STRASSENREGLEMENT 2002
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- Bernd Lorentz
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1 STRASSENREGLEMENT 2002
2 Hinweis Die Bestimmungen über die Abgaben für das Abwasser, das Wasser und die Strassen sind in einem Reglement zur Finanzierung von Erschliessungsanlagen vom 17. Juni 2002 enthalten. Die Einwohnergemeinde Remetschwil erlässt gestützt auf 20 Abs. 2 lit. i des Gesetzes über die Einwohnergemeinden (Gemeindegesetz) vom 19. Dezember 1978 und 34 Abs.3 des kantonalen Gesetzes über Raumplanung, Umweltschutz und Bauwesen (BauG) vom 19. Januar 1993 das nachstehende Strassenreglement. I. Allgemeine Bestimmungen 1 Zweck 1 Das Strassenreglement bezweckt die Schaffung einer transparente Ausgangslage und Gemeindepraxis für folgende Inhalte der Strassenplanung: - Strasseneinteilung und Benützung; - Anforderungen an Bau und Unterhalt; - Strassenwidmung und Übernahme von Privatstrassen; - Bewilligungspflichtige Benutzung 2 Die Verlegung der Kosten auf die Grundeigentümer ist in einem separaten Reglement zur Finanzierung von Erschliessungsanlagen geregelt. 2 Bezeichnung von Personen Die in diesem Reglement verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich auf beide Geschlechter. 3 Geltungsbereich Das Strassenreglement findet Anwendung auf alle öffentlichen Strassen im Gemeindeeigentum, auf Privatstrassen im Gemeingebrauch und auf Privatstrassen, die von der Gemeinde übernommen werden sollen. 4 Übergeordnetes Recht Die einschlägigen Vorschriften des eidgenössischen und kantonalen Rechts bleiben vorbehalten. 2
3 II. Strasseneinteilung und Benützung 5 1 Der Gemeinderat kann die Strasseneinteilung in einem Verkehrsrichtplan festlegen. Verkehrsrichtplan 6 1 Gemeindestrassen dienen gemäss 84 BauG dem Verkehr innerhalb der Gemeinden oder dem Anschluss an Kantonsstrassen. Sie werden wie folgt unterteilt: Groberschliessung 2 Die Groberschliessung umfasst in der Regel die für die Erschliessung eines Quartiers erforderlichen Sammelstrassen und Hauptfusswege. Die Sammelstrassen fassen in der Regel mehrere Erschliessungsstrassen zusammen und verbinden sie mit dem übergeordneten Strassennetz. Sammelstrasse dienen im Normalfall neben der Groberschliessung des Quartiers auch der Feinerschliessung Quartiersammelstrasse (QSS) Unterteilung Gemeindestrassen nach Erschliessungsfunktionen (siehe Anhang I) Feinerschliessung 3 Die Feinerschliessung betrifft die für die unmittelbare Erschliessung der einzelnen Grundstücke erforderlichen Strassen und Wege. Sie verbinden die Grundstücke mit der Groberschliessung. Quartiererschliessungsstrasse (QES) 7 Die Strassen und Wege werden aufgelistet und in Bezug auf die Benützung wie folgt eingeteilt: 1. Öffentliche Strassen a) Gemeindestrassen inkl. Fuss- und Radwege (Unter Vorbehalt von 84 Abs. 2 BauG) b) Privatstrassen und -wege im Gemeingebrauch 2. Privatstrassen und wege im Privatgebrauch 3. Güter-, Flur- und Waldwege Strasseneinteilung nach Eigentum 8 1 Gemeindestrassen dürfen durch jedermann unentgeltlich und ohne besondere Erlaubnis benützt werden. Der Gemeingebrauch kann allgemeinverbindlichen Einschränkungen unterstellt werden, namentlich zur Wahrung der Sicherheit, zur Gewährleistung der Ausübung der Grundrechte sowie zum Vollzug der Umweltschutzvorschriften. Benützung der Strassen 3
