Tabellenbuch Bauphysik
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1 Thomas Ackermann Tabellenbuch Bauphysik Wärme Feuchte Schall
2 Tabellenbuch Bauphysik
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4 D Prof. Dr.-Ing. Thomas Ackermann Tabellenbuch Bauphysik Wärme Feuchte Schall 1. Auflage 2017 Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normung e.v. Beuth Verlag GmbH Berlin Wien Zürich
5 Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normung e. V Beuth Verlag GmbH Berlin Wien Zürich Am DIN-Platz Burggrafenstraße Berlin Telefon: Telefax: Internet: [email protected] Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung in elektronische Systeme. Die im Werk enthaltenen Inhalte wurden von Verfasser und Verlag sorgfältig erarbeitet und ge prüft. Eine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts wird gleichwohl nicht übernommen. Der Verlag haftet nur für Schäden, die auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit seitens des Verlages zurückzuführen sind. Im Übrigen ist die Haftung ausgeschlossen. Titelbild: Fotolia, Dieter Pregizer Satz: Sabine Wasser, Berlin Druck: Colonel, Kraków Gedruckt auf säurefreiem, alterungsbeständigem Papier nach DIN EN ISO ISBN ISBN (E-Book)
6 Vorwort Vorwort Das Tabellenbuch Bauphysik soll Bauschaffenden, d. h. Architekten, Bauingenieuren, Projektmanagern und Sachverständigen im Bauwesen, Mitarbeitern in Baubehörden, aber auch Handwerkern und Studierenden der Baustudiengänge ein Werkzeug an die Hand geben, in dem die wichtigsten Anforderungen, Nachweisverfahren sowie Kenngrößen aus dem Bereich der Bauphysik zusammengefasst sind. Dabei werden in jedem Kapitel zunächst die thematisch zugehörigen Symbole und Formelzeichen, dann die wichtigsten Grundgleichungen und falls möglich Basisdaten wie z. B. Wärmeübergangswiderstände R s zu den verschiedenen Themen angegeben. Das Tabellenbuch Bauphysik gliedert sich in folgende Teile: Teil A: Wärmeschutz Teil B: Klimabedingter Feuchteschutz Teil C: Baustoffkennwerte und U-Werte von Bauteilen Teil D: Bauakustik Teil E: Raumakustik Anhang: Schallschutz im Hochbau nach DIN 4109: In Teil A Wärmeschutz wird vertiefend auf die Belange des hygienischen Wärmeschutzes, des energiesparenden Wärmeschutzes und des sommerlichen Wärmeschutzes eingegangen. Die Ausarbeitungen zur Energieeinsparverordnung EnEV 2014/2016 in Teil A Kapitel 3.5 erfolgten durch Herrn Torsten Schoch. Teil B Klimabedingter Feuchteschutz beinhaltet Anforderungen und Nachweise zur Vermeidung kritischer Feuchten auf Bauteiloberflächen, zum Tauwasserausfall in Bauteilen, zur Luftdichtheit von Bauteilen sowie zum Schlagregenschutz von Wänden. In Teil C Baustoffkennwerte und U-Werte von Bauteilen sind wärme- und feuchteschutztechnische Kennwerte von Baustoffen und wärmetechnische Angaben von Bauteilen zusammengefasst. Teil D: Bauakustik enthält Angaben zu Anforderungen und Nachweisen des Luft- und Trittschallschutzes in und an Gebäuden nach DIN 4109: Teil E Raumakustik bezieht sich auf die akustische Ausgestaltung von Räumen und enthält Angaben zu Schallabsorptionsgraden und Schallabsorptionsflächen. Im Anhang sind zusätzlich die Anforderungen und Nachweise an den Schallschutz im Hochbau nach DIN 4109: und Beiblatt 1 zu DIN 4109: zu finden. Diese Notwendigkeit ergab sich aus dem Umstand, dass mit DIN 4109: zwar eine vollständige Überarbeitung von Anforderungen und Nachweisen zum baulichen Schallschutz vorliegt, dass bei der Drucklegung des Tabellenbuchs Bauphysik aber noch nicht bekannt war, ob und wenn ja welche Teile dieser Norm baurechtlich eingeführt werden. Während der Übergangsphase von DIN 4109: hin zu DIN 4109: soll den Anwendern so die Möglichkeit gegeben werden, alle erforderlichen Angaben zur Bauakustik in einem Werk zu finden. Die Aufnahme von DIN 4109: in dieses Buch war auch notwendig, da in DIN : in Hinblick auf erhöhte Anforderungen an den Schallschutz auf die V
