse 5. April bis 26. Mai 2019 HAUS am KLEISTPARK Projektraum Grunewaldstraße Berlin-Schöneberg Di So Uhr Eintritt frei brennpunkt 2/

28 Galerien Amin El Dib Body and Soul In was für einer Welt leben wir? Erleben wir nicht täglich den Widerstreit zwischen glitzernd fröhlichen Schauseiten und entsetzlichen Tragödien und Katastrophen? Diese Ambivalenz mag uns aktuell vorkommen, womöglich sogar als neue Qualität. Dem ist aber beileibe nicht so. Die wohl nachhaltigste literarische Bearbeitung erfuhr dieses Phänomen durch den französischen Aufklärer Voltaire. In seinem, Mitte des 18. Jahrhunderts erschienenen Roman Candide lässt er seinen Protagonisten den lebendigen Beweis antreten, dass es die vermeintlich»schönste aller Welten«real nicht gibt. Denn Candide erlebt den Krieg, Erbeben, Gewalt, Vergewaltigung und vieles von dieser schrecklichen Art mehr. Das war und ist die literarische Fassung einer widersprüchlichen Welt, wie sie, und das ist die bittere Wahrheit, schon seit Jahrhunderten besteht. Amin El Dib, lange in Berlin und nun in der Schweiz ansässig, schreibt nicht, sondern fotografiert. Nicht dass er sich in seiner bildnerischen Arbeit explizit auf Voltaire bezieht, es gibt aber unverkennbar Beziehungen, wenngleich auch nicht im wortwörtlichen Sinn. Seine Bilder sind in ihrer ästhetischen Fassung äußerst subtil angelegt und verheißen auf den ersten Blick nichts Bedrohliches. Erst bei näherem Hinsehen geben auch sie die Zweifel ihres Autors an der»schönsten aller Welten«preis. Amin El Dib, aus»von der Brüchigkeit des Seins«, 2016, (Original in Farbe) Die im Haus am Kleistpark eingerichtete Ausstellung mit dem Titel»Body and Soul«führt eine Auswahl seiner über die Jahre entstandenen und thematisch geordneten Werkgruppen zusammen. In der frühesten der hier ausgestellten und bis 1988 zurückreichenden Serie»Bilder von Menschen und Tieren«porträtiert er, wie es schon der Titel verrät, Frauen und Männer, die ihr Leben mit Tieren teilen. Neben Hunden und Katzen, die unverzichtbar dazu gehören, reicht die Skala der Tierarten darüber weit hinaus. Ob es die Personen oder doch eher die Tiere sind, die den Blick in die Bilder ziehen, bleibt von Bild zu Bild offen. Offen wie das Oszillieren zwischen Normalität und Skurrilität, Selbstverständlichkeit und Abwegigkeit, Witz und bitterem Ernst. Angesichts des Umstands, dass die Porträtierten mal bekleidet und ein anderes Mal unbekleidet zu sehen sind, verweisen seine Bilder darauf, dass die Frage der Bekleidung allein auf die Menschen, nicht aber auf die Tiere anzuwenden ist. Die tragen ohne Ausnahme ihre evolutionär angepassten Kleidungen. Insgesamt verrät allein diese Porträtserie Amin El Dibs ausgeprägtes Interesse an Menschen und nicht minder wichtig am Inszenieren, das allen Porträts mehr oder weniger zugrunde liegt. Nicht zum ersten Mal und die traditionellen fotografischen Spezifika sprengend, unterzog Amin El Dib seine zahlreichen von ihm fotografierten Porträts in der von 2000 bis 2002 entstandenen Serie»Weekenders«einer radikalen Dekonstruktion, indem er die Fotopapiere zerriss, zerknüllte und auch sonst rüde behandelte. Die solchermaßen entstandenen Motivfragmente fügte er in einem zweiten Schritt collagenartig neu zusammen, oder fotografierte die körperlichen Gebilde ein neues Mal. Bei diesem gewaltsamen Vorgehen, schließlich ist das Zerreißen oder Amin El Dib, aus»bilder von Menschen und Tieren«, Amin El Dib, aus»bilder von Menschen und Tieren«, Zerknüllen des Fotopapiers ein rabiater physischer Akt, ging der ureigene Porträtcharakter unverkennbar verloren, zugleich kreierte er jedoch mit dieser Technik eine hinsichtlich der Materialität wie Ästhetik neue Bildform. Die solchermaßen vollzogene Reinszenierung setzte er 2006 in der medienreflexiven Arbeit»Men at Work«auf andere Weise fort, indem er gezielt einzelne Gesichter mit geöffneten Mündern aus einschlägig pornografischen Publikationen, wie wir sie aus unserem pornografisierten Alltag kennen, heraus fotografierte. Die Verwandlung ins Schwarzweiße, die starke Fragmentierung sowie der Duktus der gerasterten Druckvorlage verleihen den so geschaffenen Bildern ein gänzlich verfremdetes Aussehen. Der pointierte Gestus des offenen Mundes, ursprünglich Ausdruck dargestellter sexueller Lust, nimmt absurde Formen an. In der nachfolgenden Serie»United Tongues«steigert Amin El Dib diesen Ein- 28 brennpunkt 2/2019

29 Galerien Amin El Dib, aus»men at Work«, 2006 Amin El Dib, aus»weekenders« druck noch, indem er die aus demselben Kontext stammenden Kussszenen durch starke Ausschnitte vollends in die visuelle wie gedankliche Abstraktion verwandelt. Schließlich umfasst die Ausstellung neben diesen durchgehend schwarzweiß fotografierten Bildserien noch eine größere Auswahl aus zwei jüngeren, jetzt farbig fotografierten Werkgruppen. In der»under Skies of Blue and Grey«betitelten und von 2007 bis 2014 fotografierten Serie folgt er dem tradierten Landschaftsbild, allerdings, und das muss sofort wieder die Einschränkung sein, fern von allen, Natur verherrlichenden Stereotypen. Ihre Andersartigkeit erschließt sich bei genauerem Hinsehen und in der Abfolge des Seriellen. Es sind die subtilen Verweise, die den wie auch immer gearteten Eingriff der Menschen erkennen lassen. Schon hier kann von Verletzungen gesprochen werden. Einen wesentlich deutlicheren Akzent setzte er bei den Jahren 2014 bis 2016 fotografierten antiken Statuen. Diese in der Baseler Skulpturhalle aufgenommenen Bilder der dort gesammelten Gipsrepliken handeln, wie diese Arbeit klar ausweist,»von der Brüchigkeit des Seins«. Selbst die auf Ewigkeit angelegten antiken Steinskulpturen, die den Gipsrepliken zugrunde lagen, haben Beschädigungen erlitten, verloren Gliedmaßen wie Teile ihrer Gesichter und mehr und zeugen so von der Verletzbarkeit allen Irdischen, womit im metaphorischen Sinn nicht allein die Steinplastik, sondern gleichermaßen die menschliche Existenz gemeint ist. Alles in seinen Bildern, und das ist das Verbindende zwischen den scheinbar disparaten Werkgruppen, verweigert sich Amin El Dib der absoluten Harmonie, dem Schönen schlechthin. Um es mit den Begriffen des Porträts zu formulieren, er schreibt den schönen Gesichtern zugleich die Fratze ein. Enno Kaufhold (Kurator der Ausstellung) Amin El Dib 1961 in Kairo, Ägypten, geboren 1966 Umzug nach Duisburg 1983 Studienbeginn an der TU Berlin 1990 Abschluss als Dip. Ing. der Architektur Seit 2001 Mitglieder der Deutschen Fotografischen Akademie Führung mit Kurator Enno Kaufhold und Amin El Dib Sonntag, 12. Mai 2019 um 16 Uhr Buchvorstellung»Von der Brüchigkeit des Seins«mit Rolf Sachsse und Amin El Dib Donnerstag, 23. Mai 2019 um 19 Uhr Eröffnung: Dienstag, den 9. April 2019, 19 Uhr 10. April bis 2. Juni 2019 HAUS am KLEISTPARK Grunewaldstraße Berlin-Schöneberg Di So Uhr Eintritt frei brennpunkt 2/

30 Galerien Jürgen Kobczyk, Christiane Penke, Joachim Elsholz»Fotografie Skulpturen MalereiZwei Fotografen, eine Fotografin. Alle drei sind langjährige Mitglieder im Arbeitskreis Künstlerische Aktfotografie. Jürgen Kobzcyk stellt neben Fotos Skulpturen und Gemälde aus. Christiane Penke fotografiert auch Männer, junge und welche, deren Körper von Leben erzählen. Joachim Elsholz liebt die Spontanität, die Natürlichkeit, das Einfangen eines Augenblicks.«Ekkehard Gollner»Magic Beauty 2«Als Berufsfotograf mit technisch-wissenschaftlichem Aufgabengebiet fand Ekkehard Gollner erst spät auch zur erotischen Fotografie, die ihn als Hobby und Kontrastprogramm zum gewohnten Beschäftigungsalltag reizte. Mit geeigneten Modellen und dem Gespür für Sinnlichkeit entstanden, seit nun schon 19 Jahren, überwiegend Studio-Aufnahmen, von denen er jeweils eine Auswahl in bereits 13 Einzelausstellungen in der Aktgalerie zeigen konnte. Seine künstlerisch gestalteten Aktund Erotik-Fotos haben Pfiff und sind zugleich eine Hommage an die Schönheit weiblicher Formen. Ausstellung des Arbeitskreises Künstlerische Aktfotografie»Anmut«Die Fotografen des Arbeitskreises Künstlerische Aktfotografie präsentieren in dieser Gemeinschafts-Ausstellung was sie unter Körperschönheit in Bewegung und Haltung verstehen und mit welchen Inszenierungen und fotografischen Mitteln sie diese individuellen Eigenschaften ihrer Models eindrucksvoll sichtbar machen. Joachim Elsholz Ekkehard Gollner Vernissage 3. Mai 2019 um 19 Uhr Jochen Deckert Vernissage 7. Juni 2019 um 19 Uhr 5. April bis 28. April 2019 Die Aktgalerie Krossener Straße Berlin- Friedrichshain 3. Mai bis 2. Juni 2019 Die Aktgalerie Krossener Straße Berlin- Friedrichshain 7. Juni bis 30. Juni 2019 Die Aktgalerie Krossener Straße Berlin- Friedrichshain Fr., Sa., So Uhr Fr., Sa., So Uhr Fr., Sa., So Uhr 30 brennpunkt 2/2019

31 Galerien Udo Rzadkowski»Portraits«Menschen sind der Schwerpunkt in meinem fotografischen Schaffen. Wobei das Portrait die intimste Annäherung an die Person vor der Kamera darstellt. Das Portrait entsteht aus der Begegnung zwischen Fotograf und Modell. Die Verantwortung hat der Fotograf, er ist der aktivere Teil, er dirigiert, interpretiert. Doch ohne ein gutes Zusammenspiel mit dem Modell gelingt nichts. Dabei ist jede Begegnung ein kleines Abenteuer. Es geht um zeigen und verheimlichen, sich offenbaren oder verstecken. Für mich ist es auch eine Entdeckungsreise. Wieviel lässt das Modell mich entdecken? Udo Rzadkowski, Sabrina Udo Rzadkowski, Lilo Im Grunde geht es um folgendes: Eine Persönlichkeit einzufangen im Augenblick der Blendenöffnung und das festgehaltene Ergebnis dann in der Fotobearbeitung zu interpretieren. Meine Zielvorstellung hat Rudolf Majonica treffend beschrieben:». die richtige Balance zu finden zwischen dem Wunsch, ebenso vorhandene Realität abzulichten wie auch mit der beabsichtigten Nachricht des Bildes sich selbst einzubringen.«udo Rzadkowski, Daphnee Vernissage: Donnerstag, 4. April 2019, 19 Uhr 5. April bis 21. Mai 2019 AMARCORD Handjerystraße Berlin-Friedenau Udo Rzadkowski, Hubert Mo Fr Uhr Sa ab 16 Uhr brennpunkt 2/

32 Galerien Russell James Angels and Icons Die Galerie CAMERA WORK freut sich, ab dem 13. April 2019 eine Ausstellung von Russell James zu präsentieren. Die Ausstellung»Angels and Icons«zeigt mehr als 40 neue Arbeiten des Fotokünstlers von der»new Generation of Supermodels«mit Lily Aldridge, Alessandra Ambrosio, Toni Garrn, Gigi Hadid, Kendall Jenner und vielen mehr. Mit der»angels«-serie gelingt es Russell James in enger Zusammenarbeit mit den Models, das Verständnis von Aktfotografie und die Darstellung des weiblichen Körpers in der Fotokunst neu zu definieren und sich von traditionellen Darstellungsmustern zu lösen. Zudem umfasst die Ausstellung eine Auswahl weiterer weltbekannter Hauptwerke. Die Ausstellung»Angels and Icons«ist eine umfassende Werkschau von Russell James. Der Großteil der Ausstellung beinhaltet neue Werke des Künstlers, die von 2016 bis 2018 entstanden sind. Die meisten Werke sind zum ersten Mal weltweit ausgestellt und geben Einblick in das Schaffenswerk des Künstlers und dessen Einfluss auf die gegenwärtige Aktund Modefotografie. Dabei unterscheidet sich Russell James Arbeitsweise und Annäherung an den Akt maßgeblich von traditionellen, sich wiederholenden Darstellungsmustern anderer Fotografen des Genres. Nicht der Voyeurismus, der Blick des Mannes auf den Akt oder die Verbindung des Aktes in Werbebotschaften sind die prägenden Charakteristika seiner Arbeiten. Die Werke zeigen vielmehr den Blick der porträtierten Frauen auf sich selbst, auf ihren Körper und auf ihre Persönlichkeit. Sie inszenieren sich und ihre Persönlichkeiten auf Grundlage eigener visueller Konzepte, die den Vorstellungen der Models entsprechen. Da die Fotografien exklusiv für die»angels«-serie von Russell James entstanden sind, liegen den Fotografien kein ein Auftrag oder vorgegebene visuelle Konzepte von Magazinen zugrunde. Dadurch sind die Fotografien Russel James, Toni, 2016 auch ein Zeitzeugnis für den Wandel des Genres der Aktfotografie mit einem modernen Zeitgeist, in dem Models ihre eigene Identität hinterfragen und den Umgang mit und den Blick auf ihren Körper selbst bestimmen. Russell James Russell James (*1962 in Perth) zählt zu den weltweit führenden Mode- und Aktfotografen. Der gebürtige Australier führte ein bewegtes Leben als Polizist einer Spezialeinheit und als Fotomodel, bevor ihm Ende der 1990er Jahre in New York der internationale Durchbruch als Fotograf gelang. In den Folgejahren hat er sich auf dem internationalen Kunstmarkt als Künstler etabliert, der die klassische Ästhetik der Modefotografie des späten 20. Jahrhunderts mit zeitgenössischen Elementen und einer formenden Stilistik verbindet. Daher gilt er auf dem Kunstmarkt als Fotograf, der die Arbeit von Künstlern wie Herb Ritts und Patrick Demarchelier weiterentwickelt und die Supermodel-Fotografie im 21. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst. Mit dieser Synergie zwischen klassischer und zeitgenössischer Fotokunst prägt er auch das weltweite Bild des Unternehmens Victoria s Secret, für das Russell James seit vielen Jahren als offizieller Fotograf tätig ist. Seine fotografischen Arbeiten reflektieren aber auch die Kultur seines 32 brennpunkt 2/2019

33 Galerien Russel James, Sara Blue Portrait, 2016, (O.i.F.) Russel James, Romee Full Portait, 2016 Russel James, Alessandra Ambrosia, 2017 Heimatlandes Australien. Besondere Landschaften, beeindruckende Szenerien und spektakuläre Lichtverhältnisse tragen zum individuellen Stil des Künstlers bei. Russell James ist ebenfalls bekannt für sein Kunstprojekt mit dem Titel»Nomad Two Worlds«eine Kunstserie, die von den globalen Auswirkungen des Aufeinandertreffens verschiedener Kulturen inspiriert ist. Mit dem Start in New York im Jahr 2009 und mit der Unterstützung von Donna Karan, Hugh Jackman und der australischen Regierung wurde die Serie seitdem in Zusammenarbeit mit CAMERA WORK unter anderem in Berlin und in der National Gallery of Victoria in Australien gezeigt. Russell James wird in Europa exklusiv von CAMERA WORK vertreten. 13. April bis 8. Juni 2019 Galerie Camera Work Kantstraße Berlin-Charlottenburg Di Sa Uhr Homepage: Facebook: brennpunkt 2/

34 Galerien KÜNSTLERINNEN IM DIALOG Freiheit der Formen / Kühnheit der Farben Schwerpunkt einer neuen Version von»künstlerinnen im Dialog«sind neben Gemälden von Johann Walter-Kurau-Schülerinnen die Fotografien von Poupée-Portraits der russischen Künstlerin Marie Vassilieff ( ). Die seit 1907 in Paris ansässige, vom Kubismus und Konstruktivismus beeinflusste Malerin beschäftigte sich nach dem Ersten Weltkrieg mit den von ihr selbst so genannten Poupée-Portraits: grotesken Puppen und Marionetten, sowie Kopf- und Ganzkörperskulpturen von Prominenten und Künstlerfreunden, gefertigt aus Leder, Metall, Stoffen und Lumpen, Knöpfen, Glasperlen, Drähten, Federn. Die damals in Europa herrschende Begeisterung für afrikanische Masken, die so genannte»art négre«, und die Kunst Ozeaniens mit den ausdrucksstarken Physiognomien hat Marie Vassilieff in ihren Puppen fasziniert aufgegriffen. Mit unglaublicher Fingerfertigkeit gelang es ihr die individuellen Details genau zu erfassen und dabei auch zu übertreiben, so dass ihre Bildnisse als kunstvolle Skulpturen gesammelt und für die Portraitierten in den Status von Kultobjekten erhoben wurden. Künstlerkollegen wie der Schriftsteller Blaise Cendrars empfanden über das kunstvolle Poupée-Portrait, das ihm zu einer Art Fetisch geworden war, eine tiefe Verbundenheit zum afrikanischen Kontinent. Marie Vassilieff, Poupée-Portrait Jeanne Duc, c.1922, Foto-Delbo, Das Verborgene Museum 1922/23 stellte der Modemacher Paul Poiret, bekannt für seine vom Zwang zum Korsett befreiten Modeentwürfe für Frauen, der Künstlerin seine Galerie»Chez Martine«für eine Einzelausstellung mit Gemälden und den Poupée-Portraits zur Verfügung. Neben Poiret als Ganzfigur, nackt mit Feigenblatt und der Malerin Marie Laurencin auf dem Arm, waren unter vielen anderen auch Leo Trotzki, Matisse und Picasso zu sehen. Die Schau wurde zu einem sensationellen Erfolg, der zu einer kaum zu erfüllenden Nachfrage nach weiteren Puppen führte. Die Puppe von Alfred Flechtheim, der sich häufig in den Pariser Künstlerkreisen aufhielt, entstand ungefähr 1925 und das deutsche Publikum konnte Beispiele der Portraits in seinem Magazin»Querschnitt«betrachten. Vassilieff ließ ihre fragilen Einzelstücke von dem Pariser Fotografen Pierre Delbo fotografieren, um sie auch als einzelne Fotografien oder in Mappen zu vertreiben. Eine Auswahl dieser Aufnahmen u.a. von der Modemacherin Jeanne Duc, dem Tänzer Jean Borlin, dem Impressario Rolf de Maré, Paul Poiret und Alfred Flechtheim sind in der Ausstellung zu sehen. Eröffnung: Mittwoch, 10. April 2019 um 19 Uhr Marie Vassilieff, Poupée-Portraits Picasso et Matisse, c.1922, Foto-Delbo, Das Verborgene Museum Marie Vassilieff, Poupée-Portrait Blaise Cendrars, 1922, Foto-Delbo, Das Verborgene Museum 11. April bis 11. August 2019 DAS VERBORGENE MUSEUM Schlüterstrasse Berlin-Charlottenburg Do + Fr Uhr Sa + So Uhr 34 brennpunkt 2/2019

35 Galerien Karin Székessy SKULPTURAL SURREAL Karin Székessy zählt zu den wichtigsten europäischen Fotografinnen seit den 1960er Jahren. In kongenialer Zusammenarbeit mit ihrem Mann, dem Maler, Grafiker und Bildhauer Paul Wunderlich, entwickelte sie einen unverwechselbaren fotografischen Stil, der tief in den Mythen und in der Kunstgeschichte verwurzelt ist. Neben den Portraits, Landschaften, Stilleben und den Reportagen sind es Karin Székessys Aktfotografien, mit denen sie international berühmt wurde die Chaussee 36 jetzt in einer Einzelausstellung zeigt. Über die Aktfotografie von Karin Székessy heisst es, sie habe ihr den weiblichen Blick beigebracht. Um so spannender erscheint der Versuch einer Neubetrachtung - vor allem vor dem Hintergrund eines immer noch stark geprägten männlichen Blickes auf den weiblichen Körper und die gegenwärtige Rezeption und Wahrnehmung dieser Betrachtungen. Székessys Frauenakte wirken weniger entblößt und voyeuristisch aufgeladen. Im Vordergrund ihrer Akte steht ein ihr selbst vertrauter weiblicher Blick. Die Frauen wirken frei, bescheiden und fast unauffällig - sie werden dadurch unantastbarer, was jedoch nicht bedeutet nicht, dass Eros abwesend ist, wie es seinerzeit im Text ihrer Ausstellung in der Berliner Galerie Werner Kunze steht begann Karin Székessy zu fotografieren. Schon bald entwickelte sie einen ganz eigenen, surrealen Stil mit inszenierten und mysteriös anmutenden fotografischen Bildern. Möglicherweise ist es ihr bildhauerisches Auge, welches den Körpern eine selbstbewußte Präsenz verleiht. Die Fotografien von Karin Székessy scheinen mit der Kamera gemeißelt zu sein. Das Spiel mit dem Licht formt die dargestellten, zumeist nackten Frauenkörper - Konturen werden zu skulpturalen Formen und Karin Szekessy,»Über den Stuhl gelegt«,1969 erzeugen eine magisch surreale Stimmung. Székessy selber sagt dazu: Wichtig ist, dass die Modelle die Absurdität meiner Arbeiten verstehen. Die symbolischen Elemente verdichten die auf den ersten Blick rätselhaften Szenarien mit Masken und anderen mysteriösen Requisiten. Sie erfindet Bilder und fordert uns auf, sie weiterzudenken. Székessy Bildmetaphern sind diskret und erzählen auf eine distanziert, fast flüchtige und dennoch persönliche Art und Weise von Sehnsucht und Wünschen, aber auch von vergänglicher Schönheit. Es sind zumeist stille Arbeiten, in denen die Beziehung der Fotografin zu ihren Modellen spürbar ist. Sie haben keine perfekten Körper und sind vielmehr natürlich schön. Ich fotografiere weibliche Körper und dirigiere sie, damit sie schön sind, sagt die Fotogra- fin und fügt hinzu, dass sie sich in ihnen auch selbst spiegelt. Die inszenierten Bilder werden zu einer Art Selbstportrait. Harald Theiss Kurator Autor Vernissage: Freitag, 11. April 2019, Uhr Die Künstlerin ist anwesend 12. April bis 25. Mai 2019 Galerie Chaussee 36 Chausseestraße Berlin-Mitte Mi Sa Uhr und nach Vereinbarung Eintritt brennpunkt 2/