4 2 Privatstrassen im Gemeingebrauch können wie Gemeindestrassen durch jedermann benützt werden. 3 Privatstrassen im Privatgebrauch sind Strassen, die nicht dem Gemeingebrauch zugänglich sind. 4 Güter-, Flur- und Waldwege sind Wege, die vorwiegend der Erschliessung von Feld, Wald und Wiese zum Zwecke der Bewirtschaftung dienen. Sie dienen nicht der Erschliessung von Bauzonen. III. Bau und Unterhalt 9 Erstellung 1 Strassen, Wege und Plätze sind ihrer Zweckbestimmung entsprechend und möglichst flächensparend zu erstellen, zu ändern, anzupassen und zu erneuern. 2 Strassen und Wege bei Neuerschliessungen von Baugebieten sind mindestens vor Beginn der ersten Hochbauten mit einem HMT-Belag zu versehen. a) Begriffe 10 Neubau Änderung Erneuerung Unterhalt 1 Als Neubau gilt die Erstellung einer neuen Strassenverbindung. Dazu zählt auch der Neubau einer Strasse auf dem Trassée eines Flurweges. 2 Als Strassenänderung gelten die wesentliche Verbesserung einer Strasse (z.b. wenn sie verbreitert wird, wenn erstmals ein Hartbelag erstellt oder der Strassenunterbau erneuert wird, sowie die Strassenentwässerung und Strassenabschlüsse erstellt werden), die Strassenverlegung, mit der keine zusätzliche Verbindung geschaffen wird, und der Strassenrückbau. 3 Als Erneuerung gilt, wenn die Massnahmen Arbeiten zur Verbesserung der Tragfähigkeit des Oberbaues (Fundationsschicht und Belag) umfassen. 4 Der Unterhalt umfasst insbesondere die Arbeiten zur Instandhaltung, die Reinigung, die Pflege der Bepflanzung und Grünflächen, den Winterdienst sowie die Öffnung und Wiederherstellung nach ausserordentlichen Ereignissen. b) Anforderungen 11 1 Die Anforderungen an Neubau, Änderung und Erneuerung von Gemeindestrassen richten sich nach dem Baugesetz und den dazugehörigen Verordnungen, sowie der Praxis der Gemeinde. Neubau, Aenderung und Erneuerung 2 Für die Projektierung und Ausführung der Strassen und Nebenanlagen gelten die baulichen Richtlinien des Verbandes Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) und sind durch ein ausgewiesenes Ingenieurbüro auszuführen. Strassen haben in der Regel eine minimale Breite von 5 m aufzuweisen. Davon 4
5 ausgenommen sind Privatstrassen im Privatgebrauch. Der Gemeinderat kann in begründeten Fällen Ausnahmen bewilligen. 3 Bei der Ausführung der Strassen übt der Gemeinderat die Oberaufsicht aus. 4 Der Unterhalt von öffentlichen Strassen hat die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Er soll möglichst umweltfreundlich und wirtschaftlich sein. Die Unterhaltspflicht obliegt dem Strasseneigentümer. Privatstrassen im Gemeingebrauch werden von der Gemeinde unterhalten. Unterhalt IV. Strassenwidmung und Übernahme von Privatstrassen 12 1 Eine Gemeindestrasse gilt mit ihrer Übergabe an den Verkehr als dem Gemeingebrauch gewidmet. Strassenwidmung 2 Privatstrassen, die den technischen Anforderungen genügen, können durch den Gemeinderat dem Gemeingebrauch gewidmet werden. Voraussetzung ist: a) die ausdrückliche Zustimmung der Grundeigentümer oder b) die Errichtung einer Wegdienstbarkeit zu Gunsten der Öffentlichkeit oder c) die vertragliche Übertragung der Unterhaltspflicht an die Gemeinde Bestehende oder geplante, parzellierte Privatstrassen, die den technischen Anforderungen entsprechen und an denen ein öffentliches Interesse besteht, können mit der Zustimmung der privaten Eigentümer vom Gemeinderat zu Eigentum und Unterhalt übernommen werden. Übernahme von privaten Strassen und Wegen 2 Die Abtretung hat unentgeltlich und pfandfrei zu erfolgen. Bestehende Servitute sind nach Möglichkeit zu löschen. Die Kosten der Handänderung gehen zu Lasten der Gemeinde. 