Buddhismus. Information / AG1041
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- Heinrich Klein
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1 Information / AG1041 Bildnachweis/Urheberrechtsvermerk: mikegi, Pixabay Buddhismus Kontakt: Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen e.v. Geschäftsstelle: Lage, Elisabethstraße 15 Pressestelle: Breitenbrunn, Alter Schulweg 3 Tel Fax [email protected] Internet:
2 Einleitung Der Buddhismus ist aus säkular-wissenschaftlicher Sicht eine der großen Weltreligionen. Buddhistische Bauwerke werden wohl gerade deshalb als kulturelle Bereicherung gesehen, weil der Buddhismus als nicht missionierende und tolerante Religion verstanden wird. Besonders sympathisch finden viele den tibetischen Buddhismus mit seinem Dalai Lama (höchster Titel eines reinkarnierten buddhistischen Meisters). Dieser wird von Buddhisten und Nicht-Buddhisten gleichermaßen als Inbegriff von Toleranz, Respekt und Bescheidenheit gewertet. In seinen öffentlichen Reden fordert der Dalai Lama immer wieder Toleranz und Frieden. Vielleicht halten es gerade deshalb viele Vertreter der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und ihrer Gliedkirchen für unproblematisch, Lehrelemente dieser Religion, wie beispielsweise deren Meditationstechniken, mit dem christlichen Glauben zu verbinden. Entstehung Die frühe Geschichte des Buddhismus, die - über Jahre zurückliegend - mit der Wanderung der Aryanischen Stämme aus dem Westen nach Süd-Asien begann, wurde erst Jahrhunderte nach seiner Entstehung aufgeschrieben. Die Aryaner etablierten sich in Indien und verbreiteten ihre auf dem Kastensystem aufgebaute Religion: den Brahmanismus. Dieser Vorläufer des Buddhismus ließ die Aryaner zu den geistlichen und sozialen Meistern der einsässigen Stämme werden. Im sechsten Jahrhundert v. Chr. entwickelten sich daraus mehrere Erneuerungsbewegungen. Der Buddhismus ist eine von ihnen. Der Begründer: Siddhârtha Gautama ( v. Chr.). Die buddhistische Tradition schreibt S.G. eine wundersame Zeugung durch einen weißen Elefanten und eine sagenumwobene Geburt zu. Er war 16, als er seine Cousine Yashodara heiratete. Möglicherweise hatte er aber auch noch andere Frauen (Polygamie). Am Tage der Geburt seines Sohnes Râhula verließ S.G. das Haus seines Vaters, um nach einer Antwort auf das Leid der Welt zu suchen. Durch Fasten und Meditation kam ihm der erleuchtende Gedanke ( Bodhi ): Wahre Befreiung liege nicht im extremen Verzicht oder im Prassen, sondern im Mittelweg. Aus dem nach Erleuchtung Suchenden ( Bodhisattva ) wurde schließlich der Erleuchtete : Buddha. Die Erleuchtung, so S.G., eröffne den Weg vom leidvollen Schicksal der Menschen in die Freiheit, aus einem Leben in ein anderes geboren zu werden. In drei Nachtwachen erlangte S.G. folgende Erkenntnis über den
3 Weg zur Freiheit : 1. Erlösung beginnt mit der Erinnerung an die eigenen früheren Daseinsformen. 2. Die Erkenntnis der Wiederverkörperungen der anderen Wesen ist wichtig. 3. Das Wissen um die vier edlen Wahrheiten und die Vernichtung der drei Grundübel: Sinneslust, Werdelust und Nichtwissen. Tagelang habe der Erleuchtete unter einem Feigenbaum ( Bodhi-Baum ) gesessen, dem Baum der Erkenntnis, in der Nähe des indischen Dorfes Uruvelâ (Bodhgaya). Dann habe er mit dem Geist des Bösen ( Mara ) einen siegreichen Kampf geführt. Der Böse habe versucht, den Buddha von seinem Vorhaben abzuhalten, die erfahrene Erkenntnis anderen Menschen mitzuteilen. Die Erfahrung, die Befreiung vom Samsara (dem ewigen Kreislauf von Wiedergeburten) erlangt zu haben, führte ihn zu Mönchen, die ähnlich wie er nach der wahren Erleuchtung suchten und sie nicht fanden. Er entschied sich, seinen Anhängern seinen Weg in die Freiheit zu lehren. Nach dem Tod von S.G., so die buddhistische Tradition, hätten sich seine Jünger in der Stadt Rajagrha (Rajgir) versammelt, wo sie seine Lehre ( Dharma ) besprachen und einen Lehrkatalog festlegten, der erst Jahrhunderte später, etwa im Jahre 80 v. Chr., aufgeschrieben und im sog. Pali Kanon zusammengefasst worden sei. Diese Sammlung ( Tripitaka / drei Körbe ) beinhaltet Lehren über rechtes Benehmen, ethische Normen und spirituelle Erfahrung. Den Grundstein für diese Lehre bildet die Übernahme der hinduistischen Lehre von der Seelenwanderung und dem Karma - einem spirituellen Konzept, nach dem jede physische wie geistige Handlung eine Folge hat -, das diesen Kreislauf der Wiedergeburten verursacht. Der Buddha S.G. zweifelte weder die Existenz vieler Götter und böser Geister an, noch die Abhängigkeit des Menschen von ihnen. Sein Fokus richtete sich - nach seiner Sichtweise - auf die Erlösung des Menschen vom Hauptübel menschlichen Daseins: dem ewigen Kreis der Wiedergeburten. Der Buddhismus (in Teilen auch in der Esoterik und in der New Age-Ideologie verankert) ist seit Jahrzehnten in Deutschland und in den anderen Ländern Europas missionarisch aktiv und hat das Denken vieler Menschen, insbesondere über das Einüben von Meditationstechniken, beeinflusst. Im Kern handelt es sich beim Buddhismus um einen Heilsweg, der allein in der menschlichen Erkenntnis gesehen und gesucht wird. Für Menschen, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, ist eine do-it-yourself-methode mit Selbsterlösungsangebot - wie sie der Buddhismus anbietet - durchaus attraktiv.