7 Tabellenbuch Bauphysik Angaben im Beiblatt 2 zu DIN 4109: verwiesen wird. Zum Nachweis des erhöhten Schallschutzes nach Beiblatt 2 zu DIN 4109: sind die Berechnungen nach Beiblatt 1 zu DIN 4109: erforderlich. Neben einer kompakten Auflistung bauphysikalischer Belange enthält das Tabellenbuch Bauphysik auch Hinweise auf Klärungsbedarf zu verschiedenen Normen zur Bauphysik. Bei offenen Fragen zur Anwendung solcher Normen (z. B. DIN oder DIN ) nennt der Autor Empfehlungen, die es den Anwendern ermöglichen, erforderliche bauphysikalische Berechnungen durchzuführen. Neben der Zusammenstellung von Informationen geht das Tabellenbuch Bauphysik auch auf aktuelle Veränderungen in den maßgeblichen Normen des Wärme- und Feuchteschutzes, der Bau- und Raumakustik sowie von Baustoffkennwerten ein und gibt so den derzeitigen Stand der Normung im Bereich der Bauphysik wieder. Der Autor dieses Buches, Prof. Dr.-Ing. Thomas Ackermann Fachhochschule Bielefeld Campus Minden Fachgebiet Bauphysik und Baukonstruktion, ist seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Bauphysik und der bauphysikalischen Anwendung in Lehre und Praxis sowie in einschlägigen nationalen und internationalen Normungsgremien tätig. Minden, im März 2017 VI
8 Autorenporträt Autorenporträt Prof. Dr.-Ing. Thomas Ackermann Prof. Dr.-Ing. Thomas Ackermann studierte an der Universität Fredericiana (TH) Karlsruhe Bauingenieurwesen und war anschließend in einem Ingenieurbüro für Bauphysik als beratender Ingenieur tätig. Es folgte die Mitarbeit bei der Landesstelle für Bautechnik des Landes Baden-Württemberg, wobei sich der Schwerpunkt der Tätigkeit auf Fragen des hygienischen und energiesparenden Wärmeschutzes bezog. Daneben war er als Lehrbeauftragter für Wärmeschutz im Studiengang Bauphysik an der Hochschule für Technik in Stuttgart tätig erfolgte der Ruf als Professor für Bauphysik und Baukonstruktion an die Fachhochschule Bielefeld. Die Promotion im Fachbereich Bauingenieurwesen an der Universität Rostock wurde 2011 abgeschlossen. Neben seiner Tätigkeit in der Lehre führte er zahlreiche Untersuchungen zum hygienischen Wärmeschutz und zum Klima in Gebäuden durch. Außerdem ist er als Mitarbeiter in vier nationalen Normenausschüssen zum Wärmeschutz im Hochbau, zum Wärmetransport, zur Feuchte und zur Luftdichtheit tätig. Im Normenausschuss Meteorologische Daten fungiert er als Obmann. VII
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10 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Teil A Wärmeschutz Wärmetransport Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Wärmetransport durch Bauteile Wärmedurchlasswiderstand R T und Wärmedurchgangskoeffizient U Hygienischer Wärmeschutz Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Wärmeübergangswiderstände R s Bestimmung der Temperaturverteilung in einem Bauteil aus thermisch homogenen Schichten Mindestwärmeschutz nach DIN Mindestwärmeschutz von Bauteilen Mindestwärmeschutz flächiger Bauteile Anforderungen an flächige Bauteile nach DIN Nachweise bei flächigen Bauteilen nach DIN Mindestwärmeschutz im Bereich von Wärmebrücken Anforderungen nach DIN Nachweise nach DIN Energiesparender Wärmeschutz Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Wärmeübergangswiderstände R s Wärmedurchlasswiderstand R T und Wärmedurchgangskoeffizient U Bauteile aus thermisch homogenen Schichten Bauteile aus thermisch homogenen und thermisch inhomogenen Schichten Wärmedurchlasswiderstände R von ruhenden Luftschichten und Wärmedurchgangswiderstände R T von Bauteilen mit schwach oder stark belüfteten Luftschichten Wärmedurchgangskoeffizient U von Bauteilen mit keilförmigen Schichten Korrekturen von Wärmedurchgangskoeffizienten U Rollladenkästen Anforderungen und Nachweise zum energiesparenden Wärmeschutz von Gebäuden nach EnEV 2014 mit den verschärften Anforderungen ab 1. Januar Zielsetzung und Inhalte der EnEV 2014/ Anforderungen an neu zu errichtende Wohngebäude IX
11 Tabellenbuch Bauphysik Neu zu errichtende Nichtwohngebäude Erstmaliger Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen Niedrigstenergiehaus in EnEV ab 2019/ Sommerlicher Wärmeschutz Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Einflüsse auf den sommerlichen Wärmeschutz Verpflichtung zum Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach DIN Verzicht auf einen Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach DIN Sommerklimaregionen Verfahren zum Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach DIN Verfahren der Sonneneintragskennwerte Anforderungen Nachweise Anwendungsfälle, bei denen das Verfahren der Sonneneintragskennwerte nicht angewendet werden kann Thermische Gebäudesimulation Anforderungen Nachweise Teil B Klimabedingter Feuchteschutz Vermeidung kritischer Feuchte auf Bauteiloberflächen Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Wärmeübergangswiderstände R s Bestimmung kritischer Temperaturen Hygienischer Wärmeschutz Tauwasserausfall auf Bauteiloberflächen Korrosion Wasserdampfkonzentration c sat und Taupunkttemperatur θ sat Tauwasserausfall im Inneren von Bauteilen Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Wärmeübergangswiderstände R s Anwendungsbereich Verfahren zur Bewertung von Konstruktionen in Bezug auf den Tauwasserausfall im Bauteil Bauteile, für die kein Nachweis des Tauwasserausfalls im Inneren erforderlich ist (nachweisfreie Konstruktionen) X
