Betriebssystem-basierte Virtualisierung
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- Frank Klein
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1 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Dr.-Ing. Volkmar Sieh Department Informatik 3: Rechnerarchitektur Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg WS 2011/2012 Betriebssystem-basierte Virtualisierung 1/
2 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Motivation Stellt ein Internet-Service-Provider viele (virtuelle) Maschinen zur Verfügung, werden viele Daten vervielfacht: Guest-OS Guest-Libraries Guest-Applikationen im Hauptspeicher auf der Platte Betriebssystem-basierte Virtualisierung 2/
3 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Motivation Web-Server (Linux mit Apache): (Sehr grobe!) Rechnung: Hauptspeicher Plattenspeicher Linux-Kernel 4 MByte 80 MByte Linux-Utilities 4 MByte 400 MByte Linux-Libraries 50 MByte 100 MByte Apache-Web-Server 10 MByte 20 MByte Platten-Cache 82 MByte Web-Daten 1 MByte 100 MByte Summe 150 MByte 700 MByte Betriebssystem-basierte Virtualisierung 3/
4 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Motivation Für 100 Web-Server: 15 GByte Hauptspeicher 70 GByte Plattenplatz Zusätzlich: Speicher für virtuelle Maschinen jeweils gleiche Daten: Linux-Kernel Linux-Utilities Linux-Libraries Apache-Web-Server jeweils unterschiedliche Daten: Web-Daten dynamisch Platten-Cache Betriebssystem-basierte Virtualisierung 4/
5 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Motivation Idee: Internet-Service-Provider möchten viele Server bereitstellen. Server sollen voneinander unabhängig sein (Intrusion, Admin-Fehler,...) OS auf den Servern in vielen Fällen gleich. Ein Betriebssystem nehmen, aber Applikationen, Daemons, User und Admins gegeneinander abschotten. Virtual Private Server Betriebssystem-basierte Virtualisierung 5/
6 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Files Jeder Admin soll Betriebssystem-Dateien installieren, löschen und ändern können. => Möglichkeiten: Jeder virtuelle Rechner hat eigene Dateien. (Ähnlich: Unix-chroot-Umgebung) System-Dateien und -Directories sind read-only. ( immutable -Files) System-Dateien und -Directories sind copy-on-write. Betriebssystem-basierte Virtualisierung 6/
7 Betriebssystem-basierte Virtualisierung IPC Jeder Rechner kennt Methoden zur lokalen Inter-Prozess-Kommunikation (Unix: Shared-Memory, Semaphoren, Messages, Pipes, Named-Pipes). Über diese Methoden darf nur Rechner-lokal kommuniziert werden. => Jeder virtuelle Rechner braucht eigene Inter-Prozess-Kommunikations-Objekte. Betriebssystem-basierte Virtualisierung 7/
8 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Prozesse Auf jedem virtuellen Rechner sollen Dienste laufen können. Jeder Admin soll nur seine Dienste starten/stoppen können. => Jeder virtuelle Rechner braucht eigene Prozess-Liste. (Unix: jeder virtuelle Rechner braucht eigenen init-prozess.) Betriebssystem-basierte Virtualisierung 8/
9 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Accounts Jeder Admin soll neue Accounts anlegen/löschen können. => Jeder virtuelle Rechner kennt andere User/Admins. Betriebssystem-basierte Virtualisierung 9/
10 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Ports Wenn jeder virtuelle Rechner Internet-Dienste anbieten soll, braucht er eigene Internet-Ports. => Jeder virtuelle Rechner braucht eine eigene Internet-Adresse und einen eigenen Satz von Internet-Ports. Betriebssystem-basierte Virtualisierung 10/
11 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Super-Admin Ein übergeordneter System-Administrator muss virtuelle Rechner erzeugen, starten, stoppen und löschen können. => Ausgezeichtete virtuelle Maschine mit neuem System-Call notwendig. Betriebssystem-basierte Virtualisierung 11/
12 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Betriebssystem-basierte Virtualisierung 12/
13 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Beispiel Linux Änderungen notwendig in arch: neuer System-Call, Clone von Kernel-Threads drivers: vroot -Device fs: neue Rechte-Überprüfung include: neue xid-einträge (Nummer der VM) ipc: jede VM braucht eigene IPC kernel: jede VM braucht eigene Prozesse, eigene Timer, einen eigenen Namen, neue Rechte-Überprüfung,... mm: Resourcen-Checks net: jede VM hat eigene IP(s) Betriebssystem-basierte Virtualisierung 13/
14 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Virtuelle Rechner können sich ggf. durch übermässigen Resourcen-Konsum gegenseitig stören. Daher muss dafür gesorgt werden können, dass jeder virtuelle Rechner nicht zu viel CPU-Zeit verbraucht, nicht zu viel Memory braucht, nicht zu viel Dateisystem-Platz belegt. Normale System erlauben ist, den Resourcen-Verbrauch einzelner Prozesse zu beschränken. Hier muss der Verbrauch aller Prozesse einer virtuellen Maschine eingeschränkt werden. Betriebssystem-basierte Virtualisierung 14/
15 Betriebssystem-basierte Virtualisierung Vorteile: sehr geringer Overhead (i.a. < 1%) Resourcen (CPU, Speicher, Platte) können einfach geshared werden jeder Server braucht nur ca. 100MB Plattenplatz jeder Server braucht ggf. < 1MB Hauptspeicher Nachteile: nur jeweils gleiches OS möglich Beschränkung des Resourcen-Verbrauchs kompliziert Admins können nur eingeschränkt booten für ein Kernel-Update müssen alle virtuellen Maschinen neu booten Abschottungen im Kernel u.u. unsicher Abschottungen müssen für jede Kernel-Version neu an den Kernel angepasst werden Betriebssystem-basierte Virtualisierung 15/
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