36 Galerien Jugend Fotografiert 2019 Im Rahmen eines Open Call lud die Fotogalerie Friedrichshain in Zusammenarbeit mit dem Projektraum feldfünf alle interessierten Schulen, Projekte und jungen Personen in Berlin ein, bei gratis Fotoworkshops und der Ausstellung Jugend Fotografiert 2019 mitzumachen. Die Ausstellung findet bereits das vierte Jahr in Folge in der Fotogalerie statt. Jugend Fotografiert ist eine Workshopund Ausstellungsreihe, bei der Kinder und Jugendliche die Gelegenheit haben, in einer professionellen Galerie ihre Fotografien präsentieren zu können und unter Anleitung von erfahrenen Fotograf*innen und Galerist*innen bei der Entstehung einer Ausstellung dabei zu sein. Mit Jugend Fotografiert soll die künstlerische und kulturelle Vielfalt junger Fotograf*innen der Hauptstadt präsentiert werden. Janusch Fiedelak, Meine Freundin Mandy und Paris, 2018, (O.i.F.) Im Jahr 2019 förderte die Robert Bosch Stiftung erstmals das Projekt, wodurch gleich mehrere Workshops mit erfahrenen Fotografinnen durchgeführt werden konnten: Laure Gilquin baute mit Schüler*innen Lochkameras selbst und nahm die Gruppe mit auf eine kreative Reise zu den Anfängen der Fotografie. In ihrem Workshop»Magic Insta Material«zeigte Anna Ehrenstein, wie man Selfies und Portraits für Instagram durch kreative Veränderungen das gewisse Etwas verleiht. Christine Fenzel ermutigte die Teilnehmer*innen, sich in ihrem Portrait-Workshop weg von der klassischen Vorstellung eines Portraits zu bewegen. Maya Schweizer nahm Schüler*innen auf eine Entdeckungstour, um die Geschichte des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg mit der Kamera zu erkunden. Ausgewählte Ergebnisse all dieser Workshops mit verschiedenen Schulen und zusätzlich die interessantesten Einreichungen des Open Calls sind in der Gruppenausstellung zu sehen. Auch für das Hängungskonzept gab es einen eigenen Workshop mit den Teams von feldfünf und der Fotogalerie Friedrichshain, um als Kollektivleistung eine wilde und spannende Ausstellung zu präsentieren. Einen ersten Eindruck über die vergangenen Ausstellungen können Sie unter den folgenden Links gewinnen: id=125 v=jo-pebae4ki&list=pl9uj5o-pb2x- 58AkW-vnSOXtZJgT_mLPOV&index=1 Vernissage: Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr 12. April bis 3. Mai 2019 Fotogalerie Friedrichshain Helsingforser Platz Berlin-Friedrichshain Di, Mi, Fr, Sa Uhr Do Uhr Eintritt frei S- und U-Bhf Warschauer Straße Tram M10 und M13 facebook/fotogaleriefriedrichshain 36 brennpunkt 2/2019

37 Galerien Silke Panknin»borders«In verschiedenen Waldformationen färbt die Künstlerin die Borke von Bäumen mit weißer Kalkfarbe ein. Die Höhe wird je nach Linienverlauf durch ihre Körpergröße festgelegt. Die vertikale Markierung der Bäume ist durch die Aneinanderreihung verschiedener Bäume als Linie zu lesen, wobei die Anzahl der gekalkten Bäume durch den Ausschnitt im Sucher der Kamera bestimmt wird. Die Künstlerin kalkt die Baumrinde der jeweils gewählten Baumreihe mit einfachem gelöschtem Kalk, der mit Wasser angerührt wird. Das Auftragen der Kalkfarbe erfolgt mit einem breiten Tapezierpinsel. Die weiße Farbe verschwindet witterungsbedingt nach mehreren Regengüssen. Alle Baumlinien werden fotografisch mit einer Hasselblad Kamera dokumentiert. Die Schwarzweiß-Negative werden von der Künstlerin im Fotolabor auf Barytpapier im Format 70 cm 100 cm vergrößert. Das Projekt ist als fortlaufendes Projekt angelegt und wurde im Frühjahr 2012 in der Gemarkung Rammert bei Rottenburg in Baden-Württemberg begonnen. Der Betrachter bekommt das Projekt nicht in seiner originalen Form, also im jeweiligen Wald, dort, wo die Linien für eine begrenzte Zeit installiert sind, sondern als Abbild in der Fotografie zusehen. Der eigentliche Akt und das originale Objekt bewahren so ihre Distanz zum Betrachter und gestatten ihm durch die fotografische Dokumentation lediglich von außen einen Blick in die Arbeit. Prozess und verletzlicher Raum, der der Zeit unterworfene Vorgang, die Baumlinien selbst, das Tempelinnere, bleiben geschützt. Mal scheint die Linie von einem Hügel auf den Betrachter zuzulaufen, mal geht sie einen Hügel hinauf vom Betrachter weg. Mal säumt die Linie einen kleinen Kamm geradewegs, und mal verläuft die Silke Panknin Linie den Hügel hinunter, durchquert eine Mulde und zeigt den Hügel wieder hinauf. Beim Betrachten der großformatigen Fotografien beginnt die Arbeit lebendig zu werden. Sie bekommt ihr Eigenleben. Die weiß gekalkten Stammteile scheinen sich zu bewegen und sind doch bewegungslos. Eine Prozession, schreitend durch die Zeit in stummer Übereinkunft, aus unbekanntem Motiv, mit unbekanntem Ziel. Totenwächter vielleicht, wachend über das quer liegende Totholz. Wegmarken in eine andere Welt, ausgesetzt den Geräuschen des Wales, dem durch Morgen-, Mittags- und Abendlicht, durch Wind und Regen, Schnee und Sonne, durch Herbst, Winter, Frühjahr und Sommer ständig wechselnden Lichteinfall. Silke Panknin studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und Bildende Kunst an der ENSAV (École nationale supérieure des arts visuels la Cambre) in Brüssel. Von 2002 bis 2004 war sie als Gründungsmitglied im Ausstellungsraum Shedhalle Tübingen e.v. aktiv und kuratierte 2004 die Ausstellung Körperbilder und Projektionen. bis 1. Juni 2019 world in a room projektraum für fotografie Brunhildstraße Berlin-Schöneberg Fr + Sa Uhr brennpunkt 2/

38 Galerien André Kirchner»Stadtrand Berlin 1993 / 1994«Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls zeigt die Berlinische Galerie erstmalig ein besonderes Konvolut ihrer Sammlung. Für die Serie»Stadtrand Berlin«(1993/1994) fotografierte der bekannte Fotograf André Kirchner (*1958) entlang der historischen Stadtgrenze des nun wieder vereinten Berlins. Geografischer Ausgangspunkt der Serie war der ehemalige Grenzkontrollpunkt Drewitz. Als Perspektive wählte Kirchner den Blick vom Umland in Richtung Stadt. Gegen den Uhrzeigersinn fortschreitend bewegte er sich von März 1993 innerhalb eines Jahres bis zur Glienicker Brücke vor Potsdam. In 60 Einzelaufnahmen entstand so ein Bild von der Peripherie Groß-Berlins, wie sie 1920 mit der Eingemeindung festgelegt worden war und mit ihrer Länge von 234 km nahezu der heutigen Ausdehnung entspricht. In Kirchners Panoramabildern werden auf subtile Weise die Spuren von 150 Jahren Stadtgeschichte sichtbar. Die dokumentarisch angelegte Serie zeigt neben Relikten der Berliner Mauer auch Gehöfte, die auf bäuerliches Leben verweisen, lange Chausseen, Ruinen von Fabriken, die durch die fortschreitende Industrialisierung im 20. Jahrhundert entstanden, und auch moderne Satellitenstädte. André Kirchner, Süd, Kleinziethen, Felder östlich von Lichtenrade. Aus der Serie: Stadtrand Berlin 1993/94 André Kirchner, Süd, Großziethen, Bauerwartungsland vor Buckow. Aus der Serie: Stadtrand Berlin 1993/94 1. Mai bis 5. August 2019 Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur Stiftung Öffentlichen Rechts Alte Jakobstraße Berlin-Kreuzberg Mi Mo Uhr Dienstags geschlossen André Kirchner, Süd, Schönefeld, nicht kartierte Grenzstraße vor Rudow. Aus der Serie: Stadtrand Berlin 1993/94 Künstlergespräch: Mittwoch, 22. Mai 2019, 19 Uhr mit André Kirchner André Kirchner.»Stadtrand Berlin«Hrsg. Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur Hartmann Projects, 144 Seiten, 60 Abb., Text von Ulrich Domröse, Deutsch/Englisch 38 brennpunkt 2/2019

39 Galerien André Kirchner, Süd, Schönefeld, Teich nördlich des Bahnhofs. Aus der Serie: Stadtrand Berlin 1993/94 André Kirchner, Süd, Schönefeld, ehemaliger Grenzkontrollpunkt an der Waltersdorfer Chaussee, Blick nach Altglienicke. Aus der Serie: Stadtrand Berlin 1993/94 André Kirchner, Ost, Marzahn, Straßenbahndepot an der Landsberger Allee. Aus der Serie: Stadtrand Berlin 1993/94 Repros: Anja Elisabeth Witte brennpunkt 2/

40 Galerien Peter Braunholz Andrea Wilmsen»Raum und Identität«Erstmals sind vom Frankfurter Fotokünstler Peter Braunholz Arbeiten in einer Galerieausstellung in Berlin zu sehen, die er zusammen mit seiner Berliner Kollegin Andrea Wilmsen in der aff Galerie zeigt. Mit»Chinese Dreams«zeigt Braunholz unter anderem eine großformatige Fotografie, die er 2013 im Rahmen eines China-Stipendiums in Suzhou angefertigt hat. Im Hintergrund sind Hochhäuser zu sehen, doch was hat das farbenfrohe Sammelsurium im Vordergrund zu bedeuten? Vielleicht ein Vergnügungspark? Braunholz hat Perspektive und Blende so gewählt, dass das Bild wie aus vielen einzelnen Elementen zu einer Collage zusammengefügt scheint, und thematisiert auf diese eigenwillige Weise die Vorlieben, Wünsche und Träume vieler Chinesen. Seine Arbeit ist einerseits geprägt vom Vergleich des Virtuellen mit dem Realen, andererseits von der Suche nach der flüchtigen Identität gewöhnlicher Orte. Andrea Wilmsen erkundet in ihren neuen Arbeiten»Räume«, die dem Betrachter ebenfalls Rätsel aufgeben können: In welcher Art Gebäude befinden wir uns? Was spielt sich hier ab? Halb geöffnete Kartons, zerknüllte Verpackungsreste und gestapelte Bilderrahmen, von der Decke ragen Lampen und Leuchter in die unaufgeräumte Szene hinein. Auch im zweiten Bild spielt Wilmsen mit Wahrnehmung und Assoziation: Ein Einblick durchs Fenster, der gleichzeitig ein Durchblick durch den Raum und aus dem gegenüberliegenden Fenster hinaus ist, direkt auf eine verfallene Wand. Befinden wir uns in einer Filmkulisse? In der Serie»Ecken«, für die Braunholz mehrfach international ausgezeichnet wurde, spielen Wände ebenfalls eine wichtige Rolle noch mehr allerdings Andrea Wilmsen, (O.i.F.) Peter Braunholz, (O.i.F.) das, was sich hinter ihnen abspielt und wir nur erahnen können. Das konsequent quadratische Format, die jeweils ausgewogene Balance der Bildelemente, das fahle Licht, die Rahmen-in-Rahmen Kompositionen mit Fenstern und Kanten all dies unterstützt die unwirkliche Atmosphäre der Bilder. Inspiriert wurde Braunholz hierzu auch durch die Lektüre des Buchs The Transfiguration of the Commonplace des Kunst-philosophen Arthur Danto (Harvard Press, 1981). Tatsächlich hat die Besinnung auf das Gewöhnliche als Motiv in der Kunst heutzutage besondere Relevanz, denn sie unterläuft den aktuellen Trend zum Kunstevent und immer größeren Spektakel. In Andrea Wilmsens Serie»This Very Moment«wird dies ebenso deutlich. Ihre Fotografien sind an Orten entstanden, die uns überall begegnen können - und dem eiligen Betrachter doch verborgen bleiben. Es braucht das geschulte Sehen, um sie zu entdecken und ins passende Format zu rücken. Wilmsens Ästhetik strebt hier ins grafische und malerische, behält aber stets den Bezug zu Material und Struktur, sprich: zur Realität. Sie sucht nicht die Peter Braunholz, (O.i.F.) Andrea Wilmsen, (O.i.F.) große Geste, sondern vermittelt feine, stille Poesie. Dass die Ausstellung ein vielfältiges Seherlebnis bietet, liegt nicht zuletzt daran, dass beide Künstler nicht nur inhaltlich, sondern auch formal auf mehreren Ebenen arbeiten. Vernissage und Künstlergespräch mit Julia Rosenbaum 10. Mai 2019 Eröffnung ab 19 Uhr Künstlergespräch 20 Uhr 11. Mai bis 16. Juni 2019 aff Galerie Kochhannstraße Berlin-Friedrichshain Sa So Uhr brennpunkt 2/2019

41 Galerien Horatiu Sava»Transsilvanien«Aufgewachsen ist der Fotograf Horatiu Sava in der siebenbürgischen Kleinstadt Sighisoara/Schäßburg, eingebettet in eine idyllische Landschaft, zwischen Wäldern und niedrigen Bergen. Nach über 20 Jahren, nachdem der Kommunismus gefallen ist, kehrt der Fotograf in seine Heimat zurück und versucht die Erinnerungen seiner Kindheit, sowohl durch die unverändert gebliebenen Dorflandschaften, als auch durch die Wandlung der Städte in den letzten kapitalistischen Jahrzehnten, aufleben zu lassen. In der Serie Dacia & Chauffeur beschäftigt sich der Fotograf mit einer kindlich utopischen Zeit, in der zumindest über das Fahrzeug, den Dacia 1300, alle gleichgestellt waren. Heutzutage ist dieses Fahrzeug noch immer auf Rumäniens Straßen präsent. Es ist aber kein Zeichen der Gleichheit mehr, sondern der Ungleichheit. Es ist das Auto der Armen, die nicht über die Ressourcen verfügen um sich ein moderneres Fahrzeug leisten zu können. Horatiu Sava, (O.i.F.) Nicht nur in der Dacia & Chauffeur Serie sind die Menschen ein wichtiger Aspekt. Insgesamt stehen die Portraits für die heutige Zeit und lassen an die Zukunft denken. Vernissage: 11. April 2019, 19 Uhr Horatiu Sava, (O.i.F.) 12. April bis 24. Mai 2019 Fotogalerie Potsdam Am Neuen Garten Potsdam Mo Fr: Uhr brennpunkt 2/

42 Galerien Feng Li Er entdeckt Skurilitäten in der Realität und präsentiert gewöhnliche Lebensszenen auf ungewöhnliche Weise. Seit 2005 arbeitet Feng Li an seiner einzigen Serie White Night. Er wandert in der Stadt herum, beobachtet instinktiv Menschen, Objekte und Landschaften, die wir intuitiv kennen und hält diese fest. Diese Momente verwandeln sich auf seinen Bildern in etwas Seltsames und Unerwartetes. Kuratiert von: Amelie Kahn-Ackermann, Jana Ritchie & Lars Dreiucker Feng Li,»Cepheid girl«, (O.i.F.) Feng Li,»Men and birds«, (O.i.F.) 27. April bis 7. Juni 2019 Sprechsaal Marienstraße Berlin-Mitte Vernissage: 26. April 2019, 19 Uhr Finissage: 7. Juni 2019, 19 Uhr Mi Sa Uhr 42 brennpunkt 2/2019

43 Galerien Peter Hahn»Fotografische Zuwiderhandlungen in Berlin«Draußen und nicht im Wohnzimmer Peter Hahn, (Original in Farbe) Peter Hahn, (Original in Farbe) Fotografie ist Begegnung und Abstraktion des Alltäglichen. Scheinbar ungewöhnliche Augenblicke um uns herum in ein Bild zu fassen, bevor diese an Bedeutung verlieren und im Nichts verschwinden, das ist mein Anliegen. In der Fotografie liegt für mich Spannung, Dialog, Überraschung, Freude, Widerspruch, Einsamkeit und das Schöne zu sehen - und manchmal den fotoblues zu haben. Die Fotografie ermöglicht mir, die Welt in ihrer Widersprüchlichkeit zu zeigen. Oft liegen Witz und Ernsthaftigkeit nah beieinander. Zweifelsohne zeigen die Bilder meine eigene Wahrnehmung. Sie sind somit eine subjektive Verortung der Wirklichkeit. Der Titel der Fotoausstellung»Fotografische Zuwiderhandlungen«deutet auf den Aspekt hin, dass die Rahmenbedingungen der Streetfotografie immer schwieriger werden. Fotografie ist kein Voyeurismus. Ein Schwerpunkt meiner fotografischen Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit Berlin, der Stadt, in der ich seit 45 Jahren lebe. Berlin ist kreativ, vital, anonym, manchmal Stulle und warten bis es Dunkel ist. Es gab die Errichtung der Mauer und deren Abriss. Wahnsinn. Aber det Ding is imma noch present in den Köppen und uffm Sportplatz. Fragwürdig der Hang zur eigenen Überschätzung, mitunter obszön die Fahrweise, wunderbar die Leere in den sommerlichen Ferienzeiten. Berlin ist aufgemotzter denn je und doch noch keine Weltstadt, trotzdem perspektivreich. Und bedenklich spießerbekleckert: Ich Rudow, Du Marzahn, nein ich bin richtig in Friedrichshain oder... Alles Sülze. Echtes Biotop und keiner pflegt es. Organisierte Verantwortungslosigkeit. Gentrifizierung. No go Areas. Touris und Äh-Alter was ist los? Für Fotografen ist Berlin eine Herausforderung. Eine tägliche Entdeckung. Herkömmlich Bekanntes, oft unbeachtet, vermeintlich verborgen oder gar unzugänglich. Wunderbar die alte Industriearchitektur. Hübsche junge Menschen, gruftig im Gehabe. Entspannt sitzen im Café. Man/Frau kann alles ansprechen. Keine Angst mal das Falsche zu sagen. Die Zahl der schlecht Gekleideten nimmt ab. Der Schmelztiegel Berlin ist eine Stadt der Brüche - nichts wie hin. Berlin soll aus dem Slawischen kommen und bedeutet Sumpf. Es gibt viele Orte, wo Du Berlin erleben kannst. So auf meiner Ausstellung in der wunderschön an der Dahme und am Rande der Müggelberge gelegenen traditionellen Ausflugsgaststätte»Schmetterlingshorst«. Vernissage: Sonntag, 28. April 2019, 15 Uhr mit Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes Berlin und Schirmherr der Ausstellung Musik:»Schall und Rauch«28. April bis 30. Juni 2019 Schmetterlingshorst Zum Schmetterlingshorst Berlin-Köpenick täglich Uhr Sa + So Uhr Telefon brennpunkt 2/

44 Galerien MAGIE DER STILLE mit photographischen Bilder von Nomi Baumgartl Lennart Durehed René Groebli Thomas Hoepker Monique Jacot Hannes Kilian Birgit Kleber Barbara Klemm Jens Knigge Koichiro Kurita Robert Lebeck Herbert List Isa Marcelli Vera Mercer Stefan Moses Valentina Murabito Ulrike Ottinger Marek Pozniak Sheila Rock Max Scheler Liselotte Strelow Karin Székessy Donata Wenders Kurt Wyss Es sind oft die einfachen Dinge des Lebens, die uns plötzlich berühren, heiter oder nachdenklich stimmen. Das scheinbar Alltägliche, das uns die magischsten Augenblicke schenkt. Momente, in denen sich hinter der sichtbaren Erscheinung Unerwartetes, Tiefsinniges, manchmal auch Unbewusstes offenbart. Momente wie sie in der Jubiläumsausstellung»Magie der Stille«überall präsent sind. Zum Beispiel in der Photographie eines Fahrrades, das zwischen den Bäumen eines Tempelwaldes abgestellt wurde. Von der Regisseurin und Dokumentarfilmerin Ulrike Ottinger 1985 auf einer Chinareise entdeckt, erzählt das einsame Gefährt von einem unbekannten rätselhaften Land. Wie die Menschen, die das Fahrrad einfallsreich konstruiert haben, bleiben auch die japanischen Geishas, deren hölzerne Sandalen auf dem Photo von Nomi Baumgartl zu sehen sind, für den Betrachter unsichtbar. Doch werden Holz und Stein vom Licht belebt, lassen eine ganze Kultur und Tradition aufscheinen. Auf ihre Besitzerinnen wartend stehen diese Schuhe an der Schwelle zu einer ganz eigenen, nach strengen Regeln ausgerichteten Welt. Dass der Photographie trotz aller Technik eine tiefe Magie innewohnt, spiegelt sich in der photographischen Interpretation der italienischen»pittura René Groebli, #521 aus»das Auge der Liebe«, Paris 1953 Metafisica«von Herbert List. List hat unterschiedlichste Elemente zu einem metaphysischen Stillleben vereint. In der unwirklich anmutenden Szenerie hat ein imaginärer Violinist beim Verlassen des Raumes nicht nur sein Instrument niedergelegt, sondern auch beide Hände abgestreift. Während hier der surreale Dialog die Komposition bestimmt, sind es anderswo die leise sprechenden Gesten, die den Bildraum erfüllen. So feiert die Aktphotographie von René Groebli den sinnlichen Moment des sich Entkleidens, den kostbaren und unwiederholbaren Augenblick. Der persönliche intime Blick, das»auge der Liebe«findet sich auch bei Stefan Moses wenn er seinen Sohn Manuel porträtiert. Selbstvergessen greift der kleine Junge nach den bereits unerreichbar entschwebten Seifenblasen, Zeit und Raum verschwinden im Spiel des Kindes. 44 brennpunkt 2/2019