12 Inhaltsverzeichnis 2.7 Bilanzierungsverfahren nach DIN Bewertung von Bauteilen nach dem Perioden-Bilanzverfahren Wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke s d Anforderungen beim Perioden-Bilanzverfahren Nachweise beim Perioden-Bilanzverfahren Luftdichtheit von Bauteilen Schlagregenschutz von Wänden Beanspruchungsgruppen Putze und Beschichtungen Wandbauteile Fugen und Anschlüsse Fenster, Türen und Vorhangfassaden Teil C Baustoffkennwerte und U-Werte von Bauteilen Symbole und Formelzeichen Wärme- und feuchteschutztechnische Kennwerte von Baustoffen Wärmetechnische Angaben von Bauteilen Wärmedurchlasswiderstände von Decken Bemessungswerte für Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster Bemessungswerte von Verglasungen Bemessungswerte von Türen und Toren Luftdurchlässigkeit in Abhängigkeit von den Konstruktions merkmalen von Fenstern, Fenstertüren und Außentüren Teil D Bauakustik Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Grundlagen des Schalls Schallschutz im Bauwesen Möglichkeiten für Anforderungen und Nachweise Anforderungen Nachweise Luftschalldämmung in Gebäuden Nachweis der Luftschalldämmung in Gebäuden Berechnung der Luftschalldämmung in Gebäuden Berechnung der Luftschalldämmung in Gebäuden mit S S 10 m Berechnung der Luftschalldämmung in Gebäuden mit S S < 10 m XI
13 Tabellenbuch Bauphysik 8.3 Berechnung der Luftschalldämmung in Gebäuden mit Massivbauweise Direktschalldämm-Maß R Dd, w von Bauteilen in Gebäuden bei Massivbauweise Flankenschalldämm-Maß R ij, w von Bauteilen in Gebäuden bei Massivbauweise Bewertetes Schalldämm-Maß R w homogener einschaliger Bauteile Gesamtes bewertetes Schalldämm-Maß ΔR w durch zusätzlich angebrachte Vorsatzkonstruktionen vor massiven Bauteilen Bestimmung der Stoßstellendämm-Maße K ij Berechnung der Luftschalldämmung von Gebäuden mit zweischaliger massiver Haustrennwand Berechnung der Luftschalldämmung in massiven Gebäuden mit Leicht- und Trockenbau Direktschalldämmung von Bauteilen des Leicht- und Trockenbaus Flankenschalldämmung von Bauteilen des Leicht- und Trockenbaus Luftschalldämmung im Skelettbau und bei Mischbauweisen Trittschalldämmung in Gebäuden Nachweis der Trittschalldämmung in Gebäuden Berechnung der Trittschalldämmung in Gebäuden Berechnung der Trittschalldämmung in Gebäuden mit Massivbauweise Massivdecken in Gebäuden in Massivbauweise und einer Trittschallanregung im Senderaum (SR) in den direkt darunterliegenden Empfangsraum (ER) Massivdecken in Gebäuden in Massivbauweise und einer Trittschall - anregung im Senderaum (SR) in den nicht direkt darunterliegenden Empfangsraum (ER) Massive Treppen an massiven ein- oder zweischaligen Treppenraumwänden Schallschutz gegen Außenlärm Nachweis der Luftschalldämmung von Außenbauteilen Berechnung der Luftschalldämmung von Außenbauteilen Bewertetes Schalldämm-Maß R e, j, w von Bauteilen in Gebäuden bei Massivbauweise Bewertetes Schalldämm-Maß R i, w von Fassadenbauteilen in Gebäuden bei Massivbauweise Resultierendes Schalldämm-Maß R i, w von Fenster- oder Türelementen in einer Einbausituation Bewertetes Schalldämm-Maß R w von Dächern als massives homogenes einschaliges Bauteil Bewertetes Schalldämm-Maß R w von Dächern als Holzbauteil Berücksichtigung und Bestimmung der bewerteten Flankendämm-Maße R ij,w XII
14 Inhaltsverzeichnis Teil E Raumakustik Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Raumakustische Ausgestaltung von Räumen Raumakustische Anforderungen an Räume der Gruppe A Raumakustische Empfehlungen an Räume der Gruppe B Nachweis der raumakustischen Ausgestaltung von Räumen Planerische Grundsätze bei Räumen mit akustischen Anforderungen Schallabsorptionsgrade und Schallabsorptionsflächen Anhang Schallschutz im Hochbau nach DIN 4109: und Beiblatt 1 zu DIN 4109: ) Symbole und Formelzeichen Grundgleichungen Anforderungen an die Luft- und Trittschalldämmung in Gebäuden Mindestanforderungen an den Schallschutz Anforderungen an die Luft- und