4 Lehre Das Herzstück der Lehre von S.G. ist die Vorstellung von den vier edlen Wahrheiten, die nicht ohne Grund auch Bergpredigt von Benares genannt wird. Für Buddha schließen diese Wahrheiten die Erkenntnis ein: 1. Über das Sein des Menschen. 2. Über das Aufhören des Durstes. 3. Über die Aufhebung des Leidens. 4. Über das Geheimnis des achtfachen Weges bzw. Pfades. 1. Über das Sein des Menschen: Für S.G. ist das Leben leidvoll und unbefriedigend. Er sieht den Menschen durch seine Begierden gefangen im Kreislauf fortwährender Wiedergeburten, getrieben vom unersättlichen Durst nach wahrem Leben. Für Buddha ist Leben gleich Leiden. Dies zu erkennen, sei - so seine Lehre - der erste Schritt in Richtung Erkenntnis der Sinnlosigkeit menschlicher Existenz. Erst diese Erleuchtung könne zur Aufhebung der Gefangenschaft und zur Erlösung führen. 2. Über das Aufhören des Durstes: Hier geht es um die Ursachen, die zum Leiden führen. Wer diese erkenne, bei dem werde das Drängen nach ständigem Lebensdurst aufhören. Alles Lebenwollen komme aus der Lebensgier, die sich in vier Grundübeln der Welt manifestiere: der Sinneslust, der Werdelust, dem Irrglauben und der Unwissenheit. Diese seien es, die dem Menschen immer wieder verleiten zu glauben, dass das Leben schön und lebenswert sei. Erkenne der Mensch aber, dass mit der Geburt doch nur Alter, Zerfall und Tod ins Leben kommen und setze er sich über diese Gemütsbewegung hinweg, sei der Weg für die Erlösung aus dem Samsara, dem Zyklus ständiger Wiedergeburten, erreicht. 3. Über die Aufhebung des Leidens: Für S.G. gibt es ein Ende des Leidens. Sobald jeder Lebensdurst gelöscht sei, würde jedes Leiden aufgehoben. Der Mensch gelange an das Ende der Wiedergeburten ( Nirwana / Nichts ), einen Zustand der vollendeten Seelenruhe, jenseits von Leid und Schmerz, jenseits jeglicher Abhängigkeit von der Welt des Daseins. Diesen Zustand beschreibt die buddhistische Lehre als Wonne und Seligkeit. Ein Mensch, der diesen Zustand erreicht hat, wird Arhat genannt. Er kennt weder Begierde noch Leidenschaft, weder Gut noch Böse, weder Besitz noch Abhängigkeit, weder Leben noch Tod. Er ist allem gegenüber absolut gleichgültig. Das sei die Erlösung.