45 Galerien Karin Székessy,»Die Hand der Dame«, 2004 Herbert List,»Kammermusik«, Wien 1944 Jens Knigge hält seine Impressionen aus den nördlichen Polarregionen in der anspruchsvollen Technik des Platin-Palladium-Drucks fest. Es lohnt sich, denn die Ruhe und Geduld, die der Künstler für die Arbeit benötigt, teilt sich Bildern wie»northern Roads«unmittelbar mit. Mit größter handwerklicher Präzision werden die feinsten Schattierungen und Verwehungen der von Eis, Schnee und Wind geschaffenen Landschaft herausgearbeitet, bis das Naturerlebnis sich der Abstraktion annähert und sich in ein Sinnbild von Stille und Unendlichkeit verwandelt. Formale Konzentration findet sich auch in der Photographie von Karin Székessy, die ein einzelnes Objekt ins Zentrum des Interesses stellt. Die»Hand der Dame«Stefan Moses,»Manuel«, 1967 will in ihrer plastischen Präsenz gesehen, die Oberfläche optisch abgetastet werden. Indem wir die Form mit dem Auge erforschen, bemerken wir ihre Verletzlichkeit und allmähliches Vergehen. Eine Erklärung liefert die Photographie nicht so wenig wie»leiko Dreaming«- von Donata Wenders, die uns mit raffinierter Dramaturgie fesselt. Während wir nach einer Deutung suchen, versinken wir bereits im Bild, haben uns auf das Spiel von Sehen und Denken, Erinnerung und Erwartung, Realität und Traum eingelassen. Hannes Kilian,»Vogelspuren auf einer verschneiten Treppe«, 1965 Die Photographie, das scheinbar so realistische Abbild der Wirklichkeit, lässt auch Raum für Zwischenwelten. Momente des Übergangs und der Transformation verdichten sich in den Kompositionen von Sheila Rock und Isa Marcelli. Ein geöffnetes Tor lädt ein, das Unbekannte zu betreten, das Reich unserer Gedanken und Träume. Eine Welt, in der uns vielleicht ein wandelnder Fisch begegnet in einem verzauberten Augenblick, der sogleich wieder verschwinden wird wie die zarten Vogelspuren auf einer Treppe. Gerade weil sie sich nicht festlegen lassen, gehen uns die hier versammelten Photographien nicht aus dem Sinn, prägen sich ein wie das Licht auf dem Photopapier. Denn»Magie der Stille«kann uns durch einen Tunnel aus Bäumen ins Licht führen wie bei Barbara Klemm oder wie Thomas Hoepkers Pinguine bis an den Horizont und ans Ende des Eises. Susanne Schmid bis 29. Mai 2019 Johanna Breede PHOTOKUNST Fasanenstraße Berlin-Charlottenburg Di Fr Uhr und nach Vereinbarung brennpunkt 2/

46 Galerien CRAZY Leben mit psychischen Erkrankungen Mit Arbeiten von Laia Abril (Spanien), Sibylle Fendt (Deutschland), Nora Klein (Deutschland), Louis Quail (UK) und Melissa Spitz (USA). Deutschlandweit erkrankt mehr als jeder vierte Erwachsene im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung. Am häufigsten treten Angstzustände, Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen auf. Für die knapp 18 Millionen Betroffenen und ihr soziales Umfeld hat dies oft massive Einschränkungen in allen Lebensbereichen zur Folge. Obwohl psychische Erkrankungen einen Großteil der Bevölkerung betreffen, sind sie oftmals mit Stigmata behaftet und werden tabuisiert. Über das Leben mit psychischen Erkrankungen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen gibt es unklare Vorstellungen; individuelle Krankheitsbilder verunsichern Außenstehende. So gelingt es kaum, Betroffenen in ihrer Welt nahe zu kommen. Die Ausstellung CRAZY Leben mit psychischen Erkrankungen präsentiert Arbeiten von fünf international renommierten Fotograf*innen. Sie haben sich aus ganz persönlichen Gründen mit dem Thema auseinandergesetzt. The Epilogue der spanischen Fotografin Laia Abril erzählt die Geschichte der Familie Robinson, die ihre jüngste Tochter durch Bulimie verlor. Das gleichnamige Buch wurde für den Paris Photo Aperture Foundation PhotoBook Award 2014 nominiert. In Gärtners Reise dokumentiert die Fotografin Sibylle Fendt die letzte Reise Lothar Gärtners und seiner an Demenz erkrankten Ehefrau Elke. Ihr Leben lang hatten sie als begeisterte Camper Europa im Wohnwagen bereist. Sibylle Fendt ist Mitglied der Agentur OSTKREUZ. Nora Klein versucht in ihrer Serie Mal gut, mehr schlecht. die Erkrankung Louis Quail, aus: BIG BROTHER, (O.i.F.) Nora Klein, aus: MAL-GUT-MEHR-SCHLECHT, (Original in Farbe) Louis Quail, aus: BIG BROTHER, (O.i.F.) Depression in Bilder zu fassen. Der gleichnamige Bildband, erschienen im Hatje Cantz Verlag, war von der Stiftung Buchkunst für die Auszeichnung der Schönsten Deutschen Bücher 2017 nominiert. Der Brite Louis Quail zeigt in seiner intimen fotografischen Annäherung Big Brother das Leben seines Bruders mit Schizophrenie. Die Serie ist mit dem Renaissance Photography Prize 2017 ausgezeichnet. Die New Yorker Fotografin Melissa Spitz widmet ihre Arbeit You Have Nothing to Worry About dem Gefühlsleben ihrer schwer psychisch erkrankten Mutter. Melissa Spitz wurde vom TIME Magazine zur Instagram-Fotografin 2017 gewählt. 46 brennpunkt 2/2019

47 Galerien Melissa Spitz, aus: NOTHING-TO-WORRY-ABOUT, (O.i.F.) Sibylle Fendt, aus: GAERTNERS-REISE, (O.i.F.) PROGRAMM FOTO-TALK: AUF DER COUCH Mittwoch, 20. März 2019, 19 Uhr Im Gespräch mit Ute Mahler, Fotografin und Gründungsmitglied der Agentur OSTKREUZ, gibt die Fotografin Sibylle Fendt Einblicke in ihre Arbeit und ihre neuen Projekte. Eintritt: 5 Euro erm. 3 Euro Laia Abril, aus: THE EPILOGUE, (O.i.F.) Melissa Spitz, aus: NOTHING-TO-WORRY- ABOUT (O.i.F.) bis 21. April 2019 f³ freiraum für fotografie Waldemarstraße Berlin-Kreuzberg Mi So Uhr Eintritt: 5 Euro erm. 3 Euro Facebook und Instagram: # fhochdrei FOTO JAM: Ohren auf hier kommen Bilder! Mittwoch, 6. März 2019, 19 Uhr Im Foto Jam begeistern unsere Gäste das Publikum in nur fünf Minuten für ihre Lieblingsfotografie. Alle Hilfsmittel sind erlaubt Hauptsache unterhaltsam! Vorbeikommen Mitmachen Jamen! Eintritt frei! Mit freundlicher Unterstützung Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. Die DGPPN ist die größte medizinischwissenschaftliche Fachgesellschaft für Fragen der psychischen Erkrankungen in Deutschland. brennpunkt 2/

48 Galerien Elena Ternovaja»Aus dem Archiv der Gedanken«In ihrer Ausstellung»Aus dem Archiv der Gedanken«führt die Fotokünstlerin Elena Ternovaja den Betrachter durch ihre Welt der Wahrnehmungen und Erinnerungen. Sie zeigt Bilder von der Vergänglichkeit, den Widersprüchen, der Schönheit des Äußeren und Inneren und deren visuelle Verschmelzungen. Es sind fotografische Bilder von hoher Anziehungskraft, ohne auf den ersten Blick wie Fotografien zu wirken. Die Bilder haben vielmehr eine auffallend malerische Dimension, die sich in nuancierten Grau-und Farbwerten mitteilt. Elena Ternovaja präsentiert u.a. in der hiesigen Ausstellung ihre bereits in 2012 begonnene Fotoserie»Vergessene Menschen«. In diesem Projekt versucht sie, ihre Emigrationszeit in Deutschland und unterdrückte Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten, aber auch den Betrachtern einen Ansatzpunkt für eigene Assoziationen zu geben. Als Motto dazu könnte das Zitat von Canetti:»Alles was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe«passender nicht sein. Halbschatten, flüchtige Personen an bestimmten Orten wie die russische Kirche in Berlin oder Ansichten von Prag in emotional besetzter Farbigkeit werden zu unbewussten Reminiszenzen, zu»gedankenarchiven«. Gerade in dieser Serie ist eine Affinität zur impressionistischen Malerei spürbar. Licht und Schatten, Farbe und Filmmaterial führen ein kaum kalkulierbares Eigenleben, Unschärfe und Mehrfachbelichtungen werden zu gestalterischen und erzählerischen Mitteln, um die Spuren der Zeit und des Lebens scheinbar vergessener Menschen bewusst zu machen. Verdrängte Erinnerungen und Emotionen treten in starken Farben und Kontrasten oder zart in monochromen Aufnahmen hervor. Die festgehaltenen Momente wirken flüchtig, vergangen ehe sie überhaupt festgehalten werden konnten. Elena Ternovaja, aus:»vergessene Menschen«, (O.i.F.) Elena Ternovaja, aus:»vergessene Menschen«, (O.i.F.) 23. Mai Uhr Tag der offenen Tür Einführende Worte: Antoinette Fuchs, Musik: Band Müller Mückenheimer 15 Uhr Rundgang durch die Ausstellung mit der Künstlerin bis 2. Juni 2019 Haus der Begegnung Zum Teufelsee 30 Waldstadt II Potsdam Mo Do Fr 9 17 Uhr 9 13 Uhr 48 brennpunkt 2/2019

49 Galerien Ilse Winckler»Stadtlandschaften«Das Atelier Kirchner zeigt die Ausstellung»Stadtlandschaften«von Ilse Winckler mit Collage-Serien aus den Jahren 2004 und Während eines Arbeitsaufenthalts in Frankfurt/Oder konnte die Künstlerin beispielhaft den städtebaulichen Umbruch ostdeutscher Städte seit der Wiedervereinigung nicht nur wahrnehmen, sondern nach dem Wegzug der dortigen Architektenkammer auch aussortierte internationale Architekturhefte der Ost-Moderne für ihre Collage-Arbeiten an sich nehmen. Ilse Winckler 2011 stellte sie dieser Serie eine weitere zur Seite diesmal aus dem Bildmaterial aktueller Architekturzeitschriften der westlichen Moderne.»Wincklers Bilder diskutieren die Frage nach Wirkung und Wert solcher Bauten und Stadträume und leisten damit einen künstlerischen Beitrag zum aktuellen Diskurs um die ideologisch aufgeladene Architektur der Nachkriegsmoderne.«(Silke Feldhoff: Ilse Winckler Stadtlandschaften). 13. April bis 25. Mai 2019 Atelier Kirchner Grunewaldstraße 15 (erster Hof, Parterre linker Seitenflügel) Berlin-Schöneberg Ilse Winckler Mi, Fr, Sa Do Uhr Uhr brennpunkt 2/

50 Galerien WASSERWEGE Fotografie Malerei Keramik Jeannine Jirak Nuschi N. Kelm Ursula Kelm, (Kuratorin) Karen Lang Angelika Pleger Agnes Sauter-Wellnhofer Christoph Stöppler Achtung vor der Natur und ihrer Freiheit Natur sind wir selbst. Natur und gleichzeitig wir selbst, nichtmenschliche Natur, Erde, WASSER (mit den klassischen Aggregatzuständen: von flüssig über Verdampfen bis zum Gefrieren und sich wieder Auflösen), Feuer, Stein, Holz. Diese verschiedenen Materien, sie erwecken Gefühle: Erstaunen, Sehnsucht, Freude. Malerei und Fotografie sollen Wirkungen auf verschiedenen Ebenen erzielen: auf der Verstandsebene und der Gefühlsebene. Diese Wirkungen werden durch die Motivwahl bestimmt, den Ausschnitt, den formalen Aufbau des Bildes, die Farben, die Perspektive. Nur das Optische wird wiedergegeben. Sinneseindrücke bleiben ausgeklammert und werden von uns durch unser Erinnerungsvermögen subjektiv ergänzt, sie beeinflussen das Bild. Was wir auf Bildern sehen, ist nur ein Teil dessen, was die Bilder mit uns machen. Eine Einladung, dem Betrachter etwas Flüchtiges, Vergangenes und nicht wieder Erreichbares (be)greifbar zu machen. Christoph Stöppler, (O.i.F.) Nuschi N. Kelm, (O.i.F.) Ursula Kelm Im Element Wasser empfinden wir Wohlgefühl, Lebenskraft, doch die Verschmutzung der Meere wird oftmals nicht spürbar und nicht sichtbar. Ursula Kelm Spiegelungen im Wasser sind mit ihm in Bewegung, und je nach Jahreszeit und Licht gehen sie in neue Formationen über. Himmel, Wolken, Wasser und zu zu Eis gefrorenes Wasser vereinen sich in den Bildern zu neuen, rätselhaften Landschaften. Es erscheint ein Katalog Am 10. Juni 2019 ist MÜHLENTAG! Agnes Sauter-Wellnhofer 50 brennpunkt 2/2019

51 Galerien Karen Lang, (O.i.F.) Ursula Kelm, (O.i.F.) Jeannine Jirak, (O.i.F.) 2. Mai bis 7. Juli 2019 mühlengalerie Mönchmühlenallee Mönchmühle So Uhr und nach Vereinbarung: Telefon: Fahrverbindung: S8 Mühlenbeck-Mönchmühle Angelika Pleger, (O.i.F.) Karen Lang, (O.i.F.) Vernissage: 1. Mai 2019, 14 Uhr brennpunkt 2/

52 Galerien SHOW YOUR DARLING IV WILDNIS 33 fotografische Positionen André Baschlakow, Ophelia Beckmann, Nora Bibel, Angela Bröhan, Eva Bruhns, Nadja Bournonville, Mario Dollinger, Alexander Gehring, Gero Gries, Matthias Hagemann, Silke Helmerdig, Doris Hinzen-Röhrig, Ruth Hommelsheim, Fred Hüning, georgia Krawiec, Manfred Kriegelstein, Hildegard Ochse, Stefanos Pavlakis, Eric Pawlitzky, Bartolomé Payeras- Salom, Stephan Reisner, Christian Reister, Joachim Rissmann, Jörg Schmiedekind, Alexandra Schraepler, Torsten Schumann, Jens Schünemann, Silvia Sinha, Karen Stuke, Martina Teepe, Susanne Wehr, Sabine Wild, Nicole Woischwill Wildnis Das wilde, ungezähmte Lächeln der Wildnis gefällt der Kunst. Sie erkennt sich darin selbst. Gern ergötzt sie sich an der unbändigen Kraft und Energie des Wildwuchses, ein anderes Mal blickt sie entsetzt auf die ungestüme Härte des menschlichen Eroberungstriebes. Die Fotografie als Herrscherin des Lichts und des konservierenden Moments ist die einzige Kunstform, die der Wildnis in großer Gelassenheit gegenüber treten und mit sachlicher Hingebung folgen kann. Alle anderen müssen sie kopieren, sich in ihr Wesen einarbeiten, ihre Formen und Gestalten studieren, um das romantische Loblied auf ihre Exotik und Grausamkeit zu singen. Die Fotografie braucht dies alles nicht, sie kann geduldig darauf warten, dass die Wildnis an ihr vorbeikommt und ihren luziden Steckbrief abgibt. Die Wildnis hat schon viele kommen und gehen sehen. Sie ist an nichts gebunden, außer an das Leben selbst. Das Leben ist ihre einzige Bedingung und existentielle Größe. Aus dieser Gleichung kann sie den Menschen leicht Andrè Baschlakow Silvia Sinha, (O.i.F.) Gero Gries heraus rechnen. Er wird die Wildnis weiterhin brauchen, um zu überleben. Sie ihn ganz sicher nicht. Stephan Reisner Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Christian Reister 52 brennpunkt 2/2019

53 Galerien Matthias Hagemann Sabine Wild, (O.i.F.) Torsten Schumann, (O.i.F.) Vernissage: Samstag, 4. Mai 2019, 19 Uhr Doris Hinzen-Röhrig, (O.i.F.) Finissage: Samstag, 8. Juni 2019, 19 Uhr Manfred Kriegelstein, (O.i.F.) Karen Stuke, (O.i.F.) 4. Mai bis 8. Juni 2019 Atelier Sabine Wild Eschenstraße Berlin-Friedenau Sa & So UIhr U-Bahn Friedrich-Wilhelmsplatz, S-Bahn Bundesplatz mobil: , brennpunkt 2/

54 Galerien Michaela Booth»Wenn es wiederkommt, das Licht«In der Galerie G37 zeigt Michaela Booth Auszüge aus Fotoarbeiten, die in den letzten fünf Jahren entstanden sind. Auf der ausgestreckten Handinnenfläche sitzt ein Falter. Winzige Schuppen reflektieren das Licht. In der Fotoarbeit «Wenn es wiederkommt das Licht» gibt es häufig ein Farbstrahlen vor dunklem Grund. Das rückstrahlende Licht gibt genauen Aufschluss über die Beschaffenheit der Oberflächen. Michaela Booth arbeitet mit natürlichen Lichtverhältnissen. Ihre Fotos sind fast durchweg im Freien aufgenommen. Ausschnitt und Unschärfe unterwandern mitunter den identifizierenden Blick. Die Menschen auf den Fotos sind nah, präsent, aber immer abgewandt. Immer scheinen sie etwas zu beobachten, was wir nicht sehen. Die Fotografien von»the way I walk«sind, bis auf wenige Ausnahmen, im Mittelmeeraum aufgenommen. Sie entstanden unterwegs. Sie verraten keine Lust am Fremden oder Persönlichen. Sie wahren Distanz zu dem, was sie fotografiert. Es sind Bühnen des Moments, der fortdauert und uns Zeit lässt, der leisen Befremdung nachzugehen, die die eigentlich ganz alltäglichen Szenen auslösen. Etwas bleibt auf unaufdringliche Weise rätselhaft, bindet die Aufmerksamkeit und verlockt zum Spurenlesen. «Mit der Kamera werfe ich Blicke in eine mir unbekannte, geheimnisvolle Welt: Nebenschauplätze, unwichtige Orte, bloße Kulissen am Rand. Das Geschehen ist irgendwo anders, der Zauber hier» Michaela Booth zu ihrer Arbeit «Ständige Gegenwart» Michaela Booth, aus der Arbeit»Wenn es wiederkommt, das Licht«, (O.i.F.)) Michaela Booth lebt und arbeitet als Fotografin, Buchgestalterin und Grafikdesignerin in Berlin. Studium der Visuellen Kommunikation an der UdK Berlin. Vernissage: Freitag, 5. April 2019 um 19 Uhr 6. April bis 5. Mai 2019 galerie37 Projektraum & Atelier Gleditschstraße Berlin-Schöneberg Fr So Uhr oder nach Absprache: Über Ostern bleibt die Galerie geschlossen. 54 brennpunkt 2/2019

55 Galerien Astrid Mattwei»Die Welt kleiner Dinge«Astrid Mattweis Lieblingsmotive sind Landschaften, Naturobjekte, aber auch von Menschen Geschaffenes oder Menschen in ihrem Umfeld. In dieser Ausstellung hat sie im Wesentlichen Naturobjekte, beiläufig gesammelt auf ferneren oder nähren Streifzügen, die zum Teil schon lang vergessen irgendwo in einer Ecke oder in einer Schublage lagen, in den Fokus genommen. Neben der Freude der Erinnerung an die Situation, in der sie eingesammelt wurden, will sie diese Gegenstände mit dieser Ausstellung würdigen und entsprechende Aufmerksamkeit widmen. Astrid Mattwei, (O.i.F.) Dabei spielt sie mit der Präsentation dieser Gegenstände - kleine Muscheln, Schnecken, Steine, vertrocknete Blüten - durch verschiedene Hintergründe, Positionierungen und Farbgebungen. Vernissage: 25. April 2019 um 17 Uhr Astrid Mattwei, (O.i.F.) 25. April bis 7. August 2019 Mitgliedertreff Rathausstraße Berlin-Mariendorf Mo Fr Uhr Astrid Mattwei, (O.i.F.) Astrid Mattwei, (O.i.F.) brennpunkt 2/

56 Galerien WINFRIED MUTHESIUS»GENIUS LOCI«Die Galerie Springer Berlin freut sich, nach der ersten Ausstellung im Jahr 2016, zwei neue Serien des Künstlers Winfried Muthesius zu präsentieren. Seinem Stile treu, bewegt er sich weiterhin grenzüberschreitend, schichtet mehrere Ebenen von Malerei und Fotografie übereinander, so dass die unterschiedlichen Bildelemente sich ineinander verschlingen und völlig neue Wirklichkeiten kreieren, in der sich das fotografische Element teilweise fast gänzlich zurückzieht, oder stark in den Hintergrund tritt. In der aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Springer Berlin zwei Serien. Die erste und namensgebende Genius Loci entstand in Berlin, an sogenannten Unorten, wie ehemalige Industriestandorte am Rand von Moabit und rund um den Bahnhof Zoo. Ganz im Gegensatz dazu steht die Serie Triomphe. Sie hatte ihren Ursprung in Paris, an monumentalen und zentralen Orten, wie dem Arc de Triomphe, dem Eiffelturm und an der Seine, nahe des Place Concorde. Interessanterweise lösen sich in den Werken der beiden Serien die Klischees, die wir mit diesen Orten verbinden, auf. Der Glamour von Paris, Schmutz, Gestank und Unwirtlichkeit der»berliner Unorte«verschmelzen und machen einer neuen Qualität Platz, die poetisch, brachial, verstörend und faszinierend sein kann und die teilweise der Abstraktion sehr nahe kommt. Die Ausstellung wird mit einigen wegweisende Arbeiten des Künstlers ergänzt: zu sehen sind Arbeiten aus der Serie golden field (Blattgold auf Holz), eine großformatige Arbeit aus der Serie Schädelbilder (Ölfarbe auf Holz) und eine kleine Serie von Tuschezeichnungen aus der Serie Stadtlandschaften. Winfried Muthesius, Triomphe 02, 2019, (O.i.F.) Über Winfried Muthesius: 1957 in Berlin geboren, lebt und arbeitet in Berlin und Drewen / Brandenburg. Winfried Muthesius studierte von Malerei an der HDK (der heutigen UDK) Berlin. Es folgten zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Die Arbeiten von Winfried Muthesius sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, u.a. der Berlinischen Galerie, Berlin. Vernissage: 27. April 2019, Uhr 30. April bis 28. Juni 2019 GALERIE SPRINGER BERLIN Fasanenstraße Berlin-Charlottenburg Di Fr Uhr Sa Uhr 56 brennpunkt 2/2019