Trittschalldämmung von Bauteilen zwischen besonders lauten und schutzbedürftigen Räumen Maximal zulässige Schalldruckpegel in fremden schutzbedürftigen Räumen Anforderungen an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen Nachweise der Luft- und Trittschalldämmung in Gebäuden Luftschalldämmung Einschalige biegesteife Bauteile Wände aus zwei biegesteifen Schalen Wände aus einer biegesteifen Schale mit biegeweicher Vorsatzschale Zweischalige Wände aus zwei biegeweichen Schalen Decken Einfluss flankierender Bauteile, deren mittlere flächenbezogene Masse m' L, Mittel von ca. 300 kg/m 2 abweicht Resultierendes Schalldämm-Maß R' w, R, res eines aus Elementen verschiedener Schalldämmung bestehenden Bauteils Trittschallschutz Normenverzeichnis Quellennachweis Stichwortverzeichnis ) Ausgaben 1989 bei Redaktionsschluss weiterhin eingeführt. XIII
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16 Teil A Wärmeschutz
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18 Teil A 1 Wärmetransport Teil A Wärmeschutz Hinsichtlich des baulichen Wärmeschutzes sind folgende Problembereiche zu unterscheiden: Hygienischer Wärmeschutz (gesundheitlicher Mindestwärmeschutz) Ziel: Vermeidung der Bildung von Schimmelpilzen und Tauwasserausfall auf Bauteil- Innenoberflächen Grundlagen: DIN , DIN EN ISO 13788, DIN EN ISO Energiesparender Wärmeschutz Ziel: Verringerung des Energieaufwandes zur Beheizung, Kühlung, Belüftung, Beleuchtung von Gebäuden und der Bereitstellung von Trinkwarmwasser Grundlagen: Energieeinsparverordnung (EnEV) unter Verwendung von DIN , DIN V , DIN V und DIN V Sommerlicher Wärmeschutz Ziel: Vermeidung der Überhitzung in Aufenthaltsräumen von Gebäuden Grundlage: DIN Wärmetransport 1.1 Symbole und Formelzeichen Tabelle 1: Symbole und Formelzeichen Größe Symbol Einheit spezifische Wärmekapazität c J/(kg K) Dicke d m Wärmeübergangskoeffizient h W/(m 2 K) Wärmestromdichte q W/m 2 Fläche A m 2 bzw. mm 2 Wärmedurchlasswiderstand R m 2 K/W Wärmeübergangswiderstand R s m 2 K/W Wärmedurchgangswiderstand R T m 2 K/W Wärmedurchgangskoeffizient U W/(m 2 K) Wärmeleitfähigkeit λ W/(m K) Celsius-Temperatur J, q C Wärmedurchlasskoeffizient L W/(m 2 K) Wärmestrom Φ W 3
19 Tabellenbuch Bauphysik Teil A Wärmeschutz Tabelle 2: Indices Größe Innen Außen Oberfläche innere Oberfläche äußere Oberfläche Symbol i e s si se 1.2 Grundgleichungen Φ = q A (1) q = U (θ i θ e ) (2) 1 U = (3) R T N R T = R si + R j + R se (4) j = 1 N d R = bzw. R = R j (5) λ j = Wärmetransport durch Bauteile Trennt ein Bauteil Bereiche oder Räume mit unterschiedlichen Temperaturen, dann grenzt es auch verschiedene Wärmemengen gegeneinander ab. Da Potenzial- oder Konzentrationsunterschiede das Bestreben haben, sich auszugleichen, kommt es zu einem Wärmestrom F durch das Trennbauteil hindurch in Richtung des Temperaturgefälles. Je größer die Temperaturdifferenz D q zwischen den betrachteten Bereichen ist, umso größer ist der daraus resultierende Wärmestrom. Betrachtet man bei der Wärmeübertragung nicht das Bauteil in seiner gesamten Ausdehnung, sondern normiert den Vorgang auf einen Quadratmeter Übertragungsfläche, dann spricht man von der Wärmestromdichte q. Analog zum elektrischen Strom wird auch der Wärmestrom durch einen Widerstand R vermindert. Wird einem System keine zusätzliche Wärme zugeführt (z. B. aus Hydratationswärme beim Abbinden mineralischer Baustoffe) und liegen zeitlich konstante, d. h. stationäre Temperaturrandbedingungen vor, dann ist die Wärmestromdichte q durch alle Schichten eines Bauteils gleich. 4
20 Teil A 1 Wärmetransport Der Wärmetransport durch Bauteile erfolgt dabei auf drei Arten: Wärmeleitung: Energietransport durch Prozesse oder Gitterschwingungen in Stoffen Wärmekonvektion: Energietransport durch Strömungen in Flüssigkeiten und Gasen Wärmestrahlung: Energietransport durch elektromagnetische Strahlung durch Stoffe und im Vakuum. Da bei der Betrachtung der im Bauwesen anstehenden Probleme üblicherweise von stationären Temperaturrandbedingungen ausgegangen wird (D q = konstant), kann man den Wärmestrom F, der durch ein Bauteil hindurchfließt bzw. die Wärmestromdichte q, in Abhängigkeit der Widerstände R ausdrücken. Zahlenmäßige Angaben zum Wärmetransport aus Konvektion und Strahlung sind in den Wärmeübergangswiderständen R si und R se enthalten, Angaben zum Wärmetransport aus Wärmeleitung im Wärmedurchlasswiderstand R. Zur Beschreibung der wärmedämmtechnischen