3 Ein öffentliches Interesse besteht namentlich, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind: Festlegung im Verkehrsrichtplan; Durchgangsstrasse; Erschliessung von öffentlichen Bauten und Anlagen; Fuss- und/oder Radwegverbindungen mit öffentlichem Charakter; Trassée für öffentliche Ver- und Entsorgungsleitungen. Voraussetzungen für die Übernahme von Privatstrassen 14 Übernahme ohne Zustimmung der Die Übernahme einer Privatstrasse ist auch ohne Zustimmung der Grundeigentümer durch den Erlass eines Erschliessungsplanes möglich, z.b. wenn Grundeigentümer ein unhaltbarer Zustand für berechtigte Strassenbenützer vorliegt oder wenn 5
6 die zweckmässige Erschliessung sonst übermässig erschwert würde. Den betroffenen Grundeigentümern steht das Rechtsmittelverfahren offen. 15 Abtretung von Gemeindestrassen an Private 1 Die Gemeindestrassen können nach Widerruf der Widmung an Private abgetreten werden, wenn sie für den allgemeinen Verkehr keine Bedeutung mehr haben. 2 Die Kosten der Handänderung gehen zu Lasten der Privaten. Die Entschädigung wird vom Gemeinderat festgelegt. Sie bemisst sich nach dem Interesse des übernehmenden Privaten. V. Bewilligungspflichtige Benützung 16 Strassenaufbrüche 1 Für Strassenaufbrüche in öffentlichen Strassen ist dem Gemeinderat vorgängig ein Gesuch einzureichen. Das Ausmass des Aufbruches ist in einem Situationsplan anzugeben. 2 Für die Auffüllung ist Kiessand I zu verwenden. Mit Zustimmung der Bauverwaltung darf geeignetes Aushubmaterial für die Auffüllung bis unterhalb der Fundationsschicht wiederverwendet werden. 3 Das Auffüllmaterial ist bei optimalem Wassergehalt schichtenweise einzubringen und mit geeigneten mechanischen Geräten einwandfrei zu verdichten. 4 Die Wiederherstellung der Fahrbahn hat innert drei Wochen nach dem Normblatt im Anhang II zu erfolgen, sofern die Witterung es zulässt. 5 Belagsreparaturen und Pflästerungsarbeiten dürfen nur von einer ausgewiesenen Unternehmung ausgeführt werden. 17 Kostenbeteiligung der Werke 1 Nutzen die Werke im Rahmen von Erstellung, Änderung und Erneuerung von Strassen den Querschnitt zum Einlegen von Leitungen, haben sie sich anteilsmässig an den Kosten für den Oberbau (Kieskoffer und Belag) im Bereich ihrer Leitungen zu beteiligen. 2 Der Kostenteiler ist vorgängig festzulegen. 6
7 VI. Rechtsschutz und Vollzug 18 1 Für den Rechtsschutz und das Verfahren gilt das Baugesetz. Rechtsschutz 2 Gegen Verfügungen und Entscheide des Gemeinderates kann innert 20 Tagen beim kant. Baudepartement oder, wenn die gemeinderätliche Verfügung auf einer verbindlichen Weisung des kant. Baudepartementes beruht, beim Regierungsrat Beschwerde geführt werden. Rechtsmittel 19 Die Vollstreckung richtet sich nach dem Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRPG) vom 9. Juli Vollstreckung 20 Zuwiderhandlungen gegen das Strassenreglement sowie gegen gestützt darauf erlassene Verfügungen werden vom Gemeinderat mit Busse bestraft. Vorbehalten bleiben Sanktionen in Anwendung kantonaler und eidgenössischer Strafbestimmungen. Der Fehlbare haftet zudem für die von ihm verursachten Schäden. Sanktionen VII. Schlussbestimmungen 21 Das Strassenreglement tritt mit der Rechtskraft des Gemeindeversammlungsbeschlusses in Kraft. Inkrafttreten Genehmigt von der Einwohnergemeindeversammlung am 2. Dezember 2002 Gemeinderat Remetschwil Der Gemeindeammann Der Gemeindeschreiber sig. Hans Wettstein sig. Roland Mürset 7
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