57 Galerien Winfried Muthesius, Triomphe 01, 2019, (O.i.F.) brennpunkt 2/

58 Galerien Christa Majewski»Momente wem gehört die Stadt?«Die Fotoserie ist 2016 aus der Projektidee entstanden, 365 Tage lang täglich nur ein Foto mit dem Handy zu machen. Inspiriert von einem Lächeln, einem Blick oder der Ausstrahlung einer Person ist die Fotografin immer in der gleichen Weise vorgegangen: Nach einer kurzen Vorstellung bekundete sie ihre Absicht, ein Foto machen zu wollen, um dieses eventuell in einer Ausstellung zu präsentieren. Bis auf eine Handvoll Menschen haben alle zugestimmt. Mit den Jahren hat sich damit eine bunte Vielfalt an Porträts ergeben, für die die Fotografin häufig nur ein bis zwei Minuten Zeit hatte. In diesem kurzen Moment sind oft nicht mehr als drei Fotos entstanden. Dabei sollten die Personen nicht posieren, sondern sich so geben, wie sie sind. Die Ausstellung enthält insgesamt 16 Fotos aus dieser Serie. Christa Majewski ist 1962 in Frankfurt am Main geboren, lebt seit 1989 in Berlin und arbeitet als freiberufliche Supervisorin und Dozentin. Seit 1994 erstellt sie Film- und Fotoarbeiten in Berlin und Brandenburg sowie Frankfurt am Main und nimmt an Einzel- und Gruppenausstellungen teil. 2013/14 absolvierte sie eine fotografische Ausbildung bei imago fotokunst Berlin und ist seit 2017 Mitglied in der Fotogruppe»Continuo 27«mit Ursula Kelm. Christa Majewski bis 24. April 2019 Caritas Galerie Berlin Residenzstraße 90 (Eingang Reginhardstraße) Berlin-Reinickendorf Mo Do 8 17 Uhr Fr 8 15 Uhr Christa Majewski Christa Majewski 58 brennpunkt 2/2019

59 Ausstellungen Helmut Newton Stiftung bis 19. Mai 2019 Saul Leiter David Lynch Helmut Newton»Nudes«Jebensstraße Berlin-Charlottenburg Di, Mi, Fr, Sa + So Uhr Do Uhr Galerie Chaussee 36 bis 27. April 2019 Woman on View. Eine Ästhetik des Begehrens in der Werbung Chausseestraße Berlin-Mitte Mi Sa Uhr Galerie Springer Berlin bis 18. April 2019 Edward Burtynsky Deutsches Historisches Museum bis 12. Mai 2019 Stefan Moses»Das exotische Land«Fotoreportagen Unter den Linden Berlin-Mitte täglich Uhr Kommunale Galerie Berlin bis 21. April 2019 Der Vonovia Award für Fotografie - zuhause Hohenzollerndamm Berlin-Wilmersdorf Di Fr Uhr Mi Uhr So Uhr Hamburger Bahnhof 26. April bis 6. Oktober 2019 Andreas Mühe»Mistpoche«Invalidenstraße Berlin-Mitte So IUhr Mo geschlossen Di Uhr Mi Uhr Do Uhr Fr Uhr Sa Uhr Museum Ephraim-Palais bis 9. November 2019 OST-BERLIN Die halbe Hauptstadt Poststraße Berlin-Mitte Di So Uhr Neue Schule für Fotografie Fasanenstraße Berlin-Charlottenburg Di Fr Uhr Sa Uhr VERNISSAGEN bis 5. Mai 2019 AK#25: Innereien Brunnenstraße Berlin-Mitte Di So Uhr Donnerstag, 4. April 2019,19 Uhr AMARCORD Udo Rzadkowski Freitag, 5. April 2019, 18 Uhr argus fotokunst Ulrich Mack Dienstag, 9. April 2019,19 Uhr Haus am Kleistpark Amin El Dib Mittwoch, 10. April 2019, 19 Uhr DAS VERBORGENE MUSEUM Künstlerinnen im Dialog Donnerstag, 11. April 2019,19 Uhr Fotogalerie am Helsingforser Platz Jugend Fotografiert 2019 Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr Stiftung Reinbeckhallen Roger Melis Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr Fotogalerie Potsdam Horatiu Sava Freitag, 12. April 2019, 19 Uhr Bruno-Taut-Galerie jphilipp Donnerstag, 25. April 2019, 17 Uhr Mitgliedertreff Astrid Mattwei Freitag, 26. April 2019, 19 Uhr Sprechsaal Feng Lias Samstag, 27. April 2019, Uhr Galerie Springer Berlin Winfried Muthesius Sonntag, 28. April 2019, 15 Uhr Schmetterlingshorst Peter Hahn Mittwoch, 1. Mai 2019, 14 Uhr Mühlengalerie WASSERWEGE Samstag, 4. Mai 2019, 19 Uhr Atelier Sabine Wild SHOW YOUR DARLING IV Freitag, 3. Mai 2019, 19 Uhr Die Aktgalerie Ekkehard Gollner Freitag, 10. Mai 2019, 19 Uhr aff Galerie Peter Braunholz/Andrea Wilmsen Donnerstag, 6. Juni 2019, 19 Uhr Atelier André Kirchner Arina Dähnick brennpunkt 2/

60 Pepper s Photo Chat»Aufträge lehne ich ab, wenn das Budget nicht im Verhältnis zum Kunden steht.«- Jens Pepper im Gespräch mit dem Modefotografen Joachim Baldauf. Jens Pepper: Vor ein paar Jahren ist im Distanz Verlag ein Buch über deine kommerziellen Arbeiten erschienen. Zwei Fragen dazu. Haben dich die Macher von Distanz, Uta Grosenick und Christian Boros gefragt, ob du mit denen ein Buch machen möchtest, oder kam das Projekt durch deine Initiative zustande? Und warum dieses Hervorheben der Wallpaper* Years im Titel des Buchs? Die Zeit dort war ja relativ kurz. Joachim Baldauf: Die Begegnung mit Uta Grosenick und Christian Boris kam über die Empfehlung der Kuratorin Nadine Barth zustande, mit der ich schön öfter gearbeitet habe und die auch eine meiner ersten Ausstellungen in Hamburg kuratierte. Ich hatte Nadine mein Projekt»Der subjektive Mann«vorgestellt, für das ich 10 Jahre lang nackte Männer fotografierte. Ich wollte mit dem»nackten Portrait«eine neue Art von Männerfotografie zeigen und diese als Buch veröffentlichen. Nadine Barth ist mit mir zusammen zum Distanz Verlag, für den sie schon gearbeitet hat, um dort das 800 Seiten starke Werk den beiden Verlagsleitern zu präsentieren. Auf den Vorschlag von Christian Boros hin wurde dann zuerst das Buch»Photographs + The Wallpaper* Years«publiziert. Danach sollte das Buch mit den Männerfotos erscheinen, was aber leider nie zustande kam. Die Hervorhebung der Wallpaper*-Fotografien kam auf Initiative des Verlags zustande, da diese Fotos den speziellen Joachim Baldauf, Villa Fornasetti Aeneas Kolev Mailand 2009 Modestrecke für Bolero Men Magazin»Wallpaper*-Look«repräsentieren, für den meine Fotografie in diesen Jahren auch stand. Dazu kam wohl, dass Boros zu der Zeit, als die Fotos entstanden sind, ein großer Wallpaper* Fan war. Jens Pepper: Warum kam das Buch mit den Männerfotos nicht zustande? Du hast mir ja schon erzählt, dass auch Akte bis hin zu pornografisch angehauchten Bildern enthalten gewesen wären? War man da plötzlich doch besorgt um das Verlagsimage oder hatte man nicht mehr mit guten Verkaufszahlen gerechnet? Der Fotograf Yoram Roth erzählte mir mal, dass er liebend gerne mit Männern Aktfotos macht, aber verkaufen würden sich nur Aktbildern mit Frauen. Ich mochte das gar nicht richtig glauben, denn es gibt doch gerade in einer Stadt wie Berlin auch eine lebhafte - teils finanzkräftige - Schwulenszene. Zumindest Bücher müssten sich da doch absetzen lassen. Joachim Baldauf: Das Buch ist einfach im Sande verlaufen. Die genauen Ursachen dafür kenne ich ehrlich gesagt nicht. Von so einem Projekt muß man überzeugt sein und es muß auch ein gewisser Enthusiasmus von Seiten des Verlags vorhanden sein. Und das war 60 brennpunkt 2/2019

61 Pepper s Photo Chat Marketing mittlerweile besser als die meisten Agenturen oder Verlage. Nicht das gute, alte Buch ist tot, sondern die gewohnte Art, das Buch an die Menschen zu bringen. Jens Pepper: Wie viele Männerfotos hat die Serie, die du dem Buch zugrundelegen wolltest, und wie viele davon sind denn überhaupt Akte? Joachim Baldauf: Das sind tausende von Fotos, die in 10 Jahren entstanden sind. Ich habe in dieser Zeit über 400 Sessions für das Projekt gemacht. Manchmal wurde ein Protagonist auch öfter fotografiert. Das geplante Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt und zeigt über 1000 Fotos. Der Art Director Albert Handler aus Wien hat ein Buchdummy designt, dass zu 100% das ausdrückt, was ich zeigen möchte. Bei so einem Projekt braucht man Partner und kreativen Austausch. Mein Thema war Portrait im weitesten Sinne. Oder genauer gesagt, in meinem Sinne. Die Männer sind auf all diesen Fotos nackt. Zwar ist manchmal nur das Gesicht zu sehen, aber das ist oft nackter als ein Mann ohne Kleidung. Es ging mir nicht um Erotik, sondern um Intimität. Das Gefühl von Nähe macht ein Portrait zu einem Foto, das einen berührt und das im Kopf bleibt. Um Deine Frage zu beantworten: Keines der Fotos ist ein Akt. Es sind Portraits von nackten Männern. Joachim Baldauf, Claudia Schiffer, 2007, Cover der vierten Ausgabe von»vorn«(o.i.f.) nicht mehr der Fall. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass das Buch sehr aufwändig zu produzieren ist und das finanzielle Risiko für den Verlag nicht unerheblich gewesen wäre. Was Yoram Roth sagt stimmt auf jeden Fall. Das ist die Angst vor dem nackten Mann und das damit verbundene Image. Du hast in Deiner Fragestellung ja auch den nackten Mann mit der Schwulenszene assoziiert. Das ist das gängige Klischee, das aber mehr und mehr aufgelöst wird. Männer verstecken ihren Körper nicht mehr und zeigen sich im Internet. Und dabei spielt es keine Rolle, welche Art von Sexualität sie haben. Diese neue (vorerst noch virtuell gelebte ) Freiheit wirkt sich auch schon spürbar auf die Kunst- und Fotoszene aus. Seit der Renaissance gab es nicht mehr so eine Hinwendung zum Abbild des männlichen Körpers. Zum Absatz von Fotobüchern: Hier hat sich das Kaufverhalten stark verändert, da immer mehr online bestellt wird. Früher war eine gute Ausstellung der Garant für den Abverkauf von Büchern, jetzt ist es virales Marketing im Netz. Influenzer beherrschen diese Art von Jens Pepper: Hast du alle Fotos in der gleichen Art aufgenommen? Und hatten die Modelle alle die gleichen Vorgaben? Wo hast du sie überhaupt gefunden, gecastet? Joachim Baldauf: Im Laufe der Jahre ist mein Stil sehr prägnant geworden und man findet ihn in den einzelnen Fotos wieder. Dazu kommt, dass alle Fotos im Studio oder in geschlossenen Räumen entstanden sind. Das schafft natürlich auch eine formale Verbindung der einzelnen Motive. Für die Modelle gab es keine Vorgaben. Dem Shooting ging immer ein Gespräch voraus und dann habe ich versucht, soviel von dem Mann und so wenig wie möglich von mir auf den Fotos zu zeigen. Natürlich hat man brennpunkt 2/

62 Pepper s Photo Chat immer eine gewisse Einflussnahme, aber ich war bemüht, mich soweit wie möglich zurückzunehmen. Angefangen habe ich mit Freunden und Bekannten. Dann wurde das ganze eine Kettenreaktion und es haben sich Freunde von Freunden gemeldet, die mitmachen wollten. Es hat sich rumgesprochen, dass ich an dem Projekt arbeite. Manchmal habe ich Männer auch direkt angesprochen, ob sie sich fotografieren lassen wollen und ihnen Arbeitsbeispiele gezeigt. Jens Pepper: Zu einer dieser Aufnahmen hast du mir neulich eine nette kleine Geschichte erzählt, über das Foto, das du im Rahmen einer Ausstellungsbeteiligung in einer Kirche in St. Pancras in London gezeigt hast. Es gab da eine lustige Begegnung mit einer alten Dame. Magst du sie hier noch einmal erzählen, für die Leser dieses Interviews. Ich frage das auch nur so platt, weil ich weiß, dass du gerne Geschichten zu deinen Fotografien erzählst oder Gedanken über sie äußerst. In deinem eingangs erwähnten Buch ist schon auf dem Buchdeckel ein Text zu dem dort abgebildeten Foto zu lesen und Kommentare sind auch ein wesentlicher Bestandteil der Publikation. Joachim Baldauf: Das stimmt in der Tat. Fotografie ist mein Kommunikationsmittel. Aber auch das Wort. In Kombination finde ich das sehr spannend. Tillmann Prüfer vom Zeit Magazin hat in meiner Monografie»Photographs + The Wallpaper* Years«Texte zu den Fotos geschrieben, nachdem er mich interviewt hat. Ich finde die Texte wundervoll und sie geben den Fotos ein spannendes Gegenüber, das eine neue Kommunikationsebene aufmacht. Die Begegnung mit der alten Dame bei der Ausstellung in London war sehr amüsant. Ich stellte ein Portrait eines Mannes aus, dessen Gesicht voller Sperma war. Es war sehr klassisch beleuchtet und fotografiert und sah auf den ersten Blick aus wie das Portrait eines Heiligen. Mir selbst war das Foto fast ein wenig unangenehm, als es in der Krypta von St. Pancras ausgestellt wurde. Das Foto wurde wunderschön präsentiert in Joachim Baldauf, Cover der 2013 bei Distanz erschienenen Joachim Baldauf Monografie. (Original in Farbe) einer ehemaligen Grabkammer. Eigentlich sehr poetisch. Leben und Tod. Aber dann doch sehr extrem. Ich liebe zwar die Provokation, aber eigentlich ist die bei mir immer subtiler. Eine alte Dame stand sehr lange vor dem Bild und als ich ihr als Urheber des Fotos vorgestellt wurde waren ihre Fragen ganz direkt: Wie kam das Sperma auf das Gesicht? War das sein Eigenes? Von einem oder mehreren Männern? Meine Antwort war: Der Gentleman schweigt. Wir haben danach fast den ganzen Abend miteinander verbracht. Jens Pepper: Sehr schön. Sag, wie muss ich mir bei dir eine subtile Provokation vorstellen? Und ist sie dann nur in deinen freien Arbeiten zu finden oder auch in den kommerziellen Auftragswerken? Joachim Baldauf: Die subtile Provokation findet sich auch in meinen kommerziellen Arbeiten für Zeitschriften oder Kampagnen. Ein Beispiel ist ein Cover mit Claudia Schiffer für das Vorn Magazin. Das Foto wurde zeitgleich auch auf dem Cover des Magazins der Süddeutschen Zeitung gezeigt: Man sieht einen blonden Haarschopf, der ein Gesicht komplett bedeckt und nur rote, lasziv geöffnete Lippen. Normalerweise würde man so ein bekanntes Gesicht zeigen und nicht verdecken. Und man würde das Bild exklusiv auf einem Magazin zeigen und nicht zeitgleich auf einem anderen im gleichen Land. Die meisten meiner Fotos spielen mit dem ersten und dem zweiten Blick. Manchmal reicht es schon, ein auf den ersten Blick unverkäufliches Foto auf einem Zeitschriftentitel zu präsentieren. Oder den Blick beim Fotografieren zu verändern. Monignore Gänswein fotografierte ich im Vatikan wie ein männliches Topmodel angeblitzt vor schwarzem Hintergrund, Eva Padberg zerschunden wie eine Minenarbeiterin und BB King schlafend. Jens Pepper: War das mit der Süddeutschen abgesprochen, dass das Foto auch auf deinem eigenen Magazin, also Vorn Magazin, erscheint? Joachim Baldauf: Wir publizierten zuerst das Foto auf dem Cover vom Vorn Magazin und dazu ein Claudia Schiffer Special. An dem Feature arbeiteten 24 verschiedene Kreative. Fotografen, Künstler, Illustratoren, Texter. Das Magazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlichte ein Interview mit Claudia Schiffer und nach Absprache wurde das gleiche Titelmotiv verwendet. Eine großartige Sache, wie ich finde, ein Schulterschluss mit einem Independent Magazin. Jens Pepper: Weshalb hast du eigentlich Vorn gegründet? Joachim Baldauf: Eigentlich aus Frustration. Frustration darüber, dass Magazine immer das Hoheitsrecht für Fotografen in Anspruch nehmen. Arbeitet man als Fotograf für ein bekanntes Magazin, ist es kaum möglich für ein Independent Magazin zu fotografieren. Das wollte ich ändern. Für Vorn arbeiten bekannte Kreative, aber auch Studenten oder Newcomer. Vorn wird auch von verschiedenen Art Direktoren gestaltet. Manchmal sogar von mehreren Gestaltern innerhalb einer Ausgabe. Ich wollte auch ein anzeigenfreies Magazin, damit die Anzeigenkunden keine Einflussnahme auf die Publikation haben. Alles in allem ein freies Magazin ohne die magazintypischen Zwänge. Vorn erscheint deshalb 62 brennpunkt 2/2019

63 Pepper s Photo Chat auch unregelmässig und sieht immer anders aus. Jens Pepper: Du finanzierst das Heft dann selbst? In welcher Auflage erscheinen die einzelnen Nummern? Und wann dürfen wir das nächste Vorn erwarten und wo wird es dann zu erwerben sein? Joachim Baldauf: Das Heft finanziert sich über Kooperationen. Mittlerweile machen das ja viele Magazine so, aber als wir angefangen haben, war das noch Neuland. Der Kunde bekommt von uns ein Konzept zu dem Produkt, das er bewerben will und wir setzen die Kooperation mit freien Teams passend zum Magazin um. Die Auflagen der einzelnen Ausgaben lagen zwischen und Exemplaren. Wir gehen immer dann in Druck, wenn das Heft fertig gestaltet ist. Die Auflage richtet sich nach den Einnahmen durch Kooperationen. Vorn ist nach wie vor ein non-profit Projekt. Nur so kann man komplett frei arbeiten. Der Erlös durch den Verkauf ist immer die Basis für die folgende Ausgabe. Erwerben konnte man das Magazin online und im ausgewählten Zeitschriftenhandel sowie Buchhandlungen, Conceptstores und Museumsbuchhandlungen. Alle bisherigen Ausgaben sind ausverkauft. Die aktuelle Ausgabe ist gerade als Film erschienen und steht auf Vimeo zum kostenlosen Download bereit.[ Was wir dann mit der nächsten Ausgabe machen steht noch in den Sternen. Jens Pepper: Wendet ihr euch an potentielle Kooperationspartner oder melden sich Mode- und andere Firmen bei Euch? Und gibt es auch völlig freie Themen, die nicht gebunden sind an einen zahlenden Kooperationspartner? Joachim Baldauf: Sowohl als auch. Am Anfang war das natürlich noch deutlich schwieriger aber im Laufe der Jahre spielt sich das ein. Bezüglich der Kooperationspartner haben wir unsere persönlichen ethischen Einschränkungen. Politische Parteien gehören da zum Beispiel dazu. Joachim Baldauf, Flair Magazin Chanel Special Diana Dietrich Berlin 2018, (O.i.F.) Jens Pepper: Wie entstehen eigentlich deine Bildideen, sowohl bei freien Arbeiten als auch bei kommerziellen Jobs? Joachim Baldauf: Das ist ganz unterschiedlich. Mal inspiriert ein Museumsbesuch, ein Urlaub oder ein Gespräch. Mal finden mich die Ideen beim Einschlafen oder Aufwachen. In dieser Zeit werde ich tatsächlich gerne von der Muse geküsst. Bei kommerziellen Jobs kommen die Ideen bzw. Vorgaben oft von Agenturen und ich kann wenig Einfluß nehmen. Da geht es dann im Prinzip nur um professionelles Handwerk. Aber es gibt auch Agenturen, die Input von mir wollen. Das macht dann natürlich mehr Spaß. Jens Pepper: Läuft das alles nur über Agenturen, oder wirst du auch direkt von Zeitschriften gebucht? Joachim Baldauf: Die meisten Fotografen werden über ihre Repräsentanz angefragt. In meinem Fall über Barbara Neubauer. Egal ob für Werbung oder Zeitschriften. In letzter Zeit kommen aber auch immer mehr Anfragen direkt per Mail oder Instagram. Die Jobs werden dann aber trotzdem über die Agentur abgewickelt, da nur so gewährleistet ist, dass alles glatt läuft, auch wenn man unterwegs ist. Für das Vorn Magazin arbeite ich auch ab und an mit Fotografen, die keine Repräsentanz haben. Da gibt es wirklich öfter Probleme mit Kommunikation und Terminen. Ich finde es wichtig, dass man als Fotograf den Kopf frei hat beim Fotografieren. Dabei ist eine Agentin sehr hilfreich. Jens Pepper: Das heißt, deine Agentin kennt deinen Terminkalender in- und auswendig? Joachim Baldauf: Definitiv. Und nicht nur meinen Terminkalender. Sie muß sich auch meine ganzen Geschichten anhören. Die verteilen sich auf Barbara Neubauer und Birgit Schwarz, die mich großartig seit Jahren unterstützen. Eine Agentin betreut einen Fotografen nicht nur organisatorisch, sondern ist im besten Fall auch Ansprechpartnerin für Themen aller Art und Partner. Man darf nicht vergessen, dass man sehr viel Zeit mit Gesprächen verbringt und eine Agentin sehr viel über ihren Fotografen weiß und ihn somit auch gut kennt. Jens Pepper: Wann lehnst du Aufträge ab? Mit Bezug zum VORM Magazin hast du politische Parteien erwähnt, für die du nicht arbeiten möchtest. Was sind für dich No Go s? Joachim Baldauf: Aufträge lehne ich ab, wenn das Budget nicht im Verhältnis zum Kunden steht. Ein Milliardenunternehmen, dass eine Fotoproduktion mit Minibudget machen möchte zum Beispiel. Das finde ich auch irgendwie unmoralisch. Für junge Designer arbeite ich schon mal gegen Naturalien. Da freue ich mich dann immer, wenn ich schöne Klamotten bekomme. Ich wurde auch schon mal mit einem Teppich bezahlt. Eine Kampagne für die CSU und eine Pelzkampagne lehnte ich ab. Dass passt nicht zu mir. Natürlich mache auch ich Kompromisse und Jobs hinter denen ich nicht zu 100% stehe. Jens Pepper: Lass uns über deinen fotografischen Stil reden. Würdest du dir selber einen Stil zuschreiben? brennpunkt 2/