5 4. Über das Geheimnis des achtfachen Pfades : Nach der Lehre von S.G. gibt es einen Weg, der zum Ende des Leidens führe. Das sei der achtfache Pfad, eine praktische Anweisung, wie der Mensch den erleuchteten Weg zum Nirwana erreichen könne. Eine Reihe von Konzentrations- und Meditationsübungen sollen zur Selbstbeherrschung und zur Abtötung des eigenen Lebenswillens verhelfen. Zum edlen achtteilige Pfad gehören: 1. Rechte Einsicht/Anschauung. 2. Rechte Gesinnung/Absicht. 3. Rechte Rede. 4. Rechtes Handeln/Tun. 5. Rechter Lebenserwerb. 6. Rechtes Streben/Üben/Anstrengung. 7. Rechte Achtsamkeit/Bewusstheit. 8. Rechte Sammlung/ Konzentration/Sichversenken. 1. Rechte Einsicht/Anschauung: Erlösung ist für Buddha eine Sache der rechten Erkenntnis der vier edlen Wahrheiten und deren Bedeutung. Der zentrale Gedanke dabei ist die Vorstellung vom Lebenswillen, als dem Grundübel menschlichen Daseins. 2. Rechte Gesinnung/ Absicht: Buddha geht es um die bewusste Entscheidung gegen jegliche Leidenschaft und Triebhaftigkeit. Das angestrebte Ziel ist die absolute Gefühls-Gleichgültigkeit des Menschen in Sachen Lebenstrieb. 3. Rechte Rede: Es geht um das bewusste Enthalten von jeder Art sinnloser und verletzender Rede. 4. Rechtes Handeln/Tun: Dabei geht es u.a. um das Verbot des Tötens, Stehlens und anderer moralisch zweifelhafter Taten. 5. Rechter Lebenserwerb: Berufe wie Metzger, Sklavenhändler, Gifthändler oder Zöllner kämen für einen treuen Nachfolge Buddhas nicht in Frage. Alles Streben soll auf das Wohl des Nächsten ausgerichtet sein. 6. Rechtes Streben/Üben/Anstrengung: Buddha zufolge solle der Mensch eigene Gedanken, die falsche Motive entstehen lassen, vermeiden und in der Kraft selbstdisziplinierten Lebens rechtes Denken kultivieren. 7. Rechte Achtsamkeit/Bewusstheit: Das Ziel ist die völlige Selbstkontrolle. Alles unbewusste Benehmen wird somit eliminiert und nur selbstloses bewusstes gefördert. 8. Rechte Sammlung/Konzentration/ Sichversenken: Es geht um Konzentration und Meditation mit dem Ziel der Findung des inneren Friedens und der inneren mentalen Kräfte. Buddhas achtfacher Pfad soll zum Nirwana führen, zum völligen Auslöschen des menschlichen Lebenswillens. Der nirwanische Zustand aber bewahrt den Menschen weder vor dem Zerfall noch vor dem Sterben. Mit der Auslöschung des Lebenswillens soll beim Menschen die Angst vor dem Tod verschwinden.
6 Bewertung Der frühere Buddhist Martin Kamphuis bezeugt: Im Buddhismus gibt es kein Ich, kein Gegenüber, auch keinen Gott, sondern nur absolute Leere. Auch der Dalai Lama sage, so Kamphuis, dass der Buddhismus keinen persönlichen Schöpfer- oder Erlöser-Gott kenne. Buddha, Erleuchtung oder Nirwana ist ein Zustand des Aufgelöstseins oder Erlöschens im Nichts. Es gibt keinen buddhistischen Weg, der eine Beziehung mit Gott zum Ziel hat. Alle Wege sind gottlos. Im Buddhismus braucht sich der Mensch nicht vor einem allmächtigen, liebenden, aber auch richtenden Gott zu verantworten, vor dem er durch seine Loslösung schuldig ist und von dem er Vergebung dieser Schuld braucht. - Ehemalige Buddhisten kritisieren, dass auch der Dalai Lama in seinem Führungsstil nicht so friedfertig sei, wie er nach außen vorgeben würde. So verbiete er es seinen Anhängern, einen anderen Glauben anzunehmen. Mit der Vereinigung von Frieden und Zorn strebe der Buddhismus nicht nur nach innerem Frieden, sondern auch nach dem Weltfrieden durch friedliche wie auch kriegerische Handlungen. In der Geschichte des Buddhismus ist religiös begründete Gewalt immer wieder anzutreffen. Das Ziel christlichen Glaubens ist nicht die Auflösung des eigenen Ichs, der eigenen Person, sondern eine durch den Glauben an Jesus Christus geschenkte Gemeinschaft mit dem allmächtigen Gott, dem himmlischen Vater. Christen sollten die großen Gefahren religiöser Verführung kennen. Dazu ist es notwendig, sich zu informieren und auf Grundlage der Bibel, dem Wort Gottes, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Buddhisten leiden unter unerfüllten Bedürfnissen und unbeantworteten Fragen. Auch für sie dürfen Christen beten, dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit in Jesus Christus kommen. [Literatur: Buddhismus - Der Weg zur Erleuchtung?, Lichtzeichen Verlag GmbH, Bestell-Nr , 1,50 EUR] Hinweis: Auch zu anderen Themen sind AG WELT - Kurzinformationen auf Spendenbasis erhältlich. Sie eignen sich bestens zum Verteilen in Gemeinden und Hauskreisen. Bitte fragen Sie uns. Bestellen Sie auch unsere Quartalspublikation Brennpunkt Weltanschauung zur Aufklärung über Weltanschauungen und Ideologien unserer Zeit! Spendenkonto AG WELT e.v. Sparkasse Lemgo IBAN: DE BIC: WELADED1LEM
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Druck Kosaido Co., Ltd. Tokyo, Japan. Achtundzwanzigste, revidierte Auflage 2018
DIE LEHRE BUDDHAS Copyright 1982, 2009 by BUKKYO DENDO KYOKAI Alle Reches vorbehalten Jede Stelle dieses Buches kann ohnn ohne Genehmigung frei zitiert werden. Wir bitten nur, beim Zitat die Quelle anzugeben
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