Qualität eines Bauteils werden die Wärmeübergangswiderstände an den Oberflächen und der Wärmedurchlasswiderstand der Bauteilschichten im Wärmedurchgangswiderstand R T zusammengefasst. Der Kehrwert des Wärmedurchgangswiderstandes wird als Wärmedurchgangskoeffizient U bezeichnet. Bild 1: Wärmetransport 1.4 Wärmedurchlasswiderstand R T und Wärmedurchgangskoeffizient U Die in DIN EN ISO 6946 dargestellten Verfahren zur Berechnung des Wärmedurchlasswiderstandes R und des Wärmedurchgangskoeffizienten U von Bauteilen gelten nicht für Türen, Fenster und andere verglaste Einheiten sowie für Bauteile, die an das Erdreich grenzen und nicht für Lüftungselemente. Zur Bestimmung der wärmedämmtechnischen Kennwerte sind die jeweiligen Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit nach Teil C oder bei ruhenden Luftschichten die Wärmedurchlasswiderstände nach Teil A Kapitel zu verwenden. Achtung: Das Modell zu Berechnung von Bauteilen aus thermisch homogenen und thermisch inhomogenen Schichten stellt ein Näherungsverfahren dar und gilt nicht für Dämmschichten, die eine Wärmebrücke aus Metall enthalten. In diesem Fall ist die Berechnung nach DIN EN ISO durchzuführen. 5
21 Tabellenbuch Bauphysik Teil A Wärmeschutz Bauteile aus thermisch homogenen Schichten Eine Bauteilschicht gilt dann als thermisch homogen, wenn sie eine konstante Dicke aufweist und aus einem Material besteht, dessen Eigenschaften als thermisch einheitlich anzusehen sind; d. h. bei Schnitten durch eine Schicht quer zur Richtung des Wärmestroms wird immer der gleiche Wärmedurchlasswiderstand R bestimmt. Bild 2: Bauteil aus thermisch homogenen Schichten Wärmedurchlasswiderstand R Bei ebenen, plattenförmigen Schichten mit planparallelen Oberflächen kann der Wärmedurchlasswiderstand R aus dem Quotienten der Schichtdicke d und dem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit l wie folgt berechnet werden: d R = (6) λ Bei Bauteilen aus einer Anzahl von N Schichten, die in Richtung des Wärmestroms hintereinander liegen, ergibt sich der Wärmedurchlasswiderstand R aus der Summe der Quotienten der einzelnen Schichten: N d j N R = = R j (7) j = 1 λ j j = 1 Werte von Wärmedurchlasswiderständen müssen in Zwischenrechnungen auf mindestens drei Dezimalstellen berechnet werden Wärmeübergangswiderstand R s Die Wärmeübergangswiderstände R s kennzeichnen den Widerstand beim Transport der Wärme aus dem Raum zur Bauteiloberfläche bzw. von der Bauteiloberfläche in einen Raum oder nach außen. Angaben zu den Wärmeübergangswiderständen innen R si und außen R se sind entsprechend der jeweiligen Problemstellung folgenden Tabellen zu entnehmen: Hygienischer Wärmeschutz: Tabelle 5 Energiesparender Wärmeschutz: Tabelle 10 6
22 Teil A 1 Wärmetransport Kritische Luftfeuchte auf Bauteiloberflächen: Tabelle 38 Tauwasserausfall im Inneren von Bauteilen: Tabelle 42 Die in diesen Tabellen aufgeführten Werte der Wärmeübergangswiderstände R s gelten für ebene Oberflächen, wenn keine besonderen Angaben über Randbedingungen vorliegen. Die Werte für horizontal beziehen sich auf Richtungen des Wärmestromes von ± 30 zur Horizontalen. Werden Werte des Wärmedurchgangskoeffizienten U von Bauteilen gefordert, die unabhängig von der Richtung des Wärmestroms sind, wird empfohlen, die Werte für einen horizontalen Wärmestrom anzusetzen. Bei nichtebenen Oberflächen (z. B. Gefälledämmschichten) oder bei speziellen Randbedingungen sind besondere Verfahren nach DIN EN ISO 6946 anzuwenden. Bild 3: Einteilung der Wärmestromrichtung Wärmedurchgangswiderstand R T Der Wärmedurchgangswiderstand R T eines ebenen Bauteils aus N thermisch homogenen Schichten errechnet sich aus der Summe der Wärmeübergangswiderstände innen und außen sowie den Wärmedurchlasswiderständen: R T = R si + R 1 + R R N + R se (8) Wärmedurchgangskoeffizient U Aus dem Kehrwert des Wärmedurchgangswiderstandes R T erhält man den Wärmedurchgangskoeffizienten U des betrachteten Bauteils: 1 U = (9) R T Wird der Wärmedurchgangskoeffizient U als Endergebnis angegeben, ist er auf zwei Dezimalstellen zu runden und es sind Angaben über die für die Berechnung verwendeten Eingangsdaten zu machen. 7