64 Pepper s Photo Chat Joachim Baldauf: Ich denke schon. Aber natürlich sind auch Einflüsse erkennbar. Das sind bei mir wohl hauptsächlich Fotografien der 60er-Jahre. Dann noch eine Prise meiner jugendlichen Prägung in den 80ern und meine Liebe zur Renaissance. Richtig los mit Fotografie ging es bei mir Ende der 90er-Jahre. Zu dieser Zeit war die Fotografie sehr rau und beeinflusst von Grunge und Heroinchic. Ich wollte zu dieser Zeit das Gegenteil zeigen: Schönheit im klassischen Sinn, technische Brillanz, ein wenig Humor und eine gewisse deutsche Sicht der Dinge. Das war dann auch mein Durchbruch, der im Prinzip in London losging. Jens Pepper: So, jetzt hast du so richtig viele Themen angerissen. Fangen wir mit London an. Vorweg vielleicht noch für den Leser ein Einschub. Bis Ende der 1990er Jahre warst du ja vor allem als Grafikdesigner und Art Director tätig. Dich als Fotograf selbständig gemacht hast du erst Das liegt in zeitlicher Nähe zu deinem Engagement für Wallpaper*. Waren diese Arbeiten zugleich deine ersten als freiberuflicher Fotograf? Und hast du damals in London gelebt? Joachim Baldauf: Die Entscheidung, als Fotograf zu arbeiten ging mit meinem Umzug nach Hamburg 1998 einher. Nachdem ich immer mehr Fotoaufträge bekam und immer weniger Zeit für meine Arbeit als Art Director hatte, war die Zeit für einen neuen Schritt gekommen. Und eine örtliche Veränderung macht eine berufliche Veränderung meist einfacher. Von Hamburg aus konnte ich mich sehr schnell als Fotograf etablieren. Wie es oft so ist, waren viele meiner Kunden und Magazine, für die ich gearbeitet habe dann in München. Der Stadt, aus der ich weggezogen bin. Für Wallpaper* fotografierte ich 1999 das erste Mal. Wie gesagt, ging alles sehr schnell. In London war ich nur zeitweise. Ich pendelte 3 Jahre zwischen Hamburg und London. Mein Studio in Hamburg behielt ich zu dieser Zeit. Joachim Baldauf, Klimawandel Berlin 2017 Cover für das Greenpeace Magazin, (O.i.F.) Jens Pepper: Was war das mit dieser gewissen deutschen Sicht auf die Dinge? Was muss ich mir darunter vorstellen? Ich kann die technische Brillanz in den Arbeiten für Wallpaper* sehen, den Humor, die Schönheit im klassischen Sinn, aber was ist die deutsche Sicht? Joachim Baldauf: Das mit der deutschen Sicht ist so eine Sache. Mir selbst war das gar nicht so bewusst. In London wurde in Editorials meine deutsche Sicht, mein deutscher Blick, thematisiert. Die deutschen Fotografen Jürgen Teller und Wolfgang Tillmans waren in den 90er Jahren ja bekannt für ihren Stil. Damals waren beide auch noch Modefotografen. Echt, ein wenig»dreckig«und authentisch war deren Fotografie und wurde eher dem englischen Style zugeordnet. Meine Fotografie war cleaner, mit Humor und oft mit sexuellen Anspielungen. Inhaltlich zeigten meine Sujets oft auch Themen aus meinem deutschen Kulturkreis. Ich habe dann zum Beispiel für ein Beautyfoto ein Mädchen eine Bratwurst mit Senf essen lassen. Ich mochte diese vielleicht ein wenig klischeehaften Inhalte 64 brennpunkt 2/2019

65 Pepper s Photo Chat und bekam deswegen den Spitznamen»Dirty German«. Das typisch deutsche, das deutsche Klischee war und ist oft Inhalt meiner Fotos. Jens Pepper: Weshalb bist du 2002 von Wallpaper* weggegangen? In dem Jahr gab es dort einen Wechsel des Editorial Directors. War das der Grund oder hattest du einfach nur Lust auf etwas Neues? Joachim Baldauf: Ich habe ja sehr intensiv mit Wallpaper* gearbeitet und als Tyler Brule und sein engeres Team dann nicht mehr dabei waren, war dann auch meine Wallpaper*-Zeit vorbei. Danach dann noch für das Magazin zu arbeiten empfand ich als unloyal. Mein Stil hat sich dadurch natürlich auch verändert und weiterentwickelt. Jede Veränderung ist auch Inspiration für mich. Jens Pepper: Wohin ging die fotografische Reise danach, also, wie hat sich dein Stil denn verändert, als du wieder ausschließlich von Deutschland aus aktiv warst? Joachim Baldauf: Ich war danach ja erstmal in Hamburg und dann in Berlin, bin aber trotzdem viel unterwegs gewesen und bin es immer noch. Den Sommer verbringe ich nach wie vor im Allgäu. Das ist meine Ruhe- und Inspirationszeit, die ich unbedingt benötige. Ich möchte als Mensch unaufgeregt und authentisch sein. Dass kann ich nur, wenn ich in gewisser Weise in mir ruhe, mich auch um meine ganz persönlichen Bedürfnisse kümmern kann und ein Privatleben habe. Diese Lebenseinstellung schlägt sich sicher auch auf meine Fotografie nieder. Ich möchte, dass meine Fotos dem Betrachter Raum lassen so wie ich für mich Raum brauche. Jens Pepper: Diese weise Sicht auf die Dinge hat nicht jeder Fotograf. Volle Terminkalender scheinen mir gerade im Mode- und Werbegeschäft nicht selten zu sein, gerade wenn es sich um Fotografen und Fotografinnen handelt, die zu den bekannteren Protagonisten der Szene gehören. Wanderst du eigentlich im Allgäu? Was für Aktivitäten erden dich? Und was für Dinge inspirieren dich? Joachim Baldauf, Kampagne für NEONYT Berlin 2018, (O.i.F Joachim Baldauf: Das Problem mit zu vollen Terminkalendern ist, dass man sich irgendwann verliert und dann nicht nur das Privatleben, sondern auch die Qualität der Arbeit darunter leidet. Ich persönlich langweile mich auch schnell, wenn ich mich zu sehr wiederhole. Gerne entdecke ich Neues. Darum liebe ich auch meine Arbeit an der Uni mit jungen Menschen. Das ist sehr inspirierend und ein schöner Ausgleich. Zum Thema wandern: Das ist so gar nicht mein Ding. Die Berge liebe ich von unten. Ich schwimme lieber. Und geerdet bin ich wohl, da ich im Allgäu aufgewachsen bin. Das Leben in der Stadt ist für mich manchmal wie Theater spielen irgendwie unwirklich wie eine Parallelwelt. Sehr viel Aktion und Reaktion. Aber auch inspirierend und immer wieder spannend, da eine Großstadt wie Berlin ständig in Bewegung ist. Die Frage, woher ich meine Inspiration nehme, wird mir oft gestellt. Eine richtige Antwort darauf habe ich nicht. Mir gefällt der Gedanke von»inside out«besser als der von»outside in«. Lieber in sich rein schauen um nach Inspiration zu suchen als sich ständig daran zu orientieren, was die anderen machen. Jens Pepper: Unterhältst du eigentlich ein eigenes Studio oder mietest du dich in Studios ein, wenn du sie benötigst? Joachim Baldauf: Ein eigenes Fotostudio habe ich nicht mehr. Schon einige Jahre nicht mehr. Für mich ist es viel entspannter und komfortabler in Mietstudios zu arbeiten. Vor allem bin ich ja auch viel unterwegs und da macht ein eigenes Studio für mich wenig Sinn. Ich will ja auch technisch immer auf dem neuesten Stand sein und das ist mit gemietetem Equipment natürlich einfacher und kostengünstiger. Ich finde auch den räumlichen Wechsel beim Fotografieren inspirierend. Für meine grafischen Arbeiten und für mein Archiv und die Nachbearbeitung von Fotos brauche ich natürlich schon mein Arbeitszimmer, mein Atelier. Ganz Nomade geht dann doch nicht. Jens Pepper: Gibt es Fotos, die du unbedingt noch realisieren möchtest, die als Idee bereits in dir schlummern? Joachim Baldauf: In mir schlummern noch viele Ideen. Die Umsetzung meiner Fotografie in das Bewegtbild interessiert mich sehr. Ich habe zwar schon einige Modevideos gemacht, aber das Thema Film finde ich sehr spannend. Jens Pepper: Was für Ziele in Bezug auf deinen Beruf hast du noch? Gibt es irgendwo ein I-Tüpfelchen, das dir auf jeden Fall noch fehlt? Joachim Baldauf: Ich habe wie gesagt - in den Jahren 2002 bis 2012 Aktfotos von Männern gemacht, die ich unbedingt noch als Buch veröffentlichen möchte. Bisher habe ich allerdings noch keinen passenden Verlag dafür gefunden, da die Fotos dann doch nicht unbedingt in das Verlagsprogramm klassischer Verlage passen. Diese Publikation wäre in der Tat noch ein I-Tüpfelchen. brennpunkt 2/

66 Fotoszene Projekt:»Kinder-malt eure Träume«Der Projektname»Kinder malt eure Träume«entstand beiläufig in einem Klassenzimmer im Nord-Irak, als wir Waisenkindern baten genau dies zu tun. Die Träume repräsentieren ein Bruchteil von dem was den Menschen auf ihrer Flucht genommen wurde. Die Geschichte der Kinder beginnt im August 2014 mit dem Völkermord des Islamischen Staates an den Jesiden, einer religiösen Minderheit im Nord- Irak. Es ist als würde es Blut regnen. Der Krieg mit all seinen Folgen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und forderte unzählige Opfer. Was bleibt? Kinder. Kinder ohne Eltern, ohne Bruder, ohne Schwester, ohne Perspektive. Sie haben oftmals die Chance auf ein normales Leben verloren. Rami (11) traf sich vor vier Jahren jeden Tag mit seinen Freunden zum Fußball spielen. Heute kommt niemand mehr. (O.i.F.) Daraufhin gründeten drei Studenten aus Oldenburg Our Bridge e.v. - eine unpolitische, religiös unabhängige Hilfsorganisation, die sich für den Schutz, die Unterbringung und die Schulbildung von Vollwaisen, Halbwaisen und Kindern mit Behinderungen in den Krisengebieten des Nord-Irak einsetzt. Our Bridge baut eine Brücke zwischen denen, die Hilfe geben und denen, die dringend Hilfe benötigen. Daraus entsteht eine Organisation unter Freunden, in der jeder auf seine Weise das Projekt fördern kann. Durch Patenschaften, Sachspenden und finanzielle Hilfe konnte der Bau eines Waisenhauses sowie die Einführung eines Bildungsprogramms realisiert werden. 300 Waisenkinder können im Waisenhaus duschen, bekommen frische Kleidung, Mittagessen und besuchen jeden Tag Unterrichtskurse wie Englisch, Mathe und Kunst. Im Kunstunterricht haben die Kinder ihre Träume gemalt. Simple, Ehrlich und Kindlich. In dem wir diese Träume Zur Schulzeit waren Musafa und Rema beste Freunde, (O.i.F.) in den Kontext der Kriegsfolgen setzen, porträtieren wir ihr Schicksal auf kindliche Art. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Um die Geschichte dieser Kinder auch nur Ansatzweise erzählen zu können, braucht es aber mindestens Zwei. Die Bilderreihe»Kinder, malt eure Träume«erzählt wahre Geschichten vom Tot der Eltern bis zum Verlust der eigenen Heimat. Die Grundlage des erfüllten Lebens wird zu einem unerreichbaren Traum. Um über die Zustände und die eigene Arbeit vor Ort zu berichtenin, wird Our Bridge in Zukunft Foto-Ausstellungen organisieren. Weitere Bilder des Projektes sind auf unserer Website zu sehen. Mit einer Patenschaft kann der Traum eines weiteren Kindes so gut es geht erfüllt werden. Paul Gerdes Jonas Brinkhege Michael Erk 66 brennpunkt 2/2019

67 Fotoszene Allein die Vorstellungskraft macht niemanden satt. (O.i.F.) Dihab (5) verlor nicht nur sein Haus, sondern auch alle die darin lebten. (O.i.F.) Dima (5) floh mit ihrer Mutter und verlor dabei ihren Bruder. (O.i.F.) Ewin (98) verlor ihre Kinder durch den Islamischen Staat. (O.i.F.) Shian (7) verlor beim Überfall seines Dorfes beide Eltern. Nach einer Schätzung haben über Kinder durch den Völkermord im Nordirak ein Elternteil verloren. (O.i.F.) Evin (7) lebt mit Onkel, Tante und fünf Anderen in diesem Zelt. Ein Zuhause ohne Bad, ohne Küche, ohne Eltern. (O.i.F.) Auf der Flucht vom IS verloren Hunderte ihr Leben, weil sie in der irakischen Hitze verdursteten. (O.i.F.) Our Bridge e.v. Sögestraße Bremen brennpunkt 2/

68 Fotoszene»Künstliche Intelligenz 2019 Fotograf überflüssig?!«ein Essay von Alexander Platz (enthält Produktnennungen) Faszinierend! Wir leben in einer der spannendsten Phasen der Fotografie. Spätestens seit 2017 tragen Millionen leistungsstarke Kameras,»Dunkelkammern«und Veröffentlichungstools in ihrer Tasche. Die chinesische Firma Huawei hat in ihrer damaligen Kooperation mit Leica und dem Verlag Condé Nast (Wettbewerb 2017 in der Vogue) sowie dem P10 Plus unter den Mobilfunkherstellern einen Entwicklungs- und Konkurrenzkampf ausgelöst, wie es ihn vorher nicht gegeben hat. Klar war, dass eine leistungsstarke Kamera eines der Hauptkaufargumente für ein Telefon werden wird. Um möglichst viele Mobiltelefone verkaufen zu können, mussten die Firmen Kameras entwickeln, die es dem Anwender ermöglichen, mit Leichtigkeit und ohne Nachzudenken qualitativ hochwertige und gute Fotos zu machen. Fotografieren musste hierzu im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht werden. Und mittlerweile ist das auch so. Es war noch nie so einfach, ein Foto zu machen, es zu bearbeiten und auf demselben Gerät zeitnah zu veröffentlichen. Und nun legt die Industrie noch einmal nach. Die»Künstliche Intelligenz«(KI) oder»artificial Intelligence«(AI) erobert die Kameras in den Telefonen. Während der Verarbeitungsweg auf einem Mobiltelefon bisher der gleiche Alexander Platz, Analoge Scans, Bearbeitung Mobiltelefon, (Original in Farbe) wie auf dem Computer gewesen ist, bietet die KI dem Anwender nun einen weiteren Schritt an. Sie merkt sich die Motive, die der Telefonnutzer wiederkehrend fotografiert, wie er sie bearbeitet und schlägt ihm dann sofort nach der Aufnahme (sofern er es will) ein bereits fertig bearbeitetes Foto nach seinem Geschmack vor. Durch die Entscheidung des Fotografen entwickelt sich dieser Prozess immer weiter. Der Nutzer trainiert sein Telefon. Schon vor dem Einzug der KI gab es eine Menge an Kritik an der»handyfotografie«aus den Kreisen»etablierter Amateurfotografen«und zum Teil auch von Profifotografen. Die Fotografie damit sei doch nur»influencerkram«oder»schnappschussfotografie«, bzw. man könne mit diesem Massenmedium keine»fine Art Prints«anfertigen. Oder; die KI führt zu einer noch stärkeren Mainstreambildung in der Fotografie. Alexander Platz, Canon MK II, Bearbeitung Mobiltelefon, (Original in Farbe) Aber eine solche Diskussion, führt meiner Meinung nach, an der Realität vorbei. Mich fasziniert immer wieder, wie bereits Kinder mit dem Telefon ihrer Eltern und Jugendliche mit ihrem eigenen Mobiltelefon intuitiv fotografieren und sich ihre eigenen Bilderwelten erschaffen. Das Foto und die Kamera ist nun ein Alltagsgut geworden, mit dem Privatpatienten sogar Arztrechnungen sofort bei der Krankenkasse zur Zahlung ein- 68 brennpunkt 2/2019

69 Fotoszene Alexander Platz, Portrait, Canon MK II Landschaft Huawei P10Plus, Bearbeitung am Computer Fazit: Alexander Platz, Analoger Scan, Bearbeitung am Desktop Allen Arten von Fotografen stehen nun die analogen und digitalen Kameras,- die neuen und alten Sofortbildkameras und die Mobiltelefone zur Verfügung. Alexander Platz, Portrait, Rolleiflex Scan Landschaft Huawei P10Plus Bearbeitung_ Mobiltelefon reichen können. Die Technik macht es möglich, dass das eigentliche Bild nun im Vordergrund steht. Der englische Maler und Fotograf David Hockney war einer der ersten etablierten Künstler, der auf seinem IPad (Apple) gemalt und diese Bilder dann veröffentlicht hat. Für mich als Fotograf stellt die KI einfach eine weitere Arbeitsmöglichkeit dar. Schon in den letzten zwei Jahren habe ich die Möglichkeiten der Bildbearbeitungs Apps auf dem Telefon für Bilder meiner anderen digitalen Kameras genutzt. Im letzten Jahr bin ich dazu übergegangen, auch analog gescannte Fotografien auf mein Telefon oder Tablet zu transferieren und mit einem kostenlosen Programm Doppelbelichtungen bzw. Kollagen aus Mobiltelefonbildern und diesen Scans zu machen. Warum? Weil manche dieser Apps dem Anwender einfachere Werkzeuge zur Verfügung stellen, als Photoshop (Adobe) auf einem Laptop oder Desktop. Nach der Bearbeitung übertrage ich die Dateien wieder zurück auf meinen Computer, gebe ihnen z. B. in Photoshop den letzten Schliff und drucke einen Teststreifen aus. Und so kann ich - je nach Motiv - die maximal optimale Druckgröße ermitteln. Und hängt der Print in einer Ausstellung, ist er gedruckt in einem Buch oder Magazin oder im Internet veröffentlicht, wird niemand erkennen, mit welcher Kamera dieses Bild gemacht wurde. Die Künstliche Intelligenz in den Mobiltelefonen eröffnet zusätzliche Möglichkeiten und Wege. Noch kann niemand sagen, wie sie die Fotografie wirklich verändern wird. Aber ich denke, dass es für Amateurund Profifotografen aus der Auftragsund künstlerischen Fotografie fatal wäre, die AI als»gimmick«abzutun. Ich werde mich mit meinem nächsten Telefon in diese Technik»stürzen«und sie in meine Arbeitsabläufe einbinden. Und am Ende wird immer nur eines zählen. Das fertige Bild! Die Künstliche Intelligenz macht den Fotografen nicht überflüssig, sondern sie macht die Fotografie spannender. Alexander Platz brennpunkt 2/

70 Fotoszene Christoph Linzbach Die Fotografie braucht die anderen Medien. Im 20. Jahrhundert wurden nach und nach die Druckmedien durch elektronische Medien ergänzt bzw. ersetzt. Die neuen Medien produzieren wahre Bilderfluten, aber auch in den alten Medien entstanden neue Bilderwelten. Bilder sind in den Medien allgegenwärtig und prägen heute unser Weltbild. Allein der Hörfunk kommt ohne Bilder aus bzw übt sich fleißig darin, mit dem gesprochenen Wort Bilder im Kopf zu erzeugen. Auf der anderen Seite ändern sich die Bedingungen für die Herstellung der Bilder. Die Budgets der Redaktionen, die für aufwendige fotojournalistische Recherchen und damit anspruchsvolle Fotos zur Verfügung stehen, sinken. Vielfach wird das Ende des Fotojournalismus verkündet, auch weil Zeitungen immer weniger Interesse daran haben, ihre Leser zum Leiden zu bringen. Die Medienbilderwelt setzt auf Glamour. Die Zeit in der der Fotojournalismus Gesellschaftsgeschichte abbildete, scheint vorbei zu gehen. Mit der Fotografie als Kunstform verhält es sich noch einmal etwas anders. Sie vermittelt Botschaften und steht für künstlerische oder politische Standpunkte, die niemand im Alltagsleben zum Überleben braucht. Sie hat keine bzw. so gut wie keine Auftraggeber wie der Fotojournalismus und ist nur dann lukrativ, wenn sich ein hypertropher Kunstmarkt ihrer erbarmt. Zudem bedient sie sich oft einer Ästhetik, die mit Schönheit im herkömmlichen Sinne nichts am Hut hat. Was ist die Schlussfolgerung? Bilder werden immer wichtiger, fotojournalistische Produkte stehen auf der Kippe und die Fotografie als Kunst lebt nur weiter, weil es reiche Sammler gibt? Ich denke, dass es so düster um die künstlerisch und journalistisch ambitionierte Fotografie nicht steht. Mein Optimismus beruht vor allem auf dem, was wir in Deutschland und anderen europäischen Ländern als unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezeichnen. Helena Petersen, (Original in Farbe) Der unabhängige Rundfunk soll der Information, Bildung und Unterhaltung gleichermaßen dienen. Kein Staatsfernsehen aber staatlich garantierter Rundfunk. Ein Kulturangebot dass ein breites Publikum adressiert wie auch Angebote zu als besonders wertvoll akzeptierten Kulturleistungen, die oft - wenn auch nicht immer - nur ein kleineres Publikum ansprechen. Es ist die Bandbreite, die den staatlich garantierten Bildungsauftrag prägt. ARD, ZDF und Deutschlandfunk sind wichtige Akteure dieses Teils der Daseinsvorsorge in Deutschland. Bei dem Erhalt der sogenannten Hochkultur nur auf staatliche Garantien zu setzen, reicht aus meiner Meinung nicht aus und darf uns auch nicht zufrieden stellen. Die künstlerische Fotografie in ein öffentlich-rechtliches Reservat einzusperren, daran kann uns allen nicht gelegen sein. Mit dem Fotojournalismus geht das gar nicht. Wir brauchen das freiwillige Engagement der Liebhaber der anspruchsvollen Fotografie selbst, die nie die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen werden. Der»brennpunkt«ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass solches Engagement auch über Jahrzehnte trägt und Anklang findet. Aber auch die kommerziellen Akteure auf dem Medienmarkt werden auf lange Sicht nur erfolgreich arbeiten können, wenn sie ihr Publikum auch mit Qualität gewinnen. Davon bin ich überzeugt. Ich bin begeistert davon, was beispielsweise der Deutschlandfunk für die Vermittlung der anspruchsvollen Fotografie leistet. Dabei sprich der Hörfunk nur einen Sinn an. Was kann er da schon für ein visuelles Medium bewirken? In der Tat steht das Radio mit dem Fernsehen und dem Internet im Rücken vor enormen Herausforderungen. Auch für die Zuhörer ist die Anstrengung beim Radiohören größer als beim schnellen Konsum der Fernsehbilder. Der Hörfunk lässt Bilder im Kopf entstehen. Unser Vorstellungsvermögen ist gefordert. Wir müssen uns konzentrieren. Wir werden unweigerlich zu Koproduzenten, wenn der Hörfunk durch die Bilderwelt einer Fotografin oder eines Fotografen führt. Wer kann sich heute noch an eine Zeit erinnern, als Radiosendungen Straßenfeger waren? Die Hörfunkprogramme Deutschlandradio und insbesondere Deutschlandradio Kultur hatten von Anfang an einen hohen Anteil an unabhängiger Berichterstattung über Kultur. Das hat sich bis heute nicht geändert. Und darf sich auch nicht ändern. Ohne medialen Resonanzräume wie den Hörfunk, der für mich seinen besonderen Reiz hat, verliert nicht nur die anspruchsvolle Fotografie viel ihrer Wirkung und kann kaum zum Verstehen und zur Entwicklung unserer und anderer Gesellschaften beitragen. Wir brauchen breite, einladende und attraktive Zugänge zur anspruchsvollen Fotografie ohne Hürden; trotz oder gerade wegen der allgegenwärtigen Bilderflut. Der Hör- 70 brennpunkt 2/2019

71 Fotoszene Danna Singer, (Original in Farbe) funk schafft solche Zugänge in hoher Qualität. Das kann man nicht genug wertschätzen. Kultur im Deutschlandfunk bedeutet oft auch Berichterstattung über Fotografie. Grundsätzliche und theoretische Fragen zur Geschichte und zum Status der Fotografie werden ebenso diskutiert wie spannende Fotografinnen und Fotografen vorgestellt. So hat der Deutschlandfunk 2014 ausführlich unter der Überschrift»Die Macht der Bilder«Fragen dieser»wirkungsmächtigen Form der Kommunikation«und ihrer Entwicklung seit 1839 ausführlich erörtert. Die Künstlerin Helena Petersen, die Fotos ohne Kamera erstellt, findet ebenso ihren Platz wie die amerikanische in Philadelphia ansässige Fotografin Danna Singer, die - selbst aus ärmsten Verhältnissen kommend - amerikanischen Alltag eindrucksvoll dokumentiert und den»vergessenen Amerikanern«eine Stimme gibt. Fotografie als ein wichtiger Kulturträger hat im Deutschlandfunk seinen festen Platz. Aktuell hat der Deutschlandfunk am 26. Januar 2019 diesen Jahres an den 140 Todestag der britischen Fotografin Julia Margaret Cameron erinnert. Sie war ohne jeden Zweifel eine der innovativsten und wichtigsten Fotografinnen des 19en Jahrhunderts, die ihre erste Ausstellung im South Kensington Museum (heute Victoria & Albert) im Jahre 1865 hatte. Sie erhielt für ihre Ausstellung zwei Räume und durfte die Räumlichkeiten des Museum als Studio nutzen. Die Sammlung umfasst heute 250 ihrer Fotografien und ihre Briefe an den Gründungsdirektors des Museums Sir Henry Cole. Sie war eine der ersten, vielleicht die erste Fotografin, die in einem Museum ausstellte und damit ihr Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen konnte. Sie wird als energisch und selbstbewußt beschrieben; ein zeitloses Vorbild in vieler Hinsicht für heutige Fotografinnen und Fotografen. Ihre Frauenportraits oder die Portraits berühmter Persönlichkeiten sind trotz der damals unzulänglichen technischen Möglichkeiten von herausragender Qualität. Der Betrachter der oft auf das Gesicht beschränkten Portraits lernt viel über den Einsatz von Licht und Schatten, von Schärfe und Unschärfe. Wer das Victoria und Albert Museum besucht, wird die ausgezeichnete Präsentation ihrer Werke bewundern. Dazu gehört die vorbildliche Website des Museums, auf der folgender Satz von Julia Margaret Cameron zu finden ist»beauty, you re under arrest. I have a camera, and I m not afraid to use it.«zu erwähnen ist auch der renommierte Julia Margaret Cameron Award, der sich ausschließlich an Fotografinnen richtet.»this Award is open to women photographers, professional and amateur, working in all mediums, styles and schools of thought. Traditional, contemporary, avant-garde, creative and experimental works that include old and new processes, mixed techniques, and challenging personal, emotional or political statements will be welcome.«wir brauchen mehr solcher Wettbewerbe, nicht weniger. Letzteres lies der Deutschlandfunk unerwähnt, ansonsten ist der Beitrag über die Fotografin Julia Margaret Cameron ein Beispiel dafür, wie einfühlsam und fundiert der Sender über Fotografinnen und Fotografen berichtet und deren individuelle Leistung gelungen in den Kontext gesellschaftlicher Entwicklung stellt. Er wird seinem Bildungsauftrag gerecht. Die Fotografie verhandelt gesellschaftliche Themen und künstlerische Positionen. Das diese national wie international publik werden können, dazu leistet der Deutschlandfunk einen unersetzlichen Beitrag. Wir brauchen zudem selbstverständlich Sender wie Arte oder 3Sat, die ein kongeniales visuelles und wesensverwandtes Gegenstück zum öffentlich-rechtlichen Hörfunk darstellen. Wir brauchen Museen, die sich der Fotografie widmen, da Galerien bei all ihren nicht zu unterschätzenden Verdiensten nicht die vielfältigen Ansprüche und Funktionen eines Museums erfüllen wollen und können. Wir brauchen spezialisierte Fachverlage für Fotografie wie den Kehrer Verlag, der 2018 mit der Publikation»Stephan Erfurt ON THE ROAD«, eine herausragende fotojournalistische Lebensleistung würdigte. Das Buch ist auch eine Erinnerung an das Magazin der»faz«als prominenten und hochwertigem Raum für fotojournalistische Produkte, dass 1999 eingestellt wurde und wiederbelebt werden sollte. Das»Magazin für Kunst und Leben - Monopol«schrieb in seiner Würdigung des Werkes von Stephan Erfurt» Stephan Erfurt verlor seinen größten Auftraggeber: Er hatte mit seinen Reportagen aus den USA und später aus Berlin die Bildsprache des Hefts und nicht zuletzt auch das Bild geprägt, das sich die Leser in den 80er- Jahren von Amerika machten. Wenn das Verschwinden des Magazins eine einzige positive Auswirkung hatte, dann den Entschluss von Stephan Erfurt, fortan Fotografie auf höchstem Niveau auszustellen.«das heutige C/O Berlin im Amerikahaus als international anerkanntem Ausstellungsort der Fotografie gibt uns Hoffnung, das auch heute Resonanzräume für Fotografie immer wieder neu entstehen und Erfolg haben können. Das noch»junge«internet bietet eine unübersehbare Bilderflut, aber auch große Chancen für gute Fotografie, die wir nicht missen wollten, oder? Es gibt viele Länder wie beispielsweise die USA, die kein vergleichbares öffentlich rechtliches Rundfunksystem kennen. Das erfährt man schmerzlich, wenn man mit dem Mietwagen unterwegs ist und fast ausschließlich Musik aus dem Radio ertönt. Es fehlt etwas, das dem Gast hilft, das Land und sein Gesellschaft besser zu verstehen. Was an der einen Stelle fehlt, geht woanders verloren. Die FAZ-Beilage vermisse ich noch heute. Der Verlust oder das Fehlen von Resonanzräumen für Kultur ist eine globale Herausforderung. Die anspruchsvolle Fotografie ist zwingend angewiesen auf Hörfunk, Fernsehen, Internet, Fachzeitschriften, Fachverlage, Wettbewerbe, Museen und Galerien und viel praktizierte kulturelle Gemeinwohlorientierung, die finanziell abgesichert sein muss. brennpunkt 2/

72 Buchbesprechung Professor Treder ein Porträt Als Studentin der Hochschule für Graphik und Buchkunst sollte ich 1980 ein Porträt über eine Persönlichkeit unserer Zeit erarbeiten. Zur etwa gleichen Zeit schilderten mir Freunde Begegnungen und Geschichten mit und um den bekannten Physiker Hans Jürgen Treder. Diesen Menschen wollte ich unbedingt kennenlernen. Doch war zunächst kein Herankommen möglich. In ziemlicher Zurückgezogenheit lebend, fern jeder Kontakte zu Nichtphysikern versicherten mir seine Kollegen das Unmögliche meines Anliegens. Dennoch, das Glück, der Zufall und eine sechs Uhr morgendliche Überrumpelung durch mein unangemeldetes Erscheinen bei dem Professor öffneten mir vollkommen überraschend den Weg zu ihm. Die ersten Versuche begannen und ich durfte Professor Treder fotografieren. Professor Treder war zu diesem Zeitpunkt Direktor des Astrophysikalischen Instituts in Potsdam-Babelsberg. Um ihn näher kennenzulernen, bemühte ich mich um eine Anstellung als Fotografin in seinem Institut. Ihn zu fotografieren war eigentlich nicht mehr das Wichtigste für mich. Unsere Gespräche und gegenseitige Besuche wurden mir immer wertvoller. Nach Beendigung meines Fernstudiums arbeitete ich weiter an dem Porträt des Wissenschaftlers. Ich fotografierte ihn kaum noch in der Öffentlichkeit und suchte nach Begegnungen mit seinen engsten Vertrauten. Meine Kamera wurde für ihn immer unwichtiger und mehr und mehr bekam ich eigentlich so Einblick in den Menschen Hans-Jürgen Treder. Meine Arbeit über Professor Treder begann kurz nach seinem 50. Geburtstag und endete mit dem 60. Geburtstag. Es sollte ein Buch mit dem gleichnamigen Titel im Aufbauverlag erscheinen. Der Druckstart war für Montag den 13. November 1989 geplant, der Fall der Monika Schulz-Fieguth,»Hans-Jürgen Treder- ein Porträt«. Mauer war am 9. November Alle Druckvorbereitungen wurden gestoppt und somit auch das Projekt»Treder«. Nach Jahren begegnete ich wieder Hans-Jürgen Treder. Ich fotografierte ihn auch an seinem 78. Geburtstag 2006, nicht ahnend, dass es meine letzten Bilder von ihm sein werden. In diesem Jahr erschien nun nach 30 Jahren zu seinem 90. Geburtstag der Porträtband»Hans-Jürgen Treder ein Porträt«. Es ist ein Buch entstanden, welches das Leben eines Wissenschaftlers zeigt und nicht zuletzt auch DDR-Geschichte und die Lebensbedingungen eines Spitzenwissenschaftlers in einem untergegangenen Staat widerspiegelt. Monika Schulz-Fieguth Monika Schulz-Fieguth,»Hans-Jürgen Treder» 72 brennpunkt 2/2019

73 Buchbesprechung Monika Schulz-Fieguth,»Hans-Jürgen Treder» Monika Schulz-Fieguth,»Hans-Jürgen Treder» brennpunkt 2/

74 Fotoszene Fotograf eröffnet Galerie im Überseequartier Nord Iris Foto lässt die Augen in der Hamburger HafenCity leuchten Das menschliche Auge als Kunstobjekt: Im Haus Pacamara am Überseeboulevard öffnet die Iris Foto Galerie ihre Pforten. Auf insgesamt 50 m² können Besucher nicht nur ausgewählte Exemplare der Iris in bildlicher Form besichtigen, sondern auch ihr eigenes Auge fotografieren lassen. Bisher war das in Leipzig gegründete Unternehmen auf Ibiza, in Barcelona und an der französischen Côte d Azur vertreten. Die Fotos fungieren zum einen als Hingucker, die das heimische Wohnzimmer optisch aufwerten. Zum anderen ist das Fotoshooting auch als Highlight für Corporate Events buchbar. Die Fotos können auf verschiedenen Materialien gedruckt werden und sind in unterschiedlichen Formaten von 30x30 cm bis 180x180 cm erhältlich. Seit knapp 20 Jahren widmet sich der Inhaber, Olivier Colin, der Fotografie und ist Co-Director des 2015 gegründeten Kollektiv-Lumen, ein Leipziger Kollektiv für Fotografie, das sich mit Architektur-, Fashion- sowie Portraitfotografie auseinandersetzt.»unser Konzept der fotografischen Abbildung der Regenbogenhaut ist etwas Besonderes und bietet unseren Besuchern die Möglichkeit, das menschliche Auge als Kunstwerk zu entdecken. Mit der Eröffnung der Galerie in der Hansestadt möchten wir auch in Deutschland unsere Präsenz weiter verstärken und den Kundenkontakt intensivieren,«so Olivier Colin, Geschäftsführer der Iris Foto Galerie. Das IRIS Projekt war bereits Teil von zahlreichen Ausstellungen wie unter anderem in Amsterdam, London und Budapest und wird ab 2019 im Red Dot Oliver Colin, (Original in Farbe) Museum in Singapur vertreten sein»wir freuen uns, mit der Galerie einen weiteren Anlaufpunkt für Fotografie auf dem Überseeboulevard zu haben. Die künstlerische Darstellung verschiedenster Motive ist schon seit Beginn an Bestandteil des Quartiers und findet u. a. in den regelmäßigen OPEN ART Ausstellungen Ausdruck. Mit Iris Foto erweitern wir unser Portfolio und sind gespannt auf die Arbeiten, die uns erwarten,«sagt Dr. Claudia Weise, Quartiersmanagerin nördliches Überseequartier von BNP Paribas Real Estate Property Management Deutschland. Nördliches Überseequartier Das nördliche Überseequartier liegt im Herzen der Hamburger HafenCity, einem der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekte Europas. Das Gebäudeensemble besticht durch seine moderne Architektur und seine Flaniermeile den Überseeboulevard mit trendy Geschäften, Cafés, Bars, Restaurants und Frischemärkten. Regelmäßig finden hier aufmerksamkeitsstarke Oliver Colin Veranstaltungen statt. Kunst-, Sport-, Kulturevents und Livekonzerte sorgen für abwechslungsreiche Unterhaltung. Weitere Informationen finden Sie unter Iris Fotogalerie Überseeboulevard Hamburg 74 brennpunkt 2/2019

75 Fotoszene Kermit meets Miss Piggy Anatol Kotte Der Hamburger Star-Fotograf Anatol Kotte hat im Laufe seiner Karriere schon viele berühmte Persönlichkeiten porträtiert: Angela Merkel, Geraldine Chaplin, Jeff Goldblum, Henning Mankell, Ewan McGregor, Joachim Gauck, John Turturro, Lenny Kravitz, Rihanna, Samy Deluxe, Helen Schneider, Thees Uhlmann, Til Schweiger, Udo Lindenberg usw Seine einzigartigen Porträtfotografien kennt man aus Zeitschriften und Magazinen wie Cosmopolitan, ELLE, Joy, Men s Health, dem Time Magazine, der Zeit und dem Zeit-Magazin, Tempo, Vogue, Wiener, dem Stern oder auch der L Uomo Vogue. Anatol Kotte nähert sich seinen Protagonisten stets unvoreingenommen, lässt dem Moment der Überraschung einen großen Raum und bleibt dabei dennoch präzise, professionell, pragmatisch. Und dann kommt dieses Schwein! Aber natürlich nicht irgendein Schwein. Nein, das berühmteste Schwein der Welt: MISS PIGGY! Kotte drapiert die Sau in Morgenrock und mit Schlafbrille glamourös im Kingsize-Bett einer Suite im Ritz-Carlton Berlin jedoch die Muppet-Diva ohne das»objekt«ihrer Begierde, dem Ziel ihrer ach soooo leidenschaftlichen Liebe? Ohne Kermit? Undenkbar! Genau. Umso erfreulicher ist es daher, dass die beiden Stars nun endlich vereint bei CAZALE als exklusive Edition erworben werden können! Anatol Kotte wurde 1963 in Minden Westfalen geboren begann er als Fotoassistent bei den Werbefotografen Horst Wackerbarth, Reinhardt Wolf, Chuck Ealovega und Michael Erhart. Nach seinem Schritt in die Selbstständigkeit gilt sein Interesse vor allem der unmittelbaren Darstellung von Menschen. Ab 1988 arbeiteten bei ihm Fotografen als Assistenten so auch Andreas Mühe. Neben seiner künstlerischen Arbeit war Kotte u.a Gastdozent an der Merz Akademie Stuttgart fand Kottes erste Einzelausstellung in der PPS Galerie in Hamburg statt, gefolgt von weiteren Ausstellungen, so auch unter der Schirmherrschaft von F.C. Gundlach. Parallel konzentrierte sich der Fotograf weiter auf das Porträtieren von Persönlichkeiten - international und national in Magazinen und Zeitungen veröffentlicht erschien sein erster Porträtband»Iconication«(Hatje Cantz).»KERMIT + MISS PIGGY«ANATOL KOTTE CAZALE-Edition 7+3 AP, Motive 30 x 40 cm Innova Fine Art Print, gerahmt im Halbe-Magnetrahmen classic 50 x 110 cm mit Passepartout Preis: ab Euro (zzgl. MwSt.) - Cazale-ID: 51-AK brennpunkt 2/

76 Ausstellungen Michael Fackelmann»DON T STOP THE DANCE«Die Leica Galerie Nürnberg zeigt vom bis zum 27. April die Ausstellung»Don t stop the dance«des Hamburger Fotografen Michael Fackelmann. Das Anliegen von Fackelmann ist es, mit seinen Bildern die Dynamik des Tanzes zu zeigen, so wie er sie durch den Sucher seiner Kamera sieht, spürt und künstlerisch interpretiert. Mit seiner besonderen Bildsprache, ohne viel Rücksicht auf konventionelle Technik und traditionelle Bildauffassung sowie voller Experimentierfreude entstanden die Schwarzweiß-Aufnahmen, analog fotografiert, im Sommer 1960 in der Erika-Klütz-Schule für Theatertanz in Hamburg. Oft erst bei längerer Betrachtung setzen sich Raumwege, Bewegungsrichtungen, Körperformen, verhaltene oder heftige Gestik in vielfacher Überschichtung aus dem Bild ab. Die Eindringlichkeit wird unterstützt durch die graphisch wirksame Reduktion der Grauwerte, die eine scharfe Kontrastierung von Hell und Dunkel zur Folge hat. Fackelmann registriert das Verhalten der Tänzer, beobachtet, wie fließende tänzerische Bewegung den Raum mit Körperlichkeit füllt und hält Raumzonen unterschiedlicher Verdichtung im Bilde fest. Polarität findet in der Skala der Lichtwerte ihre Entsprechung, es formen sich Gebilde von eigenartiger Schönheit und herbem Reiz. Ein weiterer Teil der Ausstellung interpretiert das Thema»Tanz«auf ganz andere Weise: als Surfer auf dem Eisbach in München. Ihre Gestalt, ihre Bewegung, ihre Anspannung lässt sich in Fackelmanns abstrakten, farbkräftigen Fotografien nur erahnen und ermöglicht dem Betrachter somit Spielraum für vielschichtige Empfindungen. Tanz im Fokus der Fotokunst ein faszinierendes Experiment. Bei Michael Fackelmann ist es gelungen. Überzeugen Sie sich selbst! Michael Fackelmann Michael Fackelmann Michael Fackelmann bis 27. April 2019 Leica Galerie Nürnberg Obere Wörthstraße Nürnberg Mo Sa Uhr Der Eintritt ist frei 76 brennpunkt 2/2019

77 Ausstellungen Greg Gorman The Outsiders: Best of and beyond Am 13. März 2019 eröffnete die Einzelausstellung The Outsiders des amerikanischen Starfotografen Greg Gorman in der Münchner Galerie IMMAGIS. Mit Best of and beyond zeigt Gorman einen faszinierenden Querschnitt seiner Bildikonen, die international renommierte Musiker, bildende Künstler und Schauspieler abbilden. So sehen wir z.b. David Bowie, mit dem Gorman über 15 Jahre zusammen arbeitete, seine langjährige enge Freundin Grace Jones, aber auch Klassiker wie den Factory-Gründer Andy Warhol mit dunkler Sonnenbrille, Sharon Stone am Anfang ihrer Karriere, den ehemaligen Spitzensportler Michael Jordan, Ex-Jagger-Frau Jerry Hall, den berühmten Musiker Bryan Ferry, die britische Künstlerikone David Hockney und viele mehr. Greg Gorman (*1949, Kansas City, Missouri, USA) wollte ursprünglich Fotojournalist werden. Als er jedoch im Jahr 1968 Jimi Hendrix bei dessen Konzert in Kansas City fotografierte, wurde dies zum Auftakt seiner nunmehr 50-jährigen Karriere. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung (1968, Master of Fine Arts) blieb Gorman dem Showbusiness treu und fotografierte, neben zahlreichen Werbeaufträgen, in der Folge vor allem Schauspieler und Musiker. Einige dieser ikonischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zierten Filmplakate, andere schmückten die Cover von CDs oder von Magazinen wie LIFE und Newsweek, VOGUE und Rolling Stone. Allein zwanzig Mal zierte ein Gorman-Motiv Warhols INTERVIEW Magazin. Greg Gorman, Leonardo DiCaprio, Los Angeles, 1994, Greg Gorman, courtesy IMMAGIS Galerie Greg Gorman, Sharon Stone, Malibu, 2005 Greg Gorman, courtesy IMMAGIS Galerie Parallel zur Porträtfotografie weist Gorman ein beachtliches Œuvre im Bereich Aktfotografie auf. Durch seinen unverkennbaren Stil mit starken Kontrasten sowie extremen Licht- und Schattenspielen konzentriert er sich auf die Grafik von Gesicht und Körper und erschafft eine klassische Ästhetik, die die zeitlose Schönheit der menschlichen Natur mit erotischer Ausstrahlung verbindet. Seine Aufnahmen von Bowies Ehefrau Iman und dem dänischen Modell Brigitte Nielsen, aber auch die tänzerischen Posen, in denen er die männlichen Starmodelle Tony Ward und Mickey Hardt inszenierte, sind legendär. Greg Gorman, Sophia Loren, Rome, 1994 Greg Gorman, courtesy IMMAGIS Galerie Zum ersten Mal werden diese ausdrucksstarken Aktaufnahmen durch eine kleine Anzahl von Private Works, welche 2000 bis 2015 während Gormans zahlreichen weltweiten Workshops entstanden, ergänzt. Während die Bildsprache dieser persönlichen Arbeiten die der Auftragsarbeiten ähnelt, bestechen sie durch noch intimere Aufnahmeorte und variierende Herangehensweisen in punkto Licht und Farbsetzung. Ein weiteres Indiz für Gormans brilliante Porträtkunst. bis 11. Mai 2019 IMMAGIS Fine Art Photography Blütenstraße München Di Fr Uhr Sa Uhr und nach Vereinbarung brennpunkt 2/