23 Tabellenbuch Bauphysik Teil A Wärmeschutz 2 Hygienischer Wärmeschutz 2.1 Symbole und Formelzeichen Tabelle 3: Symbole und Formelzeichen Größe Symbol Einheit Dicke d m Temperaturfaktor f Rsi flächenbezogene Masse mʹ kg/m 2 Wärmestromdichte q W/m 2 Fläche A m 2 bzw. mm 2 Wärmedurchlasswiderstand R m 2 K/W Wärmeübergangswiderstand R s m 2 K/W Wärmedurchgangswiderstand R T m 2 K/W Wärmedurchgangskoeffizient U W/(m 2 K) Wärmeleitfähigkeit λ W/(m K) Celsius-Temperatur J, q C Wärmedurchlasskoeffizient L W/(m 2 K) Tabelle 4: Indices Größe Innen Außen Oberfläche innere Oberfläche äußere Oberfläche Symbol i e s si se 2.2 Grundgleichungen q = U (θ i θ e ) (10) 1 U = (11) R T N R T = R si + R j + R se (12) j = 1 8
24 Teil A 2 Hygienischer Wärmeschutz d R = (13) λ θ si = θ i q R si (14) θ (N 1) N = θ (N 2) (N 1) q R (N 1) (15) θ se = θ (N 1) N q R se oder θ se = θ e + q R se (16) 2.3 Wärmeübergangswiderstände R s Tabelle 5: Wärmeübergangswiderstände R si und R se beim hygienischen Wärmeschutz Bauteil Wärmeübergangswiderstand [m 2 K/W] An die Oberfläche angrenzender Bereich Richtung des Wärmestroms Φ Aufwärts Horizontal Abwärts nichttransparente Bauteile Fenster innen R si außen R se innen R si Normal beheizter Raum 0,25 0,25 0,25 Niedrig beheizter Raum 0,17 1) 0,17 1) 0,17 1) Außenluft 0,04 0,04 0,04 Außenluft stark belüftet 0,04 1) 0,04 1) 0,04 1) Erdreich 0,04 2) 0,04 2) 0,04 2) Normal beheizter Raum 0,10 0,13 0,17 außen R se Außenluft 0,04 0,04 0,04 1) Die Werte sind normativ nicht geregelt; die Angaben sind Empfehlungen des Autors. 2) Es handelt sich um einen Wärmestrom über das Erdreich an die Außenluft. Der Wärmeübergangswiderstand R se wird daher nicht beim Übergang des Bauteils an das Erdreich, sondern beim Übergang des Erdreichs an die Außenluft angesetzt. 9
25 Tabellenbuch Bauphysik Teil A Wärmeschutz 2.4 Bestimmung der Temperaturverteilung in einem Bauteil aus thermisch homogenen Schichten Unter der Annahme, dass alle Bauteilschichten planparallele Oberflächen aufweisen und stationäre Innen- und Außenlufttemperaturen (q i und q e ) anliegen, kann die Temperatur an den Grenzflächen der Schichten bzw. an den Oberflächen eines Bauteil aus thermisch homogenen Schichten wie folgt berechnet werden: q = U (θ i θ e ) (17) 1 U = (18) R T N R T = R si + R j + R se (19) j = 1 d 1 d 2 d N R 1 = ; R 2 = ;... ; R N = (20) λ 1 λ 2 λ N θ si = θ i q R si (21) θ 12 = θ Si q R 1 ; θ 23 = θ 12 q R 2 ;... ; θ (N 1) N = θ (N 2) (N 1) q R (N 1) (22) θ se = θ (N 1) N q R se oder θ se = θ e + q R se (23) Für das in Bild 4 dargestellte Bauteil bedeutet dies: q = U (θ i θ e ) 1 U = R T R T = R si + R 1 + R 2 + R 3 + R 4 + R se d 1 d 2 d 3 d 4 R 1 = ; R 2 = ; R 3 = ; R 4 = ; λ 1 λ 2 λ 3 λ 4 θ si = θ i q R si θ 12 = θ Si q R 1 θ 23 = θ 12 q R 2 θ 34 = θ 23 q R 3 θ se = θ 34 q R 4 bzw. θ se = θ e + q R se Bild 4: Temperaturverteilung 10
26 Teil A 2 Hygienischer Wärmeschutz 2.5 Mindestwärmeschutz nach DIN Mit den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz von flächigen Bauteilen und an Bauteile im Bereich von Wärmebrücken nach DIN , DIN und DIN EN ISO soll erreicht werden, dass sich auf den raumseitigen Oberflächen in Aufenthaltsräumen keine Schimmelpilze bilden (hygienischer Wärmeschutz) und dass die Begrenzungsbauteile nicht durch Tauwasser geschädigt werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass eine übliche Nutzung (Wohnungen oder Aufenthaltsräume mit wohnähnlichen Verhältnissen und Büroräume) eine ausreichende Beheizung und Belüftung aus Gründen der Hygiene und zur Begrenzung der Raumluftfeuchte sowie zur eventuellen Zufuhr von Verbrennungsluft entsprechend bauaufsichtlichen Vorschriften (z. B. Feuerungsanlagenverordnung) ein ausreichender Luftwechsel gegeben ist. 2.6 Mindestwärmeschutz von Bauteilen Zur Gewährleistung des hygienischen Wärmeschutzes muss bei flächigen Bauteilen sowie an Kanten und Ecken jeweils an der ungünstigsten Stelle der zulässige Temperaturfaktor f R, si 0,7 nach Gleichung (24) oder die kritische Oberflächentemperatur q si 12,6 C nachgewiesen werden. Bezogen werden diese Anforderungen auf Räume mit üblicher Nutzung. Gemäß Festlegungen in DIN bedeutet dies, dass bei der Nachweisführung als Randbedingungen eine Innenraumtemperatur von q i = 20 C und eine relative Feuchte im Raum von f i = 50 % sowie eine Außentemperatur von q e = --5 C anzusetzen sind. Weiterhin wird vorausgesetzt, dass in dem zu untersuchenden Raum die relative Feuchte an der Bauteiloberfläche über einen Zeitraum von mehreren Tagen den Wert f si = 0,8 überschreitet. Beachte: Die Maßgaben an den Mindestwärmeschutz nach DIN Tabelle 3 gelten für Gebäude mit üblichen Innentemperaturen (q i 19 C) und für Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen (19 C > q i 12 C). Belüftete Nebenräume, die durch angrenzende Aufenthaltsräume indirekt beheizt werden, sind wie Aufenthaltsräume zu behandeln. An Räume mit einer Innentemperatur q i < 12 C werden keine Anforderungen an den Mindestwärmeschutz gestellt. 2.7 Mindestwärmeschutz flächiger Bauteile Anforderungen an flächige Bauteile nach DIN Der Mindestwärmeschutz muss an jeder Stelle vorhanden sein. Hierzu gehören bei Wänden u. a. auch Nischen unter Fenstern, Brüstungen von Fensterbauteilen, Fensterstürze, Wandbereich auf der Außenseite von Heizkörpern und Rohrkanälen, insbesondere für ausnahmsweise in Außenwänden angeordnete wasserführende Leitungen. 11
27 Tabellenbuch Bauphysik Teil A Wärmeschutz Anforderungen an Bauteile aus thermisch homogenen Schichten Bauteile mit einer flächenbezogenen Masse m' 100 kg/m 2 Die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz ein- und mehrschaliger Bauteile mit einer flächenbezogenen Masse von m' 100 kg/m 2 gelten für Räume die ihrer Bestimmung nach auf übliche Innentemperaturen (q i 19 C) oder auf niedrige Innentemperaturen (12 C q i < 19 C) beheizt werden bzw. für solche Räume, die über Raumverbund durch die vorgenannten Räume beheizt werden. Die Mindestwerte der Wärmedurchlasswiderstände R sind Tabelle 6 zu entnehmen. Tabelle 6: Mindestwerte des Wärmedurchlasswiderstandes R (DIN ) Spalte 1 2 Bauteile Wärmedurchlasswiderstand R [(m 2 K)/W] Zeile 1 Wände beheizter Räume 1.1 gegen die Außenluft, das Erdreich, Tiefgaragen, nicht beheizte Räume (auch nicht beheizte Dachräume oder nicht beheizte Kellerräume außerhalb 1,2 der wärmeübertragenden Umfassungsfläche) 2 Dachschrägen beheizter Räume 2.1 gegen die Außenluft 1,2 12
28 Teil A 2 Hygienischer Wärmeschutz Spalte 1 2 Zeile Bauteile Wärmedurchlasswiderstand R [(m 2 K)/W] 3 Decken beheizter Räume nach oben und Flachdächer 1) 3.1 gegen die Außenluft 1,2 3.2 zu belüfteten Räumen zwischen Dachschrägen und Abseitenwänden bei ausgebauten Dachräumen 0, zu nicht beheizten Räumen, zu bekriechbaren oder noch niedrigeren Räumen 3.4 zu Räumen zwischen gedämmten Dachschrägen und Abseitenwänden bei ausgebauten Dachräumen 0,35 4 Decken beheizter Räume nach unten 4.1 gegen Außenluft, gegen Tiefgarage, gegen Garagen (auch beheizte), Durchfahrten (auch verschließbare) und belüftete Kriechkeller 1,75 2) 4.2 gegen nicht beheizten Kellerraum 4.3 unterer Abschluss (z. B. Sohlplatte) von Aufenthaltsräumen unmittelbar an das Erdreich grenzend bis zu einer Raumtiefe von 5 m 4.4 über einem nicht belüfteten Hohlraum, z. B. Kriechkeller, an das Erdreich grenzend 5 Bauteile an Treppenräumen 5.1 Wände zwischen beheiztem Raum und direkt beheiztem Treppenraum, Wände zwischen beheiztem Raum und indirekt beheiztem Treppenraum, sofern die anderen Bauteile des Treppenraums die Anforderungen der Tabelle 6 erfüllen 5.2 Wände zwischen beheiztem Raum und indirekt beheiztem Treppenraum, wenn nicht alle anderen Bauteile des Treppenraums die Anforderungen der Tabelle 6 erfüllen 5.3 oberer und unterer Abschluss eines beheizten oder indirekt beheizten Treppenraumes 6 Bauteile zwischen beheizten Räumen 0,90 0,07 0,25 wie Bauteile beheizter Räume 6.1 Wohnungs- und Gebäudetrennwände zwischen beheizten Räumen 0, Wohnungstrenndecken, Decken zwischen Räumen unterschiedlicher Nutzung 1) Bei Umkehrdächern ist in die Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizient U nach DIN EN ISO 6946 der Korrekturwert DU gemäß Tabelle 18 einzubeziehen 2) Erhöhter Wärmedurchlasswiderstand wegen Fußkälte 0,35 13
29 Tabellenbuch Bauphysik Teil A Wärmeschutz Bauteile mit einer flächenbezogenen Masse m' < 100 kg/m 2 Der Wärmedurchlasswiderstand ein- und mehrschaliger Bauteile mit einer flächenbezogenen Masse von m' < 100 kg/m 2 muss mindestens R = 1,75 m 2 K/W betragen Anforderungen an nichttransparente Bauteile aus thermisch homogenen und thermisch inhomogenen Schichten Bei flächigen Bauteilen aus thermisch homogenen und thermisch inhomogenen Schichten, wie sie beispielsweise bei Skelett-, Rahmen- oder Holzständerbauweisen, aber auch bei Fassaden als Pfosten-Riegel-Konstruktionen vorkommen, ist im Bereich des Gefachs ein Wärmedurchlasswiderstand R G 1,75 m 2 K/W einzuhalten. Zusätzlich gilt für das gesamte Bauteil im Mittel ein Anforderungswert R m 1,0 m 2 K/W Anforderungen an transparente und teiltransparente Bauteile Opake (nichttransparente) Ausfachungen von transparenten und teiltransparenten Bauteilen (z. B. Paneele in Vorhangfassaden oder Pfosten-Riegel-Konstruktionen, Glasdächern, Fenstern, Fenstertüren und Fensterwänden) der wärmeübetragenden Umfassungsflächen beheizter und niedrig beheizter Räume müssen einen Wärmedurchlasswiderstand von R 1,2 m 2 K/W (bzw. U p 0,73 W/(m 2 K)) aufweisen. Bei den Rahmen transparenter oder teiltransparenter Bauteile der wärmeübetragenden Hülle von beheizten und niedrig beheizten Räumen ist ein Wert von U f 2,9 W/(m 2 K) nach DIN EN ISO einzuhalten. Transparente Teile der thermischen Hüllfläche sind mindestens mit Isolierglas oder 2 Glasscheiben (z. B. Verbundfenster, Kastenfenster) auszuführen. Achtung: Die Tauwasserbildung an Fenstern und Pfosten-Riegel-Konstruktionen ist vorübergehend sowie in kleinen Mengen zulässig, falls die betroffene Oberfläche die Feuchtigkeit nicht absorbiert und entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung eines Kontaktes mit angrenzenden empfindlichen Materialien getroffen werden. Gemäß DIN EN ISO beträgt die höchste zulässige relative Luftfeuchte an der Rahmenoberfläche φ si = 1. Unter Zugrundelegung der Randbedingungen aus Teil A Kapitel 2.6 liegt die Anforderung an Rahmen- und Verglasungsoberflächen bei einem Temperaturfaktor f Rsi von 0,57 bzw. bei einer kritischen Oberflächentemperatur von q si 9,3 C. Achtung: Die Schnittstellen zwischen einem Fenster bzw. einem Fensterelement und dem angrenzenden Baukörper werden in DIN als linienförmige oder punktförmige Wärmebrücken eingestuft. Die Anforderungen hierfür sind Teil A Kapitel bzw zu entnehmen Anforderungen an Rollladenkästen Auch bei Rollladenkästen gilt für das gesamte Bauteil ein Wärmedurchlasswiderstand von im Mittel R m 1,0 m 2 K/W. Im Bereich des Deckels muss darüber hinaus ein Wärmedurchlasswiderstand von mindestens R = 0,55 m 2 K/W vorhanden sein. Angaben dazu, wann die oben aufgeführten Anforderungen an Rollladenkästen erfüllt sind und wie der Nachweis dabei geführt werden muss, sind in der Rollladenkastenrichtlinie 14
30 Teil A 2 Hygienischer Wärmeschutz (RokR) , veröffentlicht in der Anlage 8.2 der Bauregelliste A Teil 1 Kapitel 8 Ausgabe 2014/2, aufgeführt. ( Ankündigung.pdf) Danach gelten die Anforderungen an Rollladenkästen nach DIN als erfüllt, wenn der nach Abschnitt 2.2 RokR berechnete oder der nach Abschnitt 2.3 RokR gemessene U-Wert des Rollladenkastens U sb 0,85 W/(m 2 K) beträgt Nachweise bei flächigen Bauteilen nach DIN Für flächige Bauteile ist der Nachweis des hygienischen Wärmeschutzes nach DIN erbracht, wenn der Wärmedurchlasswiderstand R des vorhandenen Bauteils größer oder gleich dem Mindestwert des Wärmedurchlasswiderstandes R nach DIN Tabelle 3 (siehe auch Tabelle 6) ist. Für folgende Konstruktionen ist kein gesonderter Nachweis des hygienischen Wärmeschutzes notwendig: Kanten (zweidimensionale Wärmebrücken) von Außenbauteilen mit gleichartigem Aufbau, deren Einzelkomponenten die Anforderungen nach DIN Tabelle 3 (siehe Tabelle 6) einhalten und bei denen die Dämmebene durchgängig geführt wird; alle konstruktiven, formbedingten und stoffbedingte Wärmebrücken, die beispielhaft in DIN 4108 Beiblatt 2 aufgeführt sind oder deren Gleichwertigkeit zu DIN 4108 Beiblatt 2 gegeben ist. Achtung: Bei allen davon abweichenden Konstruktionen ist zur Gewährleistung des hygienischen Wärmeschutzes an der ungünstigsten Stelle entweder der zulässige Temperaturfaktor f Rsi oder die kritische Oberflächentemperatur θ si,min nachzuweisen (Anforderungen hierzu siehe Teil A Kapitel 2.8.1) Bestimmung des Wärmedurchlasswiderstandes R, des Wärmedurchgangswiderstandes R T und des Wärmedurchgangskoeffizienten U Der Wärmedurchlasswiderstand R, der Wärmedurchgangswiderstand R T bzw. der Wärmedurchgangskoeffizient U von flächigen Bauteilen aus thermisch homogenen Schichten erfolgt nach DIN EN ISO Achtung: Das in DIN EN ISO 6946 beschriebene Verfahren zur Berechnung des Wärmedurchgangswiderstandes R T bzw. des Wärmedurchgangskoeffizienten U von Bauteilen aus thermisch homogenen und thermisch inhomogenen Schichten ist nicht für die Berechnung von Oberflächentemperaturen zur Bewertung des Tauwasser- oder Schimmelpilzrisikos geeignet. Achtung: Bauteile aus thermisch homogenen und thermisch inhomogenen Schichten gelten im Rahmen des hygienischen Wärmeschutzes als Wärmebrücken. Die Nachweisführung erfolgt nach Teil A Kapitel
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