78 Ausstellungen Nicholas Nixon»The Brown Sisters«( ff) Nicholas Nixon, The Brown Sisters, New Canaan, Connecticut, 1978 Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München, Nicholas Nixon Die Serie»The Brown Sisters«ist eine der eindrucksvollsten Auseinandersetzungen mit dem Porträt und der Zeit in der zeitgenössischen Fotografie. Seit 1975 porträtiert der amerikanische Fotograf Nicholas Nixon (*1947) jedes Jahr seine Frau Bebe und ihre drei Schwestern. Er nahm die Schwestern erstmals 1974 auf, doch unzufrieden mit dem Ergebnis, vernichtete er das Negativ. Das erste Bild der Serie ist daher erst 1975 datiert. Damals waren Bebe 25, Heather 23, Laurie 21 und Mimi 15 Jahre alt. Ein Jahr später nahm Nixon bei einer Familienfeier erneut ein Gruppenbild auf. Die Idee wurde geboren, jedes Jahr eine Aufnahme zu machen immer in Schwarz-Weiß, mit der Großformatkamera, unter freiem Himmel und bei natürlichem Licht. Die vier Schwestern nehmen dabei immer dieselbe Aufstellung ein, die sich beim ersten Mal zufällig ergeben hat, und zwar von links nach rechts: Heather, Mimi, Bebe und Laurie. Zu Anfang wählte Nixon aus etwa einem Dutzend Aufnahmen selbst ein Bild aus. Später wurde das zu einer gemeinschaftlichen Entscheidung. In manchen Bildern ist Nixon als Schatten mit der Kamera sogar selbst Teil des Bildes geworden. Über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren ist ein singuläres Werk entstanden, das gleichermaßen die Wesenhaftigkeit des Fotografischen zum Ausdruck bringt, als auch über das Moment der Zeit, der Vergänglichkeit und der sich immer wieder wandelnden Beziehungen der Schwestern zueinander Zeugnis ablegt. In den Gesichtern der vier Frauen spiegelt sich die verrinnende Zeit, als Zeugnis der Verletzlichkeit, das beim Betrachter ein schmerzliches Gefühl des Verlusts hervorruft. Doch die voranschreitende Zeit schlägt sich nicht allein im Äußerlichen nieder, in den älter werdenden Gesichtern oder im Wandel der Mode. Der genaue Blick des Fotografen offenbart auch seelische Veränderungen und die Beziehungen der Schwestern untereinander. Ein Lächeln, Ernst, Komplizenschaft oder geteilte Freude z. B. über eine Schwangerschaft, stehen neben der Traurigkeit eines abwesenden Blickes, dem Ausdruck von tiefem Leid oder Ratlosigkeit. Die Fotografien muten wie ein Familienalbum an, das den Betrachter mitnimmt auf eine Reise zu längst vergangenen Momenten und Empfindungen. Nixons Langzeitprojekt über die Brown Sisters, pendelt zwischen dokumentarischer Objektivität und emotionaler Intimität, es fasziniert und verstört gleichermaßen. Die Serie hat ihren eigenen Rhythmus von Wiederholung und Veränderung. Das einzelne Foto erhält seine Form und Bedeutung aus dem Zusammenhang mit den anderen und erst als Teil der Serie entfaltet es seine vollständige Wirkung. Werke von Nicholas Nixon sind u.a. in den Sammlungen der Australian National Gallery in Canberra, im Musée d Art Moderne von Paris, im J. Paul Getty Museum of Art in Los Angeles, im Metropolitan Museum of Art in New York, im Sprengel Museum Hannover, im Tokyo Museum of Art und im Victoria and Albert Museum von London vertreten. Nicholas Nixon, The Brown Sisters, New Canaan, Connecticut, 2014 Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München, Nicholas Nixon Alexander Tutsek-Stiftung Karl-Theodor-Straße München Di Fr Uhr feiertags geschlossen 78 brennpunkt 2/2019

79 Ausstellungen PRIMÄRE GESTEN Fotografien aus China von Robert Rauschenberg und Arbeiten in Glas von Mona Hatoum, Hassan Khan, Jana Sterbak, Terry Winters Bis zum 30. August 2019 zeigt die Alexander Tutsek-Stiftung unter dem Titel»Primäre Gesten«Fotografien von Robert Rauschenberg aus den 1980er Jahren und zeitgenössische Arbeiten in Glas von Mona Hatoum, Hassan Khan, Jana Sterbak und Terry Winters, allesamt Neuerwerbungen der Stiftung für ihre Sammlung.»Gesten«sind Bewegungen des Körpers, die der nonverbalen Kommunikation dienen, kleine Akte der Verständigung und des Handelns. Anfang der 1980er Jahre ging der amerikanische Künstler Robert Rauschenberg als einer der ersten westlichen Künstler nach China mit dem Wunsch, ein solches Zeichen zu setzen, eine Geste des Interesses an der fernen und fremden Kultur. Aus den hunderten von Farbfotografien, die er von dieser Reise mitbrachte, wählte er 28 Motive aus und edierte sie unter dem Titel»Study for Chinese Summerhall«(1983). Diese Fotoarbeiten lesen sich wie Aufzeichnungen von Gesten des Alltags, des modernen wie des traditionellen Lebens in einer sich wandelnden chinesischen Gesellschaft. Die Ausstellung stellt der Fotoserie von Rauschenberg vier Installationen in Glas von renommierten internationalen Künstlerinnen und Künstlern gegenüber. Sie nehmen alltägliche funktionale Dinge wie einen Knoten oder einen Kreis in ihren Werken auf und transformieren diese»primären Gesten«Robert Rauschenberg, Untitled aus dem Portfolio»Study for Chinese Summerhall«, 1983 Sammlung Alexander Tutsek-Stiftung, Robert Rauschenberg Foundation / Graphicstudio, University of South Florida, Tampa / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 in ein künstlerisches Objekt. Ihnen kommt so eine besondere Präsenz und Bedeutung zu. Für den Künstler wie für den Betrachter geht es darum, wie Hassan Khan es formuliert, jene primären Gesten zu lesen, zu entziffern und zu verstehen. bis 30. August 2019 Alexander Tutsek-Stiftung Karl-Theodor-Straße München Di Fr Uhr feiertags geschlossen brennpunkt 2/

80 Portfolio Enrico Borrometi Enrico Borrometi»Sizilien 70-er Jahre«In seinen Fotografien aus den 70er Jahren schildert Enrico Borrometi (76 Jahre, Messina) ein nun nicht mehr existierendes Sizilien. Ein in gewisserweise ländliches Sizilien, obwohl einige der Fotos Charaktere seiner Stadt Messina darstellen. Als äußerst präziser Fotograf hat er mit seiner Leica M4-P die Zeit festgehalten und viel von der Insel, auf der er immer noch lebt, erzählt. Mit seinen heute nicht mehr analogen Leica (M9 und Monochrom) ist er weiterhin unermüdlich auf der Suche nach Menschen und Orten, die Siziliens Seele ausmachen. Seine Bilder in Farbe und in Schwarz- Weiß (viele Porträts) werden nicht nur von Kunstliebhabern geschätzt. Die Straße von Messina mit den typischen Feluken (Boote für den Schwertfischfang), die Dörfer im Landesinneren mit ihren Gegensätzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Charakteristische Gestalten, zahlreiche Gestalten, von denen ein einziges Foto genügt, um ihre»sizilianität«auszudrücken. Sein Fotoarchiv ist eine unerschöpfliche Quelle an Geschichten, die in dem wahren Sizilien beheimatet sind. Wahres Sizilien, das er stets aktualisiert, denn er reist weiterhin unverdrossen durch Dörfer, erkundet Straßen und Strände der Sonneninsel. Er ist ein tiefsinniger, sensibler Künstler, den es sich lohnt, kennenzulernen - über die Geschichten, die er durch seine wundervollen Fotografien erzählt, hinaus. Durch die Sensibilität und Präzision, mit denen er arbeitet, gehört Enrico Borrometi zu der Riege der großen sizilianischen Fotografen, die es verstanden haben, uns die Schönheiten einer Insel der großen Widersprüche nahezubringen. Enrico Borrometi Enrico Borrometi Enrico Borrometi 80 brennpunkt 2/2019

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92 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge»Porträts«Norbert Bunge vermittelt auf den Porträts»seiner«Fotografen und denjenigen der Künstler und Künstlerinnen authentische Bilder der Persönlichkeiten und zeigt, wann immer das möglich ist, zugleich, wo und wie sie leben, ohne dabei die nötige Diskretion zu verletzen: in Berlin, Buenos Aires, in Istanbul, London, Straßburg, Zürich und New York, im italienischen Casoli, in Stockbridge (Massachusetts) oder im mecklenburgischen Flecken Carlow-Neschow. Viele von ihnen hat er im Laufes seines Lebens als Kameramann, als Dokumenarfilmer und schließlich als Galerist (wieder) ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht. Die Porträts wirken heute wie Blicke in eine große Familie Seelenverwandter. Grundlage dieser Bilder ist Norbert Bunges Interesse an den Menschen, seine Neugier auf die geistige Haltung, die hinter all jenen Fotografien, Bildern, Plastiken und Büchern steckt, die ihn begeisterten. Er wollte ihre Schöpfer näher kennenlernen. Aus vielen der Begegnungen gediehen vertrauensvolle Freundschaften. Die Porträtfotografien aus nunmehr über fünf Jahrzehnten waren ursprünglich keineswegs für eine Ausstellung oder Norbert Bunge, Horacio Coppola, Fotograf, Buenos Aires, 2003 ein Buch gedacht, sondern es sind Aufnahmen, die als Dokumente von Besuchen und Begegnungen entstanden: nicht inszeniert, mit naürlichem Licht und der Kamera als drittem Auge. Michaela Gericke (aus dem Essay zum Porträtbuch) Norbert Bunge, Constance Kheel, Malerin, Buskirk, N.Y brennpunkt 2/2019

93 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, René Burri, Fotograf, Paris, 2000 brennpunkt 2/

94 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, Dirk Alvermann, Fotograf und Autor, Neschow, Mecklenburg, brennpunkt 2/2019

95 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, Arno Mohr, Maler und Grafiker, Ostberlin, 1986 brennpunkt 2/

96 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, Ellen Auerbach, Fotografin, New York City, 1998 Norbert Bunge, Robert Cenedella, Maler, New York City, brennpunkt 2/2019

97 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, Will McBride, Fotograf, Bildhauer, Maler, Casoli, Italien,2000 Norbert Bunge, Ara Güler, Fotograf, Istanbul, 2003 brennpunkt 2/

98 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, Fritz Cremer, Bildhauer, Usedom, DDR, brennpunkt 2/2019

99 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, Clemens Kalischer, Fotograf, Berlin, 2002 brennpunkt 2/

100 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, Robert Frank, Fotograf, Nova Scotia, brennpunkt 2/2019

101 Portfolio Norbert Bunge Norbert Bunge, Antanas Sutkus, Litauen, 2002 brennpunkt 2/

102 Fotoszene Das unscheinbare Europa Texte aus dem Buch Rom Berlin Marek Pozniak Gottes Auge und die Lochkamera Als der 70jährige Alexander von Humboldt 1839 nach Paris gereist war, um als Sachverständiger für die»academie des Sciences«über die eben erfundene Daguerrotopie zu urteilen, da war er wie alle, die das neue Zauberzeug sahen, begeistert und schrieb nach Hause über»gegenstände, die sich selbst in unnachahmlicher Treue malen«. Sieben bis acht Minuten dauere das, viel weniger also als die Herstellung eines traditionellen Kunstwerkes, und in Ägypten, wo die Sonne heller scheine, könnte es vielleicht auch in zwei bis drei Minuten gelingen. Es dauerte nicht gar so lange, da wurden aus den Minuten Sekunden und Bruchteile von Sekunden. 160 Jahre nach Humboldts Ausruf schrieb Salman Rushdie in seinem Roman»The Ground Beneath Her Feet«:»A photograph is a moral decision taken in one eighth of a second.«aus der unnachahmlich treuen Abbildungen still haltender Gegenstände war inzwischen eine Weltmacht geworden, die spätestens mit dem Aufkommen der Farbphotographie alle Lebensbereiche durchdrang, die Wirtschaft wie die Kunst, die Kommunikationsindustrien wie die Politik. Ungebrochen seit 1839 ist die Fasziniation, die von der Photographie ausgeht, revolutionär ihre Wirkungen auf das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, Mensch und Realität, quicklebendig ihre Kraft, sich mit Idealen und Ideologien zun amalgamieren, populäre Leitbilder zu erschaffen oder zu demontierten, staunenswert ihre Fortschritte für die exakten Naturwissenschaften durch Mikround die Makrophotographie. Marek Pozniak Marek Pozniak Seit es Photographie gibt, gibt es auch leidenschaftliche Auseinandersetzungen über ihre Wirkung auf die Kunst. Der französiche Dichter Charles Baudelaire ( ), einer der frühesten Photographie-Kritiker, meinte voller Häme:»Die Fotografie ist der Todfeind der Malerei, sie ist die Zuflucht aller gescheiterten Maler, der Unbegabten und der Faulen.«Das war ein Irrtum auf der ganzen Linie.Denn gerade die fleissigsten und begabtesten Maler wie etwa Franz Lenbach, Edvard Munch und später Andy Warhol nahmen die Photographie für sich als Helferin in den Dienst. Aber auch die, welche selbst keinen Apparat anrührten und beim Skizzenblock und Zeichenstift blieben, zogen die Konsequenz aus der kopernikanischen Wende in der Realitätswahrnehmung. Erst der Impressionismus, dann die Fauves und der deutsche Expressionimus erschufen eine Bilderwelt, die sich ganz bewußt anderen ästhetischen Strategien verschrieb als jener»unnachahmlichen Treue«, die Humboldt gerühmt hatte. Marek Pozniak Und, paradox genug, auch in der Photographie selbst, die doch durch den Fortschritt bei Objektiven und Verschlüssen und in der Filmchemie immer exakter, immer schärfer, immer genauer wurde bis hin zum Hyperrealismus, keimte um 1900 die Sehnsucht nach impressionistischer Unschärfe, empfindsamer Weichzeichnung und künstlerischer Autonomie auf.»piktorialismus«hieß die Devise und sie war eine Etappe im Kampf der Photographen um Anerkennung als gleichberechtigte Künstler. Heute sind diese Kämpfe längst ausgestanden, die Photographie ist seit den 1920er Jahren erst ins Ausstellungswesen und dann seit den 1950er Jahren auch die Museen eingezogen, wobei das Vorbild des New Yorker»Museum of Modern Art«das mächtige Vorbild stiftete. An den Kunstakademien wird selbstverständlich Photographie gelehrt. Einen Schlüs- 102 brennpunkt 2/2019

103 Fotoszene Marek Pozniak Marek Pozniak Marek Pozniak seltext des Kampfes um die»kunstphotographie«wie Thomas Manns Rezension von Alfred Renger-Patzschs Buch»Die Welt ist schön«(1928) liest man heute mit ungläubigem Staunen: Mann, der der Photographie wohl wollte, lobt»lichtbild-aufnahmen, in denen Fertigkeit und Gefühl eine solche Verbindung eingehen, dass der Versuchung, sie als Werke eines Künstlers, als Kunstwerke anzusprechen, schwerlich zu widerstehen sein wird». Und er rügt den Widerstand der»humanistischen Prüderie«, gegen Photographie als Kunst:»Technifizierung des Künstlersichen gewiß, es klingt schlimm, es klingt nach Verfall und Untergang der Seele. Aber wenn nun, indem das Technische der Seele anheimfällt, die Technik sich beseelt?«heute ist der Schein-Gegensatz zwischen Technik und Kunst ausgestanden. Und für die Photographen gilt, was für alle Künstler gilt, welche Technik, welche künstlerischen Mittel im weitesten Sinne sie auch wählen mögen: Kunst darf alles. Sie darf sich in die Hexenküche der Bildverarbeitung im Computer begeben oder den Riesensprung zurück machen zur Prähistorie des photographischen Bildes: zur Lochkamera ohne Linse und Objektiv. Marek Pozniak geht diesen Weg in beide Richtung, hin zur digitalen Sophistication wie den zum bewussten Primitivismus der archaischen Box- und das alles aus Abenteuerlust auf nie gesehene Bilder. Ob man die Ergebnisse überhaupt noch Photographie nennen sollte, habe ich meine Zweifel. Pozniak verweigert sich auch gegenüber den letzten Resten jener Realitätsvermutung, die seit»humboldt 1839«immer noch in unseren Köpfen steckt. Wenn bei solch endlosen Belichtungszeiten alle beweglichen Lebewe- sen ohne jede Spur auf dem Bild bleiben, obwohl sie doch die Szene bevölkert haben, dann rührt das an die Grundfesten unserer Alltagphilosophie. Vor Gottes Auge seien tausend Jahre wie ein Tag, heißt es sinngemäß im 90ten Psalm. Mich erinnern deshalb Pozniaks Werke weniger an die Camera obscura und Louis Daguerres unvollkommene erste Straßenaufnahmen als an die Geheimnisse der Schöpfung und ihren Abglanz, die Farb- und Lichtphänomene, die wir aus den Naturwissenschaften kennen. In der Astrophysik oder in der biologischen Mikrophotographie, in chemischen Prozessen oder in den Bildwelten der Zellbiologie begegnen wir ähnlich merkwürdig überirdischen Lichtern. Farbspiele wie bei Pozniak finden wir auch in der Geologie, dem explodierenden visuellen Reichtum der Achate zum Beispiel oder bei den phantastischen Farbeffekten mancher Schmetterlingsflügel. Aber mit gleichem Recht könnte man in Pozniaks Schöpfungen auch Echos der Errungenschaften der klassischen Moderne finden eben jener Kunst also, die als Antwort auf die Exaktheitsexzesse der frühen Photographie entstanden ist. Die Landschaftsbilder der Fauves und die Sommernächte Edvard Munchs lassen grüßen wie die abstrakt glühenden Farbtafeln Mark Rothkos. So zieht die Kunst Pozniaks auf raffinierte Weise die Summe aus zwei Jahrhunderten Nachdenken über die Abbildbarkeit der Welt und die Frage nach dem Bild überhaupt.das Schöne an dieser Frage ist ihre Unendlichkeit. Es gehört zu den Wundern der Kulturgeschichte, dass es einstweilen nicht so aussieht, als werde die stillschweigende Vereinbarung über das Bild als Rechteck, auf dem man schlechthin alles erforschen, alles erzählen könne, so schn-ell überflüssig werden. Auf Marek Pozniak warten also noch viele Aufgaben. Christoph Stölzl Italienisches Kulturinstitut bis 4. Juni 2019 Marek Pozniak»Rom-Berlin«Hildebrandtstraße Berlin Mo, Di, Fr Uhr Mi + Do Uhr brennpunkt 2/

104 Fotoszene Der reinste Frei Raum für Fotografen Bereits beim Betreten der Einfahrt dieser wunderbaren denkmalgeschützten ehemaligen Brauerei»Am Tempelhofer Berg 6«, mitten im zentral gelegenen Berliner Bergmann-Kiez, überkommt mich ein wundersames Gefühl - wie zurück versetzt in eine andere Zeit. Mein Ziel: Die neue Studio-Galerie von Daniel Samanns - die erstmals am 13. April ab Uhr dem breiteren Publikum zugänglich ist. Den Eingang zur Remise hatte mir der Fotograf bereits am Telefon beschrieben:»am Ende der Einfahrt schräg rechts voraus, dann in die Eingangstür hinter dem weißen Van.«Die Treppe hinauf - und schon bin ich da. Aber wo genau? Und was ist das hier überhaupt? Alte Holzplatten-Kameras, eine professionelle Dunkelkammer, unbeschreibliche Original-Ambrotypien und Fine- Art-Prints reihen sich zuhauf gerahmt an den offenbar frisch geweißelten Wänden. Ein Super-Lichtsystem und perfekt gesetzte Spots akzentuieren die einzelnen Arbeiten. Arbeiten? Werke? Werke. Eindeutig. Weiter in den nächsten Raum - noch mehr»schätze«in Monochrom und Schwarzweiss. Und wie sollte es auch anders sein, natürlich mit einem ur-alten Ledersofa - Verweilen ist geradezu Programm. Mitten im Raum eine Glasvitrine mit Ambrotypien, Tintypes, Albumin-, Salz- und Kollodium-Chlorid-Papieren. Inmitten einiger Magazin-Titel und Kataloge, die das Spektrum des Fotografen aufzudecken versuchen. Sehen und Entdecken.... hier gibt es davon mehr als genug. Und alles was man sieht wirft irgendwie immer weitere neue Fragen auf:»schaut der auf dem Bild gerade mich an? Oder Daniel Samanns, Jongleur ich ihn? Oder doch umgekehrt?«... ging es einst Rainer Jordan durch den Kopf. Ich frage mich: Ist das nun ein Fotostudio für analoge und historische fotografische Verfahren? Oder ist das hier gleichzeitig eine Fotogalerie? Kann man diese super Dunkelkammer vielleicht sogar für seine eigenen analogen Arbeiten und Projekte anmieten? Oder das Tageslicht- und UV-Licht-Studio? Oder gar die Wandflächen nutzen? Für eine eigene Ausstellung? Egal welche Frage ich dem Berufsfotografen stelle, Daniel Samanns beantwortet geradezu ausnahmslos alle Fragen mit einem offenen eindeutigen Erfolg versprechenden»ja! Hier ist nahezu alles möglich, was man im Bereich der analogen und historischen Fotografie machen möchte. Interessenten, Ideen und Anregungen sind immer herzlich willkommen.«tatsächlich der reinste Frei-Raum für Fotografen und Fotografie-Begeisterte. Daniel Samanns, Vortrag, (O.i.F.)»Was mich betrifft, so fertige ich neben Auftragsportraits meine freien Arbeiten im Bereich Portrait, Akt, Stilleben - zumeist in Form von Ambrotypien. Aber auch Kollodium-Negative auf Glas und die dazu gehörenden historischen Albumin-, Salz- und Kollodium- Papier-Verfahren stehen immer wieder auf der Tagesordnung. Genauso natürlich auch einfachere Verfahren wie die Cyanotypie. Oder auch analoge Papier-Verfahren wie POP, der Paper-In-Camera-Process und sogar das»photo-in-room«, wobei ein ganzer Raum zum Kamera-Body wird. Parallel natürlich die entsprechenden Workshop-Angebote, um mein Wissen weiter zu geben und die verschiedenen Verfahren am Leben zu erhalten und zu bewahren.«eine weitere Kern-Kompetenz ist die Produktion von Editionen, wie erst kürzlich für das Sprengel-Museum Hannover. Anlässlich der Umbo-Retrospektive»Umbo.Fotograf«wurde Samanns die Ehre zuteil das Ringelnatz-Motiv des Bauhaus-Fotografen Umbo von 1928 auf Kollodium-Papier, in einer geschützten Auflage von 50+6 Exemplaren auf eben solchem Kollodium-Papier nach überlieferten Rezepturen von Hand zu fertigen:»das war bisher einer der großartigsten Aufträge in meinem Leben überhaupt«, so der Fotograf. Daneben veranstaltet Samanns hier seine beliebten Kollodium-Nassplatten-Workshops. Allerdings soll es sich in diesen Räumen nicht allein um ihn und seine Arbeit drehen. Vielmehr soll hier die Vielfalt der Fotografie im Mittelpunkt stehen. Sozusagen ein»drehkreuz«der Fotografie. Auch andere Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Fotografie sollen hier die Möglichkeit haben eigene Workshops durch zu führen. Werksgespräche, Dia-Shows, Screenings, Austausch, etc.pp. sollen ihren regelmäßigen Platz in der Agenda bekommen.»synergie scheint mir ein wesentliches Stichwort vor dem Hintergrund der 104 brennpunkt 2/2019

105 Fotoszene Daniel Samanns, Workshop, (O.i.F.) Daniel Samanns, Galerie, (O.i.F.) Erhaltung, Bewahrung und dem Praktizieren historischer und analoger Fotografie. Aber natürlich sind hier auch digitale- und hybride Verfahren - ebenso Ideen hierzu - herzlich willkommen.«neben vorgenannten Aktivitäten stellt Samanns die Räume als»pop-up-galerie«für kuratierte Kurz-Ausstellungen über ein bis zwei Wochenenden oder länger zur Verfügung, bei denen gegen eine Aufwandsentschädigung neben weiterem Know-How, selbstverständlich entsprechende Rahmen zur Verfügung gestellt werden - um nur Mindest-Bedingungen zu nennen. Und anstatt aus Papp-Bechern trinken zu müssen, werden Getränke selbstverständlich im Glas gereicht.»das wird ein Fest.«Kooperationen mit Galerien, Kuratoren und Fotografen aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar dem europäischen Ausland sind bereits seit vergangenem Jahr in der Planungsphase. Neben weiteren Einzelausstellungen ist in jedem Fall mit den Arbeiten des World-Press-Award-Fotografen Carsten Peter (National Geographic) zu rechnen. Ein weiteres Highlight ist die erfolgreiche Nachwuchs-Fotografin Tamina-Florentine Zuch (u.a.stern, Zeiss-Photography-Award 2016), deren Auswahl an Arbeiten Ende des Jahres präsentiert werden. Ulrich Hägele (Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Foto-Ethnographie) hat sich bereit erklärt die Ausstellung»Historische Photographien - Historische Papier-Verfahren«zu kuratieren.»magic Portraits«25. & 26. Mai 2019, Kollodium- Nassplatten, Intensiv-Workshop für alle diejenigen, die das Verfahren von Grund auf erlernen- und später anwenden wollen. Anmeldung über Daniel Samanns, Vitrine, (O.i.F.) Anfragen von freien Fotografen jedes Genres sind gern gesehen - insbesondere bis einschliesslich August 2019 gibt es noch so manchen Freiraum zur weiteren Planung für diejenigen, die Ihre Werke im Laufe des Jahres einem breiteren Publikum vorstellen möchten, oder auch nur ihren ganz speziellen Kunden präsentieren wollen. Veranstaltungen: Eröffnungsveranstaltung»OPENING«am 13. & 14. April 2019 jeweils 11 bis 18 Uhr - gezeigt werden Original- Ambrotypien, Tintypes und Negative im Kollodium-Nassplatten-Verfahren, sowie Fine- Art-Prints in den Formaten 40x30cm bis hin zur Größe von 1x1 Meter. Highlight des Opening ist die Präsentation ausgewählter Arbeiten auf Kollodium-Papier, Salzpapier, sowie Albumin-Abzüge. Eintritt frei»world Wet Plate Day«, 4. Mai, 19 Uhr - Screening der aus allen Regionen unseres Erdball eingegangenen und aktuell an diesem Tag erstellten Arbeiten der Fotografen der weltweiten»world Wet Plate Community«. Zusätzlich: Kuratiertes Screening der weltweiten Kollodium-Arbeiten aus den Jahren seit weitere Screenings finden fortlaufend am darauf folgenden Sonntag 5. Mai 2019, 13 bis 18 Uhr statt - Let s celebrate Collodion Wet Plate Photography - Parallel wird eine bunte Mischung Daniel Samanns Arbeiten im Original zu sehen sein - Formate 9x12cm bis 1x1m - Eintritt frei»magic Portraits«1. & 2. Juni 2019, Kollodium- Nassplatten, Intensiv-Workshop für alle diejenigen, die das Verfahren von Grund auf erlernen- und später anwenden wollen. Anmeldung über September bis 13. Oktober 2019, In Planung, Ausstellung: Arbeiten der Fotografin Tamina-Florentine Zuch - Reportage 21. Oktober bis 26. Januar - Ausstellung: Kollodium- und Salzpapier-Arbeiten sowie Albumin-Abzüge namhafter Fotografen aus der Zeit vor Eintritt frei Zwischen den oben genannten Veranstaltungen sind über das gesamte Jahr hinweg Pop-Up-Ausstellungen namhafter und auch weniger bekannter Fotografen unterschiedlichster Genren in der Vorbereitung (u.a. Carsten Peter - Arbeiten aus»erde Extrem«). Daneben Werksgespräche, Screenings und weitere Veranstaltungen. Die genauen Termine erfahren Sie auf oder per -Anfrage an David Merlin Studio - Galerie Daniel Samanns Am Tempelhofer Berg 6 Remise im Hof Berlin-Kreuzberg brennpunkt 2/

106 Fotoszene Erzählt Gregory Crewdson Geschichten? Der Salon Berlin des Museums Frieder Burda zeigte vom 9. bis 23 März 2019 Arbeiten von Gregory Crewdson, Isa Genzken und Chris Jordan. Die großformatigen Pigmentdrucke von Gregory Crewdson, um die es mir hier geht, sind in Deutschland einem breiten Publikum bekannt. Sie stammen aus dem Jahre Sie sind Teil der Reihe»beneath the roses«, die der Verlag Hatje Cantz in seinem hoch gelobten, leider vergriffenen Fotobuch publizierte. Sie ziehen den Betrachter in ihren Bann und sind damals wie heute im großen Format ein einzigartiger Sehgenuss. Sie haben eine enorme Suggestivkraft. Die gezeigten Fotografien fordern die Frage, nach dem was im Bild vorgeht, regelrecht heraus. Die Arbeiten von Crewdson wurden vielfach besprochen. Sie werden verglichen mit dem Werk von Cindy Sherman oder Jeff Wall und in diesem Zug der»inszenierten Fotografie«zugerechnet. Inszeniert in diesem Zusammenhang bedeutet, dass alles was im Bild vorkommt, Ausdruck der gestalterischen Kraft des Fotografen ist und das die Inszenierung ausschließlich auf den Akt des Fotografierens ausgerichtet ist und keinem anderen Zweck dient. Der Kommentar auf der Website des Museums will uns das Verstehen der Fotografien erleichtern:»die im wahrsten Sinne des Wortes»un-heim-lichen«Bilder des amerikanischen Fotografen Gregory Crewdson aus der Serie»Beneath the Roses«könnten einem alten Hitchcock-Film in bester Hollywood-Manier entnommen sein.«damit wird die Auffassung fortgeschrieben, dass die gezeigten Fotografien eine Geschichte erzählen. Den Arbeiten von Crewdson wie auch denen von Wall und Sherman wird unterstellt, dass sie ein narratives Anliegen haben. Ist das zutreffend? Gregory Crewdson, Untitled (Snowy Valley),»Beneath the Roses«, 2006, Digitaler Pigmentdruck, 145 x 224 cm Wir nehmen die Bildwirklichkeit der Fotografien von Crewdson als künstlich wahr. Es ist uns klar, dass hier keine dokumentarischen Aufnahmen vorliegen, die einen zufälligen Ausschnitt aus dem realen Leben eingefangen haben. Die Aufnahmen von Crewdson sind durchgängig inszeniert. Der Betrachter bekommt in der Aufnahme, die einen Mann und eine Aktentasche im Regen stehend vor einem Auto mit geöffneter Tür zeigt deutliche sprich eingängige Hinweise auf die Inszenierung. Die Inszenierung ist in der Aufnahme, die eine junge Frau auf der Strasse zeigt, weniger offensichtlich aber ebenfalls umfassend präsent. Ganz klar gehören aber auch die ausgewählten Orte, so wie sie mit Licht in Szene gesetzt sind, zur künstlichen Bildwirklichkeit. Nichts von all dem, was wir sehen hätte es so ohne den Fotografen gegeben, nicht den Mann, nicht die Frau, nicht die Aktentasche und auch nicht den Ort, der ausschließlich für die Aufnahmesituation ins rechte Licht gerückt wurde. Das Offensichtliche der Inszenierung erinnert uns unweigerlich an einen Still. Der Film und hier die Fotografie vermitteln uns die Illusion der Realität. Wir lassen uns von dieser Illusion unterhalten, sind uns aber in jedem Moment bewußt, das es sich nur um Film- bzw. Bildwirklichkeit handelt. Ebenso wie wir wissen, dass die Handlung eines Romans sich vielleicht an eine wahre Gegebenheit anlehnt, diese aber nicht abbildet und auch nicht abbilden will. Die Handlungen und Gedankenströme von Romanfiguren sind fiktiv und wir wissen das. Crewdson täuscht uns also nicht nur nicht, sondern thematisiert ganz ausdrücklich die inszenierte Bildwirklichkeit als Illusion. Gregory Crewdson, Untitled (Union Street),»Beneath the Roses«, 2006, Digitaler Pigmentdruck, 148,7 x 227,4 cm Es scheint mir ein natürlicher Impuls des Betrachters zu sein, dass er sich mit den Fotografien von Crewdson, Walls oder Sherman an eine Erzählung erinnert fühlt. Obwohl die gezeigten Fotografien mit nichts andeuten, was vor der dargestellten Szene war und welche Veränderung des dargestellten Zustandes folgen wird. Wir wissen es nicht. Wir würden es aber gerne wissen wollen, und weil wir gewohnt sind, in Handlungen und Abläufen zu denken, sind wir geneigt, die Fotografien von Crewdson, Wall oder Sherman als Erzählung wahrzunehmen. Ein Beleg für die Erzählabsicht des Fotografen findet sich in den vorliegenden Bildwirklichkeiten nicht; zumindest nicht wenn man von der Handlung als dem konstitutivem Element einer Erzählung ausgeht. Dennoch können wir uns von der Vorstellung nicht lösen, dass die drei Fotografen etwas erzählen wollen. Es ist die Offenheit der Situation, die den Betrachter zu dieser Interpretation verleitet. Der Betrachter liest das Bild als ob es fiktional wäre. Er sucht zunächst die Handlung, wird aber nicht fündig. Er entdeckt sozusagen als Ersatz grundlegende menschliche Befindlichkeiten. Es geht nicht um den abgebildeten Mann oder die Frau auf dem Foto und das was sie gleich tun werden. Die Frau und der Mann sind Prototypen der menschlichen Angst, Isolation, Verstörung und des Verlorenseins in einer Welt, zu der Sie keine Bindung zu haben scheinen. Die Tatsache, dass die Handlung in den Fotografien von Crewdson»fehlt«und damit nicht interpretationsleitend wirken kann, macht sie umso bedrückender und überzeugender. Christoph Linzbach 106 brennpunkt 2/2019

107 Fotoszene Erinnern für die Zukunft Eine kleine Zeitungsmitteilung veranlasste im Jahr 1999 etwa 40 Görlitzer und Bewohner aus dem Umland sich bei einem Treffen über das Bewahren der Erinnerung an die vor 1991 bedeutsame fotooptische Produktion auszutauschen. Mit dabei waren auch Hans Peil, der neue Eigentümer des Hauses Löbauer Strasse 7 und der Berliner Fotograf und Sammler Werner Umstätter. Zusammen mit den engagierten Görlitzern Bernd Jung und Dr. Christoph Ziesch versuchten sie städtisches Interesse an der Aufarbeitung der 100-jährigen Geschichte des Objektiv- und Kamerabaus auszuloten. Die bescheidene Resonanz auf diesen Versuch führte im Jahr 2001 zur Registrierung des»vereins für die Gründung des Museums der Fotografie in Görlitz«um auf privater Basis den Verlust von Geschichte zu verhindern. Werner Umstätter gestaltete maßgeblich die erste Ausstellung in der Löbauer Straße 7, dem Ort, an dem die industrielle Herstellung von Objektiven und Kameras in Görlitz begann. Es gelang, mit EFRE-Mitteln der EU das Produktionsgebäude für Holzkameras der Firma Ernst Herbst & Firl zu sanieren und dem Fotomuseum Görlitz eine Heimstatt zu geben. Es entstand eine Galerie auf ca. 300 qm, ein Versammlungsraum, eine Dunkelkammer und ein Computerkabinett. Die erste Ausstellung in der Galerie waren Fotografien von Robert Lebeck, der zur Eröffnung persönlich anwesend war. Professor Klaus Staeck stellte ebenso aus wie Dr. Eva Mahn und Andere, die wir hier gar nicht alle aufzählen können. Erzeugnisse der optischen Industrie aus Görlitz und Sachsen werden in der Technik-Ausstellung im Vorderhaus gezeigt. Dabei sind auch Erzeugnisse aus anderen Regionen und neuerdings auch der originagetreue Nachbau einer Daguerre-Kamera.»Nachbau Daguerre-Kamera«, (O.i.F.) Die Dunkelkammer steht für interessierte Fotografen zur Nutzung bereit. Die Durchführung von Bildbearbeitungsseminaren für die Öffentlichkeit wurde uns vom Finanzamt untersagt, da wir damit wirtschaftliche Interessen verfolgten, die der Gemeinnützigkeit engegenstünden. Wieso das beim Volkshochschule e.v. anders beurteilt wird, wollte uns allerdings niemand erklären. Auch in diesem Jahr bereiten wir wieder ein Fotofestival vor, es ist das fünfte und wird wieder das ganze Nebengebäude einnehmen. Es kommen für diesen Zeitraum noch 280 qm Galeriefläche hinzu. Auch an weiteren Orten in der Stadt, so in der Frauenkirche, werden Fotoausstellungen gezeigt. Die Eröffnung wird am 30.August 2019 stattfinden. Über das genause Programm werden wir gern an dieser Stelle informieren. Seit zwei Jahren bieten wir zu den jeweiligen Ausstellungen»Sonntags um 11«ein Galeriegespräch an, zu dem nach Möglichkeit auch die Autoren anwesend sind. Regelmäßig bieten wir geeignete Austellungen und Vorträge auch für Schulen an. Diese Möglichkeit, wird trotz direkter Ansprache kaum genutzt. Einmal im Jahr, meist im Mai oder Juni bieten wir interessierten Fotografen und Modellen die Teilnahme an einem Wochenend-Fotoevent in Lasow/Polen»Blick in die Galerie«, (O.i.F.) an. Das kleine Schloß ist ca 12 km von Görlitz entfernt und steht dann den Teilnehmern einschließlich des Parks exklusiv zur Verfügung. Unser großes Problem ist das sehr vieler Vereine - die Überalterung. Die starren, vom Vereinsrecht vorgegebenen Strukturen wollen sich Jüngere nicht antun, für sie zählt oftmals nur das event als sichtbarer Teil der Arbeit. Dennoch hoffen wir, noch vielen Menschen die Geschichte, ohne die die Gegenwart nicht möglich wäre, näher zu bringen. Museum der Fotografie Görlitz e.v. Löbauer Straße Görlitz Di So Uhr brennpunkt 2/

108 Fotoszene»Man sieht nur, was man weiß«fragt man im Norden Deutschlands einen Hobby-Fotograf was denn sein fotografischer Schwerpunkt, seine bevorzugten Themen sind, erhält man meist die Antwort:»Och, nichts Spezielles, Landschaft, bisschen Makro und was alles so kommt.«gemeint sind damit Meer, Buhnen, Wellen, Sonnenuntergänge und Blümchen im Park u.a. Fragt man im Allgäu einen Hobby- Fotograf was denn seine bevorzugten Themen sind, erhält man meist die Antwort:»Och, nichts Spezielles, Landschaft, bisschen Makro und was alles so kommt.«gemeint sind damit Berge, Weiden, Kühe, kleine Wasserfälle und Blümchen auf der Wiese u.a. Ich weiß, wovon ich schreibe. Nach Jahrzehnten in Berlin, lebe ich seit ein paar Jahren in einem Dorf im Oberallgäu. Gibt es hier mal eine freche, experimentelle Ausstellung von Künstlern aus der Großstadt kann man die täglichen Besucher mit einer Hand zählen. Dann heißt es von den Veranstaltern:»Schade, aber das war zu erwarten, der Künstler ist ja nicht aus der Region.«Zeigt ein heimischer Künstler naiv gemalte Bilder mit Bergen, Weiden, Kühen und kleinen Wasserfällen, die zum Teil die Kitschgrenze überschreiten, dann ist die Bude voll und es heißt:»das war zu erwarten. Der Künstler ist ja auch aus der Region.«Diese Feststellung betrifft nicht nur die Malerei sondern im gleichen Maß auch die Fotografie. In Zingst (an der Ostsee!) habe ich (als Großstädter) während des Fotofestivals Horizonte in zahlreichen Multivisionsshows atemberaubende Fotos über Berge aus Europa, Asien und Südamerika, Island, Grönland gesehen von Fotografen aus Bayern. Obwohl ich als Nicht-Taucher keinen Bezug zur Unterwasserfotografie habe, habe ich, vorher ziemlich lustlos, die Fotoshow eines jungen Unterwasserfotografen Hartmut Faustmann,»Coole Bike«aus Deutschland gesehen. Die Bilder waren grandios und der Abend wurde zu einem fotografischen Highlight mit Bildungsanspruch. Wollen wir Kunstinteressierten, wir Fotografen, wir Künstler tatsächlich dem Geheimen Rat Recht geben und uns hinter seinem Zitat verstecken? Das heißt, uns nur mit dem beschäftigen, was wir kennen, was wir beherrschen, wo wir uns sicher fühlen? Wo bleibt der Abenteuergeist beim Experimentieren? Gerade wir Foto-Enthusiasten, die das Fotografieren etwas besser beherrschen als die Masse der Knipser, sollten doch unsere Ansprüche mit Erreichen jeder neuen Stufe ständig erweitern. Gibt es schönere Erfolgserlebnisse, als neue Erfahrungen in einem Bereich, den wir lieben, eben unserem Hobby, der Fotografie? Wo ist unser künstlerischer Ehrgeiz, wenn wir Siegerbilder aus Wettbewerben nach-fotografieren, um diese dann ein Jahr später einzureichen? Hartmut Faustmann,»Reading between the Lines (Kirche)«Gerade das Neue, das Unbekannte ist doch das Aufregende. Und in Umkehrung des Goethezitats ist es doch so, dass gerade der Großstädter, der Berliner, im Gegensatz zu den Einheimischen, die anderen Motive auf dem Land erkennt, etwa in der Uckermark oder im Havelland. Und dass der Dorfbewohner in der Stadt Motive findet, an denen der Städter achtlos vorbeiläuft. Wie sagte ein ehemaliger Bundeskanzler mal: Wir wollen mehr Experiment wagen. (Oder so ähnlich ;-) Hartmut Faustmann 108 brennpunkt 2/2019

109 Buchbesprechung Licht Die große Fotoschule Von Eib Eibelshäuser Verlag: Rheinwerk ISBN: Seiten gebunden in Farbe, 2. Auflage, 49,90 Euro Wir alle wissen, dass Fotografie nichts anderes bedeutet als mit»licht malen«. Aber das ist so selbstverständlich, dass Fotografen es sich oft nicht wirklich bewusst machen. Häufig wird nur auf den Inhalt des Bildes geachtet und weniger auf die Lichtsituation. Das Buch von Eib Eibelshäuser - jetzt bereits in der zweiten aktualisierten Auflage erschienen - führt uns noch einmal sämtliche Facetten von Lichtführungen vor Augen. Dabei geht er nicht nur auf natürliche und künstliche Lichtquellen ein, sondern zeigt auch Möglichkeiten auf, Licht nachträglich digital ins Bild zu bringen. Alles in allem ein hochinteressantes Werk um sich damit auseinanderzusetzen, Licht in der Fotografie bewusster wahrzunehmen und einzusetzen. Manfred Kriegelstein Farbgestaltung Fotografie Albrecht Rissler Verlag: dpunkt.verlag ISBN: Seiten, komplett in Farbe, Festeinband 32,90 Euro Neben»Licht«ist»Farbe«ein weiteres dominantes Gestaltungselement in der Fotografie. Wobei farbig keineswegs bunt bedeuten soll. Wie man Farbe einerseits sparsam und andererseits gezielt verwenden kann, ist ein wichtiges Thema in dem Werk von Albrecht Rissler. Wer will, kann sich mit Kapiteln der Farbentheorie am Beispiel des neunteiligen Farbdreiecks oder des sechsteiligen Farbenkreises auseinandersetzen. Aus meiner Sicht ist das Verständnis des Werkes aber nicht unbedingt nötig. Die Bildbeispiele des Autoren sind eindringlich genug. Vieles erinnert mich etwas an die Bücher von Harald Mante, die ich vor Jahrzehnten als blutiger Anfänger in der Fotografie verschlungen habe. Albrecht Rissler hat hier ein Werk geschaffen, welches ich jedem Farbfotografen ans Herz legen möchte. Manfred Kriegelstein ZEN der Weg des Fotografen Tägliche Übungen für mehr Kreativität in der Fotografie David Ulrich Christian Alkemper (Übersetzung) Verlag: dpunkt.verlag ISBN: Seiten, komplett in Farbe, Festeinband 34,90 Euro Künstlerische Fotografie und spirituelle Veranlagungen sind zwei Begriffe, die sicherlich eng miteinander verflochten sind. Aus meiner Sicht hängt die Qualität von Fotografie direkt von der mentalen Verfassung des Fotografen ab. Nicht nur, dass der Autor diese Zusammenhänge erläutert, er zeigt auch durch praktische Übungen, wie wir eine seelische Interaktion zu dem Motiv aufbauen können.»mein Bild bin ich«- so würde ich in etwa die Zielsetzung seines Werks beschreiben. Ein tolles Buch! Vielleicht ein kleiner Wermutstropfen - ich hätte mir noch mehr Bilder gewünscht... Manfred Kriegelstein brennpunkt 2/

110 Vorschau 3/2019 brennpunkt erscheint am 5. Juli 2019 Leserfotos Zweites Leben Du weißt meinen Namen, aber nicht meine Geschichte Helmut Kunze, LIVING STRUCTURE, (O.i.F.) Helmut Kunze, (O.i.F.) Ausstellung mit Fotografien von: Ahmad Yasin Ahmad Yousef Aida Mobaraki Bilal Urfa Esra Saher Farah Alsahli Fatemeh Gheysari Haifa Jaber Jaime Beck Jelena Rankow Maya Rabou Mohammad Urfa Mona Yousefi Nour Alabras Raha Darvishpour Rukan Malas Ausstellung 7. Juni bis 6. August 2019 Eröffnung: Donnerstag, 6. Juni 2019, 19 Uhr Kommunalen Galerie Berlin dibue, Corinna Harfouch Helmut Kunze, Kartause Portfolio Valentina Murabito»In die Haut«Valentina Murabitos Werke wurden in Museen, wie dem Institut Balassi (Rom) gezeigt, sind Teil diverser Sammlungen, wie der Sammlung SpallArt (Österreich) und Publikationen, wovon die nächste The solitary body (Italien) sein wird. Valentina Murabito kreiert durch chemische Experimente in ihren Analogfotografien fantastische Wesen in der Welt entrückten Szenerien. Sie übernimmt jeden ihrer Arbeitsschritte bis zur Entwicklung des Bildes u.a. auf Holz, Stahl und Beton selbst und formt die fotosensible Schicht wie eine Haut. Ihr Verfahren zieht Analogien zu den Theorien Michel Foucaults und Giorgio Agambens zur Biopolitik, die zunehmend in das Leben, Lieben und Sterben aller eindringt. Bis 31. Mai 2019 bei Johanna Breede. Photokunst in der Fasanenstraße 69, Berlin, Di Fr Uhr zu sehen. Valentina Murabito, Pantomime N.6, 25 x 20 cm, analog s/w Fotografie, Handabzug auf Barytpapier, Unikat, brennpunkt 2/2019

111 Vorschau 2/2018 brennpunkt 1/2018 3

112 Vorschau 4/2018 Genuss für Anspruchsvolle! Bestellung unter: Oder Online bei Perinique Verlag Herausgegeben von Helmut Marrat per Mail: per Telefon: 0178/ Scholz